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Full text of "Geschichte der syrischen Literatur, mit Ausschluss der christlich-palästinensischen Texte"


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W. R. TAYLOR ?fl£ 

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A. Baumstark 



Geschichte der syrischen Literatur. 



Greschichte 
der syrischen Literatur 

mit Ausschluß der christlich-palästinensischen Texte 

Von 

Dr. Anton Baumstark 

Ordentl. Honorarprofessor an der Universität Bonn 




521197 



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Bonn 1922 
A. Marcus und E. Webers Verlag Dr. jur. Albert Ahn 



1/c; 
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Alle Rechte vorbehalten. 
Copyright 1922 by A. Marcus n. E. Weber Verlag. 



O. Pätz'sohe Buchdr. Lippert & Co. G. m. b. H.. Xanmburs a. d. S. 



Vorwort. 

Das vorliegende Buch verdankt seine Entstehung einer durch Herrn Professor 
D. HXiietzmann in Jena veranlaßten Anregung des Verlages, die im Sommer 
1918 an mich erging und mir die Verwirklichung eines Planes eimöglichte, den 
ich schon während meiner römischen Arbeitsjahre 1900/4 gehegt, dann aber längst 
geglaubt hatte begraben zu müssen. Je in einem starken Jahre wurde die Stoff- 
sammlung, die Ausarbeitung des Manuskriptes und die Drucklegung einschließlich 
der Einfügung umfangreicher Verbesserungen und Ergänzungen durchgeführt. 
Bis Ende Juli des laufenden Jahres mußte die Zeit zur Förderung der Arbeit 
den Pflichten eines aufreibenden Privatschuldienstes abgerungen werden, dessen 
bescheidenes Erzieherglück ich nunmehr doch nur mit tiefer seelischer Ergriffen- 
heit der Möglichkeit akademischen Wirkens an der Universität Bonn zu opfern 
vermag. Oft genug sind nur die rücksichtslos der Ruhe entzogenen stillen Stunden 
zwischen 10 und 3 Uhr nachts für sie verfügbar gewesen, während die Sorgen, 
die Nahrungsbeschränkungen und im Winter die durch Knappheit der Feuerungs- 
materialien bedingten Schwierigkeiten eines mit ungenügenden Mitteln zu be- 
streitenden kinderreichen Haushaltes an den Kräften des Körpers zehrten. 

Mir selbst ist dieser Jabor improbus zum Heiland geworden, indem wohl nui' 
er und seine geistige Ablenkung mich davor rettete, unter der Wucht des Ent- 
setzlichen, was gleichzeitig über das Vaterland dahinging, seelisch zusammenzubrechen. 
Daß für das Buch die Verhältnisse seiner Entstehungszeit und die äußere Lage des 
Verfassers im höchsten Grade ungünstig sich geltend machen mußten, liegt auf der 
Hand und wird von einer billigen Kritik vielleicht nicht ganz außer acht gelassen 
werden. So manches ist mir erst verspätet während des Druckes bekannt oder 
zugänglich geworden, nicht weniges namentlich an ausländischen Veröffentlichungen 
gewiß überhaupt entgangen. Konnte ich doch beispielsweise selbst eines Exemplars 
der 3. Auflage von Duvals Litterature syriaque erst habhaft werden, als die fünf 
ersten Bogen gedruckt waren. Was ich nach Ausdruck der betreffenden Bogen 
an letzten Verbesserungen oder Bereicherungen des Textes und besonders der 
Akk. noch einzuarbeiten gehabt hätte, ist in den „Nachträgen und Berichtigungen" 
zusammengestellt, mit denen ich vor Benützung des Buches sich vertraut zu 
machen bitte. An ehrlicher Bemühung um möglichste Vollständigkeit in Nach- 



VI Vorwort. 

weis der hslichen Überlieferung, Notierung von Editionen und sonstigen Literatur- 
angaben hat es nicht gefehlt. An Hss habe ich mit bewußter Absicht auch solche 
morgenländischer Bestände wie desjenigen der Bibliothek der chaldäischen erz- 
hischöflichen Residenz von Seert verzeichnet, von denen ich bestimmt befürchten 
muß, daß sie in den Stürmen des Weltkrieges vernichtet wurden. Schließlich 
ist schlimmsten Falles sogar das von Wert, zu wissen, was zu einer bestimmten 
Zeit an t^berlieferungszeugen vorhanden war. Auch bleibt ja mit der Möglich- 
keit zu rechnen, daß einzelne Hss. einer solchen Vernichtung entgangen, später 
versprengt im Buchhandel auftauchen. Alsdann dürfte unter Umständen die Er- 
mittlung ihrer Herkunft durch die Akk dieses Buches erleichtert werden. Ent- 
sprechende Erwägungen haben mich bei der Berücksichtigung auch an sich durch- 
aus ungenügender Hss- Verzeichnisse wie desjenigen der jakobitischen Gemeinde 
von Edessa und der hslichen des Markusklosters in Jerusalem und des jakobitischen 
Patriarchalklosters Der Za'farän geleitet. Im Interesse der praktischen Brauch- 
barkeit erschien es mir auch unvermeidlich, im allgemeinen die Hss doppelt (mit 
Katalogsnr und Fonds-Bezeichnung) anzugeben. Nur wo eine Hs zu demselben 
Textabschnitte schon einmal anzuführen war, wurde regelmäßig auf die zweite 
Bezeichnung wie auf die Angabe des Alters bei weiterer Anführung verzichtet. 

Je mehr damit die Akk anschwollen, um so gebotener war vorab in ihnen 
ein Streben nach möglichster Küi-ze der Form. Ich habe dieser zunächst (auch 
im Texte) durch Verwendung gewisser wohl allgemein recht durchsichtiger Ab- 
kürzungen, insbesondere durch grundsätzliche Siglen-Bezeichnung von umfassenden 
Publikationen, Akademie- und Zeitschriften Rechnung getragen. Titel von Zeit- 
schriftenaufsätzen sind nuj ausnahmsweise notiert, wo dies zur Charakterisierung 
ihres Inhaltes unerläßlich schien. Die Tatsache, daß eine Ag von Ubs begleitet 
sei, wurde wo dies -wie bei der PO, der römischen und der Lamyschen Ap(h)rem-Ag 
usw. selbstverständlich ist, überhaupt nicht vermerkt. In anderen Fällen sind die 
Seitenzahlen der Übs denjenigen der Ag einfach in Klammem nachgesetzt. 

Lange Überlegung hat mich die Frage der Transskription namentlich der 
Eigennamen gekostet. Auf Rat Lietzmanns und nach Durchsprache der Sache 
mit AdRücker entschied ich mich schließlich für ein nachträglich auch von Herrn 
Geh. Rat ELittmann gebilligtes System, das für den Vokalismus in der Haupt- 
sache lediglich einen getreuen Spiegel des Schriftbildes bietet, indem ohne Rück- 
sicht auf die Frage der wirklichen Quantität der Vokale i, e, ü und 6 zur Wieder- 
gabe der Verwendung von AVäw und J6d(h) als matres lectionis, e und ä 
zur Wiedergabe der entsprechenden Verwendung von Alaf benutzt werden. Zur 
Bezeichnung des ohne mater lectionis geschriebenen langen a (= westlich: o) wird 
statt des sachgemäßeren ä, das auf typographische Schwierigkeiten gestoßen sein 
würde, ä verwendet, der Vokalanstoß zur Erleichterung der Aussprache durch e. 
die Aspiration der Mediae und Tenues durch beigesetztes (hl angedeutet Im 
übrigen ist die Wiedergabe der Konsonanten die allgemein übliche. Bei griechi- 



Vorwort. VII 

sehen und alttestamentlichen Eigennamen, deren syrische Aussprache wesentlich mit 
der originalen zusammenfällt, wird auf eine phonetische Transskribierung überhaupt 
verzichtet. Kleinliche Durchfürung irgend eines Systems um jeden Preis endet 
in deraii-igen Dingen stets beim Befremdlichen, um nicht zu sagen: I/ächerlichen. 
Eine augenehme Pflicht ist es mir dankend der freundlichen Unterstützung 
zu gedenken, die meine Arbeit von verschiedenster Seite gefunden hat. Die 
Universitätsbibliotheken von Freiburg i. B., Heidelberg und Jena, die Badische 
LandesbibHothek in Kai'lsruhe und die Bayrische Staatsbibliothek in München 
sind mir durch teilweise jalirelange Uberlassimg ebenso zahlreicher als wertvoller 
Bücher in liberalster Weise entgegengekommen. Daß auch mein lieber Freimd, 
Herr Professor Dr. AdKücker in Breslau, alle mir sonst nicht bequem zugäng- 
lichen Nm seiner umfangreichen Bücherei sowie das hsliche Verzeichnis der Hss 
des Markusklosters in Jerusalem, mir zur Verfügung stellte, bedeutet noch den 
weitaus geringsten Teil seines Verdienstes um das Buch. Mit bewunderungswerter 
Selbstlosigkeit hat er vielmehr vor allem die gesamte Last der Kon-ektur mit- 
getragen, von sich aus zahlreiche Ergänzungen und Verbesserungen beigesteuert 
und noch zahlreichere an ihn gerichtete Anfragen nicht nur mit Hilfe der Bres- 
lauer Universitätsbibliothek, sondern oft genug sogar auf Grund von Literatur, die 
er selbst wieder aus Berlin beziehen mußte, immer gleich freundKch beantwortet. 
GelegentUche Ergänzungen bot mir nach Lesvmg der KoiTekturbogen auch Herr 
Professor D. HLietzmann an. Die Benutzung des hslichen Verzeichnisses der Hss 
von Der Za'faräu hat mir Herr Professor Dr. HGoussen ermögHcht. Die Ver- 
wertung einer Reihe teilweise höchst bedeutsamer Hss und Hss-Bruchstücke, 
welche sie mir zur Untersuchung unterbreitet hatte, gestattete auch für dieses 
Buch die Firma KWHiersemann in Leipzig. Einzelne Auskünfte verdanke ich 
der Güte meiner verehrten Freunde der Herren Professoren Dr. EKrebs und 
Dr. JSauer in Freiburg i. B. und P. Dr. CMohlberg OSE. in Maria Laach sowie 
der Herren Professoren Dr. AAUgeier in Freibirrg i. B. und Geh. Rat Dr. CBrockel- 
mann in Halle. Oberbibliothekar Dr. GLeidinger in München und PP. Dr. 
OCasel und LKrahmer OSB. in Maria-Laach und P. AManser OSB. in Beuron. 
Die Verwertung des letzten Faszikels der Ag der Seerter Chronik durch 
den seligen AScher hat mii- zunächst durch Angaben aus demselben, später 
durch Übersendung des ihm zugänglichen Exemplars der dortigen Universitäts- 
bibliothek S. Gnaden Herr Prälat Professor Dr. JPKirsch in Pribourg möglich 
gemacht, die Benützung der „Bibliotheca Hagiographica Orientalis'' durch zeit- 
weilige Überlassung des Exemplares der Klosterbibüothek in Maria Laach als 
deren Hüter P. LKrahmer erleichtert. Auch aus dem bisher feindlichen Auslande 
haben nach Friedensschluß die Herren Abbe J-BChabot, indem er mir die Ein- 
sichtnahme der Ausliängebogen von OSCO. Ser. IH 15 gestattete, und Professor 
FNau durch Auskünfte und durch das Geschenk der von ihm während des 
Kjieges gemachten Publikationen mich zu aufrichtigstem Dank verbunden. 



VIII Vorwort. 

Das Register ist bis auf die abschließende Redaktion und Niederschrift die 
Arbeit eines lieben jungen Freundes und Schülers meiner letzten Sasbacher Klasse, 
des derzeitigen Untersekundaners Peter Steinbach, während mein im zehnten Lebens- 
jahre stehender ältester Junge Theodor mir mit hingebender Geduld bei der be- 
sonders schwierigen Kollationierung von Manuskript und Korrekturbogen für das 
gesamte Ziffernmaterial der Akk behilflich war. 

Über jedes Wort des Lobes und Dankes erhaben ist schließlich die Opfer- 
freiidigkeit, mit welcher im Interesse der Sache der Verlag sich auch mit den 
weitestgehenden Korrekturen stehenden Satzes abfand, und unvergeßlich wird mir 
bleiben, was mir in den Jahren der Arbeit leiblich und seelisch der Klosterfriede der 
wunderbaren Benediktinerabtei Maria Laach bot, in den mich kurz nach dem Be- 
ginne derselben S. Gnaden der hochwürdigste Herr Abt Dr. HdHerwegen erstmals 
einlud. Je nach einem weiteren Jahre habe ich dort von der aufreibenden Stoff- 
sammlimg gerastet, das Manuskript zum Abschlüsse gebracht und an den letzten 
Fahnen des Druckes korrigiert, stets aus der Benützung der Klosterbibliothek 
reichen Nutzen gezogen und aus See- und Waldluft und den Kraftquellen der 
Liturgie Stärke zum Weiterleben und Weiterarbeiten geschöpft. Nicht zuletzt 
jener alljährlichen Verjüngung am Ufer des blauen Eifelsees ist es zuzuschreiben, 
falls es mir gelungen sein sollte, trotz der Ungunst der Zeit ein Buch zu schaffen, 
das in späterer Auflage vielleicht, durch geschicktere und unter günstigeren 
äußeren Umständen arbeitende Hand weiter ausgebaut, zu d e r Syrischen Literatur- 
geschichte schlechthin in demjenigen Sinne sich entwickeln könnte, in welchem 
uns KKrumbacher die Byzantinische Literaturgeschichte geschenkt hat. 

Wird alsdann auf dem Titelblatte der Name des ursprünglichen Verfassers 
noch nicht erloschen sein, wenn sein Leib längst in Staub zerfallen ist, so möge 
seiner Seele von denjenigen Benutzern, welche mit ihm der Glaube an die Mög- 
lichkeit einer jenseitigen Läuterung und die Kraft fürbittenden Gebetes vereinigt, 
das Dankesalmosen eines Vaterunsers zuteil werden. 

Sasbach (Amt Achern) am Tage des Benediktusschülers Placidus den 
5. Oktober 1921. 

Anton Baumstark. 



Dem 

Andenken meines Schwagers 

JOSEPH TRÖNDLE 



geb. 12. 5. 1897, gefallen nach beinahe 4'/j jährigem Kriegs- 
dienste 3. 3. 1919 bei Mnrayewow im Baltenlande, nachdem 
er, ungebrochen im Zusammenbruche des Vaterlandes, dem- 
selben sich neuerdings zu freiwilligem Kampfe gegen den 
russischen Bolschewismus zur Verfügung gestellt hatte. 



Inhalt. 



Einleitung. 

Seite 

§ 1. Hilfsmittel, Quellen und Bearbeitungen 1 



A. Die Literatur der Torislaniischeu Zeit. 

I. Die Literatur bis zum Zeitalter der cbristologischen Kämpfe .... 9 
§ 2. Jüdische und pagane Vorstufe, g 3. Gnostische Literatur. § 4. Die 
Entwicklung der Kirchenbibel. § 5. Älteste groUkirchliche Originalliteratnr. 
g 6;8. Aphjrem. § 9. Literatur des Sassanidenreiches im 5. Jh. § 10. Vor- 
dringen syrischen Schrifttums nach Westen. § 11. Edessenische Literatur 
von Äp(h)rem bis Eabbüla. § 12. Patristische und rechtliche Übersetzangs- 
literatur. g 13. Asketische Übersetzungsliteratur. § 14. Übersetzungen von 
Martyrien; Originallegende; die Edessenische Chronik. 

11. Die Literatur der nestorianischen Bewegung 100 

S 15. Die edessenische Perserschule. § 16. Einbürgerung des Xestorianismns 
im Sassanidenreiche. § 17. Die Schule von Nisibis. § 18. Mär(j) Ab(h)ä I. 
und sein Kreis. § 19. Nestorianisches Schrifttum im Kreise des Sassaniden- 
hofes. § 20. Die Henänä-Bewegnng. § 21. Älteste nestorianische Mönchs- 
literatur. § 22. Geschichtschreibung; Bäb(h)ai d. Gr. 

lll. Die Literatur der monophysitischen Bewegung 139 

§ 23. Älteste monophysitische Prosa. § 24. Altmonophysitische Dichtung. 
§ 25. Theologische Übersetznngsliteratur des 6. Jhs. § 26. Pantheistische 
Spekulation ; profane Übersetzungsliterattir. § 27. Die Literatur der jako- 
bitiischen Restanration. g 28. Geschichtschreibung. § 29. Das beginnende 7. Jh. 



B. Die Literatnr der islamischen Zeit. 

I. Die nestorianische Literatur bis zur Jahrtansendwende 194 

§ 30. Die Übergangszeit ; Isö' jahb(h) IlL und die Redaktion der nestorianischen 
Liturgie. § 31. Vorwiegend erbauliche Mönchsliteratur des 7. und beginnenden 
8. Jhs. § 32. Gelehrte Theolügenliteratur der zweiten Hälfte des 7. Jhs. 
§ 33. Das 8. Jh. § 34. Timotheos 1. und sein Kreis, g 35. Häretische Strömung 
in der asketischen Literatur. § 36. Profanliteratur des 9. Jhs. g 37. Theo- 
logische Literatnr des 9. Jhs. g 38. Das 10. Jh. 



XII Inhalt. 

Seite 

II. Die jakobitische Literatur bis zur Jahrtaasendwende 242 

§ 39. Das Zeitalter der arabischen Eroberung. S 40. Ja'qöb(h) v Edessa. 
§ 41. Der Kreis Ja'qöb(h)s. § 42. Anonyme ÜbersetzangHliteratur. S '^3. Der 
weitere Verlauf des 8. ,]hs. g 44. Dionysios v Teilmahre nnd sein Kreis. 
§ 45. Der Niedergang des jakobitischen Schrifttums. 

III. Die nestorianische und jakobitische Literatur des zweiten Jahr- 
tausends 285 

§ 46. Nestorianer des 11. und 12. Jhs. § 47. Anfänge einer jakobitischen 
Eenaissanceliteratnr. {; 48. Dionysios b Salib(h)i und der vorläutige Höhepunkt 
der jakobitischen Renaissance, g 49. Nachblüte vorwiegend nestorianischer 
Dichtung im 13. Jh. § 50. Nestorianische Prosa des 13. Jhs; Severus b .Sakko. 
§ 51. Bar 'Eb(h)räjä. § 52. Nestorianer des ausgehenden 13. und des 14. Jhs. 
§ 53. Ausgang der jakobitischen Literatur. § 54. Ausgang der nestorianischen 
Literatur. 

IV. Literarisches Leben bei Melchiten nnd Maroniten 335 

§ 55. Melchiten. § 56. Maroniten. 

Nachträge und Berichtigungen 344 

Register 360 



Abkürzungen. 



1. Handschriftenbezeiclinungen : 

Ambr = Cod. Auibrosianus. — Brl = Hs der (Kgl.) Bibliothek in Berlin. 
— BrM = Hs des British Museum. — Cmbr = Hs der rniversitätsbibliothek 
in Cambridge. — DamErzb = Hs der uniert-sj-rischen erzbischöflichen Residenz 
in Damaskus. — DamPfk = Hs der jakobitiscben Pfan-kirche in Damaskus. -— 
Dijarb =- Hs der chaldäischen erzbischöfhchen Residenz in Dijarbekr. — Ind(ia) 
Off(ice) = Hs des India Office in London. — JerMkl = Hs des jakobitiscben 
Markusklosters in Jerusalem. — JerPatr = Hs des griechischen Patriarchats in 
Jerusalem. — Lieid = Hs der UmversitätsbibUotbek in Leiden. — Mard = Hs 
der chaldäischen erzbischöfhchen Residenz in Mardin. — Mos ^= Hs des chaldäi- 
schen Patriarchats in Mosul. — K-Dsem = Hs des chaldäischen Klosters Notre- 
Dame des Semences. — PalMedOr = Cod. Palatinus Mediceus OrientaUs in 
Florenz. — Pr = Hs der Bibliotheque Nationale in Paris. — Seert ^= Hs der 
chaldäischen erzbischöfhchen Residenz in Seert. — Sin = Hs des Katharinen- 
klosters auf dem Sinai. — ürm = Hs der Museum Association des amerikani- 
schen Missionskollegs in Urmia. — VtAr = Cod. Vaticanus Arabicus. — VtB 
= Cod. Vaticanus Borgianus (ehemals des Museo Borgiano der Propaganda). — 
VtS ^= Cod. Vaticanus Syriacus. 

Die weiteren Abkürzungen in der Bezeichnung einzelner Teilbestände sind 
diejenigen der betreffenden Kataloge. 

2. Liiteratarangaben: 

AB = Änalecta Bollandiana. — Abb. Bayr. AW = Abhandlungen den 
Bayrischen AkacTemie der Wissenschaften. — 'Ai = Schriftstellerkatalog des 
'Abfh)dis6' b Berik(h)ä fvg. S. 325 Ak. 2). — AJSL = American Journal of 
Semitic Languages. — AJT = American Journal of Theology. — 'Am = 'Amr ihn 
Mattä in der Ag: HGismondi, Maris, Amri et Shbae de patriarchis Nestorianorum 
commentaria (R 1896 9). — AMS = PBedjan, Acta Martyrum et Sanctorum 
(Pr 1890 7). — iPdeLagarde.) AsS = Änalecta Syriaca (Lo 1»55). — (JBPitra,) 
AnSacr = Änalecta Sacra Spicilegio Solesmensi parata (4. Pr 1883). — (JPNLand.) 
AnecdS = Anecdota Syriaca (Leyden 1862 75). — Assemani, Act. Mart^ = 
StEAssemani. Acta sanctorum martyrum orientaUum et occidentaliuni (R1748). 

BB = Bar Bahlül in der 4g: RDuval. Lexicon. Svr. auctore Hassan Bar 
Bahlul (Pr 18861903 ). — BbZ = Biblische Zeitschrift. — B'E = Bar 'Eb(h)räjri. 
— B'EKg = Kirchengeschichte B'Es in der Ag: JBAbbeloos-Th JLamy, 



XIV Abkürzungen. 

Chronicon ecclesiasticum (Löwen 1872/7). — B'EWg = Weltgeschichte desselhen 
in der Ag: P.JBruns-GGKirsch, Bar Hebraei Chronicon syriacum (Lpz 
1781). — BhKg = Kirchengeschichte des Barhad(hjbesabbä aus Bet(h) 'Arbäje 
in der Ag: FNau , PO 9, 498 500. 503/631. — BhSchulgr = Schrift des Barhad(h)- 
besabbä von Halwän über die Schulgriindungen in der Ag: AS eh er, PO 4, 
H14'97. — BKv = Bibliothek der Kirchenväter. — BO = JSAssemani, 
Bibliotheca Orientalis Clementino Vaticana (R 1719/28). — BrCh = Breviariura 
Chaldaicum (Pr 1886/7). — Bull. Grit. = Bulletin Critique. — BZ = Byzan- 
tinische Zeitschrift. 

ChrAn = Chronicon Anonymum des 13. .Jhs (vg. S. 302 unter § 48 e). — 
ChrE(d) = Chronicon Edessenum (vg. S. 99 f. unter § 14 g). — ChrM = Chronica 
Älinora (CSCO Ser. III 4). — ChrS = Arabische Chronik von Seert in der 
Ag: AS eher, PO 4, 215 312. 5, 217/344. 7, 95 203. 13, 437 639. — CodL = 
JAlAssemani, Codex litnrgicus eccl. univ. in XV libros distributus (R 1749/66). 

— (GBickell.) Consp. = Conspectus rei Syrorum Literariae (Münst. W 1871), 
auch mit dem bloßen Namen des Verfassers zitiert. — CSCO = Corpus Scrip- 
torum Christianorum OrientaUum. Scriptores Syri. 

Denkschn- AAVW ^= Denkschriften der (Kaiserl.) Akademie der "Wissen- 
schaften zu Wien. 

EbS = Chronographie des Elija b Sinäjä in der Ag: EW Brooks, CSCO 
Ser. m 7/8. 

Fihr = Kitab al-Fihrist in der Ag: GFlügel (Lpz 1871 f.) — (Tb Zahn.) 
Forsch. = Forschungen zur Geschichte des neutestamentlichen Kanons und der 
altkirchlichen Literatur. 

(OBardenhewer.) Gesch = Geschichte der altchristlichen Literatur (FrbgB 
1902 ff.) — Götting. Gel. Anz. = Göttingische Gelehrte Anzeigen. — GSAI = 
Giomale della Societk Asiatica Italiana. 

Hebr = Hebraica. — Hist. dyn. = Historia djmastiarum (arabisches Ge- 
schichtswerk B^s (vg. 319 Ak. 1)). — HorSem = Horae Semiticae. 

(ESachau.) In(ed)S = Inedita Syriaca (Wien 1870). 

JA = Journal Asiatique. — JAOS = Journal of the American Oriental 
Society. — Jbb. f. Protest. Theol. = Jahrbücher für Protestantische Theologie. 

— JBL = Journal of biblical Literature and Exegesis. — JSL = Journal of 
semitic languages. — JSL (mit Serienzahlbezeichnung !) = Journal of sacred 
Literature. — JTSt = Journal of theological Studies. 

KdP = Ket(h)äb(b)önä d(b)ep(h)artüt(h)e (Urmia 1898). 

LiC = ,.Liber castitatis"' des Iso'denah von Bäsrä (vg. S. 234 Ak. 3). — 
Lit. = „Literatura-' beiENestle, Syrische Grammatik - (Brl 1888). — LTh = 
GCardahi, Liber thesauri de arte poetica Syrorum necnon de eorum poetarum 
Vitis et carminibus (R 1875). 

31 = Geschichtswerk Michaels I. in der Ag: J-BChabot, Chronique de 
Älichel le Syrien, Patr. Jacob. d'Antiocbe (Pr 190010). — MbS = Mar(i) ihn 
Sulaimän in der Ag : H G i s m o n d i , Maris, Aniri et Slibae de patriarchis Nesto- 
rianorum comraentaria (R 1896 9). — MCh = Missale chaldaicum iuxta ritum 
ecclesiae nationis Maronitarum (R 1592). — (PZingerle, bzw.: GMoesinger.) 
MonS = Monumenta Syriaca ex Romanis codicibus collecta (Innsbr 1869/78). — 
MS = Missale Syriacum iuxta ritum ecclesiae Antiochenae Syrorum (R 1843). 

WGWG = Nachrichten der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. 
Phil.-histor. Klasse. — NKZ ^ Neue kirchliche Zeitschrift 

OC = Oriens Christianus. (Römische) Halbjahrshefte für die Kunde des 
christlichen Orients. — OpG — SPatris nostri Ephraemi Syri op. omnia, quae 



Abkürzungeu. XV 

exstant graece, latine, syriace in sex tomos distributa usw. 1/3. Graece et latine 
(R 1732/46). — OpS = Dass. 4/6. Syriace et latine (R 1737/43). 

PAOS := Proceedings of the American Oriental Society. — (OB ar den- 
ke wer.) Patr.* = Patrologie^ (FrbgB 1910). — PG = Migne, Patrologia Graeca. — 
PL = Migne. Patrologia Latina. — PO ^Patrologia Orientalis. — (RDuval,) 
Prooem. = Prooemium der Duval'sclien BB-Ag. — PS = Patrologia Syriaca. — 
PSBA = Proceedings of the Society of Biblical Archaeology. — Ps-D. = Ge- 
schichtskompilation des Ps.-Dionysios v Teilmahre (vg. S 274 in § 43 i). — Ps-Z. 
= Kirchengeschichte des Ps.-Zacharias v Mytilene (vg. S. 184 Ak. 2). 

Q = Ihn al-Qifti in der Agg: JLippert (Lpz. 1903). 

RAL = Rendiconti della Reale Academia dei Lincei). — RB = Revue 
Biblique Internationale. — Ren — ERenaudot, Liturgiarum orientalium collectio 
(Neudruck: Frankf a M 1847). — RePTK = Realencyclopädie für protestantische 
Theologie und Kirche. — RHE = Revue d'histoire ecclesiastique. — RhM == 
Rheinisches Museum für Philologie. — RHR = Revue d'histoire des religions. — 
ROC = Revue de l'Orient Chretien. — RQs = Römische Quartalschrift für 
christliche Alterthumskunde und für Kirchengeschichte. — RS = Revue Semitique. 

— RStO = Rivista degli studi orientali. 

SbAWW = Sitzungsberichte der (Kaiserl.) Akademie der Wissenschaften 
zu Wien. — SbPAW = Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissen- 
schaften in Berlin. — (WCureton.) SpS = Spicilegium Syriacum (Lo 1855). — 
(J B P i t r a ,) SpicSol = Spicilegium Solesmense complectens SSPatrum scriptorum- 
(jue ecclesiasticorum anecdota hactenus opera (Pr 1852/8). — (Mansi,) SS. Conc. 
Coli. = Sanctorum Conciliorum amplissima Collectio. — (J E R a h m a n i ,) StS == 
Studia Syriaca seu collectio documentorum hactenus ineditorum (Sarp(h)ä 1904/9). 

— StSin = Studia Sinaitica (Cmbr 1894 ff.). — SynOr = J-BChabot, Syno- 
dicon Orientale ou recueil des Synodes Nestoriens publie, traduit et annote (Pr 1902. 
Notices et extraits de la bibl. nat. et d'autres bibl. 37). 

TaSt = Texts and Studies, contributions to biblical and patristic literature. 
Ed. by JArmitage Robinson (Cmbr 1891 ff.). — Theol. Litzt. = Theologische 
Literaturzeitung. — ThM = Mönchsgeschichte des Thomas von Margä (vg. S. 233 f. 
unter § 37 b). — TPQs = Theologisch praktische Quartalschrift. — TQs = 
(Tübinger) Theologische Quartalschrift. — Trans, of the R. Ir. Acad. = Trans- 
actions of the Royal Lrish Academy. — TuU = Texte und Untersuchungen zur 
Geschichte der altchristlichen Literatur. 

l^s = Ihn Abi Usaibi'a in der Ag: A Müll er (Kairo-Königsberg 1884). 

WZKM = Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlands. 

ZA = Zeitschrift für Assyriologie. — ZAtW = Zeitschrift für die alt- 
testamentliche Wissenschaft. — ZDMG = Zeitschrift der deutschen Morgen- 
ländischen Gesellschaft. — ZKT = Zeitschrift für katholische Theologie. — 
ZNtW = Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde des 
Urchristentums. — ZWT = Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie. 

Ohne Titelangabe angeführte Autorennamen gehen auf die betreffenden 
Chrestomathien (vg. S. 5 Ak. 2), bzw. bei Duval und Wright auf deren Dar- 
stellungen der syrischen Literaturgeschichte (vg. S. 6 Akk. 10 und 12) bei 
AdHarnack auf die: Geschichte der altchristl. Literatur (vg. S. 8 Ak. 2). 

3. Drnckorte: 

Brl = Berlin. — Cmbr = Cambridge. — Frbg B = Freiburg i. Breisgau. 

— Innsbr = Innsbruck. — Kpel = Konstantinopel. — Lo = London. — Lpz 
Leipzig. — Münch = München. — Münst i W = Münster in Westfalen. — 



XVI Abkürzungen. 

Ox = Oxford. — Pr = Paris. — R = Rom. — Straßb = Straßburg. — Yen 
■= Venedig. — Würzb = Würzburg. 

4. Biblische Biiclier werden mit den in der BbZ üblichen Siglen bezeichnet. 

5. Andere Abliürzungen: 

Abs = Abschrift. — Ag = Ausgabe. — Ak = Anmerkung. — AT = 
Altes Testament (ATlich = alttestamentlich). — Az = Auszug. — B = Bischof, 
bzw. ^ Buch. — b = bar („Sohn"). — Bd = Band. — Bs = Beschreibung. 

— Ders. = Derselbe. — Diss = Dissertation. — H =^ Hegra. — Hs = Hand- 
schrift (hslich = handschriftlich). — J = Jahr. — Jh ^ Jahrhundert. — K = 
Katholikos (Haupt der nestorianischen Kirche), bzw. in Transskription sjTischer 
Titel = Ket(h)kb(h)ä („Buch"). — Kars = Karsüni (arabisch in syrischer Schrift). 

— Kat = Katalog. — Kg = Kirchengeschichte. — ]H ^ Metropolit. — Nr ^ 
Nummer. — NT = Neues Testament (NTlich = neutestamentlich). — P ^= 
Patriarch. — Pr = Priester. — Str = Strophe. — tjbs = ITbersetzung. — t = 
von (in Heimatsangaben, die einen Eigennamen ergänzen). 



Einleitung. 



Der Name des Syrischen bezeichnet den ostaramäischen Dialekt des nörd- 
lichen Mesopotamiens und des benachbarten linken Tigrisufers, der vermöge der 
allgemeinen kiicliUchen Entwicklung einerseits die führende Sprache der gesamten 
ostwärts über die römische Eeichsgrenze hinausgreifenden christHchen Mission 
geworden ist, andererseits zum sprachhchen Ausdruck christhchen Geisteslebens 
auch nach "Westen hin ursprüngHch griechisches Sprachgebiet sich eroberte. 

Durch diese Sprachform unterscheidet sich die im engeren "Wortsinne sjTische 
Literatur von dem in westaramäischer Mundart erwachsenen sog. christlich-palästinen- 
sischen, schon durch ihren christlichen Charakter von allem gleichfalls ostaramäischen 
jüdischen Schrifttum. Ihre eigene Entwicklung findet spätestens um die Wende 
vom 17. zum 18. Jh ihre untere Zeitgrenze, während gleichzeitig die ersten An- 
fänge einer Literarischen Verwendung aus der alten Schriftsprache hervorgegangener 
neusyrischer Volksdialekte sich geltend machte. Die maßgeblichen "Wendepunkte 
jener Entwicklung werden durch den Ausbruch des großen christologischen 
Glaubenskampfes und durch die mohammedanische Erobei-ung Vorderasiens be- 
zeichnet. Das Ergebnis der kirchlichen "Wirren des 5. Jhs war die dauernde 
Spaltung des literarischen Lebens in einen nestorianischen imd einen monophysi- 
tischen Hauptstrom, die erst in einer Ai"t von Renaissanceliteratur des zweiten 
Jahrtausends sich wieder zu einem engeren Ineinandergreifen zusammenfanden, 
während die ursprünghch monotheletischen Maroniten des Libanongebietes und 
die auf dem Boden der byzantinischen Orthodoxie stehenden Melchiten überhaupt 
nur einen sehr bescheidenen AnteU an der literarischen Gesamtproduktion ge- 
nommen haben. Die politische Katastrophe des 7. Jhs führte, was literarisch 
noch von größerer unmittelbarer Bedeutung war, naturgemäß dazu, daß das Syrische 
als lebendes Idiom der in Betracht kommenden christhchen Bevölkerungen in zu- 
nehmendem Umfange durch das Arabische ersetzt wurde, die angestammte kirch- 
liche Volksliteratur sich zu einer gelehrten Kirchenliteratur in toter Sprache 
wandelte. 

§ 1. Nur ein beschränkter, wenn auch verhältnismäßig nicht unbeträcht- 
licher Bruchteil des im Laufe der Zeit in syrischer Sprache erwachsenen 
Baomstark, Geschichte der syrischen Literatur. 1 



2 Einleitung. § 1 a] 

literarischen Gutes hat sich hslich erhalten, und das Erhaltene selbst ist heute 
noch weit davon entfernt, vollständig in Ä g g oder U b s s zugänglich gemacht zu 
sein. Immerhin ist diese Erschließung wohl bereits für alle diejenigen sjrischen 
Texte erfolgt, die neben einer Keihe von arabischen im engeren Sinne als 
Quellen der syrischen Literaturgeschichte hauptsächlich in Frage kommen. 
Für den in bescheidenerem Rahmen schon mehrfach gemachten Versuch einer 
Bearbeitung des Gegenstandes scheint damit der Augenblick gegeben zu sein, 
in welchem sich seine Erneuerung auf breiterer Grundlage empfehlen dürfte. 

a) Für die hsliche Vberllefernng smscher Literatur *) hat die BibUothek 
des syrisch- jakobitischen Muttergottesklosters in der nitrischen oder Skete -Wüste 
(Deir es-Surjän) eine einzigartige Bedeutung gewonnen. Von ihren Schätzen, die 
ihren wertvollsten Zuwachs im J 932 um 350 durch den Abt Mose v Xisibis im 
mesopotamischen Osten erworbene Xrn erfuhren, ist nicht Weniges im 18. Jh in 
die Vatikanische Bibliothek, der weitaus größere Rest im 19. in das British 
Museum gelangt. Die älteren syrischen Bestände der ersteren {= VtS) , die 
daneben in der Hauptsache je eine aus Aleppo und Dijarbekr stammende und 
die Sammlungen der Maroniten Abraham Echellensis, Andreas Scandar, JS und 
StEAssemani umfassen, -) sind in neuerer Zeit um denjenigen des ehemaUgen 
Museo ßorgiano der Propaganda (= VtB) vermehrt werden. ') Das British Museum 
(= BrM) hat gleichfalls einen Grundstock syrischer Hss schon vor Erwerbung 
der nitrischen besessen und seit derselben seinen Besitzstand noch immer ver- 
mehrt.*) Was naturgemäß die Bibliothek des Skete-Klosters fast ausschließlich 
enthielt und was dementsprechend im BrM stark vorwiegt, ist vorephesinische 
und jakobitische Literatur. Ahnlichen Charakter tragen die Bestände der Bodleiana 
zu Oxford (= Ox)^) und, mit einem beachtenswerten Einschlag maronitischer Utur- 
gischer Hss. diejenigen der Bibiiotheque Nationale zu Paris (= Pr).*) Eine gleich- 
mäßigere Vertretung jakobitischen und nestorianischen Schrifttums zeichnet, wie 
namentlich seit Aufnahme des Borgiano-Fonds den vatikanischen, dank der syste- 
matischen Erwerbungstätigkeit ESachaus denjenigen der ehemals Kgl. Bibliothek 
in Berlin (= Brl) aus,") während die UniversitätsbibUothek zu Cambridge (= Cmbr) 

') ABaumstark. Vom Bibliotheks- n. Buchwesen d. christl. Syrier, Wissenschaftl. Beilage 
znr Germania 1909, 297,301. ') StE und JSAssemani, Bibliotheeae apostolicae vat. codd. 

mss. catalogns in tres partes distributns. Partis I tom. II n. III (R 17589). AMai, Script, 
yet. nov. coUectio 5 (R 1831). l*/82*(Codd. chaldaici sive syriaci vaticani Assemaniani). Vg. HHy- 
vernat, Concordance des cotes des anciens fonds et dn fonds actnel syriaqnes de la Vaticane. 
Annales dn St. Louis des Fran^ais 7, 73 89. Ders., Tatican syr. Mss. new pressmarks, The cathol. 
Univ. Bulletin 9, 94,104. ') A Seh er, Notice sur les mss. syr. du Mnsee Borgia, JA" 13, 

249/87. Unvollständig aber eingehender: PCersoy, Les mss. orientaux de Msgr. David au Mnsee 
Borgia de Rome, ZA 9, 361/84. 

*) VRosen-JForshall, Catalogns codd. mss. or. qui in Mnseo Britannico asservantur. Pars I 
codd. syriacos et carshnnicos amplectens (Lo 1838). WWright, Catalogne of the syr. mss. in 
the Brit. Mus. acquired sinee the year 1838 (Lo 1870('2). GMargoliouth, Descriptive list of 
syriac and karshunic mss. in the Brit. Mus. acq. since 1873 (Lo 1899). 

*) RPayne-Smith, Catalogi codd. mss. bibliotheeae Bodleianae pars VI codd. syriacos, 
carshnnicos, mandaeos complectens (Ox 1864). *) HZotenberg. Mannscrits orientans. Catalogne 
des mss. syriaqnes et sabeens (mandaites) de la bibl. nat. i.Pr 1874). J-BChabot. Xotices snr 
les mss. syriaqnes de la bibl. nat. acquis depuis 1874, JA' 8, 234/90. FXau, Xotices des mss. 
syriaqnes ethiopiens et mandeens eutres ä la bibl. nat. de Paris depuis l'edition des catalognes, 
ROC 16. 271,323. ') ESachan, Die Handschriftenverzeichnisse der Kgl. Bibl. zu Berlin, 
XXIII. Band. VerzeichniO d. syr. Hss. (Brl 1899). 



[§lab Hsliche Überlieferung. Editionstätigkeit. 3 

vor allem, wenugleicli keineswegs ausschließlich, für das nestorianische in Betracht 
kommt. ') Eine kleinere Sammlung syrischer Hss besaß in Europa frühzeitig auch 
die Laurenziana in Florenz ; -) einzelne, aber zum Teile besonders wertvolle sind 
im Besitze öffentUcher Bibliotheken in Leyden *) und Petersburg, ■*) Mailand, 
Dublin, Lyon, Göttingen, München und Straßburg. Unter den Sammlungen 
Privater dürfte diejenige von JRHarris die erste Stelle einnehmen. Über die 
in neuerer Zeit auch in Amerika gemachten Erwerbungen ist bisher nur verein- 
zelte Kunde in eine weitere Öffentlichkeit gedrungen. Dagegen wurde eine Reihe 
orientaUscher Bibhotheksbestände näher bekannt. Um jakobitisches Schrifttum 
handelt es sich dabei an denjenigen des Markusklosters in Jerusalem {= JerMkl),-') 
der uniert syrischen erzbischöflichen Residenz und der jakobitischen Pfarrkirche 
in Damaskus (= DamErzb. bzw. Pfk) *) und mit einem Einschlage melchitischer 
Hss bei demjenigen des Katharinenklosters auf dem Sinai (= Sin), ') mindestens 
vorwiegend um nestorianisches an denjenigen des griechischen Patriarchats in 
Jerusalem (= Je rPatr),") der durch A Scher beschriebenen „chaldäischen" Samm- 
lungen des Patriarchats in Mosul (= Mos),"*) der erzbischöflichen Residenzen von 
Seert,'") Dijarbekr (= DijarbV^) Mardin (= Mard)^-) und des Klosters Notre-Dame 
des semencesf=N-Dsem),^*) sowie der amerikanischen Mission in Urmia (=Urm).'*) 
Dagegen hegen über wertvolle Sammlungen an denjenigen der uniert - syrischen 
Patriarchatsresidenz (bzw. des Priesterseminars) in Sarfah und der jakobitischen 
Gemeinde inEdessa erst ungenügende, '°) über solche wie diejenige des jakobitischen 
Patriarchats in Der Zäfarän und des nestorianischen noch keine Nachrichten vor.^") 
b) Eine Editionstätigkeit systematischer Richtung hat nachdem die ältesten 
syrischen Drucke allerdings schon im 16. Jh erschienen waren, für die erhaltenen Denk- 
mäler syrischer Literatur wesentlich erst seit der Mitte des 19. eingesetzt. W Cure- 
ton,i') PdeLagarde,") JPNLand.i») PZingerle bzw. GMoesinger,^'') 

') WWright-StACook, A catalogue of the syriac mss. preserved in the library of 
the University of Cambridge (Cmbr 1901). 

^) StEAssemani, Bibl. Mediceae Lanrentianae et Palatinae codd. mss. oriental. catalogns 
(Florenz 1742). ') JPNLand, Anecdota Syriaca 1, ljl2. *) Catalogue des manuscrits et 

xylographes orientaux de la bibl. imperiale publ. de St Petersbourg (Petersburg 1852). 

')ABaumstark, D. liturg. Hss. d. jakobit. Markusklosters in Jerusalem OC^ 1, 108/15. 
286/.H14. Ders. in Verbindung mitGGraf u. AdRücker, D. literar. Hss. d. jakobit. Markus- 
klosters in Jerusalem, ebenda 2, 120/.36. 317/33. 3, 128/34. 311/27. 

') ABanmstark, Syr. u. syro-arab. Hss. in Damaskus, OC 5, 321/31. ■) A Smith- 
Lewis, Catalogue of the syr. mss. in the convent of S. Catherine on mount Sinai (Studia, 
Sinaitica. 1. Lo 1894). ») J-BChabot, JA» 3, 92/132 bzw. A' Koi.<vki!l ,,i, KaraXoyoi avivTirixög 
tüv iv t/J ßi/3liod/'jy.ri lov lettoS xoii'ov rov 77. Tä(fov dTToxetiiiiiov avotaxcäi' ysiooyodifujv (Brl 1898), 
größtenteils bloße Übs der vorgenannten Arbeit. ") Revue des Bibliotheques. Octobre-Decembre 1907. 

"•) Catalogue des mss. syr. et arabes conserves dans la bibl. cpiscopale de Seert. (Mosul 1905). 
") JA'" 10, 331/62. 385/431. "') Revue des Bibliotheques 1908. 1/36. '') JA'» 7, 479/512. 

'*) OSaran-WAShedd, Catalogue of syriac mss. in the library of the Museum asso- 
ciation of Oroomiah College (Urmia 1898). "*) Bezüglich der ersteren vg. LDelaporte, Nouv. 
Archives des Missiuns Scientitiques et litteraires 17, 2.5/41, bezüglich der letzteren E Sachau, 
Mittheilungen d. Seminars für Oriental. Sprachen zu Berlin 3, 43/6. ""J Über die Bibliothek des 
ersteren sind solche von HGoussen zu erwarten. Im übrigen vg. FE aase, Christi, oriental. 
Handschriftenkataloge, in: Ehrengabe deutscher Wissenschaft, dargeboten v. kathol. Gelehrten, 
hgeg. V. Feßler (FrbgB 1920) 559/68. 

") Spicilegium Syriacum, containing remains of Bardesan, Meliton, Ambrose and Mara bar 
Serapion, now first ed. with an engl, transl. and notes (Lo 1855) (= SpS). • ' 

'*) Analecta Syriaca (Lo 18.55) (= AnS'. "») Anecdota Syr. coli, et expl. 1/4 (Leyden 1862/75) 
(= AnecdS). ") Monnmenta Syr. ex Romanis codd. coUeeta. 1/2 (Innsbr 1869/78) (= MonS). 



4 Einleitung. §11'] 

ESachau') und P Martin") haben wertvolle Stücke verschiedener Art in Sammel- 
ausgaben vereinigt vorgelegt, denen sicli neuerdings eine ähnliche Publikation des ge- 
lehrten Patriarchen IgnEllaiimani anreiht.^) Auch zwei grundsätzlich nicht auf 
syrische Texte beschränkte Veröffenthchungsserien der Damen ASmith T^ewis 
und MDGibson*) bewegen sich in verwandten Bahnen. Eine sich an das Vorbild 
der Migne'schen Patrologia Graeca und Latina anlehnende Leistung ganzer Arbeit 
hatte RGraffin zunächst ausschließlich für das Gebiet des Syrischen ins Auge 
gefaßt,'') um später in Verbindung mit FNau (und zeitweilig dem Prinzen Max 
V. Sachsen) unter Preisgabe strenger Geschlossenheit und planmäßigen Vorgehens 
das Unternehmen auf das gesamte christlich-orientalische Schrifttum (bisher mit 
tatsächlichem Ausschluß des georgischen) auszudehnen. "i Im Rahmen eines gleich- 
zeitig von J-BChabot in Verbindung mit IgnGuidi. JForget, HHyvernat, 
BCarradeVaux ins Leben gerufeneu fällt demgegenüber der syrischen wie 
anderen Literaturen des christlichen Orients eine selbständige Teilserie zu.') Nur 
auf dem Sondergebiete der Liturgie war dem allem gegenüber Wertvolles schon 
weit früher geboten worden. Eine von JAlAssemani begonnene umfassende 
Publikation altkirchlicher Liturgiedenkmäler **) ist besonders reich an syrischen 
Texten, während ERenaudot speziell die ihm erreichbaren eucharistischen 
Liturgieformulare des syrischen Sprachgebietes wenigstens in Übs vorlegte.*) Für 
den Originaltext der letzteren haben vor allem zwei zeitlich um annähernd drei 
Jhh auseinanderliegende unierte Agg eines syrischen Meßbuches Bedeutung.*") 
Von den verschiedenen Agg syrischer B r e v i e r e verdient besonders diejenige des 
sog. „chaldäischen" als eine reiche Fundstätte von Denkmälern liturgischen Schrift- 
tums der Nestorianer schon wegen einer verhältnismäßig leichteren Erhältüchkeit 
Hervorhebung. ■'^l PBedjan, dessen "Werk die Bearbeitung desselben gewesen 
ist, hat eine Sammelausgabe sn'ischer hagiographischer Texte geliefert.**) Je eine 
französische und eine deutsche Zeitschrift zur Pflege christlich - orientalischer 
Studien hat sich um die Veröffentlichung auch syrischer Literaturwerke verdient 
gemacht.*') Von Chrestomathien gewinnt besonders eine durch die angli- 
kanische Mission in Urmia herausgegebene **) durch Proben noch nicht vollständig 
veröffentlichter Literaturdenkmäler eine mehr als gewöhnliche Bedeutung. Noch 



') Inedita Syriaca. Eine Sammlung syr. Übss. v. Schriften grieeh. Profanliteratnr. Mit einem 
Anhang (Wien 1870) (= InS). ') Bei J-BPitra, Aiialecta Sacra Spicilegio Solesmensi parata 

{= AnSacr) 4. (Pr ISS'ri). *) Studia syriaca seu coUectio docnment. hactenns inedit. Es codd. 
syr. primo publ. lat. vertit notisqne illustravit 1/4 (Sarp(hiS 1904/9) i= StS). 

*) Studia Sinaitica 1/12 (Cmbr seit 1894) (= StSin) und Horae Semiticae 1/11 (Cmbr seit 1903) 
(= HorSem). ^) Patiologia Syriaca. complectens op. omn. SS. Patr., doct., scriptor. catholicornm 
quibns accednnt alior. acathol. anctorum scripta, quae ad res ecclesiasticas pertinent, quotquot 
syr. supersunt, sec. codd. praesert. Loud., Paris, Vat. Pars I. 1/2. (Pr 1S94/19071 (= PSl 

*) Patrologia Orientalis (Pr seit 1903) (= PO). ') Corpus Scriptorum christianornm orien- 
talium. Scriptores Syri. (Pr seit 1903) (= CSCO). ^) Codex liturgicus eccl. univ. in XV libros 
dlstributus (R 1749/G6. Anastat. Neudr. Pr-Lpz 1902) (= CodL\ 

") Lilurgiarum orientalium coUectio (Pr,1716. Neudruck: Frankf a M 1847) 2 (= Ken). '") Mis- 
sale chaldaicuni iuxta rit. eccl. nationis Maronitarnm (R lö92) (= MCh) und Missale Syriacum 
jaxta rit. eccl. Antiochen. Syrorum (R 1843) (= MS). Über weitere Drucke des ersteren 
FEBrightman, Liturgies Eastern and Western 1 (Os 1896) LVII. 

") Breviarium Chaldaicnm. 1/3 (Pr 1886/7) (= BrCh). Vg. RDuval, Rev. de l'bi.n. des 
reüuions 9. 81/7. '^) Acta Martyrnm et Sanctorum. 1/7 (Pr 1890/7) (= AMS). Dazu vg. AB 10, 
478 f. 12, 77/9. 13, 298 f. 14, 207 f. 16, 183,5. 

'■■') Revue de TOrient Chretieu. (Pr seit 1896) (= ROC). Oriens Christianus. (Römische) 
Halbjahrshefte f. d. Kunde d. christl. Orients (R-Lpz 1/8'. 1901/8. « Lpz seit 1911) (=00). 

>♦) Kßt(h)äb(h)5nä d(h)i-p(h)artüt(h)ö. (Urmia 1898) (= KdP). 



[gl cd Editionstätigkeit. Syrische Quellen. 5 

■wertvoller ist für das spezielle Gebiet der Poesie das in einem arabischen Buche 
des Maroniten GCardahi über die Dichtkunst der Syrer') gebotene syrische 
Textematerial.-) 

c) Unter den Quellen der syrischen Literaturgeschichte steht obenan als 
eine in ihrer Art vöUig vereinzelte Erscheinung eine dem beginnenden 14. Jh ent- 
stammende versifizierte Literaturübersicht des Xestorianers 'Abi h) diso' b Berik(h)ä 
(='Aii.*) Für das naturgemäß in ihr vorwiegend berücksichtigte nestorianische 
Schrifttum kommen an weiteren Denkmälern sjTischer Sprache die unschätzbare 
Urkundensammlung des sog. Synodicon Orientale d. h. der Konzilsakten der 
persischen Reichs-, bzw. der nestorianischen Kirche vom 4. bis 8. Jh (= SynOr ),*) 
von der "Wende des 6. zum 7. Jh die Kirchengeschichte und die Schrift über 
Schulgründungen anscheinend zweier Autoren des Namens B a r h a d (h) b e s a b b ä 
(BhKg bzw. Schulgr).*) aus dem 9. die beiden mönchsgeschichtüchen Werke des 
Thomas vMargä (ThMl und Isö'denahvBäsrä („Liber castitatis" =LC) ') 
aus dem 10. das Lexikon des Bar Bahlul (= BB) ') und aus dem 11. das 
chronographische Werk des Elija b Sinäjä (Eb8)*) in Betracht. Ent- 
sprechende Bedeutung bezüglich der Geschichte des jakobitischen Schrifttums be- 
sitzen vor allem aus dem 12. Jh das Geschichtswerk des Patriarchen Michael d. 
Gr. (^ M).^) aus dem 13. die Welt- und die Kirchengeschichte Bar'Eb(h)räj äs 
(= B'EWg bzw. Kg).-"") Doch finden sich einzelne literaturgeschichtlich be- 
merkenswerte Xachrichten, wie sonst an verschiedensten Stellen verstreut, so auch 
in einer Reihe durchweg bruchstückweise ei-haltener kleinerer Geschichtswerke 
älterer Zeit (..Chronica minora" = ChrM)") und in der syrischen Bearbeitung der 
Kirchengeschichte des Zacharias v Mytilene (^ Ps.-Z).'-) Besonderen Wert 
hat endlich auch in dieser Richtung eine in der Mitte zwischen beiden Parteien 
stehende Quelle an der sog. Edessenischen Chronik (= ChrE). '*) 

d) Die Reihe arabischer Texte, die neben syrischen selbst als wichtigere 
Quellen der syrischen Literaturgeschichte in Betracht kommen, eröffnet die bald 
nach 1036 entstandene nestorianische Welt- und Kirchengeschichte der sog. 
,. Chronik von Seert" (== ChrS'.'*) Benützt ist dieselbe in der nächstdem hier zu 



') Lib. thesanri de arte poetica Syror. uecnon de eorum poetaram vitis et carminibus 
(R 1875) (= LThl. 

*) An weiteren Chrestomathien besitzen vermöge einzelner der in ihnen gebotenen Texte 
eine über die unmittelbare eines Lehr- und Lernmittels hinausgehende Bedeutung JDMiehaelis, 
Syr. Chrestomathie 1 Teil i Göttingen 1768). GKirsch-GHBernstein. Chrestoraathia Syriaca 
(Hof 1789. 'Lpz 1832,6). GKnös, Chrestom. Syr. maxim. partem e codd. manu scrr. coUecta 
(Güttingen 1807). AeRoediger, Chrestomathia syriaca quam glossario et tabulis grammaticis 
explanavit (Halle 1838. '1868. »1892). FUhlemann, Grammatik, d. Syr. Sprache usw. (Brl 1857): 
Syr. Chrestomathie nebst Wörterbuch. JBWenig, Scholia Syriaca. 1. Chrestom. Syr. cum appa- 
ratu grammatico (Innsbr 1866). PZingerle, Chrestomathia Syr. (R 1871). ENestle, Brev. 
ling^. syr. gramm. usw. (Karlsruhe-Lpz 1881): Chrestomathia. Syr. Grammatik'^ (Brl 1888): Chresto- 
mathie. HGismondi, Ling. Syr. gramm. et chrestom. cum glossario (Beirut 1890. *1900. R '1910. 
M913): Chrestomathia. CBrockelmann, Syr. Grammatik (Brl 1899. «1905. n912): Chrestomathie. 
Ich zitiere, soweit keinerlei Verwechselung zu befürchten ist, mit dem bloßen Automamen. 

») § 52e. ♦) § 9c. 33h. ») § 22e. ») § 37b bzw. c. 'O § 38i. *) § 46c. ») § 48b. Von 
geringerer Bedeutung ist auch unter diesem speziellen Gesichtspunkte ein wenig jüngeres ano- 
nymes Geschichtswerk (= ChrAn): § 48e. ">) § öle. ") CSCO Ser. III. 4. Von besonderer 
Bedeutung sind hier die Bruchstücke einer nestorianischen Chronik aus der Zeit der mohamme- 
danischen Eroberung (g32dl und des Geschichtswerkes des großen Jakobiten Ja'q6b(h) v Edessa 
(§ 40f.). Dazu dasjenige des Ps.-Dionysios v TellmahrG (= Ps.-D): § 43 i. ") § 28e. '») § 15g. 
'*) Ag (mit Obs): ASclier (in Verbindung mit mehreren Orientalisten), PO 4, 21Ö/312. 5, 217/344. 
7, 95/203. 13, 437/639. Über die Entstehungszeit, vg. CFSeybold, ZDMG 66, 742 f. 



6 Einleitung. § Ide] 

nennenden kirchengeschichtlichen Partie des dem 12. Jh entstammenden, ,.Turm- 
biiches" (K al-mig(Ial) des Muri ibn Sulaimän f= M1)S), eines Gesamtsystems 
gleichfalls der nestorianisclien Theologie, neben das dann wieder seine im 14. Jh 
unternommene Neubearbeitung durch 'Amr ibn Mattä aus Tirliiin (= 'Am) in 
ihrer ur.sj)riinglichen und in der liezeusion eines 9elib(h)ü ibn Jü ha nnä tritt. ^) 
Von moiiophysitischer Seite kommt die unter der Bezeit^hnung „Historia dj-nastia- 
rum" bekannte arabische Weltgeschichte Bar 'Eb(h)r;ijäs (= Hüyn). _von kop- 
tischer ein auch einzelne syrische Schriftsteller bzw. die arabischen I'bss ihres 
Nachlasses berücksichtigende Übersicht über den Bestand des christlich-arabischen 
Schrifttums in Betracht, die der Pr Sams ar-Ri'äsa Abii-l-Barakät ibn 
al Kibr (f 1363) seinem ,.B der Lampe der Finsternis" einfügte.^) Geringere 
Bedeutung eignet hier dem sogar schon ums J 942 abgefaßten Geschichtswerke 
(K al-'Unwän) des melchitischen Bs Agapios oder Mahbüb ibn Qustantin von 
Membig (Hierapolis). *) Nur gelegentlich gewinnen auch für die syrische Literatur- 
geschichte drei für die Geschichte des profanwissenschaftlichen arabischen Schrift- 
tums unschätzbare Quellen., eine Bedeutung: der Ivitäb al-Fihrist des Ibn an- 
Nadim (= Fihr),*) die ,.Ärzte"-Geschichte des Ibn Abi üsaibi'a (:=ü.si*) 
und das Gelehrtenlexikon des Ibn al-Qifti {= Q).*) 

e) Zu den bisherigen Bearbeitungen der sj-rischen Literaturgeschichte hin- 
über führt das trotz nicht weniger Mißgriffe im einzelnen einen unvergleichlichen 
Wert behauptende Standwerk seiner ..Bibliotheca Orientalis" (= BO), in dem der 
Maronite JS Assemani schon im frühen 18. Jh auf Grund der hslichen Schätze 
der Yatikana unter Mitteilung umfangreicher Texte imd Textazz ausführlichst 
über die (nach seiner Meinung) orthodoxen, die monophysitischen und nestoriani- 
schen Schriftsteller syrischer Zunge und deren Werke gehandelt hat.') Einen 
Nachfolger hat derselbe erst nach anderthalb Jhh an GBickell in einem 
sachlich geordneten ÜberbUck gefunden, dessen gediegene Gelehrsamkeit mit seiner 
anspruchslosen Gedrängtheit auf gleicher Höhe steht.*) Den ersten Versuch einer 
zusammenfassenden geschichtlichen Behandlung der syrischen Literatur hat alsdann 
WWright in einem Artikel der Encyclopaecha Britannica gemacht,") der nach 
dem Tode des Verfassers eine um gelegentliche Zusätze vermehrte Buchausgabe^") 
und auf Grund dieser ..eine noch weitere Vervollständigungen und Verbesserungen 
aufweisende russische Übs erfahren hat.-^') Mit der seinigen teilt die Bearbeitung 
des Gegenstandes durch RDuvaP*) den Vorzug einer grundsätzhchen Dokumen- 



') Ag (mit Übs): HGismondi, Maris, Amri et Slibae de patriarchis Xestorianomm com- 
mentaria (E 1896/9). -) Ag (mit Übs): WRiedel, NGWG 1902, 635/706. ») Agg: LCheikho, 
CSCO Script. Arab. Ser. III 5, mit Übs (noch unvollständige): AYasiliev. PO 5, 559/891. 
7, 457/591. 8, 397/550. 

*) Ag: GFlügel, K. al-F. Mit Anmkk. hgeg. Besorgt von J Eödiger u. A Müller (Lpz 
18711). ') Ag: AMüller, I. Abi U. hgeg. (Kairo-Königsberg 1884). ») Ag: JLippert, 

1. al-Q.s TaWiat-Hukama". Auf Grund d. Vorarbeiten Aug. Müllers hgeg. (Lpz 1903). 

') Bibliotheca Orientalis Clementino-Taticana. 1. De Scriptoribus Syris Orthodosis (R 1719). 

2. De Scr. Syr. Monophysitis (E 1721). 3. I. De Scr. Syr. Nestorianis (R 1725). II. De Syr. Nesto- 
rianis (R 1728). Einen deutschen Az lieferte AFPfeiffer, Joseph Simonius Assemanns oriental. 
Bibliothek od. Nachrichten von syr. Schriftstellern. In einen Auszug gebracht. 1/2. (Erlangen 17761.) 

*) Conspectus rei Syrer. Literariae, add. notis bibliographicis et escerptis anecdotis (Münst 
W. 1871) (=Bickell). ») Band 22, 824/56 (vom J 1887). »») A short history of Syriac litera- 
ture (Lo 1894) (=Wright, Eist. bzw. wo keine Verwechselung mit dem Kataloge des BrM zu 
befürchten ist, ohne diesen Zusatz). 

") KATuraieffa-KKokowzoff, Kurzer Abriß d. Gesch. d. syr. Literatur. Übs aus 
d. Engl. (Petersburg 1902). Vg. IgnGuidi, OC 2, 467 f. '*) Ancieunes litteratur^ chretiennes. 
II. La litterature syriaque (Pr 1899. =1901. »1907) (= Duval). 



[§ le Arabische Quellen. Bearbeitungen. 7 

tierung, während Dai-stellungen von VRyssel, i) ThNöldeke, ') CBrockel- 
niann,') OLeary (de Lacy),*) J-BChabot^) und ÄBauuistark,") sich 
an weitere Kreise wendend, einer solchen entbehren. "Wertvoll ist auch nach der 
literaturgeschichtlichen Seite eine zusammenfassende Würdigung des syrischen 
Kirchentums durch E Nestle,') der früher ein bis zum J 1887 reichendes aus- 
gezeichnetes bibliographisches Hilfsmittel geschaffen hatte,*) das weiterhin an der 
Hand periodischer Erscheinungen einschlägiger Art zu ergänzen ist.") Wertvolle 
Einzelbeiträge zur syrischen Literaturgeschichte haben J-BChabot^") und 
AScher^^) erltracht. Über den bemerkenswerten Inhalt einer Gruppe ihm zur 
Prüfung vorgelegter Hss hat GDiettrich berichtet.^-) ..Der Einfluß der syiischen 
Literatur auf das Abendland" wurde durch Vßyssel erörtert.^^) Umfangreiche 
und gehaltvolle Einleitungen gehen den Ubss syrischer Texte in beiden Auflagen 
der Kemptener ..Bibliothek der Kirchenväter (= BKv)" voran.^*) Von den Be- 
handlungen, welche das vorephesinische syrische Schrifttum naturgemäß auch im 
Eahmen patristischer Gesamtdarstellungen gefunden hat, sei vor allem diejenige 
OBardenhe wers '*) hervorgehoben, der in seinem gi'ößeren diesbezüglichen 
Werke ^'^) einen eignen Band für die „altsyrische Literatur" vorgesehen hat, ..so- 
weit sie anders den Namen einer kirchlichen Literatur- beanspruchen kann". Auch 
bei JFessler-BJungmann^') wii'd über die älteren (orthodoxen) syrischen 



') D. Anteü d. Syrer an d. Weltliteratur. Das freie Wort 3, 70/178. 

*) Die aramäische Literatur. A. Syrische Literatur, bei: PHinneberg, D. Kultur d. 
Gegenwart. Ihre Entwicklung u. ihre Ziele. TeU L AbteUung VII: D. oriental. Literaturen 
(Brl-Lpz 1906) 103/21. 

') Die syr. u. d. christl.arab. Litteratur, bei: CBrockelmann-FNFinck- JLeipoldt- 
ELittmann, Gesch. d. christl. Litteratnren d. Orients (D. Litterataren d. Ostens in Einzel- 
darstellungen. 7. II, Lpz 1907. n919) 1/74. 

*) The Syriac church and fathers, a brief review of the subject (Lo 1901). ^) Les langues 
et les litteratures arameennes (Pr 1910j. Vg. Ders., Syriac Language and Literature, in: The 
Catholic Encyclopaedia 14, 408/13. *) D. christl. Literaturen d. Orients (Sammlung Göschen. 
Nr. 527 f., Lpz 1911) 1, 39/106. '^ Syr. Kirche, EePTK' 19 (Lpz 1907) 295/306. 

') Litteratura Syriaca (66 S), in: Syr. Grammatik mit Litteratur, Chrestomathie u. Glossar 
(Porta Lingnarum Orientalinm. 5)^ (Brl 1888) (=Lit.). Auf eine Auswahl des Wichtigen beschränkt 
sich unter Fortführung bis auf die Gegenwart die entsprechende Übersicht nunmehr iu der Neu- 
bearbeitung von CBrockelmann, Syr. Grammatik mit Paradigmen, Literatur, Chrestomathie 
u. Glossar.' (Brl 1912} 124/48. 

') Zu nennen sind außer der Orientalischen BibUographie besonders der Literaturbericht 
des OC und die ganz vorzüglichen Bollettini der römischen RStO. Auch in den bibliographischen 
Nachrichten der BZ findet die Erforschung der syrischen Literatur und ihrer Geschichte gute 
Berücksichtigung. Zu verweisen ist endlich auf die Bibliographie der Kev. d'hist. ecclesiastique 
der katholischen Universität zu Löwen. 

">) L'ecole de Nisibe son histoire et ses Statuts, JA' 8, 43,93. ") Eclaircissements snr quel- 
ques points de la litterature syriaqne, JA'" 8, 259/86. Etüde supplementaire sur les ecrivains 
Syriens orientaux, EOC 11, 1/32. '2) NGWG 1909, 160/280. 

") Theolog. Ztschr. ans d. Schweiz 13, 43/66. "jFrReithmayr-VThalhofer, Bibliothek 
d. Kirchenväter. Auswahl d. vorzüglichsten patrist. Werke in deutscher Übs. (Kempten 1869,88). 
Neue Bearbeitung, hgeg. von OBardenhewer(-ThSchermann)-KWey man(- JZellinger) 
(Kempteu-München seit 1911). — Ungleich weniger günstig ist über die kurzen biographischen 
Notizen des LTh und KdP zu urteilen. Insbesondere die in dem ersteren von Cardahi durch- 
gängig mit vollster Bestimmtheit gebotenen Todesdaten dürften vielfach auf bloßer willkürlicher 
Schätzung beruhen. '5) Patrologie' (FrbgB 1910) 332 43 (= Patr). '») Geschichte d. altkirchl. 
Literatur (FrbgB seit 1902) (= Gesch). "j Institutiones Patrologiae 2i (^Inusbr 1892) 10/52, 

2 II (Innsbr 1896) 611/54, ans der Feder von AdHebbelynck. 



8 Einleitang. § le} 

Schriftsteller ziemlich ausführlich orientiert. Einen mit l^bs-Proben ausgestatteten 
I'herblick über die „schöne" Literatur der Syrer bietet ABaumgartner in 
seinem Monumental werke. *j Für die ältesten auch sj-rischen Literaturdenkmäler 
kommt endlich dasjenige von AdHarnack -) über Bestand und Chronologie der 
altchristlichen Literatur bis auf Eusebios, für das syrische Schrifttum des Sassa- 
nidenreiches kommen zwei Bearbeitungen der persischen Kirchengeschichte durch 
JLabourt') und K L ü b e c k *) in Betracht. 



') Gesch. der Weltliteratur 1' * i FrbgB 1901) 179/226. «) Geschichte d. altchristl. Literatur 
bis Engebias. 1. D. Überlieferang u. d. Bestand, bearbeitet unter Mitwirkung von EPrenschen 
(Lpz 1893). 2. D. Chronologie (Lpz 1897/1904). ') Le Christianisme dans l'Empire Perse sons 
la dynastie Sassanide (224—632) (Pr 1904). *) D. altpersische Missionskirche (Aachen 1919. Ab- 
handlungen aus Missionskunde n. Missionsgeschichte. 15. Heft), gleich dem Werke Hamacks und 
dem Buche Labourts im folgenden mit dem bloßen Verfassemamen zitiert. 



A. Die Literatur der vorislamischen Zeit. 

Die syrische Literatur des vorislamisclien Zeitraumes umfaßt einerseits das 
vor der konfessionellen Spaltung des syrischen Großchristentums erwachsene, 
andererseits das Schrifttum der nestorianischen und der mouophysitischen Be- 
wegung bzw. der beiden aus den dogmatischen Kämpfen des 5. und 6. Jhs her- 
vorgegangenen nationalen Sonderkirchen, deren Konsolidierung gleichmäßig kurz 
vor der arabischen Eroberung Vorderasiens einen abschließenden Wendepunkt er- 
reichte. Auf nestorianischer Seite ist, was in diesem Sinne in Betracht kommt 
die doppelte Überwindung einer inneren durch Gefährdung des entscheidenden 
Bekenntnisstandes bedingten und der äußeren Krisis einer durch die sassanidische 
Staatsgewalt erzwungenen längeren Nichtbesetzung des höchsten kirchlichen Amtes; 
auf der monophysitischen ist es die Vollendung der maßgeblichen hierarchischen 
Organisation auch auf dem Boden des Sassanidenreiches. Zur Literatur des noch 
ungeteilten syrischen Großchristentums stellt sich ergänzend was an Erzeugnissen 
erst des Zeitalters der konfessionellen Spaltung selbst nicht nur etwa auch im 
orthodoxen Lager enstanden ist, sondern überhaupt noch übereinstimmend An- 
sehen bei Nestorianeni und Monophysiten der Folgezeit zu gewinnen vermochte. 



I. Die Literatur bis zum Zeitalter der cliristologisclieii 

Kämpfe. 

Die Wiege einer christlich-ostaramäischen Literatur hat auf beiden Ufern 
des Tigris in den Landschaften der Osrhoene und Adiabene gestanden. In den 
ein vielumstrittenes Vorgelände römischer Weltmacht bildenden Randstaaten dieses 
Gebietes hatte, den Siedlungshnien der jüdischen Diaspora folgend, die christliche 
Missionspredigt ebenso frühe als bedeutsame Erfolge zu verzeichnen. In der 
Adiabene, deren Herrscherhaus in den letzten Jahrzehnten vor der Zerstörung 
Jerusalems sich zum Judentum bekannt hatte, besaß der neue Glaube schon um 
123 seine Bischöfe und Blutzeugen. In der Osrhoene ist an König Ab(h)gar IX. 
b Ma'nii (179 216) wohl bald nacli 202 der erste Träger einer Krone auch zu 
ihm übergetreten, und seitdem blieb Edessa eines der maßgeblichsten Zentren 
christlichen Hterarischen Lebens in ostaramäischer Sprache. Von hier aus hat 



10 Die Literatur bis zum Zeitalter der cliristologischen Kämpfe. § 2ab] 

dieses Leben nicht nur nach benachbarten anderen Zentren wie Nisibis und Mab- 
boglh)-Hicraj)olis übergegriffen, sondern westwärts bis hart unter, ja bis hinter 
die Mauern der hellenistischen Metropole Antiocheia vorgestoßen. Wohl eher von 
der Adiabene aus vollzog sich eine christliche Durchdringung auch des Groß- 
reiches der parthischen Arsakiden bzw. seit 224 der neupersischen Sassaniden, 
dank deren in den ersten Jahrzehnten des 5. Jhs das zusammenhängende Gebiet 
christlich-syrischer Kultur sich vom unmittelbaren Hinterlande der Mittelmeer- 
küste bis in die alte Persis und an die Grenzen Indiens erstreckte. 

§ 2. Auf dem Mutterbodeu des christlich-syrischen ist diesem zweifellos ein 
jüdisches wie ein p a g a n e s Schrifttum in bodenständiger Mundart schon vor- 
angegangen. NamentUch die Bedeutung des letzteren wird man nicht unterschätzen 
dürfen, und wenigstens einige dürftige Splitter haben sich von ihm auch über 
kurze Grabinschriften hinaus erhalten. Dies gilt zunächst von einer der offenbar 
recht zahlreichen ausführlichen Urkunden, die in Edessa ein wohlgeordnetes 
künigUches Archiv vereinigte. Daneben tritt als ein zweiter Text von sicherer 
Echtheit der Brief eines Märä b Serapion an seinen Sohn, während die Glaub- 
würdigkeit der Überlieferung von Bruckstücken eines heidnischen Propheten 
Bäb(h)ä nicht unerheblichen Bedenken unterliegt. Dagegen scheint auch der 
syrische Text des Ahiqär-Romanes, wenngleich in überarbeiteter Gestalt ein 
echtes Denkmal noch vorchristlicher Literatur darzustellen, dessen Spruch- und 
Gleichnisweisheit in ihr keine vereinzelte Erscheinung gewesen sein dürfte. 

a) Von Archivallen, welche der um die Mitte des 6. Jhs entstandenen sog. 
Edessenischen Chronik (§ 14 g) zugrunde liegen, hat dort in seinem vollen Wort- 
laute ein Bericht Aufnahme gefunden, den über eine Hochwasserkatastrophe des 
11. 201 imd die anschließenden Verordnungen König Ab(h)gai's die Sekretäre 
Marjahb b Semes und Qäjümä b Maggartat abgefaßt hatten. Daß daiün als von 
den reißenden Fluten des Daisän beschädigt auch _ das Gotteshaus der Christen 
von Edessa erwähnt wird, hat den noch vor dem Übertritt Ab(h)gars selbst ent- 
standenen Text dem späteren Chronisten wertvoll gemacht. LiteraturgeschichtUch 
ist er als das älteste datierte und umfangreichere Sj^rachdenkmal des nordmesopo- 
tanischen Ostaramäisch, das sich erhalten hat. von einzigartiger Bedeutung.^) 

h) Mära b Serapiou, anscheinend aus Samosata stammend, lebte irgendwo 
in römischer Gefangenschaft und war zu dem Schreiben an seinen von ihm ge- 
trennten Sohn Serapion durch einen Bericht veranlaßt, den dessen Erzieher ihm 
über seine Fortschritte in den Wissenschaften erstattet hatten. Die zeitgeschicht- 
lichen Anspielungen des Briefes reichen leider nicht hin, um eine einwandfreie 
Datierung desselben zu ermöglichen. Der Verfasser steht seiner Weltanschauung 
nach auf dem Boden stoischer Populärphilosophie. Daß er neben Sokrates und 
Pythagoras auch den von seinem Volke gemordeten ,.weisen König" der Juden 
anführt, hat seine väterlichen Mahnworte christlicher Hand der Erhaltung w^ert 
erscheinen lassen.^) 



') Sonderag: Wenig 74/6. ') Hs: BrM 987(Addl4658. 7. Jh)22». Ag: WCuretou, SpS 
438. Vg. ERenan, JA*19,328f. E Ewald, Gott. Gel. Anz. 1856. 661. Bickell 17. ThNül- 
deke, ZDMG39, 334. AdHarnack, 1, 763. 2i, 701. FSchultheß, ZUMG 51, 36591 (mit 
Übs u. wertvollen Vorschlägen znr Textverbesserungl. Die Zeitstellung anlangend ist eine Ver- 



[§ 2cd Archivalien. Miira b Serapion. Bäb(h)ii. Ahiqär-Roman. 11 

c) Bäb(h)a aus Harran ') wird als literarisch tätiger ,.Propliet" vorchrist- 
licher Zeit vou einem anonymen christlichen Bestreiter des späteren dortigen 
Heidentums angeführt, wobei ein ,. Offenbarung" betiteltes ,.ei'stes B"' seines Nach- 
lasses ausdrücklich namhaft gemacht wird.-) Allein die Zitate desselben, welche 
hier mitgeteilt werden, unterliegen mindestens dem dringenden Verdacht einer 
christhchen Interpolation, wenn es sich nicht, wie bei einer angeblichen Weis- 
sagung Zoroasters über Christus,^) geradezu um eine Fälschung handelt. Die sich 
bis gegen die Jahrtausendwende fortsetzende literarische Betätigung von An- 
hängern des heidnischen Götterglaubens von Harrän, der sog. Ssabier, insbesondere 
ihre mit derjenigen der christlichen Syrer wetteifernde Arbeit an der Vermittlung 
zwischen antiker und islamischer Kultur, mag hier, weil nicht mehr eine Vorstufe 
der christlich-syrischen bildend, gleich der rehgiösen Literatur der Mandäer außer 
Beti'acht bleiben. 

d) Aliiqär ■*) ist der Held einer ursprünglich aramäisch oder assyrisch abgefaßten 
romanhaften Einzahlung wohl des 7. vorchristlichen Jhs, mit dessen orientalischer 
Lebensweisheit angeblich schon Theophrastos '*) oder sogar Demokritos ") auch die 
griechische AVeit bekannt gemacht hätte, während auf jüdischem Boden das B Tobias 
mit ihm Bekanntschaft zeigt,') im römischen Gallien auf einem Mosaik zu Trier 
ein reicher Syrer ,.iIounus" (^ Ma'nü) ihn als Genossen der Muse Polyhymnia 
darstellen Heß*) und in der Welt vorislamischer arabischer Dichtung der Christ 
'Adi ihn Zaid ihn beiläufig erwähnt.") Von jener Erzählung steht den Bruch- 
stücken einer noch schlichteren altaramäischen ilezension, die unter den Papyri der 
jüdischen Kolonie von Elephantine zutage traten,^") eine weitergebildete syrische 
Gestalt gegenüber, in der eine sekundäre christliche Bearbeitung unverkennbare 
Spuren ursprünglich heidnischer Abfassung hat stehen lassen.*^) Selbst in einer 



knüpfiing mit dem von Flavins Josephns, Jüd. Krieg VII, 7 § 1/3 erzählten römischen Vorgehen 
gegen Samosata (Ewald) ebensowenig überzeugend, als der Verweis auf eine angeblich zitierte 
Stelle der Oracula Sibyllina oder gar die Gleichsetzung des Verfassers mit dem gleichnamigen 
B von Antiocheia (190/211) (Cureton). 

') IgnERahmani, StSl,70f. ") Hs in der Kirche des Dorfes Mad(h)iad(h) im Tür 'Ab(h)diu 
bzw. Abs derselben (J 1901) in Sarfah. Ag der B.-Zitate a. a. 0. 48/50 (47/50). 

') Hs: Mard 69 (J 1887) 8". Es handelt sich wohl um diejenige, welche von Isö'däd(h) v 
Merw, Jlt-Kommentar 32 f. (19) an in exegetischer Literatur zu Mt 2, 1/13 eine Rolle spielt. 

*) Zusammenfassende Ag bzw. Übs der Texte: FCConjbeare-JRHarris- ASmith Lewis, 
The Story of Ahikar . . . (Cmbr 1898. *1913). Im allgemeinen vg. PMarc, D. Achikarsage. 
Ein Versuch zur Gruppierung der Quellen (Brl 1902). RSmend, Beihefte zur ZAtW 13,53/125. 
ESchürer, Gesch. d. jüd. Volkes im Zeitalt. J. Christi 3' (Lpz 1909) 247/58. FNau, Histoire 
et sagesse d'A. 1' Assyrien (Pr 1909). ThNöldeke, Untersuchungen zum Acliiqarruman (Brl 1913. 
Abhandl. d. Gott. Ges. d. Wiss. Phil.-hist. Kl. 14 iv). Br Meissner, D. Märchen vom weisen 
Achiqar (Lpz 1917. D. alte Orient 16ii). OStählin bei (W Christ-)WSchmid, Griech. Litte- 
raturgesch. 2» (Münch 1920) 558 f. 

*J Nach Diogenes Laertios V 50. «) Nach Klemens Ales. Stromat. I G9. In der Tat be- 
gegnen auf arabischem Boden späterhin A.-Sprüche unter dem Namen des D. Vg. Smend a. a. ü. 
67/75. ') 1, 21f. 2, 10. 11, 18. Vg. PVetter, D. B. T. u. d. Archikarsa_ge. TQs 86, 321/64. 
512/39. ») Antike Denkm. hgeg. vom Kaiserl. Deutschen Archäol. Institut. 1. Taf. 47/9. Vg. 
Nöldeke a.a.O. 24f. ») Bulituri, Hamasa 129, 4. Gawäliqi, Mu'arrab 54. Lisän al-'arab 5, 335. 

'") Agg: E Sachau, Aram. Papyrus u. Ostraka ans einer jüd. Militärkolonie zu Elephantine 
(Lpz 1911) 147/82. AUngnad, Aram Papyrus ;ius Elephantine (Lpz 1911) 62/82. Vg. E Meyer, 
D. Papyrusfund v. Elephantine (Lpz 1912) 102/28. Nöldeke 4/19. FNau, RB'' 9, 68/79. 
FSturamer, D. krit. Wert d. altaram. Achikartexte aus Elephantine (Würzburger Diss. 
Münster i. W. 1914. Alttestamentl. Abhandl. hgeg. von JNikel 5v). 

") So sehr entschieden Nöldeke 5 f. Vorwiegend pllegt wohl allerdings vielmehr jüdischer 



12 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § 3 a] 

Mehrzahl mehr oder weniger stark von einander abweichender Textformen greifbar 
werdend,') liegt sie unmittelbar einer ebensowenig einheitlichen arabischen ^j und 
einer armenischen^) Überlieferung und durch Vermittlung der ersteren in einer 
äthiopischen,*) durch Vermittlung einer noch nicht als erhalten nachgewiesenen grie- 
chischen in einer slavischen Übs zugrunde,*) auf die weiterhin eine rumänische *) 
zurückzugehen scheint.") Mit den im Munde A.s auftretenden mögen „Gleichnisse 
der Aramäer" d. h. heidnischer Syrer sich berührt haben, von denen eine Sammlung 
durch die lexikographische Gelehrsamkeit des 9. und 10. Jhs ausgebeutet wurde.*) 

§ 3. Auf christhcher Seite hat das Syrische zunächst im Dienste g n o s t i - 
sehen oder doch der Gnosis nahestehenden Denkens eine höhere literarische Be- 
deutung gewonnen. Als eine Erscheinimg von überragender Bedeutung steht hier 
schon an der Grenze des 2. und 3. Jhs die Gestalt Bardais :ins. Aus seiner 
Schule soll einerseits gleich einer einzigen für sie schlechthin gesicherten Prosa- 
schrift dialogischer Form auch der große Missionsroman der Thomasakten her- 
vorgegangen sein. Andererseits scheint sich mit ihrem literarischen Schaffen in 
wesentlichen Charakterzügen noch im 4. Jh dasjenige des Sektierers 'Üd(h)ä 
Ijerührt zu haben. Nicht als ein auf sie zurückgehendes Original, sondern gleich 
demjenigen seiner angeblichen „Psalmen" als eine Übs aus dem Griechischen 
hat dagegen der syrische Text der „Oden Salomos" zu gelten. 

a) Bardaisan,*) geb. 11. 7. 154'") zu oder in der Nähe von Edessa als Sohn 



Ursprung der A.-Geschichte oder doch der Vorlage ihrer syrischen Textgestalt angenommen zn 
werden. In diesem Sinne besonders JH ale vy. ES 1912. 153/64. ChS chm i tt, Pastor Bonns 26, 83 90. 

') Hss: CmbrAdd 2020 (J 1697) 5«. Urm 115 (J 1868,9). 230 (J 1894). N-Dsem 100 (J 1883). 
Solche im Privatbesitze von Harris, RGraffin (J 1908 nach Vorlage in Alqos) und HPognon, der 
Sprüche mit kurzer erzählender Einleitung: Brl 165 (Sach 162). von Bruchstücken: BrMOr 2313 
(16/7. Jh). 7200 Rieh. (12/3. Jh). Urm 117 (J 1887 nach Vorlage des 11. Jhs?i, eines teUweise aus dem 
Arabischen rückiibersetzten Textes: Brl 134 i,Sach .S36. J 18831. Agg des Textes der Hs Harris: 
The story of A. 1/32 der Texte, des einen Londoner Bruchstücks ebenda 33/36. des ersten Berliner 
und der Texte der Hss Graffin und Pognon: FNau, ROC 21, 148,60. 274,307. 356.400 bzw. 
Docnments relatifs ä Achikar ed. et trad. (Pr 1920), der Sprüche nach der zweiten Berliner Hs: 
SGrünberg, D. weisen Sprüche d. Achikar . . . hgeg. u. bearb. (Diss. Gießen 1917). Übs: FNau, 
Histoire et sagesse d'A. l'Assyrien, der Sprüche (nach der Hs Harris und der ersten Berliner): 
Nöldeke 34/51. Über den zweiten Berliner Text: ebenda 51,'4, über den ersten: FXan, EOG 
19, 209 14. -) Über die verschiedenen Texte am besten: Nöldeke 55/59. Ag: The story usw. 
(mit eigener Paginierung). Übs: ebenda 87/118. *130/61. 

») Ag: Conybeare, The story 125,62. »191,234. Übs 24/53. '2485. *) The story 85L 
•=28f. ») Übs: The story 1/23. Vg. Jagic, BZ 1, 107. WLüdtke. ZAtW 31, 218f. Der letztere 
auch über eine georgische Version. *) Übs: MGaster, JRAS 1900, 302/9. Dazu nun auch noch 
eine alttürkische Übs: The story' 86 98. 

') Eingedrungen ist der A.-Stoff endlich auch in den griechischen Aisoposroman, in dessen 
Rahmen er wieder in drei verschiedenen Rezensionen vorliegt. Agg: AEberhard, Fabulae 
Romanenses Graece (Lpz 1872) (Kapp. 23 32) bzw. The story* 162,'70. einer zweiten: A West er- 
mann, Vita Aesopi (Braunschweig 1845) (Kap. 19f.), einer dritten ans einem Papyrns Goleni- 
scev: HWeil, Eev. de philol. 9, 19/24. Vg. Krumbacher, Gesch. d. byz. Liter.' (Münch 1847) 
897 f. AHausrath in Pauly- Wissowa 6, 1711 f. Ders., A. und .\esop. D. Verhältnis d. 
oriental. zur griecli. Fabeldichtung (Heidelberg 1918). *) BB. »> S. Julius Africanus : Vet. mathe- 
mat. op. (Pr 1693) .300. Philosophumena VII 31. Porphyrios, //«^i ^-rox^s «.«ci'xwjIV 17. Eusebios 



[§ "j 1 Ähiqär-Roman. BarJaisän. 13 

eiues aus Ärbela stammenden Ehepaares Nühämä und Nahsiram, ■{- 222, lebte am 
Hofe Abih)gars IX., wo S. Julius Africanus Gelegenheit gehabt hat, seine Ge- 
wandtheit als Jäger und Schütze zu bewundern. Nach Epiphanios wäre er mit 
dem späteren König zusammen schon erzogen worden, während nach innersyrischer 
Überlieferung *) in Mabbög(h) (Hierapohs), wo seine wegen Beteiligung an einer 
Verschwörung aus dem Partherreiche flüchtigen Eltern in der Folgezeit sich 
niedergelassen hätten, ein heidnischer Priester Anüd(h)üzbar ihn erzogen und ihn 
,.die Lieder der Heiden gelehrt'' haben soll. Durch die Predigt des edesseni- 
schen Bs Üstasp für das Christentum gewonnen, schloß er sich rasch den Ge- 
danken Valentinianischer Gnosis an, wurde durch Üstasps Nachfolger 'Aqqi aus 
der Großkirche ausgeschlossen und endete als Haupt einer selbständigen Sekte, 
die noch im 8. Jh in Edessa selbst fortlebte '^) und bis ins 10. Jh in der Gegend 
zwischen Wäsit und Bäsra verbreitet war, nachdem sie zeitweihg bis nach Chorasan 
und Chinesisch Turkestan hinein Anhänger gezählt hatte.^) Obwohl angeblich 
auch selbst des Griechischen mächtig,*) hat sich B. literarisch wohl nur seiner 
syrischen Muttersprache bedient. Doch wurden seine Schriften schon von der 
Hand seiner unmittelbaren Schüler ins Griechische übertragen.*) An Prosaischem 
wird so durch den Griechen Porphyrios ein Werk über Indien bezeugt, das seiner 
letzten Lebenszeit entstammt haben muß, da zu seiner Abfassung persönliche Be- 
ziehungen Anstoß gaben, in die er mit einer von Heliogabalus (218/22) empfangenen 
indischen Gesandtschaft getreten war. Eusebios weiß von einer durch gleichzeitige 
Christenverfolgung veranlaßten, also apologetisch gerichteten schriftstellerischen Tätig- 
keit B.s und bezeichnet daneben Polemik gegen Markion und andere als stark 
hervortretenden Inhalt seiner Dialoge, von denen er einen solchen TCQog 'Avroivlvov 
nt^'i EutaQtiiriyj besonders hervorhebt. Auf eine Geschichte der Könige Armeniens, 
die B. verfaßt hätte, als er naöh der Eroberung Edessas durch Caracalla, 216 
oder 217 dorthin geflüchtet war, nimmt das armenische Geschichtswerk des Mowses 
Chorenatzi Bezug. Syrisch selbst werden aus einer Schrift über Gestirnkonjunk- 
tionen Angaben über die Umlaufszeit der Planeten und die Dauer der Welt ge- 
macht.®) Als Dichter hat B. für seine Lehren in Gesängen geworben, die zu 
einem dem Psalter nachgebildeten Liederbuche von 150 Nrn zusammengefaßt 

Kg IV 30. Ders., Praep. evang. VI 9f. Epiphanios Haeres. 56. Sozomenos Kg. III 16. Theodoretos 
Kg I 22. Photioä Bibl. Cod. 223 nach Diodoros v Tarsos. Hieronynius, De vir. ill. § 33. Ap(h)rem 
an zahlreichen Stellen, die von FNau, PS In, 497/507 zusammengestellt sind. Biograpliie des 
Rabbülä: AMS 4, 431 f. ChrE znm J 465 Gr. ChrM 186 (143) Ps.-Märüt(h)ä (S 9a): TuU 19 ib, 11. 
Mose b Kcp(h)ä: PS In, 51.3/6. Theodoros b Koni (§ 34c) 2, 307 f. EbS zum J 445 Gr. M 109/11 
1, 183/5, bzw. Sonderag: FNau, Une biographie inedite de Bardesane (Pr 1897) nnd nach der- 
selben Quelle Agapios v Membig (Ag Vasiliev) 2, 62/5). B'EKg 1, 4of., Hist. dyn. (Ag Pococke) 125 
(79) bzw. Menärat(h) Qüd(h)se: PS In, 524. Jfowses Chorenatzi, Armen. Gesch. II 66. al-Mas'üdi: 
Bibl. Geogr. Arab. 8, 130. Fihr. 161/2. as-Sahrastäni (Ag BCiIaq) 1, 147f. (Cbs: ThHaar- 
brUcker 1, 293). AMerx, Bardesaues v Edessa nebst einer untersuch, üb. d. Verhältnis d. 
klementin. Rekognitionen zu d. „Buche d. Gesetze d. Länder" (Halle 1863). AHilgenfeld, 
Bardesanes d. letzte Gnostiker (Lpz 1864). Ders., D. Ketzergesch. d. Urchristentums (Lpz 1884) 516/22. 
BickeI136. Wright 28/30. Duval 241/8. FNau, Bardesane l'Astrologue. Le livre des lois 
des pajs, texte, syr. et trad. fran?. avec une introd. et de nouibreuses notes (Pr 1899) und PS In, 
492/535. EBuonaiuti, Rivista storicocritica delle scienze teol. 5, 691/701. FHaase, Zui 
Bardesanischen Gnosis. Literarkrit. u. dogmengesch. Untersuch. TuU 34 iv. OBardenhe wer, 
Gesch. 1-, 364/8. '") So Chr E nnd Agapios. Nach EbS (mit durchsichtigem Schreibfehler): 134, 
nach M (gegenüber Agapios gleichfalls wertlos): 144. 

') Vertreten durch M, .\gapios und in gekürzter Gestalt durch Th. b Koni und B'EKg 
*) Nach dem Zeugnis Ja"q6b(h)5 v Edessa: JA« 11, 410/2 bzw. PO In, 512f. ') Nach Fihr. 
*) Nach Epiphanios. '') Nach Eusebios Kg. ") Durch Georgios Araberbischof (§ 41c): PS In, 611 f. 



14 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Käm|)fe. § 3bc] 

waren ') und nurraehr durch die Gegendichtungen Ap(h)rems bekannt werden, in 
denen sich aucli einzelne wörtliciie Zitate erlialten liaben.-j Ein ,.B des Lichtes 
und der Finsternis", ein ,,B der Geistigkeit der Wahrheit" und ein ,,B des Be- 
weglichen und des Festen", die erst in islamischer Zeit eine arabische Quelle') 
als schriftstellerisches Erbe B.s namhaft macht, dürften nicht unbedingt dem Ver- 
dacht entrückt sein, daß in ihnen verhältnismäßig junge Erzeugnisse lediglich 
seiner Sekte vorlagen, ohne daß sich allerdings die Tatsächlichkeit eines solchen 
Sachverhaltes mit Bestimmtheit l)ehaupten ließe. 

b) Von Schülprn Bardaisiins hat sein in Athen gebildeter Sohn Harmo- 
nios vor allem die dichterisciie Betätigung des Vaters anscheinend in bedeutsamster 
"Weise fortgeführt.'') Ein Philippos gibt sich als Verfasser eines Dialogs zu er- 
kennen, der, ungenau auch B. selbst beigelegt,®) diesen in einem der Astrologie 
feindlichen Sinne mit seinen Schülern, als deren Sprecher ein ' Awid(h)ä _erscheint, 
sich über die Probleme des Ursprungs des physischen und moraUschen Übels, der 
Willensfreiheit und des Schicksals unterreden läßt. Als ,.B der Gesetze der 
Länder" ist ein syrischer Text desselben überliefert,") während von einem grie- 
chischen wenigstens Auszüge bei Eusebios ") und in lateinischer l'bertragung in 
den klementinischen Recognitiones *) vorliegen. Das Verhältnis beider scheint da- 
hin bestimmt werden zu müssen, daß der erstere die sekundäre Bearbeitung eines 
syrischen Originals darstellt, aus welchem der griechische übersetzt war, Philippos 
selbst aber dürfte seinem eigenen bereits den Dialog B.s an (oder: mit?) Anto- 
ninos zugrunde gelegt haben. ^) 

c) Für die Thoniasakteu'") steht dem syrischen Texte") ein gi-iechischer 
gegenüber, der hier wenigstens durch eine einzige Hs voUstänchg erhalten ist.*-j 



') Ap(h)rem OpS 2, 553 F. Vg. die Biographie des Rabbüla, 

-) OpS 2, 483 G. 557 A.G.D.F. 558 A. ^) Fihr. 

*) Sozomenos Kg III 16. Theodoretos Haeret. fab. comp. I 22 und Kg IV 26. M 111,(1, 185). 
Nach Theodoretos hat er auch sonst „vieles in syrischer Sprache" geschrieben. Die Behauptung 
des Sozomenos, daß er geradezu TtomTov religiöse Dichtung in ihr gepflegt habe, ist gegenüber dem 
Zeugnis Ap(h)rems für die poetische Produktion B.s selbst nicht haltbar, dürfte aber doch die 
Bedeutung seines Schaffens beleuchten, hinter dem dasjenige seines Vaters für den ferner stehenden 
Griechen geradezu verschwand. 

^) So von Epiphanios a. a. 0. unter dem Titel xaxä tiuaouhi,i und mit ausdrücklicher 
Xenming des 'AßtiHa-: als Gegenträger des Gesprächs. Dagegen JPXLand, AnecdS 1, 51,3. 

«) Hs: BrM 987. 11». Agg und Übss: W Cureton, SpS 1/21 (1/34). FXan, ßardesane 
l'Astrologue und PS lii, 536/658. Bloße Übs: AMerx a. a. 0. 25/55. ') Praep. Ev. VI 10 § 1 48. 
*) IX 19/29. ') Haase a. a. 0. Für die schon von Hilgenfeld angenommene Ursprünglich- 
keit vielmehr des griechischen Textes neuerdings FrSchultheß, ZDMG 64, 91/4. 74550, da- 
gegen ThNöldeke ebenda 555/60. F N a u , PS 1 ii, 530 3. Einen Xachhall der Einleitung des sj-ri- 
schen Textes bewahrt auf griechischem Boden noch in einem Gespräche zwischen dem Helden 
und einem Euseinianos die Biographie des hl. Aberkios. Ag: ThNissen, S. Abercii Vita (Lpz 
1912). Vg. ders., ZNtW 9, 190 203. 315/28. 

'") KALipsius, D. apokr. Apostelgeseh. n.AposteUegendeu (Braunschweig 1883,S0)1, 225 347. 
Ergänzungsheft 23,5, RLiechtenhan, ZXtW 3, 287 93. Duval 98/100. EHennecke, Handb. 
zn d. neutestamentl. Apokrj-phen (Tübingen 1904) 562/601. OBardenhewer, Gesch. 1-, 579/84 
(mit weiteren Literaturangabeu). 

") Hss: BrM 952(Add 14645. J 935/6) 1". Mos 86 (J 1711/2). Brl 75(Sach222. J1881)l<>. 
CmbrAdd 2822 (J 1883). N-Dsem 112 (.T 1885), von Palimpsestbruchstücken : Sin 30 (5/6. Jh). 
Agg: WWright, Apocryphal Acts of the Apostles iLo 1871) 1, 171,333 (2, 146/298), AMS 3, 
3/175, der Siuait. Bruchstücke: FCBurkitt, StSin 9, 23;'44. ASmithLewis, Hör Sem 3, 192 228. 
Emeudationen zum Texte W.s: ThNöldeke, ZDMG 25, 674,9. Abr Geiger ebenda 26, 799,804. 

") Hs: der Bibl. Vallicelliana in Rom B 35 (11. Jh). Ag: (RALipsius-)MBonnet, Acta 
Apost. Apocr. 2 II (Lpz 1903). 99/288. 



[§ 3cd Schüler Bardaisäns. Die Thomasakten. 'Üd(h)ä. 15 

Die Frage, welcher von beiden als Ubs zu gelten habe, ist umstritten, dürfte aber 
bestimmt zugunsten der Annahme eines syrischen Originals zu entscheiden sein,') 
mit dem freilich die überlieferte offenbar stark großkirchlich überarbeitete syrische 
Testgestalt sich nicht ohne weiteres gleichsetzen läßt.-) Vielmehr muß eine im 
Vergleiche mit dieser in Einzelheiten erheblich ursprünglichere dem griechischen Über- 
setzer vorgelegen haben. Die herrschende Meinung von einer Herkunft aus dem 
Kreise B.s hat an dem Umstand, daß eine Fabrikation apokrypher Apostelakten 
für jenen Kreis bezeugt ist, eine doch kaum schlechthin zureichende Stütze. In 
der Tat ist denn auch auf Spuren vielmehr manichäischer Bearbeitung hingewiesen 
worden, die ehemals selbständige Einzelerzählungen über Wanderfahrten und Wunder- 
taten des Apostels erfahren hätten.") Die Treue, mit welcher der merkwürdige 
Missionsroman geschichtliche Verhältnisse wiederspiegelt, wie sie um die Zeit der 
Handlung tatsächlich im nordwestlichen Vorderindien bestanden, erklärt sich ent- 
weder aus bloßer Christianisierung von Hause aus buddhistischer Legenden *) oder 
umgekehrt durch das Zugrundeliegen echter Tradition über eine wirkliche indische 
Missionstätigkeit des Apostels. ') Eine Sonderstellung nehmen dem erzählenden 
Texte gegenüber einige lyrische Einlagen ein: das lange nur syrisch bekannt ge- 
wesene Lied von der Seele oder dem Königssohn und der Perle, ") ein Brautge- 
sang zur Hochzeitsfeier der hypostasierten Weisheit und zwei im griechischen 
Texte wesenthch besser als im syrischen erhaltene Weihegebete. Man hat gerade 
sie mit besonderer Entschiedenheit für B. oder dessen Schule in Anspruch nehmen 
zu dürfen geglaubt. Doch hat, wenn nicht auch in dem Hochzeitsgesange, so 
doch mindestens in dem Lied von der Seele möglicherweise vielmehr eine Dich- 
tung nicht einmal gnostisch-christlichen, sondern noch paganen Ursprungs sich 
gerettet,') ohne daß die immer wieder auf seine Erklärung verwandte Mühe bis- 
her zu einem allgemein anerkannten Ergebnis geführt hätte.*) 

d) 'Üd(h)ä oder 'Üd(h)ai (.-Ivdaing),^) Archidiakon der edessenischen Kirche 
zur Zeit des 'allgemeinen Konzils von Nikaia, wurde unmittelbar durch eine Oppo- 
sition gegen dessen die Regelung des Ostertermins betreffende Bestimmungen und 
durch seinen weitgehenden sittlichen Rigorismus zum Bruche mit dem großkirch- 
hchen Christentum geführt. Späterhin hat er als deren erster B an der Spitze 
einer von ihm begründeten Sekte gestanden und vnrd als der tatsächliche Ver- 
fasser einer Mehrzahl apokrypher Apokalypsen bezeichnet, die in ihr neben dem 
A imd NT als heilige Schriften rezipiert waren. Eine solche Abrahams, eine (von 
der kanonischen verschiedene) des Johannes und ein B (bzw. eine Apokalypse) 
„der Fremden" werden dabei im einzelnen durch kurze Anführungen kenntlich.'") 



') In diesem Sinne besonders: Nöldeke bei Lipsius a. a. 0. 423/5. C Macke, TQs 56, 
1/70. F C B n r k i 1 1 , JTSt 1, 280 90. 2, 429/32. 3, 94 f. '') Wie R R a a b e bei H e n ii e c k e a. a. 0. 
563 möchte. ') WBonsset, ZXtW 18, 1/39. Großkirchlichen Ursprung der Thomasakten ver- 
ficht dagegen neuerdings C Schmidt, TuU 43, 555/60. 

*) So Av. Gntschmid, EhSP 19, 161/183 (= Kleine Schriften 2, 332/64) und Bousset 39. 
Dagegen S L e V i , JA" 9, 27/42. '*) So vor allem JDahlmann, D. Thnmaslegende u. d. ältesten 
histor. Beziehungen d. Christentums zum fernen Osten im Lichte d. ind. Altertumskunde (FrbgB 
1912). »; Sonderagg mit Cbs u. Kommentar: .JHalevy, RS 16, f^5/99. 168/75. AABevan, 

TaSt 5in (Cmbr 1897) und bei E Prenschen, Zwei gnost. Hymnen ausgelegt. Mit Text u. 
Übs. (Gießen 1904). 

') RReitzenstein, Archiv f. Religionswiss. 8, 167,90. Ders., Hellenist. Wundererzäh- 
lungen (Lpz 1906) 103/50. FHaase, TuU 34iv, 50/67. «) Vg. etwa noch FCConybeare, 
The idea of sleep in the Hymn of the sonl., JTSt 6, 609 f. GH off mann, ZXtW 4, 27o;309. 
AHilgenfeld, ZWT 47, 229/41. 

») Ap(hlrem, Geg. d. Häret. 24 (OpS 2, 493 F.). Theodoretos Kg IV 10. Haer. fab. comp. 
IV 9. Sokrates Kg V 23. Epiphanios Panar. 70. Theodoros b Koni 2, 319 f. Agapios v Membig 
(Ag: Vasiliev) 2, 106 f. (= PO 8, 562 f.). ">) Theodoros b Köni. Vg. E Nestle, ZNtW 3, 166. 



X6 I>ie Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § 3de] 

Diese Zitate verraten den Geist einer gnostisierenden Astrologie, der sich eng 
mit anderweitig auf Bardaisiin zurückgeführter Lehre berührt. In der Tat er- 
scheint 'ü. nach dem Zeugnisse einer einzelnen Quelle ') geradezu als Vertreter eines 
ausgesj)rochen gnostischen Systems, während eine andere') ihn wenigstens che Un- 
geschaffenheit von Licht und Finsternis und die Körperlichkeit Gottes lehren läßt, 
den er als materielles Wesen von menschlicher Gestalt gedacht habe. 

e) Die .«Odeu~ und «.Psaliiieii Salonios" erscheinen in der syrischen Über- 
lieferung zu einer einheitlichen Sammlung mit durchlaufender Numerierung der 
einzelnen Lieder verbunden.'') An der Spitze stehen dabei die 42 ,.Oden", von 
welciien Nr 19 als solche auch durch Lactantius (Div. Inst IV 12 § 3. Epit 39) 
zitiert wird. Als Nni43ff. schließen sich die 18 ..Psalmen" an. deren erhaltener 
griechischer Text, auf christlichem Boden vielfach eng an den Kanon des A oder 
NTs herangerückt, ein sicher noch auf jüdischem entstandenes hebräisches Ori- 
ginal des letzten vorchristhchen Jhs wiedergibt.*) Eine entsprechende durch- 
numerierte Einheitssammlung, in welcher die ..Psalmen" vorangingen, hat grie- 
chisch dem Verfasser des koptisch erhaltenen gnostischen Bs niarig lorpia vor- 
gelegen, der als Nrn 19 usw.. von einer erläuternden Paraphrase gefolgt, die 
Nrn 1, 5, 6, 22 und 25 der syrischen Zählung mitteilt.^) Es scheint folgerichtiger- 
weise eine griechische Vorlage mit umgekehrter Anordnung auch für den syrischen 
Doppeltext angenommen werden zu müssen, womit ohne weiteres eine Originalität 
des syrischen Textes der ..Oden" ausgeschlossen ist.*) Mit den Psalmen müssen 
auch diese vielmehr aus dem Griechischen ins Syrische übersetzt worden sein.') 
Berührungen, die man zwischen ihnen und Ap(h)rahat,*) Ap(h)rem,') ja schon 



') Agapios. *) Theodoros b Köni 319 Z. 23/6. ^) Hss der Oden 17/42 und Psalmen 1/3 nnd 15 f . : 
BrM863(Addl4538. 10.Jh)4o, der Oden 3/42 und Psalmen 1/17: von Harris erworbene (16;17.Jh). Agg: 
JRHarris, The Ödes and Psalms ofSolomon (Cmbr 1909. ^911). JHBernard. The Ödes of S. Ed. 
with introd. and notes (Cmbr 1912. TaSt 8 m). J R H a r r i s - A M i n g a n a , The Ödes and Psalms of S. 
reed. (2 Bde. Manchester 1916/201. KoUation der Londoner Es : FCBurkitt, JTSt 13, 372 85. Dazu 
Berichtigungen von DWilley ebenda 14,293 8. Vg. HGrimme. OLZ 1912.492/6. GKittel. ZXtW 
14, 7993. Vergleichung der syr. nnd kopt. Überlieferung: XHWorrell, JTSt 13, 29,46. Weitere 
spezielle Beiträge zur Textkritik: FSchultheß, ZN'tW 11, 249/58. JBarth, RS 1911, 261/5. Übss: 
JFlemming, TnU 35iv (AdHarnack, Ein jüd.-christl. Psalmbuch aus d. ersten Jahrhundert). 
AUngnad- WStaerk, D. Oden Salomos aus d. Syr. übsetzt mit Anmk. (Bonn 1910 =Lietz- 
manns, Kleine Teste >'r 64). JLabourt, KB- 7. 483500. 8, 5/21 bzw. bei JLabonrt- 
PBatiffol, Les ödes de Salomon (Pr 1911) 1/38. HGrimme, D. Oden Salomos syrisch, hebräisch, 
deutsch. Ein krit. Versuch {Heidelberg 1911). GDiettrich, D. Oden S.s . . . übersetzt u. mit 
einem Kommentar versehen {Brl 1911). ChBruston, Les plus anciens cantiqnes chretiens(Pr 1912). 
LTondelli, Le Odi di Salomone, cantici crist. degli inizi del II. sec. Versione dal sir., introd. 
e note (E 1914 1. Freie: HHansen, D. Oden S.s in deutschen Nachdichtungen (Gütersloh 1911). 

*) Beste Ag: JYiteau, Les Psaumes de Salomon (Pr 1911). Vg. ESchürer, Gesch. d. 
Jüd. Volkes im Zeitalter Jesu Christi" 3 (Lpz 1898), 1506. OBardenhewer, Gesch. 2«, 702. 

^) Ag: Fr Munt er, Odae Gnosticae Salomoni tributae, thebaice et latine, praefatione et 
adnotationibns phüologicis iUnstratae (Kopenhagen 1812). Übss: HERyle-MßJames, Psalms of 
the Pharisees commonly called the Psalms of Solomon (Cmbr 1891) 155/60. C S c h m i d t , Kopt.-gnost. 
Schriften I. {Lpz 1Ö05) 72/5. 83/8. 96,103. Entsprechend erscheinen va/.uoi xoi wSai -olouäinoi zu 
einer Einheit zusammengefaßt auch in den beiden Stichometrien des Ps-Athanasios und Nikephoros. 

•) Vg. im Sinne einer solchen zuletzt EAAbbott. JTSt 14. 4413. Angenommen werden 
müßte sie, wenn man, wozu selbst OBardenhewer, Gesch. 1*, 368/71 neigt, an Bardaisän als 
Verfasser denkt. ') Durchschlagend in diesem Sinne scheint auch eine Einzelbeobachtung von 
EPreuschen, ZXtW 16, 233/6 zu sein. ^) DPloij, Der Descensns ad inferos in Aphrahat 

u. den Oden S.s, ZNtW 14, 212/31. Vg. nunmehr über denselben Gegenstand auch C Schmidt, 
TnU 43, 560/73. ») AJWensinck, The Expositor« 3, 108/112. JRHarris ebenda 113,9. 



[§ 4 Die Oden und Psalmen Salomos. yj 

Barilaisan festgestellt hat,^) können alsdann nur im Sinne einer Abhängigkeit dieser 
Autoren von den Liedern gedeutet werden und würden so für das hohe Alter der 
Ubs Zeugnis ablegen. Zu beantworten bleibt nun immer noch eine ßeihe einschnei- 
dendster Fragen. AVar der griechische Text der Oden seinerseits Original -) oder 
Wiedergabe einer hebräischen^) bzw. westaramäischen Vorlage?'') Sind sie ein 
christliches oder ein christlich überarlieitetes jüdisches bzw. ein judenchristliches*) 
Liederbuch, und wenn ersteres der Fall sein sollte, sind sie aus gnostischer,") 
montanistischer') oder aus großkirchlicher *) Umwelt hervorgegangen? Aber alle 
diese Fragen gehören dem Rahmen syrischer Litei-aturgeschichte nicht mehr an, 
wenn die Entstehung des einzigartigen Denkmals poetisch gesteigerter Frömmig- 
keit, was bei einem Vergleich mit der koptischen Überlieferung auch Einzelheiten 
des Textbefundes zu bestätigen scheinen, keinesfalls auf dem syrischen Sprach- 
boden zu suchen ist.*) 

§ 4. Den Übergang von jüdischem und gnostisiereudem zu großkirchlichem 
Schrifttum in syrischer Sprache bezeichnet die nicht einfache Entwicklungs- 
geschichte der späterhin mit dem Namen der PesittS bezeichneten Kirchenbibel 
der Syrer. Als Erbe noch jüdischer Kreise erweist sich mit Bestimmtheit der 
Grundstock ihres ATs. Der Enkratite Tatianos war der Urheber des sog. 
Diatessarons, dessen harmonistischer Evangeliumstext lange Zeit der offiziell herr- 
schende auch des großkirchlichen syrischen Christentumes blieb. Eine Schöpfung 
des letzteren, die näherhin vielleicht der Umgebung des edessenischen Bs Pälüt 
entstammte, war diesem „der Vermischten" gegenüber der altsyrische Text des 
..Evangeliums der Getrennten", und nicht minder durchaus auf großkirch- 
lichem Boden hat sich wie der allmähliche Ausbau des vollständigen NTs, so auch 
eine Weiterbildung des ATs der Pesittä vollzogen, vermöge, deren das- 



'I JlSprengling, AJT 15, 459/61. WRNewbold, .TBL 29, 161/204. 30, 168/209. 
JhEBernard a. a. 0. und schon früher JTSt 11, 1/30. Der letztere möchte in den Oden 
speziell altchristliche Taufgesäuge erblicken. In diesem Sinne vg. auch EAAytonu, The 
mysteries of baptism by Moses bar Kepha compared with the Ödes of Solomon. The Expositor* 2, 
338/58. «) So .TWellhausen, Gütting. Gel. Anz. 1910, 629/41, FSchnltheß, ZNtW 2, 

24958. HGunkelf-HGreßmann) ebenda 291/328, GDiettrich, JLabourt-PBatif fol und 
besonders RHConuolly. JTSt 14, 5.30/8. 15, 44/7. 

') Für ein hebräisches Original traten vor allem AdHarnack und HGrimme ein. 
■*) Die Annahme einer solchen sogar als unmittelbaier Grundlage des syrischen Textes vertritt 
AMingana, ZNtW 15, 243/.53. 16, 167/90. 

'•) Für jüdischen Ursprung sind vor allem AdHarnack, HGrimme und FrSpitta, 
ZNtW 11, 193/203. 259/90, für judenchristlichen JRHarris, JHaußleitner, Theolog. Lit.blatt 
1910, 265/76 und EAAbbott. Light on the Gospel from an ancient poet (Cmbr 1912) eingetreten. 

') So besonders J Wellhausen, Hüunkel und WStülten, ZNtW 13, 29/58. ') So 

FCConybeare, ZNtW 12, 70 6. 14. 96. S AFries ebenda 12, 108/2.5. ') So u. a. namentlich 
Batiffol, Bruston, Tondelli und unter Verweisung speziell auf die alexaudrinisclie Schul- 
theologie W Franken berg, D. Verstäiiduis d. Oden S.s (Gießen 1911). Eine eindringende 
Kritik wenigstens speziell der Interpolationshypothcse, zu welcher die Verfechter jüdischen Ur- 
sprungs genötigt sind, bei GKittel, D. Oden S.s überarbeitet od. einheitlich? (Lpz 1914). 

") Es konnte deshalb genügen, hier die Hauptvertreter der verschiedenen Anschauungen 
zu nennen. Eine erschöpfende Bibliographie der „Oden" bis zum J 1913 bietet GKittel a. a. 0. 
142/53. Daneben und weiterhin ist auf die Literaturberichte der BbZ und des OC zu verweisen. 
BaamstarU. Geschichte der syrischen Literatur. 2 



^g Die Literatur bis zum Zeitalter der cliristologischen Kämpfe. §4al 

selbe nach Umfang uu.l Textgestalt in zunehmendem Maße den Einflnß der vul- 
gären griechischen Bibel erfuhr und vereinzelt auch apokryphen Er weite- 

rungen sich öffnete. , ., , ix tr i 

\^ P»iJff-i ( Einfache") heißt die gemeinsyrische Kirchenbibel •) offenbar im 

a) 5^**^*'', r^'f '^^' ,^^,,[, 3es 7 Jhs entstandenen syrischen Ubs des hexaplan- 

^?^'"Ä,r^) De^z^eS getn E de des 9. Jhs nachweisbare Name geht also 

sehen Textes. ) iJer zuest ge en • j^^ niesopotamischen 

S^i^STs^&anzen durdi ^|f ^^^gume bes^rs^;^h ^^^^ 

§S:/S^:Ss^- el^".1-^Si p ä\ei Wieder^;. ^ h^ 
rrkommenden ATlichen Zitate sich vielfach an ihn anschlössen.«) Alles das ver- 
Ihii^t skh Su den noch jüdischen eher als auch nur judenchristlichen L r- 
sTrifng der übs' zu erhärten.«) Auch spätere legendarische ^^^^^'f^l^^lf^l 
an denselben noch eine sagenhafte Erinnerung zu bewahren, wenn sie die P. des 
ATs auf d'e Zeit Salomons und Hirams oder auf einen Pnester Asa ^^^iickfuhrt^ 
der von ^ienfa syrischen Großherm zwecks Übertragung der Hll. Schriften nach 
iam^a gesandrSorden wäre.") Übrigens ist die Entstehung auch ^ner Stamm- 
Saidtefle der AThchen P. keine streng einheitliche gewesen. ^ ^rschiedene BB 
wuSen zweifelsohne von verschiedener Hand, zu verschiedener Zeit und woU 
Tuch an ver chTedenem Orte übersetzt.") Das naturgemäß älteste Stuck, die L b 
äes Pentateuchs, könnte sehr wohl die Adiabene, mcht die Osrhoene zur Heimat 

^T^^Tk^iTö/g besoiiderä6f. ENestle, RePTK^ 3, 167^75. GHoberg(-FK8ulen), Ein- 
, ■. ^^ , njie Schrift d Alten u. Keuen Testamentes^ 1 (FrbgB 1911) 173/86 bzw die 
rr^L Literal d r'iSleinen und speziell der alttestamentlicben biblischen Einleitungs- 
wis enschaa ^) Vg. die Gegenüberstellung beider durch den ältesten Zeugen des Namens Mo.e 
rSülhH (§ 450- PMartin! Introduction ä la citique textueUe du Nouveau Testament (fr 
SsSu 101 bzw Duval 29f Anders z. B. EKestle, RePTK' 3, 169f. Vg. die von d>esem 
veSichnet L e'ratur über das Namensproblem. ') AMCeriani, Le edizmm e . manoscritt. 
d^rvSonisi^iachedelVecchioTe^tamento (Mailand 1869V Wright4, Du val 29/43. Hss 
und Ae.' unter e) *) Durch Ap(h)rem. Vg. Hoberg-Kauleu IrJ. 

ffln den masoretiichenHss werden mit Ausnahme einer Berücksicht.gnng -"Esth to J 
,ie,niin der ia.obitischen Masora diese s.m.U^en BB ^^^g ii bergan n^ )^^ 

d OnleloSrhen Targums '(Müneh 1869). CHCornill, D. Buch d^Propheten Ezechiel (Lpz 1886) 
154f HMager, D. Peschittho z. Buche Josua (FrbgB 1916) 04,6.3. 

») FBerg The inflnence of the Septuagint npon the ^^^'=^'^^1^1'%^^.%,^'''' ''''> 
137/15Ü. PSchwen, D. syr. Wiedergabe d. ntlicben Eigennamen, ff^'^^f^f'''^^; ^^.„^^ ^^ 

») Vg. besonders RDuval, Rev. des Etudes Juives 1887, 49/o4. 2u;81. D^.^'Y ' ,h! 
verfehlt in der P. ursprünglich geradezu ein jüdisches Targum noch des 1. oder 2 vorchnstl ch n Jhs 
r rbl ken wie JPrag^r, De Vet. Testam. versione quam Peschitto vocant(Gotüngen 18.o) tut. 

.0) Vg. tsodad^h) vMerw (§ 37 dh B03i,24f. B'E zu Anfang se ner ..Scheune d. Geheim- 
nisse" (Kirsch-Bernstein^ 145) und Bist. dyn. (Ag Pococke) 100 (64). '■) Von «ner Meb 
zahl von Übersetzern reden denn auch syrische Exegeteu selbst wie Ap(h)rem und Ja ' ob h) - 
Edessa. Für (abgesehen etwa von Chr) einheitlichen jüdischen Ursprung tritt dagegen ein t U e 1 1 e r , 
Untersuchungen üb. d. Peschittä zur gesamten hebr. Bibel. I (Berl 1911). 



[§ 4 b PesJtta des ATs. Tatlanos. ig 

gehabt haben, jedenfalls hat die lu-sprünglicli Ton einem Juden für Juden ge- 
schaffene eine nicht kurze Geschichte gehabt, bis sie ihre endgültige christliche 
Textgestalt erreichte.^) 

b) Tatianos, -) der sich selbst als ,.im Lande der Assyrier"' d. h. wohl in 
der Adiabene geboren einführt, *) hatte sich mit rhetorischen, philosophischen und 
geschichtlichen Studien beschäftigt, war in die verschiedensten Mysterienkulte ein- 
geweiht worden und als philosophischer Lehrer und Schriftsteller aufgetreten, 
bevor er durch den Apologeten Justinos in Rom für das Christentum gewonnen 
wurde. Dort hat er seinen eigenen apologetischen AdyOij jrpös''i^A/.>;)'ot; abgefaßt, ^) 
sich aber um 172'3 von der Großkirche ab- imd einer gnostischen Sekte der ,.Ent- 
haltsamen" zugewandt. Nach dem Orient zurückgekehrt, wirkte er in deren Sinne 
im syrischen Antiocheia, in Kilikien und Pisidien. In dieser Spätzeit seines 
Lebens ist auch sein Evangelienbuch entstanden. ") Der von den Griechen seiner 
Abstammung nach „Syrer" Genannte*) ist den SjTern selbst ein ,.Grieche"',") und 
auch für sein Werk ist ihnen mehr als die einheimische eines „Evangeliums der 
Vermischten" (Ewangeljon damehaUete) die griechische Bezeichnung des Jict 
TtaaÜQiov geläufig ist. Das ist nur verständlich, wenn dieses ihnen als eine Übs 
aus dem Griechischen entgegentrat, nicht etwa von T. selbst ursprünglich syrisch 
redigiert wurde. *) Auch ein bedeutsamer Einfluß, den das D. auf die griechische 



') Vg. JPinkerton, JTSt 15, 14,41, nach dem die in der hslichen Überlieferung noch zu 
verfolgende Entwicklung erst im 5. Jh zum Abschluß gekommen wäre. 

') Selbstzengnisse : Or. 15 f. 29. 35. 42. Irenaeus Adv. haeres. I 28. Klemens Alex. Strom 
III 12, 81. Ensebios, Kg IV 28f. Chronik z. J. 2188 Abrah. (Ag: Schoene 2, 173). Epiphanios 
Haer. 46f. Theodoretog Haeret. fab. comp. I 20. ChrM 18fi (145). Theodoros b Koni 2, 305. 
Isö'dädih) V Merw 1, 204 (123) und nach ihm Dionysios b Salibih)i (§ 48a): BO 2, 159f. bzw. 
B'E „Scheune der Geheimnisse" (ZDMG 29, 274,6). ChrS 1, 85. 'Ai Xomokanon (AMai, Script. Vet. 
Nov. Coli. 10, 191). Alle auf T. bezüglichen syrischen Zeugnisse am bequemsten vereinigt bei 
AHjelt, D. altsyr. Evangelienübs. n. Tatians Diatessaron bes. in ihrem gegenseit. Verhältnis 
(Lpzl903 = ThZahn, Forsch. 7 1) 25/49, darunter vor allem noch ein solches des MnsebKep(h)ä 
(§ 45c) a. a. 0. 38 f. Nach Ensebios: M 108f. (1, 180f.) und Agapios v Membig (Ag: Vasiliev) 
2, 59f. AdHarnack 1, 485,96. 2i, 284/9. OBardenhe wer, Gesch. 1-, 262 84 mit sorgfältiger 
Verzeichnung der älteren Literatur. ') Or. 42. *) Agg verzeichnet bei Bardenhewer 

a. a. 0. 272f. Die neueste: ESchwartz, TuU 4r. 

=*) Vg. ThZahn, Tatians Diatessaron. Forsch. 2, 28699. Gesch. d. ntl. Kanons Ix, 
(Erlangen 1888) 369,429. Ders., RePTK ' 5, 653/61. J P M a r t i n , Eev. des qnest. histor. 33, 349/94. 44, 
5/50. F Baethgen, Evangelienfragment (Lpz 1885). SHemphill, The Diatessaron of Tatian 
(Lo 1888). ESalvatori, II „Diatessaron" di Taziano (Florenz 1889). JRHarris, The D. of 
Tatian: a preliminary study (Lo 1891). MM aber, Eecent evideuce for the anthenticity of the 
Gospels: Tatians D. (Lo 1893). Wright 7/10. Duval 44,8. Hermv. Soden, D. Schriften d. 
N. Testaments in ihrer ältesten erreichbaren Textgestalt hergestellt auf Grund ihrer Text- 
geschichte 1 (Güttingen 1902j 1536;44. AHjelt a. a. 0. 16/75. FCBurkitt, Evangelion da- 
Mepharreshe (vg. S. 22 Ak. 9 von S. 21) 2, 173 212. EPreuschen, Untersuchungen zum D. 
Tatians (Heidelberg 1918). 

') Klemens und Theodoretos: ö ^ioo;. Epiphanios: Sioog tö yivo^: '^ So Mose b Kep(h)ä. 
') Wie entgegen der früher herrschenden Auffassung Zahn annimmt. Vg. vor allem FCBar- 
kitt, Ev. da-Mepharreshe 2, 191/206. Mit einem griechischen lund einem lateinischen) D.-Texte 
rechnet nunmehr durchaus auch Vogels (Vg. S. 20 Ak. 8, S. 22 Ak. 6) mit dem Herrn v 
Soden, Die Schriften N. Testaments 1, 1536 übereinstimmt. Nach Bardenhewer 280f. wäre 
das syrische D. von T. auf Grund einer in Rom zu seiner Kenntnis gelangten Evangelien- 
harmonie entstanden, die als äTtofiyrjfiopevuma der Apostel bzw. rö tia/yiXtov bei Justinps 
auftrete. Vg. ELippelt, Qnae fuerint Jnstinii Mart. inofivrifiovsvfiam (Diss. Halle 1901). 
MHeer, Ps-Cyprian vom Lohn d. Frommen u. d. Evangelium Justins, RQs 28, 97/186. Da- 



20 Die Literatur bis zum Zeitalter der cbristologiscben Kämpfe. § -Ib] 

und die altlateinische Textüberlieferung der Evangelien gewonnen hat, ist weit 
eher unter der Voraussetzung eines griechischen als unter derjenigen eines syrischen 
Originals zu begreifen. Andererseits ist das D. bis in die ersten Jahrzehnte des 
5. Jhsh inein die herrschende und vor allem die im liturgischen Gebrauche lebende 
Gestalt des ostaramäischen Vierevangclienbuches gewesen, *) und daß es zu dieser 
Bedeutung gelangte, wäre schwer denkbar, wenn es dabei eine schon existierende 
Übs des geschlossenen Körpers der vier kanonischen Einzelevangelien nachträglich 
hätte verdrängen müssen. -) Nächst einem armenisch erhaltenen Kommentare 
Ai)(h)rems (§ 7 a) gewähren über den stofflichen Auf bau des Textes *) drei weitere 
Quellen Aufschluß: eine lateinische Evangelienharmonie, die um 545 B Victor 
V Capua in eine Hs des NTs aufnehmen ließ, *) gewisse harmonistische Perikopen 
jakobitischer Evangelistare ^j und, als wertvollste Zeugin, eine arabische Übs 
des Nestorianers Abu 1-Farag 'Abdallah ibn at-Tajjib (f 1048). ") Wie es aber 
in den beiden anderen Quellen mit dem Texte der Vulgata bzw. demjenigen der 
späteren syrischen Übs des Thomas v Harqel der Fall ist. so war in der syrischen 
Vorlage des Arabers im einzelnen der Wortlaut der Pesittä dem Rahmen der 
harnionistischcn Anordnung eingefügt. ') Derjenige des D.s selbst scheint einmal 
in dem griechisch-lateinischen codex Bezae und in einer eigentümlichen Über- 
einstimmung altlateinischer und altsyrischer Textüberlieferung nachzuwirken.*) 
Speziell seine syrische Gestalt wird sodann abgesehen von verhältnismäßig wenigen 
ausdrücklichen Anführungen *) späterer gelehrter Literatur vor allem in der breiten 



gegen hält Vogels jene Evangelienharmonie für den von T. geschaffenen und weiterhin von 
ihm persönlich ins Syrische übertragenen griechischen Urtext der D.s selbst. 

') .Ms solche wird es schon in der „Lehre des Addai" {§ 5b) 34 (Ag Phillips) vorausgesetzt, 
und erst ßabbnlä und Theodoretos haben es gewaltsam aus jener Stellung verdrängt. Vg. 
Overbeck, S. Ephraemi usw. op. selecta (Oxf lS6b) 172 bzw. Theodoretos a. a. 0. 

") Einer derart widersinnigen Annahme gegenüber treten denn anch Baethgen. Vogels, 
Bardenhewer in Übereinstimmung mit FCBurkitt, Urchristentum im Orient. Deutsch von 
EPreuschen (Tübingen 1307) 49 f. nachdrücklich für die Priorität des D.s vor einem syrischen 
Sondertexte der einzelnen Evangelien ein. 

') Vg. JHontheim. D. Abfolge d. evangel. Perikopen im D. Tatians, TQs 90, 204/55. 
33976. *) Beste Ag: ERanke, Codex Fuldensis. Nov. Test, latine interprete Hieronymo ex 
manuscr. Victoris Capuaiii ed., proleg. instr., commentar. adorn (Marburg 186S;. Dazu CScherer 
in: Festgabe zum Bdnifazius-.Jubiläum 1905 (Fulda 1905) 6/12. 

<■) Hss: JerMkl 6 (J 1222). BrM 7163 Tuch. Agg: HHSpoer, ZDMG 61, 850/9. GABarton- 
HHSpoer, JBL 24, 179/95. DWilley, Esp. Times 25. 31/5. •) Ag: ACiasca, Tatiani Evan- 
geliorum Harmoniae Arabice (E 1888) nach den Hss: VtAr 14 (13/4. Jh) und einer ans koptischem 
Privatbesitz in das Museo Borgiano gelangten. Übs: JHHill, The Earliest Life of Christ ever 
compiled from the Fonr Goapels (Eilinburg 1894). Vg. SEuringer, D. Überlieferung d. arab. 
Übs. des D.s (FrbgB 1912i mit Ag des Textes der Fragmente einer Beiruter Hs durch G Graf. 
') Vg. ES ellin, D. Text d. von A. Ciasca hgeg. arab. D.s in Zahns Forsch. 4, 227,46. 

») FHChasse, The old Syriac dement in the Codex Bezae (Lo 1893). HJVogels, D. 
Harmonistik im Evangelientext d. Codex Cautabrigiensis (Lpz 1S)10). Ders., Beiträge zur Gesch. 
des D. im Abcndlande (München 1920. Neutestamentl. Abhandlungen 7i). Vg. deu kritischen 
Apparat bei Herrn v. Soden, D. Schriften d. N. Testaments 2 (Güttingen 1913) und in Vogels 
Ag: Nov. Test. Graece (Düsseldorf 1920) und über einzelne besonders markante Beispiele der von 
ihm behaupteten Verhältnisse Vogels, BbZ 9. 54f. 149/58. 263/5. 10, 396/405. 11, 3343. 168,71. 
12, 3fi9,'90. 14, 34/40. Im entgegengesetzten Sinne: ASmithLewis, The Expositor "5, 52/6. 
JChapman. Rev. Benedictine 29, 233/52. 

") Besonders im Evangelienkoramentar des Nestorianers Isö'däd(h) v Merw. Vg. JHHall, 
JBL 11, 153/5. RGottheil ebenda 12, 68/71. HGoussen, Studia Tbeologica I (Lpz 1895) 
62/5. JRHarris, Introduction zu der IsiVdäd(h)-Ag von MDGibson XXVII XXIX. 



[§ 4ed Tatianos. Pälüt. Das Evangelium der Getrennten. 21 

Masse syrisdier ETangelienzitate des 4. und beginnenden 5. Jhs kenntlich. *) und 
selbst bis in das 6. Jh herab macht gelegentlich noch ein starker praktischer 
Einfluß des alten Bs sich geltend. - > Vielfach wird dabei ein bemerkenswerter 
apokrjpher Texteinschlag desselben greifbar. ^) der die Vermutung nahelegt, daß 
T. seiner Arbeit neben den vier kanonischen noch ein außerkanonisches Evangelium 
zugrunde gelegt habe, dessen Abweichungen von jenen in ihrer Gesamtheit sich 
allerdings in mäßigen Grenzen bewegt hätten, und Kunde von einem solchen Sach- 
verhalte scheint auch Victor v Capua zu verraten, wenn _er in seiner Vorrede 
seiner Nachbildimg des Werkes dasselbe aller sonstigen Überlieferung entgegen 
als ein Evangelium öia ,t«t« bezeichnet. Dabei müßte sich der Gedanke an das 
alte Hebräerevangeüum aufdrängen, falls es damit seine Kichtigkeit haben sollte, 
daß dem D. selbst gelegentlich der Name eines Evangeliums xad-' 'Eji^atoic bei- 
gelegt worden sei.*) 

c) Pälüt*) ist glaiibhafter Überlieferung zufolge durch B Serapion v Anti- 
ocheia d. h. um die Wende vom 2. zum o. Jh zum edessenischen B geweiht 
worden, imd muß der eigentliche Begründer eines fest organisierten großkirchlichen 
Gemeindelebens in Edessa geworden sein, da die Anhänger eines solchen noch 
lange als Paluti;iner bezeichnet wurden. ") Im übrigen fehlt allerdings jede be- 
stimmtere Nachricht über sein Wii-ken. Insbesondere ist irgendwelche literarische 
Tätigkeit für ihn keineswegs bezeugt. Aber, begünstigt durch die 216 erfolgte 
Einverleibung der Osrhoene in das unmittelbare römische Staatsgebiet, hat die 
durch ilin verkörperte Ei-starkung westlichen Einflusses auf das nordmeso- 
potamische Christentum in jedem Falle für eine zunächst in der Geschichte seiner 
Bibel in die Erscheinung tretende innere Hellenisierung jenes Christentums grund- 
legende Bedeutung gewonnen. ') 

d) ETanj^eliuiu der Getrennten (Ewangeljön damep(h)arTese) *) nannte man 
in Untei^scheidung vom D. eine frühzeitig von gelehrten Theologen benutzte und 
geschätzte, aber anscheinend niemals auch zu hturgischer Geltung durchgedrungene 
altsvrische Übs der vier Einzelevangelien, die auf verschiedenen Stufen text- 
licher Entwicklung in den durch Cureton ans Licht gezogenen Bruchstücken 
(Sjt'-"'^)*) und in der imteren Schrift eines Pidimpsests des Katharineuklosters 



') Vg. JAßewer. AJSL 16, llO/'SS (für Ap{h)rahat1. CBurkitt, Ephraim's qnotations 
from the gospels. Collected and arranged (Cinbrl901, TaSt 7 n) 26/07. Ders., Ev. da-XIepharreshe 
2, 1806 JRHarris. Exp. Times 25, 347 9. JSchäfers, Evangelienzitate in Ephriim d. Syrers 
Kommentar zu d. Panlin. Schriften (FrbgB 1917). 

') Nachgewiesen von MKmosko, OC 2, 3351. .3, 93105. 4, 194,203. RHConnolly, 
JTSt 8, 57190. 12. 268 73. »i Vg. schon ThZahn, Forsch. 1. 263. Weiteres Material bei 

Kmosko und Connolly a. a. 0. bzw. Togeis. BbZ 10, 396/405. *) Nach Epiphanios Haer 46 
§ 1. Das Petrnsevangelium oder eine diesem mit Justinos gemeinsame Quelle vermutet als im 
D. benutzt Connolly JTSt 8, 589f. 

', , Lehre des Addai^ (Ag: Phillips) 46 t'. Martyrium des Barsam j.l: W Cure ton. Anc. 
Syriac docnments 71. FCBurkitt, Ev. da-SIepharreshe 2, 206 8. Ders., Urchristentum im Orient. 
Deutsch V. EPreuschen lOf. 44. 49 f. «) Nach Ja'qOblh) v Edessa bzw. Ap(h)rem : Kat 

W'right 600. '^1 Y«-. auch das durch Eusebios Kg VI 12 bekannte Eintreten Serapions gegen 

apokryphe Evangelienliteratnr. 

'' Kauones des BabbCUa: JJOverbeck, S. Ephraemi . . . op. selecta (§ 6a) 220. Dionysios 
b Salib h i (§ 48a) za Mt 27, 16f. bzw. Über die Bedeutung des Ausdruckes ThZahn. Forsch. 
1, 1016. RGottheil. JA03 18, 361f. Im aUgemeinen vg. Wright S/13. Duval 4855. 
GWilderboer. Theo!. Studien 23. 1/19. HDumaire, Bull. crit. 27. 26/36. FCBurkitt, 
Ev. da-Mepharreshe 2. Über das Altersverbältnis der in Betracht kommenden Texte auch noch 
HGretmanc. ZNtW 6. 13552. 

•) Es: BrM 119 (Add 14451. 5. Jh\ Agg: WCureton, Remains of a very ancicnt 



22 I^ie Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § 4d] 

auf dem Sinai (Syr^'")*) vorliegt.^) Daß auch ihre Entstehung weit in vor- 
konstantinische Zeit liinaufreicht, unterlit'},'t ebensowenig einem Zweifel, als es an- 
gängig ist, sie als Ganzes sogar für älter zu halten als den syrischen Text des 
D.s. *) Höchstens könnte einer sorgfältigen Prüfung an der Hand des Sprach- 
gebrauches und der Übersetzungstechnik die Frage empfohlen werden, ob sie 
eine streng einheitliche Größe darstellt, oder ob eine ursprünglich selbständige 
Übertragung der einzelnen Evangelien anzunehmen ist, in welchem Falle ein 
syrischer Text etwa eines .oder mehrerer Synoptiker schon vor demjenigen des 
D.s existiert und in liturgischem Gebrauche gestanden haben könnte. *) Anderer- 
seits scheint der Text des ,.Getrennten"-Evangeliums selbst, u. zw. in seinen beiden 
Gestalten in verschiedener Stärke, unter dem Einfluß des D.s zu stehen, ^) was 
naturgemäß das Problem in erhöhtem Maße verwickelt. Von Paulusbrieferi und 
Apg die neben einem, wie auch immer gestalteten, „Evangelium" die ältesten Be- 
standteile eines sp-ischen NTs bildeten, ist eine von der abschließenden der 
NTlichen P. noch verschiedene Textgestalt hslich nicht zutage getreten, wirkt 



recension of the four gospels in syriac hitherto unknown in Enrope (Lo 1858) mit Ergänzung: 
WWright, Fragments of the Caretonian Gospels (Lo 1872). FCBurkitt, Evangelien da-Me- 
pharreshe. The Curetonian Version of the four Gospels with the reatings of the Sinai Palim- 
psest aud the early Patr. Evidence (Cmbr 19051. Vg. FBaethgen, Evangelienfragmente. D. griech. 
Text d. Gureton'schen Syrers wiederhergestellt (Lpz 1885). 

') Es: Sin 30. (Obere Schrift: J 778.) Agg: ELBensly- JEHarris-FCBurkitt. The 
four gospels in Syriac trauscribed from the Sinaitic Palimpsest. With an introduction by ASmith 
Lewis (Cmbr 1894) mit Ergänzung: ASmithLewis, Some pages of the fonr gospels retranscribed 
from the Sinaitic Palimpsest with a translation of the whole test (Lo-Cmbr 1896). ASmithLewis, 
The old Syriac Gospels er Evangelion da mepharreshe being the text of Sinai or Syro-Antiochene 
palimpsest, includ. the latest additions and emendations with the variants of the Curetonian text, 
corroborations from many other mss. and a list of quotations from ancient authors (Lo 1910). 
Bloße Übs: ASmithLewis, A translation of the fonr gospels from the Syriac of the Sinaitic 
Palimpsest (Lo 1894). Vg. CHolzhey, D. neuentdeckte Cod. syr. Sinait. untersucht. Mit einem 
vollständ. Verzeichnis d. Varianten d. Cod. Sinait. a Curet. (München 18961. ABouus, CoUatio 
cod. Lewisiani rescripti evang. sacroram cum cod. Curetoniano (Mus. Brit. add. 14451), cui adiectae 
sunt lectiones e Peshitto desumptae (Oxf 1896). AMerx, D. vier kanon. Evangelien nach ihrem 
ältesten bekannten Texte. Übs. u. Erläuterung d. syr. im Sinaikloster gefundenen Palimpsests 
(Brl 1897,1911). ASmithLewis, Expos. Times 16, 249,03. 17, 382. 22, 477 f. Ein Verzeichnis 
der gesamten z. Z. durch die Entdeckung des Syr Sin hervorgerufenen Literatur verbietet sich 
naturgemäß. Vg. diesbezüglich das Literaturverzeichnis bei ASmithLewis, The old. Syr. Gospels 
XXXVII/XLVL Dazu AMingana, Expos. Times 25, 475,7. 524 f. 

') Über weitere Bruchstücke in Zitatform bei I§6'däd(h) v Merw : JR Harris, Introduction 
der Ag von MD Gib so n XXII/XXVIL 

') So B u r k i 1 1 , Ev. da-Mepharreshe 2, 206/12. Hermv.Soden,Die Schriften d. N. Testaments 
1, 1582,4 und Vogels in der alsbald zu nennenden Schrift. AHjelt, D. altsyr. Evangelienübs. 
u. Tatians Diatessaron (Lpz 1903) hält wenigstens Syr Sin für älter als das syrische Diatessaron. 
Das Verhältnis zwischen den beiden Rezensionen wird jedenfalls allgemein dahin aufgefaßt, daß 
SyrSiu den älteren, Syr^ur einen jüngeren Text biete. Für das Gegenteil nur Hilgenfeld, 
Berl. Philol. Wocheuschr. 1897, 334 f. EResch, D. Kindheitsevangelium (Lpz 1897) 196/8. 
Duval53. HGreßmann, ZXtW 6, 151. Vg. anch oben S. 20 Ak. 2. 

*) Ein allerdings durchaus ungenügendes Hilfsmittel für eine solche Forschung bietet 
OKlein, Syr.-griech. Wörterbuch zu d. vier kanon. Evangelien nebst einleitenden Untersuchungen 
(Gießen 1916). Ein Zurückgehen der verschiedenen Evangelien des Syr'^i" auf verschiedene Über- 
setzerhände nimmt Hjelt an. 

'•) Vg. HJ Vogels, D. altsyr. Evangelien in ihrem Verhältnis zu Tatians Diatessaron 
(FrbgB 1911). 



f§ 4de Das Evangelium der Getrennten. Weiterbildung der ATlichen Pesitta. 23 

aber im armenischen Texte derselben nach. ■*) Um so wünschenswerter wäre ein 
Versuch, auch ihre altsyrische Textgeschichte an der Hand des ältesten Zitaten- 
materials einigermaßen aufzuhellen. ") 

e) Eine Weiterbildung der ATlichen Pgsitta auf christlichem Boden ist 
in doppeltem Sinne zu beobachten. Einerseits zeigt der vorliegende Text der 
ursprünglich zu ihr gehörigen BB eine unverkennbare Beeinflussung auch durch 
die LXX, ') die in den einzelnen verschieden stark ist, am wenigsten in Job, *) 
weitaus mehr in den Propheten ^j und dem Psalter, *) aber auch im Pentateuch, ') 
den besonders eng mit dem Targum sich berührenden Prov ^) und anderwärts ") 



') Wie angenommen werden muß, da der armenische Evangelientest sich vielfach mit 
SyrSinCur berührt. Vg. JARobinson, TaSt 3iii, 72/9S. FCConybeare, AJT 1, 883/912. 
fC Burkitt. Ev. da-Mepharrese 2, 160. HermvSoden, D. Schriften d. N. Testaments 2, 
XVin. WLüdtke, ZNtW 17, 71 f. 

-) Sehr eigenartige Pauluszitate weisen z. B. die Märtyrerakteu des .Sem'üu b Sabbä'ü (§ 9e) 
auf. Man wird an eine Angabe des Ensebios erinnert, der zufolge Tatianos sich auch mit dem 

Paulustexte im Sinne eines fiera^pdaai cäs iTnSioo&oiusiov rr,v Tij; (fodasMs avfra^ii' beschäftigt 
habe. Vg. ThZahn, Gesch. d. ntlichen Kanons 1 1, 423/5. Bardenhewer a. a. 0. 284. Eine 
vollständige „Pre"-Pfsittä" postuliert, ohne allerdings auf Sj'rSinCur Eücksicht zu nehmen, nenestens 
auch IgnEPiahmani, I Easti della chiesa patriarcale Antiochena. Confereuze d'inaugurazione 
tennta in nome deir Istituto Pontificio Orientale li 18 Gennajo 1920 (R 1920) 18/26. 

'} Vg. im allgemeinen WEBarnes, JTSt 2, 186,97. *) Vg. EStenij, De Syriaca 

libri Jobi interpret. quae P. vocatnr. Pars I (Diss. Helsingfors 1887). AM an dl, Die P. zu 
Hiotf nebst einem Anhang üb. ihr Verhältniß zu LXX u. Targum (Lpzer Diss. Budapest 1892). 
EBanmann, ZAtW 18, 305/38. 19, 15,95. 288 309. 20, 177/201. 264/307. 

*) Vg. SWarszawski, Die P. zu Jesaja (Kap. 1—39), ihr Verb, zum masoret. Teste, 
znr Septuaginta u. zum Targum (GieCener Diss. Brl 1897). HWeiG, Die P. zu Deuterojesaja u. 
ihr Verh. zu MT., LXX n. Targ. (Diss. Halle 1893). CHCornill, D. Buch d. Proph. Ezechiel 
137/.53. MSebök, D. syr. Übs. d. zwölf kleinen Proplieten u. ihr Verhältnis zu d. masoret. Text 
n. d. älteren Übersetzungen (Breslau 1887). VRyssel, Untersuchungen üb. d. Textgestalt u. 
d. Echtheit d. Bs Micha (Lpz 1887). AAbelesz, D. syr. Übs. d. Klagelieder u. ihr Verh. zu 
Targum u. LXX (Diss. Gießen 1896). E Nestle, Theolog. Lit.zeitung 1905, 1/3. 

») FBerg, The infl. of the Septuagint upon the Peschitta Psalter (New York 1895). 
BOppenheim, D. syr. Übs. d. fünften Bs d. Psalmen u. ihr Verh. zu d. raassoret. Texte u. d. 
älteren Übss., namentl. d. LXX u. Targum (Lpz 1891). Vg. FBaethgen, Untersuchungen üb. 
d. Psalmen nach d. P I. Teil (Kiel 1878). •) Vg. JPerles, Meletemata llf. 31f. JHänel, 

D. anßermasoret. Übereinstimmungen zw. d. Septuaginta n. d. P. in d. Genesis (Diss. Gießen 1901). 
Vg. auch RGottheil, The Peshitta-Text of Gen 32, 25. JAOS 33, 263 f. 

') Vg. HPinknss,ZAtW 14, 65/141. 161/222. Über das Verhältnis zum Targum JA Dathe, 
De ratione consensus vers. chald. et syr. Proverb. Salomonis (Lpz 1764). S May bäum, Archiv 
f. Wissenschaft). Erforsch, d. ATs, hgeg. v. AMerx 2 (Halle 1871) 66/93 und ThNöldeke ebenda 
246/9, der hier einmal das Targtim als ,.von der P. abhängig" erweist. 

•) Vg. HMager, Die P. zum B. Josua 63/7. ALazarus, Zur syr. Übs. des Bs d. Richter 
(Erlanger Diss. Kirclihain N.-B. 1901). EmSchwartz, D. syr. Übs. d. ersten Bs Samuelis u. 
ihr Verh. zu MT., LXX u. Targ. (Diss. Gießener Diss. Brl 1897). JBerlinger, Die P. zum I (3) 
B. d. Könige u. ihr Verh. zu MT., LXX u. Targ. (Diss. Brl 1897). G Janichs, Animadver- 
siones criticae in vers. syr. Peschitthonianam libr. Coheleth et Ruth (Diss. Breslau 1871). 
SEuringer, D. Bed. d. P. f. d. Textkritik d. Hohenliedes, in: Vom Münchener Gelehrtenkongreß. 
Biblische Vorträge hgeg. von OBardenhewer (FrbgB 1901) 115/28. JMSalkind, D. P. zu 
Schir Haschirim textkrit. u. in ihrem Verh. zu MT u. LXX untersucht (Berliner Diss. Leyden 1905). 
ASchKamenetzky, ZAtW 24, 171 239 (zu Pred.). Über das Verhältnis zwischen P. und Lukia- 
neischer Rezension in Sra: JDriver, Notes on the Hebrew Text of the Books of Samuel (Ox 
1890) LXXVIlf. ThStockmayer, ZAtW 12, 218/23. Duval 41 Ak. 1. 



24 -L'ie Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § "le] 

sicli fühlbar macht, wälirend unif^ckehrt durch Muliton und Origenes für den 
IvQog ihrer Zeit bezeugte Lesarten sich in ihm nicht mehr finden.') Da anderer- 
seits die Zitate des 4. Jhs bereits wesenhaft mit dem Texte der ältesten erhaltenen 
Hss. übereinstimmen, '■^) muß im Verlaufe des 3. eine Überarbeitung der alten 
hebräisch-syrischen Übs nach dem Griechischen stattgefunden haben. Gleichzeitig 
erweiterte sich aber auch der Umfang des Ganzen nicht wenig. Die Chr, bei 
der sogar noch der Einfluß des Targums sich__geltend machte,^) Ezr, Xeh*) und 
Esth") Avurden noch aus dem Hebräischen, der Überschuß der LXX einschließlich 
von I(IIl) Ezr, III und IV ilakk, wurde wesentlich aus dem Griechischen über- 
setzt. *) Ein und dasselbe Stück hat dabei mitunter sogar eine wiederholte Über- 
tragung erfahren. So liegt von I Makk eine doppelte TJbs vor.') Entsprechend 
lassen sich in dem (nicht hexaplarischen) Texte des Ekkles bei einem Vergleiche mit 
den wiedergefundenen Resten des hebräischen Originals eine Mehrzahl teils nach 
diesem, teils nach dem Griechischen arbeitender Übersetzerhände feststellen,*) und 
in ähnlicher Weise ist der Text von Tob aus einem nach einer hexaplarischen 
Vorlage gearbeiteten Teile (1,1,7,11) und einem aus einer anderen Quelle ge- 
flossenen (7,11/14,15) zusammengeschweißt.") Ein wirksames Gegengewicht gegen 
diese Erweiterung des Kanons hat späterhin selbst auf nestorianischer Seite die 



') Wenn anders im Si'oo; die P. zu erkennen ist, wie J Wichelhaus, De Xov. Test, 
vers. syr. antiqua 63,8, JPerles, Mclctemata 49,51 und JWellhauseu, Einleit. in d. ATest.* 
(Brl 1878) 604 annehmen. Dagegen allerdings FField, Origenis Hexapl. quae supersunt 1, 
LXXVIIjLXXXlI. ARahlfs, Mitt. d. Septuaginta-UnterBehmens d. Egl. Ges. d. Wissensch. z. 
Göttingen 1, 404/12. 

■■') In Betracht kommen namentlich aus dem BrM für den Pentateuch mit Ausnahme von 
Lv: 3(Addl4425. J463,;4), für Bruchstücke des Lv: 10 (Add 14444. fol 25/38. 6. Jh), für den ganzen 
Pentateuch: Or 4400 (7,8. Jh mit Ergänzungen vom J 1683;4), für Jos: 17(Add 17102. J5l'8/9), 
für Jos und Eicht: 19 (Add 14439. 6/7. Jh). für Sm I. II: 22 (Add 14442. fol 47/65. J 545). für I Kge: 
24 (Add 14430. J 793/4), für Is: 34 (Add 14443. 6. Jh), für Jer 36 (Add 17105. 6. Jh^ für Ez: .38 (Add 
17107. J590/l\ für das Zwölfprophetenb 42 (Add 14443. fol 99, 104. 6. Jh), für Dn 41 (Add 14445. J 532), 
für PslßSf Add 17110. VorJ599,6G0), für Prv 29 (Add 17108. 6. Jh), für Pred 31 (Add 14443. fol 72/98. 
6. Jh)l". Zu einer weiteren Verzeichnung der Teilhss der ATlichen P., unter denen die Ps-Hss 
besonders zahlreich sind, fehlt hier der Kaum. 

^) Älteste Es: BrM 25 (Add 17 104. 6. Jh). Vg. SFränkel. Jbb. f. Protest. Theol. 5, .öOS/Se. 
720/59. *) Von denen sich ein Text auCerhalb von Gesamthss nur äulierst selten findet, so neben 
Chr und Esth in der jungen nestorianischen Es CmbrOo 1. 11 (J 1734) 14"^ (neben 10°2''). 

'') Auf monophysitischer Seite mit (Ruth), Susanna, Judith und dem Thekla-Martyrium zu 
dem sog. „B der Frauen" zusammengefaßt. Sonderhss: BrJI 731 (Add 14652. 6. Jh!. 156 (Add 14447. 
10. Jh). Vg. JGrünthal, D. syr. Übs zum B. Esther (Diss. Breslau 1900). 

«) Hss von Weish: BrM 31. 2», I (III), Ezr: VtB 119 (J 1851) 1«, von I/IV Makk: VtB 
118 (J 1868) 4»/6<>, I. II Makk: BrM 155 (Add 14446. 6,7. Jh|. Mos 6 (J 1822/23^, II. III Makk: CmbrOo 
1. 11. 4«. 5", von IV Makk: BrM 960(Add 12174. J 1197) 75». Agg: PdeLagarde, Libri vet. 
test. apöcrypbi syriace (Lpz-Lo 1861). RLBensly-WEBarnes, The fourth book of Maccabees. . . 
in syriac i Cmbr 1895). Vg. IGTreudelenburg, Primi libri Maccab. Graeci cum vers. syr. collatio, 
Report f. bibl. u. morgenld. Lit. 15, 58/153. JHoltzmann, Die P. zum B. d. Weisheit. Eine 
krit.-exeget. Studie (FrbgB 19031. 

'') Die eine in den beiden Polyglotten, die andere in der Ambrosian. Es. Vg. GSchmidt, 
ZAtW 17, 1/47. 23362. «) Sonderhss: BrM 154 (Add 12142. fol 1/73. 6,7. Jh). VtS 6(12. Jh). 

Vg. PdeLagarde, Symmicta 1, 88. GBickell, ZKT 6, 330. JLevi, L'Ecclesiastique ou la 
Sagesse de Jesus, fils de Sira (Pr 18U8) LH. KSmend, ZAtW 27, 271/5. Ders., Griech.-syr.-hebr. 
Index zur Weisheit des Jesus Sirach (Brl lt:07). 

») Hs auUer den Gesamthss: Pr 11 (Anc. fonds 6). VtB 118 (J 1868). Vg. ThNoldeke, 
D. Texte d. Buches Tobit, Monatsberichte d. Berliner Akademie 1879, 45/69. 



[§ 4f Weiterbildung der ATlichen Pcsitta. ATliche Apokryphen. 25 

durch Theodoros v Mopsuestia verti-etene engste Ziehung seiner Grenzen nicht in 
vollem Maße zu bilden vermocht.^) Vor allem aber ist es der Pandeqtis [IIavöiy.n]g) 
genannte Hs-Tjpus jakobitischer Vollbibeln, in dessen Rahmen sie zu dauernder 
Geltung kommt. '-) 

f) Von ATlichen Apokrj-phen begegnet über den Xormalbestand der LXX 
hinaus syrisch nur in einem einzigen Exemplar die unter dem noch frischen Ein- 
druck der Zerstörung Jerusalems durch Titus entstandene jüdische Apokalypse 
des auch lateinisch, arabisch, äthiopisch und armenisch erhaltenen sog. IV. Bs 
Ezra^) und ein Volltext der nur in dieser Sprachgestalt vorliegenden mit jener 



') Vg-. vor allem 'Ai § 1. 

«) Hss des A nnd NTs: CmbrOo 1. 1, 2 (12. Jh). Pr 1,5 (Suppl. 79. J 1695), nrsprünglicli 
auch Seert 2 (vor 8. Jh), des ATs allein in jakobitischer Überlieferung : Ambros B 21 Inf. (6. Jh). 
Ox 2 (Poe 391. J 1614). 1 (Bodl 141. J 16i;7;. Bril 1 (Egerton 704. 17. Jh). VtS 7 (Anfang 17. Jh, 
unter Einfluß der Yulgata}. 258 (J 1697). VtB 115,6 (J 1868: Von Jos an\ Pr 7/8 (Anc 
fonds 2,3. 17. Jh), in nestorianischer : Brll 7149,51 Eich (J 1816. 1820. 1822). Agg des A und NTs: 
MleJay, Biblia polyglotta Parisiensia (Pr 1645). BWalton, BibUa saera polyglotta Londi- 

nensia (Lo 1657). "(Ifj^O Ic.Ax ln..A-.-? lcl\c, CX \a.lf.C ]£l\z (Lo 1823/6). 

Biblia facra vet. et novi testamenti juxta Vers, simpl. vulgo P. dictam (Mosul 1887/92;, des ATs 
allein: SLee, Vet. Test, syriace eos tautum libros sistens qui in can. hebraico habentur usw. 

(Lo 1824). A^UJGX 10..^:^. Ig^Z^*?? Öl Im^fQ \CiAz (Urmia 1852, mit nen- 

syr. Übs). AM Ceriani, Translatio syra Pescitto vet. test. es cod. Ambiosiano saec. fere VI 
photolithographice edita (Mailand 1876,83), des Pentatenchs: MGG Kirsch. Pentatenchns syriace 
ex polyglottis anglicanis snmma flde ed. (Hot-Lpz 1787). M Altschüler, D. syr. Bibelversion 
Peschita im Urtext bgeg. (Orbis antiquitatum. Eeligions- u. knltiirgesch. Quellen im Urtext 2i. 
Lpz-Wien 1908 1, des Psalters : (Der Englischen Bibelgesellschaft) Psalterinm syriace (Lo 1822. 1825). 

f*0?? V'CklV^? lüAc (New-Tork 1868. 1874. 1878. 1886). J David, Psalterinm syria- 

cnm ad fidem plnrium optimomm codd. habita ratione potissimum hebraici textns nunc accnra- 
tissime exaotum (Mosal 1877). E Nestle, Psalterinm Tetraglottnm graece, syr. chald. lat. . . . 
ex optimis codd. ed editionibns in ns. acad. impr. cur. (Tüb.-Lo-Leiden-Pr 1879) bzw. Ps. syriacum 
e cod. Anibr. saeculi fere sexti in us. acad. inpr. cur. (Leiden-Tüb. 1879). C JDavid- JGSchelhot, 
Psalterinm syr. jnxta vers simpl. P. dictam (Mosul 1885). P Bedjan, Lib. psaln:orum, horar. 
dinrnar. ord. officii divini et homiliar. rogationnm (Pr 1886 bzw. in jedem Bde des BrCh). 
WEB am es, The P. Psalter according to the west syrian text with an Apparatns Criticns (Cmbr 
1904). Weitere Agg des Psalters und ander einzelner Teile des ATs verzeichnet Lit 17/20 mit 
Ergänzung ßePTK' 3, 167. Vg.WE Barnes, The printed versions of the Peshitta of the Old. 
Test., Exp. Times 9, 560 fl. Über den Plan einer krit. P.-Ag durch die päpstliche Bibelkom- 
mission: LHaefeli, Schweizer Kirchenzeitung 1915. 157,9. 173f. 185f., über die Vorarbeiten 
zu einer solchen des Pentatenchs: WEBarnes, JTSt 15, 41,'4. Beiträge zur Textkritik: Bern- 
stein, ZDMG 3, 387,96. ARahlfs, ZAtW 9, 161/210. WEBarnes, An Apparatus Criticus 
to Chronicles in the P. Version (Cmbr 1897). Ders., JTSt 6, 220,32 (zu 2 Kg 1/13). GDiettrich, 
Ein App. crit. zur P. zum Propheten Jesaja (Gießen 1Ü05). HMager, Die P. zum ß. Josna 2/45. 
Zum Wortschatz: LTechen, Syr.-hebr. Glossen zn d. Psalmen nach d. P., ZAtW 17, 129/71. 
280/331. HEBosenwasser, D. lexikal. Stoff d. Königsbücher der P. nnt. Berücksichtig, d. 
Variauten als Vorarbeit f. eine Concordanz zur P. dargestellt (Diss. Brl 1905). 

') Hs: Ambros. B 21 Inf. Agg: AMCeriani, Mon. Sacra et profana op. coli, doctor. bibL 
Ambrosianae 5i (Mailand 1^68) 4/111 bzw. (photolithogr.) Translatio Pesc. Vet Testam. 267 r» ff. 
Übss: AMCeriani a. a. 0. 99/124, wieder abgedruckt: AHilgenfeld, Me.«sias ludaeorum 
(Lpz 1869) 212,61. BViolet, D. Esra-Apokalypse (IV Esra). Erster Teil: D. Überlieferung 
(Lpz 1910. In: D. griech. christl. Schriftsteller d. ersten drei Jhe). Zweite Kolumne. Über die 



26 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. g 4f. 5] 

Visionschrift nächstverwandten Apokalypse des Baruch.*) Häufiger erscheint 
verselljstiindif^t ein den Schluß des letzteren Apokryphons bildender Brief Baruchs 
an die im Exil lebenden Stllmme Israi'ls.^) .Je ein gelegentlich auftretender 
Splitter des vollständig äthiopisch überlieferten ,,Bs der Jubiläen" 'j und des 
Testaments der zwölf Patriarchen *) mag gleichmäßig von einer Vollübs herrühren, 
für welche wie für diejenigen der beiden Apokalypsen ein griechischer Text 
mindestens die unmittelbare Vorlage bildete. Dazu gesellt sich eine Gruppe von 
fünf apokryphen Psalmen, deren Überlieferung allerdings durch keine biblische 
Hs erfolgt. '') Dagegen steht in einer solchen sogar ein Az aus dem ,.Jüdischen 
Kriege'' des Flavius Joscphus,") und entsprechend finden sich, nachdem sie durch 
eine Verwechslung der Namen Aisopos und Joseppos unter die Flagge des 
jüdischen Historikers geraten waren, selbst äsopische Fabeln in syrischer Ubs hart 
an das Gotteswort der Bibel herangerückt.') 

§ 5. Naturgemäß hat frühzeitig auch über den Ausliau des nationalen Bibel- 
textes hinaus eine literarische Betätigung der großkirchlichen Christenheit ostara- 



Schrift selbst und ihre sonstige Textesüberliefernng ESchürer, Gesch. d. Volkes Israel im 
Zeitalter Jesu Christi 3^ (Lpz 1898) 2.32/50. EHennecke. Handbuch zn d. ntlichen Apokryphen 
(Tübingen 1S04) «31/9. StSzekely, Bibliotheca apocrypha 1 (Frhgß 1913) 284/321. 

') Hs: dieselbe. Agg: AMCeriani, Mon. sacra et profana usw. .ön (MaUand 1871) 
11.3/80 bzw. (photolithogr) Translatio usw. MKmosko, (mit Übs) PS In, 10ö6;1207. Übss: 
AMCeriani, Mon. sacra et profana In (Mailand 1866) 73/98, wenig (und nicht zu ihrem Vor- 
teil) verändert: OFFritzsche, Libri apocryphi Vet. Test, graece (Lpz 1871) 654/99. RHCharles, 
The Apocalypse of Baruch translated from the Syriac . . . with introd. and notes (Lo 1896). 
VRyssel bei Kautzsch, D. Apokryphen u. Psendepigraphen d. ATs (Tübingen 1900) 2, 
402/46: Vg. ESchürer a. a. 0. 22.S/.32. StSzekely 261/84 (mit weiteren Literaturangaben). 
Ein Fragment des Urtextes: Grenf ell-Hunt, Osyrhynchus Papyri 3 (Lo 1903) 403. 

■•')Hss:BrM36(Addl7105.6..Ih)2<'. 7(Addl2172 10/1. Jh)3». 32(Addl8715.12. Jh)7''a. l(Egcrt 
704. 17.Jh)25''a. Ox 2 (Poc391. J16!4)22». 1 (Or 141. .J 1627)//, eines Bruchstückes: Ox20(Lamb4) 
4»r, einer Masora des Textes: BrM 162 (Add 12178. 9/10. Jh). 16ö(Addl4482. ll/12.Jh). 167 (Add 
14684. 12.Jh). Agg: Pariser Polyglotte 9, 36674. Londoner Polyglotte 4, 2/4. PdeLagarde, 
Libri Vet. Test, apocryphi syriace (Lpz-Lo 1861) 88/93, mit Übs: MKmosko, PS In, 120836. 

^) Hs: BrM 860(Add 12154. 8/9. Jh)28''. Ag: AMCeriani, Mon. sacr. et prof. 2i (Mailand 
1863) IX f. *) Az ans dem Testament des Levi. Hs: BrM 861 (Addl7193. J874)S0°. Ag: 

KatWright 997. ^) Hss: CmbrAdd 1995 (Ende des 17. Jhs) I 3°b/f. VtS 183 (J 1703). Brl 

60 (Sach 132. J 1880)11" und vielleicht auch die übrigen der Dichtungen des Elija v Anbar (§ 38a). 
Ag: WWright, PSBA» 7, 257/66. 

«) VII 1/18 als „fünftes B" gezählt. Hs: Ambr. B 21 Inf. Agg: (photolithogr.) AMCeriani, 
Translatio 181/92. PBedjan, Homiliae selectae Mar-Jacobi Sarugensis 1 (Lpz 1903) 744/887. 
Auch 'Ai § 1 nennt hinter dem AT des Josephus ,,B der letzten Zerstörung Jerusalems durch 
Titus", womit wohl derselbe Text auf Grund eines Vorkommens in biblischen Hss (auch der 
Nestorianer?) gemeint ist. 

') 'AI a. a. 0. Hss: Brl 238 (Peterm 24. lö. Jh) 11 38/46» 50°. 69 (Sach 72. 16/7. Jh) IIP. 
Dijarb 27 Anh. (J 1690) 2". CmbrAdd 2020 (J 1697) 7». 10». BrMOr 2084 (J 1755/6). Urm 76 (J 1793/4). 
VtB 39. Dazu Kars.-Texte: Brl 238 II l»/37», 470/9», 5177». BrMOr 2442 (189. Jh). Beiderlei 
Fabeln sind in Brl 238 eingebettet in eine (kars.) „Geschichte des weisen Jösippös nnd des 
Königs Nebukadnezar". Agg: von 8 Nru der Hs Brl 238 Koediger' 97/100. »88 91, des Materials 
in VtB: Gismond i - 7/18, einer anderen Sammlung: JulLandsb erger, D. Fabeln d. Sophos. .^vr. 
Original d. Giiech. Fabeln d. Syntipas (Posen 1859). Vg. AGeiger, ZDMÜ 14, 5S6ff. SHoch- 
feld, Beiträge zur Syr. Fabelliteratur (Hallenser Diss. Lpz 1893) mit Ag der erzählendeu Ein- 
leitung von Brl 238. 



[§ 5ab ATliche Apokryphen. Ps-lleliton. Ab(h^garsage. 27 

mäischer Zunge sich geltend gemacht. Eine irrtümlicherweise unter dem Namen 
des Kleinasiaten Meliton überlieferte Apologie wohl des beginnenden 3. Jhs 
kann als Beleg einer solchen allerdings nur vermutungsweise angesprochen werden, 
und was die edessenische Kirche späterer Tage an Geschichtsquellen aus 
ihrer Frühzeit zu besitzen glaubte, die Hterarische Fixierung der Sage von ihrer 
apostolischen Begründung unter König Ab(h)gar Y. und die Berichte über 
das Ende ihrer gefeiertsten Blutzeugen, waren mindestens unmittelbar Schöp- 
fungen erst des 5. Jhs. Aber von einem religiösen Dichter Aswänä, den sie 
etwa in der ersten Hälfte des 4. Jhs hervorbrachte, besitzen wir mit Sicherheit 
noch wenigstens ein einziges voUst'ändiges Gedicht. Auch im Sassanidenreiche 
fehlte es in den Tagen heftiger innerkirchlicher Kämpfe, die um seinen ersten 
KPäpä entbrannten, und an der Schwelle seiner iim 441 einsetzenden großen 
Christenverfolgung nicht an einer erhebHchen Zahl großkii-chlicher Schiiftsteller, 
und hier ist an demjenigen Ap(h)rahats anscheinend der gesamte Nachlaß eines 
derselben erhalten. 

a) B Meliton v Sardes. einer der hervorragendsten alten Schriftsteller der 
kleinasiatischen Kirche, der bereits durch B Polykrates v Epbesos in seinem 
Schreiben an Papst Victor (189 199) als Verstorbener erwähnt wurde, hat zur Ver- 
teidigung des Christentums an Kaiser Marcus Aurehus (161 '80) einen /.dyoc iiteg 
TT^g niareijs gerichtet, aus dem Eusebios drei Stellen erhalten hat. Jedenfalls von 
diesem verschieden ist nach Ausweis jener Zitate die unter seinem Namen syrisch 
erhaltene Apologie, die einem ..Antoninus Caesar" überreicht, nicht wie ein Ver- 
merk des Titels fälschlich behauptet, mündlich vor ihm gehalten wurde. ') Der 
syrische Text ist aber anscheinend vielleicht überhaupt nicht aus dem Griechischen 
übersetzt, sondern ein Original, für dessen unbekannten Verfasser Hierapolis- 
Mabbög(h) als Heimat in Betracht kommen dürfte, während der kaiserliche Adressat 
in dem aus Syrien auf den Kaiserthron berufenen Elagabalus (218 22) oder schon 
in Caracalla (211/17) zu erblicken wäre, dem die Schrift anläßlich seiner An- 
wesenheit in der Osrhoene übergeben worden sein könnte. Irgendwelche auf 
Bardaiskn oder dessen Schule hinweisende Züge fehlen in derselben jedenfalls.'-) 

b) Von der Ab(h)garsage^) kennt schon Eusebios einen von ihm,*) wie er ver- 



') Hs: BrM 987(.A.(114658.7.Jh)21<>. Agg: W Cur e ton , SpicS 22/31 (41/51). ERenan 
bei Pitra, SpicSol 2 (Pr 1855) XXXVII/LVl. JCThv. Otto, Corp. apol. Christ. 9 (.Jena 1872) 
497/512 (419/32). Übs: BWelte, TQs 44, 384/410. V'g. HEwald. Gott. Gel. Anz. 1856, 655/9. 
JLJacobi. Deutsche Zeitschr. f. christl. Wissensch. u. christl. Leben 7, 105/8. JPNLand, 
AnecdS 1,535. ThXöldeke, Jbb. f. Protest. Theol. 13, 345f. KSeeberg bei ThZahn, Forsch. 
5, 237/40. OBardenhewer, Gesch.« 1, 461f. Duval 167,9. 

') Gleichwohl wurde sie für B. in Anspruch genommen von ThUl brich, D. pseudo- 
meliton. Apologie (MSdralek, Kgeschichtl. Abhandlungen 4, 67/148). Dagegen FHaase. TnU 
34 IV, 68/72. 

') B ick eil 15/7. RALipsius, D. edessen. .V.sage krit. untersucht (Braunschweig 1880) 
mit Nachträgen: Jbb. f. Protest. Theol. 7, 187/92. 8, 190,2. D. apokr. Apostelgesch. usw. 2ii 
(Braunschw. 1884) 178,200. Ergänzungsheft (1890) 105,8. ThZahn, Forsch. 1, ä50;'82. KCA 
Matthes, D. edessen. A.sage auf ihre Fortbildung untersucht (Diss. Lpz 1882). GBonnet- 
Maury, RHR 16, 269/83. LJTiieront, Les origines de Teglise d'Edesse et la legende d'Abgar 
(Pr 1888,1. JP Martin, Les origines de l'Eglise d'Edesse et des eglises syriennes (Pr 1889), 
zusammenfassend: AdHarnackl, 533/40. Duval 103/117. EHennecke, Handbuch zu d. NT- 



28 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § öbc] 

sichert, in wörtlicher Übs mitgeteilten syrischen Text, dessen Urschrift im edesse- 
nischen Archiv niedergelegt gewesen sein soll. Daß in der Tat ein solcher, nicht 
ein griechischer die literarische Urgestalt der Legende war, darf mit Bestimmtheit 
angenommen werden, obgleich auch in griechischer Sprache namentlich der apo- 
kryphe Briefwechsel zwischen dem edcssenischen Könige und Jesus sich einer 
hohen "Wertschätzung erfreute und demgemäß in einer Mehrzahl auch epi- 
graphischer Exemplare erhalten ist.*) Die ,.Lehre des Addai" betitelte Form, 
in welcher die Sage syrisch vorliegt,-) führt zwar als ihren Verfasser einen mit 
den erzählten Ereignissen angeblich gleichzeitigen Labubnä b Sennäk ein, stellt 
jedoch eine kaum vor den ersten Jahrzehnten des 5. Jhs entstandene erweiternde 
Bearbeitung des von E. gekannten Textes dar, die u. a. den Brief des Herrn 
durch eine dem Boten Abth)gars erteilte mündliche Antwort ersetzt, in die 
Missionspredigt des Addai eine Rezension der Kreuzauffindungslegende verwoben 
und das Ganze mit einem in Edessa verehrten Christusbilde in Zusammenhang 
gebracht hat. von welchem die abendländische Pilgerin Aetheria bei ihrem Besuche 
der Stadt um 385 noch nichts hörte. Die ..Lehre Addais" gibt im Gegensatze 
zu den an Eusebios anknüpfenden kurzen griechischen Thaddaios- Akten ^1 auch 
eine angeblich noch dem 5. Jh entstammende armenische t'bs wieder.*) Syrisch 
bildet ferner eine kürzere Rezension der Legende das erste Kapitel einer noch 
jüngeren ,.Geschichte des Herrn Miir(j)", in welcher dieser sagenhafte Schüler 
Addais mit einer unverkennbaren Tendenz zugunsten der kirchlichen Supre- 
matieansprüche des auf ihn zurückgeführten hauptstädtischen Stuhles von 
Seleukeia-Ktesiphon als Glaubensbote der verschiedenen Kirchenprovinzen des 
Sassanidenreiches eingeführt ward.") 

c) Die edesseiiischen Martyrerakten ") zerfallen in zwei Paare, die indessen 
gleichmäßig aus derselben Zeit und Sphäre wie die endgültige Form der ..Lehre 
des Addai" hervorgegangen zu sein scheinen. Li die Traianische Zeit rücken in 
ursächlichem Zusammenhange mit der Abgarlegende ihren Gegenstand die Marty- 
rien des früheren Götzenpriesters Sarbil ') und des Bs Bai-samjä ^) hinauf, wobei 

liehen Apokryphen (Tübingen 1904) 153/63. Oßardenhewer, Gesch.' 1, 590/96. *) Kg I 13 

§ 6/10 (.Toö»- /.eSii' Ix T/7; -inon- ueTaß).r,tHvTa iftorr,i). 

') Vg. CMK auf mann, Handb. d. altchr. Epigraphik ^F^bgB 1914) 413. 

') Hss: Petersburger {6. Jh) Urm 160 (?) von Bruchstücken: BrM 935 (Add 14654. 5,6. Jh) 
3«. 936 (Add 14644. 5/6. Jh). 861 (Add 17193. J 874) 53». Über weitere bloße Azz in Hss des 
BrM KatWright 1242 s. v. „Addai'. Agg (mit Übs): GPhillips, The Doctrine of Addai, the 
apostle. now first ed. in a complete form usw. (Lo 1876), noch unvollständige: W Cureton, 
Ancient Syriac Documents (Lo 1864) 5/23 (6/23), von Azz: KdP 3; 12. Broekelmann •■'12*21*. 

^) Agg: CTischendorf, Acta apost. apocr. (Lpz 1851) 2615. R ALipsins-MBonnet, 
Acta apost. apocr. 1 (Lpz 1891) 273/8, einer jüngeren Rezension: Lipsius-Bonnet 279,83. 

*) Ag: LAlishan, Labubnea(i) diwanagir dpir Edesio(j) T(h)ug(h)tth) Abgaru (Ten 3868) 
(Anonym). Lerubna Edesazi kam K(h)arazutih;junk(h) srboyjn T(h)adei (Jerusalem 1868). Übs: 
L.A.lishan, Laboubnia: Lettre d'Abgar ou Histoire de la conversion des Edesseens par Labon- 
bnia, ecrivain contemporain des apötres (Ven 1868). Vg. PVetter, TQs 87, 610. 

'") Hss: Urm 103 (J 171.3) 7». 160 (J 1890). Mos 86 (J 1711/2). Brl 75 (Sach 222. J 1881) 
2°. N-Dsem 112 (J 1885). 96 (J 1882). Agg: AMS 1, 45,94, mit Übs: JBAbbeloos, AB 4, 
50/131. RRaabe, D. Gesch. d. Dominus Märi eines Apostels des Orients (Lpz 1893). 

•) Bickell 17, Duval 120/9, AHeisenberg, BZ 9, 581f. ThNöldeke, Üb. 
einige edessen. Märtyrerakten , in : Straßburger Festschr. zur XLVI. Versammlung deutscher 
Philologen und Schulmänner (Straßb. 1901) 13/22. FCBurkitt(-EPreuschen), Urchristentum 
im Orient. 22 f. 89. vGebhardt , D. Akten d. edessen. Bekenner Gurjas, Samonas u. Abibos. 
TnU 37 II. 

') Hss : BrM 936 (Add 14644. 5/6, Jh) 10 ". 952 (Add 14645. J 935/6) 18». Agg : W C u r e t o n , 



r§ 5cde Ab(h)garsage. Die edessenischen Mart3-rerakten. Aswäuä. Papa. 29 

eine unsinuigenveise trotzdem festgehaltene syncbronistisclie Angabe den letztei-en 
als Zeitgenossen des Pajistes Flavianus (236/50) bezeichnet, also verrät, daß die 
Blutzeugen vielmehr Opfer der Decianischen Verfolgung gewesen sein müssen. 
Als solche der Diokletianischen führen ihre Helden die Akten des Gürja und 
Semönä,') sowie diejenigen des Diakons Habbib(b)-) ein. die beide von demselben 
Theopbilos verfaßt sein wollen. Eine scheinbar peinlich genaue, iu der Tat aber 
stets von chronologischen Unstimmigkeiten belastete Datierung ist diesen Texten 
untereinander, die Fiktion einer Abfassung dxuxh Augenzeugen des Erzählten 
allen, diejenige einer archivalischen Hinterlegung, bzw. notariellen Beglaubigung 
der Urschrift wenigstens dem ei-sten Paare mit dem Addai-Apokryphon gemeinsam. 

d) Aswiiiia^i lebte als Mönch in Edessa. wo seine Dichtungen in den ersten 
Jahrzehnten des b. Jhs noch gesungen wurden. Auch wußte man damals, daß er 
den Tod durch einen Sturz im Gebirge gefunden habe, als er den Himmelfahrts- 
wagen besteigen wollte, den der an Halluzinationen Leidende sich wie einst dem 
Propheten Elias bereit stehend wähnte.^) Nicht über das 9. Jh hinauf läßt sich 
dagegen eine Tradition verfolgen, welche ihn zum Lehrer . Ap(h)rems macht, ^) 
unter dessen Namen Stücke seines Nachlasses in liturgischer Überlieferung geraten 
sind. Ein die Feststellung dieser Sachlage gestattendes Zitat '^j eines in sechs- 
silbigem Metrum gehaltenen Liedes mit alphabetischer Aki'ostichis und dialogischem 
Inhalt geht auf ein Korpus von Totengesängen des alten Meisters zurück. 

e) Päpä b 'Aggai,') B von Seleukeia-Ktesiphon bemühte sich im ei'sten 
Drittel des 4. Jhs um einen organischen Zusammenschluß der Christen des Sassaniden- 
reiches unter der Suprematie des Stuhles seiner politischen Hauptstadt, dessen 
Lihaber seitdem den Titel eines K führte. Bei nicht wenigen BB ist er dabei 
auf heftigen Widerstand gestoßen, der sich bis zu dem Versuche seiner Absetzung 
durch eine Synode verdichtete. Im Verlaufe dieser "Wirren soll er sich brieflich 
an die „abendländischen Väter" d. h. die BB der äußersten Ostprovinzen des 



Ancient Syr. Documents 41/62. AMS 1,95/119. *) Hs: BrM 952. 19°. Agg: WCureton 

63'72. AMS 1, 12030. Brockelmann 21*/30*. GMösinger, Acta ss. martyrum Edessenorum 
«sw. 1 (Innsbr IST-i). Vg. RDuval, Les actes de Scbarbil et les actes de Barsamya, JA' 14, 40/58. 

') Hs: Jer Mkl 37* (15. Jh) 1°. Ag (mit t'bs): IgnERahmani, Acta sanct. cont'essoram 
(Jnriae et Shamonae cxarata svr. lingna a Tbeojihilo Edesseno a. Chr. 297 (E 1899). FCBurkitt, 
Eupbemia and the Goth with the Acts of martyrdom of the Confessors of Edessa ed. and examin. 
(Lo 1919i. Übs: in Verbindung mit Ag eines unmittelbar aus dem syrischen Original geflossenen 
griechischen Textes: OvGebhardt a. a. 0. 2/63. Ag eines armenischen: TerGMkertschian, 
Ararat. 1896. August. Übs desselben: FCConybeare, The Guardian 1897, 227 8. Vg. ABaum- 
stark in d. Akten des II. internationalen Kongresses f. christl. Archäologie [R 1901). 

=) Hs: BrM 952. 20. Agg; WCureton 73/86. AMS 1, 144;60. Übs mit Ag des griechischen 
Textes: OvGebhardt a. a. 0. 64/101. Ebenda 102/228 Ag der sekundären griechischen und 
eines lateinischen Textes über die drei „edessenischen Bekenner". 

») Philoienos, Brief an Patrikios f g 23 c) : IgnERahmani, StS 4, 83 f. 173. Antonios Rhetor 
{§ 44h), B 5. Kahmani a. a. 0. XXVlIf. *) Philoxenos a. a. 0. ") Antonios a. a. 0. 

*) Bei Antonios. Vg. Kahmani XXVII. 

") Das Zitat findet sich in einem VtS 92. 4" 39 als Toten- Madih>äsä Apfhirems unvoll- 
ständig und in Mosnler Hss der ßegräbnisliturgie anseheinend ohne Verfasserangabe vollständig 
erhaltenen Stücke. Ag: Rahmani a. a. 0. 85/7 (74f.), des römischen Bruchstückes: in der 
röm. .\p'h)rem-Ag. OpS 3, 324 (als „Funebris canon" 57). Da Antonios das sechssilliige Metrum 
als für A. charakteristisch bezeichnet, dürfte diesem noch ein zweites in demselben gehaltenes 
Bruchstück unter dem Namen Aph)rems zuzuweisen sein; der Toten-Qälä VtS 92. 3° 18. Ag: 
OpS Ap(h)rems 3, 326 (als „Funebr. can." 60j. 

SynOr 46/8 (290/2). Akten des MUes : AMS 2, 266/8. EbS 45. ChrS 1, 86. MbS 8/16 (7/14). 
'Am 13/5 (8t.). B'EKg 2, 27,34. BO 1, 186. 3i, 59. 346. Labonrt 16/28. Lübeck 11/4. 



30 Die Literatnr bis zain Zeitalter der christologiscben Kämpfe. § öefj 

römischen Reiches um Unterstützung gewandt und von ihnen eine förmliche An- 
erkennung seiner Ansprüche auf die Oberleitung der gesamten persischen Christen- 
heit erlangt haben.') Von seinen bischöflichen Gegnern wird eine ganze Reihe 
neben einem Andreas aus einem Kloster des Märe auch als schriftstellerisch 
tätig bezeugt.^) Von denselben soll ein D a v i d v Biisrä auf seinen Sitz verzichtet 
haben, um in Indien sich einer erfolgreichen Missionstätigkeit zu widmen. Ein 
'Ab(hldis6' v Kaskar ist keinesfalls mit dem bloßer literarischer Fiktion an- 
gehörenden Archelaos zu identifizieren,^) den ein Hegemonios zum Träger einer 
um die Mitte des 4. Jhs griechisch abgefaßten Doppeldisputation mit Mani ge- 
macht hat,*) die von Hieronymus fälschlich für Wiedergabe eines syrischen Ori- 
ginals gehalten wurde.*) Ein Abraham v Testar ist ebensowenig näher be- 
kannt. Ein Gaddjahb v Bet(h) Lapat, Jöhannän v Maisiin und der*) näher- 
hin als Verfasser von Reden und Briefen verschiedenen Inhalts bezeugte Miles 
V Süs (Susa) ') sind zu Anfang der großen sassanidischen C'hristenverfolgung 
Märtyrer geworden. Das gleiche Schicksal hatte der frühere Archidiakon und 
spätere Nachfolger P.s Sem'on b Sabbä'e,«) 7 13. 4. 344 (oder 17. 4. 341?). 
Dem letzteren, von dessen außerdem erwähnten Briefen ") sich nichts erhalten 
hat. brauchen einige sichtlich besonders altehrwürdige Gesangstücke des späteren 
nestorianischen Ritus nicht notwendig mit Unrecht beigelegt zu werden."; Da- 
gegen erweist sich ein über die kirchliche Hierarchie als Abbild der himmlischen 
handelndes ..B der Väter"', das er einem Schüler Aggör gewidmet haben soll, auf 
den ersten Blick als ein sehr junges nestprianisches Pseudepigraphon.^') 

f) Ap(h)rahat.'-) ist glaubhafter Überlieferung zufolge der ursprüngliche 

') Über die in der Folgezeit verbreiteten Texte dieses Briefwechsels und ibre Unecbtheit 
§ 19b. Noch weniger Vertranen vermag eine legendarische Biographie des angeblich fünften 
Nachfolgers des Apostels llär(j) mit Namen Ahäd(h)abftj, zu erwecken, die bereits bei MbS 6f. (öf). 
'Am öf. (3f). B'EKg 2, 26 nachwirkt oder ans der hier vorliegenden Cberliefung heransgesponnen 
ist und mit einem durch den Nomokanon des 'Ai erhaltenen angeblich schon im 2. Jh dem Sitze 
von Selenkeia-Ktesiphon seine Selbständigkeit dem antiochenischen gegenüber zusichernden Briefe 
der „abendländischen Väter" zusammenhängt. Hs: Seert 108 (17. Jh) Anh. A. Sonderag des 
Briefes: BO 3i, 52/5. Vg. Labourt 10 f. 

«) ChrS 1,83. AScher, EOG 11, 2f. ») Wie Scher a. a. 0. 3 möchte. 

*) Erhalten in lat. Übs. Letzte u. beste Ag: ChHBeeson, Hegemonins. Acta Archelai 
(Lpz 1906 = Griecb. Christi. Schriftsteller d. ersten drei Jhe. Nr. 16). Vg. AdHarnack 1, 5-tOf. 
2n, 163f. OBardenhewer, Gesch. 3, 266/9. 

■*) De vir ill. § 72. Das tatsächliche Durchschimmern einer solchen suchte nachzuweisen 
KKeßler, Mani. Forschungen über d. manich. Religion 1 (Berl 1889) 87/171. Dagegen durch- 
schlagend ThNöldeke, ZDMG 43, 535/49. «) Durch 'Ai § 50. ') Sozomenos Kg II 14. 
Seine Akten: AMS 2, 260/75. *J Über seine Akten § 9e. Außerdem EbS 46,27. ChrS 1, 86/'95. 
MbS 16/9 (14/6). 'Am 15/9 (9/11). B'EKg 2. 34,6. 'Ai § 49. ») 'Ai. 

•") Nach VtS 83 (Hüd(h)rä-IIs vom J 1537) fol 437 je die "Ünitih iä zur Komplet des ersten 
Fastendienstags und znr Opferung in der Messe des Weißen Sonntags, nach MbS 18 (16) das 
dem letzteren entsprechende Stück des Gründonnerstags, in den Hss Brl (Orqu 803) 30 m) XV, 
CmbrAddl966. 3''lr' die CmbrAdd 2036. 3»m?' und Pr 24. 30 x vielmehr Ap(h)rem zugeschriebene 
Tesböhtä für Fastensamstage. Agg der drei ersten Stücke: BrCh 2. 77 f. 450. 350. MKmosko, 
PS In, 1050, des vierten: Kmosko 1048/51. Über den Begriff der beiden Gattungen liturgischer 
Gesänge § 30g bzw. 8 g und 16 d, über die TesbChät(h)ä-Hss § 16 d. 

") Hss: Brl 102(Sachl08. 16.Jh)IIP. Mos 61 (J 1695/6) II». 105 (beigebunden!) CmbrOo 1. 29 
(17/8. Jh). Bs: KatSachau 360f. Ausführlichere Inhaltsangabe: Parisot, La Science Catholique 
1890 Mai/Juni. Vg. WMaclean-WHBrowne, The Catholicos of the East and his people 
(Lo 1892) 183 f. Ag einer Textprobe: KdP 62 8. 

") Bzw. Pharhäd(h). Georgios B der Araber (§ 41 c) : PdeLagarde, AnalS HO. VRyssel, 



[g 5f. 6 Zeitgenossen Päpäs. Ap(h)rahat. 31 

Name eines frühzeitig selbst gelehrten Kreisen wenigstens des monophysitischen 
Syriens nur mehr unter der Bezeichnung des ,.persischen Weisen'' bekannten 
Schriftstellers, den derselbe beim Empfange der Taufe oder bei Übernahme des 
bischöflichen Amtes mit dem Namen Ja'qöb(h) vertauscht zu haben scheint. Daß 
er in der Tat B und daß er aus asketischen Kreisen hervorgegangen war, ergibt 
sich aus seinen eigenen Äußerungen. Daß sein bischöfhcher Sitz, wie eine ver- 
einzelte Notiz will,*) in dem Kloster Miir(j) Mattai bei Mosul gestanden habe, 
widerspricht der sonstigen Ti'adition über die Grüudungszeit des späterhin als 
Hochburg des Monophysitismus berühmt gewordenen. Im J 337 vollendete er 
die 10 ersten, im J 344 die 12 weiteren von 22 „Reden"' oder ,.Briefen'', die 
von einer durch ihre Anfangsbuchstaben gebildeten alphabetischen Akrostichis zu 
einer Einheit zusammengehalten werden und einen unschätzbaren Einblick in die 
dogmatische Vorstellungswelt und die kirchlich-disziplinaren Verhältnisse der 
Christenheit des Sassanidenreiches gewähren. Aufnahme in die Sammlung hat 
als Nr. 14 auch ein Synodalschreiben gefunden, das vom Verfasser in einem 
Augenblicke schwerer innerer AVirren der persischen Kirche im Auftrage eines 
anderswo tagenden zur Übersendung an ein in Seleukeia-Ktesiphon versammeltes 
Konzil redigiert worden war d. h. vielleicht auf die Oppositionsbewegung gegen 
Päpa zu beziehen ist. Eine Ergänzung des Ganzen bildet die einen Abriß der 
ganzen AThchen Geschichte enthaltende Abhandlung ,.über die Traube'', die im 
8. 445 entstanden ist.^) Den Nachlaß A.s hat schon Gennadius *) irrigerweise 
dem B Ja'q6b(h) v Nisibis (-(■ 438) zugeschrieben, unter dessen Namen sich der 
größere Teil desselben (Nr 1/19) in einer alten armenischen Übs,*) eine einzelne 
Abhandlung (Nr 5) auch in einem äthiopischen Texte erhalten hat.^) Nur in 
armenischer Übs leben Bruchstücke eines Schreibens fort, das ein edessenischer 
Zeitgenosse A.s, der BAit(h)allähä,'') ord. .T 23/4, f 345/(i, an die Christen- 
heit des Sassanidenreiches richtete.') 

§ 6. Auf der Grenzscheide persischen und römischen Syrertums steht der 
Mann,' dessen Wirken im literarischen Leben der ostaramäischen Christenheit 
die Überwindung des gnostischen durch den großkirchlichen Geist besiegelte: 



Georgs d. Araberbischofs Gedichte n. Briefe (Lpzl891) 45. BB 268. ChrS 1, 82f. EbS 15f. (6f.) 
B'EKg 2, 33f. (Vg. 1, 85f., wo der „persische Weise" vielmehr Büz(i)tis genannt wird.) 'Ai § 60. 
Bickell 18. CJFrSasse, Prolegomena in .\phr. Sap. Persae Sermon. Homileticos (Lpz 1878). 
JForget, De vitaet scriptisAphr. Sap. Persae (Löwen 1882). E Nestle, RePTK^l,Gllf. JParisot, 
PS li, 1X,LXXX. Wright 32f. Duval 225,9. Labourt31/9. FCBnrkitt(-EPreusch en), 
Urchristentum im Orient 53f. PSchwan, Afrahat, seine Person u. sein Verständnis d. Christentums 
(Brl 1909). OBardenhewer, Patrol.» 333/5. Lübeck 15 f. ') In der Es BrM 850 (J 1364). 

') igäg: BrM.o'28(Addl4619. 6.Jh), derNrl/10: 529(Addl7182foll;99.J 473/4), der Nr 11/234: 
530 (Add 171 82. fol 100/75. Jöll/2), TonXr23: 8.50 (Or 1017. J 13G4) 5»a. A_g;g: WWright, The 
homilies of Aphraates (Lo 1869). JParisot, PS li, ii. 1,490. Übss: GBert, TuU 3 in, der Nrn 1/4. 
7. 12. 18. 22: GBickell, Ausgew. Schriften d. syr. Kirchenväter Aphraates, Rabulas u. Isaak 
v. Xinive (Kempten in BKv 1874) 7/151, engl.: JGwynn in Xicene und Postnicene Fathers 13, 
Vg. JMSchönfelder, TQs 60, 195/256. SFunk, D. haggad. Elemente in d. Ilomilien 
d. Aphrates d. pers. Weisen (Wien 1892). E Hartwig, Untersuchung zur Syntax d. Afraates. I. 
(Diss. Greifswald-Lpz 1893). KHConnoUy, Aphraates and Monasticism, JTSt 6, 52'2/39. 

') De vir. ill. §1. *)Ag: NAntonelli, S. patris nostri J. ep. Nisibeni sermones 

(R1756. nVien 1765). ») Ag: FrMEPereira in: Oriental. Studien. ThNOldeke z. 70. Gebtag. 
877/92. •) ChrE z. den JJ 636 und 657. Chr in 288(215). M 1'20. 124 (1, 203. 248). B'E 

Kg 1, 66. ') Ag: PThorosian, Fazmaweb 70, 559,67 nach der Es 822 der Mechitharisten- 
bibliothek tos SLazzaro. 



32 l'ic Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. S 6a| 

A p I h) r e ra aus Nisibis, der nach dem Rückfalle seiner Vaterstadt an das Sassa- 
nidenreicli in Edessa den endgültigen Boden seiner Tätigkeit fand. Die Lebens- 
geschichte des „Propheten der Syrer"', wie die dankbare Verehrung seines Volkes 
ihn nannte, hat frühzeitig fromme Sage mit ihrem Gespinst zu umranken begonnen. 
Die Bedeutung seines Lebenswerkes bedarf keiner legendarischen rntcrstreichung. 
Überwältigend ist schon rein umfänglich die Masse des unter seinem Namen im 
Original und in mannigfachem fremdem Sprachkleide Erhaltenen, ohne gleichwohl 
auch nur entfernt das tatsächlich von ihm Geschaffene zu erschöpfen. Anderer- 
seits kann es freilich von vornherein keinem Zweifel unterliegen, daß jene Masse 
auch nicht weniges Unrechte und noch mehr Unsicheres enthält. 

a) Eine Heraussähe griechisch unter dem Namen A.s erhaltener Schriften 
war schon seit 1431 in den lateinischen Ubss des ( 'amaldulensergenerals Ambro- 
sius, des PFZinus aus Verona und des GerhardVossius und 1709 im Original durch 
EdThwaites erfolgt. In umfassender Weise wurde eine solche in den drei von 
JSAssemani besorgten griechisch - lateinischen Eden der großen römischen 
Ag ^) (= OpG) in Angriff genommen, während die drei sj'risch-lateinischen Bde der- 
selben-) (= OpS), die der Maronite P. Mobarrek (..Petrus Benedictus"! SJ. 
bearbeitete und nach dessen __ Tode StEvAssemani zu Ende führte, erstmals 
eine Kenntnis der syrischen Überheferung erschlossen. Leider sind dieselben je- 
doch so wenig kritisch gearbeitet, daß auf einen Nachweis der hslichen Grund- 
lage grundsätzlich verzichtet wurde und für bestimmte Partien dieselbe nicht 
einmal nachträglich mehr zu ermitteln ist.^) Eine armenische A.-Ausgabe der 
Mechitharisten von S. Lazzaro bei Venedig^) macht gleichfalls ein Zurückgehen 
auf die Hss nicht überflüssig. Erst die Ergänzungen, welche der aus den Schätzen 
der Vaticana stammende syrische Stoff der römischen Ag aus Londoner, Oxforder, 
Pariser und orientalischen Hss namentlich durch JJOverbeck,") ThJLamy.*) 
für bestimmte Texte durch GBickell und durch den Patriarchen IgnERahmani') 
erfuhr, genügen in erhöhtem Maße bilhgen philologischen Ansprüchen. Eine auch 
den weitestgehenden Forderungen kritischer Editionstechnik gerecht werdende 
Neuag der griechischen und lateinischen A.-Ll)ss und der entsprechenden syrischen 
Originale hat S JMercati mit einem drei metrische griechische '/.öyoi enthaltenden 
ersten Faszikel eröffnet.*) Um die Verdeutschung syrischer wie griechischer A.- 
Texte bemühte sich mit besonderem Eifer der Benediktiner P Zingerle."; dessen 



') S Patris nostri Ephraemi Syri op. omnia quae ex?tant graece, latine, syriace iu sex tomos 
distributa . . . nunc primnm . . . e bibliotheca vaticana prodeunt. 1/3. Graece et latine (R 1732/46). 
') S Patris usw. 1,3. Syriace et latine (R 1737,43). ') Erbracht ist ein Nachweis -der in Be- 

tracht kommenden Hss nunmehr, soweit niüglieh, durch FCBurkitt, TaSt 7n, 6/19. 

*) 4 Bde. (Yen 1836). ') S. Ephr. .?yri. Rabnlae, Balaei aliornmque op. selecta (Ox 18651. 
•) S. Ephr. Syri hymni et sermones. 1/4 (Mecheln 1882,1902). ■) AuDer den StS. und der unten 
S. 41 Ak. 14 zu zitierenden Ag kommen noch zwei als Fortsetzung der letzteren gedachte Bde 
(ohne Titelblatt, der zweite unvollständig) in Betracht f^Rahmani 2 bzw. 31, die anscheinend 
nicht in den europäischen Buchhandel kamen und mir in einem durch AdRücker aus dem Orient 
mitgebrachten Exemplare zugänglich waren. Ein anderes im Besitze von HGoussen. 

') S. Ephr. Syri Op. Text, syriacum, graecum latinum ad fid. codd. recensnit, prodogomenis, 
notis, indieibus instruxit. Tom. 1. Fase. 1 iR 1915). 

') Vorzugsweise in den beiden Sammlungen: Ausgewählte Schriften d. hl. Kirchenvaters 
Ephr. aus d. Griech. u. Syr. übersetzt 1,6 (Innsbr ISSO,*. '1845/6). Ausgew. Schriften d. hl. Eph. 
ans d. Syr. u. Griech. übersetzt 1/3 (Kempten in BKv 1870,6). Englische Übss der OpS 2. 396. 
3, 209. 1,tO. 1. 164 beginnenden Stücke: JBMorris, Select Works of S. Ephrem the Syrian 



[§ 6b Ap(h)rem: Ausgaben. Quellen über ihn. 33 

Erbe in der Neubearbeitung der BKv SEuringor und AdRücker ange- 
treten haben.') 

b) Unter den Quellen über Person, Leben und literarisches Schaffen A.s*) 
würden von ihm selbst gemachte Angaben oder Andeutungen naturgemäß eine über- 
ragende Bedeutung behaupten. Doch sind solche in unzweifelhaft echten Schriften nur 
selten. Einige als Ganzes hierher gehörende Stücke unterliegen mehr oder weniger 
starken Bedenken. Obenan steht das in verschiedenen Rezensionen des syrischen Ori- 
ginals") und einer griechischen Ubs^) erhaltene „Testament"', eine poetische Abschieds- 
rede des Sterbenden in siebensilbigem Metrum, in der nach Abzug von Interpolationen 
und eines erzählenden Anhangs ^) ein echter Kern kaum zu verkennen sein dürfte. 
Geringeres Vertrauen erweckt eine kürzere syrische Dichtung, in welcher der 
Dichter sich in Gebetsform der Strenge und unverbrüchlichen Treue seines aske- 
tischen Lebens rldimt.") Nur eine griechische Überlieferung besitzen drei demütige 
Selbstanklagen, die vom Standpunkte mönchischer Askese aus vielmehr die Ir- 
rungen einer gottentfremdeten Jugend beweinen,") und ein mit einem solchen 
auf die vierzig Märtyrer von Sebaste *) eng zusammenhängendes iy-Mouinv auf 
Basileios,*) das eingehend einen angeblichen Besuch A.s bei dem großen Kappa- 
dokier schildert. Mit dessen Schüler 8em'6n v Samosata wird mindestens in einer 
von drei verschiedenen Rezensionen eine syrische Prosabiographie in Verbindung 



(Ox 1847), hauptsächlich aus OpS: HBurgess, Select metrical bymns and homilics (Lo 1853). 
weitere: JGwynn iu: Nicene and postnicene Fathers. 13. 

') BKv* 37: D. hl. Ephr. d. Syrers ausgew. Schriften. Aus d. Syr. u. Griech. übs. (Kempten- 
Münch. 1919). Hier S. I XLVII auch eine sehr gute „Allgemeine Einleitung" über A. und seine 
Werke; entsprechende „Prolegümena" : Lainy 1, XXI/LXIl. Mit genauen Angaben über die der 
römischen Ag vorangegangenen Veröffentlichungen. Ders.. Universite Cathol. (Lyon) 3. Nr 3 (vom 
15. 3. 18'.W). Vg. auch Bickell 18/21. Wright 33,7. Duval 75;7. 331/7. OBardenhe wer, 
Patrol.' .395/400 bzw. von sonstigen zusammenfassenden Arbeiten über A. als Exegeten: 
CALengerke, Commentatio critica de Ephr. Syro s. scripturae interprete (Halle 1828). Ders., 
De Ephr. Syri arte hermeneutica (Königsb 1831). Th JLamy, EB. 2, 5/25. 161/181. 465/86, über 
A. als Dichter: CFerry, S. Ephrem poete (These. Pr 1877). ABaumgartner, Gesch. d. Welt- 
literatur' 1 (FrbgB 1901) 179/205. Ders., St. aus Maria Laach 50, 196/213. BSchmidt, D. 
BUdersprache in d. Gedd. des Syrers Epbräm. Teil 1 (Diss. Breslau 1905), bzw. AH aase, S. Ephr. 
Syri theologia, quantum ex libris poeticis cognosci potest, explicatur (Diss. Halle 1869). 

*) Lamy 4, IX.XLI („De fontibus vitae s. Ephraemi Syri"). Zusammenstellung der griechi- 
schen: OpG 1, XXI/LI. In Betracht kommen auDer den Hauptquellen vor allem ChrEd, EbS und 
Ps.-D z. J 684. ChrM 144, 197, 203, 298 (112, 151, 156, 223). Weitere anonyme Chronik: CSCO. 
Ser III. 14, 5. ChrS 1, 83/5. 179/87. M 124. 133. 135. 138, 140 (1, 246 f., 260, 266, 271, 297). B'EWg 
62f. (65f.). Kgl, 69f. 107f. Theodoretos Kg II 26, IV 26. Hist. Laus. § 101. Apophthegm. 
Patr: PG 65, 1698. Hieronymns. De vir. ill. g 115. 

ä) Hsg: BrM 765 (Add 14666. fol 57/64. 7. Jh)l°. 791(Addl4624. 9. Jh)l». VtS 117 (12. Jh) 45°. 
VtB 45 (17. Jh) 2°. Mos 90. 4«. 101 (17. Jh) Anh. 1°, einer abweichenden Rezension: Brl 68(Sach 
229. 16/7. Jh) VI», einer gekürzten Textgestalt: BrM 752(Addl4582. J816)3». Agg: OpG 2, 395/410. 
Overbeck 137/56 (XXVri;XXXIII), nach der Berliner Es: PBedjan, Liber superiorum usw. 
{Pr 1901) 681/96, mit KoUation der früheren: EDuval, JA" 18, 24,3/83. Übs und Kommentar: 
Th JLamy , Compte rendu. IV. Congr. intern, des Catholiques 16 — 18 Aoüt. Fribourg lf^02. Sciences 
religieuses 173,209. Vg. JHalevy, JA" 19, 144/6 (über Zitat von Hss 10,11). 

*) Agg: OpG 2, 2.30/47. ') Über ein Gespräch des Sterbenden mit einer Jungfrau Lam- 
protata. ') Ag nach mehreren liturgischen Hss: IgnERahmani, StS 1, 12f. (Uf.). 

') Farbloser "E/.ty/oi airol xai iiofto/jiyr,ati. ITeoi ^ößov xjrv/wv, WO der Verfasser sich zu An- 
fang ausdrücklich als 'Eifodiu nennt. Zweiter "Ehyyoe airis xa\ liouo).6yr^oti mit allein bestimmten 
persönlichen Angaben. Agg: OpG 1, 18/23. 183/7. 119/94. Verwandt auch ein .Id/oj <äoxi;T«de, Ag: 
ebenda40;70. Übs: Zingerle, BKv 3, 306/50. ") Ag: OpG2,341/56. »} Ag: Mercati 1, 11.3/88. 
D.iamstark. Gcschiclit« der .syrischen Literatur. •■> 



34 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologiscben Kämpfe. § 6bc] 

gebracht, die indessen bereits ein recht legendarisches Gepräge trägt.') Sie wirkt 
auf dem griechischen Sprachgebiete neben dem „Testament"', wo nicht schon bei 
. ^ Sozomenos,^) so doch in einem wohl entschieden zu Unrecht als Werk des 
t*tUt>rf I Gregorios v Nyssa überlieferten iyxdiutov nach,'') von dem wieder die neben einen 
anonymen griechischen Bioc *) tretende A.- Biographie des Metaphrasten abhängig 
ist.^) Dagegen verrät auf dem syrischen ein Preisgedicht des. Monophysiten 
-f ^^^ Ja'qöb(h) v Serüg(h) (§ 24c)'') noch keinen Einfluß ihrer sagenhaften Überlieferungen. 

c) Das Lebensbild A.s, das sich aus diesen Quellen ergibt, ') läßt an nicht 
wenigen Punkten die wünschenswerte Sicherheit vermissen. In Nisibis unter der 
Regierung Konstantins d Gr, genauer wahrscheinlich in den ersten JJ derselben, 
geboren, wäre er nach einer Uberlieferungsvariante *) der Sohn eines dortigen 
heidnischen Priesters und einer aus Amida stammenden Mutter, nach einer 
anderen,") zu deren Gunsten vielleicht sein Selbstzeugnis '") geltend gemacht werden 
kann, vielmehr ein Kind christlicher Eltern gewesen. Daß er, wie berichtet wird, 
erst im 18., wenn nicht sogar 28. Lebensjahre die Taufe empfangen habe.^') 
wäre auch im letzteren Falle durchaus denkbar. Daß er seinen B Ja'q6b(h), den 
er selbst'") als den Lehrer seiner Jugend bezeichnet, schon 325 zum Konzil nach 
Nikaia begleitet habe,'-') ist dagegen weniger glaubhaft. Sagenumwoben ist auch 
die Rolle, die er an dessen Seite während einer Belagerung von Nisibis durch 
die Perser im J 338 gespielt haben soll.'*) Ein Gleiches gilt von seinem deshalb 
aber keinesfalls geradezu in Zweifel zu ziehenden Anschluß an das mönchisch- 
asketische Lel)ensideal. Die 363 erfolgte Abtretung von Nisibis veranlaßte ihn 
zur Auswanderung nach dem im römischen Besitze verbhebenen Gebiete. Nach 
vorübergehendem Aufenthalt in der Landschaft Bet(h) Garmai und in Amida 
lebte er seit 365 in Edessa wohl als Lehrer der vielleicht von ihm selbst erst be- 
gründeten dortigen „Schule der Perser"' und ist hier 9. 6. 373 gestorben.'") Daß 

') Hsä je einer der drei Rezensionen: Vt 117 (12. Jh) 76». Pr 25 (Anc fonds 144. 13. Jh) 
170. BrMOr 4404 (19. Jh) fol. 73 ff., nnsicher welcher: Seert 63 (15. Jh). Mos 86 (J 1711,2). X-Dsem 
^*.At^ 112 (J 1886). 113. Agg_der röiakchen Rezension: BO 1, 26/55. OpS 3, XXIII/XLIII. Uhle- 

mann 1/27, von Azz: Wenig 39/41. Zingerle 204/11, der Pariser Rezension: Lamy 2, 389. 
AMS 3, 621/65, iinvollst.: Brockelmann 30*/50*. ^- »■ 23 43, von Azz: GBickell, ZDMG 27, 
600/4. Über die Londoner Rezension: Lamy 4, XLf. Über eine armenische Übs des 12. Jhs: 
P Martin, Hist. de TEgl. d'Edesse (Pr 1889), 127. Ein Az anscheinend aus der dritten Rezension : 
ChrS 1, 291/9. Ein syrisches Eo mjendium z. B. in den Hss: Vt 155 (J 1515) 7". 39. Brl "201 (Sach 
165. 14. Jh) fol 6» r. Ox 142 (Marsh fbl)"25°."AggT~BO'ir25f. bzw. Wenig a.a.0.38f. Lamy2, 
VIII f. Vg. Lamy 4, XXVIII. Sem'ön wird in der ChrS als Verfasser, im Anfang der dritten 
Rezension neben einem anderen A.-Schüler Thomas als Gewährsmann bezeichnet. 

2) Kg III 14. 16. ') PG 46, 819/50. OpG 1, I/XIX. Vg. EXestle. RePTK' 5, 406 f. 
KHoll, Amphilochius v Ikonium (Tübingen-Lpz 1904) 196. ThSinko, Nazianzeuica 1 (Krakan 
1906) 31f. OBardenhewer, Gesch. 3, 208. *) Ag: OpG 1, XXIX XXSIIL ") Ag: OpG 1, 
XX/XXIX. «) Ag: AMS 3, 665/79. 

■) JAlsleben, D. Leben d. Hl. Ephraem d. Syrers (Brl 1853). Lamya. a. 0. EBonvy. 
Les sonrces historiques de la vie de S. E., Rev. Augustinienne 1903 ii, 155/64. Bardenhewer, 
BKv* S7, XII/XVII. ®) Syr. Biographie. ') Anonymer griech. Bio;, die syrisch-maronitiscbe 
und griech. Syuasarüberlieferung. Vg. BO 1, 26. OpG 1, XXXIII f. 

">) Geg. d. Irrlehren 26: OpS 2, 499. Üb. d. Jungfräulichkeit: Ag Rahmani 103. Über- 
einstimmend auch der ausführlichere Vs/ifvjfo;. ") Ersteres nach der zweiten n. dritten, letzteres 
nach der ersten Rezension der syr. Biographie. '■') Nisiben. Gedichte 13 Str 5. 14. 17. 19; 14 

Str 26; 16 Str 17; 17 Str 11. " ") M 1"24 (1, 246 f.). '*) Theodoretos II 26. M 135 (1, 266^ 

") So übereinstimmend die beiden ältesten hier in Betracht kommenden Zeugen ChrE 
und Ja"q6b(h) v Edessa: ChrM 5(5) bzw. 299 (2"23). Ebenso ChrM 203(156) bzw. CSCO Ser. III. 
14, 5. Über Varianten des Todestages bei den Späteren (8, 18 oder 19. 6) Lamy 4, XXVIII. 



[§ 6de Ap(h)rem: Lebensbild. Literarischer Nachlaß. Übersetzungen. 35 

er den Vortrag seiner sangbaren Dichtungen durch Jungfrauenchöre persönKch 
leitete/) dürfte auf guter Überlieferung beruhen. Seit wann er die Diakonats- 
weihe besaß, bleibt ungewiß. Die Tradition von seiner Reise nach Kaisareia, wo 
er sie von Basileios empfangen hätte,'-) erfährt entweder durch dessen rühmende 
Zitierung eines ungenannten SjTcrs oder ]\Iesopotamiers ') eine entscheidende Be- 
stätigung oder sie stellt die dichterische Weiterspinnung einer an sich keineswegs 
zwingenden Deutung jener Zitate auf A. dar. Sicher ungeschichtlich ist die 
Nachricht von einem achtjährigen Aufenthalte A.s auch in der Einsiedlerwelt 
Ägyptens. *) 

d) Der literarische Nachlaß A.s°) wird auf nicht weniger als 3000000 
Textzeilen beziffert. ") Seine originale Uberheferung ist nur teilweise eine wirklich 
literarische, in sehr großem Umfange dagegen entsprechend einer schon rund zwei 
Jahrzehnte nach dem Tode des Verfassers bezeugten ' ) gottesdienstlichen Ver- 
wendung eine liturgische gewesen, bei der die Gefahr einer Beimischung fremden 
Gutes, wie diejenige mannigfacher textlicher Veränderung auch des ursprünglich 
Echten von vornherein im höchsten Grade gegeben war. Eine äußere Gewähr 
der Echtheit bieten im Grunde nur die meist bruchstückhaft erhaltenen Exemplare 
literarischer Buchagg noch aus vorislamischer Zeit und ausdrückliche Zitate vor 
allem gleichfalls dieser Zeit, wie sie bei dem Monophysiten Philoxenos von der 
Wende des 5. zum 6. Jh vorliegen. Für eine Ausscheidung von Echtem nach 
inneren Kriterien ist eine Beobachtung der Evangelienzitate von Bedeutung, da 
A . in d er Regel nur das D iatessa ron benutzt zu haben scheint.*) Besondere Vor- 
sicht Tst einer jungen pseudoliterarischen Überlieferung gegenüber geboten, die 
einzelne dem Kultgebrauche entnommene Stücke in das bunte Textmaterial un- 
kritischer Miszellaneenhss aufnimmt oder wohl auch zu neuen nicht mehr litur- 
gischen Sammlungen vereinigt. 

e) Übersetzungen ^) haben "Werke A.s schon zu dessen Lebzeiten ins 
Griechische erfahren. ") Poetischen Stücken gegenüber hat man sich dal)ei 
mindestens teilweise eine Nachbildung der silbenzählenden Metrik der Originale 
auferlegt, die ihre Einbürgerung auch im griechischen Sprachgebiete wesentlich 
diesen Übertragungen altsyrischer Dichtungen verdankt.^') Eine Sammlung von 
49 asketisch -parainetischen löyoi A.s hat Photios gelesen, ^^) wie es denn über- 
haupt vorzugsweise die Kreise des griechischen Mönchtums waren, welche dem 
Syrer warmes Interesse entgegenbrachten. Die ihren geistigen Bedürfnissen 



') Ja'qöh(h) v Serngfh). 

*) So nächst dem iy/.ibiuop anf Basileios auch Ps.-Gregorios v Nyssa, der anonyme jerie- 
cbiscbe /3<o.- und vor allem die syrische Biographie, bzw. in stärkster Abhängigkeit von ihr die 
fälschlich Amphilochios zugeschriebene griechische des Basileios. Ag: Combefis SS Pntrum 
AmphUochü . . . op. omnia 155,22.5, des einschlägigen Stückes auch OpG 1, XXXIV/XXXIX. 

') 2 in Hexaem. 6. De SpS. 19 § 74 (PG 29, 44 ; 32, 208). *) Syrische Biographie. 

') ChrS 1,211. 'Al§52. Lamy 1, XXI/XXXII f„Testimonia veteram de scriptis S. Ephraemi"). 
Ebenda XLl/LXII über die Originalüberliefernng in den Hss von Rom, London, Paris und Oxford. 
Bardenhewer, BKv' 37, Vif. und im einzelnen XVII;XLVII bzw. BO 1, 63/149. Für das kri- 
tische Problem grundlegend: FCBnrkitt, S. Ephraims Quotations from the Gospel (Cmbr 1901. 
TnSt 7ii). «) Sozomenos III 14. ^ Hieronymus um 392. ») FCBnrkitt a. a. 0. 56. 

Doch vg. ders., Ev. da-Mepharreshe 2, 186/9. 

») Lamy l.XXXII/XLL Bardenhewer, BKv« .37, VII/XIII. '») Sozomenos. Ein in der 
sonstigen Überlieferung nie wieder auftauchendes „de Spirita Sancto graecum volnmen" A.s ver- 
sichert Hieronymus gelesen zu haben. ") WMeyer v Speier, Abh. Bayr. AW 17ii, .363/76. 
Ders., Fragmenta Bnrana, in: Festschr. z. Feier d. hnndertfünfzigjähr. Bestehens der k. Ges; d. 
Wissensch. zu Göttingen (Brl 1901) 149/52 (= Gesammelte Abhandlungen 2, 105/15 bzw. 7/11). 
'■-) Bibl. Cod. 196. Auch OpG 1, XLVII/L. 

3* 



36 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologiscben Kämpfe. g 6e] 

entspreclu'iulen Schichten seines literarischen Erbes haben demgemäß in erster Linie 
Übersetzung und Naclibihlung gefunden, wobei die Produkte einer letzteren unter 
dem Namen A.s selbst weiterlebten. Die hsliche Überlieferung des unter diesem 
heute griechisch Erhaltenen*) scheint ül)er das 10. .Tb nicht hinaufzureichen, und 
wohl das meiste trägt ihn hier, wenn nicht schlechtliin mit Unrecht, so doch nur 
mit sehr bedingtem Recht. Auffallen muß schon in höchstem Grade, vne verhältnis- 
mäßig selten syrisch vorliegende Stücke in giiechischer l'bs wiederkehren. Mehr- 
fach sind sodann einzelne Texte auch unter andere Namen wie Ohrysostomos, ") 
Makarios "j gestellt worden, und sogar an Beispielen einer Überlieferung von 
Splittern echten Chrysostomosgutes unter der Flagge A.s'*) fehlt es ebensowenig 
als mindestens an pinem Falle, in welchem für das Original einer tatsächlichen 
griechischen l'bs durch glaubhaftere orientalische I^berlieferung ein anderer Syrer 
als Verfasser bezeichnet wird. ^) Schließlich wird günstigsten Falles stets wenigstens 
damit gerechnet werden müssen, daß die alten Übss bei einem vielhundertj Übrigen 
Gebrauche als praktische Erbauungslektüre unwillkürlicher Entstellung und be- 
wußter Überarbeitung verschiedenster Art kaum zu entgehen vermochten. Die 
armenische Übs A.schen Nachlasses pflegt gleichfalls wenigstens noch dem 5. .Tb 
zugewiesen zu werden. In der Tat dürfte sie mit der auch auf den Gebieten der 
Liturgie und Kunst wie in der Entwicklung des armenischen Bibeltextes sich 
geltend machenden starken aramäischen Beeinflussung des jungen armenischen 
Christentums in Zusammenhang stehen, die aus politischen Beweggründen durch 
die Sassaniden begünstigt nnd durch die Schule Mesrops überwunden wurde. ^) 
Demgemäß wird durchweg ein Anschluß an sjTische Originale zu imterstellen 
sein. Eine Bereicherung um unstreitig echtes Gut erfährt die Originalüberlieferung 
dabei in armenischer Sprache zweifellos ungleich mehr als in griechischer. Doch 
tragen auch hier den Namen A.s einzelne Stücke mit so augenscheinlichem Un- 
recht wie ein Dialog zwischen ihm und Ishäq über das Datum der Weihnachts- 
feier und eine Schrift über die Gründung der ersten Kirchen in Jerusalem. ") Von 
•weiteren nicbtsjTischen A.-Texten sind einzelne koptische Wiedergabe griechischer 
lind deshalb nicht günstiger zu beurteilen als die griechische Textüberlieferung 
selbst.*) Das gleiche gilt wie für eine kirchenslawische,") so auf dem Gebiete des 

1) Über den Bestand der hslicheu Überlieferung OpG 1, rUI/CCIII. 2. II XIY. 3, XLIX LH. 

') PG 56, 537/42 bzw. 48, 1067/70 stehen unter diesem die /.6/oi über Abrabam nnd Isaak 
und über das Priestertnm: OpG 2, 312/18. 3, 1/6. 

') Vg. JGildemeister, Üb. d. an d. künigl. preuß. Universität Bonn entdeckten neuen 
Fragmente d. Mncarius (Lpz 1866). Ders., Üb. d. in Bonn entdeckten nenen Fragmente d. M. 
Zweites Wort (Elberfeld 1867). *) Bruchstücke nachgewiesen von SHaidacher, ZKT 30. 

178/83. Die letzte der 9 Ch -Homilien über die Buße (PG 49, 343/50) unter dem Xamen A.s OpG 
3, 608/10. Vg. OBardenhewer, Gesch. 3, 340. 

") Ishäq <„v Antiocheia"> für den /.dyo:; über die Verklärung Christi. Ag: OpG 2, 41/49. 
Übss: PZingerle, BKv 1, 235/47, SEuringer, BKv* 37, ISlj^ö. Vg. GBickell, S. Isaaci 
Antiocheni doct. Syror. op. omnia 1, VIII unter Nr 200. ") SWeber, D. kathol. Kirche in 

Armenien (FrbgB 1903) 187. ETer-Minassiantz, D. armen. Kirche in ihren Beziehungen 
zu d. syr. Kirchen (Lpz 1914) 1/29. JStrzygo wski, D. Baukunst d. Armenier u. Europa 
(Wien 1918) 668/72. 

') Ag: N.TMarr, Texte u. Untersuchungen zur armen.-georg. Philologie (Petersburg 1900. 
Russisch). Die, bei dem ersteren Ptück iu armenischer Transkription erhaltene Vorlage war 
zwar in der Tat eine syrische, dürfte aber in Palästina bodenständig gewesen und auch erheblich 
jünger sein als die Zeit A.s. Vg. CBrockclmann. ZDMG 56, 616 f. 

') So das Bruchstück eines koptischen Textes des Mcmrä über die Verklärung unter dem 
Namen A.s (Ak. 5) bei EA WBudge, PSBA 9, 317/29. Vg. ferner unten S. 49 Ak. 11 von S. 48. 

») Bs einer Ag (Moskau 1701): OpG 2. XIV/XIX. 



[§ 7 a Ap(h)rem: Übersetzungen. Gesicherte Prosawerke. 37 

arabischen für eine im Jahre 980 Ton dem melchitischen Protospathar Abraham, 
Sohn eines Antiocheners Johannes, gefertigte Übs von rund 50 A.-Stücken 
asketisch-moraUschen Inhalts. \) Anderes, was auf konfessionell sjTisch-jakobitischem 
Boden namentlich in Kais-Hss auftritt, läßt eher eine syrische Vorlage erwarten. 
Auf das Mittelglied einer arabischen dürften äthioi)ische A.-Texte zurückgelien. 
Lu Abendland konnte eine Weiterübersetzung A. zugeschriebener Texte ins 
Lateinische zunächst nur aus dem Griechischen erfolgen. -) Zwischen dem Syrer 
und Isidorus v Sevilla schwankt die hshche Überlieferung hier bezüglich der Zu- 
weisung einer Predigt „de fine mundi", ") die einen Ansatz um die Wende vom 
(i zum 7., aber auch einen solchen schon in das ausgehende 4. Jh erfahren 
hat. *) Im allgemeinen nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Echtheit syrisch nicht 
erhaltener Stücke um so mehr ab, je mittelbarer der Zusammenhang mit dem 
Urtext sein müßte, und selbst für die Textkritik erhaltener Originale vermöchten 
Tochtertexte zweiten und dritten Grades kaum mehr irgend einen Gewinn ab- 
zuwerfen. 

§ 7. Von der literarischen Persönlichkeit Ap(h)rems gibt, was nach Maß- 
gabe der Überlieferungsverhältnisse als für ihn gesichert gelten kann, ein Bild, 
dem kaum irgend ein wesentlicher Zug fehlen dürfte. Einen Gebrauch der Prosa 
auf den Gebieten der Bibelerklärnng und der theologischen Polemik ergänzt ein 
solcher auf denjenigen, wo nicht geradezu der mündlichen Beredsamkeit, so doch 
einer mit ihr stilistisch nächstverwandten Abhandlung und des Briefes. Vor allem 
ist es aber die gebundene Rede, deren er sich für ein ungemein fruchtbares 
Schaffen bedient. Die sangbare Poesie des Mad(h)rksä wie die nicht sangbare 
des Mpmrä werden von ihm gepflegt, wobei im Rahmen der ersteren auch eine 
sijäterhin den Xamen der S6g(h)it(h)a tragende Art akrostichischer Dichtung 
an ihm einen bahnbrechenden Vertreter hat und unter einer Reihe umfassender 
Sammlungen gleichartiger oder vermischter poetischer Texte diejenige der sog. 
Nisibenischen Gedichte eine hervorragende Stellung einnimmt. 

a) Als Prosaiker hat sich A. zweifelsohne in nicht wenigen exegetischen 
Arbeiten betätigt.*) In nestorianischen Kreisen späterer Zeit glaubte man an 
Erklärungen zum Pentateuch, den sämtlichen ,.f ruberen" und ,.späteren" Propheten 
des masoretischen Kanons, Dan, Job, dem Psalter, der Chron, dem Diatessaron 
und den Paulusbriefen. ") Da aber A. selbst sich auf eine von ihm auch in 
poetischen Formen geübte Exegese bezieht, ') werden durch jenes unmittelbar 



') Hss: VtA 67 (J 1325). 68 (J 1329). 463 fj 1635). 625 (J 1715). BrMArnndOr 1 (J 1344). 
PrAr 135(Ancfonds57). Ox (Codd. ehrist. serm. et litt. arab. espr.) 88 Nicoll-Pnsey (Bodl 571) 
60 Uri (Marsh 477). Vg. BrMOr 1.3.32. 1333. 1334. PrAr 136 (Snppl 69). 137 (.\nc fonds 55). 138 
(Snppl 67). 139 (Anc fonds 56) P. ßs des Inhalts nach den römischen Hss: BO 1, 149/56, nach der 
ersten Londoner: Lamy 4, XXXVIII/XL. Der Name des Übersetzers in VtAr 68, das Datum 
seiner Arbeit in der ersten Pariser Hs. allerdings verbunden mit der unrichtigen Behauptung des 
Zngmndeliegens syrischer Texte. 

») Nachweise einschlägiger Hss: OpG 1, LXXXlf. "jAg: CPCaspari, Briefe, Ab- 
handlnngen u. Predigten aus d. zwei letzten .Tbh. d. christl. Altertums u. d. Anfang d. Mittel- 
alters (Cristiania 1890) 208 20. Vg. 429/72. ♦) Er.steres durch den Herausgeber, letzteres durch 
WBousset, D. Antichrist in d. Überlieferung d. Judentums (Göttingen 1895) 21/5. 

'-) ThJLamy, EB 183, 5/25. 161/8. 46.Ö/86. •) ChrS 1, 211. Bei 'Ai bleiben Job, Chron 

und die beiden NTlichen Kommentare unerwähnt. '•} OpS 1, lA mit speziellem Bezug auf Gn 



38 Sic Literatar bis znm Zeitalter der christologischen Kämpfe. § ^ab: 

wohl nur auf Anführungen zweiter und dritter Hand beruhende Zeugnis nicht 
ohne weiteres entsprechende Prosakomnientare gesichert. Erhalten haben sich im 
Original solche zu Gn und dem größten Teile von Ex, 'j in armenischer l'bs 
diejenigen zu der Evangelienhamionie des Tatianos-) und den Paulinen, ^) neben 
die für das AT armenisch Zitate einer Katene zum ganzen Pentateuch, Jos. 
Eicht, Sm, Kge und Chron *) und ein Fragment der lob-Erklärung *j treten. 
Der Bekämpfung der Lehren Manis, Markions und Bardaiskns ist die 
Prosa A.s in einem umfangreichen Werke ..Gegen die Irrlehren an Hy- 
patios" *) und in einem solchen ,.an Domnos" ') gewidmet, von welchen das 
erstere durch eine von den Anfangsbuchstaben seiner 5 BB gebildete Namens- 
akrostichis urkundlich signiert ist. Eine ausdrückliche Bezeugung durch Philo- 
xenos*) vereinigt sich mit dem Alter der hslichen Uberliefening für einen langen 
prosaischen Memrä ..Über unseren Heri-n", in dem eine nicht polemisch orientierte 
Darlegung der nicänischen Theologie die Form eines begeisterten Preises der Gott- 
heit und des Erlösuugswerkes Christi annimmt. ®) Nur durch Philoxenos erfahren 
wir von einer Rede über den Prolog des Jo-Evangeliums.^") Bloße Trümmer 
haben sich auch von einer Fünfzahl von ,.Reden über das Erbarmen des Aller- 
höchsten" erhalten. ^^) Von Brieflichem scheinen trotz einer Überlieferung in Hss 
erst der islamischen Zeit ein Schreiben an Asketen im Gebirge von Edessa'-) 
und das Bruchstück eines solchen an einen Publios oder Popilios durch die Be- 
schaffenheit ihrer Evangelienzitate ihre Echtheit zu erweisen.-'*) 



') Hss: VtS 110 (6. Jh), von Bruchstücken zu Gu : VtS 120. Äg: OpS 1, 1/115. 194/225. 
Vg. DGerson, D. Commentarieu d. Ephr. Syruä im Verhältnis zur jiid. Exegese. Monatsschr. f. 
Gesch. u. Wissensch. d. Judentums 17, 15/32. 64/72. 98/109. 141/9. MTreppner, Ephrem. d. 
Syrer u. seine Explanatio d. vier ersten Kapp. d. Gen. (Passau 1893). 

-) Mechitharistenag 2, 5,260. Übs: JBAucher-GMösinger, S Epbraemi Sj-ri evangelii 
concordantis expositio (Ven 18761. Dazu J H H i 1 1 . A dissertation on the Gospel Commentary of 

5. Ephrem the Syrian (Edinbui'gh 1896) auf Grund einer Nachprüfung der armenischen Hss. 
Sammlung syrischer Zitate in späterer Literatur: JE Harris, Fragments of the oomment. of 
Ephrem Syrus npon the Diatessaron (Lo 1895). Vg. über einzelne Stellen J A F i n d 1 a y , The 
London Qiiarterly Review 1912. 70/92. 

') Mechitharistenag 3. Übs: S. Ephr. Syr. Commentarii in epist. D. Pauli nunc prim. ex 
armen, in lat. serm. a Patribns Mechitharistis translati l Ven 18ä3), der darin enthaltenen Er- 
klärung eines apokryphen 3. Kor: P Vetter, D. apokryphe dritte Korintherbrief iWien 1894) 
80/97. *) Mechitharistenag 1. Vg. danach P deLagarde, Üb. d. Hebräer Ephraims v Edessa 
zu Gen 1—38, in den AbhdI. GWG 26, 43/46. Auf die hsliche Überlieferung geht zurück 
AVardanian, Handes Amsorya 26, 544/55. 

») Ag: AVardanian. Handels Amsorya 26, 617/26. 666/71. 

») ChrS 1, 211. 'Ai. Hss der BB 1 und Anfang von 2: BrM 535 (Add 14374. fol 1/19. 

6. Jh), des B 1: 533 (Add 14570. 5/6. Jhl 1». 734 (Add 145S1. 6. Jh), des Restes (der Hs 535): 
781 (Add 14 623) als Unterschrift eines Palimpsests. Agg der BB 1 und Anfang von 2: Overbeck 
21/73, des Ganzen mit Übs: CW Mitchell, S. Ephraim's prose refutation of Mani, Marcion and 
Bardaisan (Lo 1912). ^ Hs : BrM 781 als Unterschrift eines Palimpsests. Vg. KatWright 766. 
Mitchell 1, Preface. Eine Ag ist von letzterem zu erwarten. Eine Stelle aus einem pro- 
saischen Memrä gegen Bardaisan. die möglicherweise zu diesem Werke gehörte: Brl 27 (Saoh 302. 
7/8. Jh) 7». Ag: KatSachau 110 f. 

*) Vg. Lamy 1. 145. ») Hss: BrM 533. 2», vielleicht auch Ox 153 (Marsh 711) 25». 

K-D^-em 116. IP. Mos 100. 11«. Ag: Lamy 1, 147,274. '<>) Ag seiner Zitate: Lamy 2. 511/6. 
Vg. Bnrkitt ,i9/65. ") Hss nur mehr zweier: BrM 935 (Add 14e54. 6. Jh) 4» c. " 773 (Add 

14614. 8. Jh) 3". 816 (Add 14613. 9,10. Jh) 18». Ag: Overbeck 105/12. '«) Hss: BrM 781 

(Add 14623. J 823) 4". 790 (Add 17213 fol 21/H9. 9. Jh) 4». Ag: Overbeck 11331. 

") Hs: BrM 7190 Rieh (12. Jh) fol 188/93. Vg. Burkitt 70,'2. Dazu käme noch ein Brief 



[§ 7 b Ap[h)rem: Gesicherte Prosawerke. Gattungen seiner Dichtung. 39 

b) Von den Diclituua;sgattungen/) deren Pflege ungleich mehr als seine 
prosaische Schriftstellerei den unsterblichen Nachruhm A.s begründete, werden 
von ihm selbst '') Mad(h)rasä und Memrä ausdrücklich unterschieden. Der Begriff 
des JMadihlrhsä (PI: Mad(h)rJise) pflegt mit nur sehr bedingtem Rechte dem- 
jenigen des Hymnus gleichgesetzt zu werden. Dem Wortsinne nach eine im 
Kleide der Poesie geführte polemische Erörterung bezeichnend, wird der Name 
allgemein von sangbaren Dichtungen gebraucht, deren aus Versen bald von gleicher, 
bald von verschiedener Silbenzahl aufgebaute Langstrophen nach dem Vorbilde 
responsorischen Psalmengesangs durch einen Einzelnen vorgetragen wurden, während 
ein Chor nach jeder mit einem unveränderlichen Abgesange ('Onit(h)ä, 'Ünäjä) vom 
Umfange eines einzigen Verses bis einer ganzen Kurzstrophe einfiel. Auch A. hat 
die von der Schule Bardaisäns übernommene Gattung noch ganz besonders als 
wuchtige Waffe im Geisterkampfe theologischer Polemik gebraucht.'*) Er hat in 
ihr die Zeitereignisse dichterisch verfolgt, die Totenklage angestimmt und zur 
Buße aufgerufen, durch die Behandlung der verschiedensten religiösen Gegen- 
stände seinen Zuhörern Belehrung und erbauliche Unterhaltung geboten. Er hat 
schließlich zweifellos schon selbst sie auch in den Dienst des Kultus gestellt und 
hier allerdings ist der von Hause' aus didaktische Mad(h)räsä, sich mit lyrischem 
Schwünge erfüllend, inhaltlich zum Hymnus im abendländischen Sinne geworden, 
wie er formal das Vorbild für den altbyzantinischen Hymnus, das Kontakion, ab- 
gegeben hat. *) Das letztere gilt insl)esondere von derjenigen Sonderart, die in 
der Folgezeit mit dem A. wie den ältesten Hss seiner Dichtungen noch unbe- 
kannten Namen der Süg(h)it(h)ä (PI: S6g(h)jät(h)ä) bezeichnet wurde.'') Bei 
dem Vorherrschen eines einfachen metrischen Baues sind für sie eine nur selten 



an die Bewohner von Emesa darüber, daß die Getauften keiner Bescbneidung bedürfen, wovon 
Azz in der Hs BrM 861 (Add 17193. J 874) 23°. 

') ABaum stark, Sj-rische u. hellenistische Dichtung. Gotteäminne 3, 570,93. ^) OpS 1, 1 A. 

') Dasselbe ist fast gleichzeitig anläßlich des t'bergangs der im syrischen Osten heimischen 
Hymnendichtnug nach dem Abendlande bei den Lateineru Hilarius und Ambrosius zu beobachten. 
Vg. HJordan, Gesch. d. altchristl. Literatur (Leipzig 1911) 470. 

*j HGrimme, D. Strophenban in d. Gedichten E. des Syrers mit einem Anh. üb. d. Zu- 
sammenhang zw. syr. u. byzautin. Hymnenform (FrbgSchw 1893). ThWehofcr. SbWAW 154v 
OVien 1907). PMaas, BZ 19, 285/306. 

") Lamy 3, XXII f. AMingana, Narsai doctoris Syri homiliae et carmina (Mosnl 1905) 
1, 22f. BKirschner, OC 6, 1/5. ABaumstark, Wissenschaftl. Beilage zur Germanie 1908, 
1.37/40. Ders., Weihnachten in syr. Kirchendichtung, Weihuachtsbeilage d. Köln. Volkszeitung 1909, 
4/Ö. AdRücker, D. liturg. Poesied. Ostsyrer. Sonderabdruck aus d. dritten Vereinsschrift 1914 
d. Görresgesellschaft 19/24. Die Texte liegen meist anonym oder mit schwankender Verfasser- 
angabe vor. Hss von Gruppen solcher: BrM 773(Addl4614. fol80/127.8. Jh)8<'. 4öO(Addl7141. 
8/9. Jh) 7». 8». 17». 26», Ox 136 (Hunt 599. 15. Jh). 11/3». 155 (Marsch 201) fol 305»/ll» einzelner : BrM 
781 (Add 14623. J823) 18». VtS 174 (um .1 1600) IV». Eine Überlieferung alter Sog(h)jät h)ä findet 
femer in liturgi.scben Hss von MCmr? des Nestorianers Narsai (g 16 c) und in verschiedenen Buch- 
typen des jakobitischen und marouitischen Festbreviers statt. Vg. etwa besonders die jakobitischen 
Hss BrM 907(Addl711;0. JS93). 306 (Add 14506. ,1898). 310(Add 14.506. fol 119,235. 9/10. .lh)2''. .V8». 
11». 12». 324 (.\dd 17.501. 11. Jh) bzw. die Einzelnachweise bei ABaumstark, Festbrevier u. Kirchen- 
jahr d. syr. .Takobiten (Paderborn 1910) 51/3. 61 f. 68/8. 77/84. Ein Verzeichnis der in den liturgischen 
Hss des BrM enthaltenen Stücke KatWright 1327 f. Alphabetisches Initienrogister derjenigen 
einer Reihe von Berliner Hss KatSachau 64 f. 74. 77/80. Agg der in Verbindung mit den Narsai- 
Wcmre überlieferten Texte: Mingana a. a. 0. 2, 369/411, ihrer Mehrzalil mit iljs: FFeldmann, 
Syr. Wechsellieder von Karses (Lpz 1896), einzelner: A MS 2, 680/6. FMartin, .JA» 14, 484/92, von 
Stücken aus jakobitischer Textüberlieferung mit Übs: BKirschner, 0(J 6, 1/69. 7, 254/91 von 
solchen naronitischer Überlieferung: im Drucke des maronitischen Festbreviers (§ 56a). 



40 Cie Literatur bis znm Zeitalter der cbristologiscben Kämpfe. ii <bc] 

fehlende Bindung der Langstrophen durch die alphabetische Akrostichis und eine 
Neigung zu dramatischer Belebung bezeichnend, die in dieser liebenswürdigsten 
Erscheinung altsyrischer Kirchendichtung nichts Geringeres als die — leider nicht 
zur weiteren Entwicklung gelangten — Keime eines religiösen Schauspiels erkennen 
läßt. Eine Einleitung von einer oder mehreren Strophen pflegt in die Situation 
einzuführen und dann den Körper des Liedes der Monolog einer einzelnen oder 
ein Dialog verschiedener Personen zu bilden, wobei im lebendigen Vortrage nach 
Art antiplionisclier Psalraodie der Al)gesang abwechselnd von zwei Halbchören 
und das die Hauptstrophen füllende Zwiegespräch von einem Paare aus denselben 
hervortretender Solisten zu Gehör gebraclit worden sein dürfte. Selbst Fälle 
eines wiederholten Wechsels der redenden Personen kommen vor, ohne daß der 
Dichter erzählend eingriffe. Wo vereinzelt doch eine fortlaufende Erzählung 
stattfindet, trägt sie den Charakter etwa einer stai'k von Partien direkter Eede 
durchzogenen Ballade. Wenn in liturgischer Uljerlieferung. in der zahlreiche alte 
Stücke der Gattung anonym erhalten sind, der Name auf Teste übertragen wird, 
die jeder dramatischen Belebung, ja selbst gleichzeitig der alphabetischen Akro- 
stichis entbehren, erklärt sich dies daraus, daß er an bestimmten Stellen des litur- 
gischen Gefüges haftete, an welcher von Hause aus ihn wirklich verdienende Stücke 
zur Verwendung gelangten. Der Memrä (PI: Memre) ist dem allem gegenüber 
entsprechend dem Wortsinne seines ihn als gesprochene, nicht gesungene ,.ßede" 
bezeichnenden Namens wesenhaft das, sei es nun didaktische, sei es erzählende 
Epos des ostaramäischen Schrifttums. Strophische Gliederung fehlt auch ihm 
nicht unbedingt, wohl aber das in den Bedürfnissen gesanglichen Vortrags 
wui'zelnde Element eines irgendwie gearteten Refrains. Unverbrüchlich ist auch 
ein Aufbau aus Versen von gleicher Silbenzahl, wobei neben dem von A. aus- 
schließlich verwendeten siebensilbigen nur noch das fünf- und das zwölfsilbige 
Metrum in Betracht kommen. Der Umfang der einzelnen Dichtung ist grund- 
sätzlich größer als bei Stücken sangbarer Poesie und steigt gelegenthch bis zu 
mehreren Tausenden von Versen an. Noch enger, als dies bei einzelnen Zyklen 
A.scher Mad(h)i-kse der Fall ist. schließen sich nicht selten mehrere Memre über 
denselben Gegenstand zu einer höheren Einheit zusammen, um bei erzählendem 
Inhalte geradezu den Charakter eines einzigen Gedichtes in mehreren BB an- 
zunehmen. 

c) Mad(li)räse sind weitaus die meisten durch eine Überlieferung in literarischen 
Hss der vorislamischen Zeit ihre Echtheit verbürgenden Dichtungen A.s. An der 
Spitze stehen hier die beiden gi'oßen polemischen Sammlungen von öH näherhin der 
Auseinandersetzung mit Bardaisaniten, Markioniten und Manichäern dienenden 
Nrn j.gegen die Irrlehren" ') und 80 neben gnostischem Sektentum den Arianismus 
bekämpfenden Nrn „über den Glauben gegen die Grübler",'^) an die sich eine 
Folge von weiteren 7 Gedichten „über die Perle"' des Glaubens d. h. über Christus 
und das Geheimnis der Menschwerdung anschließt.^) „Gegen Julianus" richten 
sich 4 andere polemische Mad(h)räse, die nach dem Tode des Kaisers (26. 6. 363), 
aber noch in Nisibis, also im Spätsommer oder Herbst 363 entstanden sind.*) 
Ungleich reicher an echt dichterischen Werten als diese Erzeugnisse theologischer 
Streitdichtung ist ein phantasievolles Werk „über das Paradies" und dessen 



') Hss: VtS 111 (J 522) 4». BrM 5.37 (Add 12176. 5,6. Jh) 3», JöOfAdd 17141. 8,9. Jh) 16°, von 
Bruchstücken der Nrn If. 40f. 54/6: 5B6(Addl4574.5/ß. Jh12<'. Ag: OpS 2, 437/560. ») Hss: 

VtS 111.3». BrM .537.2° mit teilweise abweichender Trennung der einzelnen Xm), der Nrn 10/2. 
14. 21. 23 und 32: ,539 (Add 14571. J 519)9° ni/r. u. Ag: OpS 3, 1/1,50. 

») Hss: VtS 111. 3». 113 (6. Jh). BrM 537. 2». Ag: OpS 3, 150/164. Entsprechendes 
griechisches Stück: OpG 2, 259/79. *) Es: BrM 539. 11». Ag: Overbeck 3/20. Übs: 

SEuringer, BKv' 197/233. 



[§ 7 c Ap(h)rem: Gattungen seiner Dichtung. Gesicherte Macl(h)räs5. 41 

Wonnen in 15 Gesängen.^) zu dem ein den Namen des Dichters als Akrostichis 
aufweisendes Einzelgedicht vielleicht eine Art poetischen Xachwortes zu bilden 
bestimmt -war.'-) Xur in unvollständigen literarischen Exemplaren haben sich an 
denjenigen auf das Geburtsfest Christi,^) über das Fasten/j (das Fest) ..der 
ungesäuerten (Brote)''.') die Kreuzigung.^) den Friihlingsmonat des Osterfestes.') 
die Bekenner *) Sammlungen religiöser Festgesänge erhalten, die von vornherein 
der Verherrhchung der liturgischen Feiern des Kirchenjahrs gedient haben dürften. 
Zwei zeitgenössische Helden asketischen Lebens sind die Liederzyklen von 15 Xrn 
auf Abraham Qid(h)ünäjä *) und von 24 Xrn auf Julianos Säb(h)ä ^"J gewidmet. Ver- 
einzelt stehen ein Hymnus auf die makkabäischen Brüder,^') ein paränetischer Ge- 
sang von einem an griechische Lyrik erinnernden herben Pessimismus'-) und eine aus 
Seligpreisungen sich aufbauende Dichtung.*^) Eine Zusammenfassung haben da- 
gegen Gedichte über Terschiedene religiöse Gegenstände ia zwei Sammlungen von 
51 Nm ..über die Jungfräulichkeit und über unseres Herrn Geheimnisse"'*) und 
von 52 Nrn ,.über die Kirche" gefunden, von welchen die letztere schon im 6. Jh 
in zwei verschiedenen Rezensionen im Umlaufe war.'^) 



') Hss: BrM 539. 10« 450. 15», eines unvollständigen Textes VtS 111. 5». 112 (J. 552) 1«. 
Ag der Nm 1/12 (teilweise) : OpS 3, 562 98. des Bestes :Overbeck 339/51 . «) Hs : BrM 539 (hinter 
dem vorigen^ Agg: Ov erbeck: 351 4. L am y 4. 673 80. »j jjgg ^o^ 16 Xrn: BrJI 539. 1» 
(lückenhaft). VtS 112. 2°. Ag: s. § 8b. *) Hss der Xr 6/10 bzw. 9f. einer also mindestens 

10 Xrn starken Sammlung: BrM 539.2°. 542 (Add 14627. 6/7. Jh)l°. Ag: s. ebenda. ») Hss der 
Xrn If. bzw. 16. 13/21 einer Sammlung von 21 Xrn. BrM 539. 3°. 542. 2°. Ag: Lamy 1, 567,636. 

*) Hss der Xrn 4 8 bzw. 13 einer wohl noch gröCeren Sammlung: BrM 539. 4° bzw. 542. 3". 
Ag: Lamy 1, 637/714. 

'J Hs der Nrn 1/4 und des von 5 einer gewiß größeren Sammlung: BrM 542. 4". Ag: 
Lamy 2, 741/74. ') Hs des Schlusses von Xr 8 und der Xrn 9 12 einer damit abgeschlossenen 
Sammlung: BrM 748 (Add 14.592. 6/7. Jh) II» 4a. Ag: Lamy 3, 643,86. ») Hs: BrM 748. 

U» 4c. Ag: Lamy 3, 749;836. '») Hs: BrM 748 II» 4f. Ag: Lamy 3, 837,'936. ") Hs: 
BrM 748. U° 4b. Agg: Lamy 3, 685/95. RLBensly- WEBarnes, The fourth Book of 
Maccabees (Cmbr 1895) 117,24 (XLIV/XLVIII). 

'*) Hs: BrM 748 H 2»a. Ag: Lamy 4, 775/84. ") Hs: BrM 748 (Add 14592. 6/7. Jh) 

2»b. Ag: Lamy 4, 783/80. Zwei verwandte, aber nicht identische Reihen von Seligpreisnngen 
griechisch: OpG 1, 282/92. 292/4. 

"j Hss: VtS 111. 2». der Xrn 1,10: BrM 450. 11»3«, der Xrn 14. 17. 23: 463 (Add 14505. 
foll/96. ll.Jh)ll». Agg: IgnERahmani, S. Ephraemi Syri Hymni de virginitate (Beirut 1906), 
der Xrn 1,10. 14, 17, 23 in lückenhaftem Text: Lamy 2, 773/823, der Nm 9/38. 44,51: Lamy 
4, 497,670. 

") Hss der Nm 8/51: VtS 111. 1», von Bruchstücken einer in der Reihenfolge der Xrn 
abweichenden Fassung: BrM 5.36 (Add 14.574. fol 20, 33. 5/6. Jh)l», der Xrn 38. 50. 8/10. 24/31: 
539. .5»;"». 8». 9 »ah, der Xr 1 und von Bruchstücken einiger späterer Xrn: 541 (Add 1463.5. 
fol 16/8. Vor J 555). Bs der ganzen Sammlung nach VtS 111: BO 1. 8692. Agg der Xrn 8f. 
12. 19 („Über die Willensfreiheit"): OpS 3, 8.Ö9 67, Xr 11: OpS 3, 61.3,5 (als ,.De div. serm " 11), 
Xr 23: OpS 3, 450f. (als „Paraen.-* 20), Nrn 25,33: OpS 3, 615,8. 608/12. 624,7. 55.5,61. 620,24. 
627,9 (als „De div. serm." 7. 4 f. 11. „Paraeneses" 75f. „De div. serm." 9 f. 12), Xrn ö5/7: OpS 
2, 327 f., Nm 38/42 („Über die Wunder Christi") : Lamy 2, 717,30, Xrn 43 f. („Über die Gesetzes- 
tafeln"): Lamy 2, 729/42, Xm 45 50: OpS 2, 318,28, Nrn 51f.: OpS 3, 603f. 618/20 (als „De 
div. serm." 2 und 8). Das eine oder das andere der beiden Korpora von Mad(h)räsü vermischten 
Inhalts dürfte auch einer armenischen Übs von „Antiphonen" A.s zugtundeliegen, von welcher 
sich in der Hs 902 der Patriarchatsbibliothek zu Etschmiadziu bzw. in einer .-Vbs derselben in 
der Mechitharistenbibliothek zu Wien die Xrn 17/26. 30,6. 38f. 42/50 vollständig und Teile der 
Nm 27/9. 37 und 40 erhalten haben. Vg. FDashian, Catalog d. armen. Hss. in d. Mechi- 
tharistenbibliothek zu Wien (Wien 1895). 137 (des deutschen TeUes). 



42 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. S ''de] 

d) Kisibeuisclie Gedichte f..Madih)rkse von Nisibis"' oder ,.der Nisibener") *) 
heißt eine dritte ursprünglich 77 Nrn starke Sammlung sangbarer Dichtungen 
vermischten Inhalts -) nach der sie eröffnenden in der Biographie A.s"i erwähnten 
Folge zeitgeschichtlicher Stücke, die vom Dichter noch in seiner Vaterstadt ver- 
faßt wurde. Von denselben sind die Nrn 1/3 während bzw. unmittelbar nach 
einer Belagerung durch die Perser, die Nisibis als dritte seit dem Tode Kon- 
stantins d. Gr. im J 350 durchzumachen hatte, die Nrn 4/7 und 9 12 unter dem 
Drucke neuer Kriegsnöte im Frühhng 359 und die Nrn 13'21 zum Preise der 
vier nisibenischen BB Ja'qöbih), Bäbi'i, Wäläges und Abraham in den JJ 359 63 
entstanden. Zwei weitere Gruppen zeitgeschichtlicher Gedichte, die erst um 370 
abgefaßten Nrn 25;30 und die unmittelbar nach der Übersiedlung A.s nach 
Edessa gedichteten Nrn 31/4, haben ein arianisches Schisma im Schöße der 
edessenischen Gemeinde bzw. den Kampf des Bs Vitus von Harrän gegen das 
dortige Heidentum zum Gegenstand. Nimmt diese erste Hälfte der Sammlung 
inhaltlich eine Sonderstellung im Kahmen A.scher Mad(h)räse-Dichtung ein, so 
bildet die zweite ein nicht geringeres formales Interesse dadurch, daß ihre durch- 
weg in Edessa entstandenen und zu den poetisch wertvollsten Schöpfungen 
A.s gehörenden Lieder großenteils dem in der Folgezeit mit dem Namen der 
Süg(h)it(h)ä belegten Typ angehören oder doch sich nähern. Ersteres gilt von 
einem durch die Nrn 52/68 gebildeten geschlossenen Zyklus von Dialogen zwischen 
Tod und Teufel,^) letzteres von den Nrn 35/42, die mit hoher dramatischer 
Kraft die den Beginn des Leidens Christi begleitenden Vorbereitungen der Hölle 
zum Entscheidungskampfe gegen den Gottessohn, ihre Furcht vor und ihre Ver- 
zweiflung über ihr Unterliegen in diesem Kampfe schildern, während an den 
Nrn 43 51 und 66/77 zwei Gruppen meist andersartiger Stücke sich, teilweise in 
polemischer Haltung gegen Bardaisän, Mani und Markion, mit der Auferstehung 
der Toten und der Not des Sterbens beschäftigen. 

e) Von Menire wird nur ein verhältnismäßig enger Kreis durch eine derjenigen 
der großen Mad(h)räse-Samnilungen ebenbürtige Überlieferung für A. gesichert. 
Den polemischen Mad(h)räse entspricht hier eine Gruppe von ursprünglich 5 
gegen die Arianer gerichteten Nrn ..über den Glauben", die unter dem unmittel- 
baren Eindruck der Perserbelagerung von Nisibis im J 350 entstanden sind und 
von jüngerer Textüberlieferung in nur 3 zusammengezogen werden.*) Wenigstens 
ein Nachhall hat sich neben ihnen von einem gewiß nicht minder echten Memrä 
des siebensilbigen Metrums gegen Bardaisän erhalten, der gleichfalls ursprünglich 
ein Glied eines Zyklus gebildet haben mag.°) Von einer Memre-Folge über 
die Kirche, deren einzelne Nrn durch eine von ihren Anfangsbuchstaben gebildete 



') Hsä: BrM 538 (Add 14572. 6. Jh). der Nm 15,21. 24 51. 71/3: 450. 14» einzelner Nrn 
und Bruchstücke: 537. 4°. 539. 9" iß. Ag: GBickell, S. Ephr. Sjri Carmina Nisibena (Lpz 
1866). Übss einzelner Nrn: PZingerle, BKv 2, 149/221. AdRücker, BKv* 37, 239/305, 
in metrischer Nachdichtung: CMaeke, Hymnen aus dem Zweiströmeland (Mainz 1882). Über 
Textverbesserangen u. sonstige Literatur Rücke r 241. Ak. 1. -) Verloren sind auch in der 

besten Hs die Nm 8 und 22 '4. ') OpS 3, LV. Lamy2,74. ") Übs in metrischer Nachdichtung: 
CMaeke, Gottesniinne 3. 37/45. 95/100. 154/6. 216/8. 266/70. 379,8!. 4435. 495 7. 543 f. 6104 674 8. 

*) Hss der Rezension in 5 Nrn: BrM 742 (Add 12166. fol 1/151. 6. JbU«, derjenigen in 3 Nrn: 
VtS 117. 191° 1/3». Ag: OpS 3, 16420.1. Vg. SEuringers „Vorbemerkung'- BKv- 374/9. ») Hss 
von Bruchstücken abgesehen von einem Zitate bei PKyriakos (§ 43d): BrM 781. 6''a. 857(Add 
12155. 8. Jh) VI. 9«, einzelner Zitate: 862 (Add 17194. J 886), vielleicht des ganzen Textes: N-Dsem 
116.60. Mos 100. 6°. Ag der Londoner Reste: verbeck 132. des K.-Zitates: Rahmani 2, 129f. 
Ein vielmehr zwölfsilbiger Mümrii gegen Bardaisän unter dem Namen A.s nach einer Hs in 
Mardiü (J 1609) bei Rahmaui. StS 1, llf (9ff.), nach einer solchen des Jndia-Oftice. AJDun- 
can Jones, JTSt 5, 546/52. 



[§ 7 e Ap(h)rem : Nisibenische Gedichte. Gesicherte Mernre. 43 

alphabetische Akrostichis zusammengehalten waren, erhalten wir dagegen nur mehr 
gelegentlich Nachricht.*) Gleich den Festgesängen A.s zu gottesdienstlicher Ver- 
wendung, nämlich zum Vortrage Ijei Bittprozessionen in Zeit von Regenmangel, 
bestimmt waren die „Memre des Gebets'', ■^) deren Philoxenos zu Anfang des 
6. Jhs eine Sammlung von mindestens 11 Nrn gekannt hat,") während die nesto- 
rianische Liturgie ihnen in allerdings stark und mehrfach verschieden über- 
arbeiteter Gestalt im Offizium des sog. Ninivitenfastens dauernde Verwendung 
gegeben'') und die jakobitische Stücke von ihnen in solcher im Rahmen eines Volio- 
offiziums zur Erfleliung von Regen erhalten hat.^) Als echtes Epos erscheint die 
Gattung in vorteilhaftestem Lichte in einer von reichem dramatischem Leben 
durchpulsten Dichtung über die Predigt des Jonas in Ninive.*) für die eine frühe 
hsliche Bezeugung des Originals durch eine griechische Übs ergänzt wird.') Den 
Charakter metrischer Bußpredigt nimmt der Memrä selbst in drei ,.Rüge"- 
reden an,*) von denen die erste an das 363 über Nisibis hereingebrochene Ver- 
hängnis der Auslieferung an die Perser anknüpft. Wie hier, so hat endlich die 
Memre-Dichtung A.s noch mehrfach der zeitgeschichtlichen Mad(h)r;i5e-Poesie der 
Nisibenischen Gedichte entsprochen. Durch den Abendländer Gennadius wird für 
ihn poetische Beschäftigung in siebensilbigem Metrum mit einem Erdbeben be- 
zeugt,") durch das im J 358 Nikojnedeia zerstört wurde, und man wird dieses 
Zeugnis auf ein in armenischer Übs zutage tretenden Folge von Memre über 
die Stadt Nikomedeia" zu beziehen haben,'") von deren Original, neben vereinzelten 
Bruchstücken**) durch eine spätere Hs wenigstens eine Nr. vollständig erhalten 



«) ChrS 1, 85. 

-) Hss der Nrn 8 f., des Anfangs von Bruchstücken von Nr 10 und von 5 früheren Nrn 
einer Sammlung: BrM 745 (Addl7164. 6. JhjPa/e, von 6 Nrn: VtB 143 (17. Jh) 1». Agg ver- 
schiedenen Umfangs und Bestandes: Lamy 3, 1/114 mit Ergänzungen aus liturgischer Über- 
lieferung 3, 113/26. 4, 367/462. IgnERahmani, Bessarione^ 4, 165/85. 5, 4/13. Ders., 3, vorab 
1/76. 100 f. 

') Vg. Lamy 4, .357 f. *) Über die betreffende Eedaktion eines Jaqqirä § 46 f. Eine 

andere liegt nach einer Mosuler Hs bei Lamy 4, 367/462 zugrunde. Entsprechende Texte nach 
KatMargnliouth 5f. anscheinend für das „Fasten der Jungfrauen" (g 32h) in der Hs: BrM 2300 
foI133/50 (J 1481 2). Ag: Eahmani 3, von 112 an. Yg. auch das Ofizium des Ninivitenfastens 
im BrCh 1, 411/28 bzw. daraus Rahmani 3, 90/110. 

*) Ag nach einer „alten" liturgischen Hs im Besitze der uniert-syrischen (?) Thomaskirche 
inMosnI. Ag: Rahm ani 3, 76/90. «) Hss: BrM 510(Äddl4573.6.Jh)l°. VtS 117. 46». Ag: 
OpS 2, 359/87. Übs. HBurgess, The Repentance of Ninive (Lo 1853). ") OpG 3, 561/8 

lateinisch nach Yossins. 

') Hs zweier, von denen die zweite unvollständig: BrM 540. 2° ab. Ag der ersten: Lamy 
2, 33.5/62. Burkitt 25 Ak. 1 vermutet, kaum mit Recht, in dem jeder Spur einer Bestimmung 
für gesanglichen Vortrag entbehrenden Stücke eine der verlorenen Nrn der Nisibenischen Ge- 
dichte. Seine Eingangsworte griechisch an der Spitze eines wesenhaft verschiedenen: OpG 1, 40. 
Zum zweiten vg. unten S. 50 Ak. 1. Ans einem weiteren wohl sicher echten Memrä „der Rüge" 
stammt ein Zitat in der Hs BrM 771(Addl4o36.a Jh) fol6''r. Ag: Rahmani 2, 132 f. 

") De vir ill. § 66: „. . . rninam etiam Antiochiae elegiaco carmine planxit, co auditores 
imbnens sono, quo Ephrem diaconus Nicomediae lapsas.'' 

"•) Hs: 326 des Jakobsklosters in Jerusalem (12 Jh). Vg. FrMurad, „Offenbarung Johannis 
in einer alten armen. Übs." (Jerusalem 1905,6. Armen.) VI. XIV. Ders., „Sechzehn neuentdeckte 
Hymnen d. hl. Ephriim üb. d. Stadt N." in. „Huschardzan. Festschrift aus Anlaß d. hundcrtjähr. 
Bestandes d. Mechitharisten-Kongregation in Wien (WienlOU. Armen.) 203/8. Ag der Nr 14 und 
teilweise der Nrn 3 uud 16: Huschardzan 206 8. 

") In Zitatform bei Ja'qf)b(h] b Sakko (ij 50 f.) und in einer exegetischen Katene der Hs 
BrM 852 (Add 12168. 8/9. Jh). Ag: Rahmani 2, 20. 27 f. 



44 Die Literatur bis zum Zeitalter der christolugischen Kämpfe. § 8 a] 

ist.*) Eine Reihe von mindestens 13 Memre auf die dritte und wohl eine solche 
auch auf die vierte Belagerung von Nisibis wird wenigstens durch zwei Original- 
fragmente kenntlich. ") 

§ 8. AVas in minder zuverlässiger Beglaubigung unter dem Namen Ai)(h)rems 
erscheint, braucht deshalb keineswegs ohne weiteres geradezu als unecht zu gelten. 
Tatsächlich Unechtem steht schon in Prosa in seiner Echtheit nur mehr oder 
weniger Zweifelhaftes oder bloß in seiner vorliegenden Gestalt zu kritischen Be- 
denken Veranlassung Bietendes gegenüber. Mancher echte Mad(h)räsä A.s 
mag sich ferner auch in ausschließlich liturgischer Uberfieferung erhalten haben 
und das Bild seiner M e m r ä-Dichtung eine Vervollständigung auf Grund von 
Stücken erfahren können, die in Hss erst späterer Zeit auftauchen. Mindestens 
Bruchstücke echter Mad(h)räs5 haben sich sogar in der mit dem Xamen des 
Qälä verknüpften Schicht liturgischer Gesangsteste und in den sog. „Leitern", 
solche wohl vor allem echter Memre in manchem als Bä'üt{h)ä bezeichneten 
Liede der Liturgie erhalten. Nur die Aussonderung des Echten wird hier überall 
wohl für immer fast unübersteiglichen Sch^vierigkeiten begegnen, während aller- 
dings auch nicht weniges zweifellos Unechte als solches sofort in die Augen 
springt. Problematisch bleibt vorerst auch der tatsächliche Umfang des Zusammen- 
hangs ein er gleichfalls dem Memra näher stehenden poetischen Gattung der 
Tesbohtä mit A. 

a) Li Prosa scheinen Homilien (Türgäme) üher Themen aus Gn und Ex, 
auf den Anfang der Fastenzeit imd die Herabkunft des HI. Geistes^) in einer 
alten Textüberlieferung erst von späterer Hand auf A. zurückgeführt zu werden 
und tatsächlich nicht syrische, sondern Wiedergabe giüechischer Originale zu sein, 
für die auf die Autorschaft auch des Basileios und Chr^-sostomos gei'aten wurde.*) 
Ersteres gilt auch von solchen über Lk 7, 36 50 und 2, 22 32. während eine über die 
Buße sich nicht über die islamische Zeit hinauf verfolgen läßt.*) Die angeblich 
aus A. geschöpfte Erklärung vor allem von Rieht. Sm, Kge und den Propheten 
mit Einschluß der Klgl bzw. auch des Pentateuchs und der BB Jos und Job, 
die in einem Gesamtbestande von 5600 Scholien ein jakobitischer Katenenkom- 
mentar des 9. Jhs aufweist,*) bietet für ihre Echtheit im einzelnen mindestens 
eine völlige Gewähr schon deshalb nicht, weil sich vielfach der Umfang des für 



1) „Über die Stadt N., die Auferstehung und dieWUlensfreiheit." Hs: BrM 822 (Add 17185. 
10/1. Jh) 14". Ag : E a h m a n i 2. 21/6. 

*) In der Hs Bril 862 fol440r (aus Nr 13 der „dritten Eingeschlossenen", was füglich nur 
Ton dritter feindlicher „Einschließung" von Nisibis verstanden werden kann) bzw. bei Iwannis 
V Därä (§ 44 e) „üb. d. Auferstehung" B 4 (aus einem allerdings nicht numerierten „JI. über die 
vierte Einschließung von N."). Ag: Hahmani 2, 114. 131 f. 

») Hs: BrM 534 (Add 171 89. fol 1,16. 5,6. Jh). Agg: Overbeck 74/104. derjenigen über 
das Fasten auch Lamy 2, 707/18. 

*) Burkitt 74/9. ») Hss: BrM 935. 4'>a/b bzw. 745 (Add 17164. 9. Jh) 3». Zwei prosaische 
„Memre" A.s auch: Seert 109 (J 1609) XIV». 

") Über die Hss vg. § 44 j. Agg: OpS 1, 308/567. 2. 20,315 bzw. 1. 116,19,3. 226,307. 2, 1.19 
mit Ergänzung: Lamy 2, 105,310. Vg. Ders., Les commentaires de Saint Epbrem snr le pro- 
.phete Zacharie, RB 6, 380,95. 535/46. 7, 89/97. 



[§ 8ab Ap(h)rem: Zweifelhafte Prosatexte und Mad(h)räsF. 4ö 

A. in Anspruch genommenen nicht genau bestimmen läßt.') Erst durch einen 
Vergleich mit der echten Gn- und Ex-Erklärung aufzuhellen wäre, mit wie vielem 
Recht oder Unrecht ein arabischer Pentateuchkommentar A. als Hauptquelle für 
sich in Anspruch nimmt.'') Zu kümmerlich, um eine Beurteilung der Echt- 
heitsfrage zu ermöglichen, sind Azz aus einem asketischen ..B der Sentenzen" 
(K dih)ere'jüneV') das gleich einem ähnlich schattenhaft bleibenden Werke mit 
Gesprächen zwischen A. und einem Schüler,') in der vollends kritisch unsicheren 
Masse des unter seinem Namen griechisch überlieferten asketischen Schrifttums 
sich mit nichts identifizieren läßt. Im Original ^j und in griechischer Übs ") 
erhalten ist dagegen eine Prosabiographie des Ab(h)rähära Qid(h)ünajä, deren Ab- 
fassung durch A. positiven Bedenken von durchschlagender Kraft unterliegt.') 
Gewiß zu Unrecht mit ihm in Verbindung gebracht wurde auch eine Rezension 
biographischer Nachrichten über die zwölf Apostel,*) die übereinstimmend bei 
jakobitischen und nestorianischen Schriftstellern des zweiten Jahrtausends nach- 
wirkt.») 

b) Von Mad(h)riise imter dem Namen A.s liegt eine Folge von 18 Nrn., die 
sich teils in der Form paränetischer Rede oder betrachtenden Selbstgespräches, 
teils in derjenigen hymnischen Gebets mit dem Bußgedanken beschäftigen, in wohl 
schon pseudoliterarischer Überlieferung vor.'") Die liturgische erfolgt vor allem 
in verschiedenen dem kirchlichen Tagzeitengebet des jakobitischen und maroni- 
tischen Ritus dienenden Bucht}-pen und in deren Begi-äbnisliturgie teils noch 
immer in geschlossenen Reihen gegenständlich zusammengehöriger Stücke, teils so 
daß das einzelne Lied an seinem Platze organisch dem Gesamtrahmen für der eine 
bestimmte liturgische Feier erforderlichen Texte eingefügt erscheint. Nach Um- 
fang und Bestand wechselnde Reihen ersterer Art konkurrieren mit den Resten 
der betreffenden älteren literarischen Sammlungen für die beiden Gruppen der 
Weihnachts- und Fastengesänge, was in besonders lehrreicher Weise Eigenart 
und Wirkung liturgischer Textübex'üeferung zu verfolgen gestattet.'') Von den 



') ßurkitt a. a. 0. 869. ^j Hss: Os 5 (Hunt 112. 12. Jh). 125 (BoiUOr .^4. 15. Jh). 

126/7 (Marsh 440. 1. 3. J 1488). Vielleicht identisch mit einer in Arab 230 (J 1528) zu Leyden, 
235 (.1 1550) zu München und JerMkl 11* (J 1552) vorliegenden Pentateuchkatene unter deren 
Autoritäten A. gleichfalls die am häutigsten zitierte ist. Ag der letzteren zu Gm : PdeLagarde, 
Materialien zur Kritik u. Gesell, d. Pentateuchs 2 (Lpz 1867) 3/182. ') Hss: BrM 785(Add 

12167. J 875,6:1 XVI". S06(Add 14613. 9/10, Jh) 5." 15°. Vg. noch „Maximes de Saint Ephrem 
sur la crainte de Dieu": Seert 109 (J 1609) V. *) Hs von Bruchstücken: BrM 935. 4''c.<i'. £'. 
Vg. Overbeck S. XVI. Andere '£ptorija6ie xcd dnoxpiaeis: OpG 2, 377/94. "j Hss: BrM 936 
(Add 14644. 5/6. Jh). 942 (Add 12160. fol 109/85) 1° (6. Jh). Or 4404 (19. Jh) fol 57v»ff. Pr 234(Anc 
fonds 143. 13. Jh)l'\ 20. 235 (Aue fonds 144. 13. Jh)2''. 326 (ganz jung) 8°. Urm 186 (J 1891). 179 
(19.Jh). Agg: Lamy, AB 10. 10/49. Hymni et serm. 4, 1/84. PBedjan, AMS 6, 465/94. 

•) OpG 2, 11/20. 

') Die älteste Hs bietet den Text anonym. Daß dann allerdings schon BrM 942 ihn A. 
zuschreibt, beweist deshalb verhältnismäßig wenig, weü diesem hier auch der Abschnitt der <I>il6lhoi 
larooia des Theodoretos über Johannes Sabas beigelegt wird. *) Hs des Anfangs unter dem 

Namen A.s in der syrischen Kirche von Bet(h) S5b(h)irinä im Tür 'Ab(h)din (9. Jh). Ag: 
ABarsaum, CSCO Ser. III. 14, 21 f. ») Vg. FHaase, Neutestamentl. Äbhandl. 9r/iri, 60/5. 

'») Hs: Vt.S 93 (9. Jh) 4». Ag: OpS 3, 412 5. 453/5. 415/37. 451/3. 437/40. 447/.50. 470/.3. 
450f. 443/7 fals „Paraeneses" 5. 22. 6/14. 21. 15f. 19. 17. 20. 18). Dazu mindestens eine verwandte 
Nr: BrM 4J0('.\ddl7141. 8/9. Jh)5'' und einige nicht näher bezeichnete „hymnes": Seert 115 
(14. Jh) 1». 87 (J 1609) 10°. 109 (J 1609) XIV°. 

") Hss: BrM 306 (Add 14515. J 893) .3°. 3l0(Addl4.i06. folll9/235. 9/10.Jh)4°. 311 (Addl4511. 
10.Jh)3'>. 312(Addl4512. 10.Jh)l». 325 (Add 14.509. 11. Jh) 6°. 451 (Addl452ü.8/9. Jh)l»a bzw. 310. 
10»]. 312. 7°. 463(Addl4506.foll/96. ll.Jh)9». Agg des gesamten Materials.: OpS 2, 396/437 



46 I)ie Literatur bis znm Zeitalter der chriatologischcn Kämpfe. § 8b] 

nur in solcher vorliegenden Epiphaniehymnen fMad(h)rkse dfTi)ebet(h) denhä) war 
die Mehrzahl ursprünglich bestimmt, bei der feierlichen Taufspcndung doch wohl 
eher der Usternacht zu erklingen, und ist auf den 6. Januar erst übertragen 
worden, als dieser, zum ausschließlichen Fest der Jordantaufe gestempelt, früher 
an ihm als dem gemeinsamen Fest der Geburt und der Taufe des Herrn ge- 
sungene Lieder auf die erstere an die junge selbständige Geburtsfeier des 25. 
Dezember hatte abtreten müssen.*) Um ursprüngliche Festgesänge auf die Ge- 
burt Christi handelt es sich auch bei den Marienliedern, '•') die wie eine Samm- 
lung von 15 Nrn auf die Märtyrer insgesamt ") und von 5 .auf die 40 Märtyrer 
von Sebaste ^) gleichfalls ausschließlich eine Liturgische Überlieferung haben. 
Auch für die ,,Mad(h)rkse der Verstorbenen" ist ihre liturgische Verwendung von 
entscheidender Bedeutung, nicht zum Vorteil der Gruppe, in die Stücke von 
zweifelhafter Echtheit und bloße Exzerpte aus einzelnen Nrn der ..Nisibenischen 
Gedichte"' Eingang gefunden haben.*) Vollends nur durch die in der Echtheits- 
frage naturgemäß die geringste Gewähr bietende zweite Art liturgischer Über- 
lieferung erhalten sind im jakobitischen Ritus nicht wenige weitere Festgesänge.*) 
Des Kunstmittels der alphabetischen Akrostichis bedienen sich einige Tagzeiten- 
lieder,") die denn auch geradezu als S6g(h)jät(h ä bezeichnet das maronitische 
Ferialbrevier neben einer Masse anderen hymnischen Gebetstoffes*) auf A. zurück- 
führt, während vereinzelte ihm beigelegte S6g(h)jäthä auch anderwärts auftreten.*) 



(13 Nrn) 3, 599/602 (= „Serm. de div. 1"). Lamy 2, 429/515 (8 schon in OpS 2 stehende u. 2 
weitere Nrn) bzw. Lamy 2, 643/708. 

') Hss: BrM450. 2». 451. 3°. 300. 8». 310. 9°. 312. 4». Ag: Lamy 1, 1 144. Taufgesänge 
der berührten Art sind hier die Nrn 3/13. Nr 2 ist die Nr 13 der Weihnaehtslieder der OpS 1, 
ein ursprünglicher auf Magieranbetnng und Jordantaufe gehender Festhymnus auf den 6. Januar, 
14 f. sind die anderwärts auch ohne den Namen A.s überlieferten Sög(h jäthä über Christus und 
Johannes den Täufer bzw. Maria und die Magier. Vg. auch Burkitt 67/9. 

«) Hss: BrM 306. 4°. 311. 4°. 312. 2°. 403. 2°. Ag: Lamy 2, 510,642. ^) Hs: BrM 463. S». 
Ag: Lamy 3, 69.5/750. *) Hs: BrM 463. 10°. Ag: Lamy 3, 937/58. 

') Hss: VtS 92 (J 823) 3» (37 Nrn) und wohl einer pseudoliterarischen Überliefernntr: 93 
(9.Jh) lO» (11 Nrn, von denen 3 neu). 13» (9 Nrn), einer vereinzelten Nr: BrM 170(Add 17109. 
J 87.3/4) 4° (=OpS 3, 296/8). Schon die zweite Art liturgischer Überlieferung findet statt in 
BrM 453(Add 17207. S/9. Jh) 10°, einem geradezu A. zugeschriebenen Begräbnisritnal mit 19 
meist akrostichischen Hymnen, und 513 (Add 17130. J 876/7). Über die jüngeren Exemplare 
jakobitischer und maronitischer Begräbnisliturgie vg. unter c. Ag von VtS 92 Nr 1/14. 16/37 in 
OpS 3, 225 395 (als „Funebres canones" 1. 44. 43. ,86. 42. 41. 40. 39. 38. 62. 34 f. 37. .32. 58/61. 
18f. 54. 21 f. 8. 23/7. 24- 13. 17. 5f.\ von VtS 93. 10° 4. 11. 13» 1/4. 6;9: ebenda (als „Funebr. 
can.» 65. 29. 45/8. 14. 50/2). 

") Die Beschreibung der Hss in den Katalogen ermöglicht hier leider keine durchgängige 
Nachprüfung der Zuweisungen an A., welche die Ag des syrisch-antiochenischen Festbreviers 
(Brev. iuxta rit. Eccl. Antiochenae Syrorum. Mosul 1886/96) bietet. Anonym überliefert sind 
Mad(h)r.ise auf die Apostel Petrus, Paulus und Thomas, von denen dort einzelne Strophen unter 
dem Namen A.s stehen, in BrM 4,50. 19°21°. Ag: Lamy 4. 681,706. Zwischen A., Bälai (S lOf) 
und Ja'qöb(h) v Sörng(h) (t; 24c) schwankt die Zuweisung bei einem einen Monolog des Apostels 
enthaltenden Stück auf den reuigen Petrus. Hss: BrM 748(Addl7190. J893)II°4g,/. Pr 161(Anc 
fonds 51. 10/11. Jh)fol2Ü. Ag: Lamy 4, 737/46. Das gesamte übrige Material der Festbrevierag 
ebenda 679/82. 705,36. 745/76. 

') Ag: OpS 3, 485f. 5Ilf. 515. 534f. 537f. 539f. 541/4 (als „Paraeneses" 33. 48. 50. 64. 
67. 69. 71 f.). 

') Hierher gehört wohl die ganze übrige Masse des OpS 3, 463/545 (als „Paraeueses" 
25,73) Gedruckten. Vg. Burkitt 19. Darunter sind weitere Stücke mit alphabetischer Akro- 
stichis die Nrn 25/8 und 49. In nestorianischer Überlieferung ausdrücklich für andere Verfasser 



o 



[§ 8 c Ap(h)rem: Zweifelhafte Ma(i(h)räsü. Qälü. 47 

c) Der Qälii (PI: QJile) ist ein von vornherein ausschließlich der liturgischen 
Textüberlieferung angehörendes Gebilde aus Strophen, die, eines regelmäßig 
wiederkehrenden Abgesauges entbehrend, vielmehr bestimmt sind, selbst in respon- 
sorischem oder antiphonischem Vortrage mit Psalmversen, bzw. den beiden Hälften 
der trinitarischen üoxologie (,.Ehre sei dem Vater" usw. ..Von nun an" usw.) 
verbunden zu werden. Eine vielfach zu beobachtende Erscheinung ist dabei die 
Fortführung ge\\'isser Grundstropheu durch eine Reihe von Zusatzstroplien auf 
die Gottesmutter, die Apostel, Märtyrer. Verstorbenen, die Buße, das Kreuz, die 
Auferstehung.') Zweifellos sind zum Gebrauche in diesem hturgischen Gefüge 
späterhin auch Texte neu geschaffen, ebenso zweifellos aber in nicht geringem 
Umfange einzelne Strophen alter Denkmäler sangbarer Dichtung aus ihrem ur- 
sprünglichen Zusammenhange ausgebrochen worden, so daß in den Qäle auf weiten 
Strecken ein reiches Material von Mad(liiräse- und Sogfhljäthä-Bruchstücken vorHegt, 
das eine Ergänzung der literarischen und sonstigen liturgischen Überlieferung er- 
möglicht. Ausdrücklich werden mit A. im nestorianischen wie im jakobitischen und 
maronitischen Ritus die Qäle der Begräbnisliturgie in Verbindung gebracht.'') Selbst 
eine Erweiterung der berührten Art nicht aufweisend, haben diese einzelne 
Strophen für die ,. allgemeinen"' oder ,.Vigilien-"' und die ,.apokryphen Qäle"' (Q. 
genize) des jakobitischen Nachtoffiziums geliefert,^) die ihren Platz in den An- 
hängen der Bet(h) Gazzä (..Schatzhaus"') betitelten endgültigen Gestalt des jakobi- 
tischen Ferialbreviers finden,*) nachdem der einschlägige Stoff liturgischer Ge- 
sänge früher in einem Pardaisä („Paradies") genannten Buchtyp vereinigt worden 
■war,") Entsprechend liegen die Verhältnisse nicht nur auf dem Boden des 

bezeugt werden die Nrn 39. 51. 62f. Vg. Burkitt 12/5. Über Hss und Agg des maronitischen 
Ferialbreviers s. g 56 a. 

») Hss: BrM4.')0. 17°a. 813(Addl4611.10.Jh)ll<>. Ox 153 (Marsh 711) 3». 9». Ag des ersten 
durch das hohe Alter der Hs empfohlenen Stückes: OpS 3, 460/3 (als „Paraenesis" 24), asketische 
Münchsregeln mit alphabetischer Akrostichis aus einer Mosnler Hs: Rahmani, StS 1, 9f. [8i). 

') A Baumstark, Psalmeuvortrag u. Kirchendiohtung d. Orients, Gottesminue 7, 290 305. 
413/32. 540/58. 887/902. -) 'Ai. Ältere Haupths: VtS 9"2, 1». Hss des jakobitischen Begräbnis- 
rituals: BrM 514 (Add 14525. fol 1/10. 9/10. Jh). 915 (Add 14502. 12. Jh). 916 (Add 17131. 12. Jh). 
918 (Add 14717. fol 1 .38. 13. Jh). 7182 Rieh (15. Jh). Fr 122 (Anc fonds 56. 15. Jh). 121 (Anc 
fonds 100. 17. Jh). 123 (Anc fonds 101. 17. Jh). 124 (Anc fonds 99. 17. Jh). YtS 60 (13. Jh). 
37 (J 1620/271. VtB 29 (15. Jh). 98 (J 1868. Abs einer Vorlage des 13. Jhs in einer Thomas- 
kirche zu Mosul). Ox 73 (Marsh 708. 15. Jh) f/S». 74 (Bod. Or. 12. J 1581/2). JerMkl 21 (18/9. Jh). 
20 (J 1815). 22 (J 1815/6). Über das maronitische § 56 a, über das nestorianische g 16 d. Ag der 
Qäle VtS 92. 1» 5/9. 12/18. 21 f. 27/31: OpS 3, 313/44. 346/.59 (als „Funebr. canones" 66/71. 72/9. 
80 f. 82/5). Der Überschuß der Ag dürfte auf abweichender Abteilung beruhen oder aus jüngeren 
Exemplaren des maronitischen Begräbnisritus stammen. *) Vg. über diese A Baumstark, 

Festbrevier u. Kirchenjahr d. syr. Jakobiten 149 f. 

') Hss desselben mit den Anhängen : VtS 324 (13. Jh). 68 (spätestens J 1464/5). 69 (J 1547). 
67 (J 1563). 71 (16. Jh). 70 (J 1674). VtB 158 (15. Jh). Pr 149 (Anc fonds 7'2. J 1465/6). 145 
(Anc fonds 42. J 1555/6.) 147 (Anc fonds 39. 16. Jh). 148 (Suppl 15. J 1614/5). 146 (Anc fonds 40. 
J 1644/5). JerMkl 25 (15. Jh). 26 (J 1654). 28 (J 1856). Ox 49 (Marsh 479. J 1544/5). 48 (Poe 333. 
16. Jh). 50 (Hunt 594. J 1654), nur der Anhänge: BrM 470 (Add 14716. fol 79/166. 13. Jh). Brl 
154 (Sach 15.5. J 1637). Pr 151 (Anc fonds 107). 152 (Anc fonds 82). JerMkl 29 (18,9. Jh). Die 
Anhänge fehlen infolge Defekts derselben in den noch dem 13. Jh angehörenden Hss: BrM 39'2/5 
(Addl7211. 14704. 14720. foll/lll. 172.50). Ag: für den linierten „syrisch-antiocheuischen" Ritus 
Sarfah 1902, zuverlässiger als die älteren römischen der JJ 1096, 1787, 1853 (Vg. Nestle, 
Lit.32). Vg. ABaumstark, D. „syr.-antioch." Ferialbrevier, Katholik 8"2, 40I/-27. 538/50. 83,43/54. 

») Hs: BrM 469(Addl7"232.J 1209/10). Vg. auch die häutige Melodieangabe: „im Tone 
des Paradieses". 



48 Die Literatur bis zum Zeitalter der cbristologisclien Kämpfe. § Sde) 

niaronitischen Ritus.') sondern es wurde für A. wohl auch "O die Gesamtmasse 
dessen in Anspruch Kenonimen. was den ..allgemeinen Qäle" des jakobitisclien 
auf nestorianischer Seite entspricht und seine maßgebliche Redaktion im 6. Jh 
erfahren haben dürfte,") und in der Tat mag manches in der betreffenden weit- 
schichtigen Sammlung alter Lieder und Liederfragmente wenigstens bis auf seine 
Zeit zurückgehen. 

d) Als ..Leitern (Seb(h)lät(hw) von Mad(h)r;i5e-' *j bezeichnet, erscheinen 
seit dem 13. Jli zuerst in selbständiger Überlieferung, dann gleichfalls unter den 
Anhängen des jakobitischen Ferialbreviers Sammlungen hymnischer Texte, für die 
A. bald allein, bald neben einem oder zwei jüngeren Dichtern als Urheber an- 
gesprochen wird.*) Ausnahmslos dürfte es sich um bloße Azz aus einem ur- 
sprünglichen Korpus von 500 Nrn handeln, in dem Strophen älterer Lieder einer 
sekundären Anordnung nach Art der Qäle und ihrer Zusatzstrophen unterzogen 
worden waren. Daß für diese Redaktionsarbeit in weitem Maße gut, ja best be- 
zeugte Texte den Stoff gehefert haben, i.st ebenso offenkundig, als dalJ umgekehrt 
in einzelnen Fällen der Gedanke an A.schen Ursprung sich von vornherein verbietet. 
Die Möglichkeit einer wenigstens fragmentarischen Bereicherung der echten A.- 
Überlieferung aus dieser Quelle ist mithin keineswegs ausgeschlossen. Besondere 
Beachtung verdient der Reichtum an Sög(h)jät(h)ä-Material, der ein besonders 
altes ,.Leitern"-Exemplar auszeichnet.*') In dieselbe Sphäre fragmentarischer 
Neuverwendung alten Liedergutes führt endhch auch ein gelegentlich auftretendes 
kleines Korpus ausdrücklich als solcher bezeichneter hymnischer ..Bruchstücke" 
(Teb(h)rätth)ä), für dessen Strophen wiederum neben den beiden jüngeren Kon- 
kurrenten A. als Verfasser namhaft gemacht -w-ird.') X>er hier endende Gang der 
Entwicklung wäre auf Grund einiger mit seinem Namen verknüpfter Kleinsamm- 
lungen verwandter Natur bis ins 8/9. Jh zurückzuverfolgen.*) 

e) An Memre wird durch liturgische wie literarische Hss der islamischen 
Zeit") nicht weniger auf A. zurückgeführt, was in einer meist wohl entschieden 
glaubwürdigeren Überlieferung unter anderem Verfassernamen oder anonym auf- 
tritt."*) Auch den hier nur für ihn bezeugten Stücken wird man unter diesen 
Umständen in der Echtheitsfrage von vornherein nicht ohne eine gewisse Zurück- 
haltung gegenübertreten können. Ein eigenartiges Problem bildet sein Verhältnis 
zu inhaltlich verwandten Texten der griechischen Überlieferung für ein durch die 
Fülle seines dramatischen Lebens an den Jonas-Memrä erinnerndes Gedicht auf 
die Salbung Jesu durch die öffentliche Sünderin ") und je ein solches über die 



1) Hs seiner „Vigilien-Qäle" usw.: BrM 467 (Add 14703. 12/3. Jh). Im übrigen vg. § 56a. 
«) ChrS 1, 85. ') Vg. § 17 d. 

*) Lamy 3, XV/XXIII unter Mitteünng einiger Textproben. ») Hss: VtS 95 (13. Jh). 
VtB 133 II (J1224) 1». BrJI 882 (Add 14786. fol 56 f.). Brl 156(Sach2.=54. J1822)4» und in den 
Anhängen der Ferialbreviere VtS 67/9. 71. VtB 158. Pr 145. 147,'9. JerMkl 25 f. 29. Os 48/50. 

") VtS 95. Bs: KatAssemani 512,8. 

^ Hss: BrM 4T0iAddl4716.fol79/166.13.Jh)4">a. Pr 149. 8». JerMkl 29. 5». «) Vg. 

die „Vigilien-Mad(birasf BrM 4.W. 2" bzw. 460 (Add 14506. fol 97, 110. 11. Jhl. ») Von ei-steren 

kommt besonders ein Homiliar VtS 117 ^12. Jh) in Betracht. Von letzteren enthalten BrMOr 
2732 (18. Jh). Ox 153 (Marsh 711) ungenügend Beschriebenes. 

'") Vg. besonders S. 55 Ak. 3 über das Schwanken der Überlieferung zwischen A. nnd Ishäq v 
Antiocheia. Zwei den Namen .\.s sicher zu Unrecht tragende Dichtungen über die Legende des 
Jöhaniian b Malke (§ 14e) und die Translation der Gebeine des ägyptischen Joseph nach Eonstan- 
tinopel unter Kaiser Honorius liegen unter dem Namen A.s in den Uss CuibrAdd 2820 (J 1882) 
IV. Dijarb 98. 11» bzw. BrM 7190 Rieh (13. JhMS". VtS 96 (J 1351,'2)45<', anonym in den Hss: 
Brl 169(.Sachl92. 18.Jh)2'' bzw. Seert 109 (J 1609) XVIP vor. 

") Hss: BrM 948(Addl4651. JS50)4<>. 833(Add 17266. 12. Jh)!». Ag: Lamy 1, 311/38. Die 



[S 8e Ap h)rem: „Leitern." Zweifelhafte MCmrC. 49 

Opferung Isaaks *) bzw. Elias und die Witwe von Sarepta. -) zu denen sich noch 
einige wenige weitere Behandlungen ATlicher Gegenstände gesellen.'') Als ein solcher 
,.gegen die Juden"' scheint ein Memra über den Einzug Jesu in Jerusalem sich 
besonderen Ansehens erfreut zu haben/) während eine Folge von 8 Nrn über 
die Passion nur eine schmale und späte hsliche Bezeugung erfährt.*) Neben 
einen wiederum besser bezeugten Memrä. ..der Ermahnung" ,.über die Liebe zur 
(Heilsllehre" ") treten als sachlich mehr oder weniger venvandte Stücke Betrach- 
tungen über Is 26. 10') und Prd. 1.2.*) Erörterungen über die Probleme der 
göttlichen Vorsehung") und den Kampf Satans gegen das Heil der Menschen'") 
eine von Ps 110. 10 ausgehende") und eine zu Geduld gegenüber Unterdrückung und 
Verleumdung ermahnende moralische Paränese'-) in poetischer Form. Unter ähnlichen 
Stücken ..der Reue""") nimmt eine Bußrede überKlglö. 16,'*) unter anderen ,.Rüge"- 
dichtungen'*) ein teilweise wie schon in einer Hs des 6. Jhs'") auftretenden, so auch 
griechisch wiederkehrender und vielleicht durch Kontamination entstandener be- 



entsprechenden griechischen Texte: OpG 2, 297/306. 3, 385/406, ein koptischer in der Hs VtCopt 58 
(J'J57)6". Ag des letzteren: IgnGuidi, Bessarione'^ 4, 1/21. ') Hs: BrM 831 (Add 17206. 

ll/ia.Jhie». Der griechische Gegentext: OpG 2, 31221 nnd Mercati 1, 43/83. 

') Hs: BrM 948.112». Griechischer Gegentext: OpG 3. 240/43 nnd Mercati 1. 201/23. 

>) Über Job: VtS 252 (vor J 932130». JerMkl 43 (Nach J 1143/4 nnd geraume Zeit vor 
J1483/4)XI»3 unter A.s, BrM 638 (Add 14584. 8/9. Jh) 3° a unter dem Namen Ja'q6b(h)s v Serüg(h), 
der sich hier des „Metrums A.s" bedient hätte. Derselbe oder ein zweiter Memrä über den gleichen 
Gegenstand: VtB 125 (.11720)7». Beide in einer Hs in Sarfah(?). Ag beider: Rahmani 2, 92/115.— 
Über Abraham und seine typische Bedeutung: BrM 833(Add 17266. 12. Jh) l»b. — Über Aaron und 
seinen Sohn Eleazar: Brl 164(Sach 113. J1803)18». — Über Abraham und Sara im Original anonym: 
Ox 138(BodlOr 19». 13. Jh), in einem Kars-Text unter dem Namen As: Mos 87 (J 1723 4). 

*) ChrS 1, 211. "Ai. Oder sollte hier an eine antijüdische Polemik vielmehr verlorener 
Mad(b)räse zu denken sein? — Hss: BrM 825(Add 1216.5. J 1015)60». VtS 118 (vor J1121).50°. 117. 
154». VtB 26 (J 1728)1». JerMkl 44 (Vor J 1413/4). Pr 196 (Anc fonds 117. 16. Jh) 54»b. 189 
(Snppl 76. Abs der vorigen). Ox 135 (Poe 404. J 1640/1) 61». Ag: OpS 3, 209/24. ^) Liturgisch 

auf die Werktage der Karwoche, den Oster- und den Weilien Sonntag verteilt. Hss: JerMkl 44 
(13. Jh). Pr 196, 73». 189, l»d/k. 200 (Suppl45. J16Ö2). Ag: Lamy 1, 339/566. 

») Hss: BrM 170 (Add 14735. J 873/4) 2». 803 (Add 14588. 9/10. Jh) 1°. 8.58 (Add 14735. 
fol 112/64. 12. Jh) 3". 958 (Add 14735. fol 72/173. 12. Jh) 3». Pr 189. l"c. vielleicht auch: Dijarb 
98, 9». Ag: Lamy 1, 275/310. ') Hss: BrM 824 (Add 1461.5. 10/11. Jh) l»c. VtS 117. 89». 

155 (J 1516) 27». Brl 143 (Peterm I 25. 14/5. Jh). FollOSv». Ox 135. 100». Ag: OpS 2, .344/50. 

«) Hs: VtS 117. 87». Ag: OpS 2, 338/44. ») Hsfs) : in Sarfah (?). Ag: Rahmani 2, 

33f. 36f. '») H.ss eines Bruchstückes: BrM 817 (Add 14614. 10. Jh). Fol 75, eines vollständigen 

sehr umfangreichen Gedichtes: in Sarfah i,?). Ag: Rahmani 2, 115. 135/46. ") Hs: VtS 117. 
59°. Ag: OpS 3, 629/39 (als „De div. serm." 13). ") Hss: in Mosul und Sarfah (?). Agg: 

L a m y 4, 217/26. Rahmani 2. 56/9. 

") Hss einer Sammlung von 6 Nrn: Seert 109 (J 1609) X». Mos 100. 4», vielleicht auch: 
Mos 101 Anh. 2, einzelner: VtS 117. 81». 82». CmbrAdd 2016 (13. Jh) 24». Brl 164 (Sach 113. 
J1803)4» (= VtS 117. 81»). Ox 153 (Marsh) 4». 18". Ag der beiden römischen Nrn: OpS 3, 369/87 
(als „Paraen." 2 f.). 

") Hss: BrM 813fAdd 14611. 10. Jh) 1.5». 951 (Add 14653. 11. Jh)4». 9.57 (Add 14655. 11. Jh) 4». 
VtS 117. 88». Pr 177(.\ncfonds83. J1520;l)2». Ag: OpS 2, 3.50/9. "■■) Hss einer Folge von 

4 Nrn: Sin 67 (9. Jh), einzelner: BrM 537 (Add 12176. 6/7. Jh)l° (von jüngerer Hand!). VtS 93 
(9. Jh)9». 96 (vor J 1351/2) 39». Eine „alte" in Mosul bzw. eine in Sarfah (?). Agg der sinaitischen 
Texte: Lamy 4, 85/119. 124 40, des Londoner: 2, 363/92, des Mosuler: 4, 185/208. Rahmani 
2, 121/9. Eine armenische Übs des Londoner nnd des ersten sinaitischen Stückes ist in der 
hslichen Überlieferung mit derjenigen der Mcmri! über Nikomedeia verbunden. Vg. A Vardan ian, 
Handes Amsorya 26, 368f. ">) BrM 540. 2»b. Vg. oben S. 43 Ak. 8. 

Baumstark, Oeschiclite der sjTischen Literatur. 4 



50 Die Literatur bis zum Zeitalter der chrisfologiscben Kämpfe. S Se) 

sonders umfangreicher Text ') eine hervorragende Stellung ein. Einem Gedicht 
zum Preise des AVandermönchtums ^ ) dürfte eine solche im Kreise einiger speziell 
in die Sphäre monastischer Askese führender Stücke zukommen.") Mindestens 
ein im Original erhaltenes Gedicht üher den Antichrist und das Weltende') 
fordert gleich der zweiten Hälfte der Paränese üher Ps 110. 10 zu einem Ver- 
gleiche mit griecliischen Texten eschatologischen Inhalts heraus. ^) Auch unter 
den in die Pegrähnisliturgie aufgenommenen „Memre der Verstorbenen" "j be- 
schäftigt sich einer mit den Schrecken des allgemeinen Gerichtstages, 'j während ein 
anderer, falls er als echten gelten diu-fte, ein hervorragendes liturgiegeschichthclies 
Interesse erwecken müßte.*) Als sicher unecht erweisen sich durch ihren Inhalt 
ein die griechische Wissenschaft preisendes Stück über den Wunderbau des mensch- 
lischen Köi'pers ") und eine schon in ihrem ersten Vers zum Anschluß an Aristoteles 
auffordernde philosophisch theologische Lehrdichtung. '") Nicht günstiger wird sich 
über eine Reihe von Behandlungen legendarischer Themen urteilen lassen,^') in- 



') Hss: VtS 117. 97°. Pr 196. 23». 189. l»b und eiue in Mosul. Agg: OpS 3, G54,S7 (,als 
„De div. serm." 18). Lamy 4, 263'356, unvollständige: BiCh 1, 414/20. Der Memrä wird in der 
Mosuler Hs als eiu (aus verschiedenen?) „gesammelter" bezeichnet, bietet also keine Gewähr 
dafür, mit dem bruchstückweise kenntlich werdenden alten Texte schlechthin identisch zu sein. 
Ein TeU des Textes wurde in die Jaqqirä-Eezension der Jlemre des Gebetes (§ 46 f. bzw. oben 
S. 43 Ak. 4) aufgenommen. Das griechische Stück: OpG 2, 279 f. 

2) Hss : VtS 117. 97«. VtB 45 (17. Jh) 3». Ox 136 (Hunt 595. 15. Jh) 9°. Pr 197 (Anc fonds 
157. 16. Jh) 10". Ag: AHaffner, D. Homilie d. hl. Ephräm v. Syrien üb. d. Pilgerlebcn nach 
d. Hss. von Korn u. Paris hgeg. u. übs. SbAWW 135 ix, unvollständige: OpS 3, 650f. (als „De 
div. serm." 16). 

^) Hss dreier Nrn: eine Mosuler, der ersten: zwei in Sarfah(?), ihres Anfangs: BrM 463 
(Ädd 14506. 11. Jh) fol 85, je einer anderen: Brl 200 (Sach 202 f. 15/6.Jh)P.6. Dublin Triuity Coli. 
B 5. 19 (um J 1625) 7». VtB lü (vor J 1805) 1» (?) Pr 190 (Suppl 46) d" bzw. Pr 177. 4''a und je 
eine in Sarfahl?) bzw. BrM 801(Addl8817. 12. J^S». VtB 10. 1» ^?) und zwei in Sarfah bzw. 
VtB 10. 1" (?) und eine in Sarfah(?). Agg der Mosuler Stücke: Lamy 4, 207/15. 225/62, des 
ersten: Rahmani 2, 116/20, des in zahlreichen Hss vorliegenden: PZingerle, MonS 1, 4/12. 
Eahmani 2, 81/90, des Pariser Stückes : Eahmani 2, 48/52, der beiden letzten: PZingerle. 
S. Ephiaemi Syri sermones duo (Brixen 1868). Eahmani 2, ebenda 38,47. 66/80. 

') Hss: Dublin Trin. CoU. B. 5. 19. 4°. Ox 135. 101». 19 (Thurston 13 J 1628) 3°. 
Dijarb 98. 7». Pr 243 (Suppl 57. J 1610) 3°. Ag: Lamy 3, 188,212. Vg. auch Dijarb 77. 2°. 
98. 9°. Ox 144 (Marsh 392. 16. Jh), 153 (Marsh 711) 6»f. 12°. 28". ■•) OpG 2, 192/230 (drei 

verschiedene Nrn). 247/58. 3, 93/104. 152/9. 260,73. 

") Hss: VtS 92. 4» 1/4. 6/8. 17,23. BrM 810 (Add 14630. fol 1/23. 10. Jh)2»6. 822. 12° ab. VtS 
60 (13. Jh) 8°f. 822. 12» ab. Pr 122 (Anc fonds 56. 15. Jh) 5«bef. Brl 164. 16». Dazu die Exem- 
plare des Begräbnisrituals der verschiedenen Konfessionen. Ag der Stücke ans VtS 92 in OpS 3, 
325/395 (als „Funebres canones" 1. 15f. 12. 33. 30f. 28. 56. 55. 63f. 11. 7). 

') Hss anCer VtS 92. 4» 4: BrM 712 (Add 14582. J816)U». 826 (Add 17180. n.Jh)7». 958 
(Addl4735. fol72/173. 12. Jh)8». Pr 122. 5"e. 190»b. Brl 168(Sach92. 17. Jh)B4°. Nur in VtS 117 
vielmehr Ishäq v Antiocheia beigelegt. Ag: OpS 3, 242/7 (als „Funebr. canon" 12). 

») Hss: VtB 98 bzw. deren Vorlage in Mosul (vg. S. 47 Ak. 1). Ag. IgnERahmani, 
I Fasti deUa chiesa patriarcale Antiochena VII/X. 

») Hs: VtS 152 (J 980) XV». Ag: OpS 2, 316/8 (als ,.Serm. exeget. in Gn 1, 27"). 

'») Hss (teUweise ohne Nennung eines Verfasseruamensj: Brl 214 tSach 115. J 1642/3) 2». 
215 (Peterm. Syr. II. J 1707) 2». Pr 301 (J 1643) II». Cmbr Add 2011 (J 1735;6i 1». BrMOr 4088. 
Ag: SSamuel (HaUe 1893). 

") Über Marias Eechtfertigung durch das Trinken des Eifersnchtswassers Hss: VtS 117. 
11». CmbrAdd 2001 (J 1480/1) IV». Brl 179 iSach 221. J 1709/10) 10°. Bs: Kat Sachau .589. — Über 
das Wirken des Apostels Andreas im Lande der „Hunde". Hss: BrM Sil (Add 14656. 10. Jh)l». 



[§ 8ef Ap(h)rem: Zweifelhafte Memre. Ba'wät(h)ä. 51 

dessen ein oft abgeschriebenes strophisches Gedicht paränetischen Inhalts mit 
alphabetischer Akrostichis ') und einige poetische Gebete ^) nur mit bedingtem 
Rechte der Gattung des Memrä zugerechnet werden.*) 

f) Der Name Bä'üt(h)ä (PI: Ba'w:it(h)ä), *) in seiner Wortbedeutung grie- 
chischem ).itr^ entsprechend, bezeichnet die formal am nächsten mit dem aljend- 
ländischen Hymnus sich berührende Erscheinung im liturgischen Textbestande des 
jakobitischen und maronitischen Ritus, bei der eine kürzere Reihe meist vierzeiliger 
Strophen sich aus Versen eines der drei Memrä-Metren aufbaut, während eine 
zwei- oder vierzeilige Refrainstrophe gegebenen Falles einem Vortrage nach Art 
des Madhlräsä zu dienen bestimmt ist, dessen Name geradezu an den gleich- 
artigen Gebilden in Tagzeitengebet und Begräbnisritus der Nestorianer haftet. 
Texte dieses Typus finden sich in den einzelnen Tagesoffizien jakobitischer Choral- 
bücher des Festbreviers seit dem 8/9. Jh, *) um späterhin zum eisernen Bestände 
alles kirchUchen Stundengebetes der beiden Riten zu gehören, und werden zu ge- 
schlossenen, nach den 8 Kirchentönen geordneten Korpora wieder in den Anhängen 
des jakobitischen Ferialbreviers zusammengefaßt. ") Durchweg pflegen dabei die 
Stücke des siebensilbigen Versmaßes A. beigelegt zu werden. ') Diese Verfasser- 
angabe dürfte indessen vielfach nur irrtümlich aus dem meti'ischen Vermerke ent- 
standen sein, daß der betreffende Text ,,im Maße A.s" abgefaßt sei. Soweit sie 



VtS 117. 218». Jerilkl 43. IV» 17. Pr 177 (Anc fons 83. J1520;l)4»j. — Über die hll. Sergios und 
Bakchos bzw. Dometios. Hs: JerJtkl 43 IV 38. 31. — Vielleicht sogar mehrere Nrn über den 
hl. Georg: Urm 143(J1711/2\ 136 (J 1715/6). 

') Älteste der sehr zahlreichen Hss: BrM 831 (Add 17206. 11/2. Jhjo". Späterhin erscheint 
das Stück besonders häufig im Anhange jüngerer jakobitischer Psalterien nnd anonym als liturgi- 
scher Gesangstext im nestorianischen Wardä-B (g 49c). Agg: OpS 2, 2368 (als „Serm. exeg. in 
Prov5, r;. EJMillOs, Directorinm Spirituals (E 1868) 25861. BrCh 1. 498,501. 

*) Ein Nachtgebet. Hss abgesehen vom maronitischen Ferialbrevier: Brl200. G3''. 168 
(Sach92. 17.Jh)B2». Ag: OpS 3, 480 f. (als „Paraen." 30). —Anscheinend andere Redaktion 
des nämlichen. Hss: BrM S42(Addl4728. foll/75. 13.Jh)6<'. Ox 16 (Poe 10. 15. Jh) 19». VtS 91 
(J1.5:?0) 46». XIX. CmbrAdd 198S (J 1558) 44»r. — Ein Reuegebet. Hs: Brl 168. B 3». Ag 
nach einer verschollenen hslichen Grundlage: OpG 3. 606 f. — Gebet um die ewige Seligkeit, 
a^s: Brl 200, II» H. 10. Dublin Trin. Coli. B 5. 19. 8». Ag: Lamy 3, 211,£0. Eine Rand- 
bemerkung der Berliner Hs nimmt das Stück für Ishäq v Ninive (g 35 d) in Anspruch. — Zu 
Anfang erweiterte, sonst aber kürzere Rezension des vorigen. Ag nach einer Hs in Sarfahl?): 
Rahmani 2, 91f. — t'ber ein schon reimendes Gebet um ein reines Herz und dessen Überlieferung 
auch unter dem Namen des Phüoxenos vg. § 23 c. 

') Jeder Beurteilung entzieht sich vorläufig ein durch BVandenhoff, Theologie u. 
Glaabe 4, 239/41 ohne Kachweis der hslichen Grundlage in Übs bekannt gemachter Jlcmrä unter dem 
Namen A.s. *) Lamy 3, XXIIIXXVIII mit Textproben. ABaumstark, Katholik 82, 

407,11 bzw. Festbrev. n. Kirchenjahr 64/6. 

») Die älteste datierte Hs, die Ba'wät(h,ä enthält, BrM 306 f. (Add 14515 u. 171C0. JS93), 
stellt bereits die Fusion eines solchen Choralbnches mit einem Homiliar dar. Über die gesamte in 
Betracht kommende hsliche Überlieferung ABaumstark, Festbrev. u. Kirchenjahr 61 f. 66/8. 77/84. 

•) Hss: VtS 67/9. Pr 145 f. 148. 151. JerMkl 25 f. 29. Ox 48/50. Altere Ba'wät(h)ä- 
Sammlnngen gleicher Art liegen vor in BrM 469(Add 17232. J1210)25»a. 471 (Add 14724. fol 1/113. 
13. Jh) 2». 491 (Add 17258. fol 1, 118. 13/4. Jh)6». 493 (Add 17269. fol 1 38. J 1498 9) 3». 4». Veremzelt 
finden sich Ba'wät(hjä auch in einem nestorianischen Ferialbrevier: Brl 44lSachl3. J 1795'. Bs: 
EatSachau 165 (mit Angabe der Initien). 

^ Eine Zusammenstellung der in den Festbrevierhss Brl 17 f. Sach 350 bzw. 323; und 
20 f. (Sach 2.36 bzw. Fol 1633) vorliegenden Ba'wäthä unter dem Namen A.s KatSachau 56, 65, 
69, 81, ein Initienverzeichnis der in dem jakobitischen Ferialbrevier Brl 155 (Or cot 254) enthaltenen 
ebenda 481. 

4* 



52 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologiächen Kämpfe. S 8g 9] 

■\virklicli niebr besagt, wird man sie dahin zu verstehen haben, daß Minirfe oder 
aus gleichzeiligen Strophen gebaute Mad(h)räse A.s das textliche Eohmaterial ge- 
liefert haben, aus welchem unter Hinzufügung einer doxologischen Schlußstrophe 
die neuen Lieder geformt wurden. 

g) Tesbohtfi (,. Lobgesang". PI: Tesbehat(h)ä *) ist als Äquivalent von griechi- 
schem w()>; die Bezeichnung, welche in syrischer Liturgie zunächst den nicht 
dem Psalter entstammenden biblischen Gesangstücken (sog. Cantica), nächstdem 
Mischungen von Prosadichtung und Psalmenwort oder Texten wie der sog. großen 
Doxologie (dem „Gloria in excelsis" des Abendlandes) zukommt. Auf metrische 
Originaltexte in syrischer Sprache übertragen, geht der Name weiterhin auf 
Hymnen schlichten Baues und kürzeren Umfangs, die im Kahmen des Kultus 
eine jenen anderen entsprechende Verwendung erfahren. Von Texten einschlägiger 
Art unter dem Namen A,s wird eine Sammlung von mindestens 8 „Tesbehätih)ä 
des Morgens" in literarischer Überlieferung durch ein Zitat greifbar, dessen Um- 
gebung für ihre Echtheit ein günstiges Vorurteil zu erwecken geeignet ist.-) Eine 
solche von 10 TesbehJit(h)ä des Tischsegens ^) erinnert an ein mit ihr vielleicht 
geradezu identisches Korpus entsprechender ,,Mad(h)r;ise, die über Tisch an den 
Vigilien der Heiligen und Verstorbenen gesprochen werden".*) In der nestorianischen 
Liturgie tragen den Namen A.s von Tesbehät(h)ä ein Morgenhymnus mit der 
Akrostichis: Isö' MeSihä') und einige weitere Gesänge für Tagzeitengebet und 
Messe,*) neben denen zwei Mad(h)räse ihres Trauungsrituals Erwähnimg finden 
mögen. '^ 

§ i). Mit der Entwicklung literarischen Lebens, die auf dem Boden des 
römischen Mesopotamiens das Wirken Ap(h)rems bezeichnete, gleichen Schritt zu 
halten, hat die Christenheit des Sassanidenreiches naturgemäß der blutige Sturm 
der großen Verfolgung verhindert, die Säb(h)6r II. (309/79) entfesselte. Ihr grund- 
sätzlich Einhalt geboten hat erst sein ^-ierter Nachfolger Jazdgerd I. (399/420). 
Mkrüt(hja, der bei der Herstellung des religiösen Friedens eine entscheidende 
Vermittlerrolle gespielt hat, und der K Ahai sind auch durch eine schrift- 
stellerische Tätigkeit für den Beginn einer neuen Zeit bezeichnend, für deren 
innerldrchliches Leben Synodalakten und eine "Weiheordnung wertvolle 
Schriftquellen darstellen. Mit Abfassung und Sammlung von Berichten über die 
Passionen der Blutzeugen hatte man schon in den vorangegangenen Jahr- 



•) Aßanmstark, Katholik 82, 413. 426 f. 83, 52. Ders., Festbrevier u. Kirchenjahr d. 
syr. Jakobiten 130. 145. 160. AdEücker, D. liturg. Poesie d, Ostsyrer 7/11. ') BrM 862 

(Add 17194. J885/6)fol28''r. Ag: Rahmani 2. 133f. ») Hs: in Sarfah(?). Ag: Kahmani 2, 
1/19. ♦) Hs: BrM 450(Add 17141. 8/9 Jh) 18». 

') Über die für diesen und die folgenden Texte in Betracht kommenden Hss § 16 d. Agg: 
OpS 2, 330 (als „Serm. exeget. in Pa 96. 11") BrCh 35 jedes Bandes. Übs: JMSchönf eider, 
TQs 48, 189/91. 

') So allgemein Texte für das Nachtoffizium des Donnerstags und Samstags und zur Messe. 
Agg: BrCh 44f. :-)46 jedes Bandes, nur des ersten und dritten: OpS 3, 536f. 540f (als ,.Paraenesi8'" 
66und70l. Übs des ersten: JMSchönf eider a. a. 0. 192f. In den Hss CmbrAdd 1966. 2036 i3<'l,i). 
Pr 24 (3°k) wird auch ein solcher für die Matutin der Werktage, in CmbrAdd 2036 (S'm /). Pr 24 (S'x) 
ein solcher für die Komplet und BrM 191 (3''k) derjenige für das Xachtoffizinm des Montags auf 
A. zurückgeführt. Ag des ersten: a. a. 0. 50 jedes Bandes. Übs: a. a. 0. 191 f. Bezüglich der 
beideu anderen soust Sem'ön b Sabbä'e und Abraham v Bet(h') Babban beigelegten, s. § 5c. 17 c. 

">) Hss: VtS 64. (J 1659) 4°. Mard 32. (17. Jh) und wohl auch andere des betreffenden Rituals. 



[§ 9 a Ap(b}rem: Tesbfhät(h)a. Märüt(h):i v ilaiperqat. 53 

zehnten der \'erfolgung begonnen und setzte eine literarisclie Tätigkeit in dieser 
Richtung begreiflicherweise auch fort, als schon in den letzten JJ Jazdgerds IL 
neue Opfer fielen und unter BahrJim V. (420/38) und Jazdgerd II. (438/57) 
weitere ihnen folgten. Nicht minder hätte an einem Gregor ios das Mönch- 
tum des Sassanidenreiches augeblich einen auffallend frühen literarischen Vertreter 
gehabt. 

a) B Marüt(h)a v Maiperqat,') -f vor 420,^) hatte schon 382 an der 
gegen die Messalianer abgehaltenen Synode von Side teilgenommen, ^) erschien 
dann nach 395 in Konstantinopel, um Kaiser Arkadios für die Lage der per- 
sischen Christen zu interessieren, und wurde von ihm mit einer diplomatischen 
Mission an den Sassaniden Jazdgerd I. betraut. Die Gunst des letzteren, die er 
sich durch sein medizinisches Wissen sicherte, ermöglichte ihm. schon auf dieser 
ersten Gesandtschaftsreise 399 eine Synode der persischen Kirche zu versammeln, 
durch welche dieser an dem K Ishhq ein neues Oberhaupt gegeben wurde. *) 
Mindestens noch einmal hat er 410 als römischer Gesandter im Sassanidenreiche 
geweilt und erneut in dessen kirchliche Verhältnisse eingegriffen. ") Die Angabe 
orientalischer Quellen, *) daß er auf dem allgemeinen Konzil von Konstantinopel 
anwesend gewesen sei, findet in dessen LTnterschriften keine Bestätigung und 
richtet sich schon dadurch, daß sie dasselbe erst nach 410 anzusetzen scheint. 
An literarischen Arbeiten wird eine von M. redigierte Sammlung von Martyrer- 
akten der großen persischen Verfolgung mehrfach bezeugt, ') Außerdem werden 
ihm liturgische Poesien auf die Märtyrer und eine von einer t'bs seiner Kanones 
begleitete Geschichte des Konzils von Nikaia beigelegt. *) Unter den ersteren 
dürfte wohl eine bestimmte Schicht in Vesper und Matutin der Wochentage zur 
Verwendung kommender Gesänge des nestorianischen Ritus zu verstehen sein,*) 
deren Verknüpfung mit dem Namen des berühmten Geschichtsschreibers der 
Märtyrer dann kaum ein sonderliches Vertrauen verdient. Auch die in die Form 

') Sokrates Kg VI 15; VII 8. Sozomenos Kg VIII 16. Photios ßibl. Cod. 53. Akten der Synoden 
des Isl.iäq und Dädihisö': SynOr 18 (255). 49 (293). Elias Gauhari: BO 3, 367. ChrS 1, 205f. 
211 f. MbS 29/31 (25/7). 'Am 23/5 (13;5i. B'EKg 1, 121 f. 2, 46/52. 'Ai § 57. BO 1, 174/95. 
3i, 78f., ohne reinlicbe Unterscheidung zwischen ihm und M. v Tag(b)rit(b). Tillemont, Eist. 
eccl. 11, 284/7. Braun, De sancta Nie. synodo (Münster W. 1898) 3/12. M Kmosko OC 3, 
384/6. Wright54/6. Duval 132f. L ab ourt 77/99. Lübeck 46 54. 

') Da er auf der Synode des Jahb(h;allahä nicht mehr die BB des römischen Reichsgebietes 
vertrat. Lab ourt 89. ') Photios. *) So unzweideutig MbS, während andere Quellen nicht 
klar zwischen den beiden Gesandtschattsreisen unterscheiden. *) So urkundlich die Akten der 
beiden genannten Synoden. °) MbS. 'Am. 

') 'Ai. C'hrS 1, 79. MbS. Nach 'Am hätte M. vielmehr dort bisher unbekannte Kanones 
der persischen Kirche und Exegetisches ihrer „Väter" ins Kömerreich gebracht. Von einer tjber- 
tragnng von Eeliiiuieu persischer Märtyrer durch ihn reden MbS und 'Am. ') 'Ai. 

•) Die sog. „Martyrer-Qäle". Hss: VtS 89 (16. Jh) 1", die nestorianischen liturgi-^chen 
Psalterien, wo sie sich an die Sammlung von Tesb6hät(hjä und Diakonsproklamationen (§ 16 d) an- 
zQschlieCen pflegen, und die meisten Exemplare des K daqGd(h)am wad(h)ßbät(h)ar („B des vor 
und nach'') genannten liturgischen Bs, dessen ihnen vorangehenden Hauptteil, die in der Vesper 
der Wochentage vor und nach Ps 140f. 118, 105/17. 116 zu rezitierenden Stuf ke bilden. Hss dieses 
letzteren: Dijarb 61 (J l.=>60i. JerPatr 46 (J 1.376). 43 (1.597). VtB 16 (16. Jh). VtS 222 (J 1670). 
Urm 74 (17,8. Jh). 93 (J 1727/8). 31 (18,9. Jh\ CmbrAdd 1979 (1707). N-Dsem 60 (J 1791). 
Brl 45 (Orqu 580. J 1850) bzw. selbst als Anhänge von Psalterien: Dijarb 37 (15. Jh). 62 
{18. Jh) 63/6. BrMOr 4059 (16. Jh). Mos 43 (J 1790/1). 44 (J 1798,9). N-Dsem 59 (1820,1). Ag: 
BrCh 373»S8* jedes Bandes. 



54 Die Literatur bis zum Zeitalter der jhristologischen Kiimpfe. § 9abcj 

eines Sendschreibens an den K Ishäq gekleidete Schrift über das Konzil von 
Nikaia *) kann als Ganzes kaum echt sein, da sie eine von den echten Kanones 
desselben völlig verschiedene, auch in arabischer und äthiopischer L'berlieferung 
vorliegende Fi>]<j,e kirchlicher Rechtsbestimrauugen bietet,^) und auch in ihren er- 
zählenden Teilen geschichtliche Verstöße aufweist, die M. nach Maßgabe seiner 
Beziehungen zum Kaiserhofe schwerlich zugetraut werden können. *j Immerhin 
mögen einzelne Bestandteile des sehr ungleichmäßigen Textes, wie ein Ketzer- 
katalog ■*) und eine philologische Erklärung griechischer kirchlicher Termini auf 
einen Begleitbrief zurückgehen, mit welchem M. dem persischen Oberbischof etwa 
die echten nicänischen Kanones übermittelte. **) Schon, ob zu diesen Stücken 
auch eine den Schluß bildende Erklärung des in 12 Artikel eingeteilten nicäno- 
konstantinopolitanischen Symbols "j gehörte, muß dahingestellt bleiben. Dagegen 
könnte eine unter dem Namen eines M. überlieferte, durch ihre Beziehungen zum 
Diatessaron merkwürdige Homilie auf den "Weißen Sonntag füglich den B des 
ausgehenden 4. und beginnenden 5. Jhs zum Urheber haben.') 

b) K Ahai, *j -f 415/6 nach einem Pontifikat von etwas mehr als 4 JJ und 
7 Monaten, war auf den schon 410 verstorbenen Jsluiq nach einjähriger Sedis- 
vakanz, wie es heißt, unter maßgeblichem Einflüsse Märüt(h)äs gefolgt. Schüler 
eines Kloster- und Schulgründers 'Ab(h)dä, stand er bei Jazdgerd I. in so 
hoher Gunst, daß der Großherr ihn seinem in der Persis als Unterkönig regie- 
renden Bruder gegenüber als Unterhändler verwandte. Bei dieser Gesandtschafts- 
reise besuchte er die Gräber der speziell in jener Landschaft gefallenen Opfer 
der großen Vei'folgung und sammelte die ihm erreichbaren Überlieferungen über 
dieselben, um sie alsdann in einem Wei-ke niederzulegen, ") neben welchem von 
ihm noch eine Biographie seines Lehrers 'Ab(h)dä genannt wird.*") 

c) Unter den S.vnodalakten der persischen Kirche*') stehen obenan die- 
jenigen der von K Jshaq in Verbindung mit Mär üt(h~)ä zu Seleukeia-Ktesiphon 
abgehaltenen Synode, die, am 1. 2. 410 eröffnet, in drei Sitzungen die Grundlage 
für eine einheitliche, in Dogma und Brauch an das Vorbild der Großkirche des 



') Hss: Seert 65 (17/8. Jh) 2°. VtB 82 (= K VI. 4) l» (in wilder Unordnung; vg. Chabot 
SynOr 4f.). N-Dsem 90 (wobl ebenso). Cbs: OBrauu a. a. 0. 34/121. i^) Vg. Braun ISff. 

JLudolf, Eist, aethiop. (Frakf aM 1681) B III Kap 4. WFell, Canones apost. aetliiop. (Lpz 
1871) 11. Aufnahme hat ein arabischer Text gefunden in die „Recht der Christenheit" betitelte 
große Kanonessammlung des Nestoriauers Abü-l-Fara": 'Abdallah ihn at-Tajjib (•)- 1043). Vg. 
W Riedel, D. Kireheurechtsqnellen d. Patriarchats Alexandrieu (Lpz 1900) 75. Zwei lat. ÜbäS 
nach dem Arab. Mansi, Sacr. conoü. coli. 2, 952/81. 981/1010. 

') So, daß Helena ans der Gegend von Edessa stamme, ihr Mann und der Vater Konstantins 
d. Gr. Valeiitinianus geheißen habe usw. ') Ag: IgnRahmani. StS 4, 98/103 (76/i^O). Vg. 

AdEarnack, TuU 19 ib. Das Bruchstück eines ähnlichen anonymen Textes: VtS 190 (9/10. Jh) 
fol 2. Ag: Rahmani a. a. 0. 1,4 (1/4). •'") Aach dagegen könnte es allerdings sprechen, daß 
nach deren Akten jene Kanones auf der Synode von 410 mündlich bekannt gegeben wurden. 
Vg. Braun 18. 

») Übs: Braun 113,21. ') Hs: BrM 818 (Add 14727. 13. Jh) 6°. Ag: MKmosko, OC 

3, 384/415. *■) EbS 28 (48). ChrS 1, 79. 212f. JlbS 31 (27). 'Am 25 (15). B"EKg 2, 51 f. 

BO 1, 36Sf. 2, 401. Labourt 99f. ») ChrS. MbS. 'Am. •») ChrS. Auf sie scheint das 

ChrS 1, 19,5/200 über 'Ab h)dä und dessen Kreis Erzählte zurückzugehen. 

") Hss der maßgebliih gewordenen Sammlung derselben (g 33h): N-Dsem 90 (vor 14. Jh). 
Seert 65 (17/18. Jh) 2». VtB 82 (= K. VI. 4), zweiter Teil. Mard 49. Pr 332 (Abs einer Vorlage 
üi Alqös). Ag mit Übs : JBChabot, Synodicon Orientale ou recueil des Synodes Nestoriens 
pnblie, traduit et annote (Pr 1902 = Notice et extraits de la bibl. nat. d. autres bibl. 37). Obs: 
OB raun, D. Buch d. Syuhados. Xach einer Hs. d. Mnseo Borgiano übs. u. erläutert (Stutt- 
gart/Wieu 1900). 



[§ 9cde Ahai. Synodalakten, eine Weiheordnnng:, Martyrerakten des Sassanidenreiches. 55 

Rümerreiches sich anschließende Reorganisation derselben geschaffen hat. ^) Ein 
zusammenfassender historischer Bericht über die Vorgeschichte und den Verlauf 
der Versammlung wird durch den Text des feierlich von ihr angenommenen 
nicänischen Symbols, eine Reihe von 31 auf ihr erlassener disziplinarer Kanones 
und die Unterschriften der bischöflichen Teilnehmer ergänzt. Den Charakter 
eigentlicher Verhandlungsprotokolle tragen demgegenüber die Akten der Synode 
des K Jahb(h)all;iha L, die 419,20 gleichfalls in Seleukeia stattfand,-! und 
derjenigen von Markab(h)t;i dhe Tajjäje. die 423,4 den K D;id(h)is6' zur Unter- 
lassung des von ihm beabsichtigten Rücktrittes bestimmte und durch Abschaffung 
des Rechtes einer Appellation an den antiochenischen Stuhl die tatsächliche Auto- 
nomie proklamiert hat. ^) 

d) Eine WeiheorduHUg, die unter dem Titel ..raf'g und Kanones der x^^QO- 
Toriai der heiligen Kirche" sich — leider am Ende unvollständig — erhalten hat, 
spiegelt unverkennbar die Verhältnisse eines autokephalen, aber in seiner Disziplin 
mit demjenigen des römischen Reichsgebietes übereinstimmenden Kirchentums, 
wie sie durch die persischen Reichssynoden des 5. Jhs geschaffen wurden.*) Die 
Bezeichnung eines über den einzelnen BB stehenden Hierarchen als K gewähr- 
leistet einerseits urkundlich die Herkunft des hochinteressanten Dokuments aus 
dem Sassanidenx'eiche. Andererseits liegt es in jakobitischer l'berlieferung vor, 
kann also füglich nur der noch vornestorianischen Zeit des persischen Christen- 
tums entstammen, in die auch inhaltlich seine Ausführungen über Exorkisten und 
Diakonissen weisen, da sowohl das Exorkistenamt, als auch die weibliche Diakonie 
der nestorianischen Epoche fremd ist. 

e) Von persischen Martyrerakteu ^) erheben, abgesehen von der Arbeit eines 
namentlich bekannten Schriftstellers erst des 7. Jhs, zwei den Anspruch, Er- 
eignisse noch aus der Zeit vor dem Ausbruch der großen Verfolgung zu be- 
handeln. Schon 327/8 v.ären nebst sieben anderen die Blutzeugen Berik(h)isö' 
und Jäunän gestorben, deren Akten von einem Augenzeugen, dem königlichen 
Kavallerieoffizier Esa'jä b Haddäb(h)6 verfaßt sein wollen,*) was in einer nicht 
besonderes Vertrauen erweckenden Weise an die Einkleidung der edessenischen 
Martyrien erinnert, und in einem ,.neuen Martyrion"' in Edessa verehrte man laut 
der Überschrift des zweiten hierher gehörigen Textes die Reliquien einer Gruppe 



') Sem'ön v Betfbi Arsam: BO 1, 3.')5. EbS z. J 721. Xm 24 (U). Hs anCer den ge- 
nannten: Pr 62 (Snppl 29. 9. Jh) 35". Agg: Lamy, Concilium Seleuciae et Ctesiphoute babit. 
anno 410 (Löwen 1868). SynOr 17/36 (253/75). Übs: Braun a. a. 0. 5/35. «) CbrS 1, 214f. 

Ag: SynOr 37 42 (276/841. Übs: Braun 35/44. ») Ag: SynOr 43/53 (285/98). Übs: Braun 45/9. 

*) Hs in Sarfah (Abs einer Vorlage des 8 9. Jhs zu Mad(h)jad(h) im Tür 'Ab(h)din). Ag: 
IgnERahmani, StS 3, 24/.-!2 (49 66). Beachtenswert sind auch die sprachliehen Erklärungen 
für die griechischen Bezeichnungen hierarchischer Grade, die an die entsprechende philologische 
Schiebt der (Ps.-)Märüthä- Schrift über das Konzil von Xikaia erinnern. 

"1 Hss: VtS 160 (10. Jh). 161 (9/10. Jh). Dijarb. 96 (7 8. oder vielmehr 11 12. Jh?i bzw. 
im Besitze von Abbeloos gewesene Abs der letzten. BrJl 7200 (Eich. 13. Jh). 934(Addl46ö4. 5. Jh). 
935 (Add 17204. 5. .Tb). 952 (Add 14645. J 9.%, B). 960(Add 12174. J 1197). Brl 75(Sach222. J1S81). 
Führende Bedeutung kommt hier wie bezüglich der in ihr sich anschließenden hagiographischen 
Ubss aus dem Griechischen der Hs VtS 160 zu, da die in einem vorangehenden ersten aufs J 474 
datierte auch in diesen beiden jüngeren Teilen sich derartig mit fragmentarischen Hss des 5 6. Jhs. 
im BrM berührt, daß sie als Abs einer Vorlage dieses Alters gelten darf. Vg. GHoff mann, 
Auszüge aus syr. Akten pers. Märtyrer (Lpz 1880. Abhandll. f. d. Kunde d. Morgenlandes 7iii). 
Labourt5982. 104/18. Oßraun, Ausgewählte Akten pers. Märtyrer (BKv« 22, 1280). AScher, 
Etnde critique snr quelques recits hagiographiqnes, al-Machriq 15, 503/9 (Arab). Lübeck 21,43. 
55/63. 0) Hss: VtS 161. 17». Dijarb 96. 25». BrM 93.5. l»c, Agg: StEAssemani, Acta sanct. 
mart. orient. et occident. 1 (R 1748) 1, 211/24. AMS 2, 39/51, eines Azs: Roediger' 7884. 



56 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kampfe. § 9e] 

persischer BB, von deren in das J 339 40 verlegter Hinrichtung derselhe berichtet.') 
Die erhaltenen Texte zur Geschichte der großen Verfolgung selbst lassen an- 
scheinend gesicherte Spuren von der Sammlung des Miirütihiä ebensowenig als 
von derjenigen des Ahai erkennen. Was man seit Assemani für die erstere zu 
nehmen gewohnt war, ist vielmehr ein noch während des vollen Wütens der Ver- 
folgung, wenn auch gegen Ende derselben, im Sassanidenreich selbst entstandenes 
Werk, das einen ersten allgemeinen Teil über die Leiden der Blutzeugen in 
einem zweiten durch eine vielleicht von Hause aus nicht sonderlich umfangi-tiche 
Reihe einzelner Martyriumsberichte ergänzte.^) Eine streng chronologisch ge- 
ordnete Folge solcher aus den JJ 1'6 und 367 der Verfolgung kann mit Sicher- 
heit als zu deren ursprünglichem Bestände gehörig bezeichnet werden.'') Was sich 
von ihr abhebt, sind mindestens teilweise an und für sich kaum weniger alte und 
vertrauenswürdige Stücke. Eine selbst wiederum chronologisch geordnete Teil- 
sammlung hat speziell adiabenische Martyrien zum Gegenstände.^) Eine Trilogie 
unter sich eng verbundener Akten bilden diejenigen des Miles, Barsabi h)jä, Daniel 
und Wardä. ^i Dazu gesellen sich ein Bericht über das ins vierte Verfolgungs- 
jahr fallende Ende des Bs Nai'sai v Sahärqadt in Bet(h) Garmai, ") der frühestens 
22 JJ nach den Ereignissen redigierte über die Hinrichtung einer Gruppe christ- 
licher Kriegsgefangener im J 362/3 ') und ein kurzgefaßtes Martyrologium von Blut- 
zeugen hauptsächlich aus Kark(h;ä d(h;ie Bet(h) Sel6k(h). *) Eine Neudarstellung 
haben anscheinend erst nach 428,9. aber doch wohl noch im Verlaufe des 5. Jhs 
die Vorgänge zu Anfang der Verfolgung erfahren, bei denen neben Sem'on b 
Sabbä'e ein Pösi und dessen Tochter Märt^hjä. der königliche Vertraute 
(Güst)äzkd(h) und Sem'ons Schwester Tarbö im Vordergründe .standen. *) In 
weitem Umfange kommt außerdem neben der originalen eine Überlieferung in 

1) Hss: VtS 161." 18°. Dijarb 27». BrM 935. l«d. Agg: Assemani 1, 225/.S0. AMS 2, 
51/6. Übs: Brauu 1;4. 

^) Hss des ersten Teiles: VtS 161. 1°, der einzelnen Stücke des zweiten Teiles: im fulgendeu 
einzeln genannt. Ag des zweiten nach den Vatikan. Hss: Assemani 1, 1/208, beider auf 
breiterer hslieher Grundlage, aber mit willkürlicher Änderung der Eeihenfolge und unter Weg- 
lassung der ursprünglichen Akten des Sem'on b Sabbaüj: AMS 2, 55;131. 248/396. 4, 128,41. Vg. 
MKmosko, PS In, 681/8. Braun a.a.O. VII/XIII (in mehifach abweichendem Sinne). 

"j Es sind die Akten des Sem'on b Sabbä'e, des großen llordens in Bet^h) Hüzäjc'', der 
Tarbö, des Sähdöst, von 111 Männern und 9 Frauen, des Barba'smiu, der von den Mopets an 
verschiedenen Orten Getöteten, von 40 Märtyrern, des Bäd^h)emä und des 'Aqeb(h}sem5, mit dessen 
Passion die alte Sammlung sicher schloß. Hss ohne die alten Akien Sem'öns: VtS 161, ä'/^". 
lS<>i. 16». Dijarb 96. 5'';12>'. 25», mit geringen anderen Lücken: VtS 160, 3»/6». 10». 15», einzelner 
Stücke: BrM 935. l»afhi. 952. 21»f. 33'f. 960. 63°/5». Brl 75. 24»f. 27». Agg: Assemani 1, 
1/59. 83/91. 104/20. 141/207. AMS 2, 248,60. 276,81. 291/306. 325,96, des ursprünglichen Sem'ön- 
Martyrums: Kmosko a. a. 0. 715/77, zweier Nrn: JEManna, Morceanx choisis de litterature 
arameenne (Mosnl 1901 f.) 1, 138,49, eines Azs der letzten Nr: Roediger' 85. Übss einzelner 
Nrn: Braun 83/104. 116/38. 

*) Hss : Dijarb. 96. 14»/8». 20''/2», einzelner Nrn : VtS 160, 12»/4''. BrM 935. 1° g. 952. 35». 
Brl 75. 38°. Agg: AMS 2, 307/16. 4, 128/41, der in VtS 160 enthaltenen Nrn: Assemani 1, 
121/31. Übs zweier Nrn: Braun 105,9. 

») Hss: VtS 160. 7°/9°. 161. 10»/12». 96. 30»,2», der Miles- Akten: 934. 3». 035. l°b. CmbrAdd 
2020. 4», der Barsab(h)jä-Akten : BrM 952. 32». Agg: Assemani 1, 60,80. 92/5. 103 f, AMS 
2, 260,75. 581/4. 290. Vg. BO 1, 186f. Wenig 41£. ') Hss: VtS 160. 11». Dijarb. 96. 13». 
Agg: Assemani 1, 96/101. AMS 2, 284;6. ') Hss: VtS 161. 15». Dijarb. 96. 12». Agg: AMS 
2, 316/21. unvollständige: Assemani 1, 131,9. Übs: Braun 110,5. 

«) Hs: Dijarb. 96. 19». Ag: AMS 2, 286 9. ») Hss: VtS 161. 2»f. Dijarb. 96. 2°/4». 

BrM 960. 60» 2°. Agg: AMS 2, 131,248. Kmosko a. a. 0. 778 960. Vg. PP<eeters>, AB 29,151,6. 



[§ 9et Martyrerakten des Sassanidenreiches. Gregorios „der Mönch". 57 

armenischer und griechischer Ubs in Betracht/) wobei für die letztere wieder 
zwischen Azzen, die schon um die Mitte des 5. Jhs Sozomenos seiner Kirchen- 
geschichte einverleibte, -) griechischen Volltexten nicht weniger Stücke ^) imd 
kurzen Syuaxarnotizen *) zu unterscheiden ist. A^ereinzelt geblieben sind Er- 
zählungen über die Passion einer Gruppe aus der Landschaft Gilau stammender 
persischer Soldaten im J .^50/1 ^) und über diejenige eines Prs Bädai aus Argül.") 
Auf die Zeit des Wiederaufflammens der Verfolgung gegen Ende der Regierung 
Jazdgerds 1. beziehen sich die Akten des 'Abhdä und seiner Gefährten,') des Narsai 
aus Bet(h) Räziqfije,*) eines Säb(h)6r,^j des königlichen Domestikos Tätiiq'") und 
einer Schar von zehn Märtyrern ausBet(h) Garmai/ ^) auf die ersten JJ Bahräms V, 
diejenigen des Mihars;ib(h)6r, *-J Peröz '■') und des Notarios Ja'qöb(h). *■') Viel- 
leicht nur auf Grund der beiden letzten erfunden ist trotz ihrer Zurück- 
führung auf einen Zeitgenossen die Passionsgeschichte des hochverehrten Ja'qöblh) 
des Zerschnittenen.") Im übrigen verbürgen auch diese Texte durchweg durch 
ihre nüchterne Schlichtheit ihr hohes Alter. Wenigstens in ihrer Urgestalt 
standen den erzählten Ereignissen schließlich auch aus der Zeit Jazdgerds II. 
die in verschiedenen Rezensionen erhaltenen Akten des 447 hingerichteten 
Pet(h)j6n nahe.") 

fj Gregorios „der Mönch" (dairäjä)'') wird von der späteren nestorianischen 
Klosterlegende in die Zeit der ersten Anfänge ostsyrischen Mönchtums versetzt. 
Ein Perser aus Nastir, einer Stadt der Susiana, soll er infolge eines Traum- 
gesichtes nach Nisibis und von hier nach Edessa gekommen sein, um nach 
Studien an der dortigen (Perserjschule sich den Einsiedlern des Izlä-Gebirges 
(Tür 'Abih)din) anzuschheßen. Später soll er nach dem Westen gewandert, auf 
Cypern in einem Kloster, in welchem er das Griechische erlernte, zuerst Gärtner 
gewesen, dann dessen Abt geworden, schließlich alier hoch betagt in seine Höhle 
auf dem Izlä zurückgekehrt sein. Neben Briefen wird ihm ein „Buch"' beigelegt'^) 
oder es werden als Inhalt von drei Teilen eines einzigen umfangreichen Bs Er- 
mahnungen, die von G. geschauten Visionen und Briefe unterschieden.^*) Als 
Träger einer tatsächlichen Textüberlieferung treten neben eine einzige und stark 
defekte nestorianische''''j nicht wenige jakobitische Hss. '") Hier sich findende 



') Bezüglich der ersteren vg. Soferk(h) Hajkakankh. Bd. 20 (Yen 1861). Wark(h) jev 
wkajabanut(biinnk(h) srboz. 2 Bde (Ven 1874). 

') II 9 14: (Güst)äzäd, Sem'ön, Pösi, Tarbö, mit auf die adjabenische Reihe Bezug nehmeuder 
Bemerkung, 'Aqeb(h;sCmä mit Schlußbemerknng über andere äiapiO-firjToi, Miles. ') Ag: 

HDelehaye, PO 2, 401,560 (Versions grecques des actes des martyrs persans sous Sapor II). 
«) Vg. Delehaye407f. ^) Unvollständig. Hs: Dijarb. 96. 28°. Ag: AMS 2, 166/70. ") Es: 
Dijarb. 96. 24». Ag: AMS 2, 63,5. ') Unvollständig. Hs: BrM 7200. 18». Ag: AMS 4, 250/3. 

Übs: Braun 139/41. Vg. Theodoretoa Kg V 39. Hoffmann34f. ") Hss: Dijarb. 96. 36». 

BrM 7200. ll». Ag: AMS 4, 170,80. Übs: Braun 142/9. Vg. Hoffmann 36;8. 

») Nur Schluüstück erhalten. Hs: BrM 7200. 16». '») Hs: Dijarb. 96. 37». Ag: AMS 

4, 181,-4. ") Hs: Dijarb. 96. 38». Ag: AMS 4, 184/8. ") Hss: VtS 161. 19». Dijarb. 

96. 41». Agg: Assemani 1, 234/6. AMS 2, 535/9. ") Hs: BrM 7200. 17». Ag: AMS 4, 

253/62. Übs: Braun 163/9. Vg. Hoffmann 39/43. '*) Hss: Dijarb. 96. 39». BrM 7200. 12». 
Ag: AMS 4, 189/200. Üba: Braun 170/8. 

">i Hbs: VtS 161.20». Dijarb. 96.40». BrM 936 (Add 14644. 5/6. Jh) 7». Or 4404 (19. Jh) 
fol 121 r». Pr 236 (Snppl 28. J 1193/4) 15». 234 (Aue fonda 143. 13. Jh) 1». 15. 295 (.1 1705j 4». 
309 (J lt-:69j 9». VtB 39 (16. Jh). 91 (J 1869). Brl 75. 14». N-Dsem 112 (J 1885). 113. Urm 179 
(19. Jh) 13». Agg: Assemani 1, 2, 42/57. AMS 2, 539/58. Übs: Braun 1, 50/62. 

") Hss: Dijarb. 96. 42». BrM 960. 66». Mos 89. Agg: JCorluy , AB 7, 8,44. AMS 2, 559,631. 
Vg. Hoff mann 61,88. ") LC § 12. ChrS 1, 161 f. 'Ai g 123. BO 1, 170/4. Bickell 21. '») Ai. 
"J ChrS. »») Mos 96 (11. Jh). ") VtS 123 (8. Jh) 1°. 126 (J 1223j V».' BrM 790 (Add 17213. 



58 I^ic Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. g 9f 10a| 

Briefe sind an zwei offenbar jünf^ere Freunde des Verfassers Theodoros und Epi- 

phiinios gcriclitet, ') von welchen der letztere in dem berülimten B des cvprischen 
Salamis müßte wiedererkannt werden dürfen,^) um eine urkundliciie Datierung zu 
gewinnen. I3es weiteren werden neben Referaten über die Beantwortung ver- 
schiedener Fragen.'') die; von Brüdern an G. gestellt werden, vor allem die Bruch- 
stücke eines Werkes über monastische Askese in einer Keihe von Memre oder 
einer später redigierten Sammlung ursprünglich selbständiger Abhandlungen jenes 
Inhalts kenntlich. *) Eine Blütenlese von Gebeten *) dürfte nachträglich ans 
diesem literarischen Nachlaß ausgehoben worden sein, für den inhaltlich u. a. ein 
stark hervortretender Dämonenglaube bezeichnend zu sein scheint. 

§ 10. Neben das nördliche Mesopotamien und den persischen Osten jenseits 
des Tigris trat anscheinend seit den letzten Jahrzehnten des 4. Jhs als dritter 
Schauplatz der Entwicklung eines christlichen Schrifttums in ostaramäischer 
Sprache das römische Syrien auch westlich des Euphrat, wo damit, wie gleich- 
zeitig überall in den Randbezirken der hellenistischen Sprach- und Kulturwelt, ein 
bedeutsames Wiedererstarken bodenständig orientalischer Art sich geltend machte. 
Die "Werke griechischer Theologen dieses und des benachbarten palästinensischen 
Gebietes wie Eusebios v Kaisareia, Titos v Bostra und wohl auch 
Eusebios v Emesa wurden überraschend frühe ins edessenische Syrisch über- 
setzt. In den Kreisen eines Eusebios v Samosata und des Säulenheiligen 
S e m' 6 n ist dasselbe da, wo die Wiege eines Liikianos gestandisn hatte, und im 
Bannkreise der hellenistischen Großstadt Antiocheia in originaler Prosa verwendet 
worden. An Bälai gehörte ein erster syrischer Dichter wohl ganz dem kulturell 
scheinbar gräcisiert gewesenen Westen an. An Ishäq v Antiocheia hat ein 
anderer in ihm wenigstens seine zweite Heimat gefunden. 

a) Von Eusebios V Kaisareia") liegen zunächst drei im Original nicht er- 
haltene Arbeiten in Übss vor, die nach Maßgabe der hslichen l'berlieierung mit 
Sicherheit dem 4. Jh zugesprochen werden können: die 5 BB ^eg) &eorf^avsiag,') 
eine der überlieferten griechischen gegenüber ausführlichere Rezension der Schrift 



fol 20/34. 9. Jh) 2". 581 (Add 17201. 10. .Jh). 819 (Add 12163. fol 127/304. 10/11. Jh) G°. 826 (Add 
17180. 11. Jh) 4». 839 (Add 14729. 12,3. Jh) 3». 7190 Rieh (13. Jh). BrI 108 (Sach 352. 1.3. .Th). 
Fol 147r°/fi4v''. CmbrAdd 2012 (14. Jh) IP 4. 5. 2014 (J 1452) 10". Pr 195 (Suppl 74) 4». 

') Hss zweier Briefe an erstereu: VtS 126. V 2. 377. 6». Brl 198 bzw. Brl 198 allein. 
VtS 126. V°3. 4. 377. 8°. ^) Mit Assemani. ') Hss: BrM 819. fi<>f. 824. 4<'d. 839. 3» g j. 

7190 Eich. 40». Vt 126. V» 6. 377. 9°. Pr 195. 4". 

*) Hss eines xsfäi.aiov (wohl = Mümräl 1: BrM 819. 6° a. 839. S^k, von Azzen der Nm 4 
und 5: VtS 123. P 2. 3 (=BrM 7190 Eich 41». 42»), eines Azs ans MFmrä 6: VtS 123. IP 4, eines 
Memrä 7: VtS 123. I» 5. BrM 819. 6»h. 839. 3»f., von Bruchstücken de.^selben BrM 780. 9»b. 
7190 Eich 43", frühestens eines Memrä 9: VtS 123. P 1. BrM 819. ü"g. 839. 3»d. Brl 198 fol 
147 r», eines Azs: BrM 80fi (Add 14613. 9/10. Jh) 2°. ") Hs CmbrAdd 2012.11» 4. .'j. 

") ChrS 1, 211 'Ai. §11. (Wo im folgenden nichts gesagt wird, sind die einzelnen Werke 
von beiden Quellen bezeugt). Bickell 50f. ') Hs: BrM 726(Add 12150. J 41 1)3°. Ag: 

SLee, E, Bishop of Caesarea. On the Theophania er Divine Manifestation of cur Lord and 
Savionr J. Chr. A syriac Version ed. (Ld 1842), transl. (Cmbr 1843). Deutsche Übs: HGreßmann, 
Werke 3ii: E. Theoj)hania. D. griech. Bruchstücke n. Übersetzung d. syr. Überlieferung 
(Brl 1904). Vg. A Geiger, 7.miG 1, 725/9. HGreßmann. TuU 23 in. 



r§ 10 a Gregorio3 „der Mönch". Ensebios v Kaisareia. 59 

über die palästinensischen Märtyrer, die auf syrischem Boden Gegenstand einer, 
wenn auch aUen, sekundären Bearbeitung wurde,*) und eine Predigt zu Ehren der 
Märtyrer,-) neben der eine solche über Eegenmangel wenigstens noch erwähnt 
wird.') Die lückenhafte l'berKeferung einer gewiß nicht minder alten t'bs der 
Kirchengeschichte*) wiixl durch eine aus ihr geflossene armenische ergänzt,'') 
während eine solche der Lebensgeschichte Konstantins ") glatt untergegangen ist 
und diejenige der Doppelschrift ttiqi ötarpioviag nay/s/Jwv an Stephanos und 
Marinos nur mehr in einem ausgedehnten Nachhall greifbar wird.') Die harrao- 
nistischen Evangehenkanones mit dem sie einleitenden Schreiben an Karpianos 
erscheinen bereits in den Hss des 6. Jhs als ein fest eingebürgertes Vorsatzstück 
auch syrischer Vierevangelienbücher,*) die Verteidigung des Origenes dagegen war 
in nestorianischen Kreisen offenbar nur durch Vei-mittlung des Theodoros 
V Mopsuestia bekannt.') Wie frühe syrisch auch einzelne den Namen des E. zu 
Unrecht an der Stirne tragende Stücke im Umlaufe waren, lehrt eine Abhandlung 
über den Stern der Magier.*") Späterhin wurden mit ihm auch Dinge wie ein 
kalenderkundüches Handljuch") und eine Erklärungsschrift zu den aristotelischen 
Karrjogiai^-) in Verbindung gebracht. Mit dem ersteren dürfte schließlich eine 
angebliche Kosmographie des E. ''*).. auf gleicher Stufe gestanden haben, es 
müßte denn bei derselben an eine Übs des biblisch-geographischen Werkes zu 
denken sein, dessen Schlußteil das Onomastikon bildete. In unmittelbarem An- 
schluß an diejenige seines Werkes über die palästinensischen Märtyrer ist endlich 
die i'bs eines von Hause aus arianischen Martyrologiums von Nikomedeia über- 



') Hss der Urgestalt: Brll 726. 4». der Bearbeitung: VtS 160 (10. Jh. Vg. absr S. bb Ak. 5) 
27'>;32°. .?9''41''. Agg des Londoner Textes: W Cure ton, E. History of the martyrs of Palestine 
ed. and transl. (Lo 1861), des römischen: StEAssemaui, Acta sanct. mart. Orient, et oecident. 
(R 1748) 2, 166/209, danach einzelner Stücke: Kirsch-Bernstein 211 26. Zingerle 191/201, 
eines auf Grmid beider Bezensionen konstituierten Textes: AMS 1, 202/76. Tg. BrViolet, Tuü 
14 IV (mit deutscher Wiedergabe). GMercati, I martiri di Palestina di Eusebio di Cesarea nel 
cod. sinaitico, Kendiconti del E. Ist. Lombardo di sc. e lett. ."0, 1080,78. 

*i In Chr.S nicht genannt. Hs: BrM 726. V«. Ag: WWright, JSL« 5, 403/8. Übs: 
BHCowper, ebenda 6, 129/33. ^j Ai. Nach ChrS sogar mehrere Reden, was aber wahr- 

scheinlich durch sekundären Ausfall einer Erwähnung der Martyrerpedigt sich erklärt. *j Hss: 
Petersb (J 462), der BB 1,5 mit Lücken: BrM 911(Addl4639.6.Jh), von Azz: 949 (Add 146ö0. 
6/7.Jh,7''. 918fAddl4641. 10,11. Jh)4''cd. Agg: PBedjan, Hist. ecci. d'Eusebe de Cesaree. Vers, 
syr. ed. ponr la premicre foi. (Lpz 1897). WWright-X McLean, The eccl. hist. of E. in Syr. 
ed. from the ms. With collation of the ancient Armenian version (Cmbr 1898). Übs: ENestle, 
TnU25. Über ältere einzelner Kapp. Ders., Lit. 44. Vg. ENestle, ZDMG 56, 559/64. ELoh- 
mann, D. textkrit. Wert d. syr. Übersetzung d. Kgesch. d. E. (Diss. Halle 1899), 

■■') Agg: ADjarian (Venedig 1877). Übs: EPreuschen, E. Kgesch. B. 6 u. 7. Aus d. 
Armen ins Deutsche übersetzt Tau 22iit. Vg. AMerx, De Eusebianae hist. eccl. versionibus 
syr. et armen. Atti del IV Congr. intern, degli Orientalisti (Florenz 1880) 1, 199,208. ^) 'Ai. 

') 'Ai. Vg. ABaumstark, OC 1, 378,82. Hs eines zusammenhängenden Azs aus B. 1: 
MedPalOr 8 (jetzt 47). 

») So z. B. LaurMed 1 (Rabbülä-Hs). Danach Ag der Kanones: StEAssemani, BiblMed 
Lanr. Pal. codd. mss. or. cat. T. IV— XXIL Vg. GHGwilliam, Stndia Biblica 2, 241/72. 

*) Vg. 'Ai, der ausdrücklich auf Th. Bezug nimmt. 

'») Von ChrS. 'Ai nicht erwähnt. Hs: BrM 817 (Add 17142. 6. Jh)l''. Ag: WWright, 
JSL« 9, 117/36. 10. 150/164. Vg. E N e s 1 1 e , ZWT 36, 435/8. A H i lg e n f e 1 d , ebenda 38, 447,51 . 

") Hs: BrMOr 4414 (J 16712). ") Hs: Brl 88 (Peterm. 9. J 1259/60) 20». Der Verfasser 
wird als alexandrinischer Philosoph bezeichnet, daneben aber auch als „der v. Kaisareia", was im 
Titel nachträglich getilgt wurde, in der Subscr. aber stehen blieb. ") ChrS. 'Ai: „B. des Bildes 
der Welt\ 



60 ^ie Literalnr bis ■zum Zeitalter der christulogiscbpn Kämpfe. § lObcde] 

liefert, das auf iil)endl;inclischem Boden eine Hauptquelle des Martyrologium 
Hieronymianum wurde.') 

b) B. Titos V Bostra,"^) f unter Kaiser Valens (364—378), verfaßte bald nach 
363 seine 4 BB. gegen die Mauicbäer, deren schon in den allernächsten Jahr- 
zehnten entstandene syrische IMjs im Gegensatze zu der in B 3 abbrechenden L'ber- 
lieferung des Originals allein den vollständigen Text des AVerkes ei-halten Lat,^) 
Auf eine solche auch seiner Lk-Homilien läßt ein die beiden ersten Kapp, des 
Evangeliums betreffender Az mit ziemhcher Wahrscheinlichkeit schließen.*) Bruch- 
stücke einer Weilinachtspredigt unter seinem Namen bietet dagegen nur eine 
anscheinend als Ganzes aus dem Griechischen übersetzte dogmatische Katene.*) 

c) Von B. EiLsebios V Emesa,") -f spätestens 359, einem geborenen Edessener, 
den die antiochenische Synode des Js 340 an Stelle des Athanasios zum P von 
Alexandreia hatte erheben wollen, liegt in direkter tnierliefei'ung syrisch nur das 
Bruchstück einer Homilie über das Fasten vor.') Der allerdings dürftige Sphtter 
erhärtet immerhin eine tatsächliche Übs von Schriften des E., deren Umfang kein 
geringer gewesen wäre, falls sie sich auf das auch von Hieronymus bezeugte Werk 
gegen die Juden,*) die anscheinend gelegentlich von demselben ausgeschriebenen 
ATlichen Zi]ri'^uaTcc,"] eine Homilie auf den Protomartyr Stephanos'") und eine 
Reihe anderer Predigten^') erstreckt haben sollte. Eine so intensive Beschäftigung 
syrischer Übersetzer mit dem im Original beinahe völlig verscholleneu Nachlaß 
eines wenn auch gemäßigten Semiarianers ist aber wiederum kaum später als in 
der Zeit einer noch frischen Aktualität desselben denkbar. 

d) B Eusebios v Samosata war dem Arianismus gegenüber eine Säule der 
nicänischen Orthodoxie schon unter Konstautios (367 — 371), mußte, nachdem er 
die Verfolgung Julianos, des Abtrünnigen durchlebt hatte, vmter Valens (364 — 378) 
in die Verbannung gehen und ist, aus dieser zurückgekehrt, weiblichem Fanatismus 
zum Opfer gefallen. Seine durch stilistische Vorzüge und Lebensfrische des Inhalts 
ausgezeichnete Biogi'aphie ist das AVerk eines den erzählten Ereignissen sichtlich 
noch unmittelbar nahestehenden Unbekannten.'^) 

e) Sem'öu der Stylite, f 2. 9. 459,^'') hat seinen Beinamen von der end- 
gültigen Form seiner asketischen Lebensweise erhalten, die an ihm ihren bahn- 
brechenden Vertreter fand. Geb. um 390 in einem Dorfe Sis bei Nikopolis an 



') Es: BrM 726. 4». Agg mit Übss: WWright, JSL* 8, 4.5,56. 42232. FNau, PO 10, 
5/26, mit Eekonstruktiou des griechischen Originals: LDuchesne- J-BdeBossi, Acta Sanc- 
tornm Novembris 2i, LII/LXV. Übs: HLietzmann, D. drei ältesten Martyrologien (Bonn 1903). 
Vg. EEgli, Martyrien u. Martyrologien ältester Zeit (Zürich 1887). Ders., ZWT 34, 273,98. 

*) 'Ai § 29. Vg. JSicken berger, T. v. Bostr. Studien zu seinen Lnknshomilieu, 
TuU 21 1. OBardeuhewer, Gesch. 3, 2G9,/73. ») Hs: BrM 726. 11». Ag: PdeLagarde, T. 
Bostreni contra Mauichaeus libri quatuor (Brl 1859). Eine neue Ag des Originals von ABrink- 
inann luit deutscher Übersetzung des syr. Textes von LNis steht in Aussicht. *) H.s: BrM 

864(Add 17141. 9/10. Jh) 2.3». '■) Hs: BrM 729(Addl2156. 6. Jh}13»(fon9;. Ag: PdeLagarde, 

Anmkk. zur griech. Übersetzung d. Proverbien (Lpz 1863) 94 f. Vg. JSickenbergera. a. 0. 138 f. 

") 'Ai § 36. Vg. Hieronymus, de vir. ill. § 91. OBard enhewer, Gesch. 3, 263 f. 

^ Hs: BrM 821 (Add 14665. fül 10/20. 10/11. JbJ 3°. «) 'Ai. ») 'AI. Auf sie dürfte 

auch ein Zitat bei .7a'(]ob;h) v. Edessa zurückgehen: .JSL* 10, 430. Vg. KatWright 662. '») 'Ai. 

") Rede üb. d. Glauben, E. üb. d. neuen Änderungen. K. gehalten in Berytos, Segensansprache 
üb. d. Volk, E. üb. d. Gottheit d. Sohne.«, zitiert durch Philoxenos v. Hierapolis. Vg. BO 2, 28. 
KatWright 528. Ag der Zitate und des Stückes BrM 821. 3«: FNau, EOG 13, 420,9. 

") Hs: BrM 960 (Add 12174. J 1197)18°. Ag: AMS 6, 335/77. ") Theodoretos Hist. relig. 
26 H. außer der syrischen eine giiech. Biographie in zwei Rezensionen, von denen die eine unter 
dem Namen eines Antonios geht, die andere auch in lat. Übs vorliegt. HLietzmanu, D. Leben 
d. hl. Syraeon Stylites, TuU 32 iv. 



[§ 10 ef Titos T Bostra. Eosebios v Emesa. Ensebios v Samosata. Seui'ön der Stylite. Bälai. Gl 

der kilikisch-syrischen Grenze als Sohn begüterter christlicher Landleute, war er 
ursprünglich Mönch im Euseb(h)ünä-Kloster bei Teü'edä gewesen, wo die Ab- 
sonderlichkeiten seiner Selbstpeinigung Anstoß erregten. Nach dem rund eine 
Tagereise von Antiocheia entfernten Tellnesil übergesiedelt, hat er seit 412 in 
einer dachlosen Umfriedigung zuerst an einen Felsen gekettet, später auf der 
Plattform immer höherer Steinpfeiler gelebt, deren letzter bei einer Höhe von 36/40 
Ellen ihn volle 30 JJ trug. Für einen ausgedehnten brieflichen Verkehr, den er 
als geistUcher Berater unterhielt, liegt eine zweifellos echte Probe in syrischem 
Original nur an einem Mahnschreiben vor. das durch das autiochenische Erdbeben 
Ton"459 (oder 457 ?] veranlaßt sein dürfte*) und durch einen Pr Kosmas eine 
gleichfalls erhaltene Beantwortung erfahren hat.-) Von einem Eingreifen S.s 
speziell in die dogmatischen Kämpfe der Zeit zeigen sich Spuren auch in grie- 
chischer Überheferung.*) Von drei syrischen Stücken dieser Richtung scheinen 
aber mindestens zwei als monophysitische Fälschungen gelten zu müssen, bestimmt 
briefliche Äußerungen zu ersetzen, durch die 8. sich vielmehr auf den Boden des 
hier angeblich von ihm verworfenen chalkedonensischen Dyoph^sitismus gestellt 
hatte.*) .Auch ein oder zwei kurze Abschnittte monastisch-asketischeu Inhalts 
eines „Einsiedlers" (oder ..Mönchs") S. haben kaum etwas mit dem Styliten zu 
tun.*) Eine aus der lebendigen Klostertradition von Tellnesil hervorgegangene 
originalsj-rische Biogi-aphie des hochverehrten "Wundermannes, vielleicht die ge- 
meinsame Arbeit eines Sem'on b Apollön und eines Barhätar b Ud(h);in, wurde 
schon von Euagrios Kgesch. I 13 gekannt und benutzt.") 

f) Bälai,') über dessen Person und Lebensumstände jede genauere Kenntnis 
frühzeitig gefehlt zu haben scheint, wii'd als einer der klassischen Vertreter 
altsyrischer Kirchendichtung nach Ap(h)rem namhaft gemacht.*) Durch literarische 
Überlieferung des 6. Jhs für ihn gesichert sind 5 Madih)räse zu Ehren des 432 
verstorbeuen Bs Akakios v Aleppo und ein sechster auf die Einweihung einer 
neugebauten Kirche in der Stadt Qennesrin.^) Sie weisen auf das 5. Jh als Zeit, 

') Hs: BrM 982(AddU484.foU8,133. 6.Jh)2"'. Übs: HHilgenfeld bei Lietzmann 
a. a. 0. 1804. -) Hs: VtS 160 (J 474) IP. Ag: BO 1, 237 9. Assemani, Act. Mart. 2, 

3948. ») Vg. Lietzmann 192f. 

*) Es sind Stücke an Kaiser Leo und einen Abt .Ja'qöb(h) v Kap(h)rä Eebimä gegen das 
Chalcedonense und ein angebUcb vor dem Ephesinnm an Joannes v Antiocheia gerichteter Briet. 
Hss: BrM 857(Add 121ö.x8..Th)XXLS:''. 860(Add 121.54. 8 9. Jhl33» (dahinter XXX" bzw. 34": ein 
angeblicher [?] Brief des Alexandros v Mabbög(h) und Andreas v Samosata an J v Autiocheia 
n. Theodoretos über .'^. u. Ja'qöblh) v Kap(h)rä R<?himä). Ag und Übs: CTorrey, JAOS 20. 
252/76. Übs: Hilgenfeld a. a. 0. 18891. -Ein" Brief :S.s gegen das Chalcedonense auch: 
S6ert 69 (J 1371/2) IX«. Über die Echtheitsfrage vg. Lietzmann 249,51. 

») Hs: Brl 198 (Sach 352. 13. Jh). Fol 163 v^f. 187 r». Vg. auch die wohl asketischen 
Sentenzen eines Sem'ön, genannt Lukas, Schülers eines Mär(j) Säb(h}6r in der Hs Seert 109 
(J1609) VI". «) Hss: Vt.S 160 I". BrM 982. 1°. 960. 2", eines Bruchstückes: 963 (Add 14730. 

fol 1,227. 13. Jh) 15". Agg: Assemani a. a. 0. 268/394 nach der römischen, AMS 4, 507/644 
nach der ältesten Londoner Hs. der Jugendgeschichte: Uhlemann 53 63, vonAzzen: BO 1, 213. 
250f. Wenig42f. Übs: Hilgenfeld a. a. 0. 80/180. Bs: BO 1, 239/54. Vg. PZingerle, 
ZDMG 7, 233. ') BO 1, 1668. Bickell, Consp. 21. Ansgew. Gedichte der syr. Kirchen- 

Täter Cyrillonas. Baläus, Isaak v Antiochien n. Jakob v Samg (in BKv. Kempten 1872) 65,108 
bzw. SLandersdorfer BKv.2 6, 55,99. LTh 25/7. Wright39f. Dnval 337. KVZetter- 
Bteen, Beiträge zur Kenntnis d. religiösen Dichtung Balai's (Lpz 1902). 

') Ethik I 5 § 4 (Ag Bedjan 65). Daß hier erst nachher in einer sachlich irrigen Be- 
merkung von der ,,Zeit der Synode von Ephesos" die Rede ist, berechtigt zu keinerlei chronologischen 
SchlnOfolgernngen. ') Hs: BrM 770(Addl4591. 6. Jh)7«b u. Ag: JJOverbeck, S. Ephraemi 
usw. op. selecta 259,69. 251/8. Übss: Bickell 83/102. 74,'82 Landersdorfer 71/83. 63/71. 



52 Die Literatur bis zum Zeitalter der cbristologischen Kämpfe. >; lUf] 

auf das nordwestliche Syrien zwischen Euphrat und Meeresküste als Schauplatz 
seines Wirkens hin.^) Uaß er hier, näherhin vielleicht in dcrDifizese Aleppo, 
die Würde eines Chorepiskopos bekleidete, ergibt sich aus der Überschrift eines 
dieser Stücke. -) In liturgischer Überlieferung pflegt sein xsame im Rahmen der 
J.Leitern" ^) wie auf dem gesamten Gebiete der Ba'iit(hjä mit Texten des fünf- 
silbigcii Metrums verbunden zu werden, doch unterüegt die Zuverlässigkeit der, 
möglicherweise nur scheinbaren, Verfasserangabe im einzelnen natui-gemäß hier 
denselben grundsätzlichen Bedenken wie bei Ap(h)rem.*) Vollends zweifelhaft ist 
das Recht einer durchgängigen Zuweisung an B. bei nicht einmal ausdrücklich 
ihm beigelegten Strophen oder größeren strophischen Dichtungen jenes Metrums, 
die im jakobitischen und maronitischen Nachtoffizium unter dem Melodievermerk: 
Hä'en le'hattiije („Der die Sünder begnadigt") erscheinen.") Sogar die Muster- 
strophe, auf welche dieser Vermerk geht, wird neben B. auch Ap(h)rem zuge- 
schrieben. ") Überhaupt ist. ein Schwanken in der Zuweisung bestimmter Texte 
an den einen oder anderen der beiden alten Dichter zu beobachten, wobei dann 
für B. regelmäßig erst jüngere Hss eintreten.') Nur in relativ späterer Über- 
lieferung begegnen unter dessen Namen auch im fünfsilbigen Versmaße einige 
Memre paränetischen Inhalts,^) Gedichte auf das dem Klemens- Roman ent- 
stammende Heiligenpaar Faustinus und Metrodora") und den hl. Georg,'") sowie 
ein KlageHed auf die Ermordung des Urias,'\) im viersilbigen eine Dichtung über 
den Tod Aarons.'-) Dagegen wird ihm durch den weitaus ältesten Textzeugen 
ein von dem nächst jüngeren anonym und weiterhin seinem siebensilbigen Metrum 
entsprechend wohl durchweg unter dem Namen Ap(h)rems überKefertes Epos in 
12 Memre auf den ägyj^tischen Joseph beigelegt, das zu den besten Werken alt- 
syrischer Poesie gehört, und gerade die Tatsache, daß die Verknüpfung mit dem 



') Ein Offieia Sanctorum iuxta rit. eccl. Maronitarum (Bom 1656/66) 2, 159 B. zugeschriebenes 
Gedicht auf Sem'ön Stylites gibt keine hinreichende Gewähr seiner Echtheit, um den Tod des 
Dichters notwendig erst nach 459 anzusetzen. 

') Des Kirchweihe-Mad(h)räsä. ') Von einschlägigen Hss (§ 8d) enthalten Stücke unter 

dem Namen B.s Pr 147. 149. Os 50. Dazu auch Teb(h)rätfh)a B.s: BrM 470. 

*) Hss mit geschlossenen Sammlungen von Ba'wät(h)ä B.s: Brll 469. 471. VtS 67. 68. 
Pr 149. JerSlkl 25. 26. 27. 49. 50. Daneben finden sich solche auch im Körper von Ferial- 
brevieren wie VtS 69 (J 1597). 71 (16. Jh) und 70 (J 1673) und in verschiedenen Typen von 
Choralbüchern des jakobitischen Festbreviers, so schon in den Hss BrM 311 (Add 14511. 10. Jh). 
312 (Add 14512. 10. Jh). 318 (Add 14503. 10; 11. Jh;. 320(Add 12147. J lÄlB) und anscheinend besonders 
zahlreich: Pr 158 (Suppl 3. J 1562 4). 160 (Anc fonds 47. 1559/60i. Brl 20 iSach 236. J 1567/8). 
Agg einzelner Nrn :Overbeck 331/5. Zettersteen 1 .33 (13/36). Übss : B i e k e 1 1 102/8. Landers- 
dorf er 89,99. Ein sorgfältiger Nachweis der in Brevierdracken des maronitischen und uuiert 
syrischen Ritus enthaltenen Ba'wät(h a unter dem Namen B.s bei Zettersteen 5 8. 

'') Agg einschlägiger kürzerer Texte: Zettersteen 35/56 (36 '52), des Modellgedichtes: 
Wenig ICO. Eine Reihe umfangreicher hierhergehöriger Dichtungen ist in den Offieia Sanctorum 
iuxta rit. eccl. Maronitarum gedruckt. Vg. den Nachweis von Zettersteen 5 f. Ak 3. 

») So in der röm. Ap(hlrem-Ag OpS 3,486/8 (als: „Paraenesis" 34). •) Vg. Zetter- 

steen lOf. Ebenda 6/11 in den Akk. zahlreiche Einzelnachwcise unter dem Namen B.s stehenden 
Ap(h)rem(?)-Gutes. ') Hs: VtS 93 (.9. Jh) 12°. Ag zweier Stellen: LTh 25f. ») Hs: Ox 

138 (Bodl Or 19) 13». Ag: GBickell , ZDMG 27, 599/6a). Gismondi298. Übs: Bickell, 
Consp.46f. Ak5. 

'") Hss: Urm 143 (J 1711/2). 136 (J 1715/6). Ag wohl: Offieia Sanctorum 2, 876. 

") Hs: Brl 164 (Sach 113. J 1803) 3»dg. 

") Hss: VtS 117. 57°, eines kurzen Bruchstücks, enthaltend ein Abschiedsgespräch zwischen 
Moses und Aaron : Ox 138 (BodlOr 19) ful 30. Agg des Gespräches: Overbeck 336. Wenig 
161 f. Gismondi'-' 97 f., einer offenbar anschließenden erzählenden Partie: LTh 26 f. 



[§ lOfg Bälai. Ishäci v Antiocheia. ß3 

minder berühmten Namen mit Rücksicht auf die metrische Form sieb niclit nahe- 
legte, muß für sie in erhöhtem Maße den Charakter glaubhafter Tradition wahr- 
scheinlich machen.') 

g) Ishä(£ V Antiocheia'-) pflegt nach dem Vorgange der Assemani ein 
vielmehr aus Amida gebürtiger Dichter genannt zu werden, dessen richtige Unter- 
scheidung von zwei jüngeren gleichnamigen Edessenern schon gegen Ende des 
7. Jhs ein durch Ja'qöb(h) v Edessa ^) erörtertes literaturgeschichtliches Problem 
bildete. In jungen Jahren hat er Rom besucht, ist dort Augenzeuge der letzten 
Säkularspiele des Js 404 geworden, *) die er in einer Mehrzahl von Dichtungen 
verherrhchte ^) und hat in solchen auch den folgenden trüben Zeiten der 
abendländischen Welthauptstadt seine Teilnahme zugewandt.®) Auf der Rück- 
kehr nach dem Osten in Konstantinopel aus unbekanntem Grunde zeitweilig ge- 
fangen gehalten, hätte er nach Ja'qöb(h) späterhin in seiner Vaterstadt als Priester 
gewirkt, ist aber offensichtlich mit demjenigen Träger des Namens identisch, 
welcher nach dem Zeugnis seines jüngeren Zeitgenossen Gennadius ') als Pr der 
antiochenischen Kirche eine lange und reiche schriftstellerische Tätigkeit in 
syrischer Sprache entfaltete, noch die Verheerung Antiocheias durch das Erdbeben 
des 14. 9. 459 poetisch behandelte und dann vor 7. 8. 461 *) gestorben ist. Ein 
alsdann chronologisch unmögliches persöuhches Schülerverhältnis, in das er bei 
dessen Anwesenheit in Amida zu Ap(h)rem getreten sein soll,*) ist den älteren 
Quellen noch unbekannt. Beachtenswerter klingt eine Angabe, die ihn in ein 
solches Verhältnis zu A.s Schüler Zenobios bringt.*") Sie findet sich in der 
Unterschrift einer Sammlung von üO, wie fast alles unter dem Dichternamen I. 
Erhaltene, im siebensilbigen Metrum abgefaßten Memre, in der im 11. Jh der 
jakobitische PJöhannkn b Susan gewiß literarischen Nachlaß des Amideners zu 
vereinigen glaubte.'') Bei einer vielmehr aus 40 Memre und 15 Texten abweichen- 



') Hss der MemrC 1 und 8 unter dem Nameu B.s: BrM 742(Add 12166. 6. Jhjö", des 
MemrS 2 anoDym: 777(Addl45S;:0. 8,9. Jh)2»li, der Memre 1/8 : im Maroniteukolleg zn fiom, 
der MemrC 1/10: CmbrAdd 2817 ij 1883). Eine Bedjans aus dem Besitze von Khajjät. des 
Ganzen: Dijarb 76 (J 154.5.6) 3». N-Dsem 101 (J 1876). Mos 67 (J 1896) 68. BrMOr 4078 
(19. Jh) und je eine Bedjans ans Teil Kep(h) und Alqös. Agg der MCmre 1 und 8: Overbeck 
270/330, der Memre 1,10 (unvollst.): PBedjan, Histoire de Joseph par S. Ephrem (Pr-Lpz 1887), 
des Ganzen: Ders., Eist, complete de J. par 8. Ephr. (Pr-Lpz 1891), mit Übs: ThJLamy, S. 
Ephr. Syri hymni et serm. 3, 249/640. 4, 791/844. 

•-} Ps-Z I 9 (AnecdS 3, 84\ ChrM 208 (159): als Zeitgenosse Theodosios I. Ps-D z. J 1565 
Äbrah. 729 Gr. al-Mäkin (BO 1,208) unter Theodosios U. Ihn ar-Eähib 112 (121): als Zeitgenosse 
des Kyrillos. Abü-l-Barakitt : NGWG 1902, 647 (676). B'E Bist. dyn. (Ag: Poeoeke) 145 (91): 
unter Theodosios II. BO 1, 207,'34. Lamy, S. Ephr. hymni et serm. 4, 362 6. IgnEEah- 
mani, StS 1, 57,60. Bickell, Consp. 22f. S. Isaaci Antiocheni doctoris Syrorum op. omnia 1. 2 
(GieUen 1873/4j. Ausgew. Gedichte d. syr. Kirchenväter Cyrillonas usw. 109/91. Wright 51/4. 
Duval 340f. PBedjan, Homiliae S. Isaaci Syri Antiocheni 1 (Pr 1903) mit Erörterung des 
literatur-geschichtlichen Problems III/X. SLandersdorfer, BKv*6, 101/248, in der Einleitung 
(103il4) mit AnschluÜ an Bedjan. 

') In einem Briefe an Johannän Stylites. Agg der Briefstelle: PMartin, Gramm., 
chrestomath. etglossar. ling. Syr. (Pr 1874) 69. Lamy a. a. 0. H61/4. Bedjan IVf. Ak. Rahm an i 
a. a. 0. 14 f. (13f.\ *) Ps-Z. Ja'(|Ob(h). ') Ps-U z. J 1.565 Abrah. «) Ps-Ü z. J 729 Gr. 

') De vir ill. g 66. Nach Amida wird sein Wohu'iitz dagegen auch in l'hrM verlegt. 

') Weil „Leone et Maioriano regnantibus" d. h. vor der am genannten Tage erfolgten Er- 
mordung des letzteren. 

•) So ausdrücklich JaVjöb'h). Die Bezeichnung als Schüler A.s auch in ChrM, bei al-Mäkiu, 
Ibn ar-ßähib, Abü-1-Barakät und B'E. ">) BO 1, 214 f. KatSachau 502. 

") Hss der Sammlung in ihrer ursprünglichen Anordnung: \t 119 (J 1209/101. 365,6 (Abs 



64 l'ic Literatur bis zum Zeitalter der cbristvlogisclien Kämpfe. § 10g] 

den Charakters bestehenden Sammlung, die an dem Diakon 'Abdalhih ihn al-Fadl 
einen Übersetzer ins Arabische fand.'-) bandelt es sich tatsächlich um den prosai- 
schen Nachlaß des irrtümlich mit dem angeblichen ,.Schüler"' Ap(hjrems ver- 
wechselten späteren Nestorianers I. v Ninive (t; 85 d). Weiter hinauf füJirt dagegen 
eine Textüberliofcning von I. -Dichtungen in literarischen Hss noch des ersten .Jahr- 
tausends.") die unabhängig von der Sammlung .1. b S.s auch durch solche des 1:^ bis 
18. Jhs^) sowie durch einen liturgischen Überlieferungszweig ergänzt wird.'') Kennt- 
lich werden hierbei neben dem Nachhall einer älteren Ausgabe von mehr als 100 Nm ') 
zunächst kleinere Sondergruppen von Gedichten über die Kreuzigung,') das 
Herrenwort Mt 18. 3.*) die Samariterin am Jakobsbrunnen") und die ..Unter- 
drückung" der Gerechten.'") Dazu gesellen sich Bruchstücke entsprechender 
Serien von Memre ..des Gebets"") und ,.gegen die Juden".'-) Solche „der Ver- 
storbenen "^•'') haben einen Platz in jakobitischer Begräbnisliturgie gefunden. Bei 
einer Folge „neuer Memre". deren Kopfstück begegnet,'*) hat es sich vielleicht 
genauer um Söglh)jät(h)ä gehandelt, deren einzelne auch anderwärts mit einem I. 
als Verfasser in Verbindung gebracht werden.'^) Im einzelnen läßt sich in dieser 



der vorigen). Brl 152 (Sach 177. J 1579/80), einer jüngeren Redaktion mit veränderter Reihen- 
folge der einzelnen Gedichte: Brl orqu 940 (Abs einer Vorlage in .Mosnl), des 1. Bande? dieser 
Nenredaktion(=Nr 1/24): BrMOr 4075 (18. Jh). Brl 56 (Sach 99. IS.Jh: mit Ausfall der Nrn 11. 23 1, 
desselben 1. Bandes, vermehrt um einen prosaischen Memrä, unter dem Namen I.s v Ninive N-Dsem 
124 (14. Jh) 125. Mos 98 (J 1777/8). CmbrAdd 2811 (J 188.3) nnd eine von Bedjan ans Urmia 
bezogene bzw. deren Vorlage, eines Azs (der Nm 11. 16. 41. 52): Pr 16 (Anc fonds 10. 16. Jh) 
21° 4°, von Brnchstücken einer dritten Rezension: Brl 163 (Sach 124. J 1851). B.s der ursprüng- 
lichen Gestalt: BO 1, 229,32 (Nrn 1/60). Ag in der Anordnung der jüngeven Redaktion: Bedjan 
1/737, der Nr 1: PZingerle. MonS 1, 1.3 20, der Nrn 9. 25. 37 f. 45f. 59. 3. 6. 40 (Bedjan: 59. 
36. 48 f. 45t. 57. 3. 27. 51): Biekell 1, 54;79. 178/295. 2, 108 203. 236/353 (als Nm 6. 10/4. 32/4. 371 

2) Nach Abü-l-Barakät. Vg. BO 1, 208. ^) Hanpths: VtS 120 (7. Jh), bzw. deren Abs: 
364 mit 18 der Sammlung J.bS.s fremden Nrn. Bs: BO 1, 229/32 (Nrn 61/78). Weitere Hss: BrM 
740(Addl4591.6.Jh)l''. 742(Addl216G. fol 1/159. 6..Th)4<'. 745(Add 17164, 6/7. Jh 4°. 746(Add 
1715«. fol 1/48. 6/7. Jh) 2° a. b. 747 (Add 14607. 6/7. Jhl 30. 753 (Add 14612. 6 7 Jh) 6». 765 {Add 14666. 
fol 57/64. 7/8. Jh) 2» a. 766 (Add 14602. fol 1,97)1°. 4». 768(Addl4618. 78. Jh)6<'. 948(Addl4651. 
J850)II°6. 798(Addl4535.9.Jh)10°. 801 (Add 18817. 9. Jh) 7°. 806(Add 14613. 9/10. Jh)9°a. VtS 
93 (9.Jh).5°. 

♦) BrM 837 (Add 17262. 12. Jh) 33". 843(Add 14728. fol 138/207. 13. Jhl. 7190 Rieh (13. Jh) 
61°/5". Or 4407 (J 1375/6). 4071 (J 1679/80). 2732 (18. Jh). Pr 196 (Anc fonds 112. 14. Jh) 86°. 
177 (Anc fonds 8.3. J 1520/1) 4°h. 197 (Anc fonds 157. 16. Jh) 7». 200 (Snppl 45. J 16921 2«b. 
Brl 200 (Sach 202/3. 15/6. Jh) 5». 104 (Sach 113. J 1803). Ox 145 (Bodl Cr 412. 16. Jh) 6°,d'ä'i'r. 
Eierher gehörte endlich wohl auch die Hs des Chorepiskopos Joseph b David aus Mosnl, die 
Bickfll bei seiner nicht weniger als 178 vollständige und 13 fragmentarische Nrn umfassenden 
Zusammenstellung von I. -Gedichten 1, IV/VII mitbenutzte. 

'') Hanpths: Homiliar VtS 117 (12. Jh). Bs des hier über die Sammlnng J.bS.s hinaus- 
gehenden Stoffes: BO 1, 232/4 (Nrn 79,94). Weitere unten Ak. 13. Auch begegnen M5mrP I.s ,.des 
Lehrers'' als Bestandteile jakobitischer Festoffizien JerMkl 44 (J 1413/4). 

°) Nr 101 einer solchen in Pr 200 (= Bedjan Nr 59). ') BO 1, 231: Nr 67,72. Hs: 

VtS 120. 150/20°. *) BO 1, 232: Nrn 88,90. Hs: VtS 117. 133»/5» «) BO 1, 232: Nm 79/83. 
Hss: Vis 117. 36°9°. BrM 747. 3°b. '») BO 1, 230: Nm 63 5. Hs: Vt 120. 9°;11». 

") Nr 5f. einer solchen: BrM 747. 3°a. '=) Nr 2 einer solchen: BO 1, 231 (Nr 73). Hs: 
VtS 120. 21°. ") BO 1, 233f.: Nrn 95/103. Hs: VtS 92 (J 823) 5». 9°/16». 24«. einzelner: 

BrM 948. lirl 164. 11». Ox 145. Ag der Nrn 95 und 101 unter dem Namen Ap(h)rfcms: OpS 3, 
23740. 278/82 (als „Canon, funeb." 10 bzw. 29). '*) VtS 120. 23». Vg. BO 1, 231 (Nrn 75f.), 

wonach beide Stücke dialogisch. "•) Hs: BrM 450(Addl7141. 89. Jh)26°g.k/n.x. Ag der ersten: 
Biekell 1. 78/84. 



g 10g Isliäq V Antiocbeia. 65 

weitschichtigen Masse von Dichtungen wohl mit voller Sicherheit die von Gennadius 
erwähnte auf das antiochenische Erdljcben wiedererkennen.') Audi eine doppelte 
Frontstellung gegen Nestorios und Eutyches, die von dem Abendländer für den 
um 460 verstorbenen I. bezeugt wird, läßt sich gelegentlicii beobachten.-) Im 
übrigen aber stößt eine Aussonderung der im Gegensatze zu den beiden jüngeren 
Trägern des Namens mit Bestimmtheit ihm zuzuweisenden Merare auf wohl un- 
übersteigliche Schwierigkeiten. Auch ein Schwanken in der Zuweisung an einen 
I. oder an Ap(h)rem ist bei nicht wenigen Texten zu beobachten/j und mit 
ziemlicher Sicherheit dürften sich als echte Werke des ,.Antiocheners" sogar 
zwei ausschließlich unter dem Namen A.s überlieferte Stücke in Anspruch nehmen 
lassen.^) Nicht minder wird füglich nur an ihn gedacht werden können bei einer 
Gruppe als Tesbehät(h)ä ^) bezeichneter Tagzeitengesänge, bei zwei vereinzelten *) 

') ßO 1, 230: Nr 62. Hs: Vt 120. 5». Möglicherweise eines der auf die Schicksalsschläge 
Roms bezüglichen Gedichte ist BrM 740. l"b. 

') So nach der Überschrift bei dem Bruchstücke eines Memrä „über den Glauben". Hs: 
VtS 3G8 (Homiliar des 9. Jhs). Agg: Bickell 1, 25/.^3. Bedjan 800/5. Übs: Landers- 
dorf er l.öl. Gleich za beurteilen ist wohl auch ein aus einer Hs in .Sarfah durch Eahmani, 
SiS 1, 17,23 (1.5/22) vollständig bekannt gemachtes Gedicht, von dem nur ein Fragment bei 
Bickcll 1, 60f. und Bedjan 814. 

') Vg. Lamj- a. a. 0. oH4 6. Auch für A. bezeugt werden zunächst aus der Sammlung 
J.bS.s die Nrn 2 (Bedjan 25) durch BrM 824(Addl46I5. 10;l.Jh)l°b. Pr 197 (Anc fonds 157) 2°, 3 
(Bedjan 4), durch eine Mosuler IIs Lamys, i (Budjau 2) durch diese und BrM 837 (Add 17262. 
12. Jh) 32a, 15 (Bedjan 6) durch zwei Mosuler Hss und BrM 801 (Add 18817. 12. Jh)7"a und 19 
(Bedjan 34) schon durch BrM 755 (Add 1460.5. Vor J 6.52/3) 2°. Agg: mit Ausnahme von Nr 2 unter 
dessen Namen: Lamy 4, 225/42. 241/62. 147 86 (bzw. teilweise GpS 3, 652/4). 2, 313/02. Über die 
von der Ag J.bS.s unabhängige hsUche Bezeugung dieser Stücke fürl. vg. Lamy 4. 364f. Auch 
VtS 117, wo nach Lamy 4, 141 ein Brnchstück von Nr 15 sich unter dem Namen A.s (luden 
soll, bietet vielmehr unter 226» den ganzen Text als Werk Ls. In BrM 753 (Add 14612. 6/7 Jh) 7". 
VtS 93 (9. Jh) 4». 117. 199" werden A. beigelegt BO 1, 231: Nr 74 und 233: Nr 93, die nach VtS 
120. 22» bzw. Randbemerkung za 117. 190" I. gehören. In einer Hs zu Sarfah (?), daneben 
allerdings für einen Teil des Textes auch schon BrM 753 (Add 14612. 6/7. Jh) 8" geschieht das 
Gleiche mitBezngaufBO 1, 234: Nr 104 gegen BrM 74G. 2»a. VtS 93, 5" (2). Agg: OpS 3,453;5. 397/412 
(als „Paraen." 22 bzw. 4) bzw. Eahmani 2. 59,65. Ein poetischer Aufruf zu Bußgebet steht 
unter dem Namen I.s bei Bickell 1, IV unter Nr 69 bzw. in der Hs BrM 753. 6", unter dem- 
jenigen A.s in der Hs Dublin Trin. Coli. ß. 5. 19 (J 1625) und solchen zu Mosul und Sarfah)?), eine 
Ermahnung zum Stillschweigen unter ersterem BrM Add 843. 6", unter letzterem BrM 801. 7''b. 
824. l»a. CmbrAdd 2019 (J 14.52) 12». Ag des ersteren: Lamy 4, 453/62. Eahmani 2, 52/5. 
Ein BrM 747. 3»a unter dem Namen I.s überliefertes Stück trägt VtS 117. 94» denjenigen A.s. 
Ag: OpS 3, 545 (als „Paraen." 74). Ferner steht BO 1, 232: Nr 84 als Werk A.s in ßrl 167 (Sach 
315. J 1480/1) 12», und besonders häufig wird ihm zugeschrieben eine Dichtung über die Demut. 
a. a. 0.: Nr 85. Hss unter dem Namen I.s: VtS 117. 116», unter demjenigen A.s: BrM 837(.A.dil 
17262. 12. Jh)32''l>. Brl 143 (Peterm I 25. 14/.5. Jh) fol ]02r''. 168 (Sach 92. 17. Jh) B 5». Pr 190 
(Suppl 46) c°. Ebensowohl auch: VtB 128 (J 17^0) 7°. Dijarb 98. 9». Ag: 0|iS 3, 644/50 (als 
„De div. serm. 15"). Über eine hsliche Bezeugung der „Funebr. canones" 10. 29. 12. bzw. 15 
und 64 der OpS Ap(h)rems für I. vg. oben S. 64 Ak. 13 bzw. Bickell 1, IV unter Nr 6. 27. Zu einem 
in griechischer Cbs unter .4^.s Namen überlieferten Memrä über die Verklärung vg. oben S 36 Ak. 5. 

♦) Gegen Magier, Zauberer und Wahrsager. Hss: BrM 944 (Add 14650. 6/7. Jh) 1.5». 824 
(Add 14615. 10/11. Jhil»e. Ox 1.53 (Marsh 711. 17. Jh) 6». Dublin Trin. Coli. B. 5. 19. 5». Ag: 
Lamy 2,393426. Über das Weltgericht. Hss: BrM 770(Addl45'.iO. 8/9Jh) 1». Ox 153 (Marsh 711. 
17.Jh). 12/3. Pr 13 (Anc fonds 6) 26«. Ag: Lamy 3, 133,88. Vg. FCBurkitt, S. Ephraims 
Quotatious 79/86.« '■) Hs: BrM 740 (Add 14591.6. Jh| 6» a/c. •) Über die Jungfräulichkeit. 

Hs: BrM 748(Addl4592. 6/7. Jh)3". - 

li au ms lark, Geschichte der syrischen LUcratnr. 5 



66 ^*'e Literatur biä zum Zeitalter der christologischeii Kiimpfc. § IIa] 

und den geschlossenen Folgen von 16 Mad'^h)räse, die sich gegen einen zu seltenen 
Empfang der Eucharistie richten,') und drei solchen ,.üher das Kommen unseres 
Herrn".*) 

§ 11. In Edessa selbst war es wohl vor allem der Kreis persönlicher 

Schüler Ap(h)reras, innerhalb dessen das literarische Leben des ausgehenden 

4. und beginnenden 5. Jhs pulsierte. In der alten Metropole christlich-syrischen 

Greisteslebens mag ferner die Heimat eines Dichters Qurillonä zu suchen sein, 

auch wenn er zu Unrecht für einen Blutsverwandten Ap(h)rems gehalten wurde. 

Nicht minder dürfte sich hier eine Aneignung und selbständige Weiterbildung im 

griechischen Sprachgebiete heimischer altchristlicher Apostelromane vollzogen 

haben, neben denen auch Stücke apokrypher Evangelien literatur und 

mindestens eine ursprünglich griechische apokryphe Apokalypse frühzeitig 

dem syrischen Sprachgebiete vertraut w^irden. Den Abschluß der altedessenischen 

Literaturentwicklung bezeichnet sodann B Rabbülä hauptsächlich dadurcii, daß 

auf ihn die Vollendung der gemeinsyrischen Kirchenbibel durch Schaffung der 

PSsittä des NTs zurückzugehen scheint. 

a) Von Schülern Ap(h)reiiis werden im ..Testament"') einArwat und ein 
Paulonä (= Paulinos) in schmerzlichem Fluchworte als zur Häresie abgefallen be- 
zeichnet. Die ausgedehnte literarische Tätigkeit des letzteren, von deren Früchten 
der Folgezeit Mad(h)räse, Memre „gegen die Grübler und Kontroversschriften 
gegen Markion" und „über die Gläubigen und den Glauben" bekannt waren,*) 
und sein, wie man hier erfährt, tatsächlich erst nach dem Tode A.s erfolgter 
Abfall werden auch im griechischen und lateinischen Sprachgebiet erwähnt. •"•) 
Von denjenigen Jüngern, welche vielmehr^ durch den sterbenden Meister mit 
Segenssprüchen bedacht werden, war eines Sem'ön^) bereits als des angeblichen 
Verfassers seiner Biographie zu gedenken. Ein Abraham;) und Märä v AggeP) 
werden anderwärts überhaupt nicht wieder erwähnt. Ein Ab(h)ä*) wird als Ver- 
fasser eines Kommentars „zum Evangelium" schlechthin, d. h. wohl noch immer 
zum Diatessaron, eines Memrä ,.auf den Athleten Job" und einer Psalmenerklärung 
bezeugt, von denen sich neben Proben paränetischer Dichtung in fünfsilbigem 
Metrum'") Splitter erhalten haben.") Von Zenobios aus Gezirtä '-) erfährt 
man, daß er Diakon der edessenischen Kirche gewesen sei und gegen Markion 
und gegen einen Pamphilos, sowie Briefe an (oder unter dem Namen von) Isidoros, 
Lukillos, Abra(ha)m und Job geschrieben habe. Erhalten hat sich'*) schließ- 
lich eine Spur von einer Erklärung „seines Schülers" Ja'q6b(h) zu Worten 
A.s, während der in der Biographic'*) erfolgenden Erwähnung auch eines Ishäq als 



•) Hs: BrM 740 (Add 14591. Ende des 6. Jhs) 6" d. Ag: Biekell 2, 2/109. «) Hs: BrM 

740. e^e. 

') OpG. 2, 403 B/D. *) 'Äi § 96. ») Sozomenos Kg IH 15. Nikephoros Kall. Kg IX 16. 
Gennadins, De vir. ill. § 3. «) OpG 2, 402 F. 4t'3 A. ') a. a. 0. 402 E. «) a. a. 0. 403 A. 

") a. a. 0. 402 D. E. KatVVright 992. Kol. 2. ThJLamy, S. Eplir. Syri hymni et serm. 
4, 87f. ") Hs: Sin 67 (9.Jh) von fol 33v'' an. Ag und Übs des Anfangs: Lamy a. a. 0. 

") Hs: BrM !<62(Add 17194. J 88.5/6) fol 34 r». 44 v". 48V«. bdi". 62r<'. 74 v°. Ag: FNau, 
BOG 17, 69/73, der Zitate des Evangelienkommentars: JRHarris, Fragments of tlie comment 
of Ephr. Syr. npon tlie Diatessaron 92/4. '■') a. a. O.*403 AB. Biographie Ä.sr OpS 3, XXXIX. 
•Ai § 34. BO 1, 168. ") Hs: BrM 861 (Add 17193. J 874) 36«. ") OpS 3, XXXIX. 



[§ Hab Die Schüler Ap(h)renis. Qürillöna. 67 

Schülei' A.s bereits die irrtümliche Verknüpfung Ishäqs v Antiocheia mit ihm zu- 
grunde liegen dürfte. Von Schriftstellern, für die ein Schulzusammenhang mit A. 
nicht behauptet wird, gehören wohl spätestens gleichfalls an die Wende vom 4. 
zum 5. Jh ein Arra,*) der gegen die Magier und in einem „Skarabäen'' betiteltea 
B gegen Bardaisän schrieb, ein mit ihm zusammen genannter PaqqGr und ein 
schwerlich vielmehr mit einem nestorianischen Klostergründer des späteren 6. Jhs 
Namens BarQösrä-) identischer B a r Qosin,") Verfasser eines zweiteiligen Werkes 
gegen die Astrologie der ,.Chaldäer"' und eines anderen gegen einen „Häretiker 
Parap(h)r6n". _ Anzuschließen sind hier auch die unbekannten Autoren dreier in 
armenischer Ubs unter dem Namen A.s zu einer ,.Erklärung des Evangeliums" 
zusammengefaßter Schriften: einer antimarkionitischen Erklärung der Parabeln 
Jesu, einer auf diese und auf sonstige Herrenworte gegründeten Erörterung „der 
vollkommenen Jüngerschaft und der vollkommenen Führerschaft" und einer Ab- 
handlung über Parusie und Weltende.*) 

b) Qürillöna ^) (Kyrilhnos) ist der Name eines sonst unbekannten Dichters, 
von dessen offenbar recht vielgestaltigem Nachlaß sich einige Stücke erhalten 
haben.') Von denselben lassen sich die Einleitungsstrophen eines Mad(h)räsä und 
ein in viersilbigem Metrum gehaltener Memrä über eine Heuschreckenplage und 
einen Hunneneinfall auf das J 396 datieren. Ausdrücklich für ihn bezeugt ist 
femer ein erster Memrä über das letzte Abendmahl, mit welchem ein zweiter 
anonym überlieferter und ungenau als ein solcher über die Kreuzigung bezeichneter 
die seltene Erscheinung eines Wechsels des Versmaßes teilt. Eine ^6g(h)it(h)ä 
von entsprechendem Inhalt schließt sich an diesen letzteren an. Auch das Bruch- 
stück einer solchen über den Oberzöllner Zachäus und ein Memrä in siebensilbigem 
Metrum über den Weizen scheinen trotz unmittelbar anonymer Erhaltung dem- 
selben, eigenartig und nicht gering begabten Dichter zugesprochen werden zu 
dürfen. ') Diesen auf Grund einer scheinbaren Namensähnlichkeit in einem für 
die erste Hälfte des 5. Jhs als Haupt der Perserschule bezeugten Qi j ore (Kyros) *) 
wiedererkennen zu wollen,*) geht schlechterdings nicht an. Gewagt ist es aber 
auch,*") ihn, weil dieser in zahlreichen Mad(h)räse und Memre des siebensilbigen 
Metrums gleichfalls die Hunneneinfälle um die Wende vom 4. zum 5. Jh be- 
handelte, einem Schwestersohne A.s mit Namen 'Ab(h)samjä (oder Ap(,h)samjä) 

') 'Ai § 167. -) Oder: Barqnsre. LO § 50. MbS 55 (48). Am 26 (44). Er stammte aas 
Ninive, war früher mit wissenschaftlichen Stndien beschäftigt, wurde dann Mönch und gründete 
ein nach ihm benanntes Kloster im Stadtgebiete von Mosul. 

*) 'Ai § 168. BO 3i, 230, wo die Identität mit dem Nestoriauer vertreten wird. 

') Ag: Mechitharistenag 2, 261/345. Übs. und sorgfältige Untersuchung: JSchäfers, 
Eine altsyr. antimarkionit. Erklärung v. Parabeln d. Herrn u. zwei andere altsyr. Abhandlungen 
zu Texten d. Evangeliums (Münster W. 1917). Vg. EPreuschen, ZNtW 12, 243/69, nach dem 
vielmehr die Übs eines von Ensebios Kg IV 24 bezeugten y.arä Mnoxiwvoä ne7ioir,uhos köyos des 
Bs Theophilos v Antiocheia iu dem armenischen Texte zu erkennen sein soll. 

»)Bickell21. Wright40/2. Duval337f. Die Einleitungen zu den Übss von Bicke II 
und Landersdorf er. 

•) Hs: BrM 740(Addl4591.6. Jh)l»m. 2». 5»a/e. Agg: GBickell, ZDMG 27, 566/98 mit 
Berichtigungen 35, 531 f., des Memrä über das Abendmahl: Gismondi' 111/8, eines Teiles des- 
jenigen „über die Kreuzigung": LTh28f. Übs: Bicke 11, Ausgew. Ged. d. syr. Kirchenväter 
Cyrillonas usw. 7/63 bzw. Landersdorfer, BKv" 6, 1/.54. 

'') Es folgen in der hslicben Überlieferung (d. e) gleichfalls anonym zwei Memre in sieben- 
silbigem Mftrnm über die Kreuzigung und die Vollkommenheit. 

•) BhSchnlgr. 68/70. Vg. § 16d. ») Wie AScher, KOC 11, 3f. tut. 

'•) So Bickell 21. Aosgew. Ged. 13, 16. Landersdorfer 7f. Bedenken dagegen äußert 
schon Wright 41f 

5* 



68 L»ie Literatur bis zum Zeitalter der cliristologisrhen Kumpfe. § 11 bc] 

gleichzusetzen,') als dessen Blütezeit in besseren Quellen die JJ 396 7 oder 403 4 
erscheinen,'-') während eine um keinerlei chronologische Möglichkeiten besorgte 
ungeschichtliche Überlieferung aus ihm einen angeblich auf dem nifänischen 
Konzil anwesend gewesenen edessenisclien B 'Äb(h)sel?imä macht. ''j 

c) Von altciiristlicUen Apostel roiiianeii haben die sog. Klementinen nach 
Ausweis der hslichen Überlieferung sicher schon im 4. .Th eine Bearbeitung in 
syrischer Sprache erfahren, die sich in ihrer ersten Hälfte mit B I/IV 1 der nur 
in der lateinischen l'hs des Rufinus erhaltenen Rezension der '.-/layytöati^, in der 
zweiten mit den Nrn 10'4 der griechisch vorliegenden 'Ofiü.iai deckt*) und ihrerseits 
wiederum die Grundlage einer kürzeren syrischen Lebensgeschichte des Klemens 
geworden ist.^) Eine angeblich aus dem Gi'iechischen übersetzte und mit Eusebios 
in Zusammenhang gebrachte ..Geschichte des Zebedai'den Johannes"' ") stellt un- 
mittelbar einen aus katholischen Kreisen des ausgehenden 4. oder beginnenden 
5. Jhs hervorgegangenen syrischen Originaltext dar, dessen vielleicht nur indirekte 
Quelle die griechisch abgefaßten gnostischen nioiodoi 'Iwdwov gebildet haben. 
Daneben liegt deren Schlußstück, die Erzählung vom wunderbaren Heimgange 
(ftiidaraaic) des Apostels, wie in zahlreichen anderen Texten, auch in einer syrischen 
Übs vor.') Eine solche bieten von einem im griechischen Urtext erhaltenen Stücke 
mit wesentlicher Treue ferner die Akten des Matthäus und Andreas ,.in der Stadt 
der Hunde (bzw. : der Kolchier)",**) während es bei der „Predigt des Philippos in 
Karthago'" (oder genauer: „in Karthagena, welches Azotos ist,"j") dahingestellt 
bleiben muß, ob in ihr die getreue Übs oder eine selbständige Bearbeitung eines 
griechischen Textstückes vorliegt, in dem die erste ngä^ig der alten gnostischen 
negioöoi des Apostels zu vermuten wäre. Besonders zahlreich sind die noch 
außer den Klementinen sich speziell mit dem Schicksal der Apostelfürsten be- 
schäftigenden Texte.'") AViedergabe erhaltener griechischer Originale sind hier 
die sich mit der Rezension einer Hs von Patmos deckenden Martyrien'') derselben 
und die Akten der Paulusschülerin Thekla.'") Als weitere Bruchstücke der 



>) ChrE z. J 715. ChrM 208 (159) bzw. CSCO. Ser. III. 14, 6. Ps.-D. z. J 708. M 169 
(2, 9). B'EKg 1, 133 f. Ps.-Märüt(h'ä, Üb. das nicän. KonzU bzw. im Noniokanon des 'Ab(hidisö' I 3. 
') Pä.-D. bzw. CbrE. ») Ps.-Män'itihiS. ') Bickell 46. Hss: BrM 726 (Add 12150. J 411) 1», 
eines unvollständigen Textes. 941 (Add 14609. Wabrscheiulicb JöS?)!!», von Azz: CmbrAdd 2023 
(13. Jh). 7°. .\g: PdeLagarde, Clemeutis Komani Kecognitiones Syriace (Lpz IStil). Vg. 
WWright, ZDMG 10, 548,50 •*) Hs: BrM 960(Add 12174. J 1197)44», einer arabischen Übs 

(nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38* (J 1732 3) 57». Ag: AMS 6, i/17. 

") Hss: Petersburger (6. Jh). BrM 789(Add 17192. 9.Jh) 16». Pr 236 (Snppl "28. J 119.3/4)8». 
Urm 103 (.T 171.5) 4», einer arabischen Übs: JerMkl 38*. 54.» Ag: WWright, Apocryphal Acts of 
the Apostels (Lo 1871) 1,4/65(2, 3 60). Vg. R ALipsius, D. apokr. Apostelgesch. 1.431/41. KHCon- 
nolly , The original lang«, of the syr. Acts of John, JTSt 8, 249/61. •) Hs: BrM i.60. 43», einer 
arabischen Übs: JerMkl 38*. 55». Ag: WWright a. a. 0. 1, 66/72 ^2, 61 8). Vg. Lipsins 1, 490. 

») Hss: BrM 952 1, Add 14645. J 935/6) 2». Or 4404 (19. Jh) fol 79 v». Sin 82 (l"2/3. Jh). 
Pr 234(Ancf»nds 143. 13. Jh) 1».40. 309(J 1869)4». Brl 74(Sach9. J 1694/5) 12». 75(Sach222. J 1^81)4». 
Urm 103 (J 1715) 2». 41 (18. Jh) 1». 179 (19. Jh) 10». N-Dsera 112 (J lfc85). 96 (J 1887) Ag: 
Wright 1, 102 6 (2, 93/115). Vg. Lipsius 1, 546f. 

») Hss: Pr 2.S5(Ancfundsl44. Vor J 1291/2)9°. Brl 74. 7». Urm 103. 8». 38 (J 1885) 5». 
BrMOr4,5"26 (J 1726/71 fol 176 r». Ag: Wright 1, 74/9 ("2, 69/92). Vg. Lipsius 2ri, 32/4. Für 
ein völlig unabhängiges syrisches Original hält das Stück ThZahn, Forsch. 6, 22. In ähn- 
lichem Sinne auch OBardenhewer, Gesch. 1*, 586 f. 

'■") ABaumstark. D. Petrus- n. l'aulnsacten in d. litterar. Übliefer. d. syr. Kirche (Lpz 
1902). Vg. PPeeters, AB 21, 121/40. >■) Hss: BrM 953(Addl217"2. lO.Jh) l».-2». 963(Addl4732 
fol 1/227. 13. Jh) 18». 19». Urm 103. 9». 10». Übs: FNau, ROC .3, 39/57. 

") Hss: BrM 731 (Add 14652. 6. Jh)I» 5. 150(Add 14447. 10. Jh). yl8(Add 14641. 10/1. Jh)4»a. 



[§11 cd AJtchristliche Apostelroniane. Apokryphe Evangelienliteratiir. 69 

gnostischen Petnisakten kommen eine vereinzelte Legende und möglicherweise eine 
gesondert überlieferte Predigt des Apostels in Betracht.^) ,.Lehre des Simon 
Kepdiiä in der Stadt Rom-' betitelt sich dagegen eine jSIeubearbeitung, die der 
alte Stoff wiederum erst auf syrischem Sprachboden um die Wende vom 4. zum 
5. Jh erfahren haben dürfte.-) In noch höherem Grade sekundär ist der Charakter 
einer erst in junger nestorianischer Überlieferung auftretenden Doppelbeschreibung 
des gesamten Lebensganges der beiden Apostel. ^) Verlorene griechische Texte 
späteren Datums über ihr Todesleiden geben ein in der Auffindung des Paulus- 
hauptes gipfelnder Bericht •*) und das angebliche Schreiben des Dionysios Areio- 
pagites an Timotheos^) wieder, von dem eine minder ursprüngliche Gestalt in 
lateinischer IJts fortlebt. Ein verhältnismäßig junges, neben der syrischen nur in 
anderen orientalischen Übss erhaltenes Stück sind schließlich auch die Akten des 
Evangelisten Lukas.") 

d) Die apokryphe Evangelienliteratnr ist in syrischer Überlieferung einer- 
seits durch eine Reihe verschiedener Pilatustexte vertreten. Was hier in Übs 
vorliegt, sind außer der sich als V7tnuvi\^taia des Ananias einführenden Rezension 
der Pilatusakten,') Aie Hvcapogu und <\\q Ilagäönatc^) des Pilatus, ein Briefwechsel 
zwischen Pilatus und Herodes *) und ein im griechischen Original nicht erhaltenes 
angebliches Schreiben des apostolischen Bs Jakobos v Jerusalem an Quadratus 
über einen auf den Prozeß Jesu bezüglichen Bericht des Pilatus an Tiberius.'") 
Auf der anderen Seite sind es die Kindheitsgeschichte des Erlösers und die Ge- 
burts- und Jugendgeschichte seiner Mutter, denen ein Interesse jedenfalls seit ver- 
hältnismäßig früher Zeit entgegengebracht wurde. Die Übs irgendeines Kind- 
heitsevangeliums haben um 590 nestorianische Syrer nach Armenien gebracht.'^) 
Man wird dabei wohl eher an das syrisch ohne J^enuung des vorgeblichen Ver- 
fassers vorliegende Thomasevangelium zu denken haben, ^'^) als an das Protoevan- 



960. 76">. Brl 75. 40». N-Dsem 112. 113, einer arabischen Cbs: JerMkl 38*. HS». Ag: Wright 
1, 128,69 (2, 116/45). Vg Lipsins 2i, 430f. ») Hss: Pr 179 (Anc fonds 80. J 1575) 2» bzw. 
BrM 812(Addl718:-i. lO.JhjS". Ag der erstereu: FNau, ROC U, 13 /4. 

') Hss: BrM 93G(Add 14644. 5/6. Jh) 8". 941.4". Ag: WCureton, Ancient syr. docnm. 
.T5/41. Vg. Lipsins 2i, 206 f. Banmstark a. a. 0. 38/<0. Eher für noch höheres Älter 
Peeters 129. Der in den Hss fehlende Schlnß wohl inhaltlich bewahrt M 105. 123 (1, 175. 242f.). 
Vg. Baumstark, EQs 15, 250/2. 

') Hs: in Köi-Ktrknk bzw. Abs derselben im Besitze von IgnGnidi. Vielleicht auch Mos 
90. 5° („Histoire de St. Pierre l'apötre"). Ag: AMS 1, 1/44. Vg. IgnGuidi, ZDMG 46, 744/7. 
Cbs und Untersuchung der auf Paulus bezüglichen Partie: LdeStefani, GSAI 14, 201/16. 

*) Hs: Pr 234. 1» 43. Sarfah (J 1368). Ag des Schlutteiles: IgnERahmani, StS 1, 3 
'2f.). Vg. JBPitra, AnSaer 4, VII. Baumstark, D. Petrus- u. Paulusacten 35 f. 

») Hss: Pr 234. 1». 13. 235. 8». VtS 123 fol 128v°/204r<', einer arabischen Übs: JerMkl 
.38*. 53». Ag: PMarWn, bei Pitra a. a. 0. 241/9. Vg. Lipsins 2i, 227/31. Baumstark 
a. 8. 0, 36/8. «) Hss: BrM 953. 3». 963. 20». Ag: ENau, ROC 3, 15G/67. 

') Hss: Sin 82 (12,3. Jh), eine in Mosnl (14. Jh) und in Mid(h)ja<)(b) im Tur'Ab(h)din, bzw. 
Abss dieser beiden in Sarfah. Ag: IgnERahmani, StS 2. Übs (mit Untersuchung): JSed- 
lä£ek. Neue Pilatusakten, besprochen und übersetzt (Prag 1908. Sitzberr. d. böhm. Ges. d. 
Wissensch. Hist. K'asse Nr XI). Vg. FHaase, Literarkrit. Untersuchungen zur orientalisch- 
apokryphen Evangelienliteratur (Lpz 1913) 67/76. 

") Hss: Sin 82. Ag: MDGibson. St-in 5, 1/5(1/4). ») Hss: BrM 941. 8». Sin 82 

und die übrigen der i':xou,r,uaTa. Eine dritte in Sarfab (J 160?<;9). Ag: WWright, Contributions 
to tbe apocrypbal literature of the New Testament (Lo 18H5) 19/24. (12,17). 

'») Hs: in Midihijad(h) bzw. Abs in Sarfah. Ag: IgnERahmani, StS 1, 1 f. (1 f.). 
") Samuel v Ani (PG 19, 685 f). 

'«) Hss: BrM 157 (Add 14484. foll2/47. 6.Jh)2». Göttingen, Univ. Bibl. (Vg. Theo). Litzt. 



70 D>6 Literatur bis zum Zeitalter der christologisclien Kämpfe. § 11 de] 

gclium des Jakobus, das auf syrischem Boden in einer zunächst rein äußerlichen 
Verbindung bald mit jenem und dem B über den Heimgang Maria, bald mit 
letztcrem allein zu erscheinen pflegt,') während erst eine vorläufig nicht näher zu 
bestimmende spätere Zeit auf Grund der verschiedenen Stücke ein zusammen- 
hängendes Marienleben geschaffen hat.^j Auf eine syrische Vorlage geht ferner 
das arabische Kindheitsevangelium zurück,^) das in einem durch eine Illustration 
in Federzeichnungen kunstgeschichtlich bemerkenswerten Texte einen Ausbau viel- 
mehr zu einer Vollerzählung des Lebens Jesu erfahren hat.'*) Erwähnung mag in 
diesem Zusammenhang schließlich auch der syrische Text einer Vision des Theo- 
philos V Alexandreia über den Aufenthalt der Heiligen Familie in xVgjpten er- 
fahren, ein Icgendarischer Stoff, mit dem sich schon der vielleicht in ßufinus 
wiederzuerkennende Verfasser der sog. Historia monachorum vertraut zeigt. 'j 

e) Zur iipoka1.vptischen LittM-atur führt ein sich als „Evangelium der zwölf 
Apostel"' gebender syrischer Test hinüber,*) sofern derselbe einen einleitenden, 
von Maria Verkündigung bis zur Auserwählung der Apostel reichenden erzählenden 
Teil durch apokalyptische Prophezeiungen ergänzt, die Petrus und den beiden 
Zebedai'den auf dem Berge der Verklärung zuteil werden und inhaltlich jedenfalls 
auf eine nachkonstantinische Entstehungszeit weisen. Das offenbar kompilatorischen 
Charakter tragende Ganze ist unmittelbar möglicherweise ein syrisches Original 
und der dem Titel beigefügte Vermerk, daß es aus dem Hebräischen ins 
Griechische und aus diesem ins Syrische übersetzt worden sei, auch in seinem 
zweiten Teile eine bloße Fiktion. Ein wirklich griechisches Original hat dagegen 
an der frühzeitig auch ins Abendland gedrungenen und hier zuerst von Augustinus 
bezeugten Paulusapokalypse eine syrische Ubs gefunden, die wiederum bereits um 
590 durch nestorianische Sendboten zu den Armeniern gebracht werden konnte,^ 
späterhin in verschiedenen Textrezensionen auftritt *) und zum Ausgangspunkte 



36, 637). Vielleicht auch Urm 43 (J 1863). Ag: Wri^ht, Contributions 116 (6/in. Vg. 
FHaase a. a. 0. 38/48. Ein mit der kürzeren griechischen Eezeni^ion bei JAFabricius, Cod. 
apocr. Nov. Test. (Hamburg 1719) 159/67, zusammengehender syrischer Text in der Hs VtS 159 
(J 1628/32) XP fol 104 r», 106 v». 

') Hss in Verbindung mit beiden anderen Schriften: BrM 157. 1" (von Kap. 17 an), in solcher 
nur mit dem „Transitns"' : Palimp.«est aus Suez im Besitze von ASmithLewis (augeblich 5 6. Jh. 
Von Kap. 10 an). Harris 75 (J Ln75), eines Bruchstückes: Brl 203(Sach271P(l");6. Jh)a. Eine Ver- 
bindung nur mit dem Thomasevan^elium liegt vielleicht in ürm 43 vor. Agg: ASmithLewis, 
StSin 11, 2/32 (l/12i: des Londoner Textes: WWright, Contributions 37 (1/5), des Berliner 
Bruchstückes: KatSachau 676 Vg. ENestle, ZNtW 3, 86 f. FHaase 49/60. 

") Vg § 14 f. J)a übrigens Harris 75 schon die äußerliche Vereinigung von Protoevangelinm 
nnd Tiansitns als eine „Geschichte der Gottesgebärerin Maria vom Tage ihres Austrittes ans 
dieser Welt" bezeichnet, liegt vielleicht diese, nicht das einheitliche Marienleben auch noch in 
einzelnen der dort namhaft gemachten orientalischen Hss mit gleichem odw verwandtem Titel vor. 

") Kars Hss: Pr 2.38 (Anc fonds 154. J1473/4)7". 273 Anc fonds 133. 16.Jh)3''. VtS 159. 
XI" fol Ü8v''/104r''. Ag- HSike, Ev infantiae Arabice et latine (Utrecht 1697). Übss: JAFa- 
bricius a. a 0. 168/212. JCThilo. Cod. apocr. Nov. Test. 1 (Lpz 1832) 65/131. Vg. FHaase 48 f. 

♦) Hs: PalMedOr 32 (heute 387. J1289). Vg. ABaumstark, 00- 1, 249/71. ^) Hs: VtB 
128(J1720). Bs mit Ag der wichtigsten Stellen: FNan, EOC 15, 125/32. ») Hs: Harris 8ö(8.Jh). 
Ag: JRHarris, The gospel of the twelve holy apostles together with the revelations of each one of 
them (Lo 1900). Vg. FHaase, Literarkrit. Untersuchungen 305. ') Samuel v Ani a. a. 0. 

«) Hss: VtS 180 II». VtB 39 (16. Jh). Urm 42 ^J 1795). N-Dsem 113 und eine im Besitze 
des Union Theological Seminary, New York (18. Jh. Vg. JHHall. JAOS 13, 34\ zu Anfang 
unvollständig: Pr 352 (J 1706) 11°, des Schlußteiles: CmbrAdd 2043 (17,8. Jh), eines kleinen Bruch- 
stücks: 2050 (J 1788?) 11", einer am Anfang unvollständigen Apologie dieser Apokalypse: VtS ISO I". 
Übs: JPerkius, JAOS 8, 183/212 bzw. JSL 1, 372/401. P Z i n g e r 1 e , Vierteljahrschrift f. deutsch- 



|§llef Apokryphe Evangelienliteratur. Apokalyptische Literatur. Kabbülä v Edessa. 71 

für einen Legendenkreis über angeblich vom Himmel gefallene, zur Heiligung des 
Sonntags ermahnende Briefe geworden zu sein scheint, deren vier auf die 
JJ 730/1 bzw. 738; 9, den 25. 12. 778 oder 24. 4. 783 und das J 828 9 datiert 
werden.*) Eine von derjenigen des sog. IV. Ezr (tj 4 f.) verschiedene Apokalypse 
Ezras, die diesen seinen Schüler Karpos in der AVüste über „die Herrschaft der 
Ismaeliten" belehren läßt, ist dagegen naturgemäß erst in islamischer Zeit ent- 
standen.') und jungen Datums ist gewiß auch eine vielfach apokryphes Gut enthaltende 
Sammlung von Visionen und Prophezeiungen ATlicher Gerechter über Christus.*) 
f) B Kabbülä v Edessa,^) ord. 411/2, f 8. 8. 435, war in Qennesrin als 
Sohn eines heidnischen Priesters*) und einer Christin geboren. Mit einer solchen 
auch verheiratet, hatte er nach eifrigem Studium griechischer Wissenschaft die 
Beamtenlaufbahn eingeschlagen und die Würde eines Präfekten erlangt, als das 
Drängen von Mutter und Gattin und der Eindruck wunderbarer Heilungen, die 
ein ßekluse Abraham im nahen Kloster eines Markianos wirkte, ihn auf den Weg 
religiösen Suchens führte. Auf diesem durch Eusebios, den B seiner Vaterstadt, 
und durch B Akakios v Aleppo gefördert, hatte er alsdann, im Martyrion der 
hll. Kosmas und Damianos in Aleppo betend, sich zur Glaubensgewißheit durch- 
gerungen, auf einer Palästinawallfahrt im Jordan die Taufe empfangen, von Weib 
und Kindern sich getrennt und seine ganze Habe den Armen geschenkt, um als 
Mönch in dem genannten Kloster zu leben. Auf dem allgemeinen Konzil zu 
Ephesos stand er zunächst mit Johannes v Aaitiocheia in Opposition gegen 
Kyrillos, schwenkte jedoch rasch zu diesem über und wurde seither von den An- 
hängern des Nestorios als rücksichtsloser Gegner ihrer Sache gehaßt. Des 
Griechischen wie des Syrischen mächtig, hat er selbst mindestens die ihm zu 
diesem Zweck vom Verfasser übersandte Schrift des Kyrillos an Kaiser 
Theodosios negl t^(,' ÖQiHjg niarecog übersetzt.*) Zum Urheber könnten ihn da- 

Q. engh'sch-theolog. Forschaug u. Kritik, 4, 139/83.- Vg. Ed Wieber, De Apoealypsis S. Pauli 
codicibus (Diss. Marburg 1904) mit Berücksichtigung der syr. Übs. 

') Hss des angeblichen zweiten Briefes: Brl 179(Sach 221) 4°, des dritten in verschiedener 
Bezension: je eine im Besitze des Un. Theol. Sem., New York (17. Jh) und eine im Privatbesitze 
von JHBall gewesene (.1 18'<9. Abs einer Vorlage in Urmia vom J 1885), des vierten: Brl 73i,Sach 
131. J 1862) V». Ag der beiden Kezensionen des dritten Briefes: JHHall, JAOS 13, 34/49. 15, 
121 42, des vierten: KatSaehau 278,81. Vg. auch noch einen Kars.-Text: Brl. 110(Sach7. J 1699)1» 
bzw. über die gesamte arabische und eine äthiopische Textüberlieferung von „Sonntag>briefen" 
FPraetorius, Mazhafa Tomär (Lpz 1869) und über die einschlägige orientalische Literaturschicht 
überhaupt HDeleh-aye, Bull. Acad. Roy. de Beige 1895, 171/213. MBittner, D. vom Himmel 
gefallene Brief in seinen morgenländ. Versionen n. Recensionen (Wien 1905. Deukschrr AWW. 51). 

*) Hss: VtS 164 (J 1702) 3». BrM 922(Add25875. J 1709/10)3". Mos 27 (J 1743/4)3». Seert 
113 (18. Jh) IIP. Fr 326. 1«. Agg: FBäthgen, ZAtW 6, 199,210. J-BChabot, RS 1894, 
242/60. 333/47. Vg. RGotthei 1 , Hebraica 4, 14/7. ») Hs: BrM 922. 5». 

*) Biographie: s. unten S. 73 Ak. 1. ChrE z. J 723 und 746. Biographie des Alexandros, 
Stifters der Akoimeten: PO 6, 664/74. Brief des HibhS an Mari: Mansi, SS. Conc. Coli. 7, 245 f. 
des Andreas v Samosata an Alexandros v Hierapoli.s: Mansi 5, 821. ChrM 208 (159) bzw. CSCO. 
Set. 14, 6. Eb.S zu den J.J 731 u. 746 Gr. M. 120. 162 (1, 204. 321). B'EKg 1, 151 f. BO 1, 197/9. 
Bickell, Consp. 21 f. Ausgew. Schriften d. syr. Kirchenväter Aphraates usw. 155/65. (Ebenda 
212,270: Übs des Prosanachlasses). Wright47;9. Duval 341/4. LKohler, Schweizer theolog. 
Ztschr. 25, 20324. ENestle, RePTK^ 16, 394. Fraglich bleibt die Identität des Bs mit dem 
K. zweier Inschriften an deu Tran.sennen der mittleren Basilika in Zebed: Nr 22f. bei ELitt- 
mann, Semitic Inscripiions (New York 1904. Publications of an American Archaeol. Exped. 
to Syria in 1899—1900. Part HI). Vg. dessen eingehende Untersuchung a. a. 0. 47,56. 

') Des Namens Ba-ssonis oder Bas-^ones nach dt-n Inschriften von Zebed (?). 

•) Zusammen mit dem Begleitschreiben des KyrUlos. Ha: BrM 758(Audl4557. 7.Jh)l»ef. 

V 



72 üie Literatur bis zum Zeitalter der christologiBciien Kämpfe. § Hf] 

neben weiterhin auch einzelne der jedenfalls schon in seiner Zeit entstandenen Übss 
auch anderer besonders aktueller Stücke des Alexandriners liaben. Hierher gehören 
neben solchen verschiedener Nru seiner Korrespondenz ') vor allem diejenigen der 12 
Anathematismen,'') ihres Kommentars ") und ihrer beiden Apologien rrpö,- tovg 
ti'jg ävaioh'jg hriav.Ö7iovg*) und 7f(jog %ovg ToXitüitrag aivi'/ootiv xolg Niazoqiov 
doyfiaan:^) Nicht minder sind die Schrift öit tlg 6 Xgiaxög^) und die sog. 
Scholien tteqi ivavi^(}uijti\aiwg tov uoroyivoCg ') gewiß schon in dieser ältesten 
Periode syrischer Kyrillosübersetzung übertragen worden. Umgekehrt haben vom 
eigenen literarischen Nachlasse R.s eine in Konstantiuopcl gehaltene Horailie ') 
und seine Briefe, deren sein Biograph eine Sammlung von 46 Nrn zu übertragen 
gedachte, erst eines Übersetzers aus dem Griechischen bedurft.") An syrischen 
Originalen beleuchten kurze Kanones allgemeinen Charakters, Satzungen füi» Mönche 
und für den Klerus*") neben einer Predigt gegen die Toten-Agapen ") seine Be- 
mühungen um die kirchliche Disziplin. Unter den liturgischen Poesiestücken des 
jakobitischen Ritus erscheinen nach den 8 Kirchentöneu geordnete „Supplikations- 
lieder'' (Tak(h)sep(h)at(h)ä)'-) regelmäßig, gelegentlich erscheint hier auch eine ent- 
sprechende Sammlung von Einlagen zwischen die Verse des Magnificat (Mau- 
reb(h)e)'*) unter seinem Namen. Seine von einem ihm persönlich nahestehenden 



Ag des Begleitschreibens : Overbeck, S. Ephraemi usw. op. selecta 226/9. AM3 4, 460/64, der 
Übs selbst bei PhEPnsey, SPN Cyrilli Alex. De recta fide ad Iraper., De incarn. Unig-eniti dia- 
logus, De recta fide ad Priucipissas, De recta fide ad Augustas, Quod nnns Christ us dialogus, 
Apologet, ad Imperat. Post Anbertnm ed. (Ox 1877). 

') Hss: BrM 739(Addl7144. 6.Jh)l». 7ö8. l»a.g/o. 769(Add 14531. 7/8. Jh)ll''/3». VtS 107 
(7.Jh)12». 13». -') Hss: BrM 749 lAdd 17201. fol 1/15.6/7. Jh) 3». 622(Addl7150.7/8.Jh)2'>. 806(Add 
14613. 9/10. Jh) 6» a. VtS 17.S (14. Jh) V°. Ox 142 iMarsh 101) 17». 

') Hss in Verbindung mit dem Texte: BrM 622. VtS 173. Ox 142, des Kommentars allein: 
BrM 751 (Add 14633. 6/7. Jh) 1». 758(Add 14577. 7. Jh) Vh. *) Hs : BrM 729(Add 12156. VorJ561/2) II». 
ä) Hs: BrM 729. IIP. »; Hss: BrM 739 (Add 17149. 6. Jh) 3°. 7.58. l»d. 769(Add 14531. 7,8. Jh)l», 
des Schlußteiles: 622 (Add 17150. 7/8. Jh)l». ') Hss: BrM 739. 2». 758. l»c. 761 (Add 14604. 7. Jhj 4». 
Ag: bei Pusey a. a. 0. 

") Hs: BrM 731 (Addl4652.6/7.Jh)II3». Ag: Overbeck a. a. 0. 239/44. AMS 4, 464/69. 

») Hss eines Briefes an Andreas v Samosata: BrM 7291» 12j. 761. 13», von Azz solcher an 
Kyrillos 7291» 16 und au einen Gamajinos: 919 (Add 17202) X»4 (bei Ps.-Zacharias v Mytilene). Ag: 
Overbeck 222 f. 230/38. 225. Vg. AMS 4, 459 f. 

'») Hss aller drei Reihen: Pr 62(Suppl.29. 9.Jh), der allgemeinen and der Kanones für 
Mönche : BrM 907 (Add 14526. fol 1/39. Bald nach J641) 13», nur der letzteren : 793 (Ad.l 14577. 9. Jh) 18», 
der Kanones für Mönche und Klerus: 731 II 1». 2». Cmbr Add 2023 (13. Jh) 24». Ag: Over- 
beck 210/21. AMS 4, 4509. Vg. OdStark, Stud. n. Mitt. ans d. Benediktinerorden 29, 495/503. 
LKöhler, Schweizer theolog. Zischr. 26, 133f. 221. ") Hs: PalMed 62 (13/4. Jh) VIII». 

'*) Hss eines selbständigen oder mit anderen ähnlichen Sammlungen zu einem eigentümlichen 
Bucbtyp vereinigten Textes: BrM 487 |,Add 147 15. fol 1/152. J 1257). 488(Addl4724.folll4;44. 
13.Jh)l». 489(Add 17253. fol 70/103. 13. Jh). 490 (Add 14730. fol 74/76. 13/4. Jh\ 491 (Add 17958. fol 
l/118.14.Jh)2». 492 (Add 14270 fol 112 35.14. Jh)l». 493 (Add 17269. fol 138. J 1498,-9)1». Femer finden 
sie sich von VtS 94 (zwischen den JJ 1010 u. 1033) u. BrM 430(Add 14714 J 1074,5)2» an als An- 
hang in zahlreichen aus dem 11/4. Jh stammenden Hss als Anhang des Kirchengesangbu' hes des 
Severus (§ 29 e) und regelmäCig in den Anhängen jakobitischer Fcrialbreviere (s. oben S. 47 Ak 4). 
Agg: Ferialbrevier, Sarfah lf-92, 501/30, vollständiger: Brev.iuxta rit. Eccl. Ant. Syr. (Mosul 1886/96) 
1,77/124, der 7>i 1,4 und 7: Overbeck 246/8. 362/7>--. Vg. ABaumstark, Katholik 82. 411. 

") Hslich wieder regelmäßig in den jakobitischen Ferialbrevieranhängen ; noch außerhalb 
derselben: BrM 493. 2». PalMedOr 40 und .speziell als Anhang bzw. Vorsatzstück zum Kinhen- 
gesangbuch des Severus: 439(Add 17238. 13. Jh)3». 464 (Add 17248. 12. Jh)2». R. zugeschrieben 
werden sie z. B. in den Festbrevieren Fr 145/7 und in PalMedOr 40. Agg: Ferialbrevier, Sarfah 



[§ 11 fg _ Rabbülä v Edessa. Die NTliche Püsitta. 73 

Edessener abgefaßte Biographie ist eines der vorzüglichsten Denkmäler ihrer 
Gattung, das die syrische Literatur aufzuweisen hat, von dem großen B ein mit 
warmer Liebe geschaffenes Bild von plastischer Schärfe bietend.') 

g) Die NTliche Pesitta-) erscheint bei einem Blicke rückwärts nach dem 
Diatessaron und dem ..Evangelium der Getrennten'' und vorwärts nach den ihr 
noch gefolgten weiteren Ubsarbeiten gleichen Gegenstandes als eine einzelne Etappe 
auf dem mit ihr noch keineswegs zum Abschuß gelangten Wege fortschreitender 
Angleichuug des syrischen NTs an die herrschende griechische Textgestalt des 
antiochenischen Patriarchats. Was die überragende Bedeutung des noch immer 
auf Evangelien, Apg, die drei größeren katholischen und die Paulusbriefe sich 
beschränkenden Textes bedingte, ist der Umstand gewesen, daß er unmittelbar 



1892, 472/.'i00, vollständiger Brev. iuxta rit. Eccl. Ant. Syr. 1, 15/38. Vg. A Baumstark a. a. 0. 
412f. ■) Hs: BrM 73111». Agg: Overbeck 159/209. AMS 4, 396 450. Brockelmann 

70*/102*. »69*/101*. Übs: GBickell a. a. 0. 166/211. 

*) JWichelhaus, De N.T. versione syra antiqna, qnam P. vocant, libri IV (Halle 1S50). 
Bickell 5f. Wright lOf. CRGregory bei CTischendorf , Nov. Testam Graece. Eil. octava 
crit. maior. 3 (Lpz 1894) 813/22. Ders., Textkritik des NTs (Lpz 1902/9) 508 24 129ti/1303. Älteste 
Hss von Bruchstüi'keu der Evangelien: Pr 296. 1" (Lk 6, 49/21, 37, anscheinend von derselben 
Hand wie BrM 3 vom J 463,41. Palimpsesttragmente von ASmithLewis in Suez erworben (Jo 6, 
49/.54 bzw. Mt 9, 5 21. 10, 9128. 15, 37/1617. 5 bzw. 56. Jh. Vg. StSin 11, XXIII f.). Bruchstück 
im Besitze Kahmanis in Beirut (Lk 5. Jo 14. 5/6. Jh. Vg. AdRücker, OC- 7, 146/53]. Br51 67 
(Addll455, wozu auch Or 1272 fol. 1 gehört. 6. Jh. Das Vorhandene verzeichnet KatWrii^ht 45). 
Fragmente im Einband von Sin 6Ü;6. Jh). eines leicht lückenhaften Evangelientextes: Brl 7 (Philipp. 
1.S88. Ums J 500. Vg. A Allgeier, OC- 6, 148/52), älte.ste datierte des jakobitischen Evangelien- 
textes: BrM 101 (Add 144.59. fol 67 169: Lk. Jo. Zwischen den JJ 529/:-i0 und 539/40). 110fAddl4464. 
Vor J 582/3: Mk). VtS 12 (J .54S) LaurMed 1 (Eabbülä-Hs: J 588), des nestorianischen: BrM 
76 (Addl 4460. J 599/6' U). 77 (Add 14471. J 614/5), weitere der Evangelien ans dem 5/6. Jh: BrM 
66(Addl4453 mit Aushesserungen aus dem 12.\ aus dem 6. Jh: Pr33iSuppl5. mit Ergänznngeu 
des 12.). Crawford 1. (Vg. GHGwilliam, Stndia Biblica. 3, 54f.). Sin 2. 5, Ox 21 (Dawk 3. 
Nach GHGwilliam, JT.St 3, 452f.) aus dem 6/7. Jh: 68(Add 17114). 69,Adin4441). 70(Add 
14456). 75 (Add 12137)1« und eine in Etschmiadzin (Vg. ETerMinassiantz, ZNtW 6, 282/92), 
der Paulusbriefe: BrM 133 (Add 14476. 5/6. Jh). 134 (Add 14480. 5/6. Jh). 135(Add 14479. J 533/4). 
136 (Add 14475. 6. Jh). 137 (Add 17122 6.Jh), der Apg und der kathoL Briefe: BrM 126 (Add 17120. 
6.Jh>. 127(Add 17121 6. Jh!, des jakobitischen Gesamttextes: BrM 63 (Add 14470. 5/6. Jh. Mit Er- 
gänzungen des 9.). 64(Addl444S. WohlJ 699/700), des nestorianischen: BrM 7157 Eich (J 767/8) 
Eine Registrierung der jüngeren Hss, zu denen sich seit der Jahrtausendwende noch zahlreiche Evan- 
gelistare, gelegentlich mit parallelem Kars-Text, gesellen, verbietet sich ihrer Menge wegen. Ein 
Verzeichnis von 216 Nrn vonGregory schon bei Tischendorf a.a.O. 828/51, erweitert und 
mit Nachträgen: Textkritik a. a 0. Vg. im übrigen E Nestle, RePTK'3, 175 und über Gesamthss 
desAundNTs: S.25Ak.2. Einige in Amerika befindl che Hss beschreibt JHHall, PAOS lb88,9 
LI.LIX. LIX/LXXXV. JBL t;, 1/1.3. Vg GHGwilliam, The materials for the critieism of 
the Pesh. New Test, with specimens of the Syriac Massura, Studia Biblica 3, 47/104. Wichtigere 
Agg der Evangelien: (älteste) JAlbWid mannstadt-MosesMardinensis, Lib. saciosancti 
ev. de J. Chr. domino et deo nostro . . . cbaracteribus et lingua syra . . . diligenter expressa 
(Wien 1555), (kritische) GAGwllliam, TetraevangeUnm sanctum iuxta simplicem Syrorum 
versionem (Ox 1901. — Vg. dazu HARedpath, AJT 8, 1624), des Geamttextes: (älteste) 
ImmannelTremellius, »' y.rufr; HiaSr^y.ij ^ testamentum novuni N.nn Npv'-i lExcudebat Heur. 
Stephanus 1569). AegGutbier, Nov. dorn, nostri J. Chr. testamentum syriace cum punctis 
vocalibus et versione latina .Matthaei . . . Clavis operis, lexicon, grammaticam syr. et rotas complexa 
seorsum prodit. (H..mhurg 1664. Frankfurt 1731. Hamburg 1749). JLeasden-CSchaaf , 
Nüv. dum. nostri J. Chr. testamentum syriacnm cum vers. latina ... Ad omnes editiones diligenter 
recensitum et var. lectionibus magno labore collectis adornat. Acc. Lexicon syr. concordantiale 



74 l^'ic Literatur bis zum Zeitalter der cbristolog-ischeu Kämpfe. § 1'k] 

vor dem konfessionellen Zerfall der syrisclien Christenheit ehen noch zurecht kam, 
um in allen ihren Teilen Annahme zu finden. In der Tat stimmen seit dem Be- 
ginne des Zeitalters der christologischen Kämpfe die NTlichen Zitate der syrischen 
theologischen Literatur ebenso entschieden mit ihm iiberein als diejenigen der 
Vergangenheit seine Kenntnis vermissen lassen. Deutet somit alles darauf hin, 
die Entstehung des Werkes etwa in das erste Drittel des 5. .Ths zu verlegen, so 
wird es unabweislich, in ihm die einzige NTliche Ubsarbeit wiederzuerkennen, deren 
Durchführung für diese Zeitspanne ausdrücklich bezeugt wird. Dies ist aber eine 
Neuübertragung des NTs aus dem Griechischen, die nach der Angabe seines Bio- 
graphen ') Rabbüla unternommen hat.-') Irgendeiner apokryphen Erweiterung 
gegenülier hat entsprechend dem ihre Entstehung beherrschenden Geiste die P. 
des NTs sich aufs sprödeste verhalten. Ein aus den apokryphen Paulusakten 
stammender Briefwechsel zwischen Paulus und den Korinthern, der in der zweiten 
Hälfte des 4. Jhs als einwandfreier Bestandteil des syrischen Apostolos gegolten 
hatte,*) ist in ihr verschwunden, und nur spät und ausnahmsweise erscheint an 
zwei angeblichen Briefen des Römers Klemens an die Ehelosen eine aus Palästina 
oder dem westlichen Syrien stammende ursprünglich einheitliche Schrift des 3. Jhs 
ihr eingefügt, ohne daß diese Tatsache einen Schluß darauf zulieiSe: es habe auch 
dieses Stück in älterer Zeit einen ernsten Anspruch auf kanonische Geltung durch- 
zusetzen vermocht.'') 

(Leyden 1709). (Der engt. Bibelgesellschaft): Nov. test. syriace denuo reeognitnm atqne ad 
fidem codd. mss. emend (Lo 1816 bzw. mit syr. Titel 1826). .f*^? ]ZpJJ loAa?? lüL-C 

^j^ij^VO L.Gfi-» (New York 1874. 1878. 1886). Über eiue neuestens von der engl. Bibel- 
gesellschaft gemachte Ag der ganzen P. des NTs mit einem von Gwilliam konstituierten Text 
vg. FCBnrkitt, JTSt 22, 66. Vg. auch die Gesamtagg der Pesittä S. 25 Ak. 2 und die Auf- 
zählung der Agg auch einzelner Teile Lit 20/7 mit Erg.nnzungen RePTK^ 3, 167 f. bzw. The 
printed editions of the Syriac New Testament. Church Quarteily Review 1888. 257/97. Übs: 
J Murdock, The Syriac NT. traiislated into Engl, from the Peshitto Version . . . with . . . a 
bibliographical appeudix by JHHall (Boston »189.3). 

') Overbeck, S Epliraem: . . . op. sei. 172 Z. 18;20. 

') So FC Burkitt, S Ephraims qnotations from the Gospel 57 f. Ders., Evangelien da- 
Mepharreshe 2, 161/5 bzw. Urchristentum im Orient. Deutsch v. EPreuschen 30;39. Eine im 
Anfang seines Episkopats von ß geschaffene Übs konnte füglich auch in den späterbin nestoria- 
nischen Kreisen noch Boden fassen. Zum Umfang des Kanons, vg. JABaver, The bist, of the 
New Tfst. cauon in the Syrian church (Diss. Chicago 1900i. WBauer, D. Apostolos d. Syrer 
in d. Zeit von d. Mitte des vierten Jhs bis zur Spaltung d. syr. Kirche (Gießen 19Ü3). Doch vg. 
auch JR Harris, The Espositor' 6, 456/65. 

') Und als solcher durch Ap,h)rem in einem armenisch erhaltenen Kommentar der Paulus- 
briefe (g 7 a) erklärt worden war. Erhalten hat sich neben zwei lateinischen nur eine aus dem 
Syrischen geflossene armenische Übs derselben. Beste Ag mit Übs bei P Vetter, D. apokryphe 
dritte Korintherbrief (Wien 1894) 39/57. Der Kommentar Ä.s deutsch von Vetter, TQs 72, 627/39 
und von StKauajanz bei ThZahn, Gesch. d. ntlicheu Kanons 2 (Lpz-Erlangen 1890/2) 
695/606. Über das ganze Stück handelt jetzt am erschöpfendsten Bardenhe wer, Gesch. 1' 601/6. 

*) Hs: Amsterdam Semin. of Remonstr. 184/5 (.1 14~0l AggnndÜbs: JJWetstein, Nov. 
Test. Graec. 1 (Leyden 1751) 1/14 (Übs: 14/^^6). Gallandi, Bibl. Vet. Patr. 1. 1/XXV. PG 1, 
379,4.52 JThBeelen, Saacti patris nostr. Clementis ep. biuae de virgiuitate (Löwen 1856). 
Bloße Übs zuletzt: FrDiekamp, Patres Apostulici. Ed. Fuukianam novis curis in Incem em. 2 
(Tüb 1913) 1/49, deutsche nach dem Syrischen: PZingerle, D. zwey Briefe d. hl. K. v. Rom 
an d. Jungfrauen (Wien 1827). Vg Adllarnack, SbPAW 1891. 361/85. Ders., Gesch. d. altchr. 
Lit. 2ii, 133/5. KJXcumann in: Oriental. Studien ThNöldeke zum 70. Gebtg. gew. (Gießen 1906) 



I 



§ 12 a Die NTliche Pesitt;i. Übertragungen vomicänischer Literatur. 75 

§ 12. Das anscheinend von Rabbiilä durch die Fixierung des NTlichen 
Textes der Pösittä Geleistete ordnet sich dem Gesamtbilde einer eifrigen 
griechisch-syrischen L'bersetzuugstätigkeit ein. deren Schauplatz gleichzeitig das 
römische Mesopotamien gebildet haben muß. Spätestens zu ihren Früchten ge- 
hört zunächst naturgemäß wesentUch, was heute noch an syrischen Ubss v o r - 
nicänischer theologischer Literatur erhalten oder nachweisbar ist. In 
grundlegender "Weise ist sie weiterhin unverkennbar von den großen theologischen 
Autoritäten einer noch naheliegenden Vergangenheit den Kappadokiern Gre- 
gorios V Nazianz. Basileios, Gregorios v Nyssa und dem Antiochener 
Johannes Chrysostomos zugute gekommen. Denn nicht nur haben diese 
im allgemeinen noch gleichmäßig Ansehen in den feindlichen konfessionellen 
Lagern der Folgezeit erlangt. Es sind vielmehr in weitem Umfange sogar im 
einzelnen die nämlichen Werke derselben, die auf nestorianischer Seite Be- 
zeugung finden und auf monophysitischer in Hss von einem Alter vorliegen, das 
die Tatsache ihrer t'bs noch im 5. Jh, wo nicht unmittelbar verbürgt, so doch als 
durchaus glaubhaft erscheinen läßt, und auch für den Alexandriner Athanasios 
weist, wenn auch ohne ein so fi'ühes Einsetzen, die tatsächliche monophysitische 
Textesüberliefening eine ähnlich bezeichnende Berührung mit der nestorianischen 
Bezeugung auf. Nicht zuletzt haben endhch Übersetzerhände schon der hier in 
Betracht kommenden Epoche sich an griechischen Synodalkanoncs und dem 
sog. syrisch-römischen ßechtsbuche mit Erscheinungen kirchlich bzw. 
bürgerlich rechtlicher Literatur beschäftigt. 

a) An TOrnioänischer Literatur sind vor allem die sieben echten Igna- 
tiosbriefe in ihrer ursprünglichen Gestalt frühzeitig Gegenstand einer sjTischen 
Übs geworden, die späterhin, um eine solche der sechs unechten vermehrt, 
ihrerseits die Vorlage einer armenischen ') gebildet hat. Neben dieser haben sich 
syrisch selbst außer dem Martyrium Colbertinum -) nur eine gekürzte Rezension 
der drei Briefe an Polykarpos. die Ephesier imd Römer ^j und in kanonistischer 

2, S3i;8. HLiell, TPQs 60, 289/304. OBardenhewer, Gesch. 2'. 299,.=!04. Die Bruchstücke 
des von Epiphanios Haer, 30, § 15 als tTtioro/.a'i iyxix/joi des K. und von Hieronymus .\d Joviu. I 
12 erwähnten griechischen Oriirinals aus den r/mSixrai des Autiochos (PG 89, 1421 1850) bei 
JMCotterill. Modem Criticism and Clemenfs Epistles to Virgins (Edinburg 1884) und 
FrDiekamp a. a. 0. 

') Ag: Kpel 1783. JHPetermann, S. I. Patris Apostolici qnae fernntur epistolae una 
enm eiusdem martyrio. Collatis edd. graecis versionibusqne syr., armen., latinis denuo rec. (Lpz 
1849). ») Hss: VtS 160 (10. Jh) 45". Pr 295(J 1705;ö". VtB 91 (J 1869). Brl 75 tSach 222. J 1861)8». 
N-Dsem 113, einer arabischen Übs (nach Vorlage vom .T 1178): JerMkl 38* (J 1732/3)57". Agg: 
GM ö sing er, Suppl. corp. Ignatiani a G. Curetono ed. (Innsbr 1872) 3/12. WWright bei 
JHLightfoot, The Apostolic Fathers 2 u (Lo 1885) 687/708. «(Lo 1889) 103/24. AMS .3, 199/214. 

») Hss: BrM 768(.A.ddl4618. 7/8. Jh)3». 789(Add 17192.9.Jh)2», nur des Briefs an P.: 736 
(Äddl2175. fol49,80 6.Jh)3<'. Agg: WACureton, The aneient syr. version of the Epistles of 
St. I. to St. Policarp, the Ephesians and the Komans (Lo 1845). Ders , Corpus Ignatianum (Lo 1849) 
49/K). WWright a. a. 0. 655^/76. Vg. Cureton, Vindiciae Ignatianae iLo 1846). HDen- 
zinger. Üb. d. Echtheit d. bisherigen Textes d. Ignatian. Briefe (Würzb 1849). RALipsius 
Üb. d. VerhältniC d. 3 syr. Briefe d. I. zn d. übrigen Bezensionen d. Ignatian. Literatur (Lp? 



76 Oie Literatur bis zum Zeitalter der chrigtolot^srhen Kämpfe. § 12a" 

Überlieferung; Azz aus dem ursprünplicluu Texte der Briefe an die Ephesier, 
Magnesier, Trallier und Polykarpos erlialttn. für die eine Herkunft aus der alten 
Vollül)s wenigstens denkliar ist, ') wälirend I. beigelegte Standesvorschriften 
für den Klerus ein wohl original syrisches Pseudepigraphon darstellen, -j Nicht 
mehr als ein dürftiger Nachhall ist auch von einem syrischen Texte des sog. 
Barnabasbriefes übrig geblieben") Nur in einem solchen liegt dagegen eine 
Überarbeitung vor, die ein Ratsherr Ambrosios dem ps.-justinischen löyoi TtQog 
"EÜ.r^ra^ hatte zuteil werden lassen, \) und kaum wesentlich geringere Bedeutung 
besitzt die syrische Version für die ungleich wertvollere Apologie des Atheners 
Aristeides,*) die griechisch nur in einer freien Bearbeitung, armenisch nur un- 
vollständig erhalten ist. Ein unter dem Namen Gregorios Tbaumaturgos 
gehender löyog. -/.Kfcdaiuidi^g Ttegl il'vxt'g ist in einem syrischen Volltest anonym 
überlief ert.f) Ausdrücklich dem Wundertäter beigelegt erscheinen dagegen in 
syrischer Überlieferung eine in der griechischen verschollene Schrift an Theo- 
porapos über die Leidensfähigkeit und Leidensunfähigkeit Gottes/) und eine in 
jener unter dem Titel rrgog Evüyoiov iiovayfiv Treoi if^töirjog wohl mit Unrecht 
vielmehr G. v Nyssa zugeschriebene an Philagiios ,.über die Wesenseinheit" der 
drei göttlichen Personen.^) Zweifelhaft bleibt, wo nicht die Tatsache, mindestens 
der Umfang einer unmittelbaren Bekanntschaft der Sj'rer mit S. Julius Afri- 
canus,*) von dem möglicherweise der Brief an Aristeides,*") und mit dem Römer 



1859). AMerx, Meletemata Ignatiana (Breslau 1861). Bickell 47 f. AdHarnack 1, 78. 
OBardenhewer, Gescb. 1-, 139/46. 

') Hss: Pr 62iSuppI29.9.Jh)16». VtB 148 (J 1576) lö". Agg: WCurcton, Corp. Ign. 
222/.5. Wright a. a. 0. 677 f. Auch 'Ai. § 9 scheint einen wesenhaft kanonistischen Nachlaß 
für I. zu nnterstelleu. Weitere Zitate dürften fast sicher als solche im Bahmen anderer griech. 
Literaturdenkmäler übernommen worden sein. 

=) Es: CmbrDd 10. 9 (J 1475) 2». Ag von Anfang nnd Schluß: KatWright-Cook 994f. 
') Vg. ABanmstark, OC- 2, 235/40. Hs des einzigen Textsplitters : CmbAdd2023(13.Jh)fol61y». 
Ag: KatWright-Cook 611. *) Hs: BrM 987(Add 146.58. 7. Jh) 17». Ag: SpS 3«'42. Übs: 

Fßaethgen bei AdHarnack, D. ps.-jostin. Kede an d. Griechen, SbPAW 1896, 627/46. 
Vg. Bickell 48. OBardenhewer, Gesch. P, 231f. 

•) Hs: Sin 16 {6/7. Jh). Ag: JRHarris, TaSt li, von Azz: KdP SO/'eS. Übss: JMSchön- 
f eider, TQs 74 531 57. EKaabe, TnU 9ib. Wiederherstellungsversuche des Originals bei 
KSeeberg bei ThZahn, Forsch. 5, 159/414. EHennecke, TuU 4ra. JGeffcken, Zwei 
griech. Apologeten (Lpz 1907). Tg. RSeeberg, NKZ 2, 935/66. EHennecke. ZWT 36, 42/126. 
OBardenhewer. Gesch. 2^ 187.98. 

") Hs: Sin IG (6,7. Jh) 9\ Ag: KatLewis 19 26. Übs: VKyssel, ßhil- 51, 4,^9. Dazu 
in dogmatischen Katenen ein Doppelzitat unter dem Titel „Rede an Gaianos". Agg: AnS 31. 
AnSacr 4, 1.32 (3S6). Vg. VRyssel a. a. 0. 318/20. TheoL Litzt. 21, 60 f. JDräseke, ZWT 
44, 87/100. OBardenhewer, Gesch. 2^ 327 9. 

'J Hs: BrM 729(Addl2156.6.Jh)IV"'. Ag: PdeLagarde, AnS 4664. PSiartin hei 
Pitra, AnSacr 4, 103,20 (368/76). Cbs: VRyssel, Greg. Thaumat. (Lpz 1880) 7,-99. Vg. 
Ders. ebenda 118 24. 137f. 150/7. JDräseke, Jbb. f. Protest. Theol. 9, 634 40 bzw. Ges. Ab- 
handl. (Altona 1889) 162/8. OBardenhewer, Gesch. 2^ 324 f. 

') Hs: BrM 730(Addl4597. J569)4«b. Ag: PdeLagarde, AnS 43,0. PMartin, AnSacr 
4, 100/3 (.-;60;3). Cbs: VRyssel a. a. 0. 65/70. Vg. Ders. ebenda 100/18. 135,7 147,50. Jbb. 
f. Protest. Theol. 7, 565/73. JDräseke, ebenda 379/84. 8. 343,84. 55368 (bzw. Ges. Ab- 
handl. 103,62). ZWT 48, 568,75. GNBonwetsch, EePTK« 7, 185. AdHarnack 2n. 101. 
OBardenhewer, Gesch. 2*,326f. 

») "AI § 6: NTliche „Überliefernngen" (od. „Kommentare") nnd die Chronik. Letztere wirkt 
bei EbS und M nach, was aber auf Vermittelung eines anderen Griechen (Anuianos, Andronikos?) 
beruhen kann. Die erste Hälfte der Angabe hat offensichtlich Zitate des Briefs an Aristeides 



[§ 12 ab Übertragungen vornicänischer Literatur. Gregorios v Nnzianz. 77 

Hippolytos.M unter dessen Namen neben Zitaten, die eine VoUübs der betreffenden 
ecbten SVerke nicht einwandfrei zu verbürgen vermögen,'^) die in ihrer P^chtheit 
angefochtene Taufpredigt el^ ra üyia ^e.o(fävua ^) und eine als Ganzes sicher 
unechte Psaltereinleitung M syrisch vorliegt. Noch dunkler bleibt, welches Bewenden 
es mit einer größeren Zahl von Briefen des Methodios über verschiedene 
Gegenstände hat. deren ^) neben einer auch im griechischen Original, in lateinischer 
und kirchenslawischer llbs unter seinem Namen überlieferten jjseudepigraphen 
Apokalypse") gedacht wird. 

b) Von Gregorios v Naziauz ') las man auf uestorianischer Seite eine auch 
auf monophysitischer bekannte älteste Übs.**) wo nicht auch von Briefen,") so doch 
sicher der Reden in einer ursprünglich fünfhändigen Ag, die aber frühzeitig in 
Auswahlsammlungen von Predigten zerfiel.'") Naturgemäß erst weit später ist 
man mit den griechisch unter dem Namen seines Bruders Kaisarios erhaltenen 
und schon von Maximos dem Bekenner abhängigen „Fragen und Antworten"'^) 
bzw. selbst mit der ,.Tragödie"' des Xgiaiog TTdaywr^-) bekannt geworden, ohne 
daß freilich deshalb eine Übs beider Stücke gesichert wäre. Mit einem Sonder- 
texte der beiden Briefe an Kledonios") mag schließlich eine Schrift ..gegen die 



Zur Grundlage. '") Hs: Urm 12 (17. Jh): Über die Genealogien nach Mt und Lk, wobei ...Tosephos 
und Afrikanos" als Verfasser genannt werden 1 

') 'Äi S "<■ ^^P' oly.oiouiaii?}, „Erklärung des kleinen Daniel and der Susanna", y.ifiiJ.um xmü 
lutoi^ iinio 7(>f xarä 'Itüdtvrjf ivayyt'/.iov xtn ä7ioy.a/.i\:t(oi. Auf bloUe Zitate als Grundlage dieser 
Angaben weist deutlicli die merkwürdige Beschränkung bezüglich der Dn- Erklärung hin, die auf 
einer zufälligen Kenntnis solcher nur zur Bei- nnd Susannagescbichte beruhen dürfte. Vg. 
Bickell 49. 

-) In dogmatischen Katenen nnd dem Apok-Kommentar des Dionj'sios b Salib{h)i. Sie er- 
strecken sich auf die Erklärung von HL, Dn, Ez und Mt, die y.tffähuti y.aia. Vatov, eine Schrift 
(Predigt?) Tistii lov 7rdo/n und einen :tf'/i nritoTdanug ).6yoi an die Kaiserin Mamäa. Agg der- 
jenigen der xe(fd).cna y.niii l'aiov: JG wy nn, Hermathena 6, 397/418. 7, 137/.50. Vg. AdHarnack, 
TnU 6ni, 121/33. ThZahn, Forsch. 2ii, 973/91. Agg (bzw. Übss) der übrigen: PdeLagarde, 
AnS 79/^. 87/91. PMartin, AnSacr 4, 3B/51. 54/57 (306/20. .■;2,3/26). G Krüger, Gütting. Gel. 
Anzeigen 1905, 27f. Übs aller: FSchultheß bei GNBonwetsch-HAchelis, Hippolytus. 
Werke 1 (Brl 1897) i, 34.3/74. u, 183 94. 251/4. 267/71. 

') Hs: BrM 825fAdd 12165. JIOISIO». Ag: AnSacra 4, 57/61 (326/29). 

*) Hss: BrM 54(Add 14434. f&n,79 8.Jh). Dijarb 36.12. Jh). ' Agg: PdeLagarde, AnS 
83,7. PMartin, AnSacr 451/4 (320/3). Übs: FSchultheC bei Bon wetsch- Achelis a. a. 0. 
In, 127;5.3.. ») 'Ai § 17. ") Hs: VtS 58(11584/6)12». Ag von Anfang nnd Schluß: BO 3i, 
27 f. ') ChrS 1, 159. "Ai S 15. 

«) 'A5. Timotheos L (OC 3, 12/5). Vg. KatWright 4.36f. WLüdtke, 0C= 3, 264/6. Ob 
eine Angabe ihres Bestandes vorliegt, wenn ChrS den Nachlaß des G. auf 49 Stücke (maqälah) 
über verschiedene Gegenstande i^nd 153 über sich selbst und über die Arianer beziffert? 

») Hss von 31 Nrn(66 96 des gricch. Bestandes,: BrM 1003 (Add 17209. 9. Jh)4'', von .37 Nrn, 
womnter 8 von Basileios an G. hinter dem zweiten Teile allerdings einer jüngeren Übs der Beden: 
556{Addl4.')44.8,9.Jh), einzelner: 768(Add 14618. 7/8. Jh)4». 785(Add 12167. .1875/6)12''. 815(Add 
14726. füll/8ü. 10. Jh). 

">) Hss von 17 Reden (am Ende unvollst.): BrM 560(Add 17146. 6/7. Jli), des Schlußteils einer 
nur zweibändigen Sammlung: 559(Add 18815. 9. Jh). — In der letzteren (6°) auch ein apokryphes 
Glaubensbekenntnis des G., eine Kompilation aus der ecbten Bekenntnisformel des ü. Thauma- 
tnrgos und der ihm unterschobenen aiJoUinaristischen xnt« fitijo^ niinn. Agg: CPCaspari, Alte 
n. neue Quellen zur Gesch. d. Taufsymbols u. d. Glaubensregel (Christiania 1879) 8/10. PMartin, 
AnSacr 4, 81 (345 f.). '■) 'Ai: „Fragen au Kaisar<ios>''. ") 'Ai. 

") Hss: BrM 565(Addl455Ü.6.Jh)II 1<'.2», des 2. Briefes: 753 (Add 14612. 6/7. Jh) 32». 



78 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologisehen Kämpfe. § 12be] 

Theopaschiten"' *) ideutiscli sein, deren neben den jambisthen Gedichten -| außer- 
dem noch gedacht wird. 

c) Von liasili'ios ^) wird zwar die Schrift über den Hl. Geist durch die 
späteren nestorianischen Zeugen nicht genannt. Doch läßt sich gerade für sie 
bezüglich einer von zwei verschiedenen Übss die Textesüberlieferung anscheinend 
unmittelbar bis ins 5. Jh zurückverfolgen.') Ein gleiches gilt für die Ubs der 
wie in der auszüglicl>en lateinischen als einheitliches Korpus von „Fragen der 
Brüder" auftretenden beiden Mönchsregeln. ^) Wie dann aber bei dieser, so be- 
gegnen sich nestorianische Bezeugung und eine Erhaltung durch die BibUotheks- 
schiitze des monophysitischcn Skete-Klosters weiterhin bei denjenigen der auf 
syrischem Boden für eine Mehrzahl von Behandlungen des Gegenstandes vorbild- 
lich gewordenen 9 Homilien über das Sechstagewerk , *J der 3 BB. gegen 
Eunomios ') und eines gewissen Bestandes von Briefen.") Ein solcher ..zahl- 
reicher" Reden, den die nestorianischen Quellen unter besonderer Hervorhebung 
solcher über „das Fasten und das Gebet" bezeugen,*] braucht keine anderen als 
die in der monophysitischcn l'berlieferung tatsächlich erhaltenen Nrn umfaßt zu 
haben,^") unter denen auch die Abhandlung über das Studium der heidnischen 
Literatur durch die christUche Jugend erscheint,") und auch speziell von der 
homiletischen Erklärung ausgewählter Psalmen '-) haben mehr als die zwei hier 
greifbar werdenden Stücke '■'^j möglicherweise die Nestorianer nicht gekannt. Da- 
gegen ist eine syrische Rezension der B.-Liturgie,^*) die selbständig neben die 
byzantinisch-griechische, die in griechischer und koptischer Sprache vorliegende 



M 'Ai. •) Ob auch vou diesen eine Übs schon des ö. Jhs später in Händen der Nestori- 
aner fortlebte, scheint dahingestellt bleiben zu müssen. Entsprechend wäre erst festzustellen, 
welcher Text der Beden vorliegt in den Hss einzelner: BrM 732 lAdd 17144. 6. Jh).3''. 757 (Add 14546. 
7.Jh)3». 763(Addl8803. 7.Jh.l». 795 (Add 14606. 9. Jhi 6». Über das Vorkommen solcher in jako- 
bitischen HomiUarien \g. § 42b. =) CbrS 1, 51. 'Ai § 13. ♦) Hss: BrM 546.Add 1714.H.5Jh?), 
zu Anfang n. Ende nnvollst. 547 (Add 14542. J 509). 550 (Add 14543. 6. Jhl 4". Benützt sind sie von 
CFHJohnston in seiner Sonderag des griech. Textes (Ox 1892). 

') ChrS: „B über d. Leitung d. Mönche". 'Ai: „Gedrängte (?) Fragen", was zunächst auf 
die Spot xar l:xirour;i' ZU gehen scheint. Hss: BrM 532(AdJ14544 5 6. Jh). 533(Add 14.545. 6. Jh). 
VtS 122 (J 769) IV. 126 (J 122.^). 370 (Abs aus 122), nur der Vorrede der 5oo, y.arä:t)Aio;: BrM 
795(Addl4601.9.Jh)5»a. 812 (Add 14183. 10. Jh) 7» a. Über Übss weiterer asketischer Stücke jinter 
dem Namen des B. § 25 h. 

•) Hss: Sin 9 (9. Jh) am Ende unvollst. BrM 546(Add 17143. 5. Jh?): Hom. 8 n. Bruchstücke 
von 7 o. 9. ') ChrS. Hs von Bruchstücken des 2. Bs: BrM 549 (Add 14635.8 9. Jh). 

«) Hss einzelner : BrM 727(Addl2150. fol81/254. J533,4)7<'. 742(Add 12166. foll, l.i4. 6. Jh"t3''e. 
747 (Add 14607. 6,7. Jh) 4". 753(Addl4612 6,7.Jh)18°f. 770(Addl4617.7,8. Jh)4''a.ll''. 789(Addl7192. 
9.Jh^7<'. 795 (Add 14601. 9. Jh) 20». 822 1 Add 17185. 10,11. Jh) 20a. VtS 126 ( J 122.S) XII». ßrl 128 
(Sach352. 13.Jh)fol93,7, einer Auswahlsammlung von Briefen von und an B.: BrM 732(Addl7144. 
6.Jh)2<>/4». ") ChrS. — "Ai : „ausführliche". 

") Hss: BrM 550. 1°. 2". 5»/9"'. 551 (Add 17186. 6. Jh). 732. 1». 742. S^a/d. 753. IS'a'e. 795. 
bohjg, einzelner: 546. 3». 4". 728(Add 14610 J511)2'>. 757(Add 14546. 7.Jh)l<>. 770(Add 14617. 
7/8.Jh)2'>. 795. 13». 825 (Add 12165 J 1015) 16». 20», wchl unechter: BrM 763(Addl8813.9. Jh)?». 
Über B.-Predigten in jakobitiscben Homiliarien vg. § 42 b. 

") Hs: BrM 550. 3». '=) ChrS. ") Zu Ps 1 und TeU von 64 („und gegen d. Wucherer"). 

'*) Hss möglicherweise: VtS 159(vor J1294;5). JerMkl 10 (J 1427,8) 8». Fr 76(Anc fondsöS. 
16. Jh). 18». VtS 30 (J 17141. CmbrAdd 2917 I (16. Jh) 3». 2887 (J 1813) 16». DamJakPfk 4 il7 8.Jh), 
(maronit.): VtS 297 (18. Jh) 16». 414 (18. Jh) S. 68. Übs: AMasius, Moses bar Cepha de paradiso 
(Antwp 1569) 235/54. Ren 2, 543/56. Ein MS 155/67 als Anaphora des B. gedruckter syrischer 
Test hat mit dem wirklichen syrischen B. -Formular nur das hier in arabischer Übs gebotene, 
auf ägyptischem Boden (Ren 1, 62 f.) auch im griechischen Original erhaltene erste Gebet gemein 



S 12 cd Gregorios v Nazianz. Basileios. Gregorios v Xyssa. 79 

ägyptische und eine altarmenische Gestalt des ehrwürdigen Formulares tritt, ihnen 
überhaupt unbekannt geblieben, und eine B. beigelegte ..Gescliichte Josejjhs und 
seiner Brüder" ') ist gewiß ein original syrisches Erzeugnis erst späterer Zeit. 

d) Von Gregorios v Nyssa ') wird ein sicherer Kreis von Schriften, für die 
dem nestorianischen Zeugnis der Befund alter monophysitischer Textüberlieferung 
entspricht, durch die homiletischen Kommentare zum HL,'') den Makarismen 
Mt ö, 1 — lU ') und dem Vaterunser*) und die Abhandlung Titgi. y.aTaaxevr~g 
&rd-Qil)Tiov'^) gebildet. Dazu scheinen sich noch der u7ri)XnYi]ti/.hg mgl r/jt; i^uijf.tf'Qi)v') 
und der Dialog mit Makrina über die Seele und Auferstehung *) zu gesellen. Von 
einem ,.großen B der Reden"^) bzw. den Festpredigten, '") neben denen die 
nestorianische Bezeugung die Leichenrede auf Melitios ausdrücklich hervorhebt,'') 
treten wenigstens einzelne Nrn in jakobitischen Hss auf.'') Eine Mehrzahl von 
Reden oder Abhandlungen ,.über den Glauben"' '^) könnte auf monophysitischer 
Seite in dem Aöyog xai»;;(i,r/zot; ö fifjag^*) und den beiden trinitarischen Traktaten 
an Äblabios und Eustathios"') wiedererkannt werden sollen. Nur hier begegnen 
allerdings das Schreiben gegen ApoUinarios an Theophilos v Alexandreia,'") Bruch- 
stücke der Schrift 7ie(>i ncio^tviag^'') und ein auch direkter Nachhall der 13 BB 
gegen Eunomios,'*) während umgekehrt Briefe '*) und die Schrift .TQbg"E'/.'/.r]vag Ia 
%ü)v xnivwv ei'vouüv-") nur auf nestorianischem Boden genannt werden und eine 
Erwähnung „zahlreicher Fragen" des G. ^') auf eine eigentümliche Kleinliteratur 



und ist weiterhin mit einem unter dem Namen des Monopbysiten Philoxenos (§ 23 c1, überlieferten 
identisch. Ein Vorliegen desselben Befundes auch in einzelnen der genannten Hss liegt stark 
im Bereiche der Möglichkeit. 

') Hss: Brl 74 (Sach 9. J 1695) 6». BrMOr 2316 (17/8. Jh). 4528 (J 173fi/7j. Pr 309 (J 1869) 
2», wahrscheinlich auch: Pr 234 (Anc fonds 143. 13. Jh) 27». Urm 92 (J 1727/8). 47 (J 1865). Ag 
des ersten Teiles: M Weinberg, B. d. Gr. Gesch. Josefs sjr. u. deutsch n. e. Berl. Hs mit Aiimkk. 
(Diss. Halle 1893). des zweiten: S WLink, D. Gesch. Josefs angebl. verf. v. B. d. Gr. ans Cäsarea. 
N. e. Hs. d. Kgl. Bibl. in Berl. Teil II (Berner üias. Brl 1895). Zu der ersteren vg. E Nestle, 
Theolog. Litzt. 19, 241 f. -) ChrS 1, 159. 'Ai § 14. '} H.<s: VtS 106 (B. Jh?) 17°/:!3° niit vor- 
gesetztem Pesittä-Text des HLs und dem interessanten Briefwechsel zwischen dem Übersetzer 
nnd dem gleich ihm Unbekannten, der ihn zu seiner Arbelt veranlaßte, wozu soeben das Bruch- 
stück einer Srhwesterhs im Buchhandel (KWHierseniann, Lpz) auftaucht. Sin 19. Dijarb 20 (12. Jh), 
von Bruchätücken: BiM 565(Addl4635. foll/4. 6. Jh), von Azz aus Hom. 16: BrM 812 (Add 17183. 
10. Jh) 11". 12", dahinter desjenigen eines Symmachos: Dijarb 20. Ag von Stellen des Brief- 
wechsels: KatAssemani 3, 44 f. 

*) Hss: BrM 564 (Add 14550. 6. Jh) 2". VtS 106. 7"/14», von Azz aus Hom. 1 : BrM 812. 15". 

») Hss: VtS 106. 2°/6''. BrM 564. 1", von Hom. 2 n. Teilen von 5: 770. 3°, von Hom. 1 
u. 5: 793(Addl4601.9.Jh).3<'. Ag von Nr 1 nach VtS 106: PZingerle, MonS I, 111/16. 

«) Hs: VtS 106. 15°. 16». ') Hs von Bruchstücken: BrM 787 (Add 17196. 9 Jh). Vg. '.^i: 
„B der Naturdinge". ') ChrS: „<B> der Seele u. der Auferstehung". 'Ai: „<B.> der Auferstehung 
n. an seine Schwester". Hs von zwei kurzen Azz: BrM 861 (Add 17193. J874) 16». 122». Ein 
zweites „<B> der Seele" bei 'Ai beruht miiglicherweise auf einem Mißverständnis. ") 'Ai. 

'») ChrS. ") ChrS. Hss: BrM .566(.A(ld 12163. fol3Ü5/ll. 7. Jh). 825 (Add 12165. J 101.5) 104». 

'•') Hss abgesehen von jakobitischen Homiliarien (vg. 842b): BrM 789iAdd 17192.9. Jh) 14». 
885(Addl4739. fol 1/6. 12.Jh) 1». Die Rede auf Gregorios Thaumaturgos unter dem Namen des 
ö. v. Nazianz: BrM 564 (Add 14.550. 6. Jh) 3» und anonym: Brl 26 (Sach 326. J 740/41). ") ChrS 

•*) Hss: BrM 730 (Add 14.597. J. 569)1° nnd von Azz 863 (Add 14538, 10.Jh)2°g. Ein Az aus 
einem Kap. 31 einer „Rede üb. d. Glauben": 836. 2»b. 

">) Hss: BrM 768(Addl4618.7/8.Jh) 13», nur des ersteren: 815 (Add 14726. fol 1/86. 10. Jh)9»a. 
857(Addl215.5.J746/7?)XVII°. ">) Hs: VtS 106 (6. Jh) 1». '^) Hss: BrM 787. 2». 815. 2»b 

'*) Hs eines Azs aus B 11: Br.M 861. 67». Über syrische Scholien zu dem Werke vg. § 43f. 

") ChrS. ■•'») 'Ai: „B gegen die Heiden". ") Durch 'Ai. 



80 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kiimpfc. § 126] 

wolil durchweg original syrisclicr Gesprächsbücher zu bezielien ist, die ihn Fragen 
seines Bruders Basileios über Bibelkuiide, Dogina, Legende, Liturgie und Kirchen- 
zucht beantworten läßt und mit ihren Anfangen bis ins 9. Jh hinaufreicht.') 

e) Von (Jhr.vsostonios -'j sind es zunächst die großen exegetischen Homilien- 
reihen zu Mt,^) Jo *) und den Paulusbriefen,^j die gleichmäßig auf nestorianischer 
Seite Erwähnung und auf monophysitischer eine bis ins 6. Jh hinauf zu ver- 
folgende Textüherlieferung finden. Jn nicht wesentlich jüngeren Hss liegt sodann 
mindestens bruchstückweise auf der letzteren auch fast alles Übrige vor, wovon 
auf der ersteren eine Kunde sicher oder möglicherweise sich feststellen läßt. In 
Betracht kommen die (i BB über das Priestertum,") die 12 Homilien gegen die 
Anomöer, die mit Bestimmtheit in einem Werke ..gegen die Häretiker" wieder- 
zuerkennen sind,") die beiden Täuflingskatechesen, an die man bei einem ,.B über 
die Taufe" zu denken geneigt sein wird,*) die 8 Homilien ,.gegen die Juden" *) 
und die an Juden und Heiden gerichtete Abhandlung über die Grottheit Christi,*') 
zwischen denen man bei einer ..Rede gegen die Juden",") die drei BB an Sta- 
geirios''') und die Trostschreiben des Verbannten an die Heimat, '■') zwischen denen 
man bei einem ,, B der Tröstungen", den beiden BB n£Ql ■/.aravv^tws **J und den 
Mahnungen an den ,.gefallenen" Theodoros,'^) zwischen denen man bei einem 
„Briefe über die Buße" scheint wählen zu sollen, sowie außer einer Sonderüber- 
lieferung der 8. Hom zu Mt '"j vielleicht noch eines der beiden Briefe an Papst 



') Hss: BrM 782(Ad(112171. ful55;68. J832/3). Brl 198(Sach352. 13 Jh)fol92r<'. CmbrAdd 
2023 (13. Jh) 32». Dijarb 113 (16. Jh) 12». N-Dsem 142 (J 167S/9i 9». 93 (J 1682/.3) 4°. 82 (J 1894i 3». 
Urm 169 (J 1708/9), von Kars-Texten z. B.: Brl 274(Saeh45.J 1823/4)3». 256(Sachl9. J1802)BV 
Vg. KaiSachau 742 f. 782 f. ^) ChrS 1, 207. 'Äi § 16. 

') Hss von Hom. 1/32 (mit Lücken): BrM 5S2| Add 12142. follOS/242.6.,Th), 1/16 (zu An- 
fang unvollst,): 583 (Add 14568. J 557) 3, 7/18 (mit Lücken, nrspriingl. 1/20): 584 (Add 14560.6. Jh), 
16/32 (jetzt ohne die Partie vom Schluß 24 bis Anfang 32 und mit Lücken in 18): 5'*5(.\dd 14659. 
6. Jh), von einzelnen bzw. Azz: 597(Addl4567. 6.Jh)5« 7». 738 (Add 17166. 6. Jh) 6°. 8°. 753(Add 
14612. 6/8. Jh) 22». 81»d. 812 (Add 17183. 10. Jh)l»a. 603 (Add 17267. foll/8. 13. Jh). 848 (Add 14727. 
13.Jh)8«. 

*) Hss von Hom. 1/29. 35/43 (mit Lücken in 1, 2, 29, 35): BrM 586(Addl4561. 6.Jh\ 60/88 
(= „Teil 2"): 587 (Add 12169. 6/7. Jh) bzw. (ohne 62 und mit Lücken in 60, 61, 63): 588(Addl4562. 
7/8. Jh), vom einzelnen bzw. Azz: 753. l»fgn. Sl^e. 848(Äd(l 14727. 13. Jh)S»h. 

») Hss von Homilien zu 1 Kor. 20,.S3 (mit Lücken): BrM 589 (Add 14563. 7/8. Jh), 1 Kor 
34/44 („Band 3-'): 590(Add 12160. fol 1/108. J584), zu 2 Kor: 591 (Add 14564. 6/7. Jh). 592(Addl2180. 
6/7.Jh). Eph: 593 (Add 14565. 6/7. Jh). Pr 69(Sappl30.J 614/5), Phil (bruchstückweise): BrM 594 
(Add 14566. fol 1/88. 6. Jh), Kol, Tit (bruchstückweise): 595(Add 14566. fol 29/1 12. 6/7. Jh\ Thess: 
596(AddlU52.J593), von einzelnen und Azz: 597. 6». 753. l'abijmop. 31»a. 795(Addl4601. 
9.Jh)9»e. 846(Add 17267. fol23/33. 13. Jhil«. S60(Add 12154. 8,9 Jh) 12». Ag von Hom. 41 zu 
1 Kor: PBedjan, S. Martj'rii qni et Sahdona quae supersuut omnia (Pr 19ü2) 870 f. 

«) Hss von B 1: Brll 753. l"e, Az/, aus B 3: 753. l"k. aus B 4: BrM 864 (Add 17191. 
9/10.Jh)30»b, aus B 6: 861 (Add 17193. J 874) 13», ohne B-Angabe: 800(Add 18817. 9. Jh)3«b. 861. 
14». 'j ChrS. Hs von 5 Nrn (,.über die Unbegre fliclikeit Gottes"): BrM 597(Addl4567. 6. Jh)l°. 

*) 'Ai. Hs einer der beiden Katechesen: 84s (Add 14727. 13. Jh) 8" m. ») Hs eines kurzen 
Exzerpts : BrM 781 (Add 1462.3. J 822/3) 5°d '») Hs : BrM 761 (Add 14604. 7. Jh) 1». ") 'Ai (wie bei 
aUen fulgendun Titeln). '^) Hs: BiM 597. 2». 

") °Oti Tor iaviör iiij dSiy.ovVTU oiStti Ttannßi.äil'ni Sviarai. Hs : BrM 753 (Add 14612. 6/7. Jh) 

l°c. Brief an Ohalkidios (Pü 52, 664). Hs: BrM 753. l»a. Der uneclite Brief an Kyri<ak>os 
liegt syrisch vor: BrM 812(Add 17183. 10. Jh) l»c, '*) Hs: BrM 8l2(Add 171h3. 10. Jh) IM. 

'») Hss: Vt 107 (7. Jh) 8», des Anfansijs von B 1 : BrM 901 (Add 14669. 10. Jh). 812(Add 17183. 
10. Jh) l»d, des Schlusses davon: 899(Add 14670. fol 1. 6/7. Jh\ '«) "Ai und tatsächlich in der Hs: 
BrM 812. l»a. 



[§ 12 ef Gregorios v Nyssa. Chrysostomos. Athanasios. gl 

Innocentius.^j Endlich verrät sich eine Bekanntschaft nestorianischer Kreise 
selbst mit den Einzelpredigten des Goldmunds besonders auf bestimmte Tage des 
kirchhchen Festjahres, '^j die späterhin einen Hauptbestandteil jakobitischer Homi- 
liare bildeten.') Über diese Homihare hinaufführende Texte einzelner oder 
kleiner Gruppen von Predigten erhärten denn auch hier eine alte monophysitische 
Textüberlieferung, wobei allerdings frühzeitig unechtes sich dem echten Gute 
beimischte, aber auch im Original verlorene echte Stücke sich erhalten zu haben 
scheinen.*) 

f) Von Athauasios*) kennt nestorianische Tradition nächst der Biographie 
des Antonios"! ausdrücklich die Apologie seiner Flucht und das Schreiben an 
Epiktetos, und mindestens das letztere') liegt gleich demjenigen an Adelphios*) 
in monophj-sitischer Textüberheferung wirklich syrisch vor. Wenn man sodann 
auf nestorianischer Seite von weiteren ..Briefen" des großen Alexandriners und 
von seinen ,.Reden über den orthodoxen Glauben" wußte, so könnte bei dem 
letzteren Ausdrucke füglich u. a. an den /.o/Oi,' 7i£()l t»;^; Ivav.^pwrr/j'fffWi,' toü 
Ao'yoj;*) zu denken sein, der in jener Überlieferung neben dem zutreffend als 
selbständige Schrift gewerteten sog. 1. B. gegen Apollinarios '") steht. Bei den 
ersteren aber drängt sich ohne weiteres der Gedanke an die Festbriefe auf, von 
denen sich auf monophysitischer Seite eine alte Übs, wenn auch unvollständig 



') Nach BO 3 1, 29 statt des bei " Ai überlieferten : „au Justinianns'^. *) ChrS. 

') Hss eiuer SainmlaDg vun 113 Xm: BrM 825 (Add 12165. J 1025), einer Auswahl von nur 
16 Nrn: 814 (Ad.l 14725. füll /yö. 10 Jh). mehr oder weniger trümmerhafte: 835 (Add 14739. fol 1/6. 
12.Jh). 848(Ad(n4727. 13.Jh). Brl 28(Sach220. 8 9. Jh). VtS 368. 369 (beide wohl nnr weuig 
jiiutrer als die vorige). 253. 

') Hss kleinerer Samuilnngen vermischter oder einzelner Homilien anch exegetischen Inhalts : 
VtS lOg^Vor J691;2i2°10". 17». 107 (7. Jh) l^". BiM 755iAddl460.\ J652;.3)l». 4°. 7.57(,Add 
14546)2°a,d. 760(Add 14608. fol 98/124). 761 (Add 14601)1". 3" sämtlich des 7. Jhs. 769(Addl4531. 
7 8. Jh) 2». H». 798 (Add 14535. 9. Jh) 6». 598 (Add 17212. 9/10. Jh). 831 (Add 17206. 11/2. Jh) 10", 
835(Addl4739. fol4. 12.Jh), auch oder auiSchlieUich von Azz: 751 (Add 14603. 6/7. Jh) 4°. 753(Add 
14612. 6/7. Jh)l". 31". 795 (Add 14601 . 9. Jh). 808 (Add 14579. J 913) 5", speziell über Ps äO (51): 
747.Add 14607. 6/7. Jhll". 812i Add 17183. 10. Jh)20''. 813i Add14611. 10. Jh) 14". 826 (Add 17180. 
ll.Jh)9". Ag der Homilie über das Almosen (PG 60. 707 12) nach VtS 109: PZingerle, MouS 1, 
117,23. Interessant sind wegen ihres Verhältnisses zu ebensovielen, dann fälschlich wieder unter 
den Xamen des Goldmundes gestellten Predigten des Xestorios drei Reden über die Veisuehnng 
Christi, zu denen sich eine solche über die Menschheit Christi gesellt. Hss der Reden über die 
Versuchung: BrM 598. 4» VtS 253. 5", der zweiten und dritten: BrM 306 (Add 14513. J893) 11". 
848. b»ij, der Rede über die Menschheit Christi: 598. 3». Ag: FNan, PO 13, 114/75, des 
griechischen Textes der PG 61. 683/88 zu einer einzigen unter dem Namen des Ch. zusammen- 
gefaßten Predigten des N.: Uers., Xestorins. Le üvre d'Heraclide de Damas (Pr 1910) 338/58, 
ihres Tcxtüberschusses über Ps.-Ch.: Ders., ROC 15, 103/9. Merkwürdig durch ihre Beziehungen 
zum Diatessaron ist eine mindestens in ihrer vorliegenden Gestalt original syrische Karfreitags- 
predigt unter dem .Namen des Ch. Hss: Katalog KWHiersemann 487. Nr 255a (8,9. Jh) 14". VtS 
369. fol 122» 24». BrM 8i5. 80". Ag und Übs mit eingehender Untersuchung: MKmosko, OC 
3, 90 125. Sicher zu Unreiht dürfte Ch. auch eine kurze Erklärung der Tauf- und eucharistischen 
Liturgie beigelegt werden. Hss: Aus dem Privatbisitze Prof. PNeumanns in Wien = Katalog 
KWHiersemann 487. Nr 2.i5b (J 882) 13» b/.w. in Sarfah (J 12.334). Ag mit Ibs: IgnERah- 
mani, I fasti della chiesa patriarc. Autiocheua iR 1920) X/XIII. 

») "Ai § 12. Bickell 51f. •) Vg. unten S 13a. i. 'l Hs: BrM 758(Addl4537. 7. Jh)2» 
Ein Zitat (ob gerade dieser Übs?) schon bei Philoxenos: vg. BO 2, 28. KatWright 528. 

») Hs: BrM 769(Add 14531. 7/8. Jh)7". » Hss: VtS 104 (J 5641 1". 360 (Ab.s d. vorigen) 1". 
'»; Hss: BrM 763 (Add 18813. 7. Jhj 2°. 769. 14°. 

Baain!<tark. Gcscbicbte der syrischen Literatur. 6 



82 nie Literatur bic zum Zeitnlter der clin!ttolo|B^gchen Kämpfe. g 12fg] 

gleichfalls erhalten hat.') Es erscheint mithin durchaus angängig, auch hierüberall 
Erbstücke noch der Zeit vor der endgültigen konfessionellen Zerklüftung der 
syrischen Christenlieit zu erblicken, und nicht jünger braucht auch die I'bs der 
Schrift über die Jungfräulichkeit zu sein.-) 

g) Die i'bs einer jrriecliischeii Kaiionessanimliiii!; wurde schon 419 20 
durch die Synode des K Jahbdi allähii als offizielles kirchliches Gesetzbuch der 
persischen Christenheit rezipiert.*) Sie enthielt hinter irgendwelchen angeblich 
apostolischen öia Tät'f't; die Kanones des allgemeinen Konzils von Nikaia und 
der orientalischen Lokalsynoden von Ankyra, Neokaisareia. Gangra, Antiocheia 
und Laodikeia. Man wird sie in dem Grundstock einer Sammlung wiedererkennen 
dürfen, in der nach einer in 51 rM.oi angeordneten sachlichen Inhaltsangabe einer 
verhältnismäßig noch freieren Übs der Apostolischen Kanones und der als 
,.Kanones der Apostel durch Hippolytos" eingeführten Kapp. 28, 3034, 42 46, 
32 § 1/7 des 8. Bs der Apostolischen Konstitutionen eine solche ursjirünglich 
nur der nicänischen, konstantinopolitunischen und der Kanones der Lokalsynoden 
sich anschließt. Jn der Folgezeit um ein oder zwei ephesinische und die diszi- 
plinaren Kanones von Chalkedon vermehrt, hat diese in monophysitischer Über- 
lieferung fortgelebt.*! Jn nestorianischer ist sie durch eine wörtlichere Über- 
tragung nur der Synodalkanones und ein auch arabisch und äthiopisch auftretendes 
selbständiges Korpus pseudoapostolischer Bestimmungen ersetzt werden. Die 
erstere ist 500/1 in i\Iabbög(h)-Hierapolis entstanden.*) Das letztere wird erstmals 
allerdings erst durch den arabisch schreibenden Nestorianer Elija al-Gauhari. 
M von Damaskus (seit 15. 7. 893) bezeugt und umfaßt unter dem Gesamttitel 
zweier ..Synoden der Apostel" eine näherhin als ,.Lehre'' derselben eingeführte 
Schrift über gewisse von ihnen augeblich nach der Himmelfahrt des Herrn 

') Hs: BrM 532(Äddl4569.8. Jh). Eiuleitung nnd 20 Nrn, die letzte unvollst-, aus den 
JJ 329/48. Agg: WCnretou, The festival letters of A. (Lo 1848). AMai, Nova Patrnm 
Bibliotheca 6i (R 1853) mit lat. Übs, deutsche von FLarsow, D. Festbriefe des hl. A. Bischofs 
V. Alexandria. ans d. Syr. übersetzt ii. durch Aumkk. erläutert (Brl. 18.Ö2), engl.: von HBurgess 
bei EBPusey, Library of Fathers of the Holy Catholic Church (Ox 1854), lat: PG 26, 1351/444. 
Vg. ESchwarz. XGWG 1904. 333/56. FLoofs, SbPAW 1908, 1013 22. Dazu Hss eines Briefes 
an Jungfrauen, die nach .Ternsalem gewallfahrtet waren: BrM 74? iAdd 14607. 6/7. Jh) 7*8. 948 
(Add 14651. 1850)5» und eines nicht näher bezeichneten Briefes: Urm 38 (J 1885) 9". 43 (J 1813) 
44 (J1826) 2". ä) Hss: 747. 7'>b. 949 (Add 14650. 6/7. Jh) 22» (unvollst.1. 950(Add 14649. fol 1/17. 
it.J^ö". 795(Aadl4501.9.Jh)3»(unvo)lst.). Ein Stück über die Taufe in der Hs: BrM 848(Add 
14727. 13. Jh)3''. Über den Ps.-Kommentar und den Brief an Markellinos vg. g 25g. 

') SynOr 38 (277 f.i bzw. OB rann, D. B. d. Synhados 38 f. Das Fehlen der Kanones des 
II. allgem. Konzils von Konstantinopel scheint die Entstehung der Übs selbst oder doch die 
Redaktion ihrer Vorlage noch in die Zeit vor 381 zu verweisen. *) Hss: BrM 907 (Add 14526, 

bald nach .1641). 857 (Add 12155. 8. Jh) XXVII» 1/13. Pr 62tSuppl29. 8/9.Jh)4»;13». 21». VtS 127 
(9. .Ih1. 353. 1°/12" (Abs von 127). VtB 148 (J 1576) 4»/12». 27°, unvoUständige : VtS 107 (7. Jh) 
170/28». BrM 908 (Add 14.526. fol 40/7. 8. Jh). 909 (Add 14527. 11. Jh) 1» 3». Ägg des pseudoaposto- 
lischen Teiles: PdeLagarde, Reliquiae iuris eccl. antiquissimae syriaee (Lpz 1856) 44/61, der 
Kanones von Nikaia, Ankyra. Neokaisareia: PMartin, AnSacr 4, 22433. (215/23), aller Synodal- 
kanones: FScliultheß, D. syr. Kanones d. Synoden von Nicäa bis Chalcedon. Abb. GWG* lOii. 
Übs von Azz: BHCowper, Siriac Miscellanies (Lo 1861) 1/5. 21. Vg. ESchwartz, D. psendo- 
apostol. Kircheuordnnngen (Straßb. 1910) 5 f., der irrig diese Übs derjenigen vom J äi.ül gegen- 
über für die jüngere hält. '') Hss: BrM 906 (Add 14528. fol 1/151. Autograph d. Übersetzers?). 
VtB 2 (J 1471/2) 2°. 3». 6»9». Seert 65. 1». 3»/6». 9». N-Dsem 90. Urm 24 (J 1886 nach Vorl. von 
1 438/9), unvollständige : BrM 856 (Add 14529. 7/8. Jh) 5°. Agg :FSchultheßa.a.O., einiger Stücke : 
OBraun, Syr. Texte üb. d. erste allgem. Synode von Kpel. in: Oriental. Studien ThNöldeke zum 
70. Geburtstag 413 78. Übs von Azz: BHCowper a. a. 0. 5/21. 34 43. 



l§ 12 h i'bs einer griechischen Eanonessammlang. Das syrisch-römische Bechtsbnch. 83 

erlassene Anordnungen und ihre Missionsgebiete, die Apostolischen Kanones und eine 
hier vielmehr gleich den beiden anderen Stücken auf Vermittelung des Klemens zurück- 
gefülirte leicht abweichende Rezension des Stoffes der Kanones durch Hippoiytos.*) 
h) Das sog. syrisch • römische Rechtsbuch-) ist eine für die Rechts- 
beratung kirchlicher Kreise Syriens angelegte Sammlung gesetzhcher Bestimmungen, 
die nach den drei allein in ihr namentüch genannten christlichen Kaisern sich 
ungenau als eine solche der „weltUchen Gesetze" bzw. der ^dr/.aiwuona~ .,der 
siegreichen Könige" Konstantinos. Theodosios (L) und Leon einführt. Mithin nicht 
vor der Regierungszeit Leons (457 '74). näherhin anscheinend nach 468 ins Syrische 
übersetzt, liegt sie abgesehen von einem armenischen, einem aus diesem geflosseneu 
georgischen und einem selbst wieder mehrgestaltigen arabischen Tochtertexte*! 
zugrunde und schon syrisch in ner verschiedenen Redaktionen vor. Von ihnen 
steht eine unmittelbar nur auf monophysitischem Boden greifbar werdende, augen- 
scheinlich ohne geradezu mit ihm identisch zu sein, dem ursprünglichen Wort- 
laute der Übs am nächsten.*) Von den drei ebenso ausschheßlich in nestorianischer 
Überheferung und hier meist eng miteinander verbunden auftretenden weiteren 
stellt die erste eine Epitome der monophysitischen dar. Die zweite ist dagegen 
eine unter Heranziehung anderweitigen Materials geschaffene erweiternde Bear- 
beitung, deren des Griechischen wenig kundiger Urheber eine besonders ausge- 
prägte klerikale Tendenz verrät. Eine Epitome wiederum dieser ist die dritte, in 
welcher die Sammlung auf einen »Bekenner Ambrosios" zurückgeführt wird, der 
sie auf Befehl eines „Königs Valentinos" hergestellt hätte.*) 



') Hss: VtS 129 iJ 133lr2) V. 128 3 1556 7) I'/V. 355 (Abs von 129). Seert 66 (15. Jh). 
VtB 52 (J 1468 oder 1779? . Pr üi fJ 1881'. BrMOr 4398 (J 1890 und wahrscheinlich auch die 
übrigeu des Xomokanons des Abfhdisö' vSöb;h)5, dessen Vorsatzstück die „Synoden" in den ge- 
nannten bUden. Ag: AMai. :^cript. Vet. nova coli. 10, 169,90. Vg. ABaum stark, OC 1. 108,13. 
127 f. Die „Lehre der Apostel" liegt, was das holie Alter auch ihrer Übs verbürgt, auch auf 
munophysitischer Seite in einem selbständigen Texte vor. in welchem sie frühzeitig in Verbindung 
mit der erzählenden .Lehre de.* Addai^ ■ § 5 b i getreten und zur Grundlage einer armenischen Weiter- 
nbs geworden ist. Hss des schlechthin selbständigen Textes bzw. eines Bruchstücks desselben: 
BrM 769fAddl4531.7,8.Jhi8'>. Brl 2ülSach 321. J 740 1)17°, des an die „Lehre des Addai" heran- 
gerückten: BrM 936(Addl4644. 5.6. Jh^2*, eines dementsprechend als Az „aus der Schrift des 
Addai" bezeichneten: Pr 62. 3°. VtB 148. 3°. Brl 20ö(Sach335. 18. Jh?l4''. Agg: WCureton, 
Aiicient Syriac Documenfcs 24.35(166/731. PdeLagarde. Reliqoiae inr. eccl. ant. syr. 33,44, des 
SchloÜteües auch: IgnEBahmani. StS 6 f. (5 f.). Übs: FXau, Ancienne litterature canoniqne 
syriaqne . . . Fase. P :Pr 1912) 223/34. Versuch einer Rekonstruktion des Originals: PdeLa- 
garde, Bei. usw. graece 89/95. Ag der armenischen Übs: .TDashian. Wardapetut(h)iun 
Arak(h)eloz. Anvawerakan kanonaz mateanz (Wien 1896j 290,358, 

*) "Ai § 190. BO 3:, 267 Ak. 6. 278. 338f. 351. HBrnns-ESachau, Syr. - römisches 
Rechtsbuch (Lpz 1880 1 153,33s. M Voigt. Berr. üb. d. Verb. d. Sachs. Ges. d. Wissensch. Phil.- 
hist. Cl. 45. 21027. LMitteis, Reichj^reeht u. Volksrecht in d. östl. Provinzen d. röm. Kaiser- 
reiches (Lpz 1891 1. Ztschr. d. Saviguystift. f. Reehtsgesch. Roman. Abt. 25, 284,97. CFerrini. 
Ztschr. d. Savigny-Stiftnngf. Rechtsgesch. 23, 101,43. Wright 957. DuvaP 172,5. DHMülier, 
WZKM 19, 139 "95. ESachau, Syrische Rechtsbücher 1 iBrl 1907) VII,'XX. 

') Der armenische, dessen älteste Hb aus dem J 1328 stammt, scheint gegen Ende des 
12. Jhs entstanden zu sein, der erstmals in einer Hs vom J 1.S25 vorliegende arabische findet 
seinen frühesten Zeugen an dem Nestorianer Abül-Farag 'Abdallah ihn at-Tajjib (f 1043). Agg. 
beider ßruns-Sachau 95/141 (115,50^ bzw. 68,94 (75/114). ') Hss: BrM239(Addl4528.6.Jh). 
P^112(SQppl38.J12389J46^einesunvoUständigen Textes: BrM 1002 (Add 18295. J 1602,'3) 5°. Agg 
(mit Übsi des Textes der ältesten Hs: JPNLand, AnecdS 1, .3iJ64 (128,55) der drei Texte: 
Bruns-Sachau, 3,36 (3,40), 39,67 (44/74) und 37f. (41/3). 

»I Hss: X-Dsem 90 (vor 14. Jh) S'/S». Seert 65(17.«.Jhj25''.26''. VtB 81. 4». Mard 50. Vg. 

6* 



g4 Die Literatar bis znm Zeitalter der christolo^chen Kämpfe. § 13ab] 

§ 13. Besonders nachdrücklich machte griechisch-syribche l'bersetzer- 
tätigkeit sich frühzeitig auf dem speziellen Gebiete asketischen Schrifttums 
geltend, dessen Bedeutung eine um so überragendere werden mußte, je ent- 
schiedener das Münchtum die geistige Führung der ostaraniäischen Christenheit 
übernahm. Antonios, Ammonios, die beiden Makarios, Euagrios, 
Joannes v Lykopolis, Markianos, Neilos und Markos sind hier die 
Träger der Namen, mit denen eine die griechische Originalüberlieferung aufs 
bedeutsamste ergänzende umfangreiche Übersetzungsliteratur verknüpft ist, für 
die wieder fast durchweg ein Bekanntsein der Texte auch in nestorianischen 
Kreisen mit der Tatsache ihrer Überlieferung durch monophysitische Hss hervor- 
ragenden Alters sich verbindet. Auch die entsprechenden Erzählungsstoffe 
ägyptischer Mönchslegende sind mindestens erstmals zum Gegenstande 
einer Übertragung ins Syrische gemacht worden, noch bevor die Einheitlichkeit 
des christlichen Geisteslebens Mesopotamiens und seiner westlichen und östlichen 
Nachbargebiete endgültig durch konfessionelle Gegensätze aufgelioben war. 

a) .4ntonios ist in der griechisch-syrischen Übersetzungsliteratur asketischen 
Inhalts mindestens unmittelbar nur durch den ersten der sieben unter seinem 
Namen in griechischer Überlieferung erhaltenen Briefe vertreten.') Eine Über- 
tragung noch weiterer A.-Briefe ins Syrische würde sich nur in dem wenig wahr- 
scheinlichen Falle ergeben, daß eine mit demselben Stücke beginnende und 20 Nrn 
umfassende arabische Sammlung angeblich solcher ') auf eine syrische, nicht auf 
eine koptische Vorlage zurückginge.^) 

b) Der Name Amiiioiii(o)s*) verbindet sich in syrischer Überlieferung zu- 
nächst mit einer Schiclit erbaulicher Mahnschreiben an Mönche in deren Verfasser 
der von Athanasios zum B geweihte Ammonas zu erkennen ist, der in der Leitung 
der Asketengemeinde von Pispir das Erbe des Antonios angetreten hatte. Die 
19 in syrischer Übs vorliegenden Briefe pflegen dabei zu Sammlungen schwanken- 
der Zusammensetzung und Anordnung in einer Normalstärke von 15 Nrn zusam- 
mengefaßt zu erscheinen,^) während das arabische Korpus vermeintlicher Antonios- 
Briefe literarisches Erbe des Jüngers imter den berühmteren Namen des Meisters 
gestellt zeigt und im griechischen Originale unter demjenigen des Ammonas selbst 
nur ein Teil jener Briefe neben einigen Stücken anderer Art zutage getreten ist*; 



LMitteis, Über drei neue Hss d. sjr.-röm. Eechtsbuches (BrI 1905). Äg imit Übs): ESachau, 
Sjr. Eechtsbücher 1, 4 8,S. Der Schluß eines Azs der zweiten nestoriauiseheu Redaktion in der Hs 
C"mbrAdd2023(,13.Jh)l"). .\g: WWright, Notulae Syriac;ie (Privatdruck. Lo 1887)3/11. Dagegen 
ist Ibn at-Tajjib ein Zeuge der sonst nur in mouophysitischer Tberlieferung nachweislichen Be- 
daktion in einer noch besseren Textgestalt, als sie sogar die ältere Londoner Hs enthält. 

>) Hss: BrM T-27(Äddl2175.J534)3'>d. 779(Addl4621. JSO^iö». Brl 27(Sach302. 7.8. Jh;3«. 
VtS 123 (8. Jh; Vm". 376 (Abs der vorigen.) 2"». Pr 201 (Suppl34. 13. Jh)6». Ag: FNau. ROC 
14, 282,97. -j PG 40, 9y9;1066. '; Bruchstücke eines kopti.scheu Testes smd her.ius-egeben 
von EOWinstedt. JTSt 7. .ö40;.5. *) 'Ai S 42. 

■'^) Hss: BrM 727(Addl2175. J534)5». 812(Add 17183. 10. Jhj9». VtS 122 (J 769) V«. 126 
(J1223) XIl»; ,377. 2» (Abs der vorigen), von nur 9 bzw. 4 Nru: BrM 764tAddl4ö98. 9.JhiII". 7. 
7190 Rieh (13.Jh)29; des Schlusses einer Nrö und der Nr 6 einer Sammlung: 790(Addl7213 9. Jh)3» 
einzelner Briefe: 793 (9. Jh> 9». Katalog KWHiersemann 487. Xr 255a (S/9. Jhi3». Brl 198(Sach 
352. 13.Jli)fol97v''. Ag: MKmoskt., PO 10, 555/639. 

*) Agg: Antonios Jordan ites, Tor iaiov .Tarpoi i)/tü>y 'Afif4iotä imoTo/.ai .rä-ie, d.^o- 



[§ 13c Antonios. An)moni(o)s. Die beiden Makarios. 85 

Gleichfalls in syrischer Fbs liegt daneben über die im J. 377 erfolgte Hinmordung 
der Mönche des Sinai durch lieidnische Beduinen die Erzählung eines A. vor,') 
der mit einem Abba Ammon v Raithu zu identifizieren sein dürfte.^) 

c) Von den beiden Makarios werden durch die nestorianische Über- 
lieferung ohne genauere Bezeichnung einem ,.drei Bände" von Schriften „über 
den (Tugend)wandel", dem anderen Memre d. h. Reden oder Abhandlungen völlig 
unbestimmten Inhaltes beigelegt.*) In monophysitischen Hss scheint der Normal- 
bestand übersetzter Stücke des Agyptei-s durch die drei Memre „an die- 
jenigen, welche zur Lehre kommen" h. h. die Novizen des asketischen Lebens, 
„über die allgemeinen näi^ri der Seele" und „an diejenigerr, welche sich dem 
Wege der Wahrheit nähern",*) eine Paränese zur Buße^) und eine Folge von 
8 Briefen ^) gebildet zu werden, in der bald an erster, bald an fünfter Stelle das 
schon von Gennadius ') gekannte und in einer alten lateinischen Ubs erhaltene Send- 
schreiben ,.ad filios Dei" sich findet.^) Dem gegenüber wird der Höchstumfang 
des hier vielmehr dem Alexandriner Zugeschriebenen durch eine andere Dreizahl 
von Memre,") eine Reihe von sechs Briefen,'") die Beantwortung je einer Frage 
über das Gebet bzw. die Verführertätigkeit Satans") und ein Schreiben an eine 
gottgeweihte Jungfrau'^) bezeichnet. Doch schwankt bei einzelnen Nrn die Zu- 
weisung,'') und mitunter scheint überhaupt das Bewußtsein von der Verschieden- 
heit zweier gleichnamiger Autoren geschwunden zu sein. Ein M. schlechthin be- 



itTfAnunta rita nsw. »ff lo noüiror ixSiSoiTai (Jerusalem 1911). FNau, PO 11, 391/502 (mit Wort- 
register zur sjTischen .ig Kmoskos). 

') FCombefis, Illustr. Christi mart. lecti triumphi (P 1660j 88/132. Hs der syrischen Obs: 
BrM 952(Ad.ll4645. jgSS/G)?". '') Yg. FNau a. a. 0. 393 Ak. 1. 

') 'Ai § .37 bzw. 43. Xnf die ersteren dürften die Zitate von Briefen eines Abbä M. bei 
Ishäq von Ninive (§ 35d) Ag Bedjan 49.5. 500 zu beziehen sein. Vg. .TBChabot, De S. Isaaci 
Ninivitae vita, scriptis et doctrina (Löwen 1892) 70. 

*) Hss: BrM 727 (Add 12175. J 533;4)4''a/c. VtS 126 (.T 1223) III» 1/3. 121 (.T 1575/6) IP 1/3. 
376. 3° ^Abs einer der beiden vorigen). Cmbr Add 2019 (114.52)9», dazu der Memre I. II: BrM 
785(Add 12167. J875/6}IV°2.3, H". III". 797 (Add 18814. fol 103, 262. 9. .Th) 8» ab, des MemrS I: 753 
(Add 14612. 6/7. Jh)29»b. 762(Addl7173. 7. Jh)2»b. 752 (Add 14582. J 816)5° g-- 797.80c-«-. 7190 
Rieh. .33°. Brl 198(Sarh352. 13. Jh) fol5r»/6v°. 

») Hss: BrM 727. 4°d. 753. 29° a. 752. 5° a. 785. IV 4. 

•) Hss: BrM727.4°e. 797. 8°c«7V. VtS 122 (J 769) IIP 4/11. 126IX»l/8. 121 II» 4/11. 377 4°. 
der Nrn 2. 3. 5 dieses Bestandes: BrM 753. 29» cd, 2. 3. 1 : 762. 2"c/e, .5. 7: 806 (Add 14613. 
9/10. Jb) 13», 2. 3: 752. 5» bc. 810 (Add 14522. fol 37/45. 10. Jh) 4» bc. 817 (Add 14614. 10. Jh) 9° bc. 
842iAddl4728. foll/75. 1.3.Jh)3», einer abweichenden Sammlang: Katalog KWHiersemann 487. 
Xr 2.55a. 13°. ') De vir. ill. § 10. 

') Weitere Hss: BrM 785 IV» 1. 813(Addl4611. 10. Jh)4». 7190 Rieh (13. Jh) 33°. Brl 199 
(Sach 111. Vor J 13789) 8». Vg. ABanmstark, OC« 10, 1.30/2. »j Hss: VtS 122 IV» 1/3. 126 X° 
1. 2. 4. 376. 5» rAbs der vorigen), nur der Memre I. II: VtS 121 IIP 1/2, des Memrä I: BrM 
785 V''. 7190 Rieh .34°. Vg. auch Ak. 13. 

'°) Hss: VtS 121 IIP 3/8, der Nrn 1/4 dieses Bestandes: 122 IV°4/7, 1 und: 126 X»3. 5. 376. 5°, 
2 und 3: BrM 818(.4.dd 14637. 10. Jh)3°bc. Vg. Ak. 13. ") Hss: VtS 122IV»9.8. 121IIP9/I0.' 
BrM 818. .3» ed. Vg. Ak. 13. 

") Hss: VtS 122 IV° 10. 126 X» 6. 121 fol 105r» (im Kat. nicht vermerkt!). 376. 6°. 

") So stehen von gewöhnlichem Gute des Alexandriners in de« Hss BrM 797. 8''ccl','ie. 
VtS 126 1X0 9/10: die Briefe 2. 3 und dahinter die Beantwcirtiingen der beiden Fragen, BrM 
762. 2»a. 816. 4« a. 817. 9»a: Brief 2, 752. 5"f: Brief 3. 7.52. 5" d. 797. 8°c/..r: Mi-mrä I mit vor- 
wiegend dem Ägypter zugeschriebenen Stücken verbunden und umgekehrt BrM 818. 3»a Brief 8 
des letzteren an der Spitze sonst nur von Stücken des Alexandriners. Eine genauere Bezeichnung, 
welcher M. als Verfasser zu verstehen sei, unterbleibt mitunter nicht nur bei solcher Mischüberlieferung. 



86 ^ie Literatur bis zum Zeitalter der christologigcbeD Künipfe. §4(1] 

gegnet insbesondere auch als Träger des griechisch dem Alexandriner beigelegten 
Gespräches mit Engeln über das Schicksal der vom Leibe abgeschiedenen Seelen,') 
das die einzige Berührung der ganzen syrischen Tberlieferung mit dem griechisch 
erhalteneu M. -Schrifttum darsteilen dürfte. 

d) Für Euasrios') umfaßt eine überaus reiche syrische Textiiberlieferung ") 
zunächst alles durch die altchristlichen Zeugen Sokrates, Gennadius und den 
Verfasser der Historia Lausiaca als echtes Erbe des Pontikers Gesicherte: den 
allein von jeher im Original bekannten Movaybg /J ntgi TTgaxTi/.r^g in einer mit der 
griechischen zweiten Rezension zusammengehenden Gestalt^) und daneben ver- 
selbständigt die Vorrede an Anatolios.'') die t;§ 1 ff. bzw. ö4,6 ") und, wie auf 
griechischem Boden, den Abschnitt TttQr twv öauo /.oyiauCuv '; ; in zwei ver- schiedenen, 
wohl auf doppelte Originalfassung zurückgehenden Ubss den rvioartv.hg /') 7CQog xhv 
Tuata^uüd-svTa yvdiatiog^); die beiden lange neben der syrischen und einer armeni- 
schen nur in einer lateinischen t'bs bekannt gewesenen artyriQÜ an dieKoinobiten "j und 
an eine gottgeweihte Jungfrau'"); den lifyTiQorjr/.ög gegen die acht Hauptlaster ") 
und die sechs Zenturien der \7rQo]rviüor(y.n 7T(ioßhjftaTa.^'-j Den Namen des E. tragen 
hier ferner die in der griechischen llberlieferung zwischen ihm und Neilos 
strittigen Kecpälaia l.y' zßr' di-MLovi^iav,^^) KitfaKaia /] rrßpan'ffff/c,") TGtv -/.ajä 



») PG 34, 385/92. Hs3:-BrM 837 (Add 17269. 12. Jh)l» VtS 96 (Ums J 1351 '2) 24». Vg. 
OBrann, Moses ßar Repha w. sein Buch von d. Seele 149f. 155. 

*) OZöckler, BibJ. u. kirchenhistor. Stadien. Heft 4. Evagrius Pontikns. Seine Stellung 
in d. altkirchl. Literatur- n. Dogmengesch. (Münch 1893). OBardenhewer. Gesch. 3, 93 8. 

3) "Ai. § 40: „dreiBände". Umfassende Haupthss: BrM 5e8(Add 14635. fol 5/13. 6. Jh), stark 
defekt. 567 (Add 14578) 6/7. Jh. 7190Rich(lH.Jh) 10/28". VtS 126 (J 1223) VI". 376. 1» (wohl Abs 
der vorigen). Ungenügend beschriebene: BiMOr 2312 (15/6. Jh). Mos 92 (18. Jh) 1°. Die älteste 
datierte Hs BrM 727 (Add 12175. fol 81/254. J 533/4) 1" bietet bereits eine bloße Auswahl von Schriften 
im Eahmen einer Sammlung des Nachlasses verschiedener Asketiker. 

♦) Hss: BrM 567. 2". 734(Addl4581.6. Jh)4". 737(Add 17166. 6. Jh)l<'c. 744(Addl46l6. 
6/7.Jh)l». 752(Addl4582.J816)6''a. 785(Addl2167. J875/6) VPl. 801 (Add 18817. 9. Jh)^^ 808 
(Addl4579.J913)l''. 733 (Add 1716.5. 11/2. Jh)P 1.3. »i Hss: BrM 567. 4". 779(Add 14621. 1802)3" v. 
Brl 27(Sach302. 7/8..Th)10", und als Vorsatzstück vielmehr des 'AixtoQrjiy.öi: BrM 727. l"e. 

») Hss der ersteren: VtS 126 VI" 1, der letzteren: BrM 727. l°b. 801. l«b. 'O Hss: BrM 
727. l"b. 737. l"d. 820(Addl4466. fol43/59. 101. Jh)2»a..;-. VtS 126 VI» 2. 

*') 50 S§ d. b. die am Schlüsse des Moiayoi in Aussicht gestellten TreiTrxoiia rrnbi loii 
eSaxooiovg. Hss eines fortlaufend als §^ 102 51 des Moia/d; gezählten Textes: BrM 567. 2". 734, 1», 
derselben Übs in selbständiger Überlieferung: 743(Addl7167. 6/7. Jb)2", der zweiten Übs: 744. l°c 
733 I" 6. Ag (und Rückübs) der ersten: WFrankenberg. Enagrius Pontikns, Abb. GWG- 13ii, 
546/55. ") Hss: BrM 567. 9". 744. l"b. 779. 3"c. 785 VI» 9. 801. l"j. 808. l"d. 733 I» 4. 7190 
Kich 4". VtS 126 VI" 6. Brl 198^Sach352. 1.3. Jli)fol83r». 200 11° 3. 

'») Hss : BrM 567. 43". 808. l°c. 733 I» 5. VtS 126 VI» 23. Ag (n. Rückübs): Frankenberg 
562/5, des Originals dieses und des vorigen Stückes: HGreßmann TuU 39iv, 143/66. Über die 
Abhängigkeit ihrer armenischen Übs von der syrischen vg. HGreßmann-WLüdtke, Ztscbr. f. 
Kirchengesch. 35, 87/96. ") Hss: BrM 727. l»c. 567. 4". 744. l»d. 779. 3» b. 733 1° 7. 7190 
Eich 1". Brl 27. 11». VtS 126 VI" 3. Ag (u. Eückübs): Frankenberg 472/545. Übs (.des 
unvollständigen Textes der Berliner Hs): FrBaethgen bei Zöckler 104/25. 

") In der Hist. Laus, als 'leod bezeichnet, in der Doctr. Barsannphii circa opin. Origenis, 
Evagrii elDidymi(PG86i, 892/3 u. 7) ah J r,„ar,yd zitiert. Hss: BrM 727. l°a. 567.31». 743.2". 
824(Addl4615. 10/l.Jh)3»a. 7190 Eich 13», des Schlusses: 568. 4", mit dem Kommentar des 
Nestorianers Bäh(h)ai d. Gr. (§ 22h): VtS 178. Ag (u. Eückübs) mit dem letzteren: Franken- 
berg 8/471. ") „Definitionen der Leidenschaften der Seele" = PG 40, 12648. Hss: BrM 

567.20». 789(Addl7192.9.Jh)l°d. ■•) „nw//««" = PG 40, 1249/64. BrM 567. 25». 743. 2» d. 
801. 1» u. 837 (Add 17262. 12. Jh) 23». 7190 Rieh 26». VtS 126 VI» 20. 



[§ 13 d Die beiden Makarios. Euagrius. 87 

ftoraxitiv ra ahia auI f] -/.aO' i]aiy^iuv tovtiüv /tagdO-taig,') und Ilugaiytaiig 7rQog 
uovaxovf;,-) sowie die griechisch n\ir Neilos beigelegten Stücke /igbg Ev'Aöywv,") 
TttQi rcQoaiiy,\'i>*) 'Uoi twv ÖxkV» jivi:vi.iätiov Tfjg 7tu)'i]Q(ag.^) y.nfd).aia x'C jctgl 
öiaqtOQuiv jioii^Qwv Xoyiaj.i(üv^) und vielleicht Ttegi didaa/.ü).iov aui finO-rjTwv.') 
Dazu gesellen sich an Briefen nächst einer Sammlung von 61 kürzeren Nrn "*) ein 
solcher an Melania,") zwei umfangreichere briefliche naQaiysaii^ an ungenannte 
Adressaten'") und eine griechisch unter dem Xamen des Basileios überlieferte 
tniaio'kri TTiaTtwc,") an Exegetischem eine Erklärung von Stellen der Spr'-) und Alj- 
handlungen über die philistäischeu Dämonen'^) und über Seraphim und Cherubim.'*) 
An weiteren asketischen Stücken von allgemein gehaltener Titelgebung ist eine 
letzte Sammlung von /MpaKaia yvibasiog in verschiedener Zählung besonders häufig 
vertreten,'^) gelegentlich eng mit einem als §§ 52 67 weitergezählten Texte „über 
(lie Vollkommenheit" verbunden'") und von einer Reihe von TtaQuiviatt^ und 
Ahnlichem'') zu unterscheiden. Von Einzeltraktaten mit bestimmter sachlicher 



') „Üb. d. Mönchtum n. üb. d. Ruhe in ihm" bzw. ..Paränetischer Brief" — PG 40, 1252/64. 
Hss: BrM727. l»j. 567.10». 737. l"g. 749. 3» d. 801. t"d. 818 (.\dd 14637. 10. Jh) 60a. 7190 Eich 22". 
VtS 126 VI» 7. Brll98. fol86r». -) PG 79, 1235/46. Hss: BrM 567. 15». 779. 3»i. 785VI» 14. 
812(Addl7183.10.Jh)17°b. 818. 6« b. 837.23°. 7190 Eich 24». Brl 198 fol 90 v». 

«) PG79, 1093 1140. Hss: BrM 568. 3». 734. 7». 735(Addl7171. foll/lfi.6. Jh)2». 737(Add 
17166.6.Jh)l»b. 567. .3». 779. 2» a. 785VP4. 764(Addl4598)II(9. Jh)5"a. 772(Addl46ü6.9. Jh)3». 
792{Addl7168. foll;113.9.Jh)2"a. 801. l'h. 808. l»a. 813{Addl4611. 10. Jh)6"a. 837. 23° a. 7190 
Rieh 3°. Brl 27. 9«. VtS 126 VI» 5. 

♦) PG 79, 1167 1200. Hss: BrM 567. 21». 779. 3°m. 785 VI» 8. 792. 20b. 7190 Rieh 12». 
VtS 126 VI» 21. 6) PG 79, 1145/6. Hss: BrM 567. 5». 744. 1° f. 7.52. 6» b. 785 VI» 2. 788 

{Addl7166.folll4/53.9.Jh)l»b. 801. l°p. 7190 Rieh 2». VtS 126 VI» 9. Brll98. fol44r°. 200 
(Saeh202,3. 15;6.Jh)II°2. «) PG 79, 1200,34. Hss: BrM 727. l»e. 568. 6». 567. 6». 783fAdd 

14580. .1866)1». 733.2». 7190 Rieh 19°. VtS 126 VI» 24. 

') Hgeg. von PvaudenVen, Bibliotheque de la Faculte philos. et lettres de l'universite 
de Liege. Serie grande iu-8°. Fase. II 73/81. Der Text könnte syrisch wieder zu erkennen 
sein in einem ^'■"■/o^ an Meister und Schüler" oder einem „Gespräche zwischen Lehrer nnd Schüler". 
Hss des ersteren: BrM 568. 7». 567. 23°. 744. l°g. 779. 3»o. 788(Addl7168. folll4/53.9. Jh)l°c. 
808. l°m. 7190 Eich 10». VtS 126 VI» 13, des letzteren: BrM 567. 24». 779. 3»p. 781. 2»b. 7190.11». 
VtS 126 VI» 22. 

«) Hss: BrM 736 (Add 12175, fol 49/80. 6: Jh) 2° j. 567.44». 743. 2» 1, vonnur52Xrü: 789. l»f, 
von nur 18: 7290 Rieh 28», einer Auswahl: 824(Add 14615. 10/1. Jh) 3» b, zweier einzelner: 781 (Add 
14623. J 823)2° fg, von Azz: 736. 2°a/cf/h. 743. 5°. Ag (n. Eückübs): Frankenberg 564/611. 

") Hss: BrM 567. 45° und andere der Briefsamnilung, deren Schluß das Stück bildet. Ag 
(u. Eückübs): Frankenberg 612i9. '°) Hss: BrM 567. 41». 752. 6»d. 779. 3»x. 801. Pa. 

Brll98 folöOr» bzw. BrM 567. 42». 752. 6»e. 779. 3». 801. l»b. 843 (Add 14611. 10., Fh) 6« b. Ag 
(n. Rückübs): Frankenberg 554/7. 558/63. 

") PG 32, 245,68. Hs: BrM 743. 2»n. Ag: Frankenberg 620/35. Ein anderes „Glaubens- 
bekenntnis": 743. 2»m. 789. 4«. ") Hss: BrM 567. 19». 743, 2°e, ") Hss: BrM .567. 28». 
837. 23»f. VtS 126VI»16. '*) Hss: BrM 567. 29». 30°. 736. 2»d.e. 743. 2°h.i. 789, l»a.b. 

"j 51 bis 66 g§, vielleicht die von Gennadius übersetzten ,.paucae sententiolae valde 
obscurae". Hss: BrM 567, 32". 743. 2»j. 785VrMl. 789. Tc. 808. l»j. 7190 Rieh 14». '«) Hss: 
BrM 567. 33». 949 (Add 14650. 6/7. Jh) 2° b. 785 VI» 12. 802. l»k. 

") Hss dreier allgemeiner Paränesen: BrM 567. 18». 779. 3» b. 785 VI» 15. 801. 1° f. 818. 6»e. 
837. 23» b. 7190 Rieh 9». VtS 126VI» 12 bzw. BrM 567. 22». 779. 3» n. 7190 Rieh 21» bzw. 849. 3° e, 
einer solchen „des .of," : BrM 727. l»i. 567. 35". 779. 3"r. 808. l°i. 7190 Rieh 16», einer Er- 
mahnung des „in Gott Wandelnden": BrM 727. l»h. 567, 34». 743. 5° (von späterer Hand) 
779, 3» q. 782, l°e. 808. l°h. 7190 Rieh 15", von „«yd/«,« paränetischer Ratschläge": BrM 
779. 6°a. 801. l»d. 9170 Rieh 27». Brl 198 fol 59 v» einer „Lehre": BrM 779. 6»b, von 14 kurzen 



gg Die Literatar bis zum Zeitalter der cbriBtolog^ischen Kämpfe- $ 13 de] 

Überschrift begegnen solche über die Gerechten und die Vollkommenen.*) die 
Ziele, auf denen die r^aiyja des Mönchturos beruht*) die Träif^r.^) die Demut*) die 
Unterscheidung (oder: den Unterschied) der loyia^oi,^} die Frage, wodurch der 
vovi; eingeschläfert (?i wird und wodurch nicht*) die d-/.ääagirji '/.oyionoi' j und das 
Stillschweigen.*; Dürfte es sich schon hier möglicherweise hin und wieder um 
verselbständigte Bruchstücke umfassenderer Schriften handeln, so ist dies schließlich 
sicher bei einer Anzahl besonders kleinerer Stücke ") oder offensichtlicher E.x- 
zerpte '"j der Fall. 

e) Joannes v livkopolis,") dem heutigen Asiut ein hslich meist als -der 
Einsiedler"* oder _der Seher" bezeichneter Zeitgenosse Theodosios' d. Gr. dessen 
literarisches Erbe auf griechischem Boden gänzlich verschollen zu sein scheint, 
wird auf nestorianischer Seite, wo man ihn mit wohl zwei originalsyrischen Schrift- 
steilem des Namens Jöhannkn v Apameia'-i verwechselte, als Verfasser anscheinend 
einer „Schrift"") schlechthin bzw. von drei Bänden ..über das geistliche Leben, 
über die Leidenschaften und über die Vollkommenheit" eingeführt'*) Die mit 
einer Hs vom J 581 einsetzende monophysitische Textüberlieferung'*) erstreckt 
sich auf einen ebenso ausgedehnten als mannigfaltigen literarischen Nachlaß. 
Neben Abhandlungen in Form von Briefen an flesychios,'*) Eubulos,*'; Theodulos 

Sentenzen ohne Titel (Inc. ßo<7(/.f«i oipctjof £<rr/.) : BrM 567.36". 779. S's. 785 VI" 9. eines „'-ovo; 
Ttaomtiatmi": BrM 78571" 16. eines Textes in 9 Abschnitten : BrM 7^5 VI" 10. von ^Gleichnissen 
nnd Geboten" : BrM 567. 39". 7190 Rieh 18». 

'; Hss: BrM 567. 11". 779. 3« e. 7190 Eich 5". ') Hss: BrM 567. 12«. 779. 3» f. 837. 23» d. 
7170. 23«. VtS 126 VI" 14. 

') Hss: BrM 567. 13". 744. l"e. 949. 2» d. 752. 6" c 779. 3» g. 764(Addl4598)IIi9..Th)5«b. 
788(Addl7168.folll4/53.9.Jh)l"a. 808. 1"1. 812(Addl7183. 10.Jh)17"a. 818. l"b. 820. 2»a<i'. 
7190. 6-, eines anderen Stückes mit gleichem Titel: BrM 808. l"n, eines solchen „über den Unter- 
schied der TTd^r,'': BrM 781 (Add 14723. J 823) 16". 

*) Oder ,über den Wandel der Tugend^ Hss: BrM 567. 14«. 779. 3"h. 781. 2«a. 7190 
Eich 7". 5) In 21 §§. Hss: BrM 727. l"f. 567. 7". 808. l"f. 7190 Eich 20«. ^ Hss: BrM 

567. 26». 734. l»g. 837. 25"g. VtS 126 VI" 17. ^ Hss: BrM 567. 27". 577 (Add 14576. 8. Jh) 22«. 
7a5 VP7. 837. 23"e. VtS 126 VI» 15. -i Hss: BrM 567. 37". 779. 3«t. 781. 2"d. 837. 23"c. 
VtS 126 VI" 8. 

»j Hierher gehören drei Abschnitte über das Gebet in den Hss: BrM 567. 38". 779. 3"a 
bzw. nur der erste: 781. 2"c, je ein solcher ..über die Bestimmungen der Gedanken", ,über das 
Christentum" nnd „über Gotteslästemng" in BrM 727. l"g. 567. 8". 808. l"g bzw. 849. 2"c bzw. 
VtS 126 VI» 4, ein meist ohne Titel auftretender .über das Fasten" in BrM 567. 17». 743. l»a. 
779. 3»k. 818. 6°f. 7190 Eich S" nnd je ein anderes titelloses Stück in BrM 785 VI« 13. VtS 
126 VI« 11 bzw BrM 801. l«a. 824. 6''d bzw. 743. 2"c bzw. 744. l'h bzw 7190 Eich 17». 

'»j So in den Hss: BrM 736. 2"acfh. 743. 5". 770(Addl46l7. 7 8.Jh)7". 801. l"g. 820. 
2»a/'. Dazn .Aussprüche": 737. l"e. 

>') Hist. Laus. 35. Hist monaeh. 1. Cassianus Inst. IV 236. CoU. I 21. 24.26. CBntler, 
The Lausiac Hist. of Palladius 2, 100. 212 3. Ai §39: als Jöhannan schlechthin. §47: als.T. v Apameia 
BO 1, 429/33. 3i, 45 im Anschluß an 'Ai. unter Verwechselung mit J. v Apameia. Gegen diese 
WCureton. Coi-pus Ignatianum 351f. J-BChabot, JA'" 8. 259/65. '-) Vg. § 26a bzw. 

35e. ") 'Ai § 39. ", Ai § 47. 

">) Hanpthss: BrM 527 i Add 17169. J58I). 767 (Add 18814. 7/8. Jh)l». 3». 573(Addl7170. 
J774,'5). 774 (Add 12 170. fol 136 276. 8/9. Jh'' 4». 780 Addl7172. ZwischendenJJ 8189 nnd 829 30)6". 
781 (Add 14623 J 823)1». 783 (Add 14580. J 866) 2». 785 (Add 12167. J 875/6) IX». 801 (Addlfe817. 
9.Jh)4».10». VtS 123 (8. Jh) II". VII". 93(9.Jh*. 126 (J 1223) XVI». Ungenügend beschriebene: Mos 
93 (alt, aber defekt und in Verwirrung geraten). 

'«) Hss: BrM 573. 12". 941 (Add 14609. 6. Jh)l«. 737 (Add 17166. 6. Jh) 3«. 753(Add 14612. 
fi,'7.Jh)21". 767. 3" a 774. 4"a. 772 (Add 14606. 9. Jh. 4« b. 779(Add 14621. J802,9»b. 783. 2° j. 



[$ 1 e Evagrios. Joavaes t Lrkopotis. 39 

und dessen Schüler.'» an Etitropios und Easebios.^ Markianiks,*' Leontios.*^ einen 
ungenannten iKloster)bnider.*i einen Konvent von Beklusen*/ und eine andere 
befreundete Klostergemeinde *i stehen umfangreiche Werke wie diejenigen an die 
Brüder -über die neue "Welt und die künftigen Verheißungen" *» und an 
Thomasios .über die Geheimnisse der Ökonomie Christi" •) in je 3. Ol>er das 
Weitende, die Reue und Welt^erachtimg in mindestens 2 BB.'** ein Dialog mit 
Eutripios und Eusebios über die Seele, die körperlichen, seelischen und geistigen 
/Tc-^/ des Menschen in 4.'*) mit Thomasios über die Jenseitshoffnnng in 6 BB") 
und mit Theogenes über die Taufe.'*: Asketische Schriften allgemeinen Inhalts 
wie ein Dialog zwischen einem .Bruder" und einem -Einsiedler""» und ein solcher 
rwischen -Schüler" und -Lehrer".**» eine -Lehre" schlechthin,'*« eine solche 
in 22 (oder 20) xirfäXata,^' in It^ Fragen und Antworten.'*' -in Kürze" in 4 Ab- 
schnitten.'*! e-n -Brief" in 6 Kapp.** -Gesetze und Gebote"*') und verschiedene 
Korpora von xfifdixtia d. h. Sentenzen** werden durch eine Beihe von asketischen 
Briefen.**) Paränesen**) und asketischen Spezialtraktaten**» ergänzt. -Reden" über 

SOI. 4»f. 81S.Addl46ll.lO.Jh 9»b. S37iAddl7ä6a. lä.J1i)18^. VtS 138. XTI* 1. •- Hs?: 

BrM 774. 4»in. 781. l»a. VtS 98. 6*. 

') Zwei Briefe. Hss: BrM 5T2. 1» 774. 4» a. 7%(Addl4«01.9. J1i)18* tew. 774. 4»w. 
« Zwei Briefe. Hss: BrM 572. i 7S4 Addl45'il.«>.Jl»^6»a. 7Sö A4dlT17e.fon It'.C.Jh 6»a. 
779.*». 78». 6« a. 7S3. 3*a. 785 IX» 2. 797 AddlS814. folltt^ 262.9. Jhi>*a. 7i«' Addl71t>8.f(.| 
154,»4.9.Jh 2* bzw. 774. 4»o. 783. 2»b. *) Hs: BrM 573. 11». •) VtS 93. 6»V. 

*) Hs: BrM 770 Addl4617.7S.Jl»)6». * Hs: BrM 57* T. ^ Hs: BrM 572. 9». 

' Hss anscheinend des 1. Bs: BrM a>2,Addl7218.f6l7083)2»b. des 2. Bs: TiS 123 11*1. des 
Schlusses des 2. und des 3. Bs: BrM 573. !•. 2». von Axt: 802 Add 17218. f>470S3*'b. 71«» 
RichlS. ,Ih)51'. •■) Hss: mit dem J. mr Abfassung aoffordemden Schreiben de? Th.: BrM 

573. 13» 5*. ebenso der BB 1 nnd 2: 774. 4»Br r p. des 3. Bs: VtS 93. 6*1. 

'• Hs: BrM 817 Add 14614. foll 79.10. JVi 4». ") Hss: BrM 572. S». 768 (Add 14618. 

7S.Jhi 14». 780. 6-'e. 783. 2*ef. der BB 1 und 2: V34. 6«bc. 1 und 3: a)l Addl3817.9.Jh 4*bc, 
3 nnd 4: 819 Addl2l63. foil27 3l>t. 101.Jli)3».5». 2 und S: VtS 123 II» 2. 3. von Am: BrM 839 
U<idl7179. 112.Jh l»f. 

") Hss: BrM 774. 4»nnV. bis Anfan» des 3. Bs: 79S Addl4535.9.JhllO». 
_"*) Hss- BrM 774. 4*v. " Als Kap. 16 im Apc^hthegxaenteile des ,Bs des Pandkscs*' 
des 'Enänisö (§ 31 al. Hss außerdem: BrM 573. 3*. eines anonymen Textes: 71?2 Add 171^, fol 
l,llS:5»a. 843;Addl4728 folloS207. 13 Jh 4» Ag in dem Werke des K. '* Hs: BrM 774. 4*h. 
772. 4» b. 780. 6» g. 783. 2» h. 785 IX» 7. 79S(Addl4577.9. JI1I 26»«. 797. 9» b. 

'* Hss: BrM 780. 6» f. 785 IX» 5 801.10». 8ia 9»a. BrT 200ifS»eli20a3. lw«.Jli)n»6. 
eines Ars: BrM 829. l»h. '", Hss: BrM 767. 3»b. 774. 4»i. VtS 93. 8». Bss: KatWright 735. 
BO 1, 432f. »1 Hs: BrM 774. 4»v. '») Hss: BrM 7{>0. 6»h. 785 IX» 6. vielleicht Mch: 

813. 9»k. «* Von denen Xr 1 = Nr 10 der ,Lehre^ in 22 20 Kapp. Hs: BrM TAH. 6»e. 

7^5 E» 3. Xg KatWright 772. 

«'; Bzw. Aiebote für die das (sittlich; Schöne Liebenden*. Hss: BrM 573. 8». Brl 196 
iSach 3-^2. 13. Jh) fol 105 v» 6 r». **) Hss einer Schrift aber die Stufen des geistlielien Lebens, die 
^Gottesfurcht' oder „die Reinheit derS««le- in 19x*y<ü*i«: BrM 7^ 2»k. 785 IX» 1. 802. S»«. 
819. 7». 7190 Bich 50». VtS 93. 1» UL Bri 200 U» 12, ^anderer »y«i«««-: BrM 813. 9»b hiw. 
813. 9»e. 822i,.\ddl71&5.101.Jh 3»b. 

") Je vier über die Liebe und „das Geheimnis Christi''. Hss: BrM 743 ,Add 17167. 6;7.Jh> 
4»a«/ed. der beiden eisten: 7S9 Addl7192.9.Jh>3* b«w. 743. 4»b<t .> f Einer aber die Ge- 
wiuiiBg der Weisheit Hs: BrM 743. 4"^ Ein anderer ,nber die Wafie der Bube*. Hs: Bri 
lyS. foJ 10ßr»4r*. 

•*; Zur Übung der Tagend. Hss; BrM 573. 9». 822 lAdd 17185. löl.Jh>3»b. Zur Liebe. 
H-«: BrM 573. 7». 8l9i,Add 14738. fol SÄ 9). VtS 126 XVI» 5. Zu Eifer in guten Werken »wei Xm^: 
BrM 774. 4*jk. 781. l*gb. der ersten: VtS 93. 3» I. einer zu Anfaag onToUstiadigen : BrM 



90 l'ie Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kiimpfe. § 13ef] 

Rom 8. 18, Eph 6. 11 (13),') den Zöllner und Pharisäer, das Fasten, auf den 
Gründonnerstag und über die Kreuzigung; Christi*! vertreten neben einer ganzen 
Folge solcher über die Seligpreisungen der Bergpredigt nach Mt ") das Gebiet 
homiletischer Beredsamkeit, eine anscheinend aus einem vollständigen Kommentar 
stammende Erklärung von .lob 2. 9/lJ) und 8.') und ausdrücklich als solche be- 
zeichnete Azz aus einem Prd. -Kommentar '') dasjenige nicht homiletischer 
Exegese, Abhandlungen ül)er die Tiinitut.") die Homoiusie als Glaubenssatz '; und 
das Glück der Bösen und das Unglück der Guten in dieser Welt ^) von kürzereu 
Stücken dasjenige der spekulativen Theologie. Eine Sammlung von Delinitionen 
erstreckt sich auf moralische und liturgische Begriffe.") Gebete *") und ein aus 
einer Folge von Seligjjreisungen bestehender ..Lobgesang"'') fehlen nicht. Bloße 
Azz geben sich teils ausdrücklich als solche aus noch anderen Schriften,'^) teils 
werden sie sich vielleicht als solche aus vollständig erhaltenen erweisen.'") Ver- 
wandten Charakter scheint endlich eine kurze Zusammenfassung der „Gebote des 
heiligen Evangeliums" zu tragen.'*) 

f) Ein Marlkianos, o iioi'uy/k, bei dem an den gleichnamigen Korres))ondenten 
des Joannes v Lykopolis zu denken sich naturgemäß ebensowenig verbietet, als 
positiv etwas für diese Gleicbsetzung spricht, erscheint unbestritten als Verfasser 
von fünf nur zum Teile im eigentlichen Sinne asketischen Abhandlungen."*) Bei 



773(Ä(ldl4614.fol80;127. S.Jh)!». Als Paranese des J. erscheint endJich Brl 198. fol ICMvO/ö» der 
reguläre Brief 3 des Alexandriners Makarios darstellende Text. Vg. S. 85 Ak. 10. 

2») Über die Vollkommenheit (bzw. Seelenruhe). Hss: BrM 779. g^c. 752(Addl4582. J816} 
70b. 783.20h. 801. 4» d. 793(Addl4527. 9. Jh)28''. 837 (Add 17262. 12. Jh)12»a. 7190 Rieh 49°. Brl 
27 (Sach 202. 7/8.111)4». 198. fol 102r'>. Trostrede an die um Christi willen Bedrängnis Leidenden: 
BrM 573. 10". 752. 7''a. 783. 201. 813. 9^1. 837. 12"a. Über das Gebet. Hss: BrM 780. e"!. 
801. 4''e. VtS 126. XVI» 2. Über das Freiwerden von Hochmut und Eitelkeit (zwei Traktate). 
Hs: BrM 572. 5". 6". Über Sicherstellung der Gesundheit der Seele gegen Ärgernisse. Hs: BrM 
767. lOb. Über die Gnade: BrM 774. lOb. Über das Wohnen in der Zelle: über Betätigung der 
Liebe; über die Armut. Hs: VtS 123 VI" 2/4. BrM 793. 36" a. 826(Add 17180. 11. Jh)3"b. Über 
denjenigen, welcher vollkommene Liebe besitzt; Zuspruch an die Armen, sich nicht entmutigen 
zn lassen; über die Erlangung von Geduld in Bedrängnis; über Geduld; wie vollkommene Seelen- 
ruhe im Mensehen erzeugt wird; Ermahnung im Leiden. Hs: BrM 813. 9"e/j. Über Leiden- 
schaften und Vollkommenheit; über den Glauben; über seelische und korDerliche Askese; über 
Bewahrung der Seelenreinheit. Hs: VtS 93. 1"I.II.1V. 6" IL Über körperliche Leiden. Hs: VtS 
126 XVI" 5. 

') Hs: BrM 573. 5". 6». ') Hss: BrM 774. 4"c/g. 781. l»ac/f. ^) Hss (jeweils einzelner 
hierhergehöriger Predigten): BrM 572. 4". 573. 4°. 767. fa. 774. 2". 813. 7" bzw. 3". VtS 126. 
XVI" 6, von Azz: BrM 822. 3"a. *) Hs: BrM 767. 3"c. ") Hss: BrM 961 (Add 17193. J 874) 74". 
Pr 206 (Anc fonds 35. Zwischen den JJ 1552,3 und 1554/5) 15". Ag einer Textprobe : KatWright 996. 
») Hs: BrM 774. 4"r. ') Hs: BrM 774. 4"s. ') Hs: BrM 572. 8". 

") Hss: BrM 813. 9"m, eines Azs: 793. 26". Mit Liturgischem beschäftigt sich mindestens 
der Anfang auch eines als „Gebote au einen der fremden Brüder" betitelten Stückes. Hss: VtS 
123 VI" 4. BrM 793. 3(i"a. 826. 3"a. '") Z. B. in den Hss: Cmbr Add 2012 (14. Jh) 22». Brl 
143 (Peterm I 25. 14,5. Jh) fol. 101 v». 200 (Sach 202/3. 15,6. Jh)II"l. F.6. 7. ") Hs: BrM 573. 16". 

'") So aus einer Schrift unter dem Titel „Geistliche Tafeln", einer solchen über Offen- 
barungen und Visionen und einem Briefe über die Seelenruhe. Hss: BrM 7190 Rieh 44" bzw. VtS 
93. 6° IV bzw. BrM 829. l"g. ") Hss: BrM 770 (Add 14617. 7/8. Jh) 9°. 774. 4»t. 801. 4"a. 

813. 9»ns. VtS 126. XVI" 3. Brl 19S. fol 188r"/94r". '*) Hs: VtS 159 (J 1628/32) X". 

'") Über die Buße; über die vollkommene Schülerschaft; über die Taufe; apologetische 
Rede über den Glauben der Kirche. Hs: BrM 741 (Addl2169. fol. 179/218. 6. Jh)2". Darüber, 
daß es sich ziemt erbarmungslos im Vertrauen auf Gott für die Wahrheit zu sterben. Hs: 806 
(.'Lddl4613.9/10.Jh)8». 



[§ 13 gh Joannes v Lykopolis. Markianos. Neilos. Markos. 91 

zwei weiteren asketischen Traktaten') und einer antiapoUinaristischen Streitschrift*) 
ist die auf ihn lautende Verfasserangabe erst nachträglich aus einer vielmehr einen 
pMarkellinos"' nennenden korrigiert, die schon ihrerseits nicht von der Hand des 
ursprünglichen Schreibei-s herzurühren scheint, bietet also für ihre Richtigkeit nur 
eine geringe Gewähr. 

g) Der ..Koinobite" Neilos wird auf nestorianischer Seite'') als Urheber 
einer ..wunderbaren" zweiteiligen Sammlung von Texten bezeichnet. Auf mono- 
physitischer begegnen unter seinem Jsamen tatsächlich nicht eben viele mehr oder 
weniger vereinzelte Stücke, die durchweg in der griechischen Überlieferung sich 
nicht wiedererkennen lassen. Obenan steht eine Schrift ..über den Tugend- 
wandel"/) zu der einmal der seltsame Vermerk gemacht wird, daß ihr Verfasser, 
der ..ägyptische Mönch" X. mit Philoxenos v Hierapolis identisch sei.'^) Außer- 
dem sind je ein Brief an Philotheos "'l und an die Mönche eines ungenannten 
Klosters,') zwei solche an unbekannte Adresse,**) ein Traktat an Theosebios über 
Tugend und wahre Weltflucht, '••) eine Schrift ..über die sieben (!) sTä^ij",'*) eine 
allgemeine Paränese.^') eine Abhandlung über Kandidaten des Mönchtums'-) und 
eine Apophthegmensammlung unter dem Titel ,.Perlen"''') zu nennen. 

hl Markos'^) erscheint in der monophysitischen Textüberlieferung vor allem 
als Verf:isser einer zu einem ,.B des heiligen Einsiedlers M." zusammengefaßten 
Reihe von höchstens 8 ../.öyoi", von denen die ersten drei mit den Nrn 1, 2, 8, 
die letzten vier mit den Xrn 4. 3, 7, 10 des griechischen Bestandes seiner Ab- 
handlungen '^1 identisch sind, während an vierter Stelle der griechisch als Nr 5 
unter den Homihen des Makarios v Alexandreia überlieferte Text steht.'") Ein 
auf nestorianischer Seite'") ihm beigelegtes ..B der Kai)itel"' ist wahrscheinlich 
nicht sowohl dieser allerdings auch dort bekannten, weil anscheinend zum Gegen- 
stande einer Kommentierung gemachten'*) Sammlung gleichzusetzen, als vielmehr 
in einem in 19 y.tcfä'/.aia zerfallenden Ti'aktat über die Stufen des geistlichen 
Lebens zu erkennen, der auch auf jakobitischer vereinzelt unter dem Namen des 
M., statt, wie gewöhnlich, unter demjenigen des Joannes v Lykopolis begegnet.'*) 



') Über Fasten und Demut: über die Demnt und daß man in ihr verharren und die Be- 
drängnis um der Gerechtigkeit willen lieben soH. Hs: BrM 735(Addl4581. 6. J^S^ab. *) Hs: 
BrM 7.%. ,?»c. 

») '.ii §45. *) Hss: BrM 781 (Ädd 14623. .1823)14». 7Ü5iÄddl4e01. O.JhHO«. 797 (Add 18814. 
fol 103/262. 9."jh) 2», von Bruchstücken 623(Addl721ö. fül28f.) bzw. 624 (Add 14523. f 0149/56), solche 
derselben Hs des 10. Jhs anscheinend eines Azs: Pr 195(Supid74. J1469/70)9''c. Vielleicht anch: 
BrM 720(Add 14617. 7,8. Jh)fol41r° 44 r» (von späterer Hand). 

») lu BrM 795. Vg. KatWright 790. •) Hss: BrM 806(Addl4613. 9/10. Jh)29'>a. 812 

(Addl7183. lO.Jhieoc. '•) Hs: BrM 806. 29«b. ^ Hs: Crabr Add2019(J 1452)2». 

") Hss: BrM 806. 290c. 812. 6"'a. ">) Hss: BrM 806. 29'>d. 812. 60b. ") Hs: Brl 198 
(Sach352. 13.Jhjfol98r''/101v°. '«) Hs: BrM 812. IS». ") Hss: BrM 785 (Add 12167. J 875,6) XI". 
7190 Rieh (13. Jh)46«, eines anonymen Textes: 780(Add 17172. Zw. JJ 818;9 und 829,30) 40c. 

'*) JKunze, Markus Ereniita. ein neuer Zeuge für d. altchristl. Taufbekenntnis (Lpz 1895). 
OBardenhewer, PatroF 317f. '^) PG 6.j, 906/1139. 

'«; Hss: VtS 121 (J 15756;I<', nur der Xm 1/7: 122 (.J 769) 1°. BiM 819(Add 12163. fol 127/304. 
10/ll..Ih)2'', der Xrn 5 7. 1. 2: 789(Addl7192. 9. Jh)50a;cde und wohl auch Mos 92 (18. Jh), der 
Nrn 1. 2: BrM 727. Add 1217.5. fol81 2.54. J533 4)2». 743 (Add 17167. 6/7. .Tb) 3». 764(Addl4598. 
9.Jh)3». 772 (Add 14606. 9. Jh) 2». 801 (Add 18817. 9. Jh) 11». von Azz aus diesen beiden Xrn: 820 
(Addl4466. fol 43/59. 10/1. Jh) 2» c. 829(Add 17179. 11,2. Jh)4'', der Xrn 4. 6: 792. 4», des Schlusses 
von Nr 7 und der Nr 8 d. h. ursprünglich wohl der Vollsammlnno-: Brl 27(Sach302.7/8. Jb)l<', 
eines Azs aus dem Gesamtkorpus: VtS 126 (J 1223j XXVIIl». 

") 'Ai § 38. '-) Darob Bäb(b ai d. Gr. und Abraham b Däsändädih) (§ 22h bzw. 33d). 

") Hs: BrM 767(Addl8814. fol 1/102. 7,8. Jh)4o. Vg. S. 89 Ak. 22. 



92 Die Literatur bis znm Zeitalter der chriHtologiücheD KSrnpfe. § 13i] 

Eine Vision des ,.M. vom Berge Tarmaciä" über den Zustand der Seelen nach 
dem Tode') würde auf ihr Verhältnis zu dem entsprechenden jedenfalls nicht 
mit ihr identischen Makarios- Stücke zu prüfen sein. 

i) Von den Standwerken ägyptischer Möiichslegeiide ist die allgemein 
unter dem Namen des Palladios überlieferte ..Historia Lausiaca"' sowohl in 
ihrer längeren als auch in einer mit der griechisch vorliegenden kürzeren nächst- 
verwandten Textgestalt ins Syrische übergegangen. Dabei dürfte sich gegenüber der 
späterhin von dem Nestorianer 'Enänisö' in seine große Kodifikation verwandten Stoffes 
aufgenommenen- Wiedergabe der letzteren'! die wohl noch vor Ende des 5. .Ths 
entstandene der ersteren *) durch ihre größere Wörtlichkeit entschieden bereits 
als die jüngere Arbeit erweisen. In einer dreifachen Übs liegt daneben ein 
anscheinend schon auf griechischem Boden verselbständigter _, Sondertext des 
Euagrios-Kapitels des Werkes vor.*) Sogar vier verschiedene l^bss werden von 
der dabei durchweg Hieronymus beigelegten Historia monachorum greifbar.'*) 
Mit der ältesten derselben verbunden tritt diejenige einer wiederum Palladios 
zugeschriebenen Apophthegmen-Sammlung auf,*) wobei es sich in beiden 
Fällen um Erzeugnisse gleichfalls noch des 5. .Ths scheint handeln zu müssen. 
Dazu gesellen sich in gleichfalls sehr alter Überlieferung eine Palladios zuge- 
schriebene Biographie des Serapion') und von dem sog. '.-iav.r^T ly.öv des 
Pachom io s,") der Malchos- und Paulus-Biographie des Hierony- 



>) Hs: VtS 96 ainig J 1351/2) 28«. 

*) 'Ai § 46 'mit Einschluß der Historia nionachoruin und der Apophthegmen). Hss fabge- 
sehen von "Enänisö'. Vg. S31a): BrM 923(Addl2173. fol llS/37. 6,7. Jh)2». 762(Add 17173.7. Jh)3», 
in einer anderen Anordnung: 925(Addl7177. 6..Th)2<', einzelner Abschnitte: 943{.^ddl4648. 6. Jh) 
folll6/24. 949(Addl4650. J875)3«.6''. 793fAddl4577.9..Th)17°. 950(Addl4649.9..1hlll».14<>.15«.22<'. 
780(Addl7172.9..1h;4''a. 6»e. 712'Addl7183. 10. Jh) 22». 960(Add 12174. J 119716°. 10». 23». 77». 
963(AddU732. 13.Jh)4«.9°. 12». 13°. 837fAddl7162. 12..Th)4°. Agg einzelner Stücke: .TW Mo- 
bach, JLandin, JEMarkstroem, VFVinquist, PC Werstergard, GCCarlberg. 
CALangerstroem , Libri qui inscribitnr Paradisns Patrnm partes selectae. (Opsala 1851) und 
bei E A WBudge. The book of govereors 2 (Lo 189.3) bzw. The laughable stories (Lo 1896). Vg. 
Butler, The Lausiac History of Palladins (TaSt^i) 84 6 bzw. 96 (Nachweis der edierten Stücke). 

») Hss der Kapp. 1/5. 17. 18. 23. 24. 104. 30. 22. 87. 88: BrM 727 (.\dd 1217.5. .1534)3»g, 
von Kap. 18: 780(Addl7172. 9..ThU°d, der Kapp. 1/35: VtS 123(8..Jh)X]». 371 (Abs der vorigen) 5». 
Vg. Butler a. a. 0. 86/8 bzw. 96. Ungenügend beschrieben sind die ein ,B der ägyptischen VSter" 
oder Azz daraus enthaltenden Hss Sin 16 (6/7. .Ih). 23 (9. Jh). 24 (10. Jh) und 46 bzw. Katalog 
KWTIiersemann 487. Nr 255 a (8/9. .Th) 6». 11». *) Hss: BrM 734(Addl4581. 6. Jhl5°. 567 (Add 

14578. 6/7. Jh)l». 753(Add 14612. 6/7. Jh)9». 949 und diejenigen des 'E. bzw. .568 (Add 14635 6. Jh)l">. 
963(Addl4732. 13.Jh)13° bzw. 737fAddl7166.6. Jh)l», einer arabischen Übs (nach Vorlage vom 
J 1178: .TerMkl38*(J 1732/3) 44°. Ag der ersten (im Bahmen des Werkes des'E): AMS 7,231/6. 

^) Hss (abgesehen von "E.): BrM 924(Addl7176. J.n321 1». 727. 3»p. 925. 2». 943. 1» 11. 
923. l°b. 808 (Add 14572. J 913) 6». von Azz: 960(Addl2174. J1197)28°. 31° bzw. 949. 4° bzw. 941 
(Addl4609. 6.Jh)6° (unvollständig) und nur einzelner Kapp.: 963 Add 14732. fol 1/227. 13. Jh. 12° 
bzw. von bloßen Azz der vierten Übs: 730 Add 14.597. J 569) 5°. Vg. Butler 93. 266f. Ag eines 
Abschnittes ans BrM 730: FNau, PO 11, 426/32. 

•) Hss: BrM 924. 2». 943. 1»I. 923. lOa. 808.6«. Vg. Butler 94, wo außerdem Nachweise 
weiterer hslicher ,.miscel'aneons coUections" von Apophthegmata der Heroen des ägyptischen 
Asketentums. Dazu Katalog KWHiersemann 487. Nr 255 b (J 882) 5°. Ag einer Textprobe aus 
BrM 923: FNau a. a. 0. 410/23. ') Hss: BrM 941. 7». 752(Add 14.582. J816) 14°. 780(Add 

17172 'Zwischen den JJ 818/9 und 829/30)5°. 939 (Add 14646. fol 134/94. 10. Jh). 963(Addl4732. 
foll/227. 13.Jh)10». Fr 236(Suppl28.J1193/4)12«. 234(Ancfondsl43. 13.Jh) 1». 11. 236(Allcfond8 
144. 13. Jh) 22». CmbrAdd 2ül6(13.Jh)19». Ag: AMS 5, 263 341. 

») Hss : BrM 762 (Add 17 173. 7. .Th) 6°. 8U(Addl4656.10. Jh)6». 946(Add 12175. fol 1/48. 12. Jh). 



[S 14 a Markos. Ägyptische Hönchslegende. Übertragungen griechischer Martyrien. 93 

mus') syrische Texte, bei deuen die hsliclie Überlieferung allerdings ungleich 
weniger hoch hinaufführt, ohne daß jedoch diese Tatsache einen Schluß auf ein 
wesentlich geringeres Alter der Übss selbst zuließe. Ebensowenig besteht eine 
Veranlassung ein solches für die mindestens vor 586 entstandene 11 bs der 
.\utonios-Biographie des Athanasios anzunehmen, die sjjüterhin auch 
in nestorianischer wie in monophysitischer Textüberlieferung fortlebte.') 

§ 14. Wie die literarischen Denkmäler ägyptischer Asketenlegende sind 
auch griechische Martyrien anscheinend in nicht geringer Zahl schon gegen 
Ende des ersten Stadiums ihrer Entwicklung durch Übs in die syrische Literatur 
übergegangen. Nicht minder hat sich aber um diese Zeit das ostaiamäische 
Sprachgebiet selbst au Legendarischem fruchtbar erwiesen. Wie in der „Lehre 
des Addai" die edessenische Missionslegende, so hat etwa gleichzeitig in dem 
„B der Schatz höhle" mit NTlichem untermischter ATlicher Sagenstoff 
seine endgültige literarische Gestaltung erfahren. An die erstere schlössen sich 
weitere edessenische Lokallegenden an, von deuen wenigstens eine gleich 
anderen im mesopotamischen Syrien heimischen Stoffen durch 
Verbreitung nach dem griechisch und lateinisch redenden Westen internationale 
Bedeutung ersten Ranges gewann. Umgekehrt haben in ihrem letzten Kerne 
von dort her nach Syrien gekommene Stoffe wie diejenigen der Kreuzauf- 
findungs- und der Marienlegende hier eine entscheidende reichere Aus- 
gestaltung gefunden. Endlich aber ist im Gegensatze zu allen diesen Legenden 
aus orthodoxen Kreisen Edessas an der sog. Edessenischen Clironik 
noch um die Mitte des 6. Jhs eine der wertvollsten Geschichtsquellen hervor- 
gegangen. 

a; Von griechischen Martyrien, denen auf ihrem Mutterboden eine her- 
vorragende literarische Bedeutung bestimmt war, haben zunächst diejenigen der 
40 Märtyrer von Sebaste,*! der wundennächtigen Heilande Kosmas und Damianos*) 

963;.^dd 14732. 1011/222 13.Jh)21''. Pr 2::iü (Suppi 28. J 1193 4) fA 2.S4(.'^uc fMiids 143. 13..Ili) 2". 3. 
Urm 232 (J 179.7/6 nach Vorlage des 9 10. Jhs. eines Bruchstiickes : Br.M 784, Add 14688. toi 40/3. 
J865/6il" und diejenigen der ncstoriauischen Tixtüberlieferuug des "E.. wo auch dieses .Stück 
Aufnahme fand. Ag: AMS 5, 122/76. EAWBudge, The Book of Paiadise 30143. Übss: 
EAWBudge, The Paradise or gardeu of the holy Fath^rs 1, 283/316. FNau, PO 4, 4Ü9/511. 

') Hs3derersteren: Brl 27iSa.:h302. 78..Ihi2o. BrM 762.6». 9(50.24». 946. 2», der letzteren : 
BrM 804 (Add 14653. 9,10..)h 5°. Or .5021 :J 902/3j. 959 (Add 14730. fol 112 64. 12. Jhj 4» 963. 2». 
7190Rich(13. Jh)79", beidt-r: diejenigen der uestoiiaiiisi:heu 'E.-Überlieferuug, einer arabischen Übs 
fuach Vorlage vom J 1178j: JerMkl .38*. .31" bzw. 1». Agg der erstereii: KatSacliau 105,9. AMS 
7, 236,51. Budge, The Book of Paradise 2, 279/90, der letzteren: AM.S 5, 561/7.5. Übs beider: 
Budge, The Paradise I, 22634. 278/81. 

«)'Aigl2. Hss: BrM 941(Aadl4609.J586i5''. 937 (Add 14646. fol 1/133. 6. Jhj 1». 780(Add 
17172 Zwischen den JJ 818/9 und 82930) 3«. 963. 3°. Bil 26 i.Sauh 321. .1740,1)3». Pr 236. 1». 
2.34. 2». 1. CmbrAda2016(13. Jhj7''. Urui 232, eines Brnchstückeä: BrMUr 5021, einer aiabischen 
Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl :S8 iJ 1732/3) 2». Agg: AMS 5, 1/120. Badge, The 
Book of Paradise 2, 3/9U, der Kapp. 1;15: F:Sch ultheli. Probe einer jvr. Version d. Vita St. 
.\utonii. Mit Einleit. ii. deutscher Übs. (Lpz 1894). 

') Hss: VtS 160(10. Jh. Vg. aber S. .55 Ak. 5) 19». 161(910. Jh 31". BrM y58(Add 14735. fol 



94 Die Literatur bis zum Zeitalter der cbristologidchen Kämpfe. g 14a] 

und des Kyprianos und der Justa ') nach Ausweis der hslichen l'berlieferung 
schon im 5. Jh eine (bs ins Syrische erfahren. Das gleiche gilt von den Akten 
des Pantaleon und seines Genossen ^) und der syrisch in einer Mehrzahl von Re- 
zensionen besonders gut bezeugten Legende der hl. Sophia und ihrer Töchter 
Pistis, Elpis und Agape *) und von einer stattlichen Reihe wenigstens vereinzelt 
auftretender Texte selbst zweiten und dritten Ranges. Nicht nur der Anliochener 
Babylas *) und eine Gruppe von sieben Blutzeugen aus Samosata,*) auch aus Rom 
Agnes") und Eleutherios mit Anthia und Correbor,') aus Alexandreia Theodoros 
und Didyuios,'*! Phileraon, Choraula, der Lektor ApoUonios, ein Prüfekt und vier 
Protektores,") aus dem ägyptischen Lande Paphnutios.*") ApoUonios, Philemon, 
Arianos und vier Protektores/') Leukios. Thyrsos und Kaliini kos,''') aus Thessa- 
lonike Theodulos und Agathopus, '") aus Philippi die ehemahge Hetäre Theodota,'*» 
aus Nikaia eine andere Theodota mit ihrem Sohne,''*) aus Kappadokien Mammas'") 
aus Sinope Phokas") sind neben einem Lukianos und Markianos."') einem Victo- 
rinus. Victor und Nikephoros,'") ehier Maria,'''") einem Crescens,"') einem Dios- 
kuros--) Helden hierhergehöriger Stücke teils der Erzählungs-, teils der Predigt- 



72/173. 12. Jhjia». Sin 82 (12,3. Jh). Pr 234 (Anc fonds 143. 13. Jh). JerPatr 17 (J 1612) a, einer 
arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38* (J 1732/3)86°. Ag: AMS 3, .355/75. Übs 
(mit Untersuchung): WWeyh, BZ 21, 76,93. ♦) Hss: BrM 936(Add 14644. 5 6. Jh)ll». 960 

(Addl2174.J 1197)69». Ag: AJIS 6, 107,19. Vg. WWeyh, D. syr. Kosmas- u. Damian-Legende. 
Programm d. Kgl. hnmanist. Gymnasiums (Schweinfurt 1909/10). 

») Hss: BrM 944 (Add 12142. fol 64/107. 6. Jh) 1». Sin 30 (J 787), von Brnchstücken : BrM 951 
(Addl4629. 9. Jh)2». 959(Add 14730. fol 112 64. 12. Jh) 19». 970(Addl4738. foll06 7. 12,3. Jhi, einer 
arabischen Übs mach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38*. 73». Agg: ASmithLewis, StSiu 9, 
245/78 (10, 185/203). AMS 3, 322/44. In der znerst genannten Hs unter 3» auch Akten einer angeb- 
lich im 3. Jh nach Persieu verschleppten und vom Großherrn in sein Harem aufgenommenen Römerin 
Candida. Vg. VRyssel, D. Urtext d. Cyprianuslegende, Archiv f. d. Studien d. neueren Sprachen 
n. Lit. 110, 273311. ^) Hss: BrM 944. 2». VtS 461(9/10. Jh)21». BrI 75(Sach222. J1881)19». 

3) Hss: VtS 160. 33°. BrM 934(Addl7204. 5.Jh)5°. 936(Add 14644. 5 6. Jh). 919(Add 14650. 
G7.Jh)10°. 952 (Add 14645. J935,'6) 26°. Sin 30, einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J1178): 
JerMkl 38*. 122°. Agg: AMS 6, 32/52. ASmithLewis, StSin 9. 21844(10, 168/84). *) Hss: 
VtS 160. 18». 952. 39». 960^Add 12174. J 1197)57». Ag: AMS 4. 274 89. '>) Hyperechios, PhUofheos 
und Genossen. Hs: VtS 160. 34», einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38*. 92». 
Agg: Assemani, Act. Mart. 2, 124,'47. AMS 4, 88.116. 

"j Hss: VtS 160. 23» (und von jüngerer Hand nochmals 28°), einer arabischen Übs (nach 
Vorloge vom J 1178): JerMkl 38*. 121». Agg: Assemani a. a. 0. 159/64. AMS 4, 116/23. 

') VtS 160. 27». BrM 935(Add 14654. 5,6. Jh|l»j. Ag: AMS 6, 417/30. 

*) Hs: VtS 160. 17». ») Vt 160. 21». 161 t9. Jh)24». '») Hss: BrM 934. 1». 952. 23». 
VtS 161. 23». VtB 39 (16. Jh). Pr 236(Snppl28. 1193/4)24«. N-Dsem 113. Ag: AMS 5, 514/42. 

•') Hs: BrM 934. 2». '«) Hss: VtS 160. 22°. 161. 23». BrM 935. l»k. ") Hs: VtS 
160. 16». '*) Hss: VtS 160. 20». 161. 9°. Agg: Assemani a. a. 0. 2, 221,'4. ERüdiger» 
135/8. AMS 4, 12.3/7. ") Hs: VtS 160. 24». 

'*) Hss zweier verschiedener Texte, einer kürzeren Predigt und ausführlicher Akten: VtS 
160. 37». BrM 952. 31». 860. 51». 922(Add25875. J1709/10)ll». Pr 234.1». 88. Seert 63 (15. Jh). 
einer arabischen Übs der ersteren (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38*. 102». Agg der Predigt 
(nach BrM 960): AMS 6, 431/45, des umfangreicheren Textes: van den Gheyn, Acta S. Mam- 
mantis aramaice nunc prim. ed. (Brüssel 1890). AMS 6,445/58. Vg. FrGörres, ZWT 34, 374 9. 

'■) Hs: VtS 160. 35° (bzw. von anderer Hand nochmals) 42». '») Hs: VtS 160. 26°. 

Agg: Assemani 2, 49,54. AMS 4, 1/7. '") Hs: VtS 160. 25". Agg: Assemani 2, 60,'64. 

AMS 4, 8/14. ■") Hss: BrM 934. 4». Sin 30, einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): 
JerMkl 38*. 120». Ag: ASmithLewis, StSin 9, 111/22 (10, 85/93). -') Hss: VtS 160. 44». 

BrM 935. l»b. "i Hs: VtS 160. 45». 



[§ 14 ab Übertragangen griechischer Martyrien. Das ,,B der Schatzhöhle". 95 

form, denen bfziiglich eines 'nicht als Blutzeuge verstorbenen Heiligen der Ver- 
folgungszeit die Wiedergabe eines verlorenen Originals des 4. Jhs au einer Bio- 
graphie Gregorios' des Wundei-täters anzureihen ist.') Es bedeutet einem der- 
artigen Befunde gegenüber kaum eine allzu große Kühnhoit, nicht geringeres Alter 
noch für einzelne l'bss anzunehmen, diö erst in wenig jüngeren Hss zum ersten 
Male erscheinen, wobei etwa die Akten des Sergios und Bakchos -) und des 
,.letzten Märtyrers'' Petros v Alexandreia'') in Betracht kämen, zu denen sich 
noch die Erzählung von einer Jungfrau Andromeda aus Jerusalem *) gesellen 
würde. 

b) Das „B der Schatzhöhle" (K d(h)ame'ärat(h) gazze)^) heißt nach der 
Höhle, in welcher von Adam der zur Darbringung durch die "Weisen bestimmte 
Schatz von Gold, Weihrauch und Myrrhe geborgen wird und die alsdann ihm 
und den übrigen vorsintflutlichen Patriarchen als letzte Ruhestätte dient, eine 
irrtümlich Ap(h)rem als Verfasser l)eige]egte christhche Weiterbildung des Stoffes 
der ..Kleinen Genesis"', die späterhin auf nestorianischer Seite nicht weniger wohl- 
bekannt war als auf monophysitischer. Die sagenumsponnene Patriarchengeschichte 
wird von dem mithin unverkennbar im Mesopotamien des 6. Jhs l)eheimateten 
Autor in unmittelbare Verbindung mit einem Legendenkreise gerückt, in dessen 
Mittelpunkt der Kreuzesfelsen von Golgotha steht. Unter diesem wird nämlich 
nach der Flut jener Schatz zusammen mit den Gebeinen Adams, auf die hier 
das entsühnende Blut des Erlösers herabträufeln soll, in der Tiefe der Erdmitte 
aufs neue begraben. Das Werk, das durch die Rinnsale vom Orient gespeister 
abendländischer Legendenliteratur bis in ClBreutanos Bearbeitung der Visionen 
der AKEmmerich nachwirkt, hat im Osten frühzeitig eine arabische t'bs erfahren 
und den Inhalt für den zweiten und dritten Teil des äthiopischen Adambuches 
geUefert.") Auf syrischem Boden selbst hängt es nach rückwärts mit Stücken 
einer aus dem Griechischen geflossenen Adamliteratur zusammen. Von denselben 
wurde eine T'bs der durch das Gelasianische Dekret abgelehnten ,.Reue" des 
Protoplasten um 590 durch syrische Nestorianer nach Armenien gebracht und 
dort ins Armenische weiterübertragen.") Ein mit ihr mindestens eng verwandtes 



'i Hs: BrM 943{Addl4648. 6. Jhi 2". eiuer anibisclien Cbs mach Vorlage vom J 1178): .lerllkl 
38*. 71". Ag: AMS 6, 83/106. Übs mit Untersuchung des Verhältnisses zu G. v Nazianz und Ru- 
finns: VRyssel, Theol. Ztschr. aus d. Schweiz 40, 228/.ä4. Vg. PKoetschan, ZWT 41. 211/5(1 
HHilgenfeld ebenda452/6. *) Hss: BrM 938 (Äddl 7205. fi.Jlill». 960.49». VtS 161. 4". B .Si) 
(16. Jh). Brl 7.'S(Sach222. J 1881)22». N-Dsem 113, eiuer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178) : 
JerMkl 38*. 90. Ag: AMS 3, 283/322. 

') Hss: BrM 949 (Add 14650. 6/7. Jh) 8». 762(Add 17173. 7.Jh)7». 918(Addl4641. 10; 1. Jh)4«b. 
Brl 26(Sach321. J 740;i)2». Seeit 63(15. Jhl Urm 232(J 1795 6 nach Vorlage des 9/10..1hs) fol 122, 
einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38*. 59». Ag: AMS 5, 543/61, Vg. 
FNan, AB19, 12f. ♦) Hss: BrM 949. 5». 950(Addl4651. foll/179.9. Jh)21»- 952.37». 960. 

56». Pr 234. 1». 37. 235(Ancfonds 144. 1.3. Jh) 27". Ag: Assemani 2, 68/121. 

') Hss: Seert 114 (J 1239)1». 113(18. Jh; P. Urm 90 (J 1594) TP. 1.30(17.JhL Iir.M719!) 
Eich (16. Jh) P. 922 (Add 2587.5, J 1709/10)1». VtS 164 (J 1702)1». Dijarb 112(18.Jhi2". Brl 73 
(Sach 131. J 1862) IIP. Mard 83 (J 1890)1». Über eine im Besitze des Union Theol. Seminary, New 
York JHHall, JBL 5, 2.S,40. Eine weitere erwähnt Güiettrich, NGWG 1901). 161. \g (um! 
Übs): CBezold, 1>. Schatzhöhle, syrisch und deutsch (Lpz 1883/8). 

») Übss des letzteren: CADillmann, Ewalds .lahrbb. d. bibl. Wissenschaft 5, 1/144; 
Migne, Dictionnaire des apocryphes 1 (Pr 1856) 290/302; SCMalan, Book of Adam and Eve, also 
called the conflict of Adam and Eve with Satan (Lo 1882). Über die in einer Münchener Hs er- 
haltene arabische Vorlage des äthiopischen Textes ETrumpp, Abhandl. d. Münchener .^kad. d. 
Wissensch. Philos -phüol. Classe 15tii. ') Samuel v Aiii (PG 19, 685f... Ein Bruchstück des 
griechischen Originals ist hgeg. von MRJames, TaSt 2ni, 138/45. 



96 D\e Literatur bis zum Zeitulter der christolügiBchen Kämpfe. g I-Jcj 

„TesUinient Adaius'' wird in dreifacher Rezension durch Azz kenntlich,' i die größten- 
teils in einer selbständigen auf das Syrische zurückgehenden arabischen Textes- 
überlieferung'') und im Rahmen eines großen arabisch und äthiopisch erhaltenen 
Klemensapokryphons, des sog. „Rollenbuches'' (Kitäb al-magall),*) wiederkehren. 
c) Von edessciiisclieu liOkallegeiiden knüpft eine zur Verherrlichung der 
Wunderiuacht der örtlichen Märtyrer Gürjä, Sguiönä und Habbib(h) bestimmte 
von Eupiiemia und einem seiner syrischen Liebe untreu gewordenen Gothen *i an 
den Hunneneinfall im .1 3'Jö an. Tatsächliche Vorgänge aus der Zeit des Rab- 
bülä, in welche die Handlung verlegt wird, mögen letzten Endes derjenigen des in 
der Weltliteratur unter dem griechischen Namen Alexios zur Berühmtheit gelangten 
„Mannes Gottes aus der Stadt Rom"' zugrunde liegen.*) Den in der Brautnacht 
aus der fernen Kaiserstadt Entflohenen läßt sie in ihrer etwa im dritten Viertel 
des 5. .Ihs entstandenen ursprünglichen Gestalt") zu Edessa in seligem Sterben 
das Ziel seiner Asketenlaufbahn erreichen. Erst eine jüngere Bearbeitung weiß 
von seiner Rückkehr nach Rom und seinem Ende im Elternhause zu berichten, 
wo der Heimgekehrte unerkannt als verachteter Bettler gelebt hätte.') Züge, die 
der Legende des auf syrischem Boden als Jöhannän b Malke („der Königssohn") 
oder J. „mit dem goldenen Evangelieubuche" bekannten Joannes Kalybites ent- 
stammen.''') Durch die Alexioslegende beeinflußt ist andererseits die gleichfalls 
in den Tagen Rabbüläs spielende Erzählung von einem B Paulos und einem Diakon 
Jöhannän,") während die Geschichte eines angeblichen römischen Märtyrers 



') Hss: BrM 791(Addl4624.9.Jh)2». VtS 58(J 1584/6) bzw. VtS 164 (J 1702) 4» BrM 922 
(Add 25875. J 1709/10) 4° bzw. BrM ArundOr 53. Pg. 96. VtS 159 (J 1628/'32). Fo1113t». Dazu Azz: 
BrM893(Add]4ö77.9.Jli)22''. Agg: ERenan, JA" 2, 427/71. MKmosko, PS 2, 1307,60. 

■^) Hss: Pr Anc fonds 54, Ox Hunt 514. Cmbr 306. Ag: CBezold, in: Oriental. Studien 
ThN'öIdeke zum 70sten Geb.tage 893/912. *) Ag des arabischen Textes: MDGibsun, StSin 7 
(Lo 1901). Übs des äthiopischen: SGrebaut, ROC 16, 72,84. 167 75. 225,33. 17, UV3I. 1.33;44. 
244/52 337/46. 18, 69/78. 19, 324/30. 20, 33/7. 424/:-.0. ■>) Hss: Sin 82 (12,3. Jh). Pr 234 (4uc 

fondsl43. 13.Jh)l». 38. Ag und Übs: FNan, EOG 15,64/72.173/91. fCBurkitt, Euphemia aud 
the Guth usw. (Lo 1913). Ag zweier weit umfangreicherer Rezensionen in griechischer Sprache : 
OvGebhardt, TuU 37 ii, 148/99. Vg. L/LVl. Die hier von ihm vertretene Annahme griechi- 
schen Ursprungs wird angesichts des ihm noch unbekannten syrischen Testes hinfällig. '■) \g. 
AAmiaud, La legende syriaque de St Alexis. Texte syr. et tra'l. frau?. (Fr 1889) mit ausführlicher 
Einleitung. FNan, EOG 15, 55f. FPlaine, Rev. des quest. bist. 51, 560,76. «) Hss: BrM 93ti 
(Add 14641. 5/6. Jh) 12». 925(Addl7177.6. Jh). 942 (Add 12160. foll09/85. 7. Jh)I»t. Katalog KWHierse- 
inann 487. Nr 255 a (J882) 18", einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 117f>): JerMkl 3S*. 13". 

') Hss: BrM 950(Addl4649.foll,179.9.Jh)3<'. 957 (Add 14655. 11. Jh)2''. 842(Add 14728. 
foll,'75. 13.Jh)10». Pr 234 lAnc fonds 143. 13. Jh)!". 41/2. 235 (Anc fonds 144. 13. Jh) 3''/4», einer 
arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38*. 14". In dieser jüngeren Gestalt hat die 
Legende ihi-e Verbreitung im Abeudlande, an der Kirche S Alessio auf dem Aveutin ihr im J 1217 
nach der angeblichen Auffindung der Gebeine des Heiligen durch Papst Honorius III. nen- 
geweihtes monnmentales Denkmal auf römischem Boden und in dem Epos Konrads v Wiirz- 
burg ihren Platz auch in deutscher Dichtung gefunden. 

") Hss: BrM 948 (Add 14601. J 850) 7". 789 (Add 17192. 9. Jh) 13». 950. 23». ^58 (Add 14735. 
fol 72/173. 12. Jh) 6". 959 (Add 14730. fol 112/64. 12. Jh) 5". 843 (Add 14728. fol 138/207. 13. Jh) 10°. Or 
4526 (J 1726/7) fol 258 v°. 4404 (19. Jh) fol 111 v». Pr 236 (Snppl 28. J 1193/4) 11°. 234.26». 235.11". 
309 (J 18G9) 6". 826.2°. CmbrAdd 2016 (13. Jh) 13». 2020 (J 1697) 3». JerPatr 17 (J 1612).«. Brl 
74(Sach9.J 1694/5) 15". 75(Sach222.J 1881)10». Urm 49 (18/9. Jh). 38 (J 1885) 11°. 179(19. Jh) 12», 
einer arabischen Übs (nach Verlage vom J 1178): JerMkl 38*. 12». Ag: AMS 1, 344/65. Bs: Kat 
Sachau287f. ") Hss: BrM 942i» 4. 939(Add 14646.fol 134/94. 10. Jh)2". Pr 235. 5°. Seert 63(14. Jh). 
Mos 86 (J 1711/2), einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38* 75». Bs: FNau. 
ROU 15, 56,60. 



[§ 14 de Edessenische Lokallegendeii. Weitere Legendeiistofie. 97 

'Azzizä'il *) ein weiteres Beispiel des Hereinragens Roms in die Welt bodenständig 
ostaramäischer religiöser Sagenbildung darstellt. 

d) Zwei weitere Legendeustoüe von internationaler Bedeutung, die sich 
mit Bestimmtheit als in Syrien heimisch erweisen dürften, haben an den Sagen 
von dem Aussatze Konstantins d. Gr. und seiner Heüung durch die Taufe Ijzw. 
von den ephesinischen Siebenschläfern zunächst eine poetische Behandlung in alt- 
monophysitischer Dichtung erfahren. -) Daneben läßt sich für die erstere ^) ein 
Prosatext, der im Gegensatze zu der dichterischen Bearbeitung bereits gleich der 
griechischen und lateinischen Überlieferung ausdrücklich die Taufe des Kaisers 
nach Rom verlegt und Papst Sylvester zu ihrem Spender macht, unmittelbar 
allerdings vorerst nicht über die zweite Hälfte des 6. Jhs hinauf verfolgen.*) Ein 
solcher der Siebenschläferlegende * I scheint dagegen schon auf eine längere Ent- 
wicklung zurückgeblickt zu haben, als vei-mutUch um die Mitte des 5. Jhs eine 
Spaltung seiner Überlieferung in einen nestorianischen und einen monophysitischen 
Zweig eintraf) Auch der in giuechischer, arabischer, äthiopischer, armenischer, 
georgischer und slawischer Sprachform durch den gesamten christlichen Orient 
verbreitete erbauliche Roman von Barlaam und Joasaph ist anscheinend in 
syrischer durch Träger der ostaramäischen Mission in Indien auf Grund einer 
buddliistischen Vorlage geschaffen worden,') wobei es nicht notwendig, ja an- 
gesichts der Erfolge des Werkes auf chalkedonensischem und monophysitischem 



•) Hss: JerMkl 37 1 15. Jh) 2». BrIOrqn 942 (Abs der vorigen). Urm 128(19.Jh). Ag: 
FMacler.HistoiredeSt. AzazaiirPr 1902). Vg. CBrockeimann, ZDMG 58, öOOf. 

'■) Vielleicht wirklich Ja'qöb(h)8 v Serügfh). Vg. S. 158 Ak. 2f. 

") Vg. LDnchesne, Etnde snr le Liber pontificalis (Pr 1877) 168/73. Le Liber Pontificalis 
(Fr 1886) CXVI. ALFrothingham, Lnmelia di Giacomo di Sarüg sul battesimo di Costan- 
tino imp. pnbbl., trad. ed anuot., BAL' 8, 167 242. VRyssel, Archiv f. d. Studiam d. neueren 
Sprachen n. Literaturen 95, 21 54. JDölger, Konstantin d. Gr. u. seine Zeit (FrbgB1913) 394/426, 
der sich gegenüber der ZurückfUhrnng der Legende auf Syrien ablehnend verhält. PSchas- 
kolsky. Koma e TOriente 6, 1225. 

*) Hs: Bril 960. 32». Dazu ein Text bei Ps-Z. I 7. Ag des letzteren: JPNLand, AnecdS. 
3, 46/76. Übs: VRyssel a. a. 0. 

') ABeinbrccht, Legende von d. Sieben Schläfern n. d. anglo-normann. Dichter Chardri 
(Göttingen 1880). JKoch, D. Siebenschläferlegende, ihr Ursprung n. ihre Verbreitung (Lpz 
1883). I g n G u i d i . E ALM2, 343 45. T h X ö 1 d e k e . GötHng. Gel. Anzeigen 1886, 453/9. VRyssel 
a. a. 0. 93, 24180. 94, 37288. Theolog. Ztschr. aus d. Schweiz 13, 1/66. BHeller, Rev. des 
Etudes jnives 49, 190/218. SlHnber, D. Wanderlegende von d. Siebenschläfern (Lpz 1910). 
AAllgeier, OC« 4, 27997. 5, 10,59. 263,70. 

*) Hss einer ausführlicheren auf monophysitischcr Seite fortlebenden Rezension: Brl 26 
(Sach 321. J 740/1 1 16». Pr 235. 34», einer kürzeren : BrM 949 ( Add 14650. 6 7. Jh) 9°. 942 (Add 12160. 
foll09/85. 7.Jh)I»ö, wozu sich unmittelbar ein Text bei Ps-D und als eine abgeleitete Gestalt 
derjenige bei Ps-Z III gesellt, eines Mischtextes: Br.M 918(Add 14641. 10/11. Jh)4»c, der nestoria- 
nischen Rezension: CmbrAdd 2020 (J 1697). ürm 178il7. Jh)16». 179 (19. .Jhj 11». Pr .3(19 (J 1869) 14». 
326.6». Brl 95 (Sach 222. J 1881) B. 20». N-Dsem 96 (nach J 1887). BrMOr 4404 (19. Jh) foL 87 v», 
einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl .j8*. 87». Agg des ersten Teiles desPs-D- 
Teites: Ag Tnllberg 167/74, des Ps-Z-Textes: J PN Land, AnecdS 3, 87 99, des zweiten Teiles 
der kürzeren monophysitischen Rezension: IgnGuidi a.a.O., einer Wiederholung derjenigen von 
Tnllberg und Guidi mit Kollation von Brl 95: .AilS 1. ;301 25. 528,35, einer Kollation von BrM 949: 
IgnGuidi. ZDMG 46, 749f., große kritische mit Übs: AAllgeier, OC- 6, 143. 7, 33,87. 

') Vg. XJMarr, .Armen.-grasin. Materialien zur Gesch. d. erbaul. Erzählung von Barlaam 
n. Joasaph Petersb. 1897. Russ.). Hagiograph. Materialien nach grnsin. Hss in Iwiron. Heft 1 (Petersb. 
1900. Russ.). EPereira, Santo martyr Barlaam. Estndo de critica historica (Coimbra 1901). 
Hs eines syrischen Textes vielleicht: JerPatr 17 (J 1612)^'. 

Baamstark, Geschichte der syrischen Literatar. < 



98 Die Literatar bis zum Zeitalter der cbristologif^cbeD Kämpfe. § 14 ef] 

Boden nicht einmal wahrscheinlich ist, daß es sich dabei schon um nestorianische 

Missionsarbeit gebündelt habe. 

e) Die Kreiizaiiffindungslegende *) dürfte in Edessa von Westen her in 
der von Auibrosius und Kufinus bezeugten Urgestalt der Helenaiegende bekannt 
geworden sein. Diese erzeugte hier ein Gegenstück an der zunächst im Rahmen 
der ..Lehre des Addai" auftretenden rberlieferung von einer Auffindung vielmehr 
schon durch Protoiiike, die angebliche Gemahlin des Kaisers Claudius. -j Unter 
dem doppelten Einfluß dieser einheimischen Protonike- und der abendländischen 
Heienalegende ist alsdann eine spezifisch syrische Erzählung über die — nunmehr 
zweite — Auffindung durch Helena entstanden, in der einem sich bekehrenden 
Juden, dem nachmaligen B Judas Kyriakos v Jerusalem, eine maßgebliche Rolle 
zufällt: eine Erzählung, die auf ihrem ostaramäischen Heimatboden fast aus- 
nahmslos mit dem Berichte über die erste Auffindung verbunden und mit dieser 
durch die Klammer eines solchen über eine Wiederverbergung des Kreuzes zu- 
sammengehalten, in vcrselbständigter Form in das griechische und lateinische 
Schrifttum überging.*) Eine Ergänzung erfährt der ganze Kreis von Texten durch 
ein legendarisches Martmum des Judas Kyriakos.*) 

.f) Die Marienlegende ist auf dem syrischen Sprachgebiete abgesehen von 
der Übs des Protoevangeliums zunächst durch zwei Rezensionen des außerhalb 
Syriens zuerst ums J 500 durch seine Verwerfung im sog. Gelasianischen Dekret 
bezeugten apokryi^hen Berichtes über das Hinscheiden der allerseligsten Jungfrau 
vertreten,*) von denen die eine, in Form eines Sendschreibens der Apostel ge- 
kleidet, sich eng mit dem griechisch als Werk des Apostels Johannes überheferten 
Xöyog eis lijv yioi^n]aiv rr^q äyiag ^aoTÖy.ov,'^) die andere unter dem Titel der 
..Exequien meiner Herrin Maria" mit der griechischen ■/.oiuraig-'Rei\e des Joannes 
V Thessalonike und einem unter dem Namen Melitos v Sardes gestellten lateinischen 
Transitus-Text berührt.') Die von Hause aus schHchtere erste Rezension hat eine 



•») VByssel.Ztschr.f.Kirchengesch. 15,222/43. ENestle. BZ 4, 31945. JStranbinger. 
D. Krenzanffindungslegende. Untersnchnngen üb. ihre altchristl. Fassungen mit besonderer Berück- 
sichtigung d. syr. Teste (Paderborn 1913. 

'•') Hss außer denjenigen der „Lehre des Addai" (.S. 28 Ak. 21 : BrM 935 (Add 14654. 5,6. Jh) 2°. 
Pr 234(Ancfondsl43. 13. Jh)35<'. Agg GPhilipps, The Doctrine of Addai 107 (10/6), nach 
der Pariser Hs: ENestle- 108/13. Ders., De Sancta crnce. Ein Beitrag zur christl. Legenden- 
forschung (Brl 1889) 21/5. 37 f. (51/4). Übs: J Straubinger a. a. 0. 87 92. 

') Hss des Berichtes über beide Auffindungen mit Wiederverbergung in jakobitischer Über- 
lieferung: 0x163 (Marsh 13. .11176/7)11°. BrM 960(Addl2174. J1197)48"', in nestorianischer: Seen 
63(15. . Tb). 82 (16. Jh) Anh. 3". Pr 309 (J 1869) 15°. 326 (ganz jung) 4«. Brl 75 iSach222. J1881)5°. 
6°. 9». N-Dsem 112 ( 1885). 113. BrMOr 4404 (19. Jh) fol 128v», einer arabischen Übs (nach Vorlage 
vom J 1178) der ersteren Rezension : JerMkl 38* 51°, eines selbständigen Textes der zweiten Auf- 
findung: BrM 936 (.\dd 14644. 5/6. bzw. nach Nestle 7. Jh)4°. Agg des ersten Textes nach der Oxforder 
Hs mit Übs: DLoftus, Invention of the Gross whereon Onr Savionr was crucified. Translated 
out of an ancient Aramaean Biologist (Dublin 1686), nach der Londoner: ENestle ' 66/78. Ders., 
De sancta cruce 7/20 (39,50), des zweiten: AMS 3, 175/87. 1, 326/43. 535, des dritten: ENestle- 
113/26. Ders., De sancta cruce 25/36 (55/64). Übss des zweiten für die Protonikeauffindang : 
VEyssel, Ztschr. f. Kgesch. 15, 226/33, für die Helena- Auffindung: Ders.. Archiv f. d. Studium 
d. neueren Sprachen und Literaturen 93, 8/22. des dritten: JStranbinger 15,49. 

') Hs : BrM 936. 5°. Ag : I g n G u i d i , ROC 9, 87/95. •' i Vg. F H a a s e , Literarkrit. Unter- 
suchungen zur orient.-apokr. Evangelienliteratur 77 87. ") Hs (leider nur des ersten Teiles): 
BrM 158(Addl4484.foll/8. 10.Jh)fol7r°/9r». Ag: WWright, ("ontributious to the apocr. lit. of 
the N. T. 27 33 (18/24). ') Hss von Bruchstücken: BrM 82 (Add 14669. fol 38/56) fol 39 (5. Jh). 
465(Add 17137. 5/6. Jh)2». 507 (Add 14665. fol 21/4. 5/6. Jh). 158foll»r/5°v. Ag :WWright a. a.O. 
55/65 (42/51) mit Ergänzungen 11/6, 



[§ 14 fg Kreuzauffindnngslegende, Marienlegende. Edessenische Chronik. 99 

Beeinflussung durch die Ab(h)gar-(Schatzhöhle-) und Kreuzauffindungslegende in 
drei weiteren Gestalten erfahren, von denen die erste in 6 (bzw. 5) BB eingeteilt, 
im J 97/8 nach der Schrift suchenden Sinaimönchen durch den Apostel Johannes in 
Ephesos übergeben sein wll und ausführlich auch noch den Einzug Marias in 
die ewigen Paradieseswonnen schildert.') während die zweite, einer B-Einteilung 
entbehrend, im übrigen bald etwas kürzer, bald etwas reicher entwickelt, mit ihrer 
Entrückung von der Erde und der Rückkehr der Apostel vom Grabe abschließt^) 
und die dritte anscheinend einen Az der ersten darstellt.'') Auf Grund anscheinend 
der 6 BB-Rezension, des Protoevangeliums und eines vielleicht von demjenigen 
des Ps-Thomas verschiedenen Kindheitsevangeliums ist schließlich ein vollständiges 
apokr}-]Dhes Marienleben wiederum in 6 BBn erwachsen.*) das zunächst unmittelbar 
erst in späterer, vorzugsweise nestorianischer Überlieferung vorliegt, aber in 
armenischer vielleicht ein Seitenstück besitzt^) und einen Einfluß auch auf 
byzantinische Kunst ausgeübt hat.") 

g) Edessenische Chronik pflegt die selbst sich als ,,Ei-zählung der Ereig- 
nisse im Abriß"' einführende Arbeit eines in der Tat offenbar in Edessa heimischen 
unbekannten Chronisten genannt zu werden, zwischen deren wenigstens für die 
ältere Zeit durchweg lapidar kurze Nachrichten eingebettet sich der Bericht über 
die Hochwasserkatastrophe des 9. 201 erhalten hat.') Mit der Begründung des 
edessenischen Königtums im J 133 2 v. Chr. anhebend, beginnt sie von einer 
zweiten im 5. 303 erfolgten Zerstörung der Mauern Edessas an eingehender zu 
werden und schließt mit Vorgängen aus dem .5. .540. Gewiß nicht erheblich 
später hat der Verfasser geschrieben.*) Sein dogmatischer Standpunkt war 



') Hss: BrM 157(Addl4484.foll2'47. 6. J^S". 963 (Add 14731. fol 1/227. 13. Jh)!». von Palim- 
psestbrnchstücken (5/6. Jh): Sin 30. ( J787). Ar 514. 688 und eine von ASmithLewis in Suez erworbene, 
des 6. Jhs: BrM 834(Add 147.30. fol 1/111. 12. Jh) 6». einer jüngeren nestorianischen Textform: im 
Privatbesitze von JRHarris (J 1857). Agg nach den beiden ersten Londoner Hss: WWright, 
JSL* 6 hinter 418, 7 hinter 109 mit besonderer Paginiernng (Übs: 7, 129/60, des Testes des Saez- 
Palimpsests ergänzt nach der Hs Harris: ASmith-Lewis, StSin 11, 22/115 (12/69). der Brneh- 
stücke des Sin 30: ebenda Ib0f7 (ohne Übs). ^} Hss eines zu Anfang unvollständigen Textes 
BrM 960 (Add 12174. J 1196) 78". Ag: WWright, Contribntions 33/51 (24/41). ') Hs: Brl 59 
(Orqnart 802. 17/8. Jh) 6". Bs: KatSachau 202f. Einen nicht näher bekannten Test bietet VtB 
39 (16. Jhi. die arabische Übs eines solchen (vom J 1178) JerMkl .^8*. 52». 

*) Hss: CmbrAdd 2001 (J 1480/11, dieses Werkes oder des Testes der Harris-Hs mit vor- 
gesetztem Protoevangelinm (Vg. §lld): X-Dsem 97 (J 1689/90?. CmbrAdd 2020 (J 1697). BrMOr 
4526 (J 1726;7). Mard 80 (zw. JJ 1728/31). Dijarb 99 (gleichen Alters). Urm 43 (J 1813). 
38 (J 1885) 10». 47 (J 1885) 10». BrlOrfol 1130 (J 1814/5). Ag: EAWBndge, History of the 
blessed Virgin Mary and the History of the likeness ot Christ which the Jews of Tiberias made 
to mock at. (2 Bde. Lo 1899). Über die der hier an zweiter Stelle gebotene Legende § 42 d. 
Eine mit gewissen Partien des ersten Teiles des Marienlebens sich berührende „Geschichte des 
Zacharias, Vaters Johannes des Täufers" in der Hs Seert 82 Anh. (16. Jh) 1», 

•'*) Für seinen ersten Teil an der armenischen Bearbeitung des Protoevangeliums. Vg. 
FCConybeare. AJT 1, 424'42. FHaase a. a. 0. 53/5. ») Nachgewiesen von ABaum- 

stark, OC 4, 187/90. 

') Hs: VtS 162, wo die ältere Chronik der historischen Kompilation des sog. Ps.-Dionysios 
V TeU-mahrE(§ 43 i) eingefügt ist. Agg: BO 1, 388/417. JDMichaelis 46/74. LHallier, TnU 
9i, 143/57. IgnGnidi, ChrM 1/13(1/11). Vorschläge zur Textverbesserung von FPraetorius, 
ZDMy 67, 570. Vg. die „Untersuchungen" Halliers a. a. 0. AvGntschmid, Memoires de 
l'Academie iroper. des Sciences de St. P^tersbonrg' 35, 19. Wright 101 f. DuvaP 178/80. 
FHaase, OC« 7/8. 88,96. 

') So mit eingehender Begründung Haase gegen Hallier, der die Chronik nicht vor 570 
entstanden glaubt. 

7* 



100 Die Literatur der Degtorianisclien Bewegung. § 14 g 15] 

augenscheinlich derjenige einer von Hinneigung zum Nestorianismus nicht freien 
chalkeilonensischon Orthodoxie. Da.s Meiste und vor alleni Wichtigste seines 
Stoffes haben ihm kirchliche und profane Archivalien seiner Heimatstadt geliefert. 
Doch hat er daneben auch literarische Quellen benützt 'j und für seine eigene 
Zeit bald mit dem persönlichen Wissen eines Augenzeugen, bald nach bloßem 
Hörensagen l)erichtet. Die Häufigkeit genauester Datierungen verleiht seinem 
kleinen AV^erke besonderen Wert. 



II. Die Literatiu' der nestoriaiiischen Bewegung. 

Noch im ersten Drittel des 5. Jhs erfolgte das Einsetzen der christologischen 
Glaubenskämpfe. Was in ihnen zunächst sich zur Geltung zu bringen suchte, 
war der durch Nestorios als P von Konstantinopel vertretene Lehrbegriff einer 
bloß äußeren Verbindung einer vollständigen rein menschlichen mit der göttlichen 
Person des Logos in der einen geschichtUchen Gestalt Jesu. Li den Kreisen 
der antiochenischen Theologenschule heimisch, war derselbe von vornherein ein 
auch der ostaramäischen Christenheit vertrauter. Seine Verurteilung durch das 
allgemeine Konzil von Ephesos im J 431 ist hier auf dem römischen Reichs- 
gebiete einem Widerstände begegnet, den die Machtmittel staatlicher Gewalt nach 
wenigen Jahrzehnten endgültig zu brechen vermochten. Dauernde Ablehnung 
hat sie durch die offizielle Kirche des Sassanidenreiches erfahren, für welche die 
Lehranschauungen des Antiocheners Theodoros v Mopsuestia nach ihrer christo- 
logischen wie nach ihrer anthropologischen und nach der Seite ihrer sachhch 
pelagianischen Guadenlehre hin zu kanonischer Geltmig gelangten. 

Die syrisch-nestorianische Literatur des vorislamischen Zeitalters fällt dem- 
gemäß wesenhaft mit der Literatur der sassauidischen Reichskirche etwa seit der 
Mitte des 5. Jhs zusammen. Nur die Anfänge ihrer Ent\ncklung gehören dem 
römischen Mesopotamien bzw. teilweise vielleicht sogar Westsyrien an, wo sie an 
das seit den Tagen eines Ap(h)rem erwachsene reiche literarische Leben an- 
knüpften. Nisibis und seine Umgebung, die Adiabene und die sassanidisehe 
Doppelhauptstadt Seleukeia-Ktesiphon haben an jener Entwicklung weiterhin 
führenden Anteil gehabt. Die eigentlichen Träger derselben dürften zu einem 
recht erheblichen Bruchteile nicht sowohl echte Semiten als vielmehr Tränier 
gewesen sein, die außerhalb der Persis häufig erst mit dem Christentum die 
aramäische Sprache seiner Glaubensboten angenommen haben mochten« während 
in dem Stammlande altpersischer Macht wie im fernen Nordosten der Sogdiana 
ein heute auch in düiftigen Bi'uchstücken wieder greifbar werdendes nestori- 
anisches Schrifttum in heimischer Zunge selbst zur Entfaltung gelangte. 

4} 15. Wähi'end im Sassanidenreiche die Christenverfolgung Jazdgerds I. 
und Bahräms V. ihre Opfer forderte, hat auf benachbartem römischem Boden an 



') Z. B. das Geschichtswerk des sog. Iso' Stylites (g 23 f.). 



[§ 15a b Edessenische Chronik. Hib(h)H. Kümi. 101 

der Perserschule zu Edessa sich die Bewegung angebahnt, welche für die Ge- 
schicke seiner Kirche von entscheidender Bedeutung werden sollte. Mit einem 
verstärkten Wellenschläge der Strömung engsten kulturellen Anschlusses an das 
Griechentum verband sich hier, durch die Abhängigkeit von führenden Geistern 
der antiochenischen Theologie bedingt, eine dogmatische Haltung, die folgerichtig 
zu einer Ablehnung der christologischen Lehrentscheidung von Ephesos führen 
mußte. Hib(h)ä, der als Nachfolger Rabbüläs den edessenischen Bischofsstuhl 
bestieg, war der Begründer der neben ihm zunächst von einem Kümi und 
Pröb(h)ä vertretenen Richtung. Was sie in erster Linie dem ostaramäischen 
Sprachgebiet erschloß, ist einerseits die aristotelische Philosophie, andererseits 
der literarische Nachlaß des Theodoros v Mopsuestia gewesen. IVIit dessen 
Lehrer Diodoros v Tarsos erscheint daneben in einem Kreise persischer 
Schüler Hib(h)äs der spätere M M a'n S beschäftigt. Auch an Theodoretos 
V Kyros konnte die Übersetzungstätigkeit dieses Kreises unmöglich vorübergehen. 

a) Hib(h)a.') ord. im Herbste 435, f 28. 10. 457, hatte als Pr durch sein 
Eintreten für Theodoros v Mopsuestia sich in einen scharfen Gegensatz zu 
Eabbülä gebracht. Als B ist er von seinen Prr Samuel, Kyros, Märä und 
Eulogios erst nutzlos bei Domnos v Antiocheia, dann 448 bei Flavianus v Kon- 
stantinopel und dem Kaiserhofe angeklagt woi'den, worauf er 1. 1. 449 Edessa 
verließ. Durch Synoden zu Tyros und Beirut freigesprochen, kehrte er auf Grund 
eines 25. 2 in ersterer Stadt unterzeichneten Vergleichs mit seinen Gegnern zum 
Osterfeste nochmals auf seinen bischöflichen Sitz zurück, mußte dann aber, durch 
die sog. Räubersynode zu Ephesos in seiner Abwesenheit verurteilt, für zwei JJ 
seinem späteren endgültigen Nachfolger Nonnos weichen, um erst durch das all- 
gemeine Konzil von Chalkedon rehabihtiert zu werden. Unter den Sakralbauten 
Edessas bewahrte die anscheinend vor 488 von ihm errichtete, spätei-hin den 
Aposteln geweihte ..neue Kirche" sein Gedächtnis.") Das Wesen seiner litei'a- 
rischen Bedeutung wird am klarsten durch den Beinamen des „Übersetzers" '} 
ausgedrückt, ohne daß sich allerdings bestimmte Proben seiner I^bertragungskunst 
heute noch mit Sicherheit nachweisen heßen. Auch von syrischen Originalen 
seines Nachlasses werden *) eine exegetische Arbeit zu den Spr, Mad(h)räse, 
Homilien *) und eine nicht näher gekennzeichnete Kontroversschrift ") ledigUch 
genannt, und nur in griechischer (bs hat sich teilweise selbst sein berühmter Brief 
an den M Mari v Rewardasir erhalten, "j 

b) Kümi (Kümai. Kömai ? ) *) hat , wie wir zufällig noch erfahren, in Ver- 
bindung mit einem Pr Daniel, dem ,.Inder" speziell den Röm-Kommentar des 
Tlieodoros übersetzt, eine Arbeit, die als eine besonders frühe gelten müßte, falls 
in dem Adressaten eines ihr vorangeschickten Widmungsschreibens an einen Pr 



') Conc. Chalced. Act 9 f. (Mansi. SS. Conc. Coli. 7, 193/272). Semön v Betfh) Ar.sam 
(BO 1, 350/3). ChrE z. J 746, 75R, 759, 769. ChrM 2U (163) bzw. CSCO Ser. III 14, 6f. M 176 
(2, 23). ChrAn (Ag Rahmani) 106. B'EKg 1, 153f. 173f. 'Ai § 61. BO 1, 191/206. 3i, 85f. 

*) Vg. ABanmstark, OC 4, 174. ') Ai: M6t(h)arg6raänä. *) Dnrch 'Ai. '•) Türgäme. 
*) „Disputation mit einem Streitsüchtigen." 

') Ag: Man.si 7, 241;ö0. Der Adressat wird griechisch als der Perser .1/«;«; iTtlaxoTro^ Jhjfao- 
Saoiorjvav bezeichnet. Seine tatsächliche Identität mit M. ist auch ChrS 2, 25 bezeugt und dem- 
gemäß der Gedanke Labourts 133f. Ak. 6 abzulehnen, als sei in ihm vielmehr der K Däd(h)iä6' 
zu erkennen. *) 'Ai § 61. Ishaq Eäbadihjnäjä (KatWright-Cook 443). Notiz in Brl 81 

(Sachan 311) fol 205 r» (KatSachan 305). 



1^02 Die Literatur der nestoriaaigchen Bewegung. § 15 cd] 

Märi der nachmalige M von Rewardasir zu erkennen sein sollte.') Erhalten hat 
sich, wenn auch unvollständig, seine Ubs der von Gennadius -} kurz beschriebenen 
15 BB des Mopsuesteners jiiqI ivavi^QioTirfltwq.^) 

c) Pröb(h)a (Probus)*), dessen Name schon nach dem syrischen Westen zu 
weisen scheint, wird in der Tat als Archiatros und Archidiakonos in Antiocheia 
bezeichnet, hat also, die Richtigkeit der letzteren Angabe vorausgesetzt, dem Ver- 
bände der edessenischen Perserschule mindestens nicht dauernd angehört. Von 
seiner Beschäftigung mit Theodoros haben sich nachweisbare Spuren nicht gerettet. 
An Aristotelesübss gehen dagegen auf ihn vielleicht in nestorianischer wie jako- 
bitischer Überlieferung auftretende Texte von neQl tQ^r^vtiag^) und 'yJia'/.iTixa 
ngÖTEQa A'. 1/7*) zurück. Auch als Kommentator hat er sich um die Ein- 
bürgerung aristotelischer Logik auf dem ostaramäischen Sprachgebiete verdient 
gemacht, wie sich aus den erhaltenen Resten seiner Kommentare zur Elauyioyi^ 
des Porphyrios,') zu Ttegl tg/^r^veiag'*) und den 'Ava).vxi/.a Ttgörega^) ergibt. Eine 
Abhandlung über Zahlbezeichnung durch die Buchstaben des syrischen Alphabets*") 
zeigt ihn auch um arithmetischen Elementarunterricht bemüht. 

d) Theodoros v Mopsnestia") ist den syrischen Nestorianem der ..selige 



') Nach der Notiz der Berliner Hs. ') De vir. Ul. § 12. 

') 'Ai § 19 (BO 3i, 33): „Band der Fleiscliwerduug" (= ChrS 1, 178: „ß über die Mensch- 
heit unseres Herrn"?). Hs8 wesentlich des ganzen Werkes mit Angabe des Übersetzers: Seert 88, 
von Bruchstücken ohne eine solche: BrM 608(Addl4669. foll 18. 5,6. Jh). Ag der Londoner Bruch- 
stücke: ESachau, Theodori Jlopsnesteni fragmenta syriaca (Lpz 1869) 45/93 (28,57). Znr Seerter 
Hs vg. KatAScher 65. 

*) 'AI § 61. Snbscr. in Brl 89 (Sach 226)fol 12t°. ISr». (KatSachan 33oi. GHoffmann, 
De hermeneutieis ap. Syros Aristotelis (Lpz 1869. -1873) 141/8. Wright 64f. ABaumstark, 
Aristoteles bei d. Syrern vom V.— VIII. Jahrh. 1 (Lpz 1900), 140 5. Dnval» 247. 

») Hss jakobitischer Provenienz ; VtS 1.58 (9; 10. Jh) 7°. OrMedPal 196 (16. Jh. Abs von 
VtS 158). Par 248 (Ancfonds 161. J 1667. Ebenso?). EscurOr 652 (Ebenso?). CmbrAdd 3284 
(18. Jh) 1" (mit der Notiz: man „glaube", dali dies die Übss P.'s sei. Vg. KatWright-Cook 885), 
nestorianischer Provenienz: Brl 88 (Petenn 9. J 1259/60) 23". Agg nach der Berliner Hs: GHoff- 
manun, De herm. ap. Syr. Ar. 22. 25. 27. 29/55, des liier fehlenden Schluüteiles nach der 
römischen: ABaumstark, ZA 13, 116/9. 

0) Hss jakobit. Provenienz: VtS 158. 8°. MedPalOr 196. Par 248. 7». EscurOr 652. Cmbr 
Add 3284. 2°, nestorianischer: Brl 88. 22«. CmbrAdd 2812 (J 1806) XP. Ag: ANagy, BAL' 
7, 321/47. Gehört der Terminologie nach zusammen mit der für P. in Anspruch genommenen 

Übersetzung von n-£p< [ffiii;t'eia;. 

') Hss der Erklärnng von t«»;«« h des Textes anscheinend nicht in ihrer nrspriingl. Ge- 
stalt: Mos 35(16. Jh)l». Brl 89(Sach 226. J 1882) 1». Ag: ABaumstark, Ar. bei d. Syrern 1, 
4/12 (148/56). Üb. Textüberlieferung u. ursprüngl. Gestalt vg. ebenda 145,'7. 

*) Hss der Gesamteinleituug, der Erklärung von Turua «' der Einleitung zu turjfia s' u. 
der Initien d. Einleitungen zu Tfif^ua /je: Brl 88. 24'», der Einleitung zu ru^ua ß" -. CmbrAdd 
2812. XIP, des Ganzen unvollständig zu Anfang u. Ende: BrM 988(Addl4660.9/10. Jh). Ag des 
Berliner Textes: GHoffmann a. a. 0. 62/140. 

») Hss der Einleitung und Erklärung von Tuf,ua a (und ,^?): Mos 35. 6". 4». Brl 89 
(Sach 226) VII.» V°. Eine solche im Privatbesitze PBedjans. Ag: A vanHoonacker, JA» 16, 70,166. 
Vg. JFriedmann, Aristoteles Analytica bei d. Syrern (Erlauger Diss. Brl 1898). 

■») Hss: Seert 112 (lä. Jh) 3". VtS 454. Brl 103 (Sach 153. 15/6. Jh) 11°. Ag des Anfangs n. 
Angabe des aufgestellten Systems: KatSachau 363 f. 

") ChrS 1, 177 f. 'Ai § 19. Die Angaben über den Gesamtumfang des Nachlasses und den 
Umfang der einzelnen Werke nur bei dem Letzteren. Die Namen der Kommentar-Adressaten 
sind in der ersteren vielfach entstellt. Im übrigen besteht, wo im folgenden Varianten nicht 
notiert werden, Übereinstimmung beider Quellen. 



§ 15d Kümi. Pr6b(h)a. Theodoros v Mopsnestia. 103 

Erklärer" schlechthin. Dem entsprechend waren es von seinem Nachlaß, der von 
ihnen auf 41 Bände, bzw. 150 ..Propheten" zu je 30 Blättern oder Abschnitten 
d. h. wohl je 30 Kolumnen umfassende Rollen beziffert wird, vor allem die 
exegetischen Arbeiten, welche die [Übersetzer der edessenischen Perserschule dem 
ostaramäischen Sprachgebiete gewiß restlos erschlossen. Als s3-risch in direkter 
Uberliefei'ung erhalten, erweisen sich allerdings bislange nur Bruchstücke des einem 
Alphaios gewidmeten 6n-Kommentars in 3 ') und des allein auch im Original 
fast vollständig erhaltenen Zwölf-Prophetenkommentars an Martp-ios in 2 Bänden,'-') 
der einbändige Prd-Kommentar an Porphyrios ^j und der Eusebios gewidmete 
Jo-Kommentar, dessen gleichfalls einziger Band nächst der Einleitung 7 BB um- 
faßt, *) während von der an denselben Adressaten gerichteten Lk-Erklärung 
wenigstens ein ausdrückliches Zitat der Einleitung nachgewiesen ist.') Hinter 
einer originalsyrischen Bearbeitung geringsten literarischen Eigenverdienstes steht 
sodann die Ubs des fünfbändigen Ps-Kommentars an Kerdon und dessen 
Bruder. ") Bloß genannt werden für das AT der zweibändige Job-Kommentar 
an Kmllos') und die je einbändigen Arbeiten über Sam an Mamarianos, zu Is,') 
Ez, Jer und I)n. für das NT die wieder einbändigen zu Mt an Julios, zur Apg 
an Basileios und zum Rom an Eusebios,"! der 2 Bände füllende Kor-Kommentar 
an einen Theodoros und Arbeiten über Gal, Eph, Phil, Kol an Eustratios, '") 
über Thess an Jakobos, über Tim an Petros '*) und über Tit. Phm, Hebr 
an Kyrinos. Des weiteren sind die sämtlichen im Original noch von Photios ^-) 
gekannten Werke, 28 BB zarä Evvouiov . 5 BB ngbg robg Xiyovxag cpvasi 
y.al ov yvwuj] maieiv xovg ävd-Qi!)7toi':.^*\ 3 BB /regt Ti]g ev negalöt uayi/.f^g'^^) 
und 25 (?) BB vtceo BaaüMov [/.«ra EtTOiiiov] i^) mit Bestimmtheit auch 
in der syrischen Tradition wiederzuerkennen, ohne daß allerdings noch 
Spuren ihrer gewiß gleichfalls zu unterstellenden Übertragungen nachweisbar 
wären. Gleiches gilt von den beiden durch Facundus v Hermiane bezeugten 
,.de allegoria et historia contra Origenem ad C'erdonem"'") und ,,de ApoUinario 
et eius haeresi".") Von einer Erklärung des Taufsymbols*") und der eucha- 



') Hs: BrM 606(Addl7217.fol20/32.9. Jh). Ag des größten Teils: ESachau, Th. Mops, 
frgm. syr. 1/34 (1/21). ^) Hs: BrM 607(Addl4668. fol,S2/r,. 6.Jli\ Ag: ESachau a. a. 0, 

35/44 (22/7). ') Hs: in der Qubbet zu Damaskus zutage getreten. Vg. Ev Soden, SbPAW 

1903. 825/30. 

*) Hss: N-Ds6m 27 (J 1703/4); VtB 77 (J 1868. Abs d. vorigen). Brl 80(Sach217. J1883). 
I'r 308 (J 1886). Ag: J-BChabot, Th. Mopsncsteni commentarins in Evang. D. Johannis in 
libr. VII partitns 1 (Prl897), einiger Textproben: KatSachau 296/302. Vg. FBaethgen. 8. OrC. 
Sect Semit. 109/116. J-BChabot, JA" 4, 188/192. Ders.,Compte rendu dn3« Congr. scient.descathol. 
.Sc. relig. (Brüssel 1895) 213/9. Nach BhSchnlgr. 67 wären er und der Prd- Kommentar die 
einzigen erst nach der Epoche des Rabbülä übersetzten Werke (oder nur Kommentare?) des Th. 

''] Bei Emmanuel (b Sahhäre? Vg. § 38 b«. Vg. KatSachau 212. Ein Eommeutar auch zu 
Mk wird nur durch die ChrS, gewiß mit Unrecht, behauptet. 

") Vg. § 34 g. ') ChrS nennt den Adressaten. Vg. auch BhKg 27. ') Eine Erwähnung 
ChrS offenbar nur ausgefallen. ') ChrS: an Athanasios. '") ChrS läßt Theodoros nur die 

Erklärung von 1. Kor gewidmet sein und verbindet diejenige von 2. Kor mit derjenigen von 
Gal nsw. ") ChrS: an Maurikios. ") Bibl. Codd. 4. 177. 81. 

"} 'Ai: „2 Bde geg. Eunomios„ = ChrS: „Wiedericgang d. EumenesO)". ") „2 Bde 

geg. diejenigen, welche sagen, daß die Sünde in d. Natur lieg^." '■'*) 2 Bde geg. d. Magier. 

") „Ein Bd für BasUeios", in ChrS nicht genannt. ") 'Ai: „5 Bde geg. d. AUegoriker" 
= ChrS: „B worin er diejenigen bekämpft, welche d. Bibel nach d. allegorischen Seite lesen." 

") ChrS: „B über die Widerlegung d. ApoUinarios" = 'Ai: „<der Bd> über den Annehmen- 
den n. Angenommenen.'' Vg. OBardenhe wer, Gesch. 3, .320. '") Bzw. des Symbols „der 318 
Väter" nach ChrS = 'Ai: „<B> über d. Glauben". 



104 Die Literatur der nestorianixclien Beweg:iing. g 16de] 

ristischen Liturgie,') offciiliar den iiiich in der nicht83-riscben Tradition nach- 
weisbaren beiden Reihen Uatechetisclier Reden an Taufi^andidaten bzw. Neu- 
getaufte,') ist wenigstens die letztere als noch im 9. Jh syrisch in weiten nestori- 
anischcn Kreisen gelesen nacliweisbar.") Eine Reihe von Titeln weiterer »Schriften 
verschiedent'i- Richtung und eine Briefsammlung*) unter demjenigen eines Bs ..der 
Perlen" '') werden sogar nur auf dem s)-rischen Boden l)ekannt. .. Dunkel bleibt, 
wie sich hier zu einem Werke über den Hl. Geist "} der in Ubs tatsächlich 
erhalten!' Bericht an Patrophilos über eine Disputation verhält, die um 892 in 
Anazarba zwischen Th. und Makedomanern stattfand.') Als Exzerpte aus seinen 
Kommentaren sind wohl gelegentlich unter seinem Namen auftauchende Reihen 
biblischer Fragen zu betrachten *i und mindestens zusammenhängen wird es mit 
seinem Ps-Kommentare, wenn die Psalmenargumente des nestorianischen Psalters 
auf ihn zurückgeführt werden,") während ein schon durch seine metrische Form 
sich als syrisches Original erweisender einzelner Hymnus'") ihm natürlich ohne 
irgendwelche Berechtigung beigelegt wird, l'ber die Liturgie des Th vg. § 18 a. 
e) Als Aiihänü;er Hib(h)äs an der Perserschule ") werden neben einem 
edessenischen Pr Mkron, der das in seiner Bedeutung nicht völlig klare Amt eines 
,. Schreibers" derselben verwaltete, außer Ma'nä und der zu entscheidendster Wirkung 
berufenen Trias Barsaumä. Aqhq und Narsai noch mehrere Söhne des Sassaniden- 
reiches genannt, die später, in ihre östliche Heimat zurückgekehrt, wenigstens 
teilweise dort als Träger des bischöflichen Amtes Einfluß gewannen. So hat ein 
Jöhannän aus Betth) Garniai in einem dortigen Karkfh)ä d'h)ebetriil Söri, Paula 
b Qaqai in Kark(hiä dihie Led(h)än in der Susiana, Püsai b QurtJ in Süstar. Äliki h)ä in 
Läsom, Abraham ..der lleder" im heimischen Bet'h) Mäd(h)äje den Bischofsstuhl 
bestiegen, während ein 'Ab( h)s6ta aus Ninive, ein Ezaljä aus dem Kloster Kep(hlar Mkri 
und ein Jazdadi,hi zu einer höheren hierarchischen Stufe nicht aufgestiegen zu sein 
scheinen. Die Rückkehr dieser und anderer ehemaliger Zöglinge der edessenischen 
Studienanstalt nach dem persischen Osten erfolgte, wo nicht ausschließlich erst 
unter dem Drucke dieser Verfolgung, so doch hauptsächlich, als nach dem Tode 
Hib(h)äs dessen Nachfolger Nonnos dieselbe gewaltsam von nestorianisch gesinnten 
Elementen reinigte,'-) Doch sind solche auch in der Folgezeit wieder eingedrungen. 



^) ChrS: „Erklärung der" bzw. Äi: "B über die Mysterien". ') „Allocntionesadbaptizandos". 
„Catechismus" bzw. „Mystici sermones." ,.Co<lex iiiysticus". Vg. Bar den he wer a. a. 0. 

'') Sie wurde damals nach Ai, Xomokanon VI. S durch K Theodosios den mit Medizin und 
Grammatik .sich beschäftigenden Gebildeten zur Lektüre empfohlen. Merkwürdige? Zitat daraus: 
AMingana, Narsai doct. Sj-ri hymni et sermones 1, 284 f. (Übs: DHConuolly, TaSt J^i, 16 f.). 

*) Nach 'Ai je ein Bd „über das Priestertnm" (= ChrS: „B der Vollkommenheit u. des 
Priestertums" bzw. „B über d. Priestertum"). „an die Mönche" oder „gegen die Arianer" (dairäje 
statt Arjäne? = ChrS: ,.B über d. Erklärung der Lehre d. Arios"), „der dunkeln Rede" (von ChrS 
nicht erwähnt), „der Vollkommenheit des Wandels" und eine „Rede über d. Gesetzgebung". 
Dazu nach\ChrS eine Abliandlung über d. Ankunft d. Antichrists und ein Brief „an einen Mann 
der Christus verleugnet hatte". 

^j Von ChrS wie das B über das Priestertnm doppelt erwähnt. *) Nach 'Ai wäre es 

zweibändig gewesen. ') Hs: BrMOr 6714 (9/10. Jh) fol 178 r»/187r». Ag: FNau. PO 9. 627/67. 
*>) Hss : VtS 187 (J 1669) VI». 150 i J 1708/9) X». 

») Vg. KatSachau 123 f. ABaumstark, OC^ 5, 330. Leontios, Geg. Nestorios u. Entyches 
HI 14 bezeugt wenigstens, daß Th. in der Tat die überlieferten Ps-Überschriften athetierte. 

'") Die sonst Ap{h)rem beigelegte TeSbühtä für den Morgen von Sonn- und Festtagen 
(S. 52 Ak 5) in den Hss BrM 186. 2<'d. 191. S^b (vg. § 16 d). Ag unter seinem Namen: ES ach an 
a. a. 0. 94 (58). 

") Sem'ön V B6t(h) Arsam (BO 1, 35 f.). Katalog der nestorianischen KK in VtS 135. VII" 
(BO 3i, 226 Ak. 8). '-) Von einer solchen unmittelbar auf den Tod Hib(h).ns folgenden, 



[§ 15ef Theodoros y Mopsuestia. Anhänger Hib(h"ias. Ma'na. 105 

und die infolgedessen auf Veranlassung des Bs Qui^ä 489 durch Kaiser Zenon 
verfügte endgültige Schließung der Perserschule \) hat gewiß eine erneute Rück- 
wanderung in Edessa gebildeter Theologen über die östhche römische Reichs- 
grenze veranlaßt. Von einer schriftstellerischen Tätigkeit der genannten Männer, 
die wohl durchweg unterstellt werden darf, ist allerdings nichts mehr überliefert, 
falls nicht etwa Jazdad(h) mit dem Jazid(h)ad(h) genannten Verfasser eines Mi- 
szellaneenwerkes identisch -) oder das für einen Mik(h)ä bezeugte literarische Erbe 
zwischen einem aus Bet(h) Garmai stammenden jüngeren und dem alten Träger 
des Namens aufzuteilen sein sollte.*) 

f) Sla'iiil,*) aus Siräz gebürtig, dessen literarische Tätigkeit in die Zeit des 
Sassaniden Peroz (457'8-4i verlegt wird, war noch in der zweiten Hälfte des 5. Jhs 
in der Persis, ist also wohl zu unterscheiden von einem älteren gleichnamigen M 
derselben, der gleichfalls in Edessa gebildet war, von dort durch Ralibüla ..ver- 
trieben" worden sein soll, als Nachfolger Jahbfhiallähäs T. zum K _erhoben. aber 
alsbald wieder abgesetzt wurde und schiuftstellerisch sich nur als l'bersetzer aus 
dem Syrischen ins Persische betätigt hat.^) Auch der jüngere M. hat in der Zeit 
seiner späteren hierarchischen Amtstätigkeit in persischer Sprache Mad|^h)räse. 
Memre und Responsorien ('Onjäthä) zum liturgischen Gebrauche geschaffen.*) In 
der Zeit seines edessenischen Aufenthalts wird er demgegenüber seine Tätigkeit 
als Übersetzer aus dem Griechischen ins Syrische Theodoros v Mopsuestia und 
Diodoros zuzuwenden mindestens schon angefangen haben. ') Bezüglich des von 
ihr auf 80 (oder 60) BB bezifferten literarischen Nachlasses'') des letzteren zeigt 
sich die syrische Tradition an einem wohl rregi oiy.nvouiag betitelten Werke über 
die Menschenwerdung, einem gegen die Eunomianer gerichteten ") und 3 BB gegen 
den Ärianismus'*! mit drei sonst völlig verschollenen Nrn bekannt. Sie kennt 
neben demjenigen y.ara 'lovöaiuir}^) dem gegen Makedonios gerichteten Tttgl tcvsv- 
fiuTO^ ayioc^-) und dem die apollinaristische Chi'istologie bekämpfenden zara Ev- 
voiaiaaiGiv^-'') ein "Werk gegen verschiedene antitrinitarische Häretiker,") dessen 

also ins J 4.ö7 fallenden MaCregel redet allerdings ohne dabei Xonnos aasdrücklich zu nennen und 
vielmehr unmittelbar zu der völligen Vernichtung der Schule durch Qürä übergehend Semön; 
BO 1, 353. Auf sie führt ferner die Chronologie Karsais in BhKg und ChrS(§16d). Vg. auch 
^ehon Dnval» 344. Labourt 133. 138. 

') ChrE und Ps-D zum J 800. Semoa a. a. 0. Theodoros Anagnostes : PG 86, 185. BhKg 
Ulf., wo ausdrücklich, wie es anscheinend auch bei .Sem on geschieht, irrigerweise erst mit dieser 
zweiten Katastrophe auch die Abwanderung Xarsais d. h. der persischen Hib'^hl.l-Sihüler über- 
haupt in Verbindung gebracht wird, die tatsächlich mindestens t^^ilweise schon als BB unter den 
Unterzeichnern der Akten der Synode des K Aqäq (§ 16 c) erscheinen. MbS 44 (39) und B EKg 
2. 77 mit dem gleichen Irrtum, den von Neueren auch noch Wright 1, 58. J-BChabot, JA" 
8, 46 und CBrockelmann 24 vertreten. Über den damals allerdings gewiß erfolgten Nach- 
schub von Exulanten: Labourt 140f. ^) 'Ai § 158. BO 3i, 226. ») Vg. § 32c. 

♦) Sem'ön v BetOi) Arsam (BO 1, .3521 BhScbnlgr 67 f. ChrS 2. 24f. B'E: JA» II. 93 (120). 
AScher, ROC 11, 7. Unter Verwechslung mit dem späteren K: Anonymes Verzeichnis der KK 
in VtSlSö. VIT» (BO 3i, 378). B'EKg 2, 53f. BO 3i, .3768. Wright 62f. >•) ChrS 1,32830. 
MbS 23f. (28,30). 'Am 27 il6). BEKg 2, 5760. Labourt 119. Duval' 345f. "l ChrS. 

') ChrS. BE. Katalog der KK. Diodoros nennt nur ChrS. «) ChrS 1, 164. 'Ai § 18. 

») 'Ai. '») ChrS. ") Suidas =-Ai. '•=) Photios Bibl. Cod. 102 = ChrS: „B worin er Make- 
donios widerlegt und die Wesensgleichheit des Hl. Geistes mit Vater und Sohn erweist." 

") Leontios Geg. Xest. u. Ent. III 9 = ChrS: „B worin er den ApoUinarios widerlegt". 'Ai: 
,,<B> gegen A", nach ChrS „das vorzüglichste" seiner Werke. 

'*) Nach Theodoretos, Haeret. fab. comp. II 11 mit Photeino.'i, Malchion, SabeUios u. Mar- 
kellos y Ankyra, nach ChrS mit Photeinos, Markellos u. PauhiS von Samosata als den bekämpften 
Gegnern = 'Ai: „Gegen d. Häretiker" schlechthin. 



106 Die Literatur der nestorianischeii Beweping. löfg 

Umfang sie auf 7 BB angibt.') In den 8 BB -/.ata doTgnvöuojv -/.ai üazQo'/.öywv 
x«/ fifiagiiivrie:-) hatte nacii dem Zeugnis des Photios die AViderlef^ung speziell 
BardaiSiins ihren Platz, aus der einmal ein Zitat begegnet.") Von 25 BB 
y.cncc Marixaiiov werden nur 3/) von einem Vierevangelienkommentar nur das 
Bruchstück einer Mt-Erklärung erwähnt.'') Daß es sich um wirklich I'bersetztes 
handelt, ist mindestens im letzten Falle handgreiflich. Es im wesentUchen über- 
haupt .•iiizuneliinen, berechtigt die hohe Wertschätzung, die D. ebenbürtig neben 
dem Mopsuestener und Nestorios als einer der fundamentalen drei ..griechischen 
Lehrer"' des syrischen Nestorianismus erfährt. Azz aus Schriften derselben, 
die hslicli in monophysitischer Überlieferung schon des 6. Jhs begegnen,") haben 
allerdings für ihn ebensowenig als für die beiden anderen etwas mit den nesto- 
rianischen Vollübss zu tun, sondern sind als Bestandteile eines Sammelwerkes 
unter dem Namen des Timotheos Ailuros ins Syrische übergegangen. 

g) Theodoretos •) kam für die Übersetzertätigkeit des Hib(h)ä-Kreises in 
erster Linie vermöge seiner Polemik gegen ephesinische und monophysitische 
Christologie in Betracht. Von den einschlägigen, gewiß wirklich übersetzt ge- 
wesenen Schriften, die namhaft gemacht werden, ist nur die ävargoTrij der ..Kapitel"' 
oder Anathematismen des Kyrillos mit voller Sicherheit zu erkennen. Eine im 
Original anscheinend Ttegl oixoyoftlag betitelte ") könnte das einheitliche Ganze 
gewiesen sein, dessen beide Teile unter den Sondertiteln Ttegl rf^g ciyiag y.al two- 
TTOiov TQiäöugixnA tteqI t)]c rov y.vQiov ivavd-Qio.n'^aewg^) gi-iechisch irrtümlicherweise 
Kyrillos beigelegt werden. Eine zweiteilige oder zweibändige Apologie der ..ge- 
rechten Väter" des antiochenisch-nestorianischen Bekenntnisses läßt sich dem 
UevTalöyiov nicht ohne Bedenken gleichsetzen. Der 'EgunaTi^g scheint, wenn 
wirklich bekannt, späterhin gelegentlich nicht mehr als Werk des Th. erkannt 
gewesen zu sein.'") Des weiteren werden von seinen exegetischen Arbeiten der 
Dn-Kommentar, eine auf griechischem Boden verschollene Schrift gegen Origenes, 
die 'E'/.hjvtxöjv d-egaTtiLTiyjj Ttad-ruccTwr^^) und ein Kor])us zahlreicher Briefe 
vermischten Inhalts gleichfalls nur auf nestorianischer Seite genannt. Von einer 
schon hierdurch als uralt erwiesenen Übs der (filodeog tazogiu haben sich bereits 
verselbständigte Abschnitte in monophysitischer Überlieferung erhalten.'-) Auch 



') ChrS. '') Snidas. Von Photios Bibl. Cod. 223 als y-nxci eiftnouivr,; näher heschrieben = 
'AI: „Widerlegung: der Astrologie." 'l Bei Emmannel (b Sahhärü?). Vg-. KatSachan 212. 

*) ChrS sregen Photios Bibl. Cod. 85. Bei 'Ai keine B-Zahl. '*) *Ai gegen Snidas: eh 

T« Tioaa(,n tiayyi'/.M. «) Hs : BrM 7"29(Add 12156. J 5filr2) I» 14. Ag für D.: PdeLagarde, 

AnS 91/100, für Th: ebenda 100/08, für N.: GKampf f nieyer bei FLoofs, Nestoriana 
(Halle a. S. 1905) 372 f. 376/8. 381. 383/5. 388. Übs der Th.-Zitate: S ach an a. a. 0. 63/8. Vg. 
§ 25 d. 

■) 'Ai § 27, soweit keine andere vermerkt, die Quelle aller folgenden Angaben. "■) „<B> 
der Verwaltung." Vg. BO 3i, 40 Ak. 3. ») PG 75, 1147/90. 1419/78. Vg. AEhrhard, D. 

Cyrill V. Alexandrien zngeschr. Schrift i/tp« t^s toC Kvoiov ivat^d-^ioTTrioetoi ein Werk Theodorets 

V Cyrus (Diss. Tübingen 1888). 

'") Vg. BO 3i, 41, wo nicht ohne einen Schein von Berechtigung 'Ai § 30 auf das Werk 
bezogen wird, dessen Titel dann hier als Verfassername betrachtet und als solcher wieder ver- 
derbt überliefert wäre. ") „<ß> gegen d. Philosophen." 

") 'Ai. Hss der Vorrede: BrM 753 (Addl461'2. 6/7. Jh) 300a, der Biographie d. Jakobos 

V Nisibis: BrM 941(Addl4609.J586)2". 753. 30H. 960(Add 12145. J1197i45". Pr 234 (Anc fonds 
143. 13. Jh) 1». 19, einer arabischen Übs derselben (nach Vorlage vom J1178): JerMkl 38*. 
(J 17.32/3). 61», derjenigen d. Jnlianos Saba: BrM 9.36(14644. 5 6. Jh). 753.300c. 942(Addl2160. 
foll09/85. 7.Jh)I0 2. 952 (Add 14645. J 935/6) 8». Pr 2.35 (Anc fonds 144. 13. Jh)6« und unter dem 
Kamen Ap(h)rems: Brl "26 ^Sach .321. .1740,1)150, derjenigen Abrahams BvHarrän: BrM 941. 3». 
Ag der Jakobosbiographie: AMS 4, 262/73, der Julianosbiographie: AMS 6, 380/44. 



[§ 16 a Ma'Dä. Theodoretos. K Bäb(h)6j. 107 

die Kirchengeschichte ^) ist gleich derjenigen des Sokrates-) in beiden kon- 
fessionellen Lagern der Folgezeit gelesen und benützt worden. Hauptquellen sind 
beide Werke für das den Ereignissen des 4. und 5. Jhs gewidmete Bruchstück 
der kirchengeschichtlichen Kompilation eines unbekannten Nestorianers, das nur 
bezüglich der Schicksale des Nestorios seine eigenen Wege geht.*) 

§ 16. Die Eroberung der sassanidischen Reichskirche durch die von 
Hib(liiä an der edessenischen Perserschule begründete Richtung ist vor allem 
mit drei Xamen verknüpft, die — entsprechend dem stark literarischen Charakter 
der ganzen Bewegiing — ebensosehr der Literaturgeschichte als der allgemeinen 
Kirchengeschichte angehören. Im Gegensatze zu K BJib(hi6j [ah] hat von 
ihren Trägern der streitbare M Barsaumä von Nisibis mit unerbittlicher 
Leidenschaf thchkeit jede der nestorianischen Christologie widersprechende Über- 
zeugung niedergekämpft. In K A q h (j hat ein unentwegter Vertreter jener 
Christologie die Zügel der obersten Kirchenleitung ergriffen. Der Dichter- 
Theologe Narsai hat ihr an der Schule von Nisibis auf dem neuen Boden eine 
geistige Hochburg von weithin ragender Bedeutung geschaffen und noch die 
Synode des K Bäb(h)aj erlebt, mit welcher .die Periode der Nestorianisierung 
des persischen Christentums iliren Abschluß erreicht. 

a) KBäb(h)öj,^l f 484 (oder 481 ?i°) nach angeblich 15 jähriger Regierung, 
war aus Tellä am Serser gebürtig, im zoroastrischen Glauben herangewachsen 
und durch einen Mönch für das Christentum gewonnen worden. Von Peroz 2 
(oder 7) JJ gefangen gehalten, suchte er für das Schicksal der persischen Christen 
den K.aiser Zenon in einem Briefe zu interessieren, der in Xisibis abgefangen 
wurde und seine qualvolle Hinrichtung zur Folge hatte. Daß er, wie auf diszi- 
plinarem, so auch auf dogmatischem Gebiete der durch Barsaumä vertretenen 
Richtung ablehnend gegenüberstand, ist mindestens wahrscheinlich. Sein Lebens- 
ende ist Gegenstand eines vielleicht den Ereignissen noch nicht allzu ferne 
stehenden kurzen Berichtes.") Von einer eigenen schriftstellerischen Tätigkeit B.s 
würde, wenn er als echt gelten dürfte, ein ihm in jakobitischer Überlieferung bei- 
gelegter Brief asketischen Inhalts an einen Pr KjTiakos Kunde geben.') 



') "Ai §27. MVonede 121 f. (I, 2. 240f.). Hss von VI 6 Schluß. 7f. als Vorsatzstnck der 
Eanones von Konstantinopel: diejenigen der Sammlnng; d. oriental. Synoden (Vg. S. 54 Ak. 11), von 
II16f. 30. VIT. 11.29. V 13/21: dieselben und mit anderer Reihenfolge der Kapp.: VtS 145. III». 
Vg. OBrann in: Oriental. Studien ThXöldeke znm 70sten Geb.tag 463f. 

■'} 'Ai 28. M a. a. 0. Hs der Kapp. I 1/6. 8. 10/13. 15. 17. 19/22. 37/40. II 21. III 8. 11/4. 
20 f. 23. IV 11. 13. 16 f. 23,8. 30. 36. V 6. 8. 10: VtS 145. IP. 

') Hs: VtS 179 (J 1703) fol 104/11. Agg: EGöller, OC 1, 80/97. J-BChabot, ChrM 369/78 
(297,304). Ähnlich wirken beide Kirchengeschichten nebeneinander bei dem Jakobiten M nach. 
Über Sokrate.s als Quelle des sog. Ps-Dionysios v Teilmahre vg. ■? 43 i. 

♦) Bzw. Bäh h)6jah. — Außer dem Martyrium: ChrS 2, 7/10. EbS 1, 49 (29). MbS 41/3 
(35/7;. Am 29 34 (17;20j. B'EKg 2, 59,66 und JA' 11, 93f. (120f.) bzw. KatSachau 539. Labourt 
129 f. '•) Ersterea nach EbS: im 24. J des Peröz, letzteres nach 'Am. 

•) Hss: Lijarb 96 (7/8. od. 11/12. Jh?) bzw. Abs davon s. Z. im Besitze von Abbeloos 44". 
Ag: AMS 2, 631,4. ') Hs: BrM &S7(Add 17262. 12. Jh) 19°. Der „vom gottlosen Barsaumä ge- 
tötete" Verfasser wird irrtümlich Bäb(h)aj genannt, was auf einen der verschiedenen späteren 
nestorianischen Schriftsteller dieses Namens als wirklichen Urheber des Stückes hinweisen könnte. 



108 Die Literatur der uehtorianischen BeweRiing. S 16 b] 

b) ItiU'saiiiiin ') aus Bet(h) Qardii, wo er Sklave eines MJirä gewesen sein 
soll, war in Edessa Schüler Hib(h)as. Nach der Rückkehr in die persische 
Heimat, anschlich schon um 4;-14/ö B von Nisibis geworden,^) erfreute er sich 
hoher Gunst des Sassaniden Pernz (457—484), der ihm das Amt eines königlichen 
Kommissärs im persisch -Wimischen Grenzgebiete übertrug, eine Stellung, die er 
zu rücksichtslosester Bekämpfung monophysitischer l'ropaganda benützte. Wie 
für die nestorianische Christologie hat er sich in Rücksichtnahme auf die starke 
Abneigung des Pai'sentums gegen den Zölibat für die Priesterehe eingesetzt, und 
beide wurden unter seinem Vorsitze auf einer Sj'node zu Betfh) Läpfhlat im 
4. 484 feierlich proklamiert. Daß er dabei in Gegensatz zu dem K Bkb(h)()j trat, 
dürfte Tatsache sein. Ob eine und welche Schuld ihn an dessen tragischem Ende 
trifft, wird dagegen sich kaum mehr entscheiden lassen. •'') Dessen Nachfolger Aqkq 
unterwarf er sich auf einer Synode zu Betfh ) 'Addi'irai im 8. 485, erschien ge- 
meinsam mit demselben als persischer Gesandter in Konstantinopel, stand aber 
seit 491/2 auch ihm feindlich gegenüber und muß spätestens vor 21. 10. 496 ge- 
storben sein.*) Ein nicht unbedeutender literarischer Nachlaß des leidenschaft- 
lichen kirchenpolitischen Kämpfers soll "j Leichenreden, Homilien, Mad(h)ritse, 
Memre paränetischen Inhalts, Briefe und einen als ..Weihe"' bezeichneten litur- 
gischen Text imifaßt haben. Unter dem letzteren ist wohl nicht ein verlorenes 
eucharistisches Formular, sondern ein ihm beigelegtes Gebet des vom K Iso'- 
jahb(hj III. redigierten Rituals der Altarweihe zu verstehen.") Von den Briefen 
haben sich fünf an Aqkq gericht^e zusammen mit dem durch die Synode von 



') Sem'ön v Bet(h) Arsam (BO 1, 351. 3.Ö3). Märüt(h)ä v Tag{h)rit(h) bei M 424/9 (2, 43.5/40). 
Katalog der KK in der Hs VtS 135. VII" und Notiz eines zweiten nestorianiscben Anonymns 
(BO 1, 351 Ak. 4). ChrS 1, 8f. MbS 41 (•%). 43 (37). 45 (39f.). 'Am 31/4 (18/20>. M 239f. (2,'l23). 
BEKg 2, 66/78 und J.^.» 11, 94 6 (123 f.) bzw. KatSachau 539/41. 'Ai § 54. BO 3i, 66 70. Wright 
.06/8. B raun, D. Bucli d. Synhados 59/64. Duvalä343. Labourt 131/52. AScher, EOG 
11, 7. Lübeck 68/76. 

') Das Datum in der Notiz des zweiten Anonymus. In der Tat traf Narsai 457 B. bereits als 
B in Nisibis an. Ist er dies schou so frühe geworden, so müßte es sich allerdings um eine 
andere Persönlichkeit gleichen Namens gehandelt haben, als nach den Akten der (Eänber)synode 
von Ephesos um 449 die gewaltsame Entfernung eines B. aus Edessa gefordert wurde. Vg. 
AgFleming 27 (Z. 41). P Martin, Kev. des sciences eccl. 29, 539. 

') Das Bild der Quelleuaussagen ist dieses, daß unter starken Anachronismen von nestoria- 
nischer Seite (Am) den Monophysiten (Gabriel v Siggar, wirklicher Leibarzt K(h)osraus 11. !i, von 
monophysitischer (Märüt(hiäl den Nestorianern bzw. B. die Schuld an dem Martyrium des K bei- 
gelegt wird (wobei dessen Brief ein Zustimmungsschreiben zu den dogmatischen Beschlüssen von 
Epbesos gewesen sein soUli. Das nestorianische Vorgehen ist dabei wohl erst Antwort auf das 
monophysitische, aber auch dieses angesichts des Schweigens des ihm sonst so gehässig gegen- 
überstehenden Scm'ö'i für grundlos zu halten. Wo auch in uestorianischen Qnellen eine Schuld 
B.s auftaucht, wäre dann jakobitische Beeinflussung zn erkennen oder es müOte angenommen 
werden, daU ein Gerede in diesem Sinne schon während der erregten Zeiten des Kampfes mit 
Aqäq aufgekommen wäre. 

*) Da von diesem Tage ein Erlaß seines Nachfolgers datiert. Vg. § 17 a. Ihm beigelegt 
werden nicht ohne Widerspruch von den Tesbehät(h}ä genannten Hymnen des uestorianischen 
Tagzeitengebets (vg. S. 112 Ak. 4) derjenige für die Nacht des Dienstags BrM 186. 2''g. 191. S'l 
Pr 24. S"!. CmbrAdd 2036. S»!;-' und BrM 186. 2»a^. 191. 3»a u. eine Nacht-Tesböht,^ für das 
Ninivitenfasten. Ag des ersteren; BrOh 43 (jedes Bandes). Übs: AJMaclean, East syrian 
daily oftices (Lo 1394). 98. ') N.ach 'Ai. Seine oder die Leichenreden des Bs B. vKark(h)ä 

(§ 30 b) werden durch eine Konstitution des K Theodosios als Lektüre für Priester empfohlen. 
Vg. § 37a. ") Vg. KatSachau 152 (mit Angabe des Incipit). Ag: Litnrgia SS. apost. Adaei 

et Maris (ürmia 1890. Vg. S 120 Ak. 3) 133 f. 



[§ 16 cd Barsauma. K Aiiaq. Narsai. 109 

Bet(h) 'Ad(li)rai erlassenen Widerruf des Vorgehens gegen Bäb(h)öj erhalten.*) 
Von den Kanones der übrigen unter seinem Vorsitze abgehaltene^ Synoden '-) 
werden wenigstens die in Bet(h) Läp(h)at erlassenen noch durch einige Zitate 
greifbar.") 

c) K Aqäq (Akakios),*) ord. 483/4 (oder 485),''*) -J- 496, hatte bis zu seiner 
Erhebung auf der Seite seines Vorgängers im Kampfe gegen Barsaumä gestanden. 
Erhalten sind die Akten einer von ihm im 2. 48t) zu Seleukeia-Ktesiphon abge- 
haltenen Synode.") Daneben werden für ihn ein Schreiben an Barsaumä. wohl 
aus der Zeit ihres späteren erneuerten Kampfes, eine gegen die Monophysiteu 
gerichtete Abhandlung ,.über den Glauben" und drei Abhandlungen (oder Pre- 
digten?) über das Fasten bezeugt.') 

d) Narsai,**) mit dem Beinamen ..der Aussätzige", geb. zu 'Ain Dulbä im 
Gebiete von Me'altä, hatte eine als Knabe von 7 JJ begonnene neunjährige 
Schulbildung in seiner Heimat erhalten, als er nach dem Tode seiner Eltern bei 
seinem Oheim Emmanuel, dem Abte des Klosters von Kep(h)ar Märi in Bet(h) 
Zab(h)dai Aufnahme fand, wo er einen Winter hindurch selbst den Mönchen 
Unterricht erteilte. Zweimal soll er dann je ein Jahrzehnt an der Perserschule 
in Edessa geweilt haben und jedesmal auf Bitten Emmanuels zu diesem zurück- 
gekehrt sein, das erste Mal, um erneut die Erteilung von Unterricht in dessen 
KJoster, das zweite Mal um nach seinem Tode die Leitung desselben zu über- 
nehmen, die er indessen nur ein einziges J lang führte. Endgültig nach Edessa 
zurückgckclirt, stand er dort als Nachfolger des Qijöre '■') an der Spitze der 
Perserschule. Mit den 457 dort Vertriebenen*") wollte auch er sich weiter ins 
innere des Sassauidenreiches wenden, wurde aber in Nisibis durch Barsaumä 
festgehalten, der ein bisher als Karawanserei dienendes Gebäude ankaufte, um 
darin einen schon früher von einem „Exegeteu" Sem'on aus Kaskar geführten 
Schulbetrieb durch N. erneuern zu lassen. Die von dem B. geehelichte frühere 
Nonne Mammoj hat späterhin ein zeitweiliges Zerwürfnis zwischen den beiden 
Männern verschuldet, das N. veranlaßte, sich nach Kep(h!ar Märi zurückzuziehen, 
wo er nochmals etwa ein halbes Jahrzehnt dem Kloster vorstand. Aber zwei 
Dichtungen des früheren Freundes**) bestimmten Barsaumä ihn zurückzurufen. 
Er hat noch 503 die Belagerung von Amida durch Qäwäd(h) erlebt, während 
der er durch treulose Schüler bei demselben beschuldigt wurde, auf der Seite 
des Römerreiches zu stehen. Durch eine alsbald ins Persische übersetzte Dichtung 
mit Wendungen zum Preise der Persermacht brach er dieser Anschuldigung die 



') Hss : diejenigen d. Saiiiinlung d. oriental. Synoden. Vg. S. 54 Ak. 1 1 . Die Stücke werden dieser 
teils in einem Anhang beigefüi^^t. teils in sie hinter einer die Nichtaufnahme der Akten von 
ßet(h) Läp h at begründenden Notiz des Red.\ktor3 eingefügt. Agg und Übss Braun, Actes 
10. Cong. Orientalistes ä. 83,' 101. SynOr o25/.3y. Nur Übs: OB rann, D. Buch d. Synhados 74/83. 

*J MärCiti,h;a 427 (440) kennt solche von Ktesiphon, Kark(h)S und Bet(h) 'Ad(h)rai, ChrS ein 
die Priesterehe gestattendes Sendsehreiben. ') Gesammelt SynOr 621/5. 

*) EbS 49 (29) Katalog der KK: VtS 135 VIP (BO 1. 351 Ak. 3). ChrS 1, 8. 30f. MbS 
43/6 (37/4Ü). 'Am .35 (20f.). BEKg 2, 71/80 und JA" 11, 97 (124) bzw. KatSachau 541. BO 3i, 
378/95. B ran n. D. Bnch d. .^nhados 59/64. Wright 59f. Lab ourt 143/52. DnvaP 342f. 

'■) Ersteres liatuni bei EbS, letzteres bei 'Am. Nacli MbS hätte er 15 JJ regiert. 

•) In d. .Sammlung d. oriental. Synoden. Hss: S. 54 Ak. 11. Ag: SynOr 53,61 (299,307). 
Übs: OBraun a. a. 0. 64/73. ') ChrS. 

») BhKg 100/27. Sthnlgr 69,73. ChrS 2, 22 f. MbS 44 (38 f.). 'Am .85 (211 B-EKg2, 77f. 
AI §53. BO 2, 406f. 3i, 63/6. Bickell 37. LTh 47/51. KdP 98f. Wright .ö8f. J-BChabot, 
JA» 8, 46,8. '"6, 157/77. DuvaP 344f. 

») Nach BhSchulgr. — BliKg nennt seinen Vorgänger Babbälü. '") Vg. über dieses Datum 
oben S. 104f. Ak 12. ") Ag: Mingana 1, 210/22. 2, 323/65. 



110 I)i6 Literatur rier negtoriaDiecben BeviegaBg. § 16d] 

Spitze ab und ist bald darauf gestorben, nachdem er im ganzen 40 J.J der nisi- 
benischen Sfhulc vorgestanden ') und ein Alter von stark 103 oder doch, falls es 
sich bei dem zweiniali^^en zehnjährigen Aufenthalt in Edessa um die iirige Ver- 
doppelung eines nur einmaligen handeln sollte, ein solches von stark 93 .T.J erreicht 
hatte. Als exegi-tisclier Prosaschriftsteller hat sich N., wenn überhaupt, anscheinend 
nur dem AT gegenüber betätigt, von dem an Gn, Num, Jos, Rieht, Prd und 
allen Propheten eine stattliche Reihe einzelner BB von ihm erklärt worden sein 
soll.*) Den Ehrennamen einer ..Harfe des Geistes" hat er sich als Dichter in 
einer Gattung lehrhafter Schöpfungen erworben, für die er teils das Distichon des 
12 silbigen, teils die vierzeilige Strophe des 7 silbigen Metrums gebrauchte. Dieses 
dichterische Schaffen müßte wesenhaft den späteren Jahrzehnten seines Lebens 
angehören, wenn es mit der Behauptung seine Richtigkeit haben sollte, daß er 
mit demselben bereits der Wirkung der entsprechenden monophysitischen Poesie 
eines Ja'qobih) v Serüg(h) habe entgegentreten wollen.^) Die Originalausgabe des 
Großteiles seiner Erzeugnisse umfaßte nicht weniger als 360 teilweise sehr um- 
fangreiche Gedichte, die nach den Monaten des Jahres in 12 Bänden angeordnet 
waren, deren jeder wieder in zwei je 15 Nrn starke Halbbände oder ..Propheten" 
zerfiel.*) Die merkwürdige Bezeichnung ist wohl eher als eine solche für ur- 
sprüngliche Buchrollen zu verstehen,*) als daß man um ihretwillen das Ganze sich 
schlechthin als eine Art poetischer Behandlung speziell des ATUchen biblischen 
Stoffes in systematischem Aufbaue vorzustellen hätte.*) Eine noch zwei weitere 
J.Propheten" ausmachende Sammlung von Rügedichtungen ..über das Verderbnis 
der Sitten" bildete eine Ergänzung des größeren Korpus.') Alles dies wurde in 
späterer Zeit u. zw. im wesentlichen entschieden mit Recht als Memrä-Dichtung 
empfunden,*) verrät aber doch durch die an der Spitze eines jeden Stückes ver- 
merkte Refrainstrophe einen unverkennbaren Zusammenhang vielmehr auch mit 
dem Madihjrksä.") Erhalten haben sich anscheinend nur Teilsammlungen, die, 
wenn nicht ausschließlich, so doch in der Hauptsache zum liturgischen Gebrauche 
im Anschluß an den Verlauf des kirchlichen Festjahres getroffene Auswahlen 
verschiedenen Umfangs darstellen.^") Daneben sind Bruchstücke der Dichtimgen 



') ChrS. — Nach BhSchiilgr.: 45 JJ mit Einrechnnng der zweiten Amtsdaner in Kep(h)ar 
Marl. Nach MbS: 60 J.J mit Einrechnung von 20 in Edessa. Nach BliKg: 50 JJ. 

') "Äi. Ebenso ChrS abgesehen davon, daß hier minder genau der ganze Pentateueh ge- 
nannt wird. Doch linden sich in späterer exegetischer Literatur sichere Bezugnahmen nur auf 
die Dichtungen N.s, was den Verdacht erweckt, daß auf Grund solcher Prosakommentare zu den 
betreffenden biblischen BB irrtümlich erschlossen worden sein könnten. Vg. A S c h e r, PO 7, 115 Ak. 5. 

») BhKg 124. ChrS 2, 23. *) BhKg 124. ChrS. AI. Minder genau von „mehr als 
300" Nrn redet BhSchulgr. 

°) In diesem Sinne ist offenbar das Wort „Prophet" Ai § 19 gebraucht, wo der Schriften- 
nachlalJ des Theodoros v Mopsuestia auf 41 ,,TeUe" d.h. Bände iaEodexform ^ „150 Propheten" 
beziffert wird. 

*) Zusammenfassend wird allerdings durch BhKg „der Sinn der Bibel gemäß der Auffassung 
der hll. Väter" als Inhalt der 360 Gedichte bezeichnet. •) BhKg. ChrS. 'Ai. ') Der Aus- 

druck selbst schon bei BhKg. 

') Diese Refralustrophen und das Zugrundeliegen von .Melodien", also eine musikalische 
Vortragsweise nach Art der Mad(hlräse. Ap(h)rems werden auch von BhKg ausdrücklich bezeugt. 

'") Hss sicher liturgischer Sammlungen von 26 bzw. 24 Nrn : Brl 57 (Sach 174/6. J 1881) und Nr 6 
dervon GDiettrich, NGWG 1909 beschriebenen, vonÖSNrn: Mos 71 (IS.Jh). VtB 83(K.VI.5\ von 
38 Nm: Dijarb 70 (J 1327/8), einer liturgischen Sammlung von 43 und einer Sammlung von 28 Nrn 
„die gelesen werden aus dem AT"; BrMOr 5463 (J 1893), einer Sammlung von 42 Nrn d. h. wohl 
des ersten Teils der vorigen: N-Dsem 32 (J 1898). Mos 69 (Abs der vorigen), eiuer solchen von 
28 Nrn d. h. wohl des zweiten Teils der Londoner (mit Verlust der Nm 1 — 16): Dijarb 28(16. Jh), 



fS 16 d Narsai. Hl 

N.s in mehr oder weniger freier Textgestaltung in großer Menge zum Aufbaue 
des veränderlichen Gesängobestandes des nestorianischen kirchlichen Tagzeiten- 
gebets verwendet worden.') Ausdrücklich wird er als Verfasser für Gruppen 
von je zwei Strophen genannt, die unter dem Namen der Hep(h)ak(h)ta (= tqo- 
ncioiov) an Sonn- und Festtagen gegen Ende des Nachtoffiziums ihren Platz finden.'-) 
Ein gleiches gilt von bestimmten Elementen des nestoriauischen Begräbnisrituals,") 
den sog. Pksöqe („Abschnitten") der Verstorbenen.'') Es handelt sich auch hier 
mindestens im ersten Falle gewiß nur um die verselbständigten Splitter größerer Dich- 



einer solchen von 27 Xm d. b. wohl wesenhaft derselben: Mos 72 (J 1795/6). N-Dsem (J 1878/9), 
einer solchen von 39 d. h. wohl wesentlich der liturgischen von 38 Nrn : Mos 70 bzw. deren nicht 
näher bekannte Vorlage in Alqös, einer sicher nicht liturgischen Sammlung von 36 bzw. 35 Nrn: 
Xr 5 der von GDiettrich a. a. 0. beschriebenen und Urm 35 (J 1896), von 5 einzelnen Nrn {= Brl 
Xr 2f. 11. 18. 28) und Abs einer weiteren (Mingana X'^r 21) von der Hand CMackes: im Be- 
sitze der Abtei Maria Laach, nicht näher beschriebene: Vtß 79 (J 1883). Agg: AMingana, N. 
doctoris Syri homiliae et carmina primo edita. 2 Bde (Mosul 1905) mit einer Liste von im ganzen 
81 dem Herausgeber bekannter Xrn (1, 26/31). KdP 99/116 (= Xr 68 der Liste Mingauas). 235/50 
(= Nr 31 der Ag MInganas'i. LTh 47/51 (= Anfang von Ag Mingana Nr 1). Gismondi- 
103/10 (= Liste Minganas X'r 7 bzw. Brl 57. 7°). FM artin, Homelie de Narses sur les trois 
docteurs Xestoriens JA» 14, 446/85. 15, 469515 (= Liste Mingana Nr 11 bzw. Brl 57«. 10). BrCh 
1, 468/81 (= Ag Mingana Xr 16). Bei Mingana decken sich mit solchen der Hs Brl 57 die 
Nrn 1 (= 1), 2 (= 2), 4 (= 8), 5 (= 10), 10 (= 11), 18 (= 14), 19 (= 16), 20 (= 18). 21 (= 19), 22 
(= 20), 24 (= 21), 29 (= 24). ATliche Stoffe behandeln von den übrigen die Xrn 34/8 (Schöpfungs- 
geschichte), 26 {Sündenfall), 41 (Joseph von seineu Brüdern verkauft), 42 (Brennender Dornbusch), 
43 (Samson), 31 (Seraphvision des Is), 8 (Jonas), 44 (drei Jüugliuge im Feuerofen), 40 (Job). 
Aus dem B der Sittenverderbnis scheinen zn stammen die Nrn 6, 9, 13 und 45/7. Das philo- 
sophische Gebiet berührt Nr 39: (Über die Seele u. ihr Verhältnis zum Leibe). Die vier liturgie- 
geschichtlich bedeutsamen Nrn 17, 21 f. 32 wurden ins Englische übersetzt und sachlich ein- 
gehend erläntert von RHConnolly, The liturgical homilies of Narsai. With an Appendix by 
EBishop (TaSt 8i). 

') Vg. Mingaua, Ag 1, 27 f. Vollständige Memre N.s fanden neben solchen Ap(h)rems 
auch in die von Jaqqirä veranstaltete Redaktion der Lesetexte für die Tage des Xinivitenfastens 
Aufnahme. Vg. KatWright-Cook 386 (nach der Hs OmbrAdd 1992) bzw. über jene Redaktion 
oben S. 43 Ak. 4 bzw. § 46 f. 

■') Hss: Urm 211 (16. Jh). JerPatr 19 (J 1660) r. Der Text der Stücke auch in den Hüd(h)ra 
und Gazzä-Hss. Vg. S 30g. 49a. Ag: im BrCh. Es handelt sich um das Rudiment eines ursprüng- 
lichen Vortrags ganzer MemriS X.s entsprechend der Sachlage beim KoiTdxn»' im griechischen "O^jöwof. 

"J Hss des Rituals für Klerus und Laien: BrM 521 (Add 17260. 12/13. Jh). 520(Add 14706. 
13.Jh). Or 4067 (15. Jh). Mard 38 (J 1554). 37 (J 1568). Seert 58 (J 1618). JerPatr 14 (J 1709). 
35 (18. Jh). 41 (18. Jh). VatB 89 (K VI 13. J 1868) 2», für den Klerus allein: Brl 55 (Orfol 1200 D. 
J 1614). N-Dsem 76 (J 1723/4). 77 (J 1882). CmbrAdd 1986 (J 1759), für Laien (und Kinder) in 
verschiedenen Rezensionen: VtS 61 (13. Jhj. Urm 23 (J 1497). 139 (18. Jh). VtB 41 (J 1557). 
12 (J 1611J. Mard 36 (J 1565). 35 (18. Jh). BrMOr 4416 (J 1719/20). 4420 (18. Jh). 4421 (18. Jh). 
N-Ds6m 75 (J 173Ü/1). CmbrAdd 1985 (18. Jh). Über eine solche im Besitze des Un. Theol. Semi- 
nary, New York (J1735) vg. JHHall, PAOS 1888, XXVIII/XXX. CCXXX/CCXXXII. Hs einer 
umfassenden Sammlung einschlägiger Texte in ,.chaldäischer" Rezension: VtS 308 (18. Jh). Agg: 
der Lazaristen (Urmia 1881. Vg. JHHall, PAOS 1887/8. CCLXXXVf.), von Textproben: 
JHHall, Hebraica 4, 193/200. 

*) Hss: CmbrAdd 1985 fol 202/15 und in Vt 61 bzw. Abs daraus (von der Hand CMackes) 
im Besitze der Abtei Maria Laach, ohne den Xamen N.s : Brl 55 fol 117/26 und gewiß mindestens 
noch zahlreiche andere, für die eine betreffende .\ngabe fehlt. Vg. KatSachau 186. Ag: PBedjan, 
Manuel de pietc (Pr 1893j 654/9. 667/9. Eine von Macke vorbereitete ist von MWolff in OC- 12 
zn erwarten. 



112 ^'^ Literatur der neHtorianUcben Bewegung, § 16(1] 

tungen, während im zweiten irgendwie an N. zugeschriebene Biijjäß (,.Trostreden"')') 
gedacht werden könnte, die alsdann gleiclifalls poetisclie Form gehabt hätten, nicht 
als Leichenreden in Prosa neben sicher ]jrosaische Homilien (Ti'irgiime) träten, 
als deren Verfasser der Dichter-Theologe gleichfalls bezeichnet wird.-') Von un- 
mittelbar liturgischen Texten wurde nicht nur ein anscheinend nicht erhaltenes 
Formular der eucharistischen Feier auf ihn zurückgeführt.'') Auch in Samm- 
lungen wiederum im Tagzeitengebet zur Verwendung kommender ,.Lobgesänge" 
(Te.sb(?h;it(h)ri') ') gelten mindestens zwei der wichtigsten Nni als sein Eigentum.^) 
In Verbindung gebracht wird sein Name ferner mit Foi-mularen der vom Diakon 
der Gemeinde vorzubetenden Litanei (KOuärozütlhjäj,") deren gleichfalls im 
Laufe der .Tahrhunderte eine stattliche Reihe erwachsen ist.") Manches wurde 
unter den Schutz dieses berühmten Namens auch zu Unrecht gestellt. Weitere 
„Ermahnungen" *) sind vielleicht überhaupt nur vermöge eines Mißverständnisses 
von denjenigen des Es der Sittenverderbnis unterschieden worden. Eine um- 
fangreiche Erklärung der eucharistischen Liturgie in poetischer Form, neben der 
auch eine solche der Taufhturgie eine selbständige Textüberlieferung gefunden 
zu haben scheint,*) ist wie unter demjenigen N.s, so auch unter dem Namen 
eines 'Äbih)disö' v Elam und anonym erhalten.*") Mehr als zweifelhaft bleibt es, 
mit welchem Rechte von den Sog(h)jät(h)a, mit denen in einzelnen Hss eine 
liturgische Sammlung von Memre N.s durchflochten ist,'*) mindestens eine mehr- 
fach als seine persönliche Schöpfung angesprochen wird.'-) Zweifelhaft ist seine 



•) ChrS. "Ai. ') 'Ai. ») 'Ai: „Darbringung des Opfers." Oder sollte hiermit N. als 

Redaktor der nestorianischen NormalHturgie „der hll. Apostel (Märj) und .\ddai" angesprochen 
werden wollen? 

*) Hss einer mit geringfügigen Schwankungen auftretenden kleineren Sammlung im Anbang 
liturgischer Psalterien : BrM 7155 Rieh (13. Jh). 186(Add U675. 13. Jb). 191 (Add 17219. 13. Jh). 
Or 4412 (18. Jh). 4525 (19. Jh). JerPatr 27 (J 1584/5). 7 (J 1588). 15 (J 1593j. 25 (.J 1657). CmbrOo 
1. 22 (16./17. Jh). Add 2066 (18. Jb). 1966 (J 1826). München Syr 4 (Or 147. J 1607). Pr 24(Suppl56. 
17. Jh). Brl 29 (Orqn 803. 18. Jh), einer entsprechenden hinter K ,d(h)aqdamwad(h)bat(b'ar: 
VtS 222 (J. 1670), größerer Sammlungen: Dijarb 36 (12. Jh) 1». 2". Seert 48 (17. Jh) 2». Urm 129 
(18. Jb). Über ein vatikanisches Fragment des 8. Jhs vg. MUgolini, OC 2, 179/86. 

^) Die in allen Hss der Normalsammlnug wiederkehrenden : Taudi letäb(h)ä für die Nacht 
des Sonntags und: Nnhrä d(h)Gd(hjenheh für den Morgen aller Tage. ,\gg: BrCh 27 f. 35f. (jedes 
Bandes, Ag des K d(h;aqdam wad(hjbät(hjar (Vg. S. 52 Ak. 9) durch die englische Mission 
(Urmia 1901) 154f. 157f., der ersten: BHaueberg, ZDMG 3, 231. Übs derselben: JMSchon- 
felder, TQs48. 188f., beider: JAMaclean, East syr. daily off. 161f. 168f. 'Ai hat vielleicht 
nicht mehr als diese zwei Nrn im Auge. ") 'Ai. 

') Hss kleinerer Sammlungeu verschiedenen ümfangs im Psalteranhaug: diejenigen der 
Normalsammlung von Tesb6hätih)ü, größerer Sammlungen: Mos 54 (J 1577/8). JerPatr 19 (1660)i)'. 
Seert 48 (17. Jh). Urm 129 (18. Jh). 183 (19. Jh). Ag der normalen für .Messe und Tagzeiten- 
gebet: BrCh 341*/5* (jedes Bandes). Missale iuxta ritum eeclesiae Syrorum Orientalium (Mosul 
1901) 387i92, solcher für |)estimmte Tage des Kirchenjahres: im BrCh an betreffenderstelle nnd 
in der genannten Ag des K d(b)aqdam wad(h)bät(b ar 267/70. *') Nur von 'Ai erwähnt. 

") Ag: Mingana Nr 22 (Connolly 33/45). Vg. 'Ai: „Erklärung der Mysterien und der 
Taufe." Oder sollte damit die über eucharistische und Taufliturgie handelnde Nr 21 (Connolly 
46 61) bezeichnet werden? 

">) Hss unter dem Namen des'A.: Seert 76(13. Jhi; Dijarb (57 (16. Jh)2<'. Urm 21 il7/18. Jhl 
VtB 90 (J 1867) 1». BrlOrqu 967, mit anonymer Überlieferung: CmbrAdd 1977 (J 1728) IV. 2818 
(18. Jh)ir\ Seert 44 I beigebunden). 122.2». N-Dsem 80. 1». 82 (J 1894) 1°. Ag: Mingana 
Nr 17, von Azz: KdP 12/28. Übs: Conuolly 1,32. 

") So Brl 57. Diettrich 6. *') Diejenige vom Cherub und dem Schacher an der Para- 
diesespforte z.- B. in den Hss JerPatr 31 (J 1512)« T- 2 (J 1662) i(3'. Ag des altsyrischen und 



(§ 16 de 17a Narsai. K Bäb(h)aj. Die Schule von Xisibis. jjg 

Urheberschaft endlich auch bei einem Epos über den ägyptischen Joseph, von 
dessen vier Memre die beiden ersten in zwölfsilbigem Metrum eine freie Aus- 
gestaltung des biblischen Berichtes bis zur Abholung Jakobs nach Ägypten 
Ineten, während der weit kürzere dritte in siebensilbigem Versmaß dessen Reise nach 
Ägypten schildert und der letzte wieder im zwcilfsilbigen ein Gespräch zwisc hen 
Jakob, Dina und Joseph vorführt, in dem der letztere seine Schicksale erzählt. M 
ej KBiib(li)aj,-) ord. 497, f 502,3, war Sekretär des Marzban von Bet(hi 
Arämäje gewesen und verdankte seine Erhebung der Vennittlung eines mit ihm 
verwandten Hofastrologen Mose. Die kurzen Akten seiner im 11. 497 abgehaltenen 
Synode ") stellen ein einheithches Protokoll über die gefaßten Beschlüsse dar, von 
denen eine Aufhebung aller in den kirchhchen "Wirren der jüngsten Vergangen- 
heit ausgesprochenen Exkommunikationen '.ind Suspensionen das deutliche Be- 
streben verrät, diese formell im Sinne gegenseitiger Verständigung zu beenden, 
während es sachlich den endgültigen Sieg der Richtung Barsaumäs bedeutete, wenn 
die Priesterehe geradezu zum Gesetz erhoben wurde. 

§ 17. Die Schule von Nisibis blieb fürs erste der beherrschende Mittel- 
punkt des literarischen Lebens der nestorianisch gewordenen Kirche des Sassa- 
nidenreiches. Von den führenden Männern, die an ihr zunächst das Erbe Narsais 
hüteten, haben dabei neben einem Elisa' b Qüzbäje zwei Blutsverwandte 
des Gründers, Abraham imd J 6 h a n n ä n, als gelehrte Theologen, ein 
Jäuseplhl Htizäjä hat in anscheinend bahnbrechender Beschäftigung mit 
grammatischen Studien sich literarische Verdienste erworben. Auch die Ergänzung. 
welche die Übertragung der Werke des Diodoros und Theodoros durch eine solche 
derjenigen des Nestorios erfuhr, der mit jenen zu dem Dreigestirn der gefeierten 
..griechischen Lehrer-' zusammengefaßt wurde, ist zweifellos gleich einer solchen von 
Schriften verschiedener Gesinnungsgenossen des Häresiarchen im Ver- 
laufe der ersten Hälfte des 6. Jhs in den Kreisen der nisibenischen Hochschule erfolgt. 

a) Die Schule von Nisibis*; hat rasch ein derartiges Ansehen gewonnen. 
daß ihr der lel)endigen Gegenwart angehöriges Vorbild neben dem aus ehrwürdiger 

eines Fellihi- Textes : ESachau, Üb. d. Poesie in d. Volli.^spradie d. Xestoriaiier SbPAW 1896. 
XI 16/37. 

') Hss: Brl ö8(Sach219. 18/19..Ih). CmbrAdd H5H8 (J 18821 Abs einer Hs in Mosal im 
Besitze Bedjaus, der MCmre 1. 2 (?) bzw. 1/.3 nnter dem Namen Ja qöbhls v Seriigh); Ox 1,% 
(Poe. 404) 99». Brl .59 (Orqn 802. 18. Jh?) 1". Agg des 1. MGrai.T: VGrabowski, Geschichte 
Josefs von Mar Xarses. I. Teil (Diss. Lpz 1889), des 2. Mnmr.l: .MWeyl, Das 2. Josephsgedieht 
von Narses Diss. Brl 1901 \ des Ganzen: PBedjau, Lib. snperiorum sen bist, monast. auctore 
Thoma ep. Margensi iPr 1901) .519/629: Hom. Mar Xarsetis in Joseph. Vg. Ders., Hum. select. 
Mar-Jacobi Sarng. 5. XVIII f. Verschieden ist ein das zwölf-, fünf- und siebensilbige Metrum ge- 
brauchendes anonymes Josephgedicht. Hss: Brl 166|Sachl9 i. J18ß0i 1", eines Brachstiicks: 180 
(.^ach 1891 VI». «) ChrS 2, 36/8. EbS 49(29). MbS 46f. (40f.). 'Am 3.5/7 (21 f.1. B EKg 2, 

7982. BO 3 1, 395, 427 31. OBraun a. a. 0. 83 5. Labou rt 154/9. Lübeck 76f. ') In d. 
Sammlung d. oriental. Synoden. Agg: SynOr 62/8 310,71, deutsch von OBraun a. a. 0. 86/92. 
♦)J-BChabot, JA" 8,43/93 (bezüglich der Geschichte der Schule durch BhKg und 
Schulgr überholti. Labourt 293/301. AScher. Ecole de Nisibe, son origine ses r^glements et 
ses hommes celebres (Beirnt 1905. Arabisch). H R X e I z , D. theolog. Schulen d. morgenländ. Kirchen 
während d. sieben ersten Jahrhunderte in ihrer Bedeutung für d. Ausbildung d. Klerus (Diss. 
Bonn 1916) 77.110. 

BanmHtark. Oesehichte der syrischen Literatur. 8 



114 D'\e Literatur der neatoriaDiacben Bewegnnjj. S 17 ab] 

Vergangenheit herüberragenden der alexandrinischen Katechetenscliule um 535/6 
selbst dem Abendländer Cassiodorus vorschwebte, als er in Verbindung mit Papst 
Agapetus T. dem (ledanken der Gründung eines christlichen Studienmittelpunktes 
in Rom nahe trat.') Ihre Organisation hat, nachdem ein Einreißen von Unordnung 
schon zu Lebzeiten Narsais nicht vermieden worden war, ein Erlaß neuer Statuten 
durch den M Hose' zum Abscliluß gebracht, die am 21. 10. 496 Rechtskraft er- 
langten.'^) Ein „Hausmeister", jeweils auf Jahresfrist durch die Gesamtheit der 
dem Schulverbande angehörenden ,.Briider" gewählt, hatte die Sorge für deren 
materielles Wohlergehen wie diejenige für Aufrechterhaltung von Zucht und Sitte 
zu tragen, in der letzten Richtung durch die „Häupter der Kellien" unterstützt. 
Die oberste Leitung des Ganzen lag in den Händen des schlechthin als ,.unser 
Meister" (Rabban) bezeichneten Schulhauptes, eine Stellung, die wohl durchweg 
mit derjenigen eines bzw. des (ersten?) ,.Exegeten" (Mep(h)asseq;inä) verbunden war. 
Neben diesem Ti'äger der bibelwissenschaftlichen Unterweisung steht als ein zweites 
Mitglied des Lehrkörpers von durchaus eindeutiger Aufgabe der „Lesemeister" 
(Maqrejäna\ dem die Einübung der liturgischen Textesrezitation einschließlich des 
Gesanges und des gesamten Chordienstes oblag. Minder klar sind die Funktionen 
des „Forschers" (Bkd(h)6qä), des ,.Meditationsmeisters" (Mehaggejänä) und des 
„Schreibers" fS{ip(h)erä) der Schule. Bei dem letzteren mag es sich um den 
Sekretär derselben, bei einem der beiden anderen Amter um die Vertretung phi- 
losophischer Studien gehandelt haben. Eine Pflege auch medizinischer war jeden- 
falls seitens der Teilnehmer an den theologischen. .nicht angängig, da den „Brüdern" 
ausdrücklich ein Zusammenwohnen mit den „Ärzten" untersagt war. Ein drei- 
jähriger Studiengang, von dessen Gestaltung wir gelegentlich hören, ^) bildete viel- 
leicht nur die elementare Grundlage, auf welcher sich eine höhere wissenschaft- 
liche Unterweisung aufbaute. Auf die Berufung führender Lehrkräfte hat an- 
scheinend auch die Bürgerschaft der Stadt einen Einfluß besessen, die Oberauf- 
sicht über die mit zahlreichen Privilegien ausgestattete rechtspersönliche Korpora- 
tion von Lehrern und Schülern aber dem örtlichen Vertreter der Hierarchie zu- 
gestanden. 

b) Elisa' 1) Qüzbaje,'') so genannt weil aus dem Dorfe Qüzbo im Gebiete 
von Margä in Bet(h) 'Arbäje gebürtig, soll mit N. schon von Edessa nach Nisibis 
übergesiedelt sein.'') Dem entspricht es, daß er, dann naturgemäß schon hoch- 
betagt, nach dessen Tod bis zu seinem eigenen nur während 7 JJ die Leitung 
der Schule innegehabt hätte.") Unerklärt bleibt freilich eine demgegenüber mit 
gi'oßer Bestimmtheit auftretende andere Überlieferung, nach der seine sogar bloß 
vierjährige Amtsführung erst zwei Jahrzehnte später infolge einer gegen diesen 
gerichteten Bewegung diejenige Abrahams unterbrochen hätte.') M von Nisibis 
ist er jedenfalls ebensowenig gewesen **) als mit einem Pr und Arzt E. zu ver- 
wechseln, der 522/3 in schismatischer Wahl zum K erhoben ^nirde.") Eine Dar- 
stellung der christlichen (jlaubenslehre in 38 Kapp, hat er zum Zweck einer. Vor- 
lage an Qkwäd(h) auf Ersuchen des K Aqäq ausgearbeitet, der alsdann die Über- 



») De inst, divin. lect. Praefatio (PL 70, 1105). 

«) Hss: N-Dsem 90(14. Jh). Seert 65 (17/18. Jh) XVI«. VtB 81. Mard 50 (J 1871). Ag: 
IgnGnidi, GSÄI 4, 165/9.i. Übs: ENestle, Ztschr. f. Kirchengesch. 18, 211,29. 

') Durch einen Kanon in dem nooli unedierten kirchenrechtlichen Werke des 'Ab(h)dis6' b 
Bi-rlk(h)S (§ 52 e): BO 3n, 939. 

*) BhSchnlgr 73. Kg 132. „Chronik v. Arbela" (§ 22 a) 70(89. 91 i. ChrS 2. .S4f. MbS 46 (40). 
'.\i S 90. B0 3i, 166f. AScher, ROC 11,4/6. "} ChrS. «) BhSchnlgr. OhrA. ') BhKg. 

') Behauptet wird es durch ChrS und MbS wohl infolge einer Verwechslung mit Höäe'. 

•) EbS 1, 50 (29). MbS 49 (42 f.). 'Am 38 f. (22f.). Begangen wurde die Verwechslung durch 
JS Assemani. 



r§ ITbcd Die Schule von Nisibis Elisa' b Qüzbije. Abraham. Jöhannän. 115 

tiagung des syrischen Originals ins Persische besorgte.^) Von seinen weiteren 
Schriften, deren Zahl und Bedeutung nachdrücklich hervorgehoben -svird,-) war 
eine der Ausräumung von zoroastrischer Seite erhobener Schwierigkeiten gewidmet,*) 
eine andere gegen nicht näher bezeichnete j.Häretiker'' d. h.*) wohl gegen mono- 
phvsitische Propaganda gerichtet. Von angeblich auf das ganze AT sich er- 
streckenden exegetischen Arbeiten *) waren im einzelnen solche zu Job,") Jos, 
Rieht die Weiterführung einer unvollständigen oder unvollständig übersetzten Sam- 
Erklärung des Theodoros v Mopsuestia und etwas wie Inhaltsangaben oder Er- 
läuterungen zu ausgewählten Stellen der Kg,") von Kommentaren zu allen Paulus- 
briefen *l diejenigen zu Kor. Gal. Phil, Eph *) späterer Zeit, wenn auch vielleicht 
nur durch Zitate, noch bekannt. Je eine Schrift über Schulgründungen ^") und über 
die Märtyrer,") ..Danksagungen" wohl zum üturgischen Gebrauche am Schluß 
der eucharistischen Feier und Memre ge^"iß poetischer Form ^-j vervollständigen 
das Bild einer höchst vielseitigen literarischen Tätigkeit. 

c) Abraham mit dem Beinamen debet(li) Rabban („vom Hause unseres 
Meisters"),'*) der Sohn eines Bar Sahde aus Me'altä, schloß sich, vom Gedanken der 
"Weltflucht geleitet, im Alter von 15 JJ an Narsai an, dessen von ihm selbst bisher 
gleichfalls getragenen Namen er bei dieser Gelegenheit mit dem seither von ihm 
geführten vertauschte. Während nicht weniger als 60 JJ hat er nach der glaub- 
hafteren Überlieferung ununterbrochen und als Nachfolger Elisa's an der Spitze 
der Schule gestanden. Die Zahl seiner Schüler wird auf mehr als 1000 beziffert. 
Durch große Bauten hat er dem sich stetig erweiternden Schulbetriebe erst eine 
endgültige Heimstätte geschaffen. Exegetische Arbeiten von ihm werden zu Jos, 
Rieht, Sir.") Kg. HL'*) und zu den Propheten'^) bzw. hier ^viede^ neben einer 
zweibändigen Is-Erklärung*'l zu Ez,'*) Dn und den zwölf kleinen Propheten**) 
namhaft gemacht. In seinen Briefen -") beantwortet er ihm vorgelegte Fragen 
wohl theologisch gelehrten Charakters.-') Auch er hat über die Geschichte der 
Schulgründungen geschrieben,'-) als Dichter auch er sich in der Kunstform des 
Memrg-*) und vielleicht nicht minder in derjenigen des MadTi)räsä-*) versucht. Unter 
den einschlägigen Gesängen des kirchlichen Tagzeitengebets wird die Tesbohtä für 
die Nacht des Montags ihm zugeschrieben,-*) während sich von seiner exegetischen 
Prosa wenigstens Anführungen erhalten haben.*') 

d) Jöhannän dSbetdi) Rabban-') war neben seinem Verwandten Abraham, 



') ChS. MbS. «) BhSchnlgr. BhKg. ChrÄ. 'i BhSchuIgr und Kg. *) BhSchnlgr. 

') Ebenda, mit dem merkwürdigen Znsatze: „gemäß der syrischen Sprache". Ist demnach 
statt an wirklich exegetische vielmehr an masoretische Arbeit oder ist an einen Anschloß der 
Erklärung an den Pesittä-Text statt des LXX-Textes des Theodoros v Jlopsnestia zu denken? 
•1 ChrS. 'Ai. '! ChrS. *: Ebenda. ») Ai. '"j ChrS und mit unvollständiger Titel- 

angabe 'Ai. ") 'Ai. Ob eine Sammlung von MartjTien oder ein Festtraktat (vg. § IScdf) 

auf das allgemeine Martyrerfest am Freitag der Osteroktav? ") 'Ai. 

'») BhScbnJgr 74f. Kg 12843. „Chronik v Arbela" 70 (91). ChrS 2, 23f. MbS 44 (39). 
54(47). 'Ai § 55. B03i. 71. J-BChabot. JA» 8, 52f. '*) BhSchulgr. ChrS- 'Ai. 

'") ChrS. 'Ai. ") BhSchulgr. ■'; 'Ai. '*) ChrS. '•) ChrS. 'Ai. '-<>} ChrS. 

*') BhKg 140f. ") ChrS. "Ai. ") Ebenda. 

") 'Äi. Doch ist der Text unsicher und vielleicht die scheinbare Erwähnimg von Mad(h)räs5 
in Wirklichkeit eine BeifügTing zu dem vorangehenden Titel. Vg. AScher, PO 7, 116 Ak. 2. 
»1 Hbs: vg. S. 112 Ak. 4. Ag: BrCh 42 (jede.s Bandes^ Ag des K d h;aqdam wad(h)bät(h)ar 86. 
Übs: JAMaclean. Fast syr. daily off. 98. ^^) In einem großen Bibelkommentar vielleicht 

eines Sabhjrisö' b Paulos (g 46g) und der Selbsterklärung eines Ishäq (Eisbad(h)näjä zn einem 
von ihm verfaßten gelehrten theologischen Lehrgedicht (§ 54 b). 

") BhSchulgr 74. ChrS 2. 24. MbS 54 47). "AI § 56. BO :^i, 72f. J-BChabot, JA» 
8, 57f. AScher, PO 7, 116f. 

8* 



llti Die Literatur der nestorianiachen Bewegung. g Hde) 

dessen späteren Namen wiederum er ursprünglich getragen haben soll, eine dem- 
selben ebenbürtige Tjcuchte der Schule. Noch vor ihm ist er wohl gegen 5667 
als Opfer einer Pestcpidcniic gestorben,',) die längere Zeit im nördlichen Meso- 
potamien wütete. Neben je einem B gegen die Juden,-) die Magier '') und die 
Monophysiten •■) wird von ihm ein solches von ,. Fragen " ''J näherhin über das A 
und NT ') bezeugt. Von diesem unterschieden werden dann wieder exegetische 
Sonderarbeiten zu drei oder vier BB des Pentateuchs, ') Job, Is, Ez") und den 
Spr,") eine Scheidung, deren Berechtigung vielleicht die Anführungen .I.s in 
späterer exegetischer Literatur nachzuprüfen erlauben werden.'") Von seinen 
Memre, die im Gegensatz zu prosaischen Homilien ") gewiß poetischer Form waren, 
werden im einzelnen solche ..des Gebets" *-) und je einer auf einen Sieg des Sas- 
saniden K(h)osrau I. über die Araber des Negrän*") und über dasAVüteu der Pest 
in Nisibis'*) erwähnt. Einer auf den erst 578 erfolgten Tod Klhjosraus'") muß ihm 
mit Unrecht beigelegt worden sein. Wohl gleichfalls poetische Schöpfungen 
funeralen Inhalts "*) mögen unerkannt in der Begräbnisliturgie fortleben.") Auch 
daß er die Gattungen des Mad'hiräsa und der Tesböhta gepflegt habe, erfährt 
man,"^j und wenigstens ein im Nachtoffizium des Freitags gebrauchtes Stück der 
letzteren hat sich unter seinem Namen erhalten.'") Bei einer schließlich auf ihn 
zurückgeführten Redaktion antiphonischer oder responsorischer Qäle -") liegt der 
Gedanke an die in ihrem Grundstöcke zweifellos sehr alten ,.ferialen", ..Gebets-" 
oder ,.Hilfs-Qäle" nahe,-') deren an die westsyrischeu Madibräse-,. Leitern" er- 
innernde Strophenreihen, von Psalmyersen durchflochten, ein in 28 Nrn mit teil- 
weise mehreren ..Wechselstücken" (Sühltip(h)e) gegliedertes Eepertorium allgemein 
gehaltener Gesangstexte nächtlichen Vigiliengottesdienstes bilden. 

e) Jiinsep(h) Huzäjä ■-^) wird durch seinen Beinamen als Sohn der alten 
Susiana (Bet(h) Hiizjije; Hüzistan) bezeichnet. Unter den Schülern Narsais ist er 
der bahnbrechende Vertreter grammatischer Studien. Maßgebliche Verdienste hat 
er sich insbesondere um die Schaffung eines Punktationssystems erworben, das 
die graphische Unterscheidung konsonantisch gleicher, aber in Vokalismus und 
Bedeutung von einander verschiedener Worte ermöglichte "-'j und mit diesen Worten 

') MbS: unter KJäuseplh) (.051 '52 — 56(i/7). Mit dem Tode J. nn das uiitere Ende der damit 
gegebenen Zeitgreuze laeranznrücljen, läßt die Tatsache als ratsam ersfheinen, daß die Epidemie 
noch unter K Ezechiel (569,70-680/1) fortgedauert hat. «) Bh. ChrS. 'Ai. ») CbrS. 'AI. 

*) Bh: Geg. d. Eutychianer. 'Ai: Geg. d. Häretilser. ») ChrS. •) 'Äi. ■) ChrS: 

vier BB. "Ai: Ex, Nm, Lv. *) ChrS. 'Ai. •) 'Ai. "•) Fundstätten sind dieselben wie 

bei Abraham, dazu auch noch der Kommentar des Isö'däd(h) v Merw zum NT. Vg. g 37 d. 

") ChrS: Tärägim (^ TürgäuiE). '*) ChrS. 'Ai. Nur einen einzigen nennt hier Bli 

'•) Bh. ") Bh. 'Ai. '■') ChrS. '.^i. Eine Verwechslung mit demjenigen über den Araber- 

sieg, die .\Schev annehmen möchte, ist wenig wahrscheinlich. 

'«) ChrS. 'Ai: ,.Büjjäe für alle Stünde." '=) Vg. die Hss S. 111 Ak. 3. '») Ai. '») Hss; 
mindestens diejenigen der Xoriiialsammluug. Vg. S. 112 Ak. 4. Ag: BrCh 28 f. (jedes Bandes). 
Ag des K dh)aqdam wad(h bat h)ar Ulf. Übs" JAMaclean. East. syr. daily off 100t. 

">) 'Ai: Rük(h äb^h) qale dh P'önjäth'ä. 

«') Hss: VtS fi2(lti. Jh), die Hiid(h)rä-Hss: BrM 7177 Rieh. 7179 Kich. VtS S3. CmbrAdd 
1981. Brl 47 (Sach 3.'J4) und die Kaski"tl-Hs: VtS 84, in denen das Korpus wie übrigens gewiß 
auch in anderen minder genau beschriebenen liturgischL-n Hss gleichen Typs als .\nhang auftritt. 
Ag: BrCh 2*/210* (jedes Bandes. Vg. ABanmstark. Piiradigmengebete ostsyrischer Kirchen- 
dichtung, OC 10/11 mit Übs einschlägiger Stellen. *-) B'EKg 2, 77 f., der ihn irrtümlich zum 
Nachfolger Narsais in der Schulleitung macht. Oeuvres grammaticales ed. PMartin 2, 77. 
BrM KU (Add 12138) V"3 (= KatWright 107). BO 3i, 100 Ak. 1. AMerx. Historia artis 
grammat. ap. Syros (Lpz 1889) 8. 28. 30. eS. 99/102. J-BChabot, JA» 8, 58f. Wright llöf. 
DuvaP.'ie. ") Über dasselbe AM erx a. a. 0. 28. 68 f. 99/102. 



[§ 17fg Jöhannän. Jäusep(h) Hfizäja. Nestorios. Gesinnnn^genossen des Nestorios.. 117 

(den sog. aequilitterae) sich auch schriftstellerisch beschäftigt.^) Daneben legt 
ihm nestorianische Textüberlieferung die in jakobitischer anonym vorliegende Übs 
der grammatischen Tixvi] des Dionvsios Thrax bei.'-l 

f^ Von Nestorios ist wohl alles das auch tatsächlich übersetzt gewesen, was 
von der gelehrten Tradition der syrischen Xestorianer als der Yeruichtung durch 
die Gegner entgangen bezeichnet wird.") In Betracht kommen zunächst, ohue daß 
über Urheber oder Entstehungszeit der Übs eine Andeutung gemacht wüi'de, eine 
Sammlung seiner Briefe und eine solche seiner Homilien und sonstigen Reden. 
Ausdrücklich ward dagegen in die nur zweimonatliche Regiermigszeit des K Paulos 
(um 535/61*) die Entstehung syrischer Texte der Tguyioölcc, der UgayfiaTtia 
^Hqa/.).iiöov und eines Briefes au Kosmas verlegt. Von ihnen hat derjenige der 
flgayfiatiici eines der Hauptwerke des N. bis auf die Gegenwart gerettet.*) In 
einem Texte über ilie Inkarnation in 38 Kapp.*) sind vielleicht in ihrer Echtheit 
bestrittene Ktqu/.uia wiederzuerkennen, von denen auf griechischem Boden eine 
dogmatische Katene aus den JJ 662 79 Kunde gibt.') Eine Folge von 12 sj-ri- 
schen Anathematismen ist von den griechischen verschieden.*) Der ,.Brief an 
Kosmas" düi-fte X. selbst mit Unrecht zugeschrieben werden und vielmehr mit 
einem gleichfalls nur syrisch erhaltenen Schreiben über dessen Schicksale identisch 
sein,',! neben das an weiteren Texten über ihn eine stark legendarisch ausge- 
schmückte Biographie^") und ein nicht weniger in gehässigem Sinne parteiisch ge- 
färbter jakobitischer Bericht") treten. Wie natürlich der letztere, so haben mit 
dem literarischen Leben der Schule von Xisibis vielleicht auch der syrische Wort- 
laut, in dem eine indirekte monophysitische Überlieferung einen einzelnen von N. 
aus der Verbannung nach Konstantinopel gerichteten Brief aufbewahrt hat,'-) und 
andere _ Anfüllrungen seines Nachlasses aus dem gegnerischen Lager ^'') nichts zu 
tun. Über die Litui'gie des N. s. § 18 a. 

g) Von Gesinnungsgenossen des Nestorios nennt syrische Überlieferung den 
M Eutherios v Tyana als Verfasser von Reden, Homihen, einer Streitschrift 
..gegen die Theopaschiten" und eines Evangelienkommentars.^*) Das von dem 



') B'£ Oeuvres a. a. 0. -) Hss der nestoriaii. Überlieferung: Mos .% (16. Jh) 3». Brl 89 
lSachä-26nms .11882)17», derjakobit.: BrM 987(Addl4658. 7. Jb)5''. 800(Addl4620.9.Jh)9''. Ag: 
AMerx a. a. 0. 60/72 (928). 

») 'Ai § 20. *) EbS 50f. (29,. MbS 49 (43). 'Am 39 (23). Labonrt 170. 

"*) Hss: Urm 147 (J 1888/9). Straßburg (aus dem Besitze HGou^sens). Ag: Pßedjan, 
Nestorius. Le livre d'Heraclide de Damas (Pr 1910). Übs: FNau, N. Le livre d'Heraclide de 
Damas trad. en fram;. (Pr 1910i. Vg. HGoussen, Martyrins Sahdonas Leben u. Werke ^Lpz 
1897) 15 Ak. 1. ABaumstark, OC 3, 516/20. FLoofs, Nestoriana. D. Frgmte d. N. ges., 
unters, u. heraiiageg. (Halle a. S. Iü05j 69f. FNan, ROC 14, 208f. Ders., N. d'apres de Sources 
orientales (Pr 1911). JFBethune-Baker, N. and bis teachiug, a fresh examinatiun of the 
evidence. With special refereuce to the newly recovered Apology of N. (the Bazar of Heraclides) 
(Cmbr 1908). FLoofs, Nestorius aud bis place in the history of Christian doctrine (L'mbr 1914). 

«) Hs«: Seert 87 (J 1609) VIP, eines Bruchstücks: VtS 179 (J 1703) XIIP. Ag des römischen 
Textes: GKampffmeyer bei FLoofs a. a. 0. 371. 'j Vg. Loofs a. a. 0. 60. -) VtS 

179. XP. Ag: BO 3u, 199/202. ») Hss: VtB 82 und die übrigen der Sammlung der oriental. 

Syuoden. Vg. S. 59 Ak. 11. Agg ,mit Übs): OBraun, ZDMG 54, 37895. FNau, PO 13, 27386. 
Übs: FNau, N. Le livre d'Heraclide 362/6. '») Hss; Urm 134 (J 1558). 159 (19. Jh) 6». Ag: 

MBriere.ROC l.i, 1,25. Vg. FNan ebenda 14, 424/6. "J Hs: El. sep. VII des ehemaligen 
Museo Borgiano, fol 240/50. Ag: EGöller, OC 1, 276,87. 

'») Hss: BrM 860(Add 12154. 8/3. Jh) 18» u. Brief d. Philoxenos an d. Münche v. Senün (S. 142 
Ak. 7). Ag: EWBrooks-FNan, ROC 15, 27581. ") Gesammelt von GKampffmeyer 

bei Loofs a. a. 0. 365/70. 372/88. Vg. ABaumstark, Lit. Rundschau 33, 4,58,61. 

") 'Ai § 32. BO 3i, 42. 



l\Q Die Literatur der neBturianigchen Bewegang. § l^g Itj] 

bpäteren B Eirenaios v Tyros, der als Coines sacri Palatii auf dc^ii allf;eraeinen 
Konzil zu Ephesos den Kaiser vertreten hatte, diesem und den Schicksalen des 
Häresiarchen gewidmete Geschichtswerk lehrt sie näherhin als ein solches in 5 BB 
kennen.') Von dem cölesyrischen Pr Theodulos, den sie als Schüler des 
Theodoros v Mopsuestia hezeichnet, sind ihr ein zweibändiger Is-Kommentar und 
eine Schrift über die passende Verwendung der einzelnen Psalmen bekannt.") Mit 
einem ihm durch seinen abendländischen Zeitgenossen Gennadius ^J beigelegten 
Werke inhaltsverwandt könnte ein solches gewesen sein, das sie unter ausdrück- 
licher Andeutung griechischer Abfassung neben Reden für B Kyros v Hiera- 
polis bezeugt.^) >Iit dem als Anhänger der antiochenischen Theologie durch 
Photios") bekannten gleichnamigen B des kilikischen Irenepolis dürfte ein von 
ihr als Urheber von Homilien und verschiedenartigen Lehrstücken eingeführter 
Basileios*) gleichzusetzen sein. Auch ein Akylinos, der hier als Kommen- 
tator des Mt- und Jo-Evangeliums, und ein Philotheos, der als Autor eines 
zweibändigen Ez-Kouimeutars und einer wohl theologisch-polemischen Schrift 
unter dem Titel 'Icbfiet'o^ erscheint, dürften in diesen Kreis gehören,') ohne daß 
allerdings eine Sicherheit darüber bestünde, wie weit die genannten literarischen 
Arbeiten wirklich Gegenstand syrischer VoUübss geworden oder den syrischen 
Nestorianeru nur durch Zitate bekannt waren. Ob es sich überhaupt um einen 
griechischen oder vielmehr geradezu um einen syrischen Schriftsteller handle, 
kann dagegen bei einem als „Perser" bezeichneten Theophilos zweifelhaft 
scheinen, von dem eine Schrift gegen die Anathematismen des Kyrillos und eine 
solche gegen einen Dositheos Erwähnung finden.*) 

§ 18. Ihren schlechthin hervorragendsten Vertreter bat die altnisibenische 
Theologie an dem K Mär(j) Ab(h)ä gefunden, dem an einer Schule von Seleukeia 
eine Rivalin der Gründung Narsais ihre Entstehung verdankte. Ein "Wirken an 
der neuen Schöpfung bzw. ein Hinaustragen des in Nisibis gepflegten Geistes in 
mehr oder weniger große Ferne teilweise durch Gründung weiterer Lokalschulen 
ist für einen Kreis theologischer Schriftsteller bezeichnend, der sich um die führende 
Gestalt des gelehrten Trägers der oberbischöflichen Würde gruppiert. Ein von 
ihm zu dieser Würde erhobener M Paulos von Nisibis, ein Thomas v Edessa 
und dessen Landsmann und geistiger Erbe Kyros, M Theodoros v Merw 
und sein Bruder Gabriel v Hörmizdsir ragen über eine Reihe weiterer 
Glieder desselben als die bedeutendsten hervor. 



') "Ai § 25. BO 3i, 38f. ») Ai § 21, das zweite Werk näherhin bezeichnend als 

„Sammlung der Eigentümlichkeiten der Psalmen des Königs David und in welcher Weise und 
aus welchem Grunde ein jeder gesagt zu werden verdiene". ') De vir. ill. § 90. 

*) 'Ai § 24: „Unterscheidung der Kulte," unter Bezeichnung des Verfassers als „Griechen", 
während das von Gennadius für Tb. bezeugte Werk „de consonantia divinae scripturae" sich „ad- 
versus antiquos haereticos" wandte, die „propter difierentiam praeceptornm vel caeremoniarum' 
der beiden Testamente die Identität des Jndengottes mit dem Tater Jesu Christi leugneten. 
BO 3i, 38. 

») Bibl. Codd. 42. 95. 107, ») 'Ai § 2;-*. Vg. BO 3i, 38. ') Da sie 'Ai § 22 und 26 

zwischen den sicher ihm angehörenden Gestalten auftreten. Vg. BO 3i, 37, 39, wo vielmehr medi- 
zinischer Inhalt für den 'Iw/uroi des Ph. vermutet wird. 

*) Ai §31, wo allerdings nach dem Zusammenbang bestimmt an einen griechischen Schrift- 
steller gedacht sein dürfte. In eutgegengesetztem Sinne AScher, ROC 11, 12, der in Tb. einen 
Zeitgenossen des K Mär(j) Ab^h),ä I. vermuten möchte. Vg. BO 3i, 42. 



[§ 17g 18a Gesionungsgenossen des Nestorios. K Mänj) Ab(h)ä I. 119 

a) K Mär(j) Ab(h)ä I./j ord. im 1. oder 2. 540, f 29. 2. 552. wai- als SoLu 
zoroastrischer Eltern zu Hiile in ßkd(h)äu ain rechten Tigrisufer geboren und hatte 
die Beamtenlaufbahu eingeschlagen, als ihn ein Katechet Jausep(h), genannt Mose, 
für das Christentum gewann. In Xisibis, wo er sich besonders au einen späteren 
B Ma'nä v Arzön anschloß, hatte er alsdann seine theologische Bildung empfangen, 
auf römischem Gebiete von einem Edessener Thomas das Griechische gelernt und 
in Begleitung desselben Palästina, Agjpten, Griechenland und Konstantinopel be- 
sucht, wo um 525 30 der Indienfahrer Kosmas die beiden Syrer kennen lernte. 
Nach Nisibis zurückgekehrt, wirkte Mhr( j ) A. hier als Lehrer, bis er, obwohl innerUch 
mit dem Gedanken asketischer Weltflucht beschäftigt, einstimmig zum K gewählt 
wui'de. Als solcher heilte er die Wunden, die ein 15 jähriges Schisma zwischen 
den Gegen-KK Narsai und EHsa' der Kirche geschlagen hatte, '^J vor allem auf 
einer Yisitationsreise. die ihn bis nach Elam und der Persis führte.^) und gründete 
die neue Theologenschule zu Seleukeia, fiel aber schon 541 dem Hasse der 
Magier zuiii Opfer. Während einer 7 jährigen Verbannung in Adorbaigiin sah er 
im 12. 543 oder 1. 544 eine Versammlung von BB bei sich, anläßlich deren er 
eine 6 Nm umfassende Sammlung seiner kirchlichen Erlasse *) und eine Auswahl 
kirchlicher Kanones ') veranstaltete. Im Winter 5489 mit einem einzigen Begleiter 
nach der Hauptstadt entwichen, wurde er hier 3 weitere JJ in Haft gehalten und 
erst 551 freigelassen, um die ihm unterstehenden Christen von einem gegen den 
Vater revoltierenden Sohn K(h)osraus I. und einer Christin loszusprengen. Die 
Aufgabe, diese Revolte vöUig zu dämpfen, hat ihn in seinem letzten Lebensjahi-e 
als Gesandten,, des Großherm nochmals bis nach Elam geführt. Eine ihm zu- 
geschriebene Übs des ATs aus dem Griechen,*) von der sich ein Nachhall in 
Zitaten eines syro-lukianischen Textes erhalten haben dürfte,^ soll während des 
ägj-ptischen Aufenthaltes entstanden sein. Diejenige eines unter dem Namen des 
Nestorios gehenden Formulars anscheinend der älteren eucharistischen Liturgie 



') Alte Biographie (Vg. § 22 g). Kosmas Indienfahier : PG 88, 73. EbS 1, 29 u. z. J 863. 
ChrS 2, 62;78. MbS 49/53 (43/46). 'Am 39/41 (23 f.). B'EKg 2, 89/96 und JA" 11, 99 f. (126 f.) 
bzw. KatSachau 542. 'Ai § 58. B0 3i, 75/80. OBrann, D. Bnch d. Synhados 93/7. J-BChabot, 
JA» 8. 48,50. Wright 116/8. Duval' 209f. Labonrt 163/91. Lübeck 81;92. 

-) Eiu literarisches Echo hatte dasselbe in eiuem B über die Pflichten des Bischofs ge- 
funden, zu welchem der den beiden Kompetenten auf die höchste kirchliche Würde neutral gegen- 
überstehende M Ja'q6b(h) v Bet(h) Läp(h)at durch die Mißwirtschaft Elisa's veranlaßt wurde. Vg. 
A Seher, KOC 11, 8 (nach ChrS). 

*) Einen Bericht über dieselbe bietet Nr 1 der Synodalerlasse Märlj) A.s. 

*) 'Ai. ChrS. Hss der Nm 1. 3 5 in denjenigen der Sammlang der oriental. Synoden 
(§ 9 c) innerhalb dieser Sammlung selbst, wo ursprünglich das ganze Material aufgenommen war, 
von Bruchstücken der Nm 2 und 6 infolge einer Versetzung von Blättern im Archetypus der 
Gruppe an falscher Stelle: N-Dsem 80. VtB 82, der Nr 3: Dijarb 96 (7/8. oder 11/12. Jh) 46» 
bzw. eine im Besitze von Abbeloos gewesene Abs. Agg: SynOr 69,95 (318/51). 540/45 (550/5), 
der Nr 8: PBedjan, Hist. de Jaballaha et de trois autres patriarches (Pr 1895) .274,87. Übs: 
OBrann a. a. 0. 97/137. 

') Ai. Hss von 35 der ursprünglichen 40 Nm: Seert 65. 32", der Nm 5/28. 1/3: VtB 82. 
S. 41/6. 64 und an entsprechender Stelle N-Dsem 90. Eine Ergänzung bietet die arab. Kanoues- 
sammlung des Ihn at-Tajjib. Vg. W R i e d e 1 , D. Kirchenrechtsqnellen d. Patriarchats Alexandrien 
148,52. Ag: SynOr 545/50 (555,61). tJbs: OBrann 138/43. Entnommen sind die Kanones den- 
jenigen von Nikaia, Chalkedon, der Lokalsynoden, der Synode des K Ishäq und den Bestimmungen 
Mär(jj A.s selbst. 

•) ChrS. 'Ai. ') Bei Iso dädh v Merw (§ 37d). Vg. ABaumstark, OC 2, 457. »1, 1,19 
(Griech. u. hebr. Bibelzitate in d. Pentateucherklärung I.s v M.), über die Zitate I.s selbst auch 
schon G Die t trieb, Beihefte z. ZAtW 6, LIV. 



l^JO I'it' Literatur der iiestoriaiiisrhcn lieweifun);. S 18ab] 

Konstantinopels') und einer entsprechenden Liturgie des Tlieodoros v Mopsuestia *J 
wird als sein und des Thomas {^enieinsanies AVerk bezeichnet.',) Untergegangen 
ist gleich Houiilien und Memrf'/j was an exegetischen Arbeiten von ihm zu Gn, 
Ps. Spr, Rom, Kor. Gal, Eph, Phil und Hehr '') wohl bereits nur auf Grund 
einzelner Zitate namhaft gemacht wird. Erhalten hat sich dagegen ein Kompen- 
dium des Eherechts auf Grund der biblischen Bestimmungen mit beiläufiger aus- 
führlicher Polemik gegen die i)ersische Geschwisterehe und deren mythologische 
Begründung, mit dem er die originalsyrisclie Rechtsliteratur eröffnet.") Auf ihn 
zurückgeführt werden endlich allgemein die antiphonartigeu sog. ,.Kanones"' des 
nestorianischen Psalters, deren je einer nach dem ersten Verse jedes Psalms ein- 
gefügt ist,') und vereinzelt mindestens eine Tesbdhtä.*) 

b) M Paulos V Nisibis,") f 571 zur Zeit der Eroberung von Dkrä durch 



') Vg. ABaumstark, Die Chr3Sost'jmoslitargie u. die syrische Liturgie desiNestorios in: 
XPIVOCTOMIKA. Stnili c ricerche intorno a S. Giovanni Crisostomo (R 1908) 771,857. Dere., 
Zur Urgeschichte d. Chrysostomoslituigie, Tlieolngie u Glaube 5, 299,313. Ablehnend: ThScher- 
inann, BKv 5, ly9f. Theol. u. Glaube ,% 394f. 

-) Die tatsächliche Redaktion eines Liturgieformulars durch diesen bezeugt Leontios, Geg. 
Nestorios u. Eutyches III 19 (PG 86, V6G^). 

'j Bezüglich der X.-Lil. 'Ai § 20, bezüglich beider Formulare hsliche Notizen zu ihrem 
Texte z. B. in Brl 42 ^Orqu 546. J 1756) fol 45 r». 56 r" (KatSachau 158) und CmbrAdd 1984 
(4 1707) fül 48r". 57r° (KatWright-Cook 2S4f.) für die N.-Lit. uuter Berufung auf den ,.M€mrä 
üb. d. Väter" eiues K Iwannis. Die hier auftretende Ausdehnung der Angabe auf „alle Werke" 
des Nestorios ist kaum glaubhaft. Immerliin mag Märij i A. an der in die Zeit seiner Lehrtätig- 
keit iu Nisibis faUeuden Übs auch des sonstigen N.-Nachlasses beteiligt gewesen sein. Hss: die 
sämtlichen Tak(hjsä-Hss. Xg. § 30h. Solche nur der beiden und des nestorianischen „Apostel^- 
Formulars: Seert 41 (J 1611). 42. Dijarb 47 (,J 1651). JerPatr 22 (J 1665). Urm 119 (J 1726,7). 
121 (J 1887). Pr 310 (J 1744). Die beiden von M. übersetzten Formulare allein stehen in der 
Takih)sä-Hs. Brl 42, in der Hiidi;h)rä-Hs VtS 83 (J 1539) zu Weihnacht u. Epiphanie, das „Apostel"- 
und das Th.-Fovmular VtS 66 (J 1529} 22». 23», das letztere als Liturgie „der Erklärer Diodoros 
u. Theudoros" bezeichnet Brl 39 (Orqu 804. 16/7. Jh) 5». Agg: Liturgia SS. apost. Adaei et 
Maris, cui accedunt duae aliae in qnibusdam festis et feriis dicendae necnon ordo baptismi (Urmia 
1890) 40/51. Missale iuxta ritum ecclesiae Sjrorum Orientaiium (Mosul 1901) 68/87. Übss: Ren 
2, 620/32. PG Badger, The syr. liturgies of the .^postles . . . Theodorus . . . and . . . Nestorius 
(Lo 1875), der Nestoriosliturgie : Ders., The Nestorians and their rituals (Lo 1852j 2, 215/43. Der 
Versuch einer Wiederherstellung der griech. Vorlage der N.-Lit. bei ABaumstark, D. konstan- 
tiiiopolitan. Meß)ituri;ie vor d. IX. Jh (Bonn 1909, Lietzmanns Kl. Texte 35t. Einen von dem 
überlieferten ;stark abweichenden Text des großen Fürbittengebets der N.-Lit. berücksichtigt 
übrigens die große metrische Lit.-Erklärung des (Ps?-)Narsai bzw. 'Abihdisö' v Elam (S. 112). 
Vg. über beide Formulare IgnERahmani, 1 Fasti della chiesa patriarc. Antiochena XXV/XXXIl 
mit Ag und Übs von Azzen namentlich desjenigen des Theodoros, wo die Annahme näherer Be- 
ziehungen vielmehr dieses zur griechischen Chrysostomos-, des anderen zur griechischen Basileios- 
Lit. vertreten wird. ■*) 'Ai. 

■*) 'Ai, während ChrS wohl nur ungenau Wflh statt Spr und die Paulnsbriefe schlechthin 
nennt. «) Hss: VtB 81 IIP 2 (nach SynOr 7). Seert 65 (17/8. Jh) IV». N-Dsem 90. Mard 50. 
^Vor 14. Jh.) Ag: ESachau, Syr. Eechtsbüclier 3 {B 1914) 255/8. Vg. ebenda S. XXII/XXVIl. 

') ChrS. 'Ai bzw. die Angabe der Psalterhss selbst z. B. Brl 29 (Orqu 803. 18. Jh). BrMOr 
4525(19. Jh). Ag: im Psaltertext des BrCh. '') Zur Komplet. Hs: BrM 191 (Add 17219. 

13.Jh)3°w. 

») SynOr 109 (366i. „Chronik v. Arhela" 156 (92). ChrS 2, 79. 95. 100 u. das noch unedierte 
Kap, 93. 'Am 40 (24). Abü-1-Barakät: NU WG 1902. 652/83;. BO 3i, 87f. OBraun, D. Buch d. 
Synhados 161 Ak. 1. Wright 122f. GSMercati, Per la vita e gli scritti di P. il Persiauo 
(R 1899). DuvaP 72. 347. Labourt 166f. AScher, PO 7, 187f. Ak. 6. 



[§ 18bc K Mär(j) Ab(h)ä I. M Paulos v Nisibis. Thomas v Edessa. 12] 

K(h)osrau 1., war durch Mivnj) Abihiä nach dessen Rückkehr aus der Susiana d. h. 
wohl eher 551 als schon 540 ordiniert worden und hat 554 an der Synode seines 
Nachfolgers Jäuseplh) teilgenommen. Als sein „Schüler" kann er jedenfalls nur in 
uneigentlichem Sinne gelten, da er bis zu seiner Erhebung zur bischöfhchen AVürde 
30 JJ lang Leiter einer Schule in Arbela wai-, wohin ihn Abraham deb(h)et(h) 
Kabban entsandt hatte. Daß er in Konstantinopel geweilt und dort an einem 
ßeUgionsgespräche sich beteiligt hat, über dessen Verlauf er in Form eines 
Schreibens an den sassanidischen Hofarzt Qiswai berichtete.*) steht außer Frage. 
Aber jenes Religionsgespriich mit einer zwischen 1. 4. und 1. 8. 527 gegen den 
Manichäer Photeinos abgehaltenen Disputation ') und den nachmaligen nisibenischen 
M mit einem aus der Schule von Nisibis hervorgegangenen ,,Ferser"' P. zu identi- 
fizieren, dem in jener Zeit als quaestor sacri palatii der Afrikaner Junilius be- 
wundernd lauschte,^) geht nur an, wenn man mit der halblegendarischen Über- 
lieferung, daß der erstere mit anderen Größen der nestorianischen Theologenwelt 
durch K(h)osrau auf dessen Ersuchen an Justinian gesandt worden sei, auch den 
ihr zugrunde liegenden chronologischen Ansatz seiner Reise nach Abschluß des 
50jährigen römisch-persischen Friedens, also erst in die letzten JJ .Tustinians,*) 
preisgibt. Unter dieser Voraussetzung hätte man sich von den beiden '') neben 
Briefen verschiedenen Inhalts für P. von Nisibis bezeugten literarischen Arbeiten 
eine sich irgendwie mit dem Gesamttext der Bibel beschäftigende ") wohl nach 
dem Bilde der Instituta regularia divinae legis vorzustellen, in denen Junilius eine 
lateinische Bearbeitung der Vorträge seines „Persers" geboten hat,') während in 
einer nicht vollständig untergegangenen „Disputation gegen den Caesar" ^) zweifel- 
los der Bericht an Qiswai zu erkennen ist. 

c) Ein Thomas v Edessa, der unter den Schülern Mär ,'j) Ab(h)äs genannt 
wird und nach seinem Selbstzeugnis als dessen Nachfolger in Nisibis Lehrvor- 
träge gehalten hat, ") kann mit dem Lehrer des späteren K im Griechischen 
nicht identisch sein, da dieser während ihres gemeinsamen Aufenthaltes in Kon- 
stantinopel gestorben ist.'") Von seinen Schriften eröffnen Abhandlungen über 
Weihnachten und Epiphanie'*) eine eigentümliche Literaturschicht aus mündlichen 
Vorträgen herausgewachsener Traktate über den Festgehalt ('eltä; der einzelnen 
heiligen Tage und Zeiten des Kirchenjahres.*-) Ein anscheinend auf das Gebiet 



') Abü-l-Barakät. 

») Vg. Mercati a. a. 0. 26. ») Inst. reg. div. leg. (PL 58, U). *) ChrS. 2, 95. 

*i Darch 'Äi. ") „Tradition des <Bibel>testes" (niaslCmanüt(h).ä d(h)6sürtä). ") Äg: PL 58, 
15/42, kritische bei HKihn, Theodor v. Mops. u. Junil. Afrikanns als Exegeten (FrbgB 1880). 

*) Hs eines Exzerpts als Kap. 8 eines anonymen jakobitiscben Werkes geg. d. Nestorianer : 
BrM 798(Addl4535.9..Ih)follß'>v£f. 

') Vorrede des Festtraktats über Weihnachten (Ag Carr) 5 (14). ChrS 2, 29. B'EKg 
2, 89f. 'Ai § fi3. SJCarr, Ag. des Weihnaclitstraktats 7 10. Wright 117 Ak. 1 mit ver- 
matnngsweiser Gleichsetzung der beiden Th. UavaP 209. .347 anscheinend ebenso. ABaum- 
stark, OC 1, 322/4. Zu einem Jakobiten macht Th. eine ihn mit Th. v Harqel (§ 29b) ver- 
wechselnde Tradition bei B'E, der den Sachverhalt nicht durchschaut. 

'") Nach dem unanfechtbaren Zeugnis des Indienfahrers Kosmas. Vg. S. 119 Ak. 1. 

") Hss: Seert 82 (16. Jh). X-Dsem 38 (J 1887. Abs daraus). Alte in TeU Kep(h) mit Abs, 
die (als Nr 7) von GDiettrich, NGWG 1909, 19(5/202 beschrieben wurde. W^eitere in einem 
Kloster Mar Ja'qü in Kurdistan mit Abs in Alqüs (J 1883) und Abss dieser letzteren im Besitze 
von HHyvernat (Nr 8. .1 18b9j und des Campo Santo dei Tedeschi m Eom (J 1897) 1«. 3°. Agg des 
ersten Traktats: SJCarr, Th. Edesseni Tractatus de Nat. D. N. Jesu Christi (R 1898), einer 
Teitprobe aus dem zweiten: Diettrich a. a 0. 200f. Kapp. Verzeichnisse beider bei ABaum- 
stark, OC 1, 324f. 

") Vg. ABaumstark, D. nestorian. Schriften „de causis festorum". OC 1, 320/42. 



122 Die Literatur der ue9turiaDii<cben lieweguog. g 18def] 

der Kircheumusik liinübeif^reifendcr Brief,') eine AVidorlegung der Astrologie, 
Leichenreden (oder fiinerale Dichtungen V) deren beträclitlicher Unifiing Hervor- 
hebung erfährt, und antihäretische Disitutationen werden daneben für ihn be- 
zeugt,*) ohne daß natürhch im einzelnen nicht vielmehr die Autorschaft des 
illteren gleichnamigen Edesseners in Betracht kommen könnte. Fraglich bleil)t 
vollends, an welchen der beiden bei der Zurückführung einer Tesböhtä auf einen 
Th. V Edessa zu denken sein soll.") Gewiß mit keinem identisch ist der „selige"' 
Th., von dem ein Brief asketischen Inhalts in jakobiti-scher l'berlieferung vorliegt.*! 

d) Kyros (Qijöre) v Edessa'') war Lehrer an der Schule zu Nisibis und 
gründete später eine solche zu IjLirtä. Während seiner Wirksamkeit an der 
ersteren ergänzte er auf Ersuchen der Diakone Sem'on, Addä und ß6rik(h;isü' 
die beiden von Thomas hinterlassenen durch entsprechende Festtraktate auf die 
Quadragesima, den Gründonnerstag. Karfreitag. Ostern, Christi Himmelfahrt und 
Pfingsten.*) Außer diesen werden ihm Homiiien und nicht näher bezeichnete 
exegetische Ai-beiten beigelegt.') Eine von der seinigen anscheinend nicht un- 
abhängige Behandlung der kirchlichen Festzeiten hat ein im übrigen nicht weiter 
bekannter Posi (oder Posaii in kürzer gehaltenen Traktaten unternommen, von 
welchen derjenige über das Quadragesimalfasten erhalten ist.*) 

e) M Theodoros v Merw") hat auf Anregung Mänj) Ab(h)äs ein nicht näher 
bezeichnetes B ..bunten"' Inhaltes verfaßt, während andererseits eine Beantwortung 
von 10 durch denselben aufgeworfenen Fiagen ihn mit dem philosophisch und 
medizinisch interessierten gemäßigten Monophysiten Sargis v Kis'ainä verknüpft, 
der ihm eine Reihe seiner eigenen literarischen Arbeiten widmete.'") Memre und 
eine exegetische Arbeit über den Psalter bildeten u. a. weitere Früchte seiner 
schriftstellerischen Tätigkeit, während seinem Bruder B Gabriel vHormizdsir'') 
Schriften gegen Manichäer und Chaldäer. ein Werk von „Lehren"" und Er- 
klärungen vermischter Bibelstellen in rund 300 Kapp, verdankt wurden. Erhalten 
ist vielleicht eine metrische Bearbeitung der „Geschichte" des hl. Eugenios „und 
der Griechen", die Th. im 14. Jh beigelegt wurde.' ^) Doch ist nicht nur der 
betreffende anonym überlieferte Text offensichtlich ein Erzeugnis erst spätnestoria- 
nischer Poesie, sondern eine Dichtung des fi'aglichen Inhalts füi- die Mitte des 
6. Jhs überhaupt ausgeschlossen, da die Legende des angeblichen Patriarchen der 
mesopotamisch-persischen Klosterwelt sich erst später entwickelt hat. 

f) Von weitereu Schülern Miiri j) Äb(h)as'^) sind die späteren il M Ja'q6b(h) 
vBet(h) Garmai und David vMerw, die BB Narsai v Anbar, Barsabbä 
V Siharzür oder Barsab(h)tä v Sahrqart'*) und Sub(h)hälemäran v 
Kaskar gleich einem Ja'qöb(h) mit dem Beinamen „der Büßer"' als Schrift- 
steller nicht näher bekannt. Von einem B Mose v Kaskar'*) kannte eine 

') „B. gegen die Töne" (dalewat(h) qäle). ^J 'Ai. ') Es ist die allerdings auch für 

Barsanmä in Anspruch genommene für die Nacht des Dienstags. Vg. S. 108 Ak. 4 bzw. 11"2 Ak. 4. 

*) Hs: CmbrAdd 2019 (J 145-2) 8°. ">) ChrS 2, 79. 'Am 40 (29). 'Ai § 95. 

") Hss: dieselben wie für die beiden Traktate des Thomas b<>ß'>. 10". ll". Bs: ABaum - 
stark, OC 1, 320/9. •) Durch Ai. ••) Hss: die nämlichen wie bei Thomas und Kyros. Bs : 
A Baumstark a. a. 0. 334f. Vg. AScher, KOC 11, 2öf., wo Vorschläge für eine Identili- 
zierung des Verfassers mit anderweitig bekannten Trägern des Namens gemacht werden. 

») 'AI § 77. BO 3i, 147. '») Vg. § 26 c. ") 'Ai § 78. BO 3i, 147 f. >«) Nach 

Vermutung Assemanis a. a. 0. Ak. 4. Hss: VtS 184 (J 1560) 120». 90 (J 1570/1). Anh. 12». 
CmbrAdd 1982 (J 1697) C 34 a. Brl 63 (Sach 188. J 188"2) 131°. ") ChrS 2, '79. 'Am 40 (29). 

'*) Ersteres nach ChrS, letzteres nach 'Am nnd (bzw. bezüglich der Namensform allein) 
nach den Akten eiuer Synode vom J 576, an welcher der B teilnahm : SynOr 1 10 (368). B r a n u , 
D. Buch d. Synhados 164. 

'■'") Außer den beiden genannten Hauptstellen: Ai § 185. BO 3i, 276. 



[§ 18 f. 19a Kyros. M Theodoros v Merw. Mar(j) Ablhjäs. Ab(b)ä v Kaskar. 123 

spätere Folgezeit wenigstens noch ein einzelnes Werk,*) in dem vielleicht das 
als „B der Schönheit des Wandels" (K d(h)esappiriit(h) dübbäre) durch Elija 
Gauhari über Fragen der eucharistisch-liturgischen Praxis zitierte eines M. zu 
erkennen ist.-l Einem Sargis b Sah 14, der als Lehrer an der Schule von Hirtä 
oder an einer solchen zu Hazzä'') in der Adiabene wirkte, werden Kommentare 
zu Jer und Ez beigelegt, die von katenenartiger Anlage gewesen zu sein scheinen.*) 
Erhalten hat sich endlich von einem Isai*) der einem Ökonomen Johannen ge- 
widmete Festtraktat auf die Gedächtnisfeier der Märtyrer am Freitag nach Ostern. 
Sein Verfasser hat als erster Vorsteher der Schule von Seleukeia vor 552, weil 
noch durch Miir(j) Ab(,h)ä selbst, einen späterhin seinerseits zum B von Anbar 
erhobenen Rämiso' zum Nachfolger erhalten, der irrtümlich mit den Anfängen 
der ostsyrischen Masora in Zusammenhang gebracht wird.'^) Er selbst kann also 
keinesfalls mit einem überhaupt vielleicht vielmehr M:ir(jl genannten ..Lehrer'' 
identifiziert werden, dessen Erhebung zum K im J 570 Paulos v Nisibis und 
dessen Anhang verhinderte.') 

§ 19. Von K Mär(j) Ab(h)ä zu unterscheiden ist ein jüngerer Ab(h)ä v 
Kaskar, dessen Schaffen einer eigentümlichen, anscheinend in der Sonne sassani- 
discher Hofgunst erwachsenen Literatui'schicht von mehr, wenn auch nicht aus- 
schließlich, weltlichem Charakter angehörte. Fortführung der in Edessa vom 
Kreise Hib(h)äs gepflegten aristotelischen Studien, eine doch wohl auch literaische 
Beschäftigung mit dem weiteren profanwissenschaftlichen Gebiete der Medizin und 
Übertragung von Pehlewi-Texten ins Syrische sind für dieselbe bezeichnend. Ihre 
Bedeutung war tatsächlich wohl erheblich größer, als die fast rein kirchlich orientierte 
literarische Überlieferung der Folgezeit ahnen läßt. Immerhin scheinen an dem 
K Jäusep(h), einem Periodeuten B ü d (h) und dem unbekannten Urheber des 
syrischen Alexanderromanes noch drei weitere Vertreter dieses demjenigen 
der nisibenischen Theologenschule und ihrer Filialen gegenüberstehenden Schrift- 
tums greifbar zu werden. 

a) Ab(h)ä v Kaskar*) war eine der einflußreichsten Persönlichkeiten am 
Hofe K(h)osraus IL (590 628),*) der ihn als Gesandten an Kaiser Maurikios 
(582/602) schickte, und hat unter den beiden KK Sab(h)ris6'' I. und Grig(hj6r 
(§ 20ef) durch seine hohen Verbindungen der nestorianischen Kirche wertvolle 
Dienste geleistet. Vertrautheit mit Philosophie, Astronomie und Medizin 
und Kenntnis des Persischen, Griechischen und Hebräischen werden ihm 
nachgerühmt.*") Als Bestandteile seines umfangreichen schriftstellerischen Nach- 



') 'Äi: „ein B, das nach seinem Namen benannt (ist)." '') So BO a. a. 0. Ak. 2, wo das 
Zitat des arabischen Autors mitgeteUt ist. ') Ersteres nach ChrS, letzteres nach "Am. 

*) 'Ai §97: „nach der Tradition der Früheren". ») Sein Selbstzeugnis: PO 7, 158 Ak. 1. 
ChrS 2,66.95. MbS 50 (44j. Hss des Traktates: die S. 121 Ak. 11 genannten 9». Bs: ABaum- 
stark, OC 1, 332f. ") Vg. § 39c. ") ChrS 2, 100: Isai. MbS 54 (47f.): Mär(j). 

•) ChrS 2, 204. "Ai § 83. BO 3i, 154 f., wo er irrtümlich mit dem Klo.-tergründer Abraham 
y K. gleichgesetzt wird. Wright 186 f. J-BChabot in: Oriental. Studien Nöldeke gew. 494. 
AScher. ßOC 11, 9f. 

°) Nicht schon K(h)o8rau8 I. wie Scher nach der ChrS annimmt, da dem die Entsendung 
an Maurikios und die Verknüpfung mit den beiden EK des ausgehenden 6. bzw. beginnenden 
7. Jhs widerspricht. '") ChrS. 



124 l^ie Literatur der Destorianischeii Bewegaog. § I9abc] 

laäses werden einerseits Ubss nicht näher bezeichneter bisher noch nicht ins 
Syrische übergegangener Texte,') andererseits Briefe, Kommentare und eine „Er- 
klärung der ganzen Logik des Aristoteles" ^) namhaft gemacht. Dahingestellt 
wird es vorerst bleiben müssen, ob in späterer exegetischer Literatur *i auftretende 
Zitate eines wohl auch schlechthin als der ,.Grüße" (bzw. ,.Alte") von K. ein- 
geführten Mär(i) A. V K. unbedenklich auf ihn bezogen werden dürfen, oder ob 
und in wie weitem Maße bei ihnen eine Verwechslung mit dem K. Mär(j) A. L 
oder sogar erst mit dem tatsächlich aus K. stammenden Mkr(j) A. IL (§ 33 f) 
obwaltet.^) 

b) K Jäiisep(h),'') ord. im 5. 552, -{■ 575/6, nachdem er schon im 2. 567 seines 
Amtes entsetzt worden war, hatte früher lange Zeit auf römischem Gebiete, wo 
er sich hervorragende medizinische Kenntnisse erwarb, und dann in einem Kloster 
in der Nähe von Nisibis gelebt. Die Gunst des dortigen persischen Gouverneurs 
ebnete seine weiteren Wege, diejenige des Großherrn Kih.'osrau I. selbst ver- 
schaffte ihm die höchste kirchliche Würde, in deren Besitz er sich, selbstherrisch 
und rücksichtslos gegenüber den BB, nur dadurch zu erhalten vermochte, daß er 
sich duixh fortgesetzte Bestechung die Stütze der weltlichen Macht sicherte. 
Eine Episode der durch diese Mißverhältnisse bedingten kirchlichen Kämpfe bildet 
die schon seit 552,3 von den BB geforderte, im 1. 554 zu Seleukeia zusammen- 
getretene Reformsynode, deren Akten und 23 Kanones sich erhalten haben. 'j 
Ein von J. angelegter Katalog der bisherigen KK ') dürfte wohl den Grundstock 
einer Art von Patriarchalchrouik der nestorianischen Kirche gebildet haben, 
deren Fortsetzung für die JJ 111/352 H. zitiert wird.*) Als eine auf ihn zurück- 
gehende Fälschung wurde daneben*) der Briefwechsel des Päpa (§ 5e) jedenfalls 
nur mit bedingtem Rechte betrachtet, da ein Stück desselben schon auf der 
S3-node des Däd(h)isö' (§ 9 c) zur Verlesung kam.'") 

c) Der Periodeutes Bud(h),") von welchem außerdem Reden über den 
(offenbar nestorianischen) Glauben und gegen die Manichäer und Markioniten, 
sowie anscheinend eine Schrift zur Erklärung des 1. Bs der aristotelischen Meta- 



') Chr.S. *) 'Äi. ') Namentlich der Gannat(h) Büssäme (§ 50 a) und (wohl danach) 

der Selbsterklaruug des Ishäq (E)sbad(h)näjä (g 54 b). Vg. KatSachau 313. Wright-Cook 441. 
*) Ersteies wird vou Chabot, letzteres von Wright augeuommen. 

*) EbS 51 (29{.) und zu den JJ 863/5 Gr. Elijä-Gauhari: HO 3i, 43if. CbrS 2, Sl^W. 'Am 
41;3 (24). MbS 52f. (46f.). B EKg 2, 31 f. 95,'98 und JA' 11, 100(127) bzw. KatSachau 543. BO 
3i^ 432/5. OBraun, D. Buch d. Syuh. 145f. Wright 121f. Labonrt 192/7. Duval' 348. 
Lübeck 93f. «) Hss wie bei der Synode des K Ishäq iS. 54 Ak. 11). Ag: SynOr 96/109 

(352/67). Übs: OBraun a. a. 0. 146/63. ", Elijä-Gauhari : BO 3i, 435. -) Durch EbS zu den 
JJ 1 11/352 H. ") Durch ungenannte Einzelne nach B'EKg 2, 31. 

'») Hss: N-Dsem 90 (Vor 14. Jhi. Seert 65 (17 18. Jh) A.B. VtB 82 (K VI 4) 18». 19°. 
Ag einer Probe daraus (Brief des P. au Helena): Gismondi- 30/2. Übs (des ganzen): OBraun, 
ZKT 18, 164,82. Vg. OBraun a. a. 0. 546/65, der einen echten Kern retten möchte. Dagegen 
Labüurt 21 Ak. 1. Mit J. werden a. a. 0. näherhin die Xrn 5 (Ja'qöb;h) v Nisibis an P.) und 6 
(Ap h)rem an P.) in Veibindung gebracht. Das auf der Däd(h)isö'-Synode verlesene Stuck ist die 
gleichwohl sicher unechte Nr 8 (Synodalschreiben der „abendländischen" BB an P.), auf welche 
jene beiden früheren Nrn Bezug nehmen. Als nm 36:!/^ entstanden erweist sich Nr 7 (P. an die 
Nisibener) und als schon im 4. Jh entstanden hätteu nach Braun auch die eng zusammen- 
gehörenden Nrn 1/4 („Ensebios v Rom" bzw. „Judas Kyriakos"" an P., Helena au P. und P. an 
Helena) zu gelten, die indessen jedenfalls bereits die edessenische Krenzauffindungslegende zur 
Voraussetzung haben und deshalb doch vielleicht einer etwas späteren Zeit entstammen, mithin 
gleichfalls auch etwa erst für J. in Betracht kommen könnten. 

") 'Ai § 151. BO 3i, 219. Wright 123f. Duval' 257 (mit Berufung auf MStein- 
^chneider). 32-1. 



[§ lacd 20 Ab(h}ä v Kaskar. K Jäusep(h). Bödfh^. Alcxanderromaii. 125 

pbysik ("VAf/iß to fieya) erwähut wird, hätte angeblich „aus dem Indischen" das 
"Tierfabelbuch von Qalihig(h) und üamnag(li) übersetzt.') Tatsächlich hat die 
Vorlage dieser älteren syrischen tljs eines buddhistischen Fürstenspiegels, der 
auf seinem indischen Heimatboden in brahnianischer Überarbeitung im Pancatantra 
des Kisnusarman und in Azzen des Maiiabhar:ita fortlebt, nicht ein Sanskrittext, 
sondern eine Pehlewi-Übertragung gebildet, die ein persischer Arzt Barzöi für 
K(h^osrau I. gefertigt hatte. Frühestens unter diesem, wahrscheinlich erst etwas 
später, jedenfalls aber noch in vorislamischer Zeit, hat demgemäß auch B. ge- 
ai-beitet.-) 

d) Der syrische .Vlexaiiderroniaii ') ist eine der zahlreichen Rezensionen, 
in welchen das in seinem Kerne bis in die Ptolemäerzeit zurückreichende, zum 
Abschluß erst unter den orientalischen Kaisern des 3. Jhs gelangte Werk des 
Ps.-Kallisthenes Gemeingut der Weltliteratur wurde. Der schon vor 848 ins 
Arabische weiter übersetzte Te.\t gibt unmittelbar eine Pehlewi- Vorlage wieder, 
ist mithin naturgemäß spätestens zu Anfang des 7. Jhs und weil ausschließlich 
in nestorianischer Überlieferung vorliegend, anscheinend auf nestorianischem Boden 
entstanden.^) 

§ "20. In die herrschende Schultheologie des syrischen Nestorianismus selbst 
wurde seit der Zeit der KKHazqiel und tso'jahb(h) I. ein völlig neues 
Ferment durch den Adiabener Henänä getragen, der als Nachfolger eines 
Abraham b Qardkhe in der Epoche ihrer höchsten äußeren Blüte an der 
Spitze der Schule von Nisibis gestanden, eine schwere innere Krisis über dieselbe 
aber durch den Versuch heraufbeschworen hat, in grundsätzlichem Bruche mit 
ihrer Überlieferung sie alexandrinischem Geiste zu öffnen. Noch unter den 
KK Sab(h)ris6' I. und Grig(h)ör I. hat der so entfachte Kampf um die 
Grundlage der kirchlichen Lehre fortgedauert. Von literarisch tätigen Gegnern, 
die in ihm dem Neuerer erstanden, werden der nisibenische M Grig(h)6r v 
Kaskar und der Bäd(h)6qä Michael kenntlich. Dagegen hat in der Schrift- 
stellerei eines gleichzeitigen Bs Nät(h)niel v Sirzör die brennende theo- 
logische Tagesfrage ein nachweisliches Echo nicht gefunden. 



') Hss: Göttiugen Univ.-Bibl. Or l.Sd. Brl 104 fSach 139. J 1881/2). 105(Sachl50. J 1882-. 
I06(Sachl49. .T1883i, sämtlich Aliss einer früher in Mardin befindlichen, später von Mgr. (jraftiu 
erworbenen. Vg. FXau, ROC 16, 200 4. Agg (mit fbs): GBickell, D. Buch v. K.iliiag u. 
Damnag. Alte syr. Übs mit einer Kinleitung von ThBenfey (Lpz 1876). FrSchultheß, 
Kaiila und Damna. Syr. n. deutsch (Brl 1911 1. Zu der ersteren vg. die „krit. Emendationen'' 
von L B Unii e n t h a 1 , ZDM« 44 , 267/320. 

«) Keith-Falconner, Kalllah and Dimuah (Lo 1885). Introdnttion XLIII/XLV. 

»j Hss: BrM 922 (Add 25875. J 1709/10)12°. N-Ds6m 99 (J 1744/5). Urm 112(.T 18381 Als einer 
Vorlage vom J178.iii). 122 (J 1886t, eines Bruchstückes. Brl 201(Sach 165. 14. .Jh?'i6°. Ag: 
EAWBudge. The History of Alexander the Great (Cambr 1889). Übs: VKyssel, Archiv f. 
d. Studium d. neueren Sprachen 90, 83/134. 269/88. 353/402. Vg. EAWBudge, Alexander the 
Great and Gog and Magog, ZA. 6, .%7/404. 

') ThNöldeke, Beiträge znr Gesch. d. Alexanderromans. Denkschr. d. AWW 38 v. 
KFWeymann, D. äthiop. u. arab. Übs. d. Psendocallisthenes (Kirchhaiu 1901). Eine kürzere 
syrische Alexanderbiographie in der Hs BrM 860i Add 12154. 8,9..Th)19''. Ag: PdeLagardr. 
AnS 20.5/8. 



12() Die Literatur der nestorianischen Bewegnng;. § 20a bj 

a) K Hazqiel (Ezechiel),') ord. anscheinend 569/70, -j- 580/1 nach zweijähriger 
Blindheit, die als Strafe des Himmels für seine den BB gegenüber eingenommene 
herrische Haltung gedeutet wurde, soll der frühere .Bäcker Mär(j) Ab'^h)as und 
durch ihm zum B von Z;ib(h)e erhoben, nach anderer l^berlieferung der Schwieger- 
sohn seines Vorgängers Paulos gewesen sein und hatte seine Erwählung der Gunst 
verdankt, in welcher er bei K(h)osrau I. stand. Die Akten seiner im 2. ö76 ab- 
gehaltenen Synode umfassen ein Glaubensbekenntnis, dessen ausführliche Betonung 
der streng altnestorianischen Christologie unverkennbar bereits durch die Henänä-Be- 
wegung bedingt ist, und 39 disziplinare Kanones, von denen einzelne, gegen magi- 
schen Aberglauben, volkstümliche Trauergebräuche und die Erlernung profaner 
Musik durch christliche Mädchen gerichtet einem allgemeineren kulturgeschicht- 
lichen Interesse begegnen.^) 

b) K Isö'jahb(h) I.,') ord. 581, f 596, stammte aus Bet(h) 'Arbäje, hatte in 
Nisibis unter dem Narsai-Verwandten Abraham studiert, war in den JJ 569/71 
selbst Leiter der Schule gewesen und dann B von Arzon geworden. Seine Er- 
hebung verdankte er der Gunst des Großherrn Hormizd IV. (579/90), der nach 
zwiespältig ausgefallener Wahl für ihn entschied. Eine Überlieferung, der zu- 
folge er als persischer Gesandter bei Kaiser Maurikios erschienen wäre und ein 
als orthodox anerkanntes Glaubensbekenntnis abgelegt hätte, ist mit chronologi- 
schen Schwierigkeiten belastet, braucht deshalb aber nicht eines geschichtlichen 
Kei-nes zu entbehren. Durch die Ungnade K(h)osraus II. (590'628) bedroht, 
starb er auf der Reise zu dem neubekehrten Araberfürsten Nu'män von Hirtä in 
einem Dorfe Bet(h) Qüsi und wurde durch dessen Schwester Hind in einem von 
ihr gestifteten Kloster begi-ahen. Von den 31 Kanones einer von ihm 585 in 
Seleukeia abgehaltenen Synode ^) verteidigt der zweite die Autoiität des Theodoros 
V Mopsuestia gegen den dabei allerdings nicht namentlich genannten Henänä und 
dessen Anhang. Neben denselben enthält die Sammlung der nestorianischen 
Synodalakten von ihm noch ein Schreiben an JaVj6b(h), B von Diirai auf der 
Hauptinsel der Bahrain-Gruppe, mit 20 weiteren teilweise liturgiegeschichtlich 
wichtigen Kanones ^) und ein Glaubensbekenntnis.*) Ein von dem letzteren ver- 
schiedenes ist in arabischer Übs als das Maurikios eingereichte überliefert.') Das 
eine oder andere mag unter einer ,.Ilechtfertigiing" zu verstehen sein, von der man 
neben weiteren Briefen I.s, einer Schrift ,.gegen Eunomios" und einer Disputation 
mit einem ungenannten ..häretischen" d. h. wohl monophysitischen B hört.*) 
Schließlich bot eine als „Fragen über die kirchlichen Mysterien'' eingeführte Ar- 
beit nach dem Selbstzeugnis des Verfassers in dem Schreiben an Ja'q6b(h) *) 
einen dem Text Wort für Wort folgenden Kommentar zur eucharistischen und 
Taufliturgie und war während seiner Tätigkeit an der Schule von Nisibis. also 
vor 571. entstanden.'") 



1) EbS 52 (30). ChrS 2, 79. 100/3. MbS 54 f. (47/9). 'Am 43 f. (25 f.). B'EKg 2, 97 f. 103 f. 
BO 3i, 435/9. OBraun, D. B. d. Synhados 163f. Labonrt 197/9. Lübeck 946. 

«) Hss: die S. 54 Ak. 11 verzeichneten. Ag: Synür 110/29 (368/89). Übs: Oßrann a. a. 0. 
164/90. ') BhSchulgr 72f. ChrM 15/7 (1.5/7). EbS .52 (30) und zum J 906 Gr. ChrS 2, 102. MbS 
55/7 (49 f.). 'Am 44/9 (26/9). B'EKg 2, 105f. 'Ai § 72. BOSi. 10811. Braun a. a. 0. 190f. 
AVright 129f. .J-BChabot, JA» 8. 55f. DnYal»349. Labonrt 201/7. Lübeck 96/8. 

*) Hss: wie schon oben S. 54 Ak. 11. Agg: EGraffin, ROC 4, 247/62. SynOr 130/65 
(390/424). Cbs: Braun 191/2.36. 

^) Hss: dieselben. Ag: SynOr 166/92 (424/51). Übs; Braun 237/72. •) Hss: dieselben. 
Ag: SynOr 192/6 (451/5). Übs: Braun 272,7. 

■) Dnrch ■Am45'7(26f.). «) Bei 'Ai. ») SynOr 167 (426 f.). Braun 239. '») Daraus 
ein Brnchstück vielleicht in der Hs VtS 150 (J 1708,'9l V (über ein notgedrungenes Hinaustragen 
der Encharistie aus der Kirche). 



[g 20 cd K Hazqiel. K isö'jahb(h) I. Abraham b Qardähi?. flCnanä. 127 

c) Abraham h Qardähf oder ,.der Nisibener"/) dei" als Nachfolger des 
späteren K Bö'j^hbih') 1. während nur eines einzigen Js das leitende Exegetenamt 
der nisibenischen Schule inne hatte, wird als Verfasser von ..Lehren" nicht näher 
bestimmten Inhaltes, Memre. Grabreden. Homilien und Briefen gegen einen Sistar 
bezeugt. Von ihm zu unterscheiden ist ein gleichfalls als ..Exeget" bezeichneter 
A. aus Behqäwäd(h). der nach einer in Nisibis entfalteten Lehrtätigkeit sich 
als Mönch A. v Kaskar (§ 21 a) anschloß und den Tod durch ßäuberhand ge- 
funden hat.-) Dagegen ist mit dem letzteren möglicherweise ein A. Qattinä 
(„der Subtile") identisch, der als Verfasser von ,.Fragen'' und Sentenzen bekannt 
wird.^) 

d) Heiijina, der Adiabener.'') hatte in Nisibis unter Abraham, dem Ver- 
wandten Narsais studiert. Eine erste Blütezeit seiner eigenen dortigen Lehrtätig- 
keit fällt unter K Hazqiel. Schon durch M Paulos wurde er wegen dyophj'sitischer 
Gesinnung aus der Stadt verwiesen, kehrte aber — anscheinend nach dessen Tod 
— wieder zurück und wurde 572 Vorstand der Schule, die unter ihm 800 Schüler 
gezählt haben soll. Wiederholten synodalen Verurteilungen seiner Lehranschauungen 
zum Trotze vermochte er sich, gestützt von den Vornehmen der Bürgerschaft 
und unter dem Schutze der persischen Staatsgewalt, dauernd im Amte zu erhalten, 
was den Auszug von 300 streng altnestorianisch gesinnten Hörern zur Folge hatte, 
und hat bis 610 gelebt. H- war vor allem wesentlich Origenist und als solcher 
d. h. als Anhänger einer extrem alexandrinischen Richtung naturgemäß Gegner des 
Theodoros v Mopsuestia und somit im Gegensatz zu ihm, Anhänger der hyposta- 
tischen Union und des ^torozoc-Titels. Er war aber nicht minder Gegner auch 
des pelagianischen Einschlages der herrschenden nestorianischen Schultheologie, 
im Gegensatze zu der er die ursprüngliche Unsterblichkeit Adams und die Erb- 
sünde lehrte, während sein origenistischer Standpunkt ihn die Auferstehung des 
Fleisches und die Ewigkeit der Höllerstrafen leugnen ließ. Als eine Art von 
Kompromiß zwischen demselben und den offiziellen Überlieferungen der nisibinischen 
Schule ist es zu verstehen, wenn er an Stelle des Theodoros an Chrysostomos 
doch immerhin wieder einen Antiochener zum Range der exegetischen Fiindamental- 
autorität zu erheben suchte. Erhalten sind von seinem literarischen Nachlasse die 
von ihm zwischen 2. und 7. 590 erlassenen und von M Sem'ön bestätigten neuen 
Statuten der Schule '') und Festtraktate über den der Erinnerung an das Heilungs- 
wunder Apg 3. 1/10 gewidmeten ..Goldenen Freitag" der Pfingstwoche und die 
Büß- und Bettage des ,.Fastens der Niniviten".*) Ein solcher auf das Kreuzauf- 
findungsfest, ein Memrä auf Palmsonntag, eine ..Erklärung des Glaubens" d. h. 
wohl des nestorianischen Taufsymbols und Kommentare zu Gn, Job, Ps, den 
Salomonschriften, den 12 kleinen Propheten. Mk und den Paulusbriefen werden 
anscheinend als dogmatisch einwandfrei einer Vielheit weiterer wegen ihres Lehr- 
gehaltes kirchlich verworfener Schriften gegenübergestellt.') Eine wenigstens 
mittelbare Nachwirkung des kühnen Neuerers bleibt in exegetischer Literatur noch 
lange fühlbar.*) 

') BhSchnlgr 76. ChrS 2, 102. MbS 54 (48). 'Ai § 1.53. BO 3i, 223T. J-BChabot, 
JA» 8, 54. DnvaP 347. «) LC g 42. ') 'A5 § l.')6. BO 3i, 225, wo er irrtümlich dem 
yielmehr mit A. aus dem Hanse Karsais identischen Lehrer isu jahb(h)s I. gleichgesetzt wird. 

♦) BhSchulgr 76/9. Chrll 17 f. (16 f.). ChrS 2, 189 f. MbS 54 (48). 'Ai § 69. BO 3i, 81/4. 
Wright 124/7. J-BChabot, J.A" 8, 58/62. Dnval' 348f. Labourt 215/7. 269/80. 292f. 
AScter, PO 7, 7/10. Lübeck lOOf. ") Hss und Ag wie S. 114 Ak. 2. 

•) Hss: die S. 121 Ak. 11 genannten und für den zweiten Traktat Seert 109 (J 1609). Bs: 
A Baum stark, OC 1, 332 f. Ag: AS eher, PO 7, 53/87. ') Durch 'AI. Von Kommentaren 

znm ganzen A und NT redet Bh. 

') Vg. ABanmstark, OC 2, 4.54f. über seine vermutliche Bedeutung für is6'däd(h) t 



128 D'« Literfttiir der nestorianiflchen Bewegang. § 20efg] 

e) K Sal)(h)riisö' I./) ord. am Gründonnerstag 596, j 18. 9. 604 im Alter 
von mehr als 80 .1.1, war Hirte im Gehirgslande von .Sirzor gewesen, dann 
Mönch und nach Studium an der Schule von Nisibis und erfolgreicher Tätigkeit 
als Missionär B von LJisom geworden. Die Akten einer von ihm im 5. .596 ab- 
gehaltenen Synode") enthalten ein Glaubensbekenntnis, das Unterwerfungsschreiben 
„messalianisch" gesinnter Mönche eines Klosters Barqitä und die ihnen erteilte 
Antwort des K. Das vermeintliche Bruchstück einer von ihm verfaßten Kirchen- 
geschichte erweist sich als solches vielmehr einer späteren legendarischen Erzäh- 
lung seiner Lebensgeschichte, das von einer Begegnung zwischen ihm und dem 
Kaiser Maurikios berichtet.') 

f) K Ci!rig(h)ör I./) ord. Samstag vor Palmsonntag 60.5, f 608 9, stammte aus 
P5rät(h) und war vor seiner auf Betreiben der Königin Sirin erfolgten Erhebung 
Exeget der Schule von Seleukeia gewesen. Seine Amtsführung befleckte er durch 
schamlose Habsucht. Die Akten seiner im Anschluß an seine Ordination ab- 
gehaltenen SjTiode'*) bilden mit einem Bekenntnis zur streng nestorianischen 
Christologie und einer förmlichen Kanonisierung der Autorität des Theodoros v 
Mopsuestia, ohne sie ausdrücklicli zu erwähnen, den Abschluß der durch Henänä 
heraufbeschworenen Krisis. 

g) Gng(h)6r v Kaskar,*! an der Schule von Seleukeia gebildet, war als 
Exeget an derjenigen von Arbela tätig gewesen und hatte dann eine eigene in seiner 
Heimat gegrüdet, bevor er 596 durch K Sablhirisö' I. und die zu dessen Wahl 
versammelten BB an Stelle eines wegen Astrologie abgesetzten Gabriel b Riip(h)inä 
zum M von Nisibis erhoben wurde. Als solcher nahm er wie denjenigen gegen 
den antinomistischen Spiritualismus ..messalianischer" Kreise, den Kampf gegen 
Henänä mit schärfster Entschiedenheit auf. wurde aber von S. im Stiche gelassen 
und sogar mit Absetzung bedroht und durch die persische Regierung in ein 
Kloster verwiesen. Aus der Stadt entwichen, widmete er sich der Heidenmission 
und starb in seiner Heimat. Eine Kirchengeschichte und zahlreiche andere 
Schriften mindestens teilweise monastisch-asketischen Inhaltes bildeten seinen Nach- 
laß. Mit demselben berührte sich teilweise der noch erheblich vielseitigere eines 
angeblich erst der zweiten Hälfte des 8. Jhs angehörenden G. v Süsterä in 
der Susiana,'! der als Verfasser von Homilien und Leichenreden, eines umfassenden 
antihäretischen und eines philosophischen Werkes zum Gebiete der Physik, 
einer Sammlung von Festtraktaten, einer Kircbengeschiclite und einer Biographie 
eines — wohl asketischen Kreisen angehörenden — Landsmanns Abraham sowie 
als Schöpfer eines Stückes liturgischer Poesie bezeichnet wird. 

Merw; J-BChabot in: Orieutal. Studien Nöldeke gew. 495 über die auf Gn, Mt und Panhis- 
briefe bezüslichen Zitate der G;innat(h) Bnssäiüö (§ 50 aV 

') Biograpliie seines Jüngers Petros: § 22g. ChrM 17 (16). 21 f. (19). ThM I 25. Elijä- 
Gauhari: BO .4i, 448 f. ChrS 2, 154/84. EbS 52(30) nnd zu den JJ 907 und 916 Gr. MbS 57/(iO 
(50/3). 'Am 49/51 (29 f.). BE Kg 2, 105,8. BO 3i, 441/9. Braun a. a. 0. 277,82. Wright 133f. 
J-BChabot, JA» 8, 60f. Labonrt 209 17. Lübeck 99/103. 

2) Hss: die S. 54 Ak. 11 genannten Ag: SyuOr 196/207 (456,701 Übs: Braun 282/96. 
») VtS 183. JerPatr 8 (J 1554) Anh. Brl 60 iSach 139. J 1880) fol 3947«. Vg. IgnGuidi, ZDJIG 
40, ,')59/61. *) ChrM 22 (20). TbM I 25 f. EbS 53 i30) nnd zu den JJ 917 nnd 920. ChrS 

2,201/4. MbS 60 f. (53f.). 'Am 51 f. (.30). B'EKg 2, 107/10. BO 3 1, 449,52. Braun 2i'6f. 
Labonrt 221/3. Lübeck 103. 

») Hss: die S. 54 Ak. 11 genannten. Ag: SynOr 207/14 (471/9). Übs: Brann 298 306. 
«) ChrM 17f. (16f.). LC § 56. ChrS 2, 187/95. EbS zum J 907Gr. Brann 280. ünvaP 224. 
Labonrt 215f. Lübeck 101. 103. ^ Ai S 163. BO 3i, 228, wo er ohne ersichtlichen 

Grund in die Zeit des K Ja'qöb(h) IL gesetzt wird, dessen Regierungszeit nach EbS 57 (32) in 
die JJ 7,52 bis 772. nach 'Am 63 (36f.) in die JJ 7.53'4 bis 772,'3 fiel 



I§20hi K Sab(h)risö" I. K Giig(h\'>r I. CTrig:(h)6r v Kaskar. Michael. Nät(h)mel. 129 

h) Ein Bad('h)üqä Michael \) hat jenes Lehramt anscheinend an der Schule 
von Nisibis verwaltet, ist an derselben Schüler Heniinäs gewesen und aus ihrem 
Terbande in Opposition gegen diesen seinen Lehrer ausgeschieden. Mit Bestimmt- 
heit darf er '-) in einem ^I. wiedei'erkannt worden, der als Verfasser eines "Werkes 
von ,.Fragen über den Bibeltext" in drei Bänden bezeugt ist/j die mehrfach in 
späterer exegetischer und verwandter Literatur nachwirken.*) Auch wird er hier *) 
gelegentlich als solcher eines anonym überlieferten Festti'aktates auf den an das 
Weihnachtsfest anschließenden Gedächtnistag der allerseligsten Jungfrau Maria be- 
zeichnet.®) L'nter seinem Kamen hegen ferner hslich vor eine Abhandlung gegen 
die Jakobiten,") eine Schrift über Träume,*) eine solche über den Menschen als 
Älikrokosmos *) und eine Sammlung von Definitionen (K d(h)at(h)eh6me).*'') Doch 
ist mindestens die letztere tatsächlich frühestens erst um die Wende vom 8. zum 
9. Jh entstanden *') und daneben auch unter dem Namen eines Bäzüd(h) über- 
hefert,^-) was indessen vielleicht nur auf einer vei'mutungsweisen und nach Maß- 
gabe ihrer sachlichen Stoffanordnung gleichfalls irrigen Identifikation mit einer 
vielmehr alphabetisch geordneten einem Qürta gewidmeten Definitionensammlung 
beruht, deren Verfasser Ab(h)zftd(h) genannt wird.") 

j) B Njit(h)uiel (Nathanael) v Sirzor^*; hat als solcher auf den Synoden der 
T^K Is6'jahb(h) I. und Grig(h)6r I. unterzeichnet und wurde unter K(h)osrau IL also 
vor 628 nach sechsjähriger Gefangenschaft gekreuzigt, weil seine Gemeinde unter 
seiner Führung einen persischen Kommandanten aus der Stadt vertrieben hatte, 
durch den die Kirchen derselben zerstört worden waren. An der Schule von 
Nisibis gebildet, hat er einerseits sich mit exegetischen Studien beschäftigt, deren 
anscheinend nicht einzige Frucht ein Ps-Kommentar war.-"") Andererseits w^ird 



') ChrS2, 192. 'Ai § 76. BO 3i, 147. Duval' 74. 255. 411. Ders., Prooem. XXII. AScher, 
ROCH, 16f. -) Nicht erst ein durch MbS 78 (69) als Zeitgenosse des K Theodosios bezeugter 
B 51. von alAhwäz (= Bet(h) Hüzäje), wie anscheinend gefolgt von RDuval, der M. um 900 
ansetzt, JSAssemaui a. a. 0. vermutet. 

ä) Durch 'Ai a. a. 0. *) So bei Selemön v Bäsrä (EAWBudge, The Book of the bee 
135), in dem Bibelkommentar vielleicht des Sab(h)risö' b Paulos (§ 46 g), in der Gannat(h) Büssäme 
(§ 50 a) und bei BB. ^) Durch ein Zitat in der Selbstkommentieruug des Ishäq (E)sbad(h)näjä 
(§ 54b). Vg. AScher, a. a. 0. 17. GDiettrich, NGWG 1909, 197 bzw. OC^ 1, 323. 

«J Hss: die S. 121 Ak. 11 für die Festtraktate des Thomas v Edessa genannten. Bs: 
ABaumstark, OC 1, 333f. ') Hs: Beert S7(J1609)VP. ») Hs: Mard 62 (J 1887) 5°. 

») Hss: N-Dsem 52 (15. Jh) 1». BrMOr 4071 (J 1677,80) fol 45 v» ff. und je eine im Kloster 
Babban Hörmizd bei Alqös und in syrisch- katholischem Privatbesitze in Mosul. Tg. AScher 
a. a. 0. 16. ■») Hss: N-Dsem 523». 142 (J 1678/9) 13». BrlOroct 1132 (17/8. Jh. Vg. Diett- 

rich, OC* 1, 323. Baumstark, ebenda 2, 138f.). Mos 110. 6». 

") Weil darin bereits das „B des Scholions" des Theodoros b Koni (§ 34c) zitiert wird. 
Vg. GHoffmann, De hermeneuticis ap. Syros Aristotelis 151/3. 

") So in den Hss Brl 88 (Peterm 9. J 12.59;60) 34 und einer solchen des ludia Office in 
London (vg. GHoffmann, Opusc. Nestor. XXIf.). AggvonAzz: GHoffmann, De hermen. in 
den Akk zur syrischen Übs von rrepl io/ir^i'eia;. ABaumstark, Aristoteles bei d. Syrern 1, 
33/6 (219,23). ") 'Ai § 179. BO 3i, 261. GHoffmann a. a. 0. Wright 228,30. ABaum- 
stark, Aristoteles bei d. Syrern 1, 213/9. Ders., OC^ 2, 138 f. Duval, Prooem. XIV. Ein Zitat 
unter dem Namen des A. bei BB 1843 Z. 8. 

") SynOr 423. 479 (OBraun, D. B. Synhados 235. 306). ChrM 21 (19). LC § 67. ChrS 
2, 200. 'Ai g 154. BO 3i, 224, wo er irrigerweise einem ThM I 28. U 20 erwähnten Konvents- 
ültesten von ßeth) 'AbfhjG in der Zeit erst des K Benänisö' I. (§ 32 f.) gleichgesetzt wird. 
AScher, EOG 11. 12f. 

") LC. 'Ai. Hss der Einleitung: Mos 20 (J 1875) 2». N-Dsem 20 (J 1884) 3». 21 (J 1893) 3» 
und eine im Privatbesitze BVandenhoffs. Ag und Übs: BVandenhoff, Exegesis Psalmorum 
Baumstark, Geschichte der syrischen Literatur. '■^ 



130 Die Literatur der ncstorianiscben Bewegung. § 21a] 

für ihn eine literarische Betätigung in polemischem Sinne bezeugt, die sich nach 
zwei verschiedenen Übeilieferungsversionen gegen das Magiertum oder gegen eine 
Mehrzahl von Häresien gerichtet hätte.') 

§ 21. Neben der Schulthcologie und einer den sassanidischen Hofkreisen 
nahestehenden Gelehrsamkeit mehr profaner Richtung stand etwa seit der Mitte 
des (5. Jhs als dritte Großmacht des syrisch-nestorianischen Geisteslebens ein 
wesenhaft asketisch orientiertes streng nestorianisches Mönchtum, das an Abraham 
V Kaiikar in der Einsamkeit des nördlich von Nisibis sich erhebenden Izlä- 
Gebirges (Tür 'Ab(h)din) seinen maßgeblichsten Begründer gehabt hat. Von dort 
aus immer weitere Gebiete mit dem Netze seiner Siedlungen überziehend, hat das- 
selbe ebenso schnell als nachdrücklich auch literarische Bedeutung gewonnen. 
Abraham Nat(h)peräjä (oder Nep(h)taräjä) ist der führende Vertreter 
einer seinen eigensten Bedürfnissen entsprechenden asketischen Prosa und hat als 
solcher seinen nächsten Nachfolger an Bäb(h)ai b Nesib(h)näj e, einem 
Btib(h)ai, dem Schreiber, und dem M 8i"ib(h)hälemäran gefunden. Eine 
Beschäftigung dieser Mönchskreise auch mit der poetischen Form ist vielleicht 
besonders durch das Beispiel eines B k ' ü t (h), ein Eingreifen derselben in die 
durch Henänä heraufbeschworene dogmatische Krise durch dasjenige eines Hgnk- 
niso"^ zu belegen. 

a) Abraham v KaSkar,-) f 8. 1. 588 im Alter von 85 JJ, hatte zuerst 
als erfolgreicher Glaubensbote unter den Arabern von al-Hirah gewirkt, dann 
auf einer Reise nach dem AVesten sich mit dem Mönchtum der Sketew-üste und 
des Sinai vertraut gemacht und schließlich unter den Narsai- Verwandten Abraham 
und Jöhannän dem Verbände der Schule von Nisibis angehört, bis er sich als 
Einsiedler in eine Hohle des nahen Izlä-Gebirgsstockes zurückzog, auf dessen 
Höhe er später das „große Kloster" gründete. Die diesem gegebene Regel*) 
sichert ihm, vielleicht neben einer TesböhtS,'') einen, obgleich bescheidenen, Platz 
auch in der Geschichte der syrischen Literatur. Unvergleichlich wichtiger ist 
allerdings seine Gesamtbedeutung als Schöpfer eines in Tracht und Satzungen von 
dem monophysitischen bewußt unterschiedenen spezifisch^ nestorianischen Mönch- 
tums. Fortgeführt hat dieses sein Lebenswerk auf dem Izlä selbst zunächst sein 
erster Nachfolger Däd(h)is6',*) -f 604 im Alter von 75 JJ, der, aus Bet(h) 
Dhrkje, einer Gegend von Bet(h) Arämäje stammend, ursprünglich Einsiedler oder 
als Genosse eines Stephanos Mönch in der Adiabene gewesen war. Dem Izlä- 
Kloster, nach dem ihn der Ruf seines Gründers lockte, hat er weitere Satzungen 



praec. messianicorum (Eheine 1899) 13/5 (24,6) Zitiert wird N. daneben auch zn Pentateuch und Pro- 
pheten in dem Kommentar vielleicht des Sab(h)risö' b Paulos (§ 46 g). 

') Näherhiu u. a.: Severiauer, Maniehäer, Mandäer nach 'Ai. Ersteres nach LC. 

•■=) ThM 14. LC § 14. ChrS 2, 132/5. BO 3i, 93. J-BChabot. JA» 8, 53f. Labonrt 
315/8. AScher, ßOC 11, 18. «j ggg. jj.pg^,^ cjq (Vor 14. Jh). Seert 65(17,18. Jh) XIV». 

68(17.Jh)2». VtB 81 (K VI 4). Mard 50. Ag (mit Übs): J-BChabot, BAL 7, 51,9. 

*) Eine solche unter seinem Namen in umfassenderen Sammlungen von Dichtungen dieser 
Gattung in den Hss: Seert 48. 2». Dijarb 36. 2». Vg. S. 112 Ak. 4. Agg: BrCh 2, 67 f. K 
d(h}aqdam wad(h)bät(h>r (Urmia 1901) 171. tJbs: AJMaclean, East sjr. daily off. 215. 

») ThM 15. LC § 38. J-BChabot, JA" 8, 56f. Labourt a. a. 0. 318f. AScher, 
JA" 7, 104 f. 



[§ 21 ab Abraham v Kaskar. Abraham Nat(h)peräjä. 13X 

hinterlassen.*) Eine dritte Mönchsregel, die ein Schüler des genannten Stephanos, 
namens Zinai,-) einem von ihm auf dem Berge Seplhjolai in der Gegend des 
kleinen Zab gegründeten Kloster gab,*) ist daneben das Einzige, was sich von 
dessen schon umfangreicherem asketischen Nachlasse erhalten hat. 

b) Abraham mit dem Beinamen Xat(h)perhjä (oder Net(li")perajä) nach 
nestorianischer, Nep(h")t aräj a nach jakobitischer Überlieferung,*) entstammte 
einer mit den adiabenischen Märtyrern der Verfolgung §äb(h)örs d. Gr. blutsver- 
wandten Familie. Als sein Geburtsort wird ein in der Xähe von Arbela gelegenes 
Dorf [Bet(h)] Natihlpera bezeichnet. Anscheinend ein jüngerer Zeitgenosse A.s 
V Kaskar und mit diesem sogar gelegentlich verwechselt,'^) besuchte er nach drei- 
jährigem Einsiedlerleben in einer zwei Tagereisen von seiner Heimat entfernten 
Höhle Palästina und die klassischen Stätten des pachomianischen Mönchstums in 
AgNijten, um nach seiner Rückkehr weitere 30 JJ in seiner alten Höhle zu ver- 
leben. Eine nicht allen Quellen bekannte, wohl legendarische Überlieferung läßt 
ihn dieselbe zuletzt wieder verlassen und als Glaubensbote, nach Norden ziehend, 
eine erfolgreiche Missionstätigkeit bis nach Adorbaigän entfalten. Von seinen 
..verschiedenen'' Schriften,") zu denen außer zahlreichen asketischen auch ein 
Evangelienkommentar und ein antihäretisches Werk gehört haben sollen,") liegt, 
wiederum neben einer Tesbölitfi,*) eine bescheidene Reihe kürzerer Abhandlungen 
zur mönchischen Askese in Sammlungen verschiedenen Umfanges und Bestandes ") 
und anscheinend eine verwandte größere Arbeit *") vor. Ein Kloster hat über der 
Höhle des Meisters sein Schüler Job (bez w. A j j o b (h) oder A h 6 b (h)? ) gegründet, 
der Sohn eines persischen Perlen- und Edelsteinhändlers aus'Rewardäsir, der auf 
einer Geschäftsreise nach dem römischen Gebiete in einem Kloster bei Nisibis, von 
schwerer Krankheit daniedergeworfen, das Gelübde gemacht hatte, im Falle seiner 
Genesung sich dem Asketenleben zu widmen, auch mit dem Klosterleben auf dem 
Izlä vertraut geworden war und gleich der Regel A.s v Kaskar auch die Ab- 
handlungen des A. Nat(h)perkjä ins Persische übersetzte,*^) von einem syrisch 

') N-Dsem 00. Seert 65. XV». 68. 3». VtB 81. Mard 50. Ag (mit Übs): J-BChabot, 
RAL 7, 24/46. Ein überarbeiteter Text beider Eegela auch im Nomokanon des 'Ai. Ag (mit 
Übs): AMai, Script. Vet. Nov. Coli. 10, WO;ö {\21ß2). Übs derjenigen As: EAWBudge, The 
Book of Governors 1, CXXXIV CXL. ^) LC § 70. DuvaP 224. ») Hs: Seert 68. i". 

*) LC S 43. Anonyme Biographie in einer Hs der jakobitischen Patriarchatsbibliothek zu 
Mardin (J 1471,^): StS 1, 36 8 (36/8). ChrS 2, 172 f. MbS 52 (45 f). 'Ai g 122. Bü 1, 463 f. 
3i, 191. EAWBudge, The Book of Governors 2, 191 Ak. 2. Wright Ulf. DuvaP 223. 

") So durch MbS. In gleiche Richtung weist es, wenn man seinen Beinamen von einem 
Orte Xeppar im Gebiete von Kaskar abzuleiten versuchte. Vg. Payne-Smith, Thes. Linguae 
Syr. 2430. ') So allgemein 'Ai. ') Nach dem Anonymus von Mardin: StS 1, 38 (37). 

') Der sonst dem Narsai-Verwandten Jöhaunän beigelegten für die Nacht des Freitags 
(S. 116 Ak. 19) nach der Hs CmbrOo 1. 22. 3<'k. 

') Hss von je 3 Nrn: VtS 122 (J 769) VIP. BrM 817 (Add 14614. fol 1/79. 10. Jh^S« bzw. 785 
(Add 12167. J875/6) XIV», von 5 Nrn: VtS 123(8. Jh) IIP. BrM 797 (Add 17180. 11. Jh)l», von 
6 Nrn: CmbrAdd 2019 (J 1452), von 7 Nrn: VtS 126 (J 122.3) XI«. 377, von 10 Nrn: VtS 419 (J 
1572,3) fol 245 v'', 268 r° vereinzelter Stücke: Katalog KWHiersemann 487. Nr 255a (8/9. Jh) 22». 
255 b (J 882) 11». Bi M 797 (Add 18814. fol 1Ü3/262. 9. Jh) 4». 849 (Add 14738. fol 8.5,9. LS 4. Jh) 4°. Brl 
198(Sach352.1.3.Jh?)foll65»v/172»v. 177(Sach60)4». S6ert 76(13. Jh). Anh. 2». 77. ebenso; von 
Azz: CmbrAdd 2016(13. Jh) 28". N-Dsem 24 (J 1697/8)1». Mos lOi. 1«, fälschlich unter dem Namen 
des Eaagrios : BrM 781 (Add 14623. J823) 12". Ag einer Abhandlung über die Identität des Kreuzes- 
opfers und des Meßopfers: PBedjan. Mar Isaacus Ninivita de perfectione religiosa (Pr-Lpz 1909) 
62932. ■») Hs: BrMOr 6714(9,10. Jh)fol73«v/101°n. Vg. FNau, PO 9, 495. Oder handelt es 
sich auch hier etwa nur um die Zusammenfassung einer Reihe von Eiuzelabhandlungen? 

")LC§44. ChrS 2, 17.3/5. MbS 52 (46). B0 3i, 431f. 

9* 



132 Die Literatur der nestorianischen Bewegung. § 21bc[d 

schreibenden fruchtbaren Exegeten J. oder Ahöbfh) aus Bet(h) Qatrkje da- 
gegen scheint unterseliieden werden zu müssen.') Auch für die Gleiclisetzung eines 
anderen Jüngers A.s, Elisa'/^j niit einem E. b Sap(h)nin oder b S;ib(hjit(h)ä 
(bzw. Sallita), dem außer Sammlungen von Sentenzen und Kätseln ein Ps-Kommen- 
tar beigelegt wird/') scheint ein zureichender Grund nicht ersiclitlich zu sein. 

c) I{iil)(h)ai b N('sü)(h)iiii.je,') so oder schlechthin ,.der Xisibener" nach der 
Herkunft seiner Familie aus Nisibis bzw. „der Kleine"' als Archimandrit eines 
„kleineu" Klosters genannt,'') das er auf dem Izlii neben dem „großen" Abrahams 
gründete, war Schüler des letzteren gewesen, hatte dann zunächst als Einsiedler 
in einer Höhle bei Arbela und zeitweilig auch in dem Kloster Zinais gelebt. Von 
den Jüngern B.s d. Gr. (§ 22 h) hart angefeindet, entfaltete er eine allem Anscheine 
nach nicht unbedeutende schriftstellerische l^ätigkeit vorwiegend asketischen 
Charakters. Doch ist sein Nachlaß vielleicht frühzeitig nicht scharf genug von 
demjenigen eines jüngeren gleichnamigen Reformators der nestorianischen Kirchen- 
musik unterschieden werden. Erhalten haben sich unter seinem Namen zwei der 
ihm schon durch ein altes Zeugnis") beigelegten Memre „der Buße" ') und wiederum 
mehrere Tesbelutti h)ä. *) 

d) lJäb(h)ai, genannt „der Schreiber" v Me'arre",") aus einem Orte 
Behqhwhd(b) bei Hirtä gebürtig, muß gleichfalls noch der vorislamischen Zeit an- 
gehört haben, da sein Beiname neben dem Orte seines Asketenlebens auf die Tat- 
sache zurückgeht, daß er ursprünglich das Amt eines Sekretärs bei dem persischen 
Marzeb(h)hn von Hirtä begleitete. Als Einsiedler soll er in einem Alter von 103 JJ 
gestorben sein. Ein von ihm verfaßtes Werk asketischen Inhaltes wird unter dem 
Titel eines „Bes der Unterscheidung der Gebote" angeführt.'") Zu unterscheiden 



') "Ai § 107. BO 3i, 175. Diival, Prooem. XIX. J-BChabot. JA "> 8, 273 f. Be- 
zeugt wird für ihn eine Kommentierung des ganzen NTs, des Pentatenclis und „aller Pro- 
pheten" ,.auCer der Erklärung der Bet(h) Maiit{h)t'b(hjC'' (= Jos, Eicht, Sam, Ege, Knth und Weis- 
heitsbücher) d. h. entweder neben einer solchen auch dieser BB oder vielmehr „der Propheten" 
mit Ausschluß derselben. Zitiert wird er bei BB, in dem AT-Kommentar vielleicht des Sab(h;ris6' 
b Paulos (§ 46 g) und der Selbstkommeutierung des Ishäq (E>bad(h,näjs (i; 54 b). Ein Traktat 
über die Ps liegt unter seinem Namen in den Hss Mos 20 (J 1875)1», N-Dsem 20(J1884)1» 21 
(18?3)1° und einer solchen im Privatbesitze BVandenhoffs vor. Ag: BVandenboff, Exegesis 
psalmornm iuiprimis messianicorum apud Syros Neatorianos (Rheine 1893) 3,9 (17/20). Mit der 
Möglichkeit ist ferner zn rechneu, daß ihm ein anonymer Kommentar der Hs Seert 27 (12. Jh) 
zum NT gehören sollte, der durch eine Erklärung schwieriger Worte in persischer Sprache auf- 
fällt. Vg. KatScher 18f. Die namhaft gemachten Autoritäten würden auch der von JS Assemani 
nicht näher begründeten Ansetzung J.s unter K Mär j) II. (§ 38 e) d. h. ins 10. Jh nicht wider- 
sprechen. Jene Eigentümlichkeit scheint aber doch noch in voiislamische Zeit zu weisen. 

2)ChrS2, 174. MbS 50 (44). ») 'Ai § 155. BO 3 1, 224 f. mit der fraglichen Identifizierung. 
*) ChrM 24 (21 f.). LC § 17. ChrS 2, 134/6. 'Ai g 113. BO 3 1, 177,81. Wright 184 f. unter Ver- 
wechslung mit dem Reformator der Musik. Duval»379 Ak. 2. AScher, ROC 11, 18f. ') Vg. 
KatWright-C^ookllölf. ») ChrM. ') Hss: Seert 109 (J 1609) IP. N-Dsem 116. 3». Mos 100. 3». 

*) Für die Sonntage nach Epiphanie und zwei „des Gebetes", die an den Tagen des Nini- 
viteufastens oder deu Freitagen der Qnadragesima zur Verwendung kommen. Hss der ersteren: 
BrM 186. 2''k/. CmbrAdd 2036. SOmy. 1966. S^m/. Pr 24. 3»s. Brl 29. 3"m X, der letzteren: 
CmbrAdd 2036. 3''raJ'. 1966. 3»m6'r. Brl 29. 3»m XII, XIII, einer derselben: BrM 191. SH. 
Pr 24. 3''t, ungewiß, welcher: Seert 48. 2». Vg. S. 112 Ak. 4. Agg des Sonntagstextes: EAW 
Budge, The Book of Governors 2, 300. BrCh 1. 120. K d(h)aqdam wad(h)bät(h)ar 143 f., 
der Fastentexte: BrCh 1, 183. 2, 9üf. K d(h)a(idam wad(h)bät(h)ar 181 bzw. BrCh 1, 204. 
K d(h)aqdani wadih)bät(h)ar 181 f. Übss der Reihe nach: JAMaclean a. a. 0. 157 f. 226. 
226 f., des ersten Fastentextes: JMSchönf eider, TQs 48, 193 f. ») LC g 75. ChrS 2, 226/9. 
'Ai § 119. BO 3i, 188. DuvaP 225. AScher, ROC 11, 19. ">) 'Ai. Dazu ein Zitat 



r§ 21 ef Bäb(h)ai b X6sib(h)näie. Bäb(hjai d. Schreiber. Süb(h)hälemäran. Bäut{h). 133 

von ihm ist, auch wenn er zu Unrecht mit einem als Zeitgenosse des K Heniinisö' II. 
(§ 83h) bezeugten Men von KewardJisir identifiziert worden sein sollte, ein B. „der 
Perser",') der als Vei'fasser „verschiedener Widerlegungen"' (?) bezeichnet und 
vielfach in späterer exegetischer Literatur angeführt wird.-) 

e) M Siib(h)lirilemiiran v Kark(h'!ä d(h)e Bet(h) Sel6k(li),''l Zeitgenosse des 
K Grig(h)ör I. und in der Verfolgungszeit nach dessen Tod von K(h)osrau IL in 
die Verbannung geschickt, widmete zahlreiche Schriften der monastischen Askese 
und der konfessionellen Polemik gegen den mächtigen mouophysitischen Hofarzt 
Gabriel v Singar.') Davon werden neben Briefen, deren „Nützlichkeit" eine Her- 
vorhebung erfährt, im einzelnen eine Sammlung asketischer Sentenzen nach Art 
derjenigen des Euagrios und ein „B der Teile"' namhaft gemacht. •'') Das letztere 
handelt in näherhin drei Teilen über die von Christus gelehrte Demut, über die 
Art, wie die Gnade einen jeden beruft, und über den Verkehr der „Brüder"' mit- 
einander im Einsiedler- wie im klösterlichen Gemeinschaftsleben.*) Anführungen 
eines 5^. in späterem exegetischem Schi'ifttum ') würden, wenn sie nicht auf einen 
anderen Schriftsteller gleichen Namens gehen, eine literarische Beschäftigung auch 
mit Pentateucherklärung beweisen. 

f) Ein BiVftt(h) *) ist als Zeitgenosse des K Is6'jahb(li) I. und Gründer eines 
Klosters in Betth) Nidiad(h)rä bezeugt und könnte wohl mit dem gleich- 
namigen Verfasser je eines Gedichtes über die Erscheinung Christi und die durch 
sie erfüllten Weissagungen der Propheten bzw. gegen die Leugner der Auferstehung 
identisch sein.') Im übrigen scheinen die Koryphäen des altnestorianischen Mönch- 
tums von poetischen Gattungen lediglich diejenige derTesbohtä (S. 52) gepflegt 
zu haben. So erscheinen als Dichter von Hymnen dieser Art aus dem Kreise 
sicher hierher gehöriger Gestalten noch an Ja'q6b(h), dem hochgefeierten Gründer 
des späterhin zu besonderer, nicht zuletzt literarischer Bedeutung gelangten Klosters 
Bet(h) 'Ab(h)e,''') einer der hervorragendsten Jünger Abrahams v Kaskar und ein 
Ablhjimalk, der durch einen Men Elija: v Nisibis als Exeget an eine dort durch 
einen Diakon Elisa' bei einem Martyrium neubegründete Schule berufen wurde 
und in Verbindung mit derselben ein Kloster ins Leben rief.'') Auch ein Exeget 
Jazdin der „Große"' (oder „Altere"),'-) ein Klostergründer Ishäq,'*) ein Lehrer 



daraas über die Dämonenvision eines sterbenden Mönchs aus Däd(h)is6' v Bet(h) Qaträje (§ 35 g): 
AScher, JA'» 7, 107. ') 'Äi § 110. BO 3i, 17G mit der berührten Identifikation, für die 

irgendeine Stütze nicht geboten wird. 

*) Durch isü'däd(h) v Merw (§ 37 d), iu dem vielleicht ant Job v Bet(h) Qaträje zurück- 
gehend Kommentar zum KT, der Pentateuch- nnd Prophetenerklärnng vielleicht des Sabth)risö' 
b Paulos (§ 46 g\ der Selbstkommentiernng des Ishaq (E)sbad(hjnäjä (g 54 b) und einem arabischen 
Mt-Kommentar der Hs Brl 109(Sach Ifi. U. Jh). Vg. KatSachau 376. 

») ChrM 2-2 (20). LC § 58. ChrS 2, 209. 218f. 'Am 57 (33). 'Ai § 1"20. B03i, 189. DuvaP 
224. *) LC. ») Durch "Ai. «) Hs: BrMOr 6714 (9/10. Jh). Vg. FNau, PO 9, 494f. 

') Näherhin der Pentateucherklärung vielleicht des Sab(h)riso b Paulos (§ 46 g). 

••) LC § 104. 'Am 49 (29). BO 3i, 439. LTh 76'8 mit J 600 als Todesdatum. ") Hsa 
desersteren: VtS 90 (J 1.570/1)5», Seert ,55 (17. Jh) XIV», des letzteren : Seert 55. LXllI». Ag eines 
Stuckes des ersteren: LTh 76 f. »») ThM I 20/3. LC § 34. Ihm zugeschrieben wird eine T. 

zur Komplet, in den Hss: BrM 186. 20 ke'. Seert 48. 2°. 

") LC § 41. Xotiz der Hs CmbrOo. 1. 22: KatWright-Cook 1083. Er gilt als Verfasser 
der in allen für die Gattung überhaupt in Betracht kommenden Hss (in Brl 29 mit der Namens- 
variante: Ahimalk) auftretenden Nacht-T. für den Mittwoch. Ag: BrCh 43 (jedes Bandes). K 
dlh)aqdam wad(h}bät(h)ar 89. Übs: JAMaclean a. a. 0. 99. 

'^) Verfasser einer Kommunion-T. für Herrenfeste. Hss: BrM 191. 3»i. 7156 Rieh foll56v». 
CmbrAdd 2036. 3»i. 2037. 3«]. 1966. 3oi. Pr 24. Soh. Brl 29. .3»i und gewiß auch Dijarb 36 



134 I)ie Literatur der neBtorianischen Bewegnng. § 21g; 22 a] 

Addii,*) Gabriel v Sustrin,") Emmanuel v DöqS oder Sargoua,*) von denen ein 
Gleiches gilt, mögen diesen und anderen bekannten Tesbehät(h)ä-Dichtem zeitlich 
nahegestanden haben. 

g) Der Mönch HeuänisöV) vor seinem Eintritte auf dem tzlä 'Amr(i) genannt, 
war aus 14.irta gebürtig und Verwandter des Araberkönigs Mundar ihn Na'man, 
begleitete 612 den Hlutzeugen Giwargis (§ 22 h) an den Sassanidenhof und wirkte 
später als Missionär und Klostergründer zu Darahlh)ad(iij in Bet(h) Garmai. In 
einer Streitsclirift hat er sich gegen die ,.chalkedünensische" d. h. wohl unter dem 
Einflüsse Henänäs stehende Lehre eines Isa'jä v Tahal und Meskenä v Bet(lij 
'Arhäje gewandt.^) 

§ 22. Auch an einer Pflege der Geschichtschreibung hat es in der syrisch-nesto- 
lianischen Literatur der vorislamischen Zeit nicht gefehlt. Ein Adiabener Mesihä- 
z S k (h) ä und der unbekannte Verfasser einer „G eschichte von Kark(h)ä d(li)e 
Bct(h) Selük(h)" erscheinen als dankenswerte Vertreter lokaler, ein Bar sah de 
als frühester Urheber einer allgemeinen Kirchengeschichte, wälirend die Ubersetzer- 
tätigkeit eines Sem'on Barqäjä den Zusammenhang mit der chronographi- 
schen Literatur des Griechentums vermittelte. Der Geschichte der theologischen 
Schulgründung und derjenigen der großen Glauhenskämpfe des 4. bis 6. Jlis ist 
die Betätigung zweier verschiedener Schriftsteller des Namens Barhad(hjbgsabbä 
zugewandt. Neben einem Weitei'leben der hterarischen Gattung der Martyrerakten 
macht sich die verw-andte von Einzelbiographien hervorragender 
Kircheumäuner geltend. Ebensowohl mit einer höchst umfassenden mono- 
graphischen Bearbeitung geschichtlicher Stoffe als mit literarischer Förderung 
theologischer Gelehrsamkeit beschäftigt zeigt sich endlich an Bäb(h)ai d. Gr. 
der bedeutendste aus dem altnestorianischen Mönchtum hervorgegangene Schrift- 
steller, dessen imponierende Erscheinung bis in die letzten Jahrzehnte des Sassa- 
nidenreiches herabführend einen würdigen Abschluß der einst vom Kreise Hib(h)äs 
.eröffneten literarischen Entwicklung bildet. 

a) Mesiliäzek(h)ä,''l der nicht mit irgendwelchen jüngeren Mönchen vielmehr 
des Namens lsö'zek(hjä oder Zek(h)äis(y zusammengeworfen werden darf, verfaßte 



(12. Jh) Anh. 1°. Agg: Missale Chaldaicum (R 1767) 300. Litiirgia SS. apost. Adaei et Maris usw. 
(Urmia 1890) 28. Missale inxta rit. Eccl. Syr. Oriental. (Mosul 1901) 47. 397. BrCh 346* jedes 
Bande;«. Übss: GBickclI in: D. kathol. Orient (Münster 1874) 45. FEBrightman, Litnrgies 
Eastern and Western 1, 300. Vg. ein Zitat des Textes ohne Verfasscrangabe in der Liturgie- 
erklärang des lPs?-)Georgios v Arbela (g 38c) IV 26.. 

'^) Als T.-Diehter in der Hs: Seert 48. 2". ') Als Verfasser einer Wochentags-T. in der 
Hss: Dijarb 36. 2». -) Als T.-Diehter in der Hs: Seert 48. 2». 

') ils einer zwischen beiden strittigen T. : Seert 48. 2». Ein Brachstück wohl dieses Testes 
ist unter dem Namen E.s außerdem in der Vatikana erhalten. Über das betreffende Blatt viel- 
leicht schon des 8. Jhs MUgolini, OC 2, 179/86. Ag des fragmentarischen Textes (mit Übsl: 
a. a. 0. 182 f. 

*) Bäb(h)aid. Gr. (§22h): PBedjan, Histoire de Mar-.Iabalahausw. 514. Brief Isojahb^hs III. 
(§ 30f.): CSCO Ser. II. 64, 5f. (9f.): BO 3i, 118. ROC 11, 20. ">) Hss eines Schreibens gegen 
den erstereu: Brl 88 (Peterm 9. J 1259,60)31", von Kapp, einer „Disputation gegen Häretiker": 
Seert 87(J1609)VP. *) 'Ai § 147. BO 3i, 216. ESachan in der sofort anzuführenden 

Publikation 6 8. DuvaP 204. 349 f. 



[§ 22 ab cd ßenänisö'. MSsih,>zBk(h)ä. Historische Literatur. 135 

nach einer Rückkehr Mär(j) Ab(h)äs aus der Susiana und vor dem Tode des Narsai- 
Yerwandten Abraham d. h. zwischen 540 oder 551 und 569 eine zu Anfang und 
am Ende unvollständig erhaltene ..Kirchengeschichte" speziell der Adiabene in 
Form einer Art von Liber pontificalis ihrer Metropole Arbela.*) Aufschlüsse über 
die Anfänge des Christentums auf dem linken Tigrisufern durch welche das Werk 
eine erstklassige Bedeutung gewinnt, scheinen vorzugsweise auf der ältere Arbeit 
eines Lehrers H:ib(h)el zu beruhen, der über die Arsakidenzeit offensichtlich noch 
ausgezeichnet unterrichtet war, auf dieselbe aber schon als auf eine abgeschlossene 
Vergangenheit zurückblickte, näherhin sogar erst rund zwei Menschenalter nach 
351 gelebt hat, falls auf ihn auch die Bemerkung zurückzuführen ist, daß ..die 
Söhne ihrer Söhne bis auf diesen Tag" das Ende der vor jenem J gefallenen 
ersten Opfer der großen Christen Verfolgung S^ibibiörs d. Gr. beweinen.*) 

b) „Geschichte von Kark(h)a d(h)ö Bet(h) Seiök(h) und seiner Märtyrer'' 
betitelt sich eine anonym überlieferte Schrift, die in gewissem Grade für die Me- 
tropole der Kirchenprovinz Bet(h) Garmai ein Seitenstück der „Kirchengeschichte" 
Mesihäzekihläs darstelltet Eine abrißweise Geschichte der Stadt von ihrer 
Gründung durch die Assyrier an dient einer solchen ihrer christlichen BB und 
diese wieder einer ausführUchen Erzählung über die Leiden der Christen zur Ein- 
leitung, deren Schauplatz sie 446 unter Jazdgerd LI. war. Die endgültige Redak- 
tion des Ganzen scheint auch hier bereits in das 6. Jh herabgerückt werden zu 
müssen. 

c) Bar Sahde*) aus Kark(h)ä d(h)e Bet(h) Sel6k(h) war Verfasser einer 
antizoroastrischen Streitschrift und einer Kirchengeschichte, aus welcher sich ein 
Bericht über die himjaritische Christenverfolgung erhalten hat.^) Die wenigen 
sonst noch begegnenden Anführungen aus dem letzteren "SVei'ke *) weisen nicht 
über die vorislamische Zeit herab, in welcher das erstere im Grunde genommen 
allein denkbar ist.') 

d) Sem'ön B a r q ä j ä oder G a r m e q ä j ä d. h. aus Bet(h) Garmai ^) schuf 
unter dem Sassaniden Kihlosrau Peröz (590 628) eine in der Folgezeit für nesto- 
rianische Kreise maßgebhch gebhebene Übs eines griechischen chronographischen 
"Werkes, in welchem dieselben die Chronik des Eusebios glaubten erkennen zu 
dürfen.*) Daß es ^"ielmehr das auf dem griechischen Mutterboden verschollene 



') Hss: eine alte im Orient. BrlOrfol 3126 (wohl Abs der vorigen). Ag (mit Übs): 
AMingana. Sanrces syriaqnes 1 (Lpz 1908). Übs (mit vorzüglicher Einleitung): ESachau, 
D. Chronik v. Arbela. Ein Beitrag zur Kenntnis d. ältest. Christentums im Orient (Sri 1915 
Abhdl. PAW 1915 Nr 6). Vg. AAllgeier, KathoUk 96, H93/401. 99, 224/41. 289/300. 
ESachan, Vom Christentum d. Persis SbPAW 1916, 958/80. HDieckmann, D. kathol. Mis- 
sionen 49, 8991. ') Sachau a. a. 0. 812. 

») Hss: Dijarb 96. 35» und Abs. BrM 7200 Rieh 1° (vg. S. 55 Ak. 5). Pr 295 (J 1715) 7». 
.309 (J 1869) 11». VtB 91 (J 1869). Brl 75 (Sach 222. J 1881) 12°. N-Dsem 112(11885). Agg: GMö- 
singer, MonS 2,63.75. AMS 2,507/35. Unvollständige: CBrockelmann 51*69*. .50*, 65*. 
Übs: GHoffmann, Auszüge ans syr. Akten pers. Märtyrer 43/60. Unvollständige: Braun, 
BKv'' 179,87. 

*) Ai § 164. BO 3i. 229. Duval' 379f. ') Hsa: Dijarb 96. 43». Brl 75 (Sach 222) 34». 
Ag einer Textprobe: JA'» 10, 400f. Ak. 1. ») EbS z. J 795. ChrS 1, 219. 2, 93 f. 

') Durchaus unglaubhaft ist deshalb Assemanis ohne irgendwelchen Qaellenbeleg vorge- 
tragene Ansatz erst unter den K Pet(hijön (731 41). 

*) EbS 2, 99 (111) mit der ersteren, 'Ai g 91 mit der letzteren Bezeichnung. ») Vielleicht 
geht auf dieselbe der EnsebiosstoS bei Ps.-Dionysios v Tellmahrö, die sog. syrische Epitome 
der Ensebianischen Chronik (§ 43 i), zurück. Nähere Untersuchungen über das gesamte Nach- 
wirken der Eusebios-Chronik im syrischen Sprachgebiete sind von PKeseling in einer Bonner 
Disä. zu erwarten, deren Drucklegung die Zeitverhältnisse hintanhielten. 



136 Die Literatur der negtorianigchen BeweguDg. § 22ef] 

Werk eines Andronikos aus dem Justinanischen Zeitalter gewesen sei, das in 
der Tat syriscli nielirfach nachwirkt.*) kann aus einer zufälligen Erwähnung de» 
A. unmittelbar hinter S. nicht zuverlässig geschlossen werden.') 

e) Ein B Barhad(li)l)esabl)a von Hahvän,") der 605 an der Synode des 
K Grig(h)(ir teilnahm, ist Verfasser einer Schrift über ,.die Ursache der Gründung 
der Schulen",*) die in der Behandlung ihres Themas bis auf die Unterweisung 
Adams durch Gott zurückgreift und einen hervorragenden, wenn auch nicht un- 
eingeschränkten Wert in ihrer der Geschichte der Schule von Xisibis gewidmeten 
Schlußpartic gewinnt. B. bezeichnet sich selbst als Schüler Henänäs und schrieb, 
während dieser die Leitung der Schule inne hatte, und noch ohne irgendeine Kunde 
von einem um dessen Person entbrannten Streite zu haben. Von ihm zu unter- 
scheiden ist ein B. aus Bet(h) 'Arbäje,*) der außer einem dreibändigen ,,B der 
Schätze'' von nicht näher bezeichnetem Inhalt, einer Widerlegung aller — nicht- 
christlichen und häretischen — Kulte, Kommentaren zum Mk-Evangelium und zum 
Psalter und einem Festtraktat über den Gedächtnistag der ,.gi-iechischen Lehrer" ') 
eine anscheinend allein erhaltene Kirchengeschichte in 32 Kapp, verfaßte, deren 
Überschrift ihn als Bäd(h)üq5 der nisibenischen Schule bezeichnet."! Denn dieses 
Werk, genauer eine ,.Geschichte der um der Wahrheit willen verfolgten Väter"' 
von den arianischen Wirren bis auf Abraham aus dem Hause Narsais gerät be- 
züglich der Geschichte der Schule von Xisibis mit der Schrift über die Schul- 
gründungen in unüberbrückbaren Widerspruch.*) 

f) Von Martyrerakteu *) behaupten diejenigen der 542 unter K(h)osrau L 
hingerichteten Blutzeugen Grig(h)ör und Jazdpänäh*") den Wert geschichtlicher, wenn 



') Bei EbS selbst und M. Dazu ein anf A. znrückgeführter denjenigen des sog. Liber 
generationis, der Osterchronik und der Excerpta Barbari Scaligers entsprechender Abschnitt über 
die VerteUung der Erde unter die Nachkommen Noes. Hss: Dijarb 95 (J 1697/8) 42». BrM 922 
(25875. J 1709) 6». Ag: WE Brooks, ChrM 351/4 (277/80). Ein Stück verwandten Inhalts unter 
dem Namen des Eusebios: BrM 912 (Add 14541. fol52). Ag: a. a. 0. 355/7 (281,3i. 

*) Zn unterscheiden von dem syrischen Bearbeiter der Easebios(?)-Chronik ist ein durch 
' Ai § 166 gleichfalls als Verfasser eines chronographischen Werkes bezeugter S. v Eark h)ä, 
der nach JSAssemani.BOSi, 230 B einer der Städte dieses Namens in der Zeit des K Timotheos I. 
d. h. erst um die Wende vom 8. zum 9. Jh gewesen wäre. 

ä) ChrM 22 (20). SynOr 214 (419). OB rann, D. Buch d. Synhados 306. DuvaP 204. 

*) Hss: N-Dsem 52 (15. Jh) 7°. Seert 82 (16. Jh) 4°. 109 (J 1609) IIP. Eine solche einer 
Gürjä-Kirche der Diözese Seert. Agg: AScher, PO 4, 314,97, des Schlußteiles : AMingana, 
Narsai doct. homil. et carmina 1, 32 9. Übs dieses Teiles mit Würdigung seines geschichtlichen 
Wertes: J-BChabot, JA'» 6, 157,77. 

^) 'Ai § 93. BO 3i, 169. ASeher, KOC 11, 15. FNau, PO 9, 493f., beide unter Gleich- 
setzung mit dem B v Halwan. ») Alles bei 'Ai. Über ein Zitat aus dem „B der Schätze": 
AScher, JA'» 7, 106. Zitate exegetischen Inhalts bei Bö'däd^h) v Merw (§ 37 d), in der Gannat^h) 
Büssäme (§ 50 a) und in einem anonymen Kommentar zum NT (oben S. 132 Ak. 1). 

') Hs: BrMOr 6714 (9/10. Jh) fol 101°v/17Sr». Ag der Vorrede, des Kapp.verzeichnisses und 
der Kapp. 21, '32: FNau, PO 9, 498/500. 503/631. 

") Vg. oben S. 109 Ak. 9. 110 Ak. 1. 114 Ak. 6 f. Allerdings ist mit der Unterscheidung 
zweier gleichzeitiger Schriftsteller desselben Namens das Rätsel jenes Widerspruches noch nicht 
gehoben, da es befremden muß, wie im Kreise der nisibenischen Schule schon gegen Ende des 
6. Jhs überhaupt Meinungsverschiedenheiten über die Reihenfolge und Chronologie ihrer bisherigen 
Vorsteher möglich sein konnten. 

») Über die Haupthss Dijarb 96 (bzw. deren Abs) nnd BrM 7200 Rieh oben .S. 55 Ak. 5. 

'») Hss: Dijarb 96. 33». 34». BrM 7200 Rieh 9». 8». Ag: PBedjan, Histoire de Mar- 
Jabalaha, de trois antres patriarches, d'nn pritre et deux lajiques nestoriens (Pt 1895) 347/415. 
Vg. GHoffmann. Auszüge 78/91. 



[§ 22fgh Baihad(h)besabb;i. Jlartyrerakten. BiogTaphien. Bäb^li'ai d. Gr. 137 

auch nicht mehr streng zeitgenössischer Berichte. Eine Reihe legendarischer Er- 
zählungen, deren Entstehung etwa in das 6. Jh verlegt werden darf, beschäftigt 
sich demgegenüber mit Episoden der großen Verfolgung Säb(h)6rs II. Durchweg 
handelt es sicli bei ihren Helden um Vertreter, welche das Christentum in den 
vornehmsten persischen Kreisen, ja im Herrschei'hause selbst gefunden hätte, 
während mehrfach ihr Abschluß die Texte zugleich als Gründungslegenden be- 
stimmter Klöster erweist. Obenan steht hier durch ihren Reichtum an topo- 
gi-aphisch und historisch wertvollen Einzelheiten die Geschichte des bekehrten 
adiabenischen Gouverneurs Qardäg^h) und seines Lehrers 'Äb(h)di.s6'.-) Zu den 
Akten des Prinzen Gübarlähä und seiner Schwester Qäzo \) liegt das Bruchstück 
eines Parallelbericlites in demjenigen des Martyrums eines Däd(li)fi vor.^) Des 
weiteren gehören hierher die Biographien des Mär(j) Mu'ain *) und M;ir(j) Säb(h)ä- 
Plrgüsnasp.*) Auch die Lebensgeschichte eines erfolgreichen Missionärs Säb(h)ä- 
Güsnjazdäd(h), der 487/8 als Blutzeuge endete, ist erst rund anderthalb Jhh 
später, nämlich nicht vor der Thronbesteigung des Seröwai b K(h)osrau (628) 
redigiert worden."! 

g) Biographien wurden seit Mitte des 6. Jhs auch zwei hervorragenden 
Oberhäuptern der nestoriauischen Kirche gewidmet, die nicht die Palme des 
Martyriums erlangt hatten. Das Leben Mäi1j) Ab(,h)äs I. hat ein Unbekannter 
äußerhch in der Form einer gesprochenen Rede geschildert.') Sab(h)ris6' I. hat 
einen Biographen an einen Mönche (oder Einsiedler?) Petros gefunden, dessen 
Lebenszeit sich darnach bestimmen läßt, daß er in seiner Jugend durch den 
Helden seiner Erzählung wundei-bar gelieilt worden zu sein glaubte.*) 

h) Bäb(li)ai d. Große,") Sohn begüterter cliristlicher Eltern aus dem Dorfe 
Bet(h) 'Ain;it(h)ä in Bet(h) Zab(h)dai, entfaltete nach 15 jährigem Studium an der 
dortigen Hochschule zunächst im Xenodochion zu Nisibis eine eigene Lehrtätig- 
keit, trat dann aber unter Abraham v Kaskar im Kloster auf dem Izlä ein, imi 
später in der Heimat _ auf dem väterlicJien Grunde und Boden ein solches zu 
gründen. Xach dem Izlä zurückgekehrt, wurde er hier Nachfolger Däd(li)is(ys 
und übernahm, als nach dem Tode des K Grigi]i)6r der Großherr die "Wahl eines 
Nachfolgers verbot, auf Drängen der angesehensten BB in Verbindung mit dem 
Archidiakon des Verstorbenen die stellvertretende Leitung der Kirche. Als 627 8 
endHch eine Neuwahl zustande kam, hat er die Annahme der zunächst auf ihn 
gefallenen Wahl abgelehnt und ist bald darauf im Alter von 77 JJ gestorben. 
Der Umfang seines schriftstellerischen Nachlasses wird auf nicht weniger als 83 oder 
84 Bde angegeben.'") Davon Hegt in einer verhältnismäßig reichen Überlieferung 



•) Hss: Dijarb 96. 29°. Pr 295 (J 1703) 9». 309 (J 1869) 12». 326 (19. Jh) 3». Brl 76 (Oroct 
337. J 1746). 75lSach222. J1881)12<'. YtB 91 (J 1869). N-Dsem 112 (J 18851. BrMOr 4404 (19. Jh) 
foll41«v£f. Urm 84. 179. 14». 159. 11« (sämtlich 19. Jh). Agg: J-BAbbeloos, AB 9, 11,103 
(mit Übs). AMS 2, 442/507. H Feige, D. Gesch. d. Mar 'Abdiso' n. seines Jimgers Mar Qardagh 
(Kiel 1890). Vg. ThXöldeke, ZDMG 44, 529/35. 

») Hs: Dijarb 96. 230. Ag: AMS 4, 141/43. ») Hs: BrM 7200 ßich. Ag: AMS 4, 210/21. 
Vg. HoffmaDD 33f. ■*) Hs: BrM 966 (Add 12174) 67». Yg. Hoff mann 28/33. 

*) Hs: BrM 7200 Rieh 5». Ag: AMS 4, 222/49. Vg. Hoff mann 22/8. •) Hss: BrM 

952(Add 14645. J93.5;6) 130. 7200 Bich 4«. N-Dsem 102 (14. Jh). Pr 295. 11». VtB 39 (J 1869). 
Brl 75. 31». Urm 189(19. Jh). Ag: AMS 2, 63.5,80. Vg. Hoff mann 68/78. 

') Hs: Dijarb 96. 45». Ag: Bedjan, Hist. de Jabalaha 206 87. Übs: OB rann, BKv^ 
37, 188/'220. 9) Hs: Dijarb 96. 47». Ag: Bedjan a. a. 0. 283/321. 

0) ChrM 23f. (21 f.). ThM I 7f. 27,9. 35. LC § 39. ChrS 2, 210/4. MbS 61 (54). 'Am 52 (30). 
"AI §66. BO 3i, 88/97. Wright 167,9. KdP 31 f. Labonrt 224f. 237f. 319. J-BChabot, 
JA» 8, 82/5. DuvaP 212f. Lübeck 106. 109. '») Letztere Zahl bei ThM L 28, erstere bei 
'Äi, der allein die im folgenden zugrundeliegenden einzelnen Angaben macht. 



138 Die Literatur der nestorianischen Bewegung. § 22 h] 

ein dogmatisches Hauptwerk zur Verteidigung der nestorianischen Christologie 
vor.*) Mit einer Schrift ,.an die Anfänger" im asketisclien Lel)en dürfte eine 
Sammlung von „Maximen" identisch sein.^) Von zwei Kommentaren über die 
Centurien des Euagrios ^) und die Abhandhingen des Asketikers Markos *) ist 
mindestens der erstere, von den hagiographischen Arbeiten B.s die Geschichte 
eines 612 als Martyr gestorbenen Mönchs Giwargis'*) und einer Blutzeugin 
Christina ") erhalten. Solche über Abraham v Kaskar.') einen Gabriel Qaträj.T 
und einen Wandermönch Mattai werden auch noch anderwärts, nur durch B. 
selbst werden im Anfang der Biographie des Märtyrers Giwargis'*! als vor dieser 
und nach derjenigen Abrahams v Kaskar abgefaßt Einzelschriften bezeugt über 
D:id(h)isci', die beiden Prr Johannän aus Margä und Eämiso' aus Kaskar. 
einen aus Kark(h)ä d(h)e Bet(h) Selök(h) stammenden is(Vsab(h)ran genannt Häje 
le'emmeh, einen Pr und Märtyrer Ab(h)imalk aus Qardri,") einen Johannän den 
Araber aus Hirtä, einen Pr und Archimandriten Daniel aus Babylon, die Schwester 
des Märtyrers Giwargis mit Xamen Marjam und Grig(h)ör v Xisibis so^ie 
ein umfassendes Werk über alle ini Rufe der Heiligmäßigkeit verstorbenen 
j.ßrüder" der „Genossenschaft"' des Izlä. Auf einen Zeitraum von mindestens 
33 JJ erstreckte sich die Entstehung dieser gesamten Schriftenmasse. An poeti- 
schen Stücken begegnen unter dem Namen B.s mehrere Tcsbehät(h )ä^°) und ein Hymnus 
auf die „griechischen Lehrer",**) in dem vielleicht eine für ihn bezeugte „Ge- 
schichte des Diodoros und seiner Genossen" wiederzuerkennen ist. Auch als Er- 
klärer des gesamten Bibeltextes und Verfasser von „Kanones" über das Mönchs- 
leben lernen vdr ihn kennen. Verschiedene mit seinem Namen verknüpfte Titel 
aus der literarischen Sphäre der Festtraktate*-) scheinen auf ein einziges einschlä,giges 
Werk umfassenden Charakters bzw. auf Teile eines solchen zu gehen, Briefe an 
oder gegen Jäusep(h) Hazzäjä (§ 35 c) aus chronologischen Gründen einen der jüngeren 
Schriftsteller gleichen Namens zum Verfasser haben zu müssen. Dagegen darf B. 
wohl als der tatsächliche Urheber einer 612 von den nestorianischen BB an den 



') 'Ai: „Üb. d. Union." Hslich betitelt: „Gegen diejenigen, welche sagen, daß, wie Seele 
und Leib eine Person sind, so Gott das Wort und der Mensch eine Person sind" oder: „Über die 
Gottheit nnd über die Menschheit und über das ^oöoroTtoi" . Hss: VtS 178. X". Urm 37 (13. Jh). 
BrMOr 5441 (14. Jh). N-Dsem 37 (.T 18881 BiiOrqn 1168 (J 1895), hergestellt auf Gnind von Urm 37, 
einer rund 800 J.T alten Hs eines Prs Denhä in Eüstaq und einer im Besitze des Klosters Mär(j) 
Jännan in der Stadt El befindlichen, von Bruchstücken: Seert 87 (J 1608/9) YIIP. Ag: AAVa- 
schalde, CSCO Ser. II. 61, einer Textprobe: KdP 32f. \g. Labonrt 280/7. *) Hss: Seert 

109 (J 1609) IV». N-Dsem 116. 2». Mos 100. 2». 

3) Hs: VtS 178. PIX». Ag (mit Übs): W Frankenberg, Euagrius Ponticus 8/471. 

*) Mögliclierweise unvollständig erhalten iu der Hs BrM 605 (Add 17270. 9. Jh). Vg. Kat 
Wright 482. 

') Hss: Dijarb 96. 48». BrM 7200 Rieh 3». Ag: PBedjan, Hist. de Mar Jab;\laha 
416571. Übs: OBraun. BKv= 37, 221/77. Vg. Hoffmann 91/121. 

») Hs eines unvollständigen Textes: Dijarb 96. 49». Ag: AMS 4, 201/7. 'O Als Quelle 

zitiert iu einer anonymen Biographie desselben: Brl 175(Sach329. J1826)67». Vg. KatSachau 558. 
«) A. a. 0. 421/8. Braun 221 f. 

») Vg. LC § 41. Er gilt als Verfasser der Tesböhtä für das nestoriauische Naehtoffizinm 
des Mittwoch. Vg. oben S. 133 Ak. 11. 

*»j Für Advent und Weihnachtszeit, für die Quadragesima nnd für die Sonntagskomplet. 
Über die Hss S. 112 Ak. 4. Agg der beiden ersten: BrCh 1, 57 f. 67 f. ") In der Gazzä-Hs 

CmbrAdd 198Ü(J 1722/3) 8»a. Vg. KatWright-Cook 154. 

") „B, in dem er angeordnet hat die cyklischen Triumphe der Herrin Marjam u. des 
Johannän u. die übrigen Feste u. Gedächtnistage", „B. der causae" und je eine einzelne „cansa" 
des Palmsonntags und des Kreuzfestes. 



[§ 23 Bäb(ii)ai d. Gr. 139 

sassanidischen Großherrn gerichteten Eingabe und des ihr beigefügten Glaubens- 
bekenntnisses gelten.*) 



III. Die Literiitur der iiiouopliysitisclien Bewegung. 

Das auf Antiocheia zurückgehende Extrem der nestorianischen wurde durch 
das eine l'berspannung alexandrinischer Gedanken darstellende der monophysiti- 
schen Christologie abgelöst, für das Gottheit und Menschheit in der Erscheinung 
des Erlösers zu einer einzigen gottmenschlichen Natur verschmilzt. Seine Ver- 
dammung durch das allgemeine Konzil von Chalkedon ist im Orient auf einen 
noch ungleich hartnäckigeren und allgemeineren "Widerspruch gestoßen, als er der 
dogmatischen Entscheidung von Ephesos bescliieden gewesen war. Vorübergehend 
zur offiziellen Herrschaft in der oströmischen Eeichskirche gelangt, bat derselbe 
späterhin in verschiedenen Schattierungen im -weitaus größten Teile der gesamten 
sprachlich nichtgriechischen östlichen Christenheit sich dauernd behauptet. 
Näherhin die Frage nach dem Umfange, in welchem der Gottmensch seiner Weib- 
lichkeit nach über die Armseligkeit gemeinen Menschenschicksals erhaben gewesen 
sei, betraf hier der zwischen den Lehranschauungen des Julianos v Halikarnassos 
und Severus v Antiocheia bestehende Gegensatz. Die JJ 512/8, in welchen der 
letztere als P seiner hellenistischen' Metropole waltete, bezeichnen für Syrien den 
Übergang zu einer Epoche gewaltsamer Verfolgung des monophysitischen Ge- 
dankens. An derjenigen der sog. jakobi tischen Kirche hat dieser alsdann in seiner 
durch Severus vertretenen gemäßigteren Fassung die äußere Erscheinungsform 
einer von vornherein wesenhaft dem ostaramäischen Sprachgebiete angehörenden 
nationalkirchlichen Organisation gewonnen, in deren Rahmen ein dem nestoriani- 
schen an Bedeutung nicht nachstehendes literarisches Leben pulsierte. Von einem 
Sciirifttum auch einer entsprechenden julianistisclien Aramäerkirche sind dagegen 
sichere Spuren wenigstens kaum mehr nachweisbar. 

Den Schauplatz ihrer Entwicklung hat die syrisch-monophysitische Literatur 
des vorislamisclien Zeitalters vorwiegend auf römischem Boden gehabt. Doch hat 
literarische Produktion alsbald auch die Vorstöße begleitet, welche monopliysitische 
Propaganda nicht ohne nennenswerten Erfolg frühzeitig selbst nach dem sassanidi- 
schen Osten mit seiner Mischung aramäisclier und iranischer Elemente machte. 

§ 23. Ungleich weniger stark als diejenige der nestorianischen hat die 
Literatur der monophysitischen Bewegung des ostaramäischen Sprachgebiets von 
vornherein im Zeichen eines Anschlusses an das Griechentum gestanden. Schon 
im 5. Jh bekundet sich ein solcher hier nur in einer Übertragung griechischer 
Konzilsakten und in siegreichem Vordringen gegen eine ältere bodenständig 



') Hbs: diejenigen der Sj-nodensammlung. Agg: SynOr 562/98, der Einleitung u. des 
Symbols: SQiamil, OC 1, 61/79. Übs: OBraun, D. Bach d. Synhados 307/31. 



140 Die Literstur der inonopbysitiscken Bewegung. § 23 ab] 

aramäische Eigenart im Eahnien der Liturgie. Derartiges verschwindet vollends 
neben der ins 6. Jh liinüberführenden machtvollen Gestalt eines Meisters original- 
syrischer Prosa wie Philo xenos. der streitbare B von Hierapolis. Unter dessen 
Zeitgenossen hat dann allerdings das monophysitische Syrertura an dem Chorepis- 
kopos Polykarpos seinen ersten hervorragenden Übersetzer aus dem Griechi- 
schen, daneben aber an Sem'un v Bc"t(h) Arsam seinen ersten auch literari- 
schen Vorkämpfer im Sassanidenreicbe und vielleicht an einem Styliten I s 6' seinen 
ersten Geschiehtschreiber gefunden. 

a) Von griechischen Konzilsaktcn des 5. Jhs hat sich in syrischer Ubs vor 
allem das Protokoll über die Sitzung der ephesinischen sog. Räubersynode am 
22. 8. 449 erhalten.*) Nur spärliche Splitter weisen auf diejenigen des aligemeinen 
Konzils von Ephesos hin. Neben einigen anderen Azz -) kommt besonders eine 
Sammlung von „Xgiiaetg" desselben in Betracht.'') in welcher Zitate des Originals^) 
aus Attikos und Amphilocbios durch ein längeres Kyrillosexzerpt ersetzt sind. 

b) Unter den Liturgiedenkmälern Syriens behauptet eine einzigartige 
Stellung das auf zwei Blättern anscheinend des 6. Jhs erhaltene Bruclistück einer 
ausführlichen original aramäischen Anaphora, deren Struktur sich nahe mit der- 
jenigen der späteren nestorianischen ..Apostelliturgie" berührt.^) Seine Bedeutung 
besteht darin, daß es den denkbar unmittelbarsten EinbUck in eine Eigenart 
eucliaristischen Hochgebetes gewälirt, die sich hier als die ursprüngliche auch 
monophysitischer Kreise Mesopotamiens erweist. Einem in den kirchlichen Ver- 
hältnissen schon der zweiten Hälfte des 5. Jhs Avurzelnden Einfluß Jerusalems 
auf jene Kreise verdankt demgegenüber die palästinensische Jak obos- Anaphora ihre 
Verbreitung im ostaramäisclien Sprachgebiet. Von zwei syrischen Texten derselben 
hat sich der eine als das eucharistische Normalformular der Jakobiten erhalten, 
das gleich der bunten Menge jüngerer Anaphoren derselben späterhin auch von 
den Maroniten übei'nommen wurde.*^) Der andere ist zur Grimdlage eines armeni- 



') Hb: BrM 905(Add 14530. J 535). Agg: SGFPerry, Secnndam synodom Ephesinam nee 
non excerpta qnae praesertim ad eam pertinent ed. (0x1875). JFlemming, Akten d. Ephesin. 
Synode v. J 449 (Brl 1917 = Abhdl. GWG 15i\ Übss: GHoffmann, Festschr. Herrn Dr. 
Jnstus Olshansen za seinem fünfzigjähr. Doctorjubilänm . . . gew. von d. Universität Kiel (Kiel 
1873), wiederabgedruckt bei Fleniming a. a. 0. PMartin, Kevue des sciences ecclesiastiqnes 
29, 505,44. 30, 305/39. 385/410. 51843. SGFPerry, The second synod of Eph. together with 
certain extraets relating to it from Syr. MSS . . . now first ed. (Dartford 18S1). Vg. auch sÄon 
Ders., An ancient syriac document synod of Ephesus and disclosing historical Matter, interesting 
to the church at large [Ox 1867). 

-) Hss: Pr 62 (Snppl. 29. 9. Jb) 48». BrM 854 (Addl7195. 10. Jh) folöSv». ^) Ei: BrM 

856 (Add 14.529. 7,8. Jh) 2». Andere auf dem Konzil verlesene Xo^ot,; : 728 (Add 14610. Ums J 533,41 
*) Labbe, Sacrosanct. Concil. 4, 1051 63. 

5) Hs: BrM 255 (.Add 14669. fol20f.). Übs: GBickell 71,3, wiederabgedrnckt bei FE 
Brightman, Liturgies Eastern and Western 1, 511/8. 

0) Hss: BrM 286 (Add 14493. 10. JhUo. 293(Add 14499. 10,1. Jh) 3». 290(Add 17128. 10/11. Jh) 
20b. 294 (Add 14500. 11. Jh). 295(Add 14498. J 1133) lob. 261 (Add 14690. J 1182) P. 263 (Add 17229. 
fol 1/47. J 1218) 60. 264 (Add 14691. fnll/109.J 1230) 10. 266 (Add 14694. fol 143. 13. Jh)lo. 272(Add 
14693. fol 1/141. 13,4. Jh). Or 2295 ( J 1481/2). Pr 70 ( Anc fonds 32. J 1059) £o. 71 (Snppl. 16. J 1454) 70. 
72(Ancfonds64. J1462)2o. 114 (Snppl 23. 15.Jh)8o. 75, (Anc fonds 36. J 1524) 2o. 78 (Snppl 54. J 1555) 60. 
81 (Anc fonds 65. 16. Jh) 140. Os 65 (Dawk 58. J 1238) 30. VtB 159 (vor J1294,.5). VtS 25 (J 1481/2) 2o. 
26(J1484)2o. 35 (J 1518/9) 10. 292. 60. 293(18. Jh) 14». 297 (18. Jh)lo. Brl 151 (Sach 185. 196. 152. 
J 1279,80 mit Ergänzungen des 17/8. Jhs) 1». JerMkl 10 (J 1427/8) AP. 11(15. Jh)Blo. 12(J1579,'80)1». 



[§ 23b c Konzilsakten. Liturgiedenkmäler. Philosenos. 141 

sehen geworden, also wohl bei den syrischen Julianisten im Gebrauche gewesen.') 
Einem gemischtsprachigen Gebiete mit nebeneinander fungierenden griechischen 
und syrischen Diakonen entstammt endlich ein interessanter Ordo der Begrüßung 
des eine Stadt besuchenden Bs und des voranaphorischen lileßteiles, wohl gleich- 
falls eher noch des ausgehenden 5. Jhs.-) 

c) Philoxenos,*) von Hause aus mit der aramaisierten Form dieses Namens 
Ak(h)s5u;ijri genannt, war auf persischem Gebiete in dem Dorfe Tahal in Bet!h) 
Garmai geboren. Unfreie Abstammung hat ihm vielleicht, den Mangel eines 
Empfangs der Taufe gewiß nur der Haß kirchlicher Gegner angedichtet. 
Mit seinem Bruder Äddai zusammen an der Perserschule in Edessa gebildet, 
scheint er sowohl im nördlichen Mesopotamien, als auch in der Umgebung 
von Antiocheia gegen Nestorianer und Chalkedonensier gewirkt zu haben. 
Aus dem antiochenischen Sprengel durch P Kaiandion verwiesen, wurde er 
nach dessen Absetzung durch Petros den Walker 485 zum B von Mabbög(h)- 
HierapoHs erhoben.*) Im ö. 498 hat er in Edessa gegen die Saturnalienfeier 
gepredigt und ist dann der erbittertste Gegner des in diesem J auf den an- 
tiochenischen Stuhl berufenen Flavianus gewesen, ein Kampf, der ihn zweimal, 
wohl 499 und 506, nach Konstantinopel führte. Nachdem er im 11. 512 
der Synode präsidiert hatte, durch die sein Gesinnungsgenosse Severus an die 
Spitze des antiochenischen Patriarchats gestellt wurde, teilte er im 9. 519 mit 
demselben und einem starken halben Hundert anderer monophysitisch denkender 
BB das Schicksal, von seinem Sitze vertrieben zu werden, und wurde zuerst nach 
dem thrakischen Phihppopel, wo er noch 522 lebte, und' dann nach Gangra in 
Paphlagonien deportiert, wo er wahrscheinlich im folgenden J den gewaltsamen 
Tod einer Erstickung durch heiße Dämpfe fand. Von seinen bedeutendsten lite- 
rarischen Arbeiten eröffnet ein nur sehr unvollständig erhaltener großer Evangelien- 
kommentar die exegetische Literatur des aramäischen Monophysitismus.'') Die 
zusammenfassende Darlegung seines dogmatischen Standpunktes bieten ein "Werk 
über die Trinität in 3, und das von einer Sammlung i^atristischer Beweisstellen gefolgte 



Unkatalogisierte (16/7. Jh) l«. CmbrAdd 2973 (J 1806)5». DaniErzb 5. Pfk4(17/8. Jh). 3(18.Jh), un- 
vollständige: BrM 284 (Add 14494. 9,10. Jh)l»a. 285 (Ädd 14518. 9/10. Jh)!», des Bruchstücks einer 
stark abweichenden Fassung : BrM 256 Add 14523. fol 1/7, 8/9. Jh). Palimpsesttest des 8. Jhs in 824 
(Add 14615. 10/11. Jh). Über eine als die „griechische" bezeichnete Sonderrezension vg. § 40 e. Agg: 
MCh (R1594) 187,204. CodL 5, 131/226. MS 103,118. Übss: Eeu 2, 29,42. Brightman 83,106. 

') Ag des armenischen Testes: Catergian-Dashian, D. Liturgien bei d. Armeniern 
(Wien 1897) 435,50. Übs mit Untersuchung des Verhältnisses zum syrischen und griechischen 
Texte: ABaumstark, OC^ 7/8, 1,'32. ^) Hs in Mad(h)jadvh) im Tür "Ab(h)din (8,9. Jh). Ag: 
IgnERahmani, StS 3. 4 10 (1/22). 

*) Brief an die Mönche von Seniin: BO 2. 12. 14f. „Josua Stylites" (Ag Wright) 25. 
Sem'ön v Bet(h) Arsäm (BO 1, 352 f.). ChrEd z. J 830. Ps.-Z. VII 12. VIIl 5. Ps.-D. z. J. 829. 
M 226 (2, 171). B'EKg 1, 183 f. 195,8. Biographische Notiz der Hs VtS 155: AAVaschalde, 
Three letters of Philoxenns bishop of Mabbögh (485—519) (ß 1902) 175. Euagrios Kg III 31. 
33. IV 4. Theodoros Anagnostes: PG 86, 216fl. Theophanes: PG 108, 325ff. Kedrenos: PG 121, 
676. Victor Tnnnuensis: PL 68, 949. BO 2, 10/46. FNau, HOC 8, 630/39. Wright 72/6. 
Duval» 221f. .354,6. EAWBudge, The Discourses (s. unten S. 142 Ak. 2) 2, XVII,'LXVI. 
Vaschalde, Three letters 1/79. CSCO Ser. IL 27 (Übs) 1/5. 

*) Nicht erst 488, wie die biographische Notiz des VtS 155 angibt. Vg. Vaschalde, 
Three letters 14. 

») Hss zu Mt 18. If. Lk 1.1—3.22: BrM 674 (Add 17196. J 510/1), zu Jo 1. 1/18: 675(Add 
14534. 6. Jh), von Azz der Mt-Erklärung: 683 (Add 11649. fol 180/203. 9. Jh) 3», von Bruchstücken 
des Lk-Kommentars : 845(Addl7267. foll3,99. 13.Jh)3o. 848 (Add 14727. 13. Jh) 2». 6. Vg. ABaum- 
stark, OC 2, 161 ff. 



142 Die Literatur der monophysiüschen Beweg^ang. § 23c] 

,.clarüber. daß einer aus der hl. Dreiheit Fleisch geworden ist und gelitten haf 
in 10 BB.') Eine Darstellung der christlichen Tugendlehre in 13 BB zeigt den 
leidenschaftlichen Wortführer konfessionellen Kampfes im friedlichen Dienste 
asketischen Strebens nach Vollkommenheit.-) Bald die dogmatische, bald die 
asketische Richtung waltete in einer ausgedehnten Korrespondenz des Ph. vor, 
von der Briefe an Kaiser Zenon,^i an die Mönche von Bi-t'h) Gaugal.'i Amida,') 
Tell'addä,") Seniin ') und eines ungenannten Klosters,*) die Prr Abraham und 
Orestes ") und den Reklusen Patrikios von Edessa,*") eine ganze Rcklusengemein- 
schaft,") den Anagnosten Maron von Anazarba,'') einen befreundeten Kloster- 
oberen,^*) einen als Mönch unter sinnlichen Versuchungen leidenden ehemaligen 
Scholastikos,'*) einen Novizen,'^) einen ..Schüler" '") und einen Konvertiten vom 
Judentum,'") das Antwortschreiben auf ein ihm (anscheinend von Joannes II. v 



') Hs8 des ersteren: VtS 137 (J 564), des letzteren: VtS 138 (J 581). BrM 676 (Add 12164. 
6. Jh), von Azz daraus: 751 (Add 14663. 6/7. Jh)3'>ga7«'. Ag des ersteren: AAVaschalde, 
CSCO Ser. 11. 27. 

2) Hss: BrM 764 (.Add 14598)1 (7.. Jh)^. Pr 201 (Snppl.34. 13. Jh) 1», der BB 1,-9: BrM 677 
(Add 12163. 6. Jh). 679(Addl7158. 9. Jh), 1/8: 680 (Add 14596. 6 7. Jh\ 813: 678(Add 14595. 6^7. Jh), 
1/11: 689 (Add 14625. 10. Jh), 9 n. 11: 779(Add 14621. J802)l»ab. 12: 795(Add 14601. 9. Jhlll», 8: 
813(Addl4611.10.Jh)12», von Azz: 452 1 Add 14582. J816) 10». 793 (Add 14577. 9. Jh) 11». 822(Add 
17185. 10/1. Jh)l°a. CmbrAdd 2016 (13. Jh» 22°. Ag: EAWBudge, The Discourses of Philoxenns 
bishop of MabbOgh (Lo 1894). Vg. ThXöldeke. Lit. Centralbl. 1894, 677 9. 

') Geschrieben bald nach Empfang der Bsweihe. Hs: VtS 135(7,8. Jh; IT». Ag:Vaschalde 
163/73 (118/26). Vg. BO 2, 34f. Vaschalde a. a. 0. 90/2. 

*) Zwei Hss des (wohl Anfang 485 geschriebenen) ersten: TtS 135 ( J 718) V», des zweiten: 
VtS 136 (6. Jh) III». Ag des ersten: Vaschalde a. a. 0. 146/82 (105/18). Vg. BO 2. 35 ff. 
Vaschalde 87/9. 

') Hss von Bruchstücken und Azz: VtS 126 (J 1293) XXV». Pr 62(Suppl29. 9. Jh) 28». BrM 
861 (Add 17193. J 874) 78». CmbrAdd 2023 (13. Jh) 22»a. Übs des Pariser Textes: FNau, ROC 
14, 37 f. 

«) Wahrscheinlich 520 geschrieben. Hss: VtS 136 I». 11». NDsem 96. Anh. 1», von Azz: 
BrM 751. 3»gr. Agg: IgnGuidi, BAL 12, 446/506, von Azz: Gismondi- 13040. ') Ge- 
schrieben 528 in PhUippopel. Hs: BrM 73 (Add 14597. J 569) 2 a. VtS 136. VI». Ag von Azz: 
BO 2, 12. 14f. 38/45. Übs des auf Xestorios Bezüglichen: FNau, Le livre d'HeracUde 370,2. 

*) Geschrieben nach 477. wahrscheinlich zw. 499 u. 513. Hss: VtS 138 (J 581) IV». 136(6. Jh)U». 
135 (7 8. Jh) IIP. Ag: Vaschalde a. a. 0. 127 45 (93,105). Vg. BO 2. 38 (wo mit dem II. Briefe 
nach Teil' addä verwechselt). Vaschalde 83/7. ») Hs: VtS 107 (7. Jh) 11». Ag: ALFrothing- 
ham, Stephen Bar Sudaili (vg. § 26b) 28/48. Vg. BO 2, £0,3. Vaschalde 33f. 

'«) Hss: BrM 779(Add 14621. J802j l»c. 781 (Add 14623. J823/ 15«. 783 (Add 14580. J 866) 3». 
785(Addl2167. J875,6)VII»1. 683 (Add 14649. fol 180,'205. 9. Jh) 1». 822(Add 17185. 10,1. Jh)l»b. VtS 
125 II». Eine in Sarfah. Brl 199iSachlll. Vor J1378/9), von Azz: CmbrAdd 2023. 35». Ag von 
Azz: IgnEEahmani, StS 4, 90/3 (70,3), einer griechischen Übs unter der falschen Flagge eüies 

Briefes Ishäqs V Ninive (g 35 d) .toö» röy &oioy nartpa ^Vfnwir^v xbv Oav/iaiofoyov : AMai, Nov. 
Patr. Bibl. 8 in, 157 87. JoakSpetsieri, 7ov boiov TiuTpöi ^ftüf 'loaäx . . . t« eipe&hra 'Aoxrrixä 
366/95. Vg. J-B C h a b 1 , De S. Isaaci Xinivitae vita usw. 14 f. 

") Hs: BrM 795(Add 14601. 9. Jh)4». >'-) Hs: BrM815(Add 14726. foU 86. 10. Jh)5». ") Über 
das Mönchsleben. Hss: BrM 837 (Add 17282. 12. Jh)5». Brl 199;Sachlll. VorJ1379)4«. 200iSach 
262.903. 15/6. Jh) 3». CmbrAdd 1999 (JJ573) II» N-Dsem 115 (J 1840). Davon verschiedene Regeln 
für das Münchsleben: BrM 837. 8». ") Hs: BrM 785 XIII». 

'») Hss: BrM 770(Addl4617. 7, 8. Jh)5»a. 683. 2». 793(Addl4577. 9. Jh)38». 

") Hss: BrM 785. VII» 2. 801 (Add 18817. 9. Jh) 12», von Azz: CmbrAdd 2023. 35». Ver- 
schieden davon ist eine asketische Abhandlung an einen solchen: BrM 839 (Add 14729. foll24,92. 
12,3.Jh)2». 840(Addl4728.fol76/137.12,3.Jh/2°. ") Hs: BrM 815 (Add 14726. fol 1,86. 10. Jh) 5». 



[§ 23 c Philoxenos. • I43 

Alexandreia) übersaudtes Gkiubensbekeimtnis ^) eine ebenso stattliclie als ab- 
wechslungsreiche Reihe teilweise auch Literaturgeschichtlich interessanter Proben 
bilden, während die Echtheit eines Briefes an den arabischen ,.Stratelaten" Abu 
Nafir von al-Hirah'-) ernsten Bedenken unterliegt und eine angebliche „Paränese ^) 
auch als Brief Ja^|ob(h)s v Serügih) überliefert ist.*) Einige weitere kürzere 
Traktate dogiuatisch-polemischen Charakters*) gesellen sich zu einem GJlaubens- 
bekenntnis^) und zu einem Dialog mit einem Nestorianer über die Worte: ..Der 
Gott unseres Herrn Jesus Christus"'.") Eine Abhandlung erörtert die Folgen von 
Sünde und Reue für das "Wohnen des Hl. Geistes in der Seele,*) eine andere 
handelt, an Mönche gerichtet, von Schweigen beim Gottesdienst und Klostei'- 
ordnung.*) Eine Predigt über Jlariä Verkündigung*") und eine ins Begräbnis- 
ritual übergegangene Leichenrede'*) lehren die geistliche Beredsamkeit des Ph. 
kennen. An Liturgischem werden neben einzelnen Gebeten *^) drei jakobitische 
Anaphoren "/ und ein Formular zur Spendung der Taufe in Todesgefahr**) auf 



') Hs: BrM 750(.\tld 14670. fol 19/22) 2». 

«) Hss: BrM fc56{Addl4529. 7,8. Jh)6», vonAzz: 861.97«. 421 (Add 17134) 48» (von späterer 
Handl' Agg: PMartin, Syro-Chaldaicae Institutiones (Pr 1873) 71/8. Vg. Vasehalde a.a.O. 
29/33, mit Cbs: JTixeront, ßÖC 8, 623,30. Der hier gebotene geschichtliche Abriß des Ver- 
laufes der christologischen Glaubenskämpfe ist stark mit historischen Irrtümern belastet. 

') Hs: BrM 8:^l(Addl7206. 11 2. Jh)7». *) Hs: BrM 837(^Add 172t59. 12. Jh) löob. 

*) „Über den Unterschied der Häresien" des Manes, Markion, Nestorios und Eutyches be- 
züglich der Inkaruationslehre. Hss: BrM 8.06. 6» b. Pr 112 (Suppl 38. J 12.38/9) 48". Gegen jeden 
Nestorianer in 7 Kapp. Hss: BrM 856. 6''c, vielleicht auch: 761 (.Udl46G4. 7. Jh)5o. Anweisung, 
wie der Monophysite seinen Glauben zu vertreten habe. Hs: BrM 856. 6''f. 12 Kapp, gegen die 
Dyophysiten im allgemeinen. Hss: BrM 730 (.Ud 14597. J. 396)2» b, des Anfangs: 749(Addl7201. 
foll/15. 6/7. Jh)6». 20 Kapp, gegen Nestoric«. Hs: BrM 730. 2''c. 10 Kapp.: Gegen ^.diejenigen, 
welche unseren Herrn nach der untrennbaren Vereinigung teilen". Hs: BrM 730. 2»d. .\g aller 
dieser Stücke : EA W B u d g e , The Discourses 2, XCVI/CXXXVIII, des ersten : F N a n , PO 13, 247/51. 
7 Kapp, gegen diejenigen, welche nur die einzelne falsche Lehrmeinung eines Häretikers, nicht 
ihn selbst und seine Gesamtlehre anathematisieren wollen. Hs: BrM 761. 15°. Eine „Schwierig- 
keit" gegen Xestorios. Hs: Ox 142 (Marsh 101) 14». 

") Hss: BrM 749. 40. 856. 6« d. 769.4». 684(Addl7216. fol32,3. 13. Jh). Or 2307(17. Jh). 
Pr 112. 490. VtB 147fJ1480)3». VtS 159 (J 1628/32) V». CmbrAdd 2012(15. Jh) VII« b. 0x142. 13°. 
Ag: Budge a. a. 0. 2, XLVIIIf. (XXXIII^XXXVI). Vg. BO 2, 33 f. 

'j Hs: VtS 135. XI». XII». Dazu gehörten nach KatWright .533 auch die Reste eines 
Dialoges des Ph. zwischen Xestorios und der Kirche: BrM 682 (Add 14628. fol 9/20. 6/7. Jh). 

«) Hs: BrM 861. 42«. ») Hss: BrM 761. 8°. 770. 5«b. 815. 6». '°) Hs: BrM 844 (Add 
14727. 13. Jh)2«a. ") Hs: BrM 451 (Add 14520. 8,9. Jh)9»b/;'. 

'-) Ein Renegebet: BrM 779.8«. Zwei Kommuniongebete: 175(Addl7125.9/10. Jh)3»bc. 
Eio allgemein gehaltenes: 837.6«. Ein Lobgebet: CmbrAdd 2019 (J 1452) 15«. Ph erscheint ferner 
unter den angeblichen Verfassern jakobitischer Tagzeitengebtte. Vg. g 45 e. 

") Hss: BrM 263 (Add 17229. fol 1,'47. J 1218)2». 267 (Add 14694. fol 44/106. 13. Jh). 272 (Add 
14693. foll/141. 13/4. Jh). Vtß 159(vor J 1294/.Ö). Pr71(Suppll6. J 1454)6». 72(Anc fonds64. J 1462)9«. 
81(Ancfonds65. 16.Jh)6». JerMkllO (J 1427/8) A 28». 11(15. Jh)A6». 13(J1591)9«. 14(16,7. Jh) 15«. 
CmbrAdd 2887 (J 1843) 38«, unter dem Namen des Proklos v Konstantinopel: Pr 75 (Anc fonds 36. 
J1524)9». 78(Suppl50. 16.Jh)16». VtS 293. 8°, Hs zu Krem 17«, einer zweiten: BrM 261 (Add 
14690. J1182j 12«. VtB 1.59. VtS 25 (J 1481/2) 17». 26(J1484) 14». JerMkl 10 A 19». 11 A 1». Pr 78 
(Snppl.50. 16.Jh)16» .lerMkl nnkatalogisierte Hs (16/7. Jh) 31° einer dritten: VtB 159. BrM 265 
(Addl7229.fol48,77. 13.Jh)2». JerMkl 10 A 29». 11A5». Ag der ersten (unter dem Namen des hl. 
Basilcios): MS 15.5/61. Übs der beiden ersten: Ren 2, 300/6. 309,19. 

'*) Hss: BrM 293(Add 14499. 10/1. Jh) 4». PalMedOr 44. CmbrAdd 1987 (J 1646/7) 4« und das 
Rituale Michaels d. Gr. (§ 48b). Ag: CodL 2, 302/4 (Neudruck: 307/9). 



144 Die LiterRtnr der monophypitischen Bewegung. § 23 cd] 

ihn zurückgefühit. Mag hier allerdings wie l)ei einem vereinzelten, auch unter 
dem Namen Ap(h)renis üherliefi-rten Giedichte *; die Echtheit keinesfalls als ge- 
sichert gelten können, so ist schließlich das Gesamtbild seines Nachlasses auch noch 
um eine Eeihe nicht erhaltener Stücke zu vervollständigen. So erfahren wir von 
,.zwei großen BB"' gegen die Kanones des Nestorianers Barsaumä -) und zwei 
weiteren dogmatisch-polemischen Abhandlungen *) und lernen durch Zitate ein 
,.B der Meinungen" oder ..Sentenzen",*) eine Mehrzahl weiterer Briefe, '^j Reden *) 
und Abhandlungen') und ein anscheinend umfängliches Werk gegen einen Salben- 
händler Habbibth) über die Inkarnation*) kennen. 

d) l'ol.vUarpos hat, als ( 'hore])iskopos dem Klerus der Diözese Mabb6g(h)- 
Hierapohs angehörend, Philoxenos eine auf dessen Anregung unternommene Bibel- 
übs aus dem Griechischen gewidmet,") von der zunächst, wenn auch nicht mit 
schlechthiniger Sicherheit, einige wenige einzelne Lesarten der Paulusbriefe be- 
kannt werden.'") Als Gegenstand derselben werden ausdrücklich nut das NT und 
der Psalter bezeichnet. '') Doch scheint sie sich, wenn anders ein vereinzeltes 
Scholion Verti-auen verdient,'-) auch auf andere Teile des ATs erstreckt zu haben 
und dann ein immer noch recht dürftiger Rest gerade dieser Partien des 
Werkes an den 28.3 7, 42.17 49.18, 56.11 23 umfassenden Bruchstücken eines 
auf eine lukianische Vorlage zurückgehenden Is-Textes erhalten zu sein.*^) Ihr 
Evangelientext, dessen Entstehung urkundlich auf 507,8 datiert ist,'*) wollte in 
einer Florentiner,'*) einer römischen'*) und einer aus dem Tür 'Ab(h)din über 



») Mit Gebetsinhalt (Bitte um ein reines Herz). Hs: Brl 200^Sach2O2/3. 15/6. Jh)l<'8.IIoiO, 
nnter dem Namen A.s: 165(Sachl62. Jlö82;3:3'' und eine in Sarfah^?). Unter dem letzteren 
zitiert wird das Stück auch Brl 20(Sachl65. 14. Jh)fol2lTO. Der Gebrauch des Keims laßt kaum 
einen Zweifel an der Unrichtigkeit beider Verfasserangaben zu. Ag unter dem Namen A.s: 
Kahmani (vg. S. 32 Ak. 7) 2, 29/32. -) Durch Märiitthjä v Tagih)rit,h) (§ 39b) bei M 427 

(2, 440). ') Gegen Nestoriauer und Eutychianer bzw. über das Petruswort Apg 2. 22, genannt 
in VtS 136 hinter dem Texte des Briefes an die Mönche von SSnün. Vg. BO 2, 45. *) BrM 

855(Addl7214. 7.Jh)fol88r<> = 864 (Add 17191. 9/10. Jh)65o. Vg. KatWright 917. 

') An einen Scholastikos Awrn(?): BrM 857. fol IGr". 74 v". Gegen Flavianus v Antiocheia: 
857 fol 41 r". 858 fol 7v''. An die Archimandriten Theodoros, Mammas und Severns über einen Brief 
des Fl. an Kaiser Zenon: 857 fol 41 r". 858 fol 8r<'. An Juhannän den Araber: 857 fol 74 v°. An die 
„rechtgläubigen" Mönche in der Verbannung : 859 fol 169 v°. An die orientalischen Mouche : 859 
fol 50 v". 184 r». An die palästinensischen Mönche: 858 foll78v''. An der Spitze des Synodikons 
von^Ephesos: 859 fol 168 r°. An die (Mönche?) von Arzön: Vg. BO 2, 45 f. 

«) Predigt über Jo 6. 52: BrM 857 fol 76 r». 858 fol 67 r". Rede über das Trishagion: 857 
fol 75r<'. 120 v". 858 fol 64r°. ^) Widerlegung der dogmatischen Beschlüsse von Chalkedon: 

BrM 857 fol 117 v». ") Zitat eines B 7: BrM 856 fol 14 v». 15 r«. Vg. BO 2, 46. 

«) Mose v Aggel (g 25b): BO 2, 83. Die Subskriptionen der Übs des Thomas v Harqel 
(§ 29b). B'EKg 1, 267 f. JGChAdler, Novi Test, versiones syr. simples, Philoxeniana et Hiero- 
solymitaua (Kopenhagen 1789). FUhlemann, De vers. N. T. Syriacarum usu critico (Brl 1850). 
GBernstein, De Hharklensi N. T. translat. Syriaca (Breslau 1837. -1854) Bickell 9. Wright 
13f. Duval' 50 JGwynn, Remnants of the later syriac versions of the Bible. In two parts 
(Lo 1909). Part I: New Testament XXVII; XXXI. JLebon, Rev. dHist. Eccl. 12, 416,36. 

'») Durch masoretische Hss zu Rom 6. 20, I Kor 1. 28, 11 Kor 7. 13. 10. 4, Eph 6. 2. Ge- 
sammelt: NWiseman, Horae syriacae (R 1828) 178 Ak. 11. "j Durch Mose v Aggel. 

'■-) In der Hs Ambrosian. C 313 fol., das Is 9. 6 f. nach ihr zitiert. 

") Hs: BrM 48(Add 17106. fol 74/78. Ag: AMCeriani, Mou. Sacra et Profana (Mailand) 
6i, 1/40. Vg. Ders., Le Edizioni e i Manoscritti Siriache delle Versoni del Vecchio Testamento 
(Atti del R. Instit. Lombardo 1869) 17. ") Durch die Subskriptionen des Thomas. "') Lanr 
MedOr 3 (J 757), nach Adler a. a. 0. 55. '«) Bibl. Angelica A. 2. 18 (11/2. Jh), nach Bern- 
stein, D. heil. Evang. d. Joh. syr. in harklens. Übs. (Lpz 1853) 3. 



I§ 23 de Philosenos. Polykarpos. Sem'ön v BH{h Arsäm. I45 

Beirut in den Besitz des Union Theological Seminary in New York gelangten 
Hs ') gefunden werden. Mit größerer Bestimmtheit läßt sich auf sie der ältere 
Ton zwei syrischen Texten der Apok zurückführen.') Das Gleiche gilt von dem 
seit der Pariser Polyglotte in die Druckagg des syrischen NTs aufgenommenen 
Text der vier kleineren Katholischen Briefe,*! von dem eine alte arabische 
AVeiterübs*) neben zwei Gruppen syrischer Überlieferungszeugen tritt. ^) Strittig 
bleibt indessen, welche dieser beiden Gruppen die ursprüngliche Textgestalt treuer 
bewahrt hat.*) und selbst die Zugehörigkeit dieser NTlichen Stücke zu dem Werke 
des P. ist neuerdings überhaupt sehr entschieden in Abrede gestellt worden.') 

e) B Sem'ön V B e t (h) Arsäm,*) f in Konstantinopel spätestens vor 548,') 
verdankte den Beinamen des ,.persischen Disputators" der von ihm entwickelten 
eifrigen monophysitischen Propaganda im sassanidischen Osten. Seine Erhebung 
zur bischöflichen "Würde erfolgte im Anschluß an ein ßeligionsgespräch, bei 
-welchem er sich gegen den K Bäb(h)ai siegreich behauptete, also zwischen 497 und 
502,3. Ein chronologischer Ansatz auf 50910") bezeichnet vielleicht das J des 
Martj-riums dreier von ihm zum Christentum bekehrter Magier. Dreimal hat er 
in Konstantinopel und wiederholt in Hirtä geweilt, von wo er 524 an einen Sem'ön 
V Gabbülä einen Brief über das Ende der himjaritischen Blutzeugen richtete, die 
im J zuvor dem Fanatismus des jüdischen Königs D(^h)ü Nuwäs von Jemen zum 
Opfer gefallen waren.") Außer demselben hat sich von ihm noch ein zweites 



1) Des 8. Jhs. Vg. JHHall, PAOS Oct. 1877 XVI.fXXI. Mai 1882 Ulf. bzw. JBL 2, 3/26. 
Ders., Syr. Mannscript., Gospels of a pre-Harklensian Version nsw.: PhUadelphia 1884. 

*) Hss: Crawford 2 (12. Jh), jetzt im Besitze der Jolin Eylands Library in Manchester, 
eines Bruchstückes: BrM 861 (Aildl7193. 1874)34». Ag: JGwynn, The Apoc. of St. John in a 
Syr. Version hitherto iinknowu (Dublin 1897). Vg. Ders., Trans, of the R. Ir. Acad. 30, 347/418 
bzw. Hermathena 10, 227,45 und Kemnants nsw. Part. 11 154 f. 

') Erste Ag: EdPococke, Ep. quatuor, Petr. sec, Joh. sec. et tertia et Judae fratris 
Jacobi uua es Bibl. Bodl. Oson. Msc. nunc prim. deprompta (Leyden 1630). *) Hs: Sin Ar 154. 
Ag mit ansfiihrl. Kommentar: AMerx, ZA 12, 240/52. 348,81. 13, 128. 

»j Hss der älteren Gnippe : BrM 781 (Add 14623. J823)7''; 132 (Add 14473. 11. Jh); Crawford 2 
(12. Jh); Pr 29(Snppl27. 12. Jh) bzw. CmbrOo 1. 2(12. Jh), der jüngeren: BrM 7162 Eich (14. Jh). 
Ox 35 (BodlOr 119. 16. Jh). Ox 34 (Dawk 23. 17. Jh). Pr 60 (Anc fonds 31. J 1582). 5 (Suppl 79. 
J1675). Dnbl. Trin. Coli. B 5, 16 (J 1625), eine Mittelstellung einnehmende: BrM 121 (Add 14474. 
12.Jh). 123 i Add 14681. 13. Jh). 124 (Add 17226. 13/4. Jh). Amsterdam, Seminary of Eemonstrands 
184 f J 1470). Privatbesitz: ESWilliams (J 1471), Lord Peckover (J 1475), JEHarris (19. Jh) bzw. 
Sin 5 (18. Jh). eines nicht klassifizierbaren Brachstückes: BrM 96(Addl7115. 9 10. Jh). Sonderag: 
JGwynn, Remnants nsw. Part. II 1,83. 87/145. 157/61 mit Eückübs der zugrunde liegenden 
griechischen Textgestalt, Kommentar und syr.-griech. Glossar. Vg. Ders., Hermathena 16, 281/314 
bzw. Remnants XIX XXVII. XXXII LXIX. 

') Für die ältere tritt Gwynn , für die jüngere mit Eücksicht auf die arabische Übs 
Merx ein. '^ Durch Lebon a. a. 0., der dasselbe auf das NT beschränkt gewesen sein läßt 

und jede Erhaltung einer sicheren Spur von ihm in Zweifel zieht. 

*) Jnhannan v Ephesos, der S. persönlich kannte: JPNLand, AnecdS 2, 76/88. (Darnach die 
folgenden Einzelangabenj Ps-D. z. J 821. B'EKg 2, 85f. BO 1, 341/86. IgnGuidi, EAL' 
17,471,515. Wright 79,81. Du valM36,9. 358f. Labonrt 158. Lübeck 77f. 

•) Weil noch vor dem Tode der Kaiserin Theodora, zu deren Besuch er nach Konstan- 
tinopel gekommen war, wahrscheinlich aber sehr erheblich früher. "•) Ps-D. 

") Hss eines selbständigen Textes: BrM 949(Addl4641. J875)17<'. VtB 91 (J 1869), eines Azs: 
918(Add 14650. 6. Jh)4''f. Indirekt überliefert ist das Stück femer im 3. TeUe des Ps-D. nach Jöliannän 
V EphesoB und bei Ps-Zacharias v Mytilene VIII 3. Agg nach Ps-D, : BO 1, 364/79, abgedruckt 
von JD Michaelis 22,39, der selbständigen Überlieferung: Guidi a. a. 0., abgedruckt AMS 
1, 372,97, des Textes beiPs-Z.: JPNLand, AnecdS 3, 235,'42. Ein hagiographischer Text über 
Baumstark, Geschichte der syrischen Literatur. 10 



1^46 ' ^i^ Literatur der monopbysitischen Bewegung. § 23 f 24 a] 

Schreiben erhalten, das, an einen Unbekannten gerichtet, das Wirken des Barsaumä 
und die Nestorianisierung der offiziellen persischen Reichskirche zum Gegenstande 
hat.') Auch eine jakobitische Anaphora scheint gelegentlich ihm beigelegt zu 
werden.'') 

f) Is6', der Stylite,') Pr im Kloster Zuqnin bei Amida, wäre nach einer 
von JSAssemaui begründeten Anschauung der Verfasser einer anscheinend wäh- 
rend des Winters 506 7 abgefaßten ausgezeichneten Chronik der Zeit von 494/5 
bis 28. 11. 506, die unter dem Titel einer ,,Geschichtschreibung der Zeiten der 
Bedrängnis, die über Edessa, Amida und ganz Mesopotamien kam"', im 8. Jh ein 
Mönch jenes Klosters ■*) seiner eigenen umfassenderen universalhistorischen Kom- 
pilation wörtlich einverleibte.') Indessen wird jener Verfassernamen nur von einem 
Abschreiber Eh'sa' hinter seinem eigenen Namen in einer zusammenhangslos aller- 
dings in den Text des älteren Werkes eingeschobenen Bemerkung genannt, ohne 
daß es sich verböte, dabei vielmehr an den Autor der jüngeren Kompilation zu 
denken.') Daß der Wortlaut der Notiz an und für sich wohl die Beziehung auf 
den Chronisten von 506/7 näher legen würde, ist zuzugeben. Andererseits hat 
dieser seine einem Archimaudriten Sargis gewidmete. Arbeit im verkennbar tatsäch- 
lich in Edessa abgefaßt, wo er möglicherweise als Ökonom des großen Hospizes 
lebte. Er könnte also höchstens aus dem Kloster Zuqnin dorthin übergesiedelt 
sein oder später sich in dasselbe zurückgezogen haben. 

§ 24, Nicht minder Bedeutsames als auf demjenigen originaler Prosa hat 
das altmonophysitische Schrifttum in syrischer Sprache auf dem Gebiete der 
Dichtung aufzuweisen. An zwei Edessener des Namens Ishäq, von denen der 
zweite zur chalkedonensischen Orthodoxie überging, und vielleicht einen Johau- 
nän reiht sich hier als klassischer Vertreter vor allem des Memrä Ja'qöb(h) v 
Serüg(h), den die bewundernde Verehrung auch der Maroniteu irrtümlicherweise 
für den eigenen dogmatischen Standpunkt in Anspruch genommen hat. Von ge- 
wiß nicht wenigen Meistern bescheideneren Ranges, die gleichzeitig eine sangbare 
Poesie pflegten, deren Ei-zeugnisse sich im Rahmen der Litirrgie erhalten haben, 
ist daneben an SeYn'ön dem Töpfer wenigstens einer auch dem Namen nach 
bekannt geblieben, während ein Schüler Ja'qobhs namens Georgios die Tradi- 
tionen seiner Memrä-Dichtung weitergepflegt haben soU. 

a) Von den Isliäq genannten beiden Dichtern aus Edessa,') deren Nachlaß 
mit demjenigen des aus Amida gebürtigen ,.Antiocheners" zusammengeflossen ist. 



die himjaritischen Märtyrer in den Hss Pr 234 (Anc fonds 143. 13. Jh) 1». 29. 295 (J 1705) 6». 309 
(J 1869) 10». Ag: Knös 37/54. 

•) Hs: VtS 135 (J 718) VI». Ag: BO 1, 346/58, abgedruckt: Michaelis a. a. 0. 1,15. 

*) Die erste der sonst Philoxenos zugeschriebeneu (S. 143 Ak. 13). Vg. BO 1, 345. 

») BO 1, 26aa3. Bickell 24f. Wright 77f. DuvalMTTf. FHaase, D. Chrouik d. 
Josua Stylites, OC- 9, 62;73. ♦) Ps-D. 

») Über die Hs vg. § 43 i. Inhaltsangabe: BO 1, 262/83. Agg (mit Übss): PM artin, Chro- 
niqne de Josue le Stylite eerite vers l'an 515. Texte et traductiou (Lpz 1876 = AbhdI. f. Kunde 
d. Morgenlands 6i.). W Wright, The chronicie of Josue tbe Stylite composed in Syriac a. D. 
507 with trauslation into English and notes (Cmbr 1882). 

«) Auf diesen bezieht ihn tatsächlich FNau, EOC 2, 41,68. Bulletin Crit. 18, 54,8, dem 
sichThNöldeke, Lit. Centralblatt 1898, 190f., RDnval'177, CBroc ke Im ann 37 anschlössen. 
Dagegen Haase a. a. 0. ') Brief Ja'qöb(h)3 v Edessa: oben S. 63 Ak. 3. 



[§ 24 ab Isö" der Stylite. Ishäq v Edessa. Ein Jöhannän. 147 

war der bald als Pr der edessenischen Kirche, bald als Archimandrit bezeichnete 
ältere M in monophysitischem Sinne schon um 451/2 tätig und hat unter Petros 
dem Walker (46o/8ö), offenbar nur vorübergehend in Antiocheia anwesend, in den 
Streit um den Trishagionzusatz : 6 aTuvQiuÜ-ii^ 8i' i)inä>; mit einem riesenhaften 
Memrä über einen abgerichteten Papagei eingegriffen, den er den erweiterten Text 
in den Straßen der Stadt rufen hörte. Der jüngere '^) hat unter dem edesseni- 
schen B Paulos (510 9) gleichfalls die monophysitische Christologie vertreten, aber 
imter dessen Nachfolger Asklepios (520/5) sich auf den Boden der chalkedonensi- 
schen Entscheidung gestellt. Sicheres Eigentum des ersteren sind außer dem- 
jenigen über den Papagei^) an Stücken, die gleich diesem in die I.-Ag des 
Pen Jöhannän b Siiska keine Aufnahme fanden, einige weitere wohl durchweg christo- 
logischer Polemik dienende Gedichte anscheinend verwandten Charakters und 
zwei in der Überlieferung enge mit dieser Gruppe verbundene Memre über die 
Himmelfahrt Christi und gegen die Geldgier.*) An ihn oder an die monophy- 
sitische Periode des jüngeren Edesseners kann gedacht werden, wo etwa sonst 
noch monophysitische Überzeugung unter dem Namen eines Dichters I. zum Aus- 
druck kommen sollte. Aus der chalkedonensischen Periode des letzteren stammen 
Gedichte, in denen nicht nur allgemein eine Bekämpfung des Nestorios und 
Entyches, sondern eine ausdrückUche Verwertung und Verteidigung des in Chal- 
kedon geprägten dogmatischen Formelschatzes, ja geradezu eine Bezugnahme auf 
das Henotikon Zenons zu beobachten ist.') An einen der beiden Edessener ist 
femer zu denken, wo in Dichtungen, die der Kritiker des 11. Jhs für den Ami- 
dener glaubte in Anspruch nehmen zu können, der Verfasser sich vielmehr als 
im mesopotamischen Osten bzw. geradezu als in Edessa wohnhaft erweist,*) und in 
einem Stücke, dessen Dichter sich als nur vorübergehend in Antiocheia anwesend 
bekundet.') Näherhin nur dem älteren Dichter können dabei wiederum zwei 
Memre auf eine um 457 erfolgte Verwüstung der Stadt Bet(h) Hör durch die 
Araber gehören.'*) 

b) Ein Jühanuiin, unter dessen Namen ein Memra in siebensilbigem 
Metrum auf die Darstellung Jesu im Tempel begegnet,*) wird als Schüler eines 
in die christologischen Wirren der Mitte des 5. Jhs verwickelten monophysiti- 
schen Mönchs Barsaumä *") bezeichnet, müßte also etwa ein jüngerer Zeitgenosse 
des älteren der beiden Edessener Ishäq gewesen sein. Ob freiUch der ganzen 



•) ChrE z. J 763. al-Mäkiu (anter Verwechsluug mit dem Amidener) : S. 63 Ak. 2. 

') Außer dem Ja'q('ib(h)-Briefe M 185 (2, 36) aber unter Verwechslung mit dem älteren 
Edessener und darum schon unter B Nonno?, d. h. zwischen 457 und 4701 angesetzt, weil die 
ChrE dessen Ordination unmittelbar hinter dem chronologischen Ansätze des Dichters vermerkt. 

') Hss: BrM 748 (Add 14592. 6/7. Jhjl»!. BrlOrqu 941 (hinter der Sammlung des J.bS). 
Agg: Bickell 1, 84/175. Bedjan 737,88. *) Hs: BrM 748. 1» 2<>,8». 

*) Ersteres bei zwei durch die Homiliarhs VtS 368 erhaltenen Stücken. Agg: Bickell 
1, 1/25. 32/49. Bedjan 789/800. 805/814. Übs: Laudersdorf er 115/.38. Letzteres bei Nr 9 der 
Sammlung des J.bi. Agg: Bickell 1, 54/79. Bedjan 712/25. Übs: Landersdorfer 1.39/50. 

°) So abgesehen von denjenigen auf Bet(h) iiixT in den Nrn 9 und 25. Vg. vv. 526f. 
(Missionierung durch den Apostel Thomas) bzw. 226/30 (Schworen bei der edessenischen Grab- 
kiiche desselben). Agg von Nr 25: Bickell 1, 176/204. Bedjan 454/68. Übs: Landers- 
dorfer 171 87. 

') „Über die Nachtwachen in Antiocheia." Hss: BrM 740{Addl4591. 6. JL) l»h. VtS 117. 
Agg: Bickell 1, 294/307. Bedjan 81521. Übs- Landersdorfer 210/16. Vg. die Ein- 
leitungsverse. '') Die Nrn 37 f. der Sammlung des J.bS. Agg: Bickell 1, 206/51. Bedjan 
587/612. Zur Datierung vg. die vv. 899f. des ersten Gedichtes (mißverstanden bei Bedjan, 
Avantrpropos VII f.) bzw. BO 1, 225. 

») Hs: Pr 196 (Anc funds 112, 14. Jh) 13». '") Über diesen und seine Prosabiographie § 28a. 

10* 



]^48 I^'^ Literatur der monopbyititischen Bewegung. § 24 e] 

Überlieferung Glauben gcsclienkt werden kann, dürfte bei dem geringen Alter der 
einzigen in Betracht kommenden Hs nicht unerheblichen Hedenken unterliegen. 

c) Ja'qöbili) v S P r ü g (h), ') f 521 im Alter von 70.IJ, stammte aus dem 
Dorfe Kürtiini am Euphrat, soll seine theologische Bildung an der Perserschule 
in Edessa erhalten ") und seine dichterische Laufbahn, 22 J.T alt, mit dem Memrä 
über die Clherubvision Ezechiels eröffnet haben, die ihn die Legende *) auf die 
Aufforderung einer tirup])e ihn besuchender BB aus dem Stegreife vortragen 
läßt. Im J 502/3 finden wir ilin als Periodeutes zu Haura in Serüg(h), ein kirch- 
liches Amt, das er erst 518/9 mit der Würde eines Bs von Batna(n) vertauschte. 
Sein Begräbnistag war der 29. IL J. ist nicht nur Dichter gewesen. Prosa- 
homilien von ihm auf bestimmte Tage des Kirchenjahres sind sowohl in ge- 
schlossener Sammlung, als im Rahmen jakobitischer Homiliare überliefert,*) wäh- 
rend einzelne prosaische Leichenreden Eingang in jakobitisches Begräbnisritual 
fanden. *") Eine unvollständig erhaltene Auswahl von 41 und eine sicli mit ihr 
berührende von 34 Nrn seiner ausgedehnten Korrespondenz (einschließlich eines 
an ihn gerichteten Briefes) "} wird durch eine Reihe in Sonderül)erlieferung vor- 
liegender Stücke eigänzt.') Daß er als Übersetzer oder Erklärer sich mit Euagrios 

•) Mümrä angeblich seines Schülers Georgios auf ihn (vg. e). Zwei kurze anonyme Prosa- 
biographien in den Hss: BrM 960 (Add 12145. J 1197) 46». VtS 37 (J 1626/7) 12», (Ag der zweiten: 
BO 1,286/9. Wenig 43f.) Is6' Stylites (Ag Martin) 46f. (XLVIII). Biographie des J^phannän b 
Kürsös (§ 28a) 31. M 260f. 507 (2, 161f. 3, 55). BEKg 1, 190/2. ChrS 2, 29(. MbS 44 (42). 
BO 1, 283/340. HMatagne, Acta Sanctorum Octobris 12, 824,31. J-BAbbeloss, De vita et 
scriptis S. Jacobi Batnarum Sarugi Episcopi (Lüwen 1867) mit Ag der Quellen. PZingerle, ZKT 
11,92/108. BickelI25f. Pers., Ausgew. Ged, d. syr. Kirchenväter Cyrlllonas u.sw. 195/227. LTh 13/7. 
PMartin, Rev. desscienceseccles. 34, 309/52. 385/419. Wright67 72. DuvaP351/4. PBedjan, 
Homiliae selectae (vg. S. 149 Ak. 9) 1, Avant-propos V/XVIT. SLandersdorf er, BKv- 6, 251/70. 

^) ChrS und MbS. DaC er, wie hier behauptet wird, ursprünglich nestorianisch gesinnt 
gewesen sei, würde daraus noch keineswegs folgen. '■') Im Memrä des Georgios und in der 

römischen Prosabiographie. 

*) Hss der ersteren (bestehend aus Texten auf Weihnachten, Epiphanie, Qnadragesima, 
Palmsonntag, Karfreitag, Ostersonntag) : BrM 672 (Add 14587. J 606) 35». 121 (Add 14474. 11/2. Jh) B» 1. 
VtS 109 (Vor J 691/2) 110/16», einzelner Stücke derselben: BrM 453 (Add 17207. 8/9. Jh) 5». 817 (Add 
14614. foll/89. 10. Jh)5». Brl 28 (Sach 220. 8,9. Jh) fol llr». 29r». VtS 253. 11». 12». 16», einer 
weiteren paränetischen über die Sünde: BrM 779 (Add 14621. J 802) 7». 813(Add 14611. 10. Jh)16». 
825(Add 12165. J 1015)52». 848 (Add 14727. 13. Jh) 4», einer auf den Freitag der dritten ^astenwoche 
angesetzten paränetischen: 825. 32». Ag der Osterhomilie: PZingerle, MonS 1. 91/6. Übs der 
geschlossenen Sammlung: Ders , Sechs Homilien d. heiligen Jacob v. S. (Bonn 1867). 

") Hs: BrM 451 (Addl4520.8/9. Jh)9»bä7S'.'^'. 453 (Add 17207. S/'S. Jh) 12». 

») Hss der ersteren (mit noch 11 gauzen Nrn und Bruchstücken zweier weiterer): BrM 673 
(Add 17163. fol 1/46 7. Jh\ der letzteren: 672. l»/34», einzelner Nrn daraus: 737 (Add 17166. 6. Jh) 2» 
(= 673. 9»). 747(Add 14607. 6/7. Jh)5» (= 672. 34»). 815(Add 14726. fol 1,86. 10. Jh)2».3« (= 672. 15». 
31»). 837(Addl7262.12.Jh)1.5»acd(=673.9«. 672. 34». 22"). VtS 107 (7. Jh) 10» (=67,3.8»). 109.18». 
126 (J 1223) XXII» (= 673. 11»). Brl 188(Sach352. 13. Jh) fol 112v» (anscheinend = 672. 24«). 
Agg von Brieten an die Miinche eines Bassosklosters (672. 11»/14°) und BPaulos v Edessa (672. 29»): 
PMartin, ZDMG 30, 217/76, an die verfolgten himjaritischen Christen (672. 15») ESchröter, 
ZDMG 31, ,360/405, an den Pantheisten Stephauos b Si"id(h)aile (673. 8» = 672. 1»): ALFroth- 
ingham, Stephen b Sudaili 10/27, an die Mönche von Arzi'm: PBedjan, S. Martyrii qui et 
Sahdona, quae supersunt omuia (Pr-Lpz 1902) 605/13. 

') HsB eines Briefes an Samuel, Abt des Ishäq-Klosters von GabbülS: VtS 107. 9». 135 
(7/8. Jh)XVl». BrM 815. 7». PalMedOr 68, einen Mönch Paulos: BrM 781 (Add 1462.3. J 823)3» a. 
Brl 198 fol llOr", je eines asketisch-paränetischen: Katalog KWHiersemann 487 Nr 255b (J 882) 3». 
VtS 126. XXI». Brl 199(Sachlll. Jl.378.9)6» bzw. Katalog KWHiersemann 487 Nr 255b. 17». 



[§ 24c JaqÖb(h) v Serüg(h). 149 

beschäftigt habe, ist glaubhaft bezeugt.') Nicht minder ist er in dem ..Lehrer J."', 
den die prosaischen Biographien der Asketen Daniel v Galas (f 2. 5. 439) und 
Hanninä [f 3. 491 oder 5Ö0) zum Verfasser haben, mit Sicherheit zu erkennen.-) 
Auch als Dichter hat er sich in verschiedenen Gattungen versucht. Madih)räse 
unter seinem Namen liegen abgesehen von der liturgischen, auch in einer litera- 
rischen Überheferung vor. deren Alter eine Anzweifelung ihrer Echtheit aus- 
schließen dürfte.') Zu denselben gesellen sich nicht wenige, wiederum teils litera- 
risch überlieferte Sög(h)jktjh)ä,*) als ..paränetische Strophen-' oder ,. Antiphone"' 
bezeiclinete Dichtungen erbaulichen Inhalts,*) die durch eine Eefrainstrophe als 
zu gesanglichem Vortrage bestimmt erwiesen werden, ein Klagelied über die Welt 
von gleicher Anlage,®! Kommunionheder {TtQoacpoor/.oi)') und ein als Tesböhtä 
bezeichneter Morgenhj-mnus im siebensUbigen Metrum.*) Im wesentlichen verdankt 
aber J. seinen bei Jakobiten und Maroniten höchstens von demjenigen Ap'h)rems 
überstrahlten Ruhm seiner Memre-Dichtung, in welcher er sich ausschließlich des 
distichisch verwendeten zwölfsilbigen Langverses bediente.*) Nicht weniger als 
768 zum Teile ungemein umfangi-eiche Nrn der Gattung soll er von dem Jugend- 
werke über die Ezechielvision'") bis zu einem unvollendet von ihm hinterlassenen 
Gedichte über die Gottesmutter unter dem Kreuze ihres Sohnes") geschaffen 
haben. Noch nicht die Hälfte dieser Masse hat sich teils in alten Auswahlsamm- 
lungeo,*-) teils im Rahmen rein original-syrischer jakobitischer Homiliare wesentUch 



BrM 818(Addl4637.10.Jh)7». VtS 126. XXUI«, weiterer: BrM 769 (Add 14531. 7/8. Jh) 10«. 781. 
3»b. 797 (Add 18814. fol 103, 262. 9. Jh) 3«. 822 (Add 17185. 10. Jh) 6». 961 (Add 14733. J 1199) 5». Brl 
199. 6». 7». 'j B'EKg 1. 191. Vg. Landersdorf er, BKv- 6, 252. 

■') Hss der ersteren: Pr 235fAac fonds 144. 13. Jhi 21», des letzteren: BrM 952(Addl46i5. 
J935;6)14>>. 9601 Add 12174. J 1196,7) 16». Pr 235. 20». Inhaltsangaben: FN au, ROC 15, 60 4. 

«) Hss: BrM 748 (Add 14592. 6/7. Jh) II» 1. 4g bzw. liturgischer Überlieferung: besonders die 
Choralbb BrM 451 (Add 14520) nnd 453 (Add 17207) des 8,/9. Jh. 

*) Hs einer solchen über die Abgargesandtschaft an Christus: BrM 651 (Add 17 158. fol 49 56. 
8.Jh)2<>. Ag: WCureton, Ancient Syr. Doc. 107 f. (106 f.). Hss anderer: BrM 773 (Add 14614. 
fol 80 127. 8. Jh) 8». 450(Addl7I41. 89. Jh)26»h/j.p,n. 781 (.A.dd 14623. J 823) 18». VtS 36 (J 1584) 6». 
Brl 190(Sach8) Anhang A» il6 7. Jh). Femer finden sich solche mit bestimmter Verfasserangabe 
m den Choralbb: BrM 307 (Addl7190.J893). 306(Add 14515. J 898). 324 (Add 14501. 11. Jh). Ag 
einer solchen über Kirche und Synagoge (BrM 450. 26»j!: BKirschner, OC 6, 22/43 nach den 
sie anonym überliefernden Hss Pr 293(12. Jh). Brl 20(Sach 356. 14 5. Jh). 20(Sach236. Ums J 
1568). Vg. anch ein poetisches Gebet mit alphabetischer Akrostichis, das er als Knabe verrichtet 
haben soU. Hs: Oi 136 (Hunt 382 fol 1/18). Agg: Overbeck, S. Ephraemi . . . alior. op. sei. 
382f. Gismondi- 119f. 

») Hss: BrM 762 (Add 17173. 7. Jh) 16». 780(Add 17172. Zwi.=chen 818,9 u. 829,30)8». «) Hs: 
BrM 762. 19». ') Hss: BrM 453 (Add 17207. 8,9. Jhj 2». 431 (Add 17273. 11. Jh) 2». *) Hs: BrM 
746 (Add 17158. fol 1/48. 6.7. Jh) loe. 

•) BO 1, 305/40: Verzeichnis von 231 Nrn einschließlich zweier Assemani nur in arabischer 
übs bekannter. Agg von 11 Xm: PBedjan, S. Martyrii usw. 614/865, von 195 Nm: Ders., 
Jacobi Samgensis Homiliae selectae. 5 Bde (Pr-Lpz 1905/10). Vorausgegangen waren solche 
einzelner Nrn bzw. bloCer Azz namentlich von PZingerle, ZDMG 12, 117,31. 13, 4458. 14, 
679,'91. 15, 629,'47. 20, 511/26. MonS 1, 21,90 und Cbrestomath. Syr. 360,€6. JJOverbeck, S. 
Epbremi Syri . . . aliorum op. selecta 382,'408. Abbeloos a. a. 0. 203,301. LTh 13,7. Übs von 
4 Nm: Bickell, Ausgew. Ged. 22887, von 10 Nm: Landersdorfer a. a. 0. 271 431. Proben 
einer metrischen : JBabakhan, ROC 17,41026: 18,42,52. 147,67.252,69.358,74; 19,61/5. 143/54. 

»») Hss: BrM 759. I 5». 777. 2»p. Or 4407 (J 1575/76). VtS 117. 1». Agg: GMösinger, 
MonS 2, 76/167 (zusammen mit einer arabischen Übs). Bedjan 4, 543,610 (Nr 125\ von Text- 
proben: Wenig 155/9. LTh 13/5. ") Bezeugt durch die römische Prosabiographie (BO 1, 99). 

") Hss bzw. Brnchstücke solcher: BrM 6.36 (Add 17157. J565). VtS 251 (Vor J 637/8). 252 (Vor 



150 Die Literatur der monophrsitischen Bewegung. § 84c] 

erst des zweiten Jahrtausends,') teils vereinzelt in mannigfachstem Zusammen- 
hange erhalten,'') wobei naturgemäß die erste Art der l'bcrlieferung die weitaus 
stärkste Bürgschaft für die Echtheit der betreffenden Texte bietet, die dritte zu- 
mal bei geringem Alter der Hss zu Zweifeln an derselben von vornherein nicht 
geringen Raum gibt. Von einzelnen Gedichten haben ein solches über den vom 
Apostel Thomas in Indien erbauten Palast') und wegen seiner Bezugnahmen auf 
syrisches Heidentum ein solches ,.über den Sturz der Götzenbilder"' *) frühzeitig 
besondere Aufmerksamkeit gefunden. Das erstere gehört einer Gruppe von 
dichterischen Bearbeitungen apokrypher Apostellegenden *) und anderen Apo- 
knphenstoffes wie der Abgarsage,") der Überlieferung von Tode Maria ') und der 

J932). 116(J857). VtSlU. BrM 637(Ädai7161) des 6.. &38(Add 14584). 639 (Ädd 17155). frlO'Add 
14574. fol 34/40). 641 (Add 17184) des 6/7., 645 (Add 17159. fol 1/36). 650 (Add 17160. fol 118). 759(Add 
12162)1» des 7., VtS 115 des 7/8., BrM 651 (Add 17158. fol 49/56) des 8., 636 (Add 14584). 777fAdd 
14590)20 des 8/9., 654(Add 17162. fol 15,'27). 656 {Add 14634. fol 3/49) des 9.. 803 (Add 14588)11» des 
9/10. Jhs. Dazu die ganz kleinen Hss-Fragmente BrM 642/4. 646 9. 6.52 f. 655, 657/71. 

') Hss: VtS 118(10. Jh). 117 (12. Jh. Jedenfalls vor J 1476. JerMkl 43 (Näher an 1143/4 
als 1483/4). Pr 196 (Anc fondsll2. 14. Jh). Ox 135 (Poe 404. J 1640 1). Daneben finden sich Dich- 
tungen J.s auch in den gemischten gräco-syrischen Homiliaren: Brl 28(Sach220. 8,9. Jh). BrM 
825 (Add 12165. J 1015) nnd in Festbrevierhss wie JerMkl 44 (J 1413/4). Über liturgisch orientierte 
Sammlungen speziell von Toten-Mümre nnten S. 157 Ak. 9. 

=) Hss: BrM 728 (Add 146 10. J 533/4?) 7». 747 (Add 14607. 6,7. Jh). 746 (Add 17158. fol 1/48. 
6;7.Jh)l». 760 (Add 14608. fol 98 124. 7. Jh)l». 761 (Add 14604. 7. Jh) 2». 768 (Add 14618. 7,8. Jh) 5». 
781 (Add 14623. J 823) 8». 948 (Add 14651. J 850) 11» 1.3. 5. 783 (Add 14580. J 866) 4». 764 (Add 14598)11» 
(9.Jh)6a. 791 (Add 14624. 9. Jh) 3». 792(Add 17168. fol 1/113. 9. Jh). 801 (Add 18817. 9. Jh)6». 9». 811 
(Add 14656. 10. Jh) 2». 812(Addl7183. 10. Jhl2o.5'>. 822 (Add 17185. 10/11. Jh)9». 1.3». 823(Addl7215. 
fol 35/43. 10/11. Jh)l». 830(Addl4589. 112.Jh). 834(Addl4730. foll/111. 12. Jh)9». 835(Addl4739. 
fol 1/6. 12. Jh) 3». 837 (Add 17269. 12. Jh) 31». 34». 958 (Add 14735. fol 72 173. 12. Jh - 2». 7190 Rieh (13. Jh) 
67»9°. Or 2732 (18. Jh). Brl 143{Peterm I 25. 14/5. Jh) foU20v». 167(Sach315. J1480/l)2».4»/6". 
180(Sachl89)Il».IVo. 200(Sach202,3. 15,'6. Jh)I»4. 168(Sach92. 17. Jh)6». 155(Oct254. Gegen 1686) 
foll87. 94 (Sachs. 17/8. Jh) 6». 164(Sachll3. J1803)3»e.5». 6». 10». 12» 5». 17». 19» 21». 166(Sachl90. 
J18601IV». 178(Sach83.J 1662)6». 176(Sachl61. 19.Jh). Pr 195(Snppl74. J1469 70). 177(Ancfonds 
83. J152ai)4». Ox 138{BodlOrl9. 13.Jh). 136 (Hunt 595. 15. Jh). 16(PoclO. 15. Jh)16».22»/4». 144 
(Marsh 392. 16. Jh) 19». 142 (Marsh 101) 25»/7o. CmbrAdd 2066 (15,7. Jh) 2«. Dijarb 97 (15. Jh) 1». 77 
(J1501)3». 95(J1697/8)22o.98. 10». Seert 90(J 1611,2' Anh. YtS 96 (J 1352 3) 16». 17». 27». 44». 253. 
7». 19». VtB 143 (17. Jh) 2». 128 (J 1720). Urm 143 (J 1711/'2). 

') Hs3:VtS 2.j1. 13». 118.76». 117.217». BrM 777. 2» k. JerMkl 43 IT» 30. Agg: 
KSchröter. ZDMG 25, 32177. 28. 584/626. Bedjan 3, 763,95 i Nr 100). 

*) Hss: BrM 747. l»b. 791. 3»a. VtS 251. 11». 117. 210». JerMkl 43 IV» 13. 0x135.86». 
Agg: PMartin, ZDMG 29. 107 47. Bedjan 3, 795/823 (Nr 101). Übs: Landersdorf er 406/31. 
Vg. Ders., D. Gütterliste d. Mar Jakob v. Sarng usw. Programm des Kgl. Gymnasiums im Bene- 
dikünerkloster Ettal 1913,'4. BVandenhoff, OC« 5, 234/62. 

6) Weitere Stücke in den Hss VtS 117. 214». BrM 777. 2»d. JerMkl 43 IV» 14. Ox 
135. 58» über das Wirken der Apostel Petrus, Johannes und Pauhis in Antiocheia, JerMkl 43 IV» 15. 
Ox 135. 87» über dasjenige des Petrus in Korn, JerJIkl 43 IV» 18. Ox 135. SO» bzw. JerMkl 43 
IV» 19 ans dem Stofikreise der Thoniasakten. Über das erste dieser Stücke ABanmstark. D. 
Petrus- u. Paulusacten in d. literar. Überlief, d. syr. Kirche 27 9. 

») In Stücken über den Briefwechsel zwischen Abgar und Jesus, über das Wirken Addais 
in Edessa und über „Edessa und Jerusalem". Hss: JerMkl 43 IV» 23 bzw. IV» 24. VtS 117. 108» 
bzw. eine solche in Mosnl. Ag des dritten Gedichtes: Bedjan 5, 731/47 (Nr 180). 

■) Hss: BrM 825. 99». JerMkl 43 FV» 5. 44 fol 240v74y». Pr 196. 78». Ox 136. 6». 135. 
70». CmbrAdd 2001 (J 1480/1) II». VtB 128. Ag: Pßedjan, S. Martyrii 709 19. Übs: ABaum- 
stark, OC 5, 82/99. 



[§ 24 c Ja'q6b(h) v Serflg(h). 151 

Kreuzauffindungslegonde ') an. Eine andere Klasse von Stücken ist der Verherr- 
lichung späterer Heiligengestalten gewidmet.-) "Weitaus die meisten behandeln A 
oder NTliche Stoffe oder sind dogmatisch oder paränetisch lehrhaften Inhalts. 
Nicht selten begegnen hier zusammenhängende Reihen von Nrn, die sich mehr 
oder weniger zu einer Art von Epos in mehreren Gesängen verbinden, oder es 
■werden Riesengedichte von über 3000 Versen in eine Mehrzahl verselbständigter 
Teil-Memre zerlegt. So erfährt ein solches ,.über den Glauben" eine Teilung in 
10 derartige Nrn.'') Ebensoviele Memre handeln über die Geschichte des ägyp- 
tischen Joseph.'') Auch über Moses hat J. in einer geschlossenen Zehnzahl von 
Gedichten gehandelt.^) Für eine poetische Behandlung des Sechstagewerkes der 
Schöpfung war eine Einteilung in 7 Abschnitte das von vornherein Gegebene.*) 

') Hss zweier Gedichte über dieselbe: BrM 825. lOl». VtS 117. 220». JerMkl 43 IV 8. 
Pr 196. 80». Ox 135. 88» bzw. Pr 196. 81«. 

«) Gürj.^ und .SfmOnä. Hss: BrM 746, l»b. VtS 117. 224». .lerMkl 43 XVI» 3. Agg: 
WCureton, Änc. Syr. Doc. 96/107 (96/106). AMS 1, 131/43. Übs: Bickell a. a. 0. 275/87 
Landersdorf er 374/86. — ilabbib(h). Hss: BrM 746. l»d. VtS 117. 236». JerMkl 43 XII 5». 
Agg: Cnreton 86/96(86 96). AMS 1, 160/72. EManna, Morceaux choisis de litterature arameenne 1 
(Mosull901) 290,307. — SarbU. Hss : JerMkl 43 XII» 4. 0x135.82». VtB128.6». Ag: GMösinger, 
MonS 2, 52/63. — Vierzig Märtyrer von Sebaste. Hss: VtS 118. 42». 117. 119». BrM 825. 35». Pr 
196.33«. 0x135.26. Ag: AMS 6, 662/89. — Sergios n. Bakchos. Hss: VtS 117. 227». JerMU 
43 IV» 39. Pr 196. 88». Ox 135. 81». Ag: AMS 6, 650/61. — Dometios. Hss: JerMkl 43 IV» 32. 
Pr 196. 82». — Georgioä. Hss: JerMkl 43 XII» 1. Ox 135. 85». Urm 136 (J 1715/6). — Lanrentios, 
Agrippa u. Genossen. Hss: JerMkl 43 XII» 2. — Sem'ön Stylites. Hss: BrM 646 (Add 17159. fol 
64/93. 7. Jh) 2«. VtS 117.223», eines zweiten Gedichtes: JerMkl 43 IV» 33, nngewiß welches: VtB 
128. 6«. Agg des ersten: Assemani, Act. Mart. 2, 230/44. AMS 4, 650/65. CBrockelmann 
103*/23*. n02*/2-2*, unvollständige mit Übs; PZingerle, ZDMG 14, 682/91. Bloße Übss: 
IPizzi, Bessarione 12, 1829. Landersdorf er 387/405, — Jöhannän Säb(h)5. Hss: BrM 837. 
34«. CmbrAdd 2016 (1.3. Jh)28». Ox 16. 23«. 135. 84«. — Apfhjrem. Hss: Pr 195. l«j. 196. 19» 
Ag: AMS 3, 665/79. Dazukommen zwei Dichtungen auf die Märtyrer im allgemeinen. Hss: VtS 
115.13». BrM 803 II» 10. Pr 196. 85». Ox 135. 66» bzw. Pr 196 84«. Ag der ersteren: Bedjan 
2 636/49 (Nr 56), eines Bruchstückes: Zingerle 375f. ') Hss des einheitlichen Textes: BrM 

839. 6». VtS 115. 18». 117. 195.« Ox 135. 33», der drei letzten Nrn des zerlegten: JerMkl 43 II» 1/3. 
Ag: Bedjan 3, 581/646 (Nr 94). *) Hss aller mit Ausnahme von Nr 5: VtS 117. 173»/81», der 
Nrn 7/10: 252. 22«/5«, 9: BrM 638 (Add 14.584. 8/9. Jh) 4». 761. 7« a, 9f.: JerMkl 43XI»1. 2, je eines 
anscheinend mit keiner identischen Josephsgedichtes: BrM 803 II» 6 bzw. VtS 217. 8». 

") Nach dem Zeugnis des Georgio.s. In der Überlieferung konkurrieren Zusammenstellungen 
teUweise sich deckender Mümrü „über Moses" und „über Moses und Christus". Hss der 10(?) 
ersteren: VtS 114. 1», von Nrn 1,9 der letzteren: JerMkl 43 VI» 2/10, der beiden Serien gemein- 
samen Nr 8 (bzw. 7: über Ex .33. 18): VtS 262. 17°. 117. 3», der Nrn 1 (Kindheitsgeschichte), 
5 (Amalekitersclilacht), 6 (Beschneiduug), 7 („über die ehebrecherische Synagoge") und 9 (10?: 
Begräbnis) der ersten Serie: VtS 117. 28» bzw. 222°. Ox 135. 75» bzw. VtS 252. 4« bzw. 
VtS 117. 185». JerMkl 43 X» 4 bzw. VtS 117. 51» und in liturgischer Überarbeitung für den 
Begräbnisritus von Priestern: BrM 766. 2»1, der Nrn 6 (Herabsteigen Gottes auf den Sinai), 
8 (Mosaische Speisegesetze), 9 (Phinecs) der zweiten: BrM 636. 7«. VtS 252. 14». 117. 4». Ox 
135. 91« bzw. VtS 114. 9» bzw. 114. 4». 2.52. 9». Agg der Nrn 6 und 8 der ersten und 8 der 
zweiten: Bedjan 5, 290/.306. 1, 38/48. 3/38 (Nrn 158 bzw. 3 und 2). Hss einer von Nrn 5 der 
ersten verschiedenen Behandlung desselben Themas: JerMkl 43 IV» 7. Pr 196. 79», einer BO 1, 
3.34 (irrig?) als Nr 9 derselben gerechneten Dichtung vom „Schleier über dem Angesichte M.s": 
VtS 114. 2». 117. 8«. Ag der letzteren: PZingerle, MonS 1, 75/90. Bedjan 3, 283/305 
{Nr 79). Übs: Bickell, Ausgew. Gcd. 259/74. Landersdorfer- 344/60. 

•) Mit Einschlnli der Sabbatruhe Gottes. Hss: BrM 638. 1». 759. 1». Ox 135. 58» der 
beiden ersten MemrE: VtS 115. 23»f. Ag: Bedjan 3, 1/151 (Nr. 71). 



152 D'* Literatur der monoptaysitigcben Bewegung. § 24 c] 

Nach Maßgabe der Überlief crungslage gesichert sclieint die Ursprünglichkeit einer 
Zusammenfassung von mindestens 5 Nrn über das Weltende zu sein;') 7 sind 
„gegen die Juden"' gerichtet;") 5 handeln „über die Schauspiele im Theater''.') 
Eine Zerlegung in mehr als ö Abschnitte hat im Gegensatze zu einer kaiun 
minder umfangreichen über Job*) eine Dichtung über Jonas gelegentlich er- 
fahren.") Zyklen von je 4 Gedichten über Kain und Abel "j bzw. über Sodoma ') 
stehen solche von mindestens 3. 6 und ö Xrn über Elias,'') Elisäus") und Daniel 
und die drei Jünglinge*") gegenüber. In 6 oder 7 auf die einzelnen Tage der 
Karwoche verteilte Einzelgedichte pflegt liturgische Textesüberlieferung endlich 
eine Riesendichtung ..über das Leiden" oder „die Kreuzigung"' aufzulösen,*') die 
einmal selbst wieder dem weiteren Rahmen einer 4 oder 7 Xrn umfassenden 
Folge von Schöpfungen über den gleichen Gegenstand'") eingeordnet erscheint 

') Hss der Nrn 1/5: BrM 639. 5». Nr 1: BrM 777. 2»g, Nr. 2: 761, 7<>b. 766. 2'>f. VtS 
251. 25°. 117. 138°, Nr 3: 251. 26». 117. 62°. Pr 196. 88», Nr 4: BrM 650. 1», Nr 5: VtS 117. 
117«. Ag: Bedjau 5, 836/72. 2, 858/72. 5, 873,99 (Nrn 192f. 68. 194f.). Hss weitererer Behand- 
lungen desselben Gegenstandes: VtS 117. 61». 90» bzw. 251. 27». 117. 91». BrM 812. 2»c bzw. 
VtS 251. 24°. 115. 22°. 117. 118». BrM 759. 3» bzw. BrM SOI. 6»b bzw. BrM 766. 2»i. VtS 117. 
100» nnd Brl 164. 10». BrM 823. l»a. Ox 138. 10», eines inhaltlich verwandten Stückes über 
Himmel und Hölle: VtS 117. 115°. BrM 834. 9'. Brl 180. IV°. Agg der drei ersten Texte: 
Bedjan 2, 8"36/58 (Nr 67). 1, 713/"20 (Nr 32). 698,713 (Nr 31). 

■•') Hss: VtS 117. 143»9», der Nrn 1;5: BrM 637. 7», Nr 5f.: JerMkl 43 U» 4. X° 3, Nr 6: 
Pr 196. 46». ') Hss: BrM 746. l»a. 

*) Hss eines durchweg mehr oder weniger unvollständigen Textes: BrM 638. 3°. 751 1° 8. 
777. 20a. VtS 252. 5°. JerMkl 43 XI» 4. VI» 1. Ag des Erhaltenen: Bedjan 5, 202,/98 (Nr 157). 

i>) Hss des einheitlichen Textes: BrM 638. 2». 781. 8". VtS 117. 45°, eines m Abschnitte 
zerlegten, von welchen 5 erhalten sind: BrM 759. 2», von Azz: Pr 196. 14». Ag: Bedjan 4, 
368/490 (Nr 122). «) Hss: VtS 252. 26°, 9». 117. 169°/72°. Eine solche in Mardin, der Nrn 1 f. : BrM 
777. 8°qr, Nr 1: 8"25. 63». Ag: Bedjan 5, 161 (Nr 147/50). 

■0 Hss: Eine in Mardin, eines Bruchstückes von Nrl: BrM 643 (Add 14670. fol26,'9. 67. Jh). 
Ag: Bedjan 5, 61/153 (Nm 151/4). 

<*) Hss von Nrn 1/3: BrM 641. 1». JerMkl 43 VI» 17. XIV» 1. 2 XVI», der Nr 2: BrM 
657(Addl7 213fol. 11.910.Jh)l». Nr 3: BrM 638. 9». 777. •2»e. JerMkl XIV» 2. XVI». Ag der 
beiden letzteren: Bedjan 4, 133;"207 (Nrnll2f.). Hss weiterer E.-Dichtungen (d. h. wohl der 
beiden letzten Nrn einer ursprünglich vielmehr fünfgliedrigen Folge): VtS 252. 6». BrM 777. 2»f. 
657. 2° (Künig Ochozja). BrM 637. 1°. JerMkl 43 VIP 1 und .«olche in Mardin und Beirat (Himmel- 
fahrt). Agg der beiden Texte: Bedjan 4, 207 61 (Nrn 114f.). 

») Hss von Nr 1/6: BrM 641. 2», der Nm 1,3: 637. 2», Nr 2 (hier: „1"): JerMkl 43 VII» "2, 
Nr 3: VtS 252. 7». 115. 1», Nr 4 (hier: „2"): JerMkl 43 VII» 3, Nr 5: BrM 6.Ö6. 6». Nr 6: Br 
777. 2°i nnd (hier: „3"): JerMkl 43 VII° 4, einer weiteren E.-Dichtung (über die Totenerweckung): 
Ox 135. 90°. Ag: Bedjan 4, 261/367 (Nrn 116/21). 2, 77/90 (Nr 35). 

'°) Hss von Nrn 1/4: BrM 637. 4», der Nr 2: 777. 2°m, des Schlusses einer Nr 5: 640. 2». 
Ag der Nm 2f. : Bedjan 4, 491/543 (Nrn l'23f.). HsB eines weiteren Gedichtes über D. und die 
drei Jünglinge: VtS 115. 21». JerMkl 43 XIII°- Os 135. 89». Ag: Bedjan 2, 94/137. 

") Hss: BrM631(Addl4585.7.Jh). 759.4». 633 (Add 14586. 7 8. Jh). 632(Addl7198. 9 10. Jh). 
635(Addl7242.foll,/104. 11/12. Jh)l". 7190 Kich 69». VtS 118. 64», 70». 117. 157»6"2». Pr 196.78» 
Ila/f. Ox 135. 62°, der Nrn 5f: VtS 253. 19°, von Azzen: BrM 825. 64». 68». 72». 76°. 83». 86°. 
Ag: Bedjan 2, 447/610. Vg. MKmosko, OC 3, 95,9. 

'2) Hss von Nrn 1/7: VtS 117. 196» 202°, der Nrn 2 („über die Flucht der Jünger") und 4 
neben einer Pr 196. 68° wiederkehrenden weiteren nnd der großen Passionsdichtung (als Nrn „14"): 
118, 61°/4», Nr 1: BrM 728. 7°a. Ox 135. 62°, Nr 2: BrM 728. 7»a. Pr 196. 67». Nr 3 („über 
die Verleugnung Petri"): VtS 118. 57». BrM 825. 82». Pr 196. 69 f. Ox 135. 63», Nr 5 („über 
Cherub nnd Schacher"): Pr 196. 72». JerMkl 44 fol 168v»76v». Ox 136. 64». Agg der Nm 3 



[§24c Jaq6b(h) V Seriig(h). 153 

Zahlreiche Einzeldichtungen sind daneben den mannigfachsten Gestalten und 
Ereignissen der ATlichen Geschichte und deren typologischer Deutung/) einzelne 
in gleichem Sinne gewissen Bestimmungen des mosaischen Ritualgesetzes,'-) andere 
prophetischen Handhmgen und Gesichten ^1 gewidmet. Von NTlichen Stoffen er- 
fahren Wundertaten *) und Gleichnisreden des Herrn " ) dieselbe Berücksichtigung. 

und ö: Bedjan 1, 506 31. 5, 658,87 (Nrn 21. 177). Übs der Nrn 1 und 2: PZingerle, Katholik 
1875 1, 269,76. 1876 i, 247/56. Zu Nr 3 Tg. MKmosko, OC 3, 99,101. 

') Ersehaffunpr Adams und Auferstehung der Toten. Hss: Brll 759 IP 1 e. VtS 117. 50». 
Ox 185. 30». Ag: Bedjan 3, 152,75 (Nr 72). — Angebliche Engelehen (Gn 6. 14). Hs: VtS 
262. 21». — Sintflut. Hss: BrM 636. 2". 759 I» 9. 777. 2"j, des Schlusses: 656. 1». Ag: 
Bedjan 4, 1,61 (Xr lOS). — Babylonischer Turmbau. Hss: VtS 252. 18». 215. 3». Ag: Bedjan 
2, 1/27 (Nr 33). — Abraham und Isaak. Hss: VtS 115. 19». 118. 53». 117. 167». Pr 196. 60». 
Ag: Bedjan 4, 61 103 (Nr 109). — Melchisedek. Hsä: VtS 251. 15». 252. 19». Ag: Bedjan 5, 
154;80 (Nr 155). — Rebekka. Hss: VtS 115. 4». 117. 34». — Segnung Jakobs dnrch Isaak. 
Es: BrM 645. 3°. Ag: Bedjan 3, 17591 (Nr 731. — Traum Jakobs. Hs: VtS 117. 4». Agg: 
PZingerle, MonS 1. 21,32. Bedjan 3, 192/207 (Nr 74). Übs: Bick eil, Ansgew. Ged. 247/58. 
Landersdorf er 332,43. — Kabel und Lea als Typen von Kirche und Synagoge. Hs: VtS 117. 
5». Agg: PZingerle, MonS 1, 33,45. Bedjan 3, 208/23 (Nr 75). — Stäbe Jakobs als Typus 
des Kreuzes. Hs: JerMkl 43 II» 5. — Thamar als Typus der Kirche. Hss: VtS 252. 12». 117. 3». 
Ag: JZingerle, Sermo de Thamar (Innsbruck 1871). — Eherne Schlange. Hss: VtS 114. 5». 
118. 54». 117. 187». BrM 825. 67». Pr 196. 61». Ag: Bedjan 1, 49,67 (Nr 4). — Balaam und 
Balak. Hss: ViS 114. 3». 117. 20». — Josue. Hss zweier Nrn: VtS 114. 1». 2», der ersten: 
JerMkl 43 VI» 11, ungewiß, welcher einzigen: BrM 803 II» 15. — Rahab. Hs: VtS 114. 10». — 
Diebstahl Achans. Hs: VtS 116. 2». — Gedeon. Hs: VtS 114. 13». — Tochter Jepbthas. Hss: 
VtS 114. 27». 117. 41». BrM 638. 5». JerMkl 43 VI» 12. Ag: Bedjan 5, 306/30 (Nr 159). — 
Samson. Hss zweier Nm: VtS 114. 14». 16». 117. 168». 186», der Nrn 1: 252. 11». Ox 135. 57». 
Ag beider: Bedjan 5, 330/67 (Nrn 160 f.). — Bundeslade von den Philistern erbeutet. Hss: VtS 
252. 8°. 114. 16». JerMkl 43 VI» 13. — David und Goliath. Hss: VtS 114. 13». 117. 51». BrM 
654. 1». JerMkl 43 VI» 15. Ag: Bedjan 2, 28,76 (Nr 34). — Oza. Hss: VtS 114. 17». JerMkl 
43 VI» 14. — David und üria. Hss: VtS 114. 19». BrM 640. 3». 777. 2»n. Ox 135. 36». Ag: 
Bedjan 5. 367,93 (Nr 162). — Volkszählung Davids. Hs: VtS 114. 20». — Salomonsurteil. Hs: 
BrM 615. 6». Ag: Bedjan 4, 116,38 (Nr. 111). — König Asa. Hs: VtS 116. 3». — König Ozia 
und der Prophet Isaias. Hss: VtS 252. 4». 117. 142». JerMkl 43 VIII» 2. Ag: Bedjan 5, 
393/429 (Nr 163). — Martyrium der makkabäischen Brüder und ihrer Mutter. Hs: JerMkl 43 
IV» 36. — Nur in arabischer Übs scheint ein durch Mose b Kepihiä (§ 45c) zitierter Memrä 
über die Vertreibung aus dem Paradiese sich erhalten zu haben. Vg. BO 1, 339 (unter Nr 229). 
Zusammenfassend bandeln über die ATlichen Typen Christi zwei verschiedene Gedichte. Hss: 
Pr 196. 58» bzw. Ox 135. 76», ungewiß, welches: 142. 27». Ag des zweiten: Bedjan 3, 305/21 
(Nr 80). 

*) Gesetzliches Pascha. Hs: Eine in Mosnl. Ag: Bedjan 5, 631/41. — Zwei Sperlinge. 
Bote Kuh. Sündenbock. Hss: VtS 114. 6». 8». 7». 118. 59». 55». 56». 117. 124». 132». 123». Pr 
196. 64». 62. 63». Ox 135. 92°. 94». 93», des ersten Stückes: VtS 252. 20». Agg: Bedjan 3, 
224/83 (Nr 76/8\ des ersten und dritten Stückes: PZingerle, MonS 1. 45,/74. 

») Os 1. 2/9. Hss: BrM 636. 1». VtS 114. 21». 252. 12». — Ez 37. 1/14. Hss: JerMkl 43 
VlII« 1. — Ez 47. 6/12. Hss: VtS 251. 20». 252. 2». 117. 33». Os 135. 20». Ag: Bedjan 5, 
480/47 (Nr 164). 

*) Wander Christi im allgemeinen. Hs: VtS 117. 77». — Als Bilder der geistigen Heilung 
der Welt. Hss: VtS 118. 3,3». JerMkl 43 IX» 2. Ag: Bedjan 4, 666,83 (Nr 129). — Warum 
erst nach 30jährigem verborgenem Leben gewirkt. Hss: VtS 251. 2». 117. 22». Pr 195. l»b. 
Ox 135. 78». Ag: Bedjan 3, 321/.34 (Nr 81 ,i. — Kanawnnder. Hss; BrM 636. 8». VtS 117. 67». 
Pr 196. 15». Ag: Bedjan 5, 480,94 (Nr 167). — Die drei Totenerwecknngen. Hss: VtS 118. 
33». 117. 120». JerMkl 43 IX» 4. Pr 196. 47». Ox 135. 40«. Ag: Bedjan 2, 334/47 (Nr 48). 



154 D'f Literatur der monophysitischen Bewegung § 24 c 

Neben einigen weiteren durch die Zeit seiner Lehrtätigkeit und seines Leidens 
gelieferten Motiven*) stehen sodann naturgemäß die im kirchlichen Festjahre zur 
Wiedervergegenwärtigung gelangenden Hauptmomente der Erlösungsgeschichte *) 



— Tochter des Jairas. Hss: VtS 118. 45o. Ox 135. 47». Ag: Bedjan 3, 530/45 (Sr 91). — 
Jüngling V Naim. Hss: BrM 645. 4». 766. 2"]. 803 11» 13. VtS 118. 29». 117. 139». JerMkl 43 
IX» 1. Pr 196. 41». Ag: Bedjan 3, 54663 (Xr 92). — Lazarus. Hss: BrM 651. 1«. 825. 56». 
VtS 118. 31». 117. 152». Pr 196. 52». Ox 135. 48». Ag: Bedjan 3, 564,/81 (Nr 93). — Blnt- 
flÜBsige. Hss: VtS 251. 1». 118. 30». 117.40». Pr 1%. 35». Ox 135. 35». Ag: Bedjan 6, 525/52 
(Nr 170). — Kanaanäerin. Hss: BrM 803 11» 7. VtS 117. 101». Pr 196. 34». Ox 135. 42». Ag: 
Bedjan 1, 424/49 (Xr 17). — Brotrermehning. Hs: BrM 637. 5». VtS 117. 125». Ox 135. 50«. 
Ag: Bedjan 3. 425/62 (Nr 87). — Anssätzige. Hss: VtS 118. 27». Pr 196. 21». Ox 135. 43». 
Ag: Bedjan 2, 244/64 (Nr 44). — Legiontenfel. Hss: VtS 118. 48». Pr 196. 27». Ox 135. 41». 
Ag: Bedjan 4, 683/700 (Nr 130). — Hauptmann t Kaphamaum. Hss: VtS 118. 44». Ox 135. 
46». Ag: Bedjan 2, 265/80 (Nr 45\ — Gekrümmte Frau. Hss: VtS 252. 2». 117. 124». Ag: 
Bedjan 5, 506/25 (Nr 169). — Gichtbrüchiger. Hss: VtS 118. 28». Pr 196. 26». Ag: Bedjan 
4, 701 24 (Nr 131). — Verfluchter Feigenbaum. Hss: VtS 251. 3». 117. 156». Ag: Bedjan 4, 
724 39 (Nr 132). — Steuermünze im Fische. Meereswandel. Timaios. Hss: Pr 196. 38» bzw. 
JerMkl 43 IX» 5 bzw. Ox 135. 44». 

') Kluge und törichte Jungfrauen. Hss: BrM 636. 5». 777. 20n. 948 II» 5. VtS 251. 6». 
115. 16». 117. 164». Pr 196. 56». Ox 138. 8». 135. 29». Ag: Bedjan 2, 375/401 (Nr 50). — 
Verlorener Sohn. Hss zweier Gedichte : VtS 117. 114»f. des ersten: BrM 636.4». 801.9». 777. 9«c. 
Pr 196. 28», des zweiten: VtS 115. 11». 118. 46». BrM 783. 4»f. 812. 5»c. 822. 9»b. 830. 4»a. 
Ag beider: Bedjan 3, 500/29 (Nr 90), 1, 267/94 (Nr 12). — Arbeiter im Weinberge. Hss: BrM 
638. 7». 777. 2»c. VtS 118. 35». 117. 10.3». Pr 196. 36». 195. l»i. Ox 135. 34». Ag: Bedjan 
1, 320/44 (Nr 14). — Hochzeitsmahl. Hss: BrM 636. 6«. 825. 23». VtS 251. 5». 118. 34». 117. 165». 
Pr 96. 57». Ox 135. 21°. — Armer Lazerus u. reicher Prasser. Hss: BrM 759. I» 7. 656. 5». 
830. 4»b. VtS 118. 47». 117. 95». Pr 196. 29». Ox 13.5. 52». Ag: Bedjan 1. 364/424 (Nr 16). 

— Senfkörnlein. Hss: VtS 251. 2». 117. 113». JerMkl 43 I» 2. Pr 196. 44». Brl 164. 20». Ag: 
Bedjan 4, 632/49 (Nr 127). — Pharisäer und Zöllner. Hss: VtS 115. 2». 118. 38». 117. 106». 
Pr 196. 32». Ox 135. 55». Ag: Bedjan 1, 299319 (Nr 13). — Barmherziger Samaritan. Hss: 
VtS 118. 40». 117. 121». Pr 196. 40». Ox 135. 31«. Brl 164. 6». Ag: Bedjan 2, 312 33 (Nr 47). 

— Sauerteig. Hss: VtS 251. 3». 118. 36». 117. 79». BrM 82.5. 51». Ag: Bedjan .3, 411/24 
(Nr 86). — Weinberg. H.«s: BrM 791. 3»c. VtS 118. 52«. 117. 163». Pr 136. 55«. Ag: Bedjan 
4, 740/66 (Nr 133). — Verborgener Schatz. Hss: VtS 251.4». 117.122». Ag: Bedjan 5, 494 506 
(Nr 168). — Talente. Hs: VtS 464 fol 335r»fi. Ag: Bedjan 5, 587/613 (Nr 173). — Verlorene 
Drachme u. verlorenes Schaf. Hs: VtS 117. 93«. 

») Samariterin am Jakobsbrunnen. Hss: VtS 252. 1». 117. 35». Ox 135. 41». Brl 164. 21». 
Ag: Bedjan 2, 281/312 (Nr 46). — Gespräch mit dem reichen Jüngling. Hss: VtS 118. 49». 
117. 112». BrM 825. 43». Pr 196. 30». Ox 135.56». Ag: Bedjan 1, 248/67 (Nrll). — Zachäus. 
Hss: BrM 747. 2»a. 645. 9» (9 10. Jh). 646. 1». VtS 117. 102». Pr 196. 37». Ag: Bedjan 1, 
347/64 (Nr 15). — Petrnsbekenntnis bzw. die Szene Mk 8. 31,3. Hss: JerMkl 43 X» If. Ox 135. 
96f., des zweiten Stückes: Pr 196. 39». Ag beider: Bedjan 1, 460/506 (Nrn 19f.). Übs des 
ersten: Landersdorfer 316/32. — Die Szene Mt 19. 27,'30 bzw. die Groschen der Witwe. Hs: 
Ox 135. 14». 53». Ag: Bedjan 2, 689/701 (Nr 59). 3, 483/500 (Nr 89). — Salbung durch die 
Sünderin. Hss: VtS 116. 1». 118. 41». 117. 189». BrM 803. II» 14. 825. 37». Pr 196. 65». Ag: 
Bedjan 2, 402/28 (Nr 51). — Guter Schacher. Hss: VtS 118. 58». Pr 19Ö. 71». Ox 135. 45». 
Ag: Bedjan 2, 428/46 (Nr 52). 

«) Verkündigung an Zacharias. Hss: VtS 118. 2». 117. 9». Pr 196. 1» 195. l«a. Ox 135. 3». 
Ag: Bedjan 2, 137/58 (Nr 37), eines Bruchstücks: PZingerle 378/80. — Maria Verkündigung. 
Hss: VtS 117. 12». Pr 196, 2». Ag: PBedjan, S Martyrü usw. 639/61. — Heimsuchung. Hss: 
BrM 655. 2». 656. 2». VtS 117. 13». Ox 135. 8(?). Ag: a. a. 0. 661/85. — Jordantaufe. Hss: 
BrM 638.11». 760. l«a. 803 II» 2. 812. 5»b. 825. 11«. VtS 118. 12«. 117. 31«. Pr 196. 8». Ox 



[§ 24c Ja'qöb(h) v Serng(h). I55 

im Vordergrunde des Interessens, wobei mindestens auf Geburt^) und Auf- 
erstehung') eine Reihe verschiedener Texte entfällt. Wie einzelne Herrenworte,*) 
haben auch einzelne Worte des Yölkerapostels *) oder ATliche Texte'") den an 
den Vorspnich des Prosapredigers erinnernden Vorwurf von Dichtungen geliefert. 
Das Vaterunser und die Seligpreisungen der Bergpredigt finden poetische Kommen- 
tierung. ") Der kanonischen Apg sind wenigstens einige Gegenstände entnommen.') 

135. 18». Ag: Bedjan 1, 167/93 (Nr 8). — Darstellung im Tempel. Hss zweier Nni: VtS 118. 
len. 117. 48»^, der ersten: BrM 645. 2». 661. 669. 803 II» 4. 825. 15». Pr 196. 13», ungewiiJ, 
welcher: BrM 653. 1°. Ox 136. 24». Ag beider: Bedjan 5, 447/SO (Nr 165 f.), eines Bruchstücks 
der ersten: PZingerle 381/3. — Versuchung. Hss zweier Nrn : YtS 118. 210. Fr 196. öl». Ox 135. 
27» bzw. VtS 251. 25«. 117. 150» und eine in Mosul. Agg: Bedjan 3, 335/63 (Nr 82). 4, 610/31 
(Nr 126). — Verklärung. Hss: BrM 759 P 6. VtS 117. 219». JerMkl 43 IV» 4. Pr 177. 4»f. Ag: 
Bedjan 2. 347/75 (Nr 49). — Einzug in Jerusalem. Hss zweier Nrn : Os 135. 60», der ersten : BrM 
654. 2». 769 II» 10. 803 IPll. 825. 59». VtS 115. 14». 117. 15.5». 253. 7». Pr 196. 54»a. Ox 135. 60», der 
zweiten: Eine in Mosul. Agg: Bed j an 1, 445/.59 (Nr 18). 5, 613/31 (Nr 174). — HöUenfahrt. Hss: 
VtS 118. 71». Pr 196. 70». Dazu eine in an die dialogischen Stücke der „Nisibenischen Gedichte" 
Ap(hirems erinnernde Dichtung über „Tod und Teufel". Hss: BrM 638. 10» und eine in Mardin. 
Ag der letzteren: Bedjan 5, 641/58 (Nr 176). — Der ungläubige Thomas. Hss: VtS 251. 21». 
118. 75». 117. 211». JerMkl 43 IIP 2. Pr 196. 74». Ox 135. 67». Ag: Bedjan 2, 649/69 (\r57). 

— Erscheinung des Auferstandenen am See Tiberias. Hss: VtS 118. 74». JerMkl 43 P 3. Eine 
in Mardin. Ag: Bed jan 5, 687/707 (Nr 178). — Himmelfahrt. Hss: BrM 647. 648. 825. 96». VtS 
118. 77«. 117. 212». JerMkl 43 IV» 1. Ox 135. 68«. Ag: PBedjan, S. Martyrii usw. 808/32. 

— Pfingstwunder. Hss: BrM 948 II» Ic. 825. 184». VtS 117. 21,3». JerMkl 43 IV» 2. Pr 196. 76». 
Ox 135. 69». Ag: Bedjan 2, 670,89 (Nr 58). Übs: Landersdorf er 271/85. 

') Hss von vier Nrn: VtS 117. 14»/7», der beiden ersten: VtS 115. 7». 17». Pr 196. 3»f., 
der ersten: VtS 118. 3«. BrM 825. 3». Ox 135. 9»i?), der zweiten: BrM 639. 4»h. 812. 5»a, der 
dritten: 639. 40a. 655. 1». VtS 118. 4», der vierten (,über den Stern d. Magier 11. den Kinder- 
mord"): VtS 115. 20«. 118. 11». Ox 135. 10«, eines Bruchstückes: BrM 642. Ag der drei ersten: 
PBedjan, S. Martyrii 720/808, der vierten: Bedjan 1, 84/152 (Nr 6), eines Bruchstückes daraus: 
PZingerle 380 f. Eine von deren zweitem Teile verschiedene Dichtung über den Kindermord 
liegt in VtS 117. 27» und vielleicht doch auch (entgegen den Angaben des Katalogs) BrM 82.5. 8». 
Pr 196. 6« vor. -) Hss dreier Nrn: JerMkl 43 IV» 1/3, der beiden ersten: BrM 825. 89». 92», 
der ersten: BrM 637. 3». VtS 117. 204». Pr 196. 73 II« g. Ox 135. 65», der dritten: BrM 728. 7»b. 
VtS 117. 203». Ag der ersten und dritten: Bedjan 2, 611/35. (Nr 54f.) 

») Mt 5. 14. Hss: Br 658. 792 loa. 803 II» 8. VtS 117. 72». Brl 167. 2». Ag: Bedjan 
3, 375/95 (Nr 24). — Mt 8. 20. Hss: VtS 118. 39«. BrM 825. 39«. Pr 196. 43«. Ag: Bedjan 
3, 395/400 (Nr 85). — Mt 16. 26. Hs: Ox 1.3.5. 23». — Mt 16. 28. Hss: BrM 783. 4«d. 825. 49«. 
VtS 118. 23». 117. 78». Pr 196. 31«. Ag: Bedjan 1, 683/98 (Nr 30). — Mt 19. 24 (Mk 10. 25). 
Hs: VtS 117. 109°. Ag: Bedjan 4, 649/66 (Nr 128). — Lk 11. 24. Hss: VtS 117. 92». Pr 
196. 45°. — Lk 20. 29. Hss: BrM 759 II« Ib. VtS 115. 15». Ox 135. 95». Ag: Bedjan 5, 
569/87 (Nr 172). — Jo 21. 17. Hs: Ox 135. 73«. Ag: Bedjan 4, 789/803 (Nr 135). 

*) Gal 6. 14. Hs: VtS 117. 208». — Kol 3. If. Hss: BrM 825. 53». Brl 178. 6». Ag: 
Bedjan 3, 876/92 (Nr 10.5). — L Tim 2. 5. Hss: VtS 251. 14«. 117. 206°. 

») Gn 1. 26. Hss: VtS 251. 18». 117. 21». — Dt 18. 15. Hs: Pr 196. .59°. Ag: Bedjan 4, 104/16 
(Nr 110). — Is 7. 14. Hss: VtS 118. 5». 117. 18». Ox 135. 6». Ag: Bedjan 2, 184/96 (Nr 40). 
Is 9. 6. Hss: VtS 251. 17». 118. 6». 117. 19», eines Bruchstückes: BrM 668. — Ps 98 (97). 1. 
Hs: BrM 825. 47». Ag: Bedjan 3, 892;906 (Nr 106). — Ps 109 (HO). 4. Hss: BrM 639. .3». 
VtS 251. 16». Ag: Bedjan 2, 197/209 (Nr 41). — Prd 1. 1. Hs: VtS 117. 128°. Ag: Bedjan 
3, 858/75 (Nr 104). 

•) Hss: BrM 636. 3». 638. 8». 764 II» 6a. VtS 118. 27». 117. 111». Pr 19.5. l»c. Ox 135. 
54», eines Azs: Pr 196. 53» bzw. BrM 825. 31». Agg: Bedjan 1, 212/48 (Nr 10). 3, 363/74 (Nr 83). 

') Heilung des Gichtbrüchigen durch Petrus und Johannes. Hss: JerMkl 43 IV» 3 und 



156 Die Literatur der monophysitigchen Beweis^ng. § 24 c] 

Die Gottesmutter,') der Vorläufer.^) der Liebesjünger') und der Völkerapostel*) 
werden in panegyrischen Texten gefeiert. Mit der ersteren beschäftigen sich auch 
zwei '') der auf das Gebiet dogmatischer Erörterung hinüberführenden Gedichte 
J.S.") von denen vor allem ein gegen das Konzil von Chalkedon gerichtetes mit 
Schäi'fe in den christologischen Glaubenskurapf seiner Zeit eingreift. 'j Auf dem 
Boden poetischer Paränese stehen neben allgemein Gehaltenem *) und den üb- 
lichen ßußreden ") Bekämpfungen einzelner Laster.'") Aufforderungen zu werk- 



eine in Mosnl. Ag: Bedjan 5, 708/31 (Nr 179). — Annanias und Saphirs. Hs: Jer.Mkl 43 IV» 12. 

— Stephanus. Hss: VtS 115. 6». 118. 10». 117. 43». BrM 835, 3». Pr 196. 12». Ox 135. 13». 
Ag: Bedjan 3, 710/23 (Nr 98). — Pauli Bekehrung. Hss: VtS 251. 12». 115. 5». 117. 215». 
JerMkl 43 IV» 21. 0x1.35.16». Ag: Bedjan 2, 707,47 (Nr 61). 

') Hss: BrJI 803 II» 1. 825. 5°. VtS 118. 8». 117. 23». Pr 196. 5». Ox 135. 11». Agg: 
Abbeloos, De vita usw. 202/55. PBedjan, S. Martyrii usw. 61434. Übs: Bickell, Ausgew. 
G ed. 228/46. L a n d e r s d o r f e r 285/303. 

«) Hss: BrJI 645. 1». 803 II» 3. 825. 14». VlS 118. 14». 117. 41». Pr 19fi. 11». 177. 4»1. 
Ox 135. 17», eines anderen Gedichtes über die Enthauptung des Täufers: BiM 656. 3». VtS 
118. 15». 117. 40». Pr 196. 10». Os 135". 71. Ag beider: Bedjan 3, 687/710 (Nr 97). 664/87 
(Nr 96) eines Bruchstückes des zweiten: PZingerle 384/6. 

^) Hss: Pr 177. 4»i. Ox 135. 95». Ag: Bedjan 2, 705/17 (Nr 60). 

*) Hss: VtS 251. 13». 117.216». JerMkl 43 IV» 21. Ag: Bedjan 2, 747/69 (Nr 62). Dazu 
ein Panegyrikus auf die Apostel im allgemeinen: JerMkl 43 III» 11. 

^) Immerwährende Jungfräulichkeit Hs: VtS 118. 8». Agg: Abbeloos, De vita usw. 
256,301. PBedjan, S. Martyrii usw. 685,708. Gegen die Grübler. Hss: VtS 118. S». 117. 25». 
Ox 135. 18». Ag eines Azs: BD 1. 31üf. 

«) Gegen die Grübler und über die Kirchweihe. Hss: VtS 118. 1». 117. 2». Ox 135. 2». 
Ag: Bedjan 4, 767/89 tNrl34). Hs dreier weiterer Gedichte gegen die Grübler: Pr 196. 48»/50». 

— Identität des Gesetzgebers beider Testamente. Hss: BrM 650. 4«. 792. l»b. Brl 167. 6». Ox 
135. 77». Ag: Bedjan 4, 803/18 (Nr 136). — Liebe Gottes. Hss: BrM 78.3. 4»c. 822. 9»a. 958.2». 
759 II» la. VtS 115. 12». 118. 26». BrM 783. 4»r. 822. 9»a. 958. 2». 759 II» la. 825. 84°. Pr 

195. l«e. 196. 24«. Ox 16. 24»(?). Ag: Bedjan 1, 606/27 (Nr 26\ eines Bruchstückes: 
PZingerle 374f. — Liebe Gottes zu den Menschen und der Gerechten zn Gott. Hss: JerMkl 
43 II» 6. Pr 177. 4»c. Ox 135. 9S»(?). Ag: Bedjan 2, 769;92 (N'r 63). — Die drei Taufen des 
Gesetzes, des Johannes uud der Apostel. Hss: BrM 639. 1». VtS 251. 7». 117. 32». Ag: Bedjan 
1, 153/67. — Sakrament der Taufe. Hss: VtS 118. 13». Pr 196. 9». Ox 135. 19». Ag: Bedjan 
1, 183/211 (Nr 9). — Nur in arabischer Übs erhalten ist eine Behandlung der Frage, ob Adam 
sterblieh oder unsterblich erschaffen worden sei. Vg. BO 1, 339 (unter Nr 2301 

') Hss: BrM 948 II» Ib. VtS 117. 47», Auch das zwischen Julianisten und Severianer 
strittige Problem der Leidensfähigkeit des Leibes Christi vor der Auferstehung hat J. behandelt. 
Hss: VtS 251. 10». 117. 203". Mit christologischen Fragen berühren sich ferner gleich den Ge- 
dichten über Gu 1. 26, Is 7. 14 und 9. 6 solche über Jo 1, 1, das „eingeborene Wort^ und die 
ünerforschlichkeit der Ökonomie Christi. Hss: Ox 135. 5» bzw. BrM 783. 4»c. Ox 135. 4» bzw. 
VtS 118. 7». Ox 135. 5». Ag der beiden ersten: Bedjan 2, 158/84 (Nr 38 f.). Ein Seitenstück 
zu demjenigen gegen das Konzil von Chalkedon bildet ein Memrä über das KonzU von Nikaia 
und seine dogmatische Entscheidung. Hss: BrM 948. l»a. VtS 117. 30». Pr 196. 7». 195, l»k. 

196. 7». Agg: JJOverbeck, S. Ephraemi alior. op. selecta 392/408. PBedjan, 

S. Martyrii usw. 842,65. 

") Hss von vier einschlägigen Stücken: VtS 117. 83» bzw. VtS 464 fol 317 ff, Brl 167. 4» 
bzw. VtS 118. 22». 117. 74». BrM 825. 45» bzw. VtS 117. 130». Agg der drei ersten: Bedjan 
1, 1 f. (Nr 1). 627/46 (Nr 27). 5, 771/SO (Nr 182). Verwandten Charak-ters sind wohl auch zwei 
Stücke ,.über die Glocke" und eines „über die (Heils)wissenschaft" in der Hs VtS 96. 17». 44». 27». 
ungenügend beschrieben sind wie diese auch die Texte: Ox 16. 16». 22». 142. 25»;7». 

•) Hss dreier Stücke: BrM 768. 5». VtS 117. 80» bzw. VtS 118. 43». 117. 107». BrM 825. 29» 



[§ 24 c Ja'qöblh) v Serag(h). 157 

tätiger Nächstenliebe,') drei dem quadragesimalen Fasten gewidmete") und ebenso 
viele sich mit der Eucharistie und deren würdigem Empfange befassende Stücke/'') 
Auch die Gedanken mönchischer Askese finden Verherrlichung.*) Der rastlose 
Wechsel von Tag und Nacht mit ihrer Arbeit und Ruhe,*) Abend und Morgen- 
gebet *) und das Tischgebet nach der Mahlzeit'! beschäftigen den Dichter, und 
häufiger, als es nach Maßgabe der hier nur eine einzige sichere Probe ") aufweisenden 
Überlieferungslage scheinen möchte, haben es wohl auch Zeitereignisse getan. Zu 
bleibendem Gebrauche im Rahmen des Begräbnisrituals gelangten auch J.s Toten- 
Memre.") Eine „Läufer" genannte Dichtung hat einen Platz im jakobitischen 



bzw. VtS 118. 24». 117. 86". BrM 825. 27». Pr 196. 23». 195. l»d, ungewiß, welcher zwei: Ox 
135. 22». Ag der beiden ersten: Bedjan 1, 646 82 (Xrn 28 f.). 

'») Ehrgeiz. Hss: VtS 2öl. 19«. 117. 14». BrM 948 II» 3. 825. 86». Pr 196. 25°, eines 
Bruchstücks: BrM 659. Ag: Bedj an 2, 79.3/305 (Nr 64). — Trunksucht. Habsucht. Hss: BrM 
650. 2°. Pr 196. 20» bzw. VtS 117. 127». Ag: Bedjan 3, 824,58 (Xr 102f.). — Hochmut. Hs: 
VtS 117.85». Ag: Bedjan 2, 806/16 (Nr 65). — Unkenschheit. Hs: 0x136.2». Agg:JJO ver- 
beck, S. Ephr. . . . op. sei. 384/91. P Bedjan, S. Martyrü usw. 832/42. — Gotteslästerung. 
Hss: BrM 761. 2». VtS 117. 96", eines Bruchstücks: BrM 777. 2»b. 

M Hss eines Stückes über „die Liebe zu den .Vrmeu" oder den „Baum d. Erkenntnis und 
das Almosen" BrM 783. 4"a. VtS 118. 25». Brl 164. 5». Ag: Bedjan 2, 816/36 (Nr C6). Dazu 
eine „Paränese über die Armut" und ein Stück „über das Seufzen des Armen" in den Hss: VtS 
117. 126» bzw. BrM 803 II» 16. VtS 117. 129». Brl 167. 5» und (anonym) 180 II«. 

2) Hss: BrM 637. 6°a/c. 825. 17». 19». 21». VtS 118. 18»/20°. 117. 68»/70", Pr 196. 16». 
18». 17°. 195. l»f;h, des ersten Stücks: BrM 638. 6». 803 II» 5, der beiden anderen: 830. 4»cd, 
ungewiD, welches: Ox 135. 25». Ag: Bedjan 1, 551606 (Xrn 23/5). 

») Hss: VtS 117. 123». 207». 209«, der ersten Nr: 251. 9», der beiden anderen: JerMkl 43 
111» 1. 11» 7. Pr 177. 4»cd, der zweiten: BrM 783. 4»b, der dritten: VtS 115. 9». BrM 825. 41», 
nngewiß, welcher: VtS 96. 16». Ag: Bedjan 2, 228/44 (Xr 43). 209/28 (Nr 42). 3, 646,63 (Xr 95). 
In diesen Kreis gehört ferner ein Memrä über den Nutzen der Darbringnng des eucharistischen 
Opfers für die Verstorbenen. Hss: VtS 116. 4». 117.66». Pr 196. 87». Agg : AMS 5, 615,/27. Bedjan 

1, 535/50. Übss: Landersdorf er 304,15. RHConnolly, Douncide Review 21. Dez. 1910. 

*) Hss zweier Xrn: BrM 837. 3i»ab. Ox 135. 37», der ersten: BrM 801. 6»a. Brl 200. 
I» 4. Ag: Bedjan 4, 828/71 (Xrl36f.). ^) Hss: VtS 251. 29». BrM 766. 2»m. Ox 138. 7»(?). 

«) Hs: BrM 746. l»e. Ag: Bedjan 3, 907/12 (Xr 107). ') Hs von 8 Xrn: in Mardin 

und Beirut. Ag: Bedjan 4, 872/914. 

*) Auf eine Zerstörung von Amida, von Georgios in einen legendarischen Zusammenhang 
mit der Erstliugsdichtung über die Wagen vision Ezeehiels gebracht. Hs: BrM 803 II» 9. Mit 
einer bestimmten Bischofsversamniluug wird daneben das Gedicht über Jo 21. 17 (S. 155 Ak. 3) 
verknüpft. Von vielmehr sangbaren Dichtungen über eine Heuschreckenplage weiß Isö' Stylites. 

») Hss geschlossener Gruppen: BrM 766 (Add 14608. fol 1/97. 7/8. Jh) 2«. 813(Addl4611. 10. 
Jh)13». VtS92(J823)25»/37». Brl 25(Sach214. J1248)4». Pr 122(Ancfonds56. 15. Jh)5». Agg von 
BrM 766. 2»a (= VtS 92. 26» bzw. Katalog KWEiersemann 487. Nr 255b (J 882) 9»), b (=813. 
13»b. VtS 92. 29»), c (= VtS 92. 31». Brl 164. 1.5»), d (= VtS 92. 30». Brl 164. 13»), g (= VtS 92. 
28°. Brl 164. 12»), h (= BrM 728. 7°c. 656. 4». 830. 4°c), k (= VtS 92.33»), n (=825. 106». VtS 
92. 37». 117. 50»j: Bedjan 5,781,95. 817/20 (Xrn 183/6. 190). AMS 6, 674/89. Bedjan 5, 821/36. 

2, 877/86 (Nrn 191. 70), in beiden ersten Nm: PZingerle, ZDMG 20, 517/24, von VtS 92. 
32» (= BrM 830. 2». VtS 117. 64». Brl 25. 4». 164. 14») und 34« (= Pr 122. 5°h): Bedjan 5, 
796/800. 804/16 (Nr 187. 189). Eine verhältnismäßig reichere hsliche Überlieferung haben neben 
einer in drei Einzel-MCmrG aufgelöst erscheinenden Dichtung über Aaron, die im Begräbnisritus 
für Priester Verwendung findet, zwei allgemeine Verstorbenen-Mömrt; und ein solcher speziell 
auf in der Fremde gestorbene Tote. Hss: VtS 117. 55». Brl 25. 4». 164. 19». Pr 122. 5»a. 
1. 2 bzw. BrM 645. 5». 759. II» Id. 812. 2»a. 813. 13»a. 825. 107». VtS 117. 6,3°. Pr 122. 5»c 
bzw. BrM 813. 13°d. Ox 136. 5». Brl 168. 6» bzw. BrM 811. 2». 823. l»b. Ox 138. 9«(?). 136. 



15H Die Literatur der monophysitischen Bewegong. § 24 cd] 

Trauungsritual gefunden.') Bedenken gegen ihre Echtheit erwecken besonders 
l):il(l anonyiu, bald unter dem Namen J.s überlieferte Stücke wie diejenigen über 
die Taufe Konstantins''') und die Siebenschiäferlegende.^) Bezüglich der Ba'wät(h)S 
in zwölfsilbigem Jletrum und der entsprechenden Stücke der „Leitern"' und ähn- 
licher Sammlungen liturgischer bzw. zu liturgischer Verwendung zurechtgemachter 
Poesie, die durchweg unter dem Namen J.s erscheinen, ist ebenso wie über die 
ihnen zur Seite gehenden Texte des sieben- und fünfsilbigen Versmaßes unter 
demjenigen Ap(h)rems bzw. Bälais zu urteilen.*) Noch ungünstiger dürfte schließ- 
lich die Echtheitsfrage bezüglich mehrerer ihm zugeschriebener vollständiger litur- 
gischer Formulare in Prosa liegen: einer Dreizahl von Anaphoren, *) zu denen 
sich noch ein viertes in äthiopischer Sprachform vorliegendes Formular gleicher 
Art gesellt.") und bei einem wohl nur in maronitischer Überlieferung auftretenden 
Taufritual. ^) 

d) Sem'öii, der ..Töpfer" (Qiiq;ijä),*i nach dem von ihm ausgeübten welt- 
lichen Gewerbe genannt, war Diakon des Laudortes Gesir und Zeitgenosse Ja'qöb(h)s 
V Sen'igOi), der ihn persönlich aufgesucht und seine dichterische Begabung be- 
wundert haben soll. Von seinen einer Gattung der „Antiphone" zugerechneten 
Schöpfungen, die irrtümlich bald jenem, bald dem Sektenhaupte Ja'qobdi) Bür- 
de'hnä. bald endlich einer Mehrzahl namenloser Qüqkje beigelegt wurden,*) den 
Quqhj;it(h)ä (..Töpferliedern" I, spielen, wenn nicht die Texte, so doch die Melodien 
eine bedeutsame Rolle in späteren liturgischen Choralbb.'") Ausdrücklich für ihn 
bezeugt sind neun Weihnachtslieder.' ^) Dagegen hat die durch eine äthiopische 
Überlieferung nahegelegte Vermutung, daß auf ihn ein ursprünglich syrisches 

4»{?). Brl 166 IT». Agg der beiden ersten Stücke: Bedjan 1, 68 S4. 2, 873 77 (Xm 5. 69}, des 
zweiten: PZingerle, ZDMG 12, 118. 20, 513,6, des Anfangs des dritten: Zingerle 376,8. Ver- 
einzelte Gedichte in den Hss BrM 812. 2»b. VtS 117. 52». JerMkl 43 IV» 35. Os 144. 19», un- 
sicher, welches: Ox 135. 79». Ag des ersten: Bedjan 5, 800,3 (Nr 188). 

') Gewiß nicht nur in der einzigen Hs: Brl 153(Sach 157. 16,7. Jh;foll6T». «j Hss mit 

dem Namen J.s: BrM 803 II» 12. Vt 117. 221», mit anonymem Text: JerMkl 43 IV» 25. Ag: 
ALFrothinghani, BAL' 8. 217,'41. 

ä) Hss mit dem Namen J.s: VtS 115. 10», mit anonymem Text: JerMkl 43 IV» 37. VtS 
217. 10». Ag beilguGuidi, Testi orientali inediti sopra i sette Dormienti di Efeso. BAL' 12, 
343;445. Übs: AAIlgeier, OC* 5, 43/53. Nach Allgeier a. a. 0. 53/9 wäre der anonyme 
Text mindestens der zweiten römischen Hs Überarbeitung eines in der älteren vorliegenden 
echten Memrä. 

*) An Hss kommen durchweg dieselben wie bei Ap^h)rem in Betracht. Vg. § 8 f. Ag ein- 
schlägigen Materials: PZingerle 360,'74. Ders., ZDMG 12, 119 30. 13, 44;54. 14, 679,81. 

'■) Hss : BrM 261 (Add 14690. J 1181/2) 11». 263 (Add 17229. fol 1/47. J 1218) 3». 273 (Add 14692. 
fol25i99.J 1347)4». 7180 Eich ij 1657,8) 13». JerMkl 10 (J 1427/8) A 17». 11 (15. Jh) A 10". 13 (J 
1591) 6». 14 (16,7. Jh) 10». Pr 71 iSuppl 16. J 1454)4». 74 (Anc fonds66. J 1516) 7». 76 (Ana fondsöS. 
16.Jh)21». 77(Suppl61. 16.Jh)3». VtS 25 (J 1481/2) 12». 295. 1». 297. 19». 414 S. 113, eines zweiten 
Formnlars: JerMkl 10A18». Pr 76. 6», eines dritten: JerMkl IIA 7», ungewiß welches: VtB 
159 (vor J 1294/5). Ox 66 (Poe 85. J 1623) 3». 1«'. BrMOr 2293 (J 1729^30). L'bs des ersten: Ren 
2, 356/66. •) Vg. Brightman, Lit. East. and West. LXXIV. 

') Vg. § 56 a. Ob die eine jakobitische Hs : VtB 5 (19. Jh) 3» ein wirkliches Leben des 
Stuckes auch in jakobitischer Überlieferung zu erhärten vermag, ist mehr als fraglich. 

») Brief Ja'q6b(h)s v Edessa an Jöhannän den Styliten: KatWright 602 f. M 261 (2, 162). 
B'EKg 1, 191,4. Ethik I 5 § 4. Bickell 24. Wright 79. Duval-»354. 

•) Ersteres durch Ungenannte, deren Meinung a. a. 0. zurückgewiesen wird. Letzteres 
durch B'E, Ethik a. a. 0. 

'») Vg. ABaumstark, Festbrevier u. Kirchenjahr d. syr. Jakobiten 64. 

") Hs: BrM 451 (Add 14520. 8/9. Jh)l»b. Ag (mit Übs): SEuringer, OC« 3, 221/35. 



[§ 24e 25 Ja'qöb(h) v S6rüg(h). Sem'ön Qüqäja. Georgios. 159 

Original der unter dem Namen des Weddase Marjam äthiopisch wiederkehrenden 
koptischen Theotokia zurückgehe/) sich nicht bestätigt.^) 

e) Ein Georgios, Schüler J.s v Si5rügfh),^) soll der Verfasser eines auf diesen 
selbst gedichteten Memrä im zwolfsilbigen Metrum sein, der durch seine Aufnahme 
in hturgische Memre-Sammlungen vor dem Untergange bewahrt wurde,'') doch 
unterliegt die Eichtigkeit dieser nicht einmal unwidersprochenen Angabe von vorn- 
herein ernsten Bedenken.^) 

§ '25. Eine der schon ein Jh früher an der edessenischen Perserschule ge- 
übten altnestorianischen ebenbürtige theologische Übersetzungstätigkeit aus dem 
Griechischen ins Syrische hat auch auf monophysitischer Seite in der mit dem 
J 518 beginnenden Periode äußeren Zusammenbruches der eigenen Sache ein- 
gesetzt. Namentlich scheinen es die durch die oströmische Gewaltpoütik von 
ihren Sitzen vertriebenen severianischen BB gewesen zu sein, die sich in der un- 
freiwilligen Muße ihrer Zufluchtstätten als syrische Übersetzer mit dem literarischen 
Nachlasse der von ihnen als Wortführer der eigenen Lehrmeinung verehrten 
griechischen Theologen beschäftigten. So hat ein Paulos v Kallinikos um 
denjenigen des Severus v Antiocheia sich ein grundlegendes, ein Mose v Aggel 
um denjenigen des Kyrillos v Alexandreia mindestens ein hervorragendes Ver- 
dienst erworben. Neben dem letzteren fanden auch andere gleichzeitige Gegner 
des Nestorios und von späteren Alexandrinern Timotheos Ailuros und 
Joannes Philoponos Beachtung. Nicht zuletzt war es schließlich eine eigen- 
tümliche Schicht ajiollinaristischer Fälschungen, die man ebenso be- 
gierig als gutgläubig übernahm. Wie sehr neben allem dem der einmal rege ge- 
wordene Übersetzungseifer auch literarischen Erscheinungen griechischer Theo- 
logie zugute kam, die sich nicht durch eine aktuelle Bedeutung für den christo- 
logischen Meinungsstreit des AugenbUcks empfahlen, lehrt das Beispiel eines 
B a r 1 ä h ä und seines Freundes S e m 'ö n. Insbesondere war, was hier in Betracht 



') SEuringer, D. mntmaCl. Verfasser d. kopt. Theotokien n. d. äthiop. W. M., OC* 1, 215/26. 

') \g. ABanmstark, OC^ 9, 36/61, wo zunächst für drei Vierzeiler des dritten Gesanges 
der Dienstags-Theotokia ein vollständig auf Papyrus und teilweise auch noch im heutigen griechi- 
schen Offizium erhaltenes vielmehr griechisches Original nachgewiesen ist, von dem eine lateinische 
Übs im ambrosianischen Bitus Mailands fortlebt. 

*) B'EKg 1, 191, wonach J. seinen Euagrioskommentar auf Anregung eines mit dem 
späteren gleichnamigen Araberb (§ 41 c) identifizierten Schülers G. abgefaßt hätte. BO 1, 340. 
HMatagne, Ktudes religieuses, historiques et literaires (Pr 1869) 151. LTh 37/9 mit willkürlicher 
Angabe des Js 560 als Todesjahr. GBickell(-SLandersdorfer), BKv'' 6, 252/5. 

*) Hss: VtS 117 (12. Jh) 42». JerMkl 43 (Zwischen den JJ 1143/4 und 1483/4) IV 28. Agg 
mit Übs: J-BAbbeloos, De vita et scriptis s. Jacobi Batnarum Sarugi in Mesopotamia episcopi 
(Löwen 1867) 24/85, von Azz: BO 1, 286/8. LTh a. a. 0. 

») Auf einen Edessener ilabbib(h) bzw. P Jöhannän X b Süsän (§ 47 d) als Verfasser raten 
zwei verschiedene spätere Randnotizen iu der Jerusalemer Hs, die im Gegensatze zu der allein 
G. nennenden römischen den Text von Hause aus anonym überliefert. In der Tat scheint der 
Dichter sicher der Diözese Serüg(h) anzugehören, aber kaum wirklieh ein unmittelbarer Schüler 
seines Helden sein zu können, weshalb Bickell a. a. 0. in ihm deu als Adressat eines Briefes 
Ja'qöb(h)s t Edessa (§ 40 b) bekannt werdenden B 6. v Seräg(b) vermutet. 



1^60 Die Literatur der monophysitisclien Bewegung. § 25 ab] 

kam, das selbst immer weiter anwachsende asketische Schrifttum der 
Griechen. 

a) B Paulos v Kallinikos,') der von seinem Sitze vertrieben sicli in Edessa 
gelehrter Tätigkeit widmete, hatte vor dem 4. 528 folgende Schriften des Severus 
übertragen:'-) seinen Briefwechsel mit Julianos v Halikarnassos über ürfO^agoia 
oder (fäoQcc des Leibes Christi vor der Auferstehung und einen in dieser Frage 
gegen J. gerichteten umfangreiciien löyog,'^) eine Widerlegung von 8 ,.häretischen" 
Einwänden gegen diesen,^) einen „Brief an die orientalischen Mönche'','*) die Er- 
widerung auf ..Zusätze" des J. in 43 Kapp.,") die deren eigenen Text mit ein- 
schließende Beantwortung von Anathematismen desselben,') den gegen B Joannes, 
genannt Grammatikos, v Kaisareia gerichteten «/»/^.a/.ij^ijs- samt der in demselben 
bekämpften Apologie des „Grammatikers" für das Konzil von Chalkedon,*) eine 
Apologie dieses Werkes *) und ein solches gegen die Manichäer. Von diesen 
zahlreichen Übss hat nur diejenige des letztgenannten Stückes sich nicht erhalten. 
Mit ziemlicher Sicherheit wird man für F. dagegen weiterhin in Anspruch nehmen 
dürfen und dann späterer Zeit zuzuweisen haben: Übss eines zweiten Werkes 
„gegen den gottlosen Grammatikos" J. in mindestens 3 BB,") des Briefwechsels 
mit dem Grammatiker Sergios, '') wohl auch sonstiger Briefe'-) und einer Schrift 
in 33 Kapp, gegen, eine letzte Apologie des Julianos'^) sowie eine ältere in 
4 Bände zerfallende Übs der von S. in Antiocheia in den JJ 512 8 gehaltenen und 
zu einer chronologisch geordneten Sammlung von 125 Xrn vereinigten bfiiUai 
Ini&QÖvioi.^^) Eine der Übs der Schriften gegen Julianos vorangestellte Erörte- 
rung über die verschiedene Bedeutung des Begriffes cpi^ogd i") ist demgegenüber 
die einzige Probe einer selbständigen literarischen Betätigung des P. 

b) B Mose V Aggel'^) verfaßte nach dem Tode des Philoxenos und seines 



») Snbscriptio der Hs VtS 140 (KatAssemani 3, 232). Ps-D. z. J 818 u. 830. BO 2. 468. 
Wright 94f. Da vaP 316. 360. «) Nach der genannten Subscr. 

ä) Hss: VtS 140 (Autograph?) IIO/VIII». 255 (J 932) 1». 11«. BrM 689(Addl720'1. 7. Jh). 
*) Hss: VtS 140. IX». 255. IIP. ") Hss: VtS 140. X". 255. IV». «) Hss: VtS 140. XI«. 

BrM 690(Addl2158.J587/8)l». ') Hs: VtS 140. XII». *) Hs: VtS 139(8.Jh). 

») Hs: VtS 140. XIII». '») Hss von B 1(?): Dijarb 30(11/2. Jh) 2» von B 2 Kap. 2/21: 

BrM687(Addl7210/U.9.Jh), von BS: 688(Add 12157. 7,8. Jh)lo. ") Hs: BrM 691(Addl7154. 7.Jh). 

'*) So eiues solchen an einen Diakon und Archimandriten Elisaios. Hs: BrM 688. 2". Briefe 
des S. in einer älteren als der Übs eines Athanasios (vg. §41g) liegen ferner vor: 739 (Add 17149. 
6.JhlII°l (an die Emesener) II» 2 (an Joannes Scholastikos) und wohl auch: 753 (Add 14612. 6/7. Jh?) 
17» (an eine ungenannte Adressatini. Möglicherweise kommen für diese in Betracht die Volltexte 
eines Briefes an Nonnen: 769 (Add 14531. 7/8. Jh) 9», eines solchen an Eupraxios: 857 (Add 12155. 
J 746/7?) XII» und derjenigen an d. Diakonissin Anastasia u. d. Comes Oikumenios: 795 (Add 
14601.9.Jh)13«a, endlich Briefcxzerpte : 857. XXVI». XXVIII». 859 (Add 14533.8 9. Jh) 57». 860 
{Add 12154. 8/9. Jh) 20». 21». 861(Addl7193. J874)25''.44».46».60»a. 864 (Add 17191. 9;10.Jh)27°ab. 
33»e. 35»a/e. 40«. 64». 71». 76«. 77». 863(Add 14538. 10. Jh)2»l. 286(Add 14493. 10. Jh)5°h. 

") Hs: BrM 690. 2°. 

") Hss der Nrn 31/69 (= Bd 2): BrM 686 (Add 14599. J569), der Nm 73/100 (= Bd 3, zu 
Anfang defekt): VtS 142 (vor J 576), der Nm 101,25 (= Bd 4): 143 (J 563). 256 (beträchtlich vor 
J 932). Vg. ABaumstark, RQs 11, 33f. Noch zu untersuchen wäre, welcher Text der Nm 
30, 86, 99, 20, 24, 25 in BrM 795 ( Add 14601. 9. Jh) 12° b,*-/,' vorliegt und wohin die Übs einer 
7tooaftb)'r,ati an orientalische Archimandriten u. Mönche 859. 15» gehören dürfte. Agg und Übss 
der Nrn 62: RLBensley- WEBarnes, The fourth book of Maccabees (Cinbr 1895) 75/88, 
Nrn 119 u. 123: IgnERahmani, StS 4, 5/89 (5,69), von Bruchstücken der Nrn 74, 84, 12, 125: 
Kahmani a. a. 0. 3, 35/40 (73/82). '^) Hs: VtS 140. I«. 

'«) Vorrede der //«fvya-Übs. BO 2, 82f. Wright 112f. Duval'364f. 



[§ 25bc Paulos r EaUinikos. Mose v Aggel. Zeitgenössische Gegner des Xestorios. Ißl 

Chorbischofs Polykarpos seine einem Paphnutios gewidmete Übs der D.acpvqd des 
Ky rill OS,') während andererseits eine von ihm herrührende Übertragimg der 
Legende von Joseph und Aseneth bereits um 568 9 in eine damals entstandene 
historische Kompilation Aufnahme finden konnte.'-) Ob und welche weitere Werke 
des K. gleichfalls durch ihn übersetzt wurden, entzieht sich selbst einer Vermutung, 
bevor die in Betracht kommenden Texte eine nähere Untersuchung nach Sprach- 
gebrauch imd Ubersetzungstechnik erfahren haben. Jedenfalls müßten fast durch- 
gehends spätestens seiner Zeit auch die übrigen Ubss nicht mit dem christo- 
logischen Kampfe zusammenhängender Arbeiten des Alexandriners entstammen, 
so eine vor 5.Ö3 entstandene der 17 BB Tteol xijs" tv TTvevuazi /.al uXr^^eia^ ttoog- 
xivrj'fffwä v.ai /.aToeiag,^) diejenigen der ßcßXog twv d-i-aavQwv tzsqI ri;^' äyiag y.al 
ouooL-aioi Tgiäöog*) und der in solcher relativer Vollständigkeit nur syrisch vor- 
liegenden Lk-Homilien '') sowie die vielmehr bis auf mehr oder weniger dürftige 
SpUtter untergegangenen, die man auch für den Is-Kommentar ^) und die Apo- 
logie gegen das Galiläerwerk des Julianus Apostata anzunehmen immerhin be- 
rechtigt sein wird.') 

c) Von zeitgenössischen Gegnern des Nestorios ist naturgemäß nicht nur 
Kirrillos durch den syrischen Monopliysitismus des 6. Jhs im Sinne des eigenen 
Standpunktes in Anspruch genommen worden. Dieser Tatsache dürfte der eine 
von zwei syrischen Texten, in welchen der Brief des Proklos v Konstantinopel 
an die Armenier vorliegt, **) die Übs einer ihm beigelegten „Abhandlung über den 
Glauben" "j und diejenige eines 3 BB umfassenden dialogischen Werkes des 
Theodotos v Ankyra gegen Xestorios '") ihre Entstehung verdanken. Frag- 
lich bleibt es dagegen, ob gleichfalls schon in dieser oder erst in einer erheblich 



') Hg (die sich ergänzenden Teile einer einzigen des 6/7. Jhs) : VtS 107. 15°. 16". BrM 
€04 (Add 14555). Vg. IgnGnidi, BAL' 2, 399415. 

2; Ps-Zacharias v Mytilene (§ 28 e). Hss eines selbständigen Textes: BrM 7190 Bich (13. Jh). 
Bri 174 (Saeh 70. J 1820 1) IV". Agg des letzteren: GOppenheim, Fabala Josephi et Asenethae 
apocrypha (Bri 1886), des Textes des Ps-Zacharias : J P N L a n d , AnecdS 3, 15 46. 

») Hss der BB 1 8 mit Lücken (= Bd 1): BrM 617(Addl8818. 7. Jh), der BB 1,5: 618(Add 
14533. 6,7. Jh), der BB 68 mit Lücken: 619i'Addl7151. 7. Jh), des B 8: 987(Addl7192. 9. Jh)8<', 
der BB 9,12 (= Bd 3;: 620[Addl2166. foll55258. J5.53), der BB 14 17 (= „letzter Bd"): 621 
(Addl4554. 9. Jh\ vonAzz: 753 (.\dd 14612. 6 7. Jh). Der Widersprach in der Bde-Zählung zwischen 
617 und 620 konnte entsprechend dem bei Gregorios v Nazianz und den Severushomilien zu be- 
obachtenden Sachverhalt auf eine Zweizahl verschiedener Übss hinzuweisen scheinen. 

*) Hss der Kapp. 1,20 mit Lücken (= Bd 1): BrM 61.S(Add 12135. fol 44,207. J611), der 
Kapp. 21,:tö unvoUst. am Anfang (= Bd 2): 614 (Add 14556. 6,7. Jh). 

»j Hss der Nrn 1/80 mit Lücken (= Bd 1): BrM 611 (Add 14551. 8. Jh) mit einem weiteren 
Bruchstück BrMOr 1272. 2», der Nm 81/156 mit Lücken (= Bd 2): BrM 612 (Add 14552. 7/8. Jh), 
der Nrn27,'9. 33 mit Lücken: Bri 28(Sach220. 8,9. Jh , der Xrn 2. U. 10. 130. 134. 140. 146. 141: 
BrM 825(Addl2165.J1015)2». 10°. 13°.57°.61<'.66''. 70<'.74''.81"'. Agg: RPayneSmith, S. CyrUü 
Alesandrini archiepiscopi comment in Luc. evang. qnae snpersnnt syr. (Ox 1858). WWright, 
Fragments of the homilies of C. of Alexandria on the gospel of S. Luke (Lol8i4). J-BChabot, 
CSCO Ser. IV. 1. Übs: RPayneSmith, A Commentary npon the Gospel according to Luke by 
S. Cyril Patr. of Alex. (Ox 1859). Vg. AdKücker, D. Luk.-Hom. d. hl. Cyrill v. Alexandrien. 
Ein Beitrag z. Gesch. d. Exegese (Breslau 1911). •) Azz: BrM 861 (Add 14193. J 874) 58°. 79°. 

') Azz abgesehen von den Zitaten in dogmat. Katenen: BrM 861. 11°. 68°. 864(Addl7191. 
9/10. Jh) 32°. 36°. Ag: ENestle bei CJNeumann, Juliani imperatoris librorum contra Chri- 
stianos qnae sapersant (Lpz 1880) 42,63. 

*i Hs: BrM 758 (Add 14557. 7. Jh) 4». Der andere bildet 729. 12° c einen Bestandteil des 
„Bs des Timotheos". Vg. S. 162 Ak. 2. ») Hs: BrM 728 (Add 14610. J 550/1?). '») Hs: BrM 
756 (Add 17148. 7. Jh)l», B 2 nnvollst. und B 3 enthaltend. 

Banmstark, Geschichte der syrischen Literatur. ü 



162 Die Literatur der monopbysitischen Bewegung. § 25 de] 

späteren Epoclie, was unter den Namen beider an Predigten in jakobitischen 
Homiliarien begegnet,') zur Üljertragung gelangte. 

d) Timothcos Ailuros ist wenigstens in der Hauptsaclie der wirkliche Ur- 
heber der Stücke, die zu einem ihm beigelegten ,,B gegen die gottlose Synode 
von Clialkedon" vereinigt, vor r)61/2 übersetzt wurden.^) Im einzelnen werden 
hier als sein persönliches Eigentum neben einer Anzalil teils vollständig, teils im 
Auszuge aufgenommener Briefe, einem Gebete über Konvertiten zum Mono])liysi- 
tismus und einem durch den Comes Rusticus an Kaiser Leo übersandten Glaubens- 
bekenntnis eine zahlreiche patristische Zeugnisse aufführende Schrift „gegen die 
Dyophysiten" und je ein verwandten Charakter tragender Traktat gegen die Ent- 
scheidung von Clialkedon und den Tomos Leo's d. Gr. ausdrücklich bezeugt.') 
Eine zweite umfängliche Sammlung von Väterzitaten zugunsten vor allem des 
6'fOTo/.oc;-Titels *) und eine Auswahl von Stellen aus den Schriften des Diodoros, 
Theodoros v Mopsuestia und Nestorios,*) von denen nicht dasselbe gilt, gehören 
gleichfalls der Literatur dogmatischer Katenen an, von denen noch mehrere syrisch 
erhaltene nach Ausweis ihrer strengen Beschränkung auf griechische Autoritäten 
als fertiges Ganze übersetzt worden sein dürften. °j. Über zwei Anaphoren unter 
dem Namen des T. vg. § 42 e. 

e) Joannes Pliiloponos erlangte vermöge seines christologischen Stand- 
punktes für die spätere jakobitische Schultheologie eine nur hinter derjenigen 
des Kyrillos und Severus zurückstehende Autorität,') die seine tritheitische 
Trinitätslehre praktisch in Vergessenheit geraten ließ. Dementsprechend haben 
sich von seinem theologischen Schriftennachlaß syrisch der Jimtr^xiig t] Ttegi 
iviboHog in Volltext *) und einem Auszug, zwei Apologien dieses Hauptwerkes, 
eine Abhandlung über die trotz der hypostatischen Union in Christus anzuneh- 
menden Unterschiede von Göttlichem und Menschlichem und zwei Briefe an 
Kaiser Justinianus erhalten. "j In eine dogmatische Katene, die auch syrische 
Originalliteratur berücksichtigt, also nicht schon auf griechischem Boden zu- 
sammengestellt sein kann,'") sind Zitate weiterer Werke wenigstens möglicher- 
weise aus Vollübss derselben übergegangen. Ein solches gegen Aristoteles **) 

') Vg. § 42b. •') Hs: BrM 729(Addl2156. Vor J561/2). ») A. a. 0. 1» 3/7 bzw. 2. 

12"'bd. 1. 10. 11. Ag einer Partie der Schrift gegen die Dyophysiten, der ganzen Schrift gegen 
das Chalcedonense, des Gebetes und des Glaubensbekenntnisses durch Husticus: FNau, PO 13, 
202/47. *) P 13. s) Vg. § 15 g. 

') So in den Hss: BrM 85B{Add 14529. 7/8. Jh)4° (geg. „8 Kapitel" d. Julianos v Halikar- 
nassos); 857 (Ädd 12156. J 746/7) VIP (Werk in 13 Kapp., von denen 1. geg. Agnoeten, 2. geg. 
Arianer, 3. allgem. christolog. Inhalts, 4/7. geg. das Chalcedonense, 8. üb. die Verurteilung des 
Theodoretoa durch das II. Ephesinum, 9/13. geg. Julianos v Halikarnassos). 8ö8(Addl4532. 8. Jh) 
4<'c bzw. mit einigen Zusätzen 863 (Add 14538. 10. Jh)3<'d (Tomos geg. Joannes Grammatikos) ; 
859(Add 14533. 8,9. Jh)P (geg. verschiedene „Häretiker" bes. Nestorios, Leo d. Gr., Diodoros, Theo- 
doros V Mopsuestia, Theodoretos) ; 860(Add 12154. 8/9. Jh)P „n).i;ooifooia d. h. Verteidigung d. 
orthodoxen u. apostol. Glaubens" geg. Nestorios) 11" („andere Beweisstellen über die Mensch- 
werdung Christi" in 15 Kapp.) nnd wohl auch 857 (Add 12155. J 746/7)1° (xe^d/.aia dtoloyias 
Nr 1/108), wo das vielleicht ursprüngl. giiechisch abgefaßte Werk des Petros v Kallinikos geg. 
Damianos, und IIP (Kapp. 1/23 ohne besonderen Titel), wo der Brief d. IIib(h ä an Märi mög- 
licherweise nach der griechischen Übs angeführt wird. A'g. KatWright 919. 965 f. bzw. 1007. 
967 f. 976/8. 978 f. 921/3. 926 f. Ag von Azz aus BrM 857 lU". VIP: FNau, PO 13, 197/202. 
181 f. bzw. 186/97. 

') Bezeichnend ist in diesem Sinne seine Berücksichtigung in masoretischen Hss. Vg. 
§ 41h. ») Hss: VtS 144. P, der Kapp. If. (unvollst.): BrM 701 (Add 12171. fol 1,64. J815). 

») Hs: VtS 144. IP/VIP. »o) Hs: BrM 855(Addl7214. 7. Jh). 

") In tatsächlich mindestens 8 BB, während arabische ÜberlieferuDg nur 6 BB kennt. Vg. 



5 25 ef Timotheos Ailuros. Joannes Philoponos. Apollinarigtische Fälschungen. 163 

führt hier zu den philosophischen Studien des alexandrini sehen Grammatikers 
lünüber, von deren literarischen Früchten ein Kommentar zur Eiaayuyi] des 
Porphyrios für die syrische Erläuterungsliteratur zu dem Schriftchen gi-und- 
legende Bedeutung nicht nur auf monophysitischer Seite gewonnen zu haben ') 
und insbesondere auch hinter einem anonjin überlieferten Scholienkorpus etwa 
lies 8. Jhs zu stehen scheint.') Von anderen griechischen Aristotele^kommen- 
tatoren der Spiitzeit ist neben Stephanos v Alexandreia durch den ge- 
legentlich der Einfluß des £/ffß;'w;';j-Kommentares des Philoponos vermittelt er- 
scheint,^) den Jakobiten Olympiodoros vertraut gewesen, von dessen Schollen 
zum Organon ein Bruchstück der Einleitung syrisch erhalten ist,*) während eine 
seinen Namen tragende Abhandlung über Meteorologie in der vorliegenden Ge- 
stalt erst nach Dionysios b Salib(h)i entstanden sein kann, da dieser in ihr neben 
Aristoteles, Anaxagoras und Nikolaos v Damaskos zitiert wird.*) Vg. auch § 36 c. 
f) Von apollinaristischen Fälschnngen ") sind als selbständiges Ganzes 
zunächst die Gregorios Thaumaturgos zugeschriebene /.aia itiqog Triarig ") und 
die ps.-athauasianische Epiphaniepredigt oji elg 6 XQiawg *) ins Syrische über- 
gegangen. Sogar zwei Ubss werden von einem angebUchen literarischen Nach- 
lasse des Papstes Julius I. greifbar, der in einer derselben eine Folge von minde- 
stens 5 numerierten ..Briefen" bildete. Im einzelnen sind hier in beiden Übss 
die Abhandlungen rtiql ri^g iv XgiaTio kvüatios zov adjuarog Ttgög tj,v dsörr^Ta^) 
und (wenigstens teilweise) Tigog jolg v.utu xrfi O-eiag xov f.öyov aag-iiwaecüg äyw- 
viCoiuvovg TTQOcpdoei xov o^iooiaiov,^") nur je in einer sind zwei im gi-iechischen 
Original nicht erhaltene Stücke") überliefert. Was daneben an Fragmenten dieses 
Schrifttums in syrischer Sprache auftaucht,*-) gehört der Zitatenmasse der Severus- 
Schriften und der Literatur der anon\Tuen dogmatischen Katenen an, gibt also 
keine Gewähr für einstmaliges Vorhandensein von wirkhchen Vollübss der be- 



Q 356 Z. 17. AuCerdem werden das 1. B eines Hexaemeron ond ein Werk in mindestens 4 BB 
gegen einen Andreas Arimönitä^?) angeführt. 

') Vg. AB aum stark, Aristoteles bei d. Syrern vom V.— VIII. Jh 1, 156 223. In Be- 
tracht kommen zunächst eine anonyme „Erklärung d. Lebensgeschichte d. Porphyrios", B 2, 11 
1 n. 4 der Dialoge des Severos b Sakkü (§ 50 d) und das Definitionenbuch eines Xestorianers 
BäzCid(h) (§ 20h;. Hss der ersteren: VtS 158(8/9, Jh) und Tochterhss. Vg. S. 102 Ak. 5. Ag: 
ABanmstark a. a. 0. 12/15 (177,81). 

-) Hss: die vorigen. Ag (u. Übs): a. a. 0. 36/65 (227/57). ') So bei Severos b .Sakkü, 

♦) Hs: BrM 786(Addl8821. 9. Jh)2». Ag einer Textprobe: KatWright 775f. "■) Hs: Fr 346. 7°. 
Vg. FNau, ßOC 15, 230/2. 

•) HLietzmann, ApoUinaris v. Laodicea u. seine Schule. Texte u. Untersuchungen 1 
(Tab. 1904). JohFlemming-HLietzmann. Apollinarist. Schriften syr. mit d. griech. Texten 
u. einem syr-griech. Wortregister, Abb. GWG- 7iv. 

') Hs: BrM 7.30 Add 14597. J 569) 40 8. Agg: PdeLagarde, AnS 31/42. PMartin, 
ÄnSacr 4, 81,93. Flemming-Lietzmann 1/15. 

») Hs: BrM 769(Add 14531. 7,8. Jh)5». Ag: Flemming-Lietzmann 4.3,9. 

») Hs: BrM 730. 3» (= „Brief ö") bzw. 761(Add 14604. 7. Jh)12«b. Agg der ersten Übs: 
Lagarde 75,9. JFAVeith, Epistolae noonnllae sub J. I nom. divulg. emend. yocal. not. instruct. 
lat. vers. (Diss. Breslau 1862) XIV/XX (21,',5), beider Übss: Flemming/Lietzmann 16,24. 

'») Hss (von§3/7. 8. 9 = „Brief2-'): BrM 760(Addl4608. 7. Jh)5''ab. 812 (Add 17183. 10. Jh) 
21''ab bzw. (des ganzen Textes): 761. 12»a. 763 (Add 18813. 7. Jhj 3". Agg der ersten Übs: La- 
garde 74f. Veith XI/XIV (19f.), beider Übss: Flemming-Lietzmann 24,32. 

") „Üb. d. Glauben-' und „Brief 3". Hss: BrM 609(Addl4555. fol43f.9. Jh) bzw. 760. 5»c. 
812. 21*c. Agg: Flemming-Lietzmann 51,4 bzw. Lagarde 67/72. Flemming-Lietz- 
mann 49,'51. '*) Agg: PZingerle, MonS 1,1/5. Veith VII/XI (17f.). Flemming-Lietz- 
mann 41 f., 51/56. 

11* 



164 Die Literatur der niniKipliysitiBchen Bewegung, § 25fgb] 

treffenden Stücke. Auch drei weitere vollständige Nm, die ...Iulius"-Briefe an 
Dionysios und Prosdokos und das ps.-athanasianische Glauhenshekenntnis an Jo- 
vianus liegen nur im Rahmen der großen Dokumentensamnilung des Timotheos 
Ailuros vor.') Mit dem Ansehen, das seinem Namen die apollinaristischen 
Fälschungen verliehen, hängt schließlich eine Anaphora zusammen, die ...Julius v 
Rom'' schon in den ältesten jakobitischen Missalien beigelegt wird,") während die 
Zurückführung einer nicht minder alten auf Coelestinus I. sich aus der Hoch- 
schätzung erklärt, die diesem Papste auf monophysitischer Seite seine Haltung 
gegenüber Nestorios sicherte.^) 

g) Biiiiäha, Rekluse in einer Lawra des hl. Elisaios genannt Markab(hltä 
forderte in einem Briefe an Sem'ön, den Abt des Likiniosklosters im ..Schwarzen 
Gebirge" diesen auf, sich der Übs griechischer Psalmenkommentare zu widmen.*) 
Er selbst beschäftigte sich mit demjenigen des Athanasios und könnte mithin der 
Urheber einer spätestens im Verlaute des 6. Jhs entstandenen Ubs desselben ge- 
wesen sein, von der sich umfangreiche Bruchstücke erhalten haben. ^) Sem7)n 
seinerseits hat, wie wir aus seinem Antwortschreiben erfahren, "j tatsächlich die 
Übertragung einer Sanimelhs unternommen, welche die Basileioshomilic über Ps 1. 
eine Abhandlung des Eusebios über den G-MTtnq, jedes einzelnen Psalms, Abhand- 
lungen des Didymos und Origenes und ein y.etfä'/.aiov des Athanasios über die 
Psalmen enthielt, wobei das letztere Stück mit dem Briefe an Markellinos iden- 
tisch gewesen sein dürfte, der tatsächlich in syrischer Ubs vorliegt,') und auch 
das Origenes zugeschriebene in einer solchen sich erhalten zu haben scheint.*) 
Ahnliche Sammelhss werden übrigens wohl auch in anderen Fällen den Gegen- 
stand S3'rischer Übstätigkeit gebildet haben. Vereinzelte Stücke ■wie ein y.irfä'/.aia 
y.ata '.-JotiavCbv betitelt gewesenes Schriftchen, ") durch das Didymos, eine Predigt 
über die Trennung von Seele und Leib *") und ein Brief an das Pachomios- 
klostei","^) durch die Theophilos v Alexandreia in der erhaltenen giiechisch- 
syrischen Übsliteratur vertreten ist, können kaum anders ihren Weg in das ost- 
aramäische Sprachgebiet gefunden haben. 

h) Das asketische Schrifttum in syrischer Sprache hat die monophysitische 
Übersetzertätigkeit des 6. Jhs abgesehen von bloßen Neuübss, wie sie vor- 
läufig für die „Historia monachorum" greifbar werden dürften, vor allem um den 



•) Hs: BrM 729. fi. 70c. Agg: Flemming-Lietzmann 359. 39,43. 33f. l'bs des 
dritten Stückes: BHCowper, Syriac Miscellanies (Lo 1861) 22/4. 

2) Hss: BrM 286(Addl4493. 10. Jh)l»f. 287 (Ädd 14496. 10. JhlPd. 261 (Ädd 14690. J 1182)5». 
263(Add 17229. fol 1/47. J 1218)1». VtB159. JerMkUOA»(J 1427 8)23». 12 (J 1.579/80)6». 13(J 1591) 12». 
Pr 78(SuppI50. 16.Jh)17». 81 (Anc fonds65. 16. Jh)5'\ DamEzb 5 (17. Jh?), in maronit. Über- 
liefemng: VtS 297. 3". Anaphorensammlung von Krem Nr 13. Übs: Ken 2, 227/32. ») Hss: 

BrM 286. l»d. 287. l»c. 261.10». VtB 159. VtS 25 (J 1481/2) 10». JerMkl 10A11»(11/15. Jh)B4«. 
CmbrAdd 2887 (J 1843)32». Ag: WWright , JSL'* 1, 225/32. •*) Hs: VtS 135 (7/8.Jh)I«. 

^) Hs: BrM 531 (Add 14568. .15989), enthaltend den Kommentar zu Ps 17, 21/5, 34f.. 39/41, 
47 f, 57 f., 67 f., 70;2, 74/6, 88, 93, 100/8, IIO/IB, 118, 148 50 in einer gegenüber der erhaltenen 
griechischen erheblich kürzeren Redaktion. ") Hs: VtS 1.35 IP. 

') Hss: Dijarb 36(12. Jh), eines unvollständigen Exzerptes mit syro-hexaplarischem Text: 
BrM 54(Addl4434.foll/79.8.Jh). «) Hs: Dijarb 36. 

») Hs der §§ 16/26 desselben: BrM 749(Addl7201. foll/15. 6/7. Jh)l». Vaüar bleibt das 
Verhältnis zu den von Hieronymus bezeugten „contra Arianos libri 11" des D. 

'») Hss: VtS 142 (vor 576). BrM 753 (Add 14612. 6/7. Jh) 16». 752 (Add 14582. J 81 6) 8». 453 
(Add 17207. 8,'9.Jh) 11°. 451 (Add 14520. 8/9. Jh) 9° b«. 793 (Add 14577. 9. Jh) 2». 817 (Add 14614. fol 
1— 79.lO.Jh)7». 468 (Add 17132. 12/3. Jh) 2«. 843 (Add 14798. fol 138/207. 13. Jh) 5». Ag: MBricre, 
ROC 18, 78/83. ") Hss: Brl 26(Sach321. J741)5». BrM 752(Addl4582. J816) fol254f. Ag des 
Anfangs: KatWright 695. 



[§ 26 h Apollinaristische Fälschungen. Barläha. Übertragung asketischen Schrifttums. 165 

Nachlaß des Isaias v Skete') vermehrt, der, mit seinen letzten Lebensjahren 
der Kegierungszeit des Kaisers Zenon angehörend, selbst eine der führenden Ge- 
stalten des monophvsitischen Mönchtums griechischer Zange gewesen war. An 28 Nrn 
umfaßt derselbe in der syrischen Textgestalt, wenn auch gelegentlich mit anderer 
Abteilung, wesentlich denselben Bestand einzelner Traktate wie in der bislange 
vollständig nur in lateinischer Übertragung-) allgemein zugänglichen griechischen 
Originalüberlieferung, die von dem Ansehen Zeugnis ablegt, dessen sich I. auch 
auf orthodoxem Boden erfreute, während die syrische Ubs bald höchste Wert- 
schätzung nicht minder auch auf nestorianischer Seite gefunden hat.*). Nur auf der 
monophvsitischen lebt dagegen in syrischer Überlieferung ein Grieche Markianos, 
der „Mönch", als unbestrittener Verfasser von fünf nur teilweise im engeren 
Wortsinne asketischen Abhandlungen fort,*) während bei zwei weiteren asketischen 
Traktaten und einer antiapollinaristischen Streitschrift die auf ihn lautende Ver- 
fasserangabe aus einer vielmehr einen ..Markellinos" nennenden korrigiert ist, die 
selbst schon nicht von der Hand des ursprünglichen Schreibers herzurühren 
scheint.''') Zu nennen ist hier ferner ein ,.B der Stufen" in 31 Abschnitten,*) 
wenn anders es nicht, wie unter Hinaufrückung seiner Entstehung bis in das Zeit- 
alter der letzten Apostelschüler behauptet wird, eines der ältesten Denkmäler 
christhch-syrischer Originalliteratur,') sondern mit einem gleichbetitelten natur- 
gemäß griechisch abgefaßten Werke eines Romanos identisch ist, gegen das 
Severus v Antiocheia offenbar als gegen dasjenige eines Zeitgenossen polemisierte.*) 
Nicht zu verwechseln ist es jedenfalls mit der K'/.tua^ des Sinaiten Joannes, 



•) Biographie. Vg. § 28e. 'Ai § 41. BO 3i, 46. ') PG 40, 1105/1206. 

') Hss der ganzen Sammlung bzw. Bruchstücke solcher: BrM 575 (Add 12170. foIl/135. J604). 
576(Addl4575.7.Jh). 577 (Add 14576). 579 (Add 14670. fol 8/13. 9. Jh). 580(Add 12172. 10. Jh). VtS 
109 (vor 691/2) 1". JerSIkl 3* (J 807) 1", von vornherein nur einzelner Traktate oder bestimmter 
Gruppen oder Sondersammlungen solcher: BrM 753 (Add 14612. 6/7. Jh) 13°. 762 (Add 17173. 7. Jh) 8». 
764 (Add 14598. 7. Jh) 4». 770(Add 14617.7 8. Jh)8''b. 7.52 1 Add 14582. J 816) 4». 785(Add 12167. J 875/6) 
X». 792(Addl7168.foll 113.9. JhjS». 793 (Add 14577. 9. Jh)l». 5». 14». 828(Addl7178.11/2. Jh)16». 829 
(Add 17179. 11/2. Jh)3''. 837 (Add 17262. 12. Jh) 10° dg. 839 (Add 14729. fol 124/92. 12/13. Jh)!». VtS 
122(J769)U<'. 126(J1223)V°. Katalog KWHiersemann 487. Nr 255a (8/9. Jh) 2». Brl 198(Sach 
352. 13.Jh?). Bl 23r»30r». 106r». 199 (Sach 111 vor J 1378/9) 14». 200 (Sach 202/3. 15/16. Jh'?) II» 14, 
ungenügend beschriebene: BrMOr 2312(15/6. Jh). Sin26(9.Jh). 38(10.Jh). 58(11. Jh), von Azz: 
BrM 770. 8»ac. 820 (Add 14466. fol 43, 59. 11/2. Jh) 2° b. 837. 10°a/c. 843 (Add 14728. fol 138 207. 
13.Jh)20». CmbrAdd 2016fl3. Jh)20°. Gebete unter dem Xamen des I. spielen in einer Schicht 
späterer wohl durch arabische Vermittlung vielleicht durchgängig auf koptische Vorlagen zurück- 
gehender Gebetstexte eine Rolle. Vg. § 45 e. 

*) Hss: BrM 741(Addl2169.foll79/218.6.Jh)2°a/d. 806 (Add 14613. 9/10. Jh) 8». ») Hs: 

BrM 735(Addl4581.6.Jb,i3°a/c. 

•) Hss: Pr 201(Suppl34. 13. Jh) ohne den Schluß von Kap. 30 n. Kap. 31, der Kapp. 20. 
2. 14. VtS 123(J769)IV». der Kapp. 21.26. 15: BrM 806(Add 1461.3. 9/10. Jh)l», der Kapp. 19. 2. 
von Azz ans 13. 1 und des Kap. 14: BrM 828(Addl7178. 11/2. Jh) 1.3» des Kap. 2. 842(Add 14228. 
fol 1/75. 13. Jh) 4», des Kap. 20: 753 (Add 14612)20» und Katalog KWHiersemann 487. Nr 255a. 14». 
Bs: Kat Zotenberg 150,'2. Eine Ag wurde für die PS gedruckt, kam aber nicht zur Veröffentlichung. 

') So in BrM 8Ü6, während 861 (Add 17193. J 874) 5» ein Zitat unter dem Namen eines Eu- 
sebios Monachos steht. Mit Bestimmtheit als von einem Zeitgenossen Ap(h)rahats redet von dem 
nnbekannten Verfasser IgnEEahmani, I fasti della chicsa patriarc. Antiochena (R 1920) 21, 
wobei er eine nicht näher bezeichnete Hs des Werkes, von welcher er eine photographische 
Wiedergabe besitzt, dem 6,7. Jh zuweist und dasselbe als Fundgrube über die PCsittä hinanf- 
weiaender NTlicher Zitate bewertet. 

'} Hom. 119 IgnEEahmani, StS 4, 5/47 (5/37) mit zahlreichen Zitaten, die sich sachlich 
dnrchans dem Rahmen des syrisch erhaltenen Werkes einfügen. 



166 I)>B Literatur der monopbysitischen Bewegung. § 25h 26t] 

die nach Älaßgabe seiner eigenen Lebenszeit, vielmehr frühestens erst um die Mitte 
des 7. Jlis gleichfalls ins Syrische übertragen wurde, wobei es fraglich bleibt, ob 
diese Übertragung durch einen Jakobiten erfolgte oder hier einmal eine Frucht 
melkitischer i^bersetzertätigkeit von jakobitischen Kreisen adoptiert wurde.*) 
Erst in späterer Zeit mag auch übersetzt worden sein, was syiisch an Asketischem 
über die beiden Monchsregeln hinaus wiederum nur in monophysitischer Text- 
überliefcrung unter dem Namen des Basileios begegnet, da es sich dabei um 
Stücke handelt, die einer von Photios gelesenen Rezension seiner ^AQ-/.r^iv.ä noch 
fremd waren.-) 

§ 20. Für das Verhältnis des aramäischen Monophysitentums zur griechi- 
schen Profanwissenschaft und ihrer Literatur ist ein Doppeltes bezeichnend: daß 
einerseits neben aristotelischer Logik die neuplatonische Metaphysik einen starken 
Einfluß ausübte, andererseits neben philosophischem auch medizinisches und 
sonstiges den Bedürfnissen des praktischen Lebens entgegenkommendes Schrift- 
tum Übernahme fand. Zeitgenossen des Philoxenos und Ja'q6b(h) v S6iüg(h) 
waren hier die Mönche Johannan v Apameia und Stephanos b Süd(h)aile, 
bei denen eine sich in neuplatonischen Bahnen bewegende philosophische Speku- 
lation zersetzend auf das christliche Dogma einwirkte. Einigermaßen berührt 
sich mit ihrer Gedankenwelt als Übersetzer der Ps.-Areioi)agitika auch der jüngere 
Pr und Staatsarzt Sargis v Ris'aina. Im übrigen hat die Eichtung, die in 
ihm ihren hervorragendsten, wenn auch gewiß keineswegs einzigen Vertreter fand, 
dem Syrertum ohne irgendeine Beziehung zur Theologie von Aristoteles und 
Galenos über populärphilosophische Lebensweisheit bis zum sog. 
„Physiologos"' und griechischer Landwirtschaftslehre mannig- 
fachstes Erbe der Antike erschlossen. Auch die gleichfalls ein solches Erbe 
darstellenden Grundlagen syrisch- arabischer Alchemie dürften von ihr gelegt 
worden sein. 

a) Jöhannän v Apameia am Orontes,'') Mönch vielleicht im Kloster 
Sem'öns des Styliten zu Tellnesin, ist durch die Tatsache datiert, daß Philoxenos 
einen erbitterten Kampf gegen ihn führte, der in einer Verbrennung seiner 
Schriften zu sinnbildlichem Ausdruck gelangte. In Alexandreia in Medizin und 
Logik (oder Ehetorik?) gebildet, vertrat er in diesen, von welchen ein ,.Funda- 
ment" oder „Fundamente"' betiteltes Werk ausdrücklich namhaft gemacht wird,*) 



') Hss: Sin 56(8.Jh). BrM 703(.Vdd 121.59. foll 178.8/9. JW. 704 (Add 14.393. J 817), der 
Kapp. 16. 19: 767 (Addl8814. foIl/102. 7,8. Jh)2'', 20: 753(Addl4612. 7. Jli?j20<', vouAzz: Katalog 
KWHiersemann 487 Nr 255a. lö». 255b. (J 882) 6». 

') Aöyoi Tttfi'i daxijneiaf^ ncö; Stl xoaiulaS^at iby /loia/or (PG 31, 647/52). Hss: BrM 760 
(Addl4608.fol98/124. 7.Jh)2''. 770 (Add 14617. 7/8. Jh) 4« b. gOÖ(Add 14620.9. Jh)8». 812(Addl7183. 
10.Jh)3"'. 822 (Add 17185. 10/1. Jh) 20b. VtS 126(J1222)XX». Aoyo; uayr,r,yö;. Inc. O daxrji- 
xös ßios ha axoTTor l/fii (PG 31, 8S1/8). Hs: BrM 812 (Add 17183. 10. Jh) 7» b. Dazu KtifAJ.iua 
7rapaif£Tiy.d{?), in der Hs VtS 125. XIX" nnd ein Text des Briefes Xr 22 als dm/.ia neoi 7e).ci6ir,roi 
ßhv BrM 812. 7»c. 

») Theodoros b Küui 2, 331f. M 313 (2, 250f.). B'EKg 1, 221/4. "Ai § 47. ABaum- 
stark, Zur Vorgesch. d. Theol. d. .\ristoteles, OC 2, 187/91. J-BCbabot , JA'" 8, 261 f. 

*) Theod. b Koni. 



[§ 26abc Jöhannän v Apameia. Stephanos b Siid;h)ailf. Sargis v ßiä'ainä. 167 

eine äußerliche Christianisierung neuplatonischer Spekulation, in deren System 
Melchisedek und Abraham eine Hauptrolle spielten. Wenn nicht mit ihm iden- 
tisch, so doch ihm geistesverwandt war der Unbekannte, der eine anderweitig *) 
bezeugte teilweise syrische Ubs der evredöe^ des Plotinos zu dem Werke ver- 
arbeitete, das unter dem pseudepigraphen Titel einer „Theologie des Aristo- 
teles"' durch den Eraesener 'Abd al-Masih ihn 'Abdallah Nä'ima zum Gegen- 
stande einer erhaltenen Übertragung ins Arabische gemacht wurde.-) Über einen 
späteren Xestorianer J. aus dem mesopotamischen Apameia Tg. § 35 e. 

b) Stephanos h Sfid(h)aile,'') dessen Lebenszeit durch die an bzw. gegen 
ihn gerichteten Briefe des Ja'q6b(h) v Seriig(h) und Philo.xeuos sicher' gestellt 
•wird, stammte aus Edessa, wo er als Mönch von hervorragender., persönlicher 
Frömmigkeit lebte. In seiner Jugend hatte auch er einige Zeit in Ägypten zuge- 
bracht, und war dort als Schüler eines Johannes augenscheinlich mit den 
Gedanken des Origenes vertraut geworden, die er später, ausgehend von der 
Leugnung der Höllenstrafen und der ä/io-KaTdaiaaig-Jjehre im Sinne eines rück- 
haltlosen Pantheismus ausbaute. Um seiner Anschauungen willen aus der Heimat 
vertrieben, fand er eine Zufluchtstätte in einem palästinensischen Kloster, von wo 
aus er dauernd in Beziehungen mit mesopotamischen Gesinnungsgenossen stand. 
Unter dem wohl von ihm selbst erfundenen Namen eines Hierotheos, den Diony- 
sios der Areiopagite zum Lehrer gehabt haben sollte, hat er in einem ,,B über 
die verborgenen Geheimnisse des Gotteshauses" eine systematische Darlegung 
seiner Gedankengänge unternommen') und in psalmenartigen ..Lobgesängen'''') für 
dieselben geworben. Auch Briefe, einzelne Abhandlungen und mystische Schrift- 
erklärung haben ihm zu ihrer Vertretung gedient, ohne daß sich auch davon etwas 
erhalten hätte. 

c) Auch Sargis, Pr und Archiatros in Ris'ainä (Theodosiopolisl") hatte in 
Alexandreia seine gelehrte Bildung empfangen und stand theologisch von Hause 
aus auf monophysitischem Boden, scheint aber von jeher auch mit nestorianischen 
Kreisen friedliche Beziehungen unterhalten zu hal)en, wenn anders in einem 
Theodoros, dem er mehrere seiner literarischen Arbeiten widmete, der gleich- 
namige nestorianische B von Merw erblickt werden darf. Ln chalkedonensischen 
Lager zeigen ihn die letzten Ereignisse seines Lebens. Um gegen seinen B Asko- 
hos Klage zu führen, erschien er in Antiocheia vor dem 526 an Stelle des Severus 
getretenen Pen Ephraim und wurde von diesem mit einer Botschaft an Pajjst 
Agapetus I. betraut. In dessen Gefolge ist er am 20. 2. 536 nach Konstantinopel 
gekommen, wo ihn noch vor dem 22. 4. der Tod ereilte. Einer ihm zukommen- 
den führenden Bedeutung auf dem Gebiete profaner griechisch-syrischer Über- 



') Q 258. *) Ag: FDieterici, D. sog. Theol. d. A. Aus arab. Hss. Z. ersteu Male 

bgeg. u. übs. (Lpz 18821.). Grandlagea sind die BB 4/6 der irj'tüSe-, wozu es paßt, daß nacb Q 
nur „einiges" von PI. ins Syrische übersetzt war. 

») Brief d. Philoxenos an Abraham n. Orestes (S. 142 Ak. 9). ChrAn 2 (Ag Chabot) 2, 258. 
B'EKg 1, 221/2. BO 1, 303. 2, 30,3. ALFrothingham, Stephen bar Sndaili the Syrian Mystic 
and the book of Hierotbeos (Leiden 1886). AMerx, Ideen und Grundlinien einer allgem. Gesch. 
d. Mystik (Akadem. Rede. Heidell)erg 189.3). Wright 76£. Duval' 356,8. *) Hs: BrM 7189 
Rieh ü 126Si,9). B.s bei Frothingham. Yg. VRyssel, Zeitschr. f. Kircbengesch. 10, lf)6/8, 
der allerdings die Autorschaft des St. in Zweifel zieht. ") Az: BrM 864(Add 17191. 9/10. Jh)63<>. 

"j Ps.-Z. IX. 9. CbrM 224 (170). EbS z. J 847 Gr. üs 1, 109. 185. 189. 204. M 283 f. (2, 199f.). 
B'EWg (Ag Bruns-Eirscb) 62 (59); Kg 205,8; Eist. dyn. (Ag Pococke) 150. 'Ai § 64. BO 3i, 87. 
ABaumstark, Lncnbrationes Syro-Graecae (Lpz 1894 = Fleckeisens Jabrbb. 21,353/524). Cap. 1. 
De S. Resa'inensi librornm Graecomm interprete Syro, wo ich in der Gl.uchsetznng mit allen mög- 
lichen Trägern d. Namens Sergios stark zu weit gegangen bin. Wright 88/93. DnvaP 247/9. 
270. 278. 314. 363 £. 



168 Die Literatur der monophysitiscben Beweguug. § 26cJ 

Setzungsliteratur sind sich noch arabische Zeugen bewußt. Die Beschuldigungen 
der Sittenlossigkeit, Schwclgerei und Geldgier, die gegen ihn laut werden, können 
wenigstens in der Erbitterung der strengen Monophj'siten gegen den Renegaten 
iliren Grund liabon. Sein ursprüngliches christologisches Bekenntnis hat S. in 
einer nicht erhaltenen „Rede über den Glauben" 'j und in dem ^'orwort seiner 
Übs der Schriften des Ps.-Dionysios Areiopagites ^) niedergelegt. Ebenbürtig 
neben derselben steht das Originalwerk einer Darstellung der aristotelischen Logik 
in 7 sich an das Organon anschließenden BB.") Äußer diesem, sind an Arbeiten 
philosophischen Inhalts unter seinem Namen überliefert: eine l'bs der ps.-aristo- 
telischert Schrift iTtQi ■/.oof.wv jigog l-f'/.i^avdQor.*) eine gleich dem Hauptwerke 
Theodoros gewidmete Abhandlung ,.über das All nach der Ansicht des Aristo- 
teles",'') eine solche über Gattung, Art und Individuum,"^ eine Schrift über die 
KarrffOQlai an einen Philotheos,') ein an einen Unbekannten gerichtetes Send- 
schreiben über neql tQ^irjviiag Kap. 3, das Verhältnis der 'Jva).izr/.u TTQOieou zu 
den übrigen Schriften des Aristoteles und den Begriff des oy/ifia in den './ra).iTixa 
TTQÖT. I. Kap. 7.*) Vermuten läßt sich nach Maßgabe der hslichen tT)erliefe- 
rungsverhältuisse seine Verfasserschaft ferner für Ubss der Elaayioyi] des Por- 
phyrios,") der KaTijyoQlai,^") und einer im griechischen Original nicht erhaltenen 
Aristoteles zugeschriebenen Schrift ^regl »//i'xijc,") eine ..philosophische" Erörterung 
über die Redeteile^-) und je einen Traktat über Bejahung und Verneinung''') und 
den Begriff der oöaia.^*) Von Galenos hat eine Mehrzahl der in orientalischen 
Arztekreisen als Grundlage des medizinischen Studiums zu kanonischer Geltung 
gelangten Schriften *^) im 9. Jh in syrischen Ubss des S. die Grundlage einer 
Weiterübertragung ins Arabische gebildet.'") Ein Gleiches gilt von einzelnen 
Stücken, die den Namen des Fürsten der griechischen Arzte zu Unrecht trugen.") 
Erhalten sind die BB 6/18 Ttegi zpaaecog züv aTt?.wv fpaQ^tdy.tüv^^) in einer wiederum 
Theodoros gewidmeten Übertragung, und ein Vergleich mit diesem Texte gestattet, 



') Bezeugt durch Ps.-Z. 

=) Ebenso. Hss: Sin 52(7. Jh). BrM 625 (Add 12151. J8041 626 (Add 12152. J 837). 627(Add 
14539.9.Jh). 628 (Add 14540. 9. Jh). 629 (Add 22370. 14/5. Jh). Or 2306 (J 1547 8 nach Vorlage von 
766/7). JerMkl 2* (J 1289/90?); nur der Vorrede u. der 5 ersten Kapp.: Mos 92(18. Jh)IlI^ von 
Bruchstücken: VtS 107 (7. Jh) 29», von jtc(u &eioj, drofidnoi-. 254 (vor 9321. 

») 'Ai. Hss: Seert 91 (J 1186/7). Pr 354 (J 1224): ohne B 1 und mit Lücken in den übrigen 
BB: BrM 987 (Add 14658. 7/8. Jh). Außerdem ein Splitter aus B 3: BrM 857 (Add 12155. J 746, 7?) 
XXI0 2. Anonyme Bruchstücke eines ähnlichen Werkes: BrM 5192 (Add 14670. fol 15/8. 7. Jh). Vg. 
auch Traktate ans dem Kreise aristotelischer Philosophie in den Hss: VtS 190. III". Urm 161 
(J 1777/8)9». *) Hs: BrM 987(Addl4658. 7.Jh)8». Agg: P de Lagarde, AnS 134/58. Vg. 

VByssel, Üb. d. textkrit. Werth d. syr. Übss. griech. Klassiker (Programm d. Nicolai'schen 
Gymnasiums. Lpz 1880) 7/48 (1881) 10/29. 

') Hs: BrM 987. 7». «) Hs: BrM 987. 10». ') Hss: Brl 88(Peterm9. J12.-)9 60)21». 

N-Dsem 49 (17. Jh) 3». 50 (ebenso). ») Hss des dritten TeUes unter dem Namen des S : BrM 

988 (Add 14660), des ganzen anonym: Brl 88. 18». 

») Hs: BrM 987. 2». 3». Vg. AFreimann, D. Isagoge d. Porphyrius in d. syr. Über- 
setzung (Erlanger Diss. Bri 1897). '») Hs: Ebenda 4". ") Hs: Ebenda 9». Bs: KatWright 1157. 
") Hs: Ebenda 5». ■') Hs: Ebenda 6». ") Hs: Ebenda 19». 

") Aufgezühlt Fihr 289 Z. 19/290 Z. 2. Q 129 Z. 3/16 und danach von MSteinschneider, 
Archiv f. patholog. Anatomie u. Physiologie u. für klin. Medizin 124, 279/83. '») Us 1, 189. 

Vg. Steinschneider a. a. 0. 279. 

") So von einem Kommentare zur Hippokratesschrift über die Embryonen nach Us 1, 99. 
Vg. Steinschneider 130, nach dem der von der Kritik des 9. Jhs vermutete wirkliehe Ver- 
fasser vielleicht des Hippokrates Sohn Thessalos gewesen wäre. 

0) Hs: BrM 1004 (Add 14661. 6/7. Jh). Ag: AMerx, ZDMG 39, 237/305. 



[§ 26cd Sargis v Eis'ainä. Popnlärphilosophische Literatur. 169 

des weiteren die Hand des S. auch in Bruchstücken Ton Übss der Texvrj lazqinri ') 
und der BB mql roorfü)}' ÖLfdueijy -) zu erkennen. An ttiqI -/.oiaiiKov fjisQwv 
schließt sich eine letzte an Theodoros gerichtete Abhandlung „über den Einfloß 
des Mondes nach der Ansicht der Astrologen"* an,^) zu der sich ergänzend ein 
kurzes anonym überliefertes Stück über die Bewegung der Sonne gesellt.*) 

d) Yen populärphilosophischer Literatur*) zeigen namentlich Übss von 
Plütiirchos meoi äogyroia.:,^) ttü)^ liv ri^ V7t' lyß-Qwv w(pe'/.olTo'')\\nA tccq'i «ff/(jff£wc,*) 
Lukianos thoi rov ui_ öaöiojg .-riaiiveiv öiaßo'/.fi *) und Themistios Tiiot yt/./ac *") und 
negi (ip«rj."i von denen die dritte und sechste im Original verlorengegangene 
Stücke erhalten haben, in Sprache und Ubstechnik so nalie Berührungen mit den 
sicheren Arbeiten des S., daß es naheliegt, in ihm selbst ihren Urheber zu suchen. 
Leichte Abweichungen des Sprachgebrauches läßt diejenige der Isokrates zuge- 
schriebenen Mahnrede ttqo^ Jijiörr/.ov erkennen.*-) Derselben Sphäre gehören 
weiterhin zunächst noch die syrischen Texte eines wiederum im Original nicht 
erhaltenen Dialogs Iiuy.Qärr^i;,'^) die Geschichte des Philosophen Sekundos des 
Schweigsamen**) und — trotz einer jungen und anscheinend nur nestorianischen 
Überlieferung — vielleicht auch diejenige der Rede über die "Weisheit eines Apol- 
lonios (von Tyana?) an.'^) Bezüghch der syrischen Menandrossentenzen**) ist die 
allerdings stark sich aufdrängende Annahme ihrer Herkunft aus Übss ganzer Dramen 
des attischen Komikers, die alsdann wohl noch dem vorchristhchen Schrifttum des ost- 
aramäischen Sprachgebietes angehören müßten, vielleicht doch abzuweisen.*') Neben 



'i Kap. 23 f. 28 31. Hs: BrM 1005 (Add 17156. 8/9. Jh)foll3 f. Ag: ESachan. InedS SS./Si. 
Vg. ABanmstark a. a. 0. 470,2. 

«) B 2 Kap. 58,61. Hs : BrM 1005 fol 15. Ag: a. a. 0. 94 7. Vg. ABanmstark a. a. 0. 472. 
^) BrM 987. 12». Ag: a. a. 0. 101,24. ') Hs: Ebenda 13». Ag: a. a. 0. 125f. 

') VRyssel, Üb. d. textkrit. Werth d. syr. Übss. griech. Klassiker iLpz 1880,81). A Baum- 
stark a.a.O. 43870. DuvaF 264,-7. «) Hss: Sin IG (6,7. Jh). BrM 1003 (Add 17209. 9. Jhjfb. 
Ag: PdeLagarde, AnS 186,9,5. Vg. VEyssel a. a. 0. 2, 55f. ABanmstark a. a. 0. 496f. 

'■] Hs: Sin 16. Ag {mit Übs): ENestle, StSin 4 (Lo 1894) 1 18 (1/13). tJbs: VRyssel, 
BhM« 51, g.m *) Hss: Sin 16. BrM 1003. fa. Ag: a. a. 0. 177,86. Übs: JGildemeister, 

EhM- 27. 524,38. 

») Hs: BrM 1003. 2». Ag: ESachan, InedS 1/16. Vg. VRyssel, Üb. d. textkrit. Werth 
2, 45,54. ABanmstark a. a. 0. 453 64. 

") Hs: BrM 1003. 3»b. Ag: a. a. 0. 4865. Vg. VRyssel a. a. 0. 54. ABanmstark 
a. a. 0. 464,«. ") Hs: BrM 1003. 3''a. Ag: a. a. 0. 17,'47. Übs: JGildemeister a. a. 0. 

439,62. 

'-) Hss: BrM 987. 16». 800 (Add 14621. 9. Jh) 4», eines Azs: 773(Add 14614. fol80/124. 7,8. Jh)4«a. 
Ag: PdeLagarde, AnS 167,77. Vg. VRyssel a. a. 0. 2, 29/44. ABanmstark a. a. 0. 438/53. 
") Mit einem Erostrophos (?). Hs: BrM 987. 15°. Ag: a. a. 0. 158,67. Übs: VRyssel, EhM* 48, 
175/95. '*) Griech. bei JLOrelli, Opnscula Graecor. Vet. sententiosa et moralia 1, 208/13. 

Hs (eines am Anfang defekten Textes): BrM 800 (Add 14620)3». Ag: ESachan, InedS 84/8. 

'») Hs: BrMOr 4398 (J 1890). 

'•j Hs einer umfangreichen aus der Fusion zweier älterer Florilegien entstandener Samm- 
lung: BrM 987. 18», eines kleineren Stockes: 773. 4»b. Ag der ersteren: JPN'Land, AnecdS 
1,6473(156,164), des zweiten: ESachan, InedS 80f. Nenübss mit Untersuchung des gesamten 
Materials: ABanmstark a. a. 0. 473,-90; mit Textverbesserungen : FSchultheß, ZAtW 32, 
199,224. 

") Vertreten von Baumstark a.a.O. Noch entschiedener abzulehnen ist aber jedenfalls 
die von WFrankenberg, ZAtW 15, 22677 ansgesprochene und von ESchürer, Gesch. d. 
jüd. Volkes im Zeitalt. J. Christi 3* (Lpz 1909) 622 f. mindestens ernsthaft in Erwägung gezogene 
Annahme jüdischen Ursprungs des Originals. Vg. OStählin bei (WChrist-) WSchmid, Griech. 
Litteratnrgeschichte 2* iMünch 1920) 623. 



170 Die Literatar der monopbysitischen Bewegung. § 20 de) 

ihnen stehen Sprüche des Pythagoras ') und der Pythagoräerin Theano ') und zwei 
Sammhingen ,.platonischer" iigoi.") an die sich ein kur/.es apokryphes Gespräch 
Piatons mit einem Schüler anschließt.*) Teils als Ganzes aus dem Griechischen 
übersetzt, teils aus einschlägigem Material wohl erst auf syrischem ISoden zusammen- 
gestellt sind einige kleinere Gnomologien von Sprüchen verschiedener Autoren.^) 
Besonderer Beliebtheit erfreuten sich nach Ausweis der reichen hslichen l'uerliefe- 
i"ung in mindestens zwei verschiedenen l'bss die griechisch unter dem Namen eines 
Sextos gehenden Prosasprüche. ') Mit einem im Abendlande schon von Hierony- 
mus bekämpften und von Augustinus zeitweilig geteilten Mißverständnis dem 
Martyrerpapste Xystos (= Sixtus 11.) zugeschrieben, haben sie dessen Gestalt so 
volkstümlich gemacht, daß eine ihm beigelegte Anaphora seit dem 13. Jh ein 
Lieblingsformular jakobitischer und maronitischer Meßliturgie wurde. ^) 

e) Vom Physiologos *) steht auf syrischem Boden das 32 Kapp, umfassende 
Exzerpt einer alten enge mit den besten Textzeugen des ursprünglichen griechi- 
schen Tierbuches zusammengehenden I'bs "j zwei jüngeren Kompendien volkstüm- 



') Hs: Brll 987. 20». Ag: PdeLagarde, AnS 195,'201. Vg. JGildemeister, Hermes 
4, 81/98. '^i Hs (eines lückenhaften n. am Schlüsse unvoUst. Textes): Ebenda 26". Ag: 

ESachan a. a. 0. 70,5. 

»} Hss: BrM 987. 2.3«. 861 (Add 17193. J874)32° bzw. 987. 25». 773. 32». Ag: ESachau 
a. a. 0. 66 f. bzw. 69 f. *) Hss: BrM 987. 21». 768 (Add 11618)9». 773. 6». Ag: a. a. 0. 67,9. 

6) Hss: l<in 16. BrM 768. 7». 8». 773. 4»c. 5». 82S(Add 17178. 11/2. Jh)6». Katalog 
KWHiersemann 487 Nr 255a (8,9. Jh) 4». VtS 144 (9. Jh) IX». OxfXewColl 331. CmbrAdd 2Ü12 
(14.Jh). Dijarb 114(J1698). Mard 81 (17.Jh)2». Agg der Sin-Hs: ASmithLewis. StSin 1, 
26/38, des Loiuloner Materials: ESachau a. a. 0. 76/83, der Osforder Hs: ebenda Vf. Übs: 
VRyssel, EhM» 51, 529/43, des in BrM 768 enthaltenen Stoffes: BHCowper, Syriac Miscellanies 
(Lo 1861) 43/8. Über eine in diesem Zusammenhange als „Rede eines Philosophen über die 
Seele" überlieferte Schritt des Gregorios Thaumaturgos vg. oben S. 76 Ak. 6. 

») "Ai § 41 mit Unterscheidung zweier BB desjenigen „der Memre" und eines „der Gott 
Liebenden". Hss (anscheinend ursprünglich einer Sammlung in 3 BB): BrM 737 (Add 17166. 6.Jh)4». 
741 (Add 12169. fol 179,218. 6. Jh) 1». 742 (Add 12166. fol 1/151. 6. Jh)2». 744 (Add 14616. 6,'7. Jh)2». 942 
(Addl2160. toll09 85.7.Jh)II»2. 785(Addl2167. J876|II». 788 1 Add 17168. foU 14/53. 9. Jh) 2». 793 
(Add 14577. 9. Jh) 6». 801 (Addlir817.9. Jh)2». 802 (Add 17218. fol 70/83. 9. JWl». 929 (Add 14583. 
ll.Jh)2» 837(Addl7262. 12.Jh)13». 849 (Add 14738. fol 65,9. 13/4. Jh) 5». Vt 126 (J 1223) XIH». 
377. 3° (Abs der vorigen), von Azzeu: BrM 753 (Add 14612. 6,7. Jh) 3». 762 (Add 17173. 7. Jh 4°. 10». 
798 (Add 14535. 9. Jh) 7». 806 (Add 14613. 9/10 Jh) 25». Fr 201(Snppl34. 13. Jh)4°. Auch die von Hanse 
aus einen Volltext bietenden sind vielfach mehr oder weniger defekt. Ag: PdeLagarde, AnS 
2/31. Übs bei JGildemeister, Sesti sententiarum recensiones (Bonn 1873\ Vg. Vßyssel, 
ZWT 38, 617/30. 39, 568624. 40. 131 48. Textkritische Verwertung bei AEiter, Gnomica L 
Sexti Pythagorici, Clitarchi, Evagrii Pontici sententiae (Lpz 1892). Vg. AdHarnack 2u, 190,2. 

') Hss: BrM 263 (Add 17229. fol 1/47. J 1218) 7». 264(Addl4691.foll,109. J1231)7». 267(Add 
14691.foll/43. 13.Jh)6». 272(Addl46!l3. fol 1/141. 13,4. JhH». 283(Harl5512. J1519)4»b. 7180 Rieh 
(J1657/8)8». Or 2294(J1704/5\ 2293 (J 1729/30). Addl0042(J1737i3». Ox 65 (Da wk 58. J 12.38)6». 
66(Poc85. Jl 623)3» i'. VtB 159 (J 1294/5). ]56(J1641)50. VtS 25 |J 1481/2) 25». 28(15.Jh)3o. 32 
(15.Jh)4°. 29(J1539)4». 31 (J 1.064)2». 292.9». 293 (nach J 1736) 6». 297.12». Brl 152(Saehl51. 
14/5.Jh)6». JerMkl 10 A(J 1427 8)24». 11 (15. Jh) A4» 12 (J 1579/80) 5». 13(J 1591)18». 14(16,7. Jhj 5». 
Par 72 (Anc fonds 64. J 1462) 4». 73 (Snppl 25. J 1508.9) 3». 75 (Anc fonds 36. Vor J 1524 5) 15». 78 
(Snppl50. 16.Jh)2o. 79 (Snppl 54. J 1554/5) 2». 80 (Suppl 5-5. J 1556/7) 2». 86 (SuppllO. 17.Jh)3o. 93 
(Anc fonds 70. 18. Jh) 6«. CmbrAdd 2917 I»(16.Jh)5. 2973 (J 1869)7». DamErzb6. Hs von Krem 12». 
Agg: MCh 67/88. MS 19;'37 (In Verbindung mit Teilen des „Ordo communis'^1. Übs: Ren 134,42. 

•*) FLauchert. Gesch. d. rhysiologu8(Straßbnrgl889)81,6. KAhrens, Zur Gesch. d. sog. 
Physiologus (Gymnasialprogramm. Ploen 1885). DuvaP 274f. ») Hs: VtS 217(16. Jh)XIlI». 

Ag: OGTychsen, Physiologus Syrns seu Hist. animal. XXXII in S.S. memoratorum (Rostock 1795). 



[§ 26 ef Populärphilosophische Literatur. Physiologos. Syrische Geoponika. 171 

lieber Naturkunde gegenüber, in welchen der Stoff desselben um verscbiedenai'tige 
Zutaten bereichert ist. Auch die allegorischen Deutungen (^siogiai), die in der 
ersteren schwerhch von jeher gefehlt haben, bot eine Bearbeitung, deren Erweite- 
rungen durch ihre starke Abhängigkeit von den Hexaemeron-Homilien des Basi- 
leios veranlaßt haben mag. diesen als Verfasser des Ganzen zu bezeichnen. In 
ihrer primären Gestalt nicht erhalten, wird sie durch eine 81 Kapp, starke Neu- 
redaktion kenntlich, die auf Grund eines unvollständigen Exemplars unter Ver- 
änderung der Reihenfolge der einzelnen Kfipp. durchgeführt wurde.*) Eine auf 
nestorianischer Seite von dem Lexikographen Bar Bahliil (§ 38 i) benützte Rezen- 
sion in 125 Kapp, läßt dagegen jene Schicht theologischen Einschlages wieder 
vermissen, behandelt aber neben Tieren auch Bäume und Steine und in der ge- 
schlossenen Gruppe der Kapp. 80 9 selbst geographischen Stoff. Selbständig ist 
daneben die t'bs einer -xcioKfog n]!,- oi/.oiuiri]i betitelten Erdbeschreibung 
überliefert, die ihre Entstehung der Zeit und Anregung des äg^iitischen Königs 
Ptolemaios Philometor verdankt haben soll,'') während eine Probe entsprechender 
TolkstümUcher Kleinhteratur auch historischen Inhalts an einer Darstellung der 
Gründungssage Roms unter dem Namen des angeblich schon von dem ältesten 
römischen Annalisten Fabius Pictor als Quelle benützten Diokles von Peparethos 
in doppelter Rezension vorliegt.*) 

f) Die syrischen Geoponika*) waren in ihrer ursprünglichen Gestalt eine Übs 
der 12 BB umfassenden airaycuyii yeiogyr^wv l7nri]dEiiiäni}v eines dem 4. oder 
5. Jh angehörenden Vindanios Anatolios aus Berytos, die in einem als B 13 bzw. 
14 gezählten doppelten Anhang zur Tierzucht und zum Pflanzenbaue möglicher- 
weise eine Ergänzung aus einem zweiten tierarztneikundlichen "Werke desselben 
griechischen Schriftstellers erfahren hatte.") Der höchst unbefriedigend ei-haltene 
Text, dem im Gegensatz zu der Hinzufügung jener beiden BB ein B 1 voll- 
ständig fehlt, dürfte einen Versuch darstellen, in die durcheinander geratenen 
bloßen Bruchstücke einer Vorlage wieder eine gewisse Ordnung zu bringen. Eine 
Verknüpfung des Werkes mit S. v Ris'aina konnte sich nur nahelegen, wenn 
man in ihm die Grundlage für ein arabisches ,.B der griechischen Landwirt- 



') Hs: Leyden 66(U.Jh)2». Ag: JPNLand, AnecdS 4, 33, 102 (31/98. Mit Anmkk. 115/76). 

*) Hs: BrM 1008 (Add 25878. fol 1/70. 16. Jh). Ag: KAhrens, D. Buch d. Naturgegeu- 
stände (Kiel 1892). Kaum auch noch irgendwie in diesen Zusammenhang gehört ein kurzes Ex- 
zerpt „über Xaturdiuge" ans Alexandros v Aphrodisias: 857(Addl2155. J746,7jXXl"2. 

ä) Häs: BrM 919 (Add 17202. 6, 7. Jh) 4». 800(.\ddl4620. 9. Jh)12». Ag: Land a. a. 0.3, 327/40. 

*) Hbs: BrM 636 (Add 12152. J 837). Abs einer solchen in Koi Kerkük (14. Jh) im Besitze 
Nöldekes. Dijarb 113 (16. Jh). N-Dsem 93 (J 1682;'3). Agg: P de Lagarde, AnS 201;5. Ign 
Gnidi, ChvM 359/70 (285j'95). Übs: BHCowper, Syr. Miscellanies 48,53. Nur mehr durch die 
Geschichtswerke des Ps.-Zacharias v Mytilene (§ 28 e) und M wird anscheinend eine zweifache Übs 
auch einer knappen Rombeschreibung, des sog. Breviariums, bekannt. Vg. IgnGuidi, Bnlletino 
della Comm. archeol. comunale di Roma 1885, 218,37. 1891, 619. ABaum stark, OC 1, 382 f. 

') Hs: BrM lOOö (Add 14662. 8 9. Jh). Ag: PdeLagarde, Geoponicorum in serm. Syriacum 
vers. quae snpersunt (Lpz 1860). Vg. ders., Gesammelte Abhdll. (Lpz 1866] 120/46. WGemoll, 
Untersuchungen üb. d. Quellen, d. Verfasser u. d. Abfassungszeit d. Geoponica (Brl 1884). 
GSprenger, Darlegung d. Grundsätze, nach denen d. syr. Übertragung d. griech. Geoponika 
gearbeitet worden ist (Lpz 1889). EOder, RhM- 45, 58/99. 212,/222. 48, 1,40. Ders., 7. Snpple- 
mentbd. des Philologus 240.66 bzw. Aneedota Cantabrigiensia I (Programm d. Friedrichs- Werder- 
schen Gymnasiums zu Berlin 1896). ABaumstark, Lucubrationes Syro-Graecae. Cap. I. 2. De 
versione, quae dicitur, Geoponicorum Syriaca. DuvaP 276f., Prooem XVII. JRnska, Cassianus 
Bassns Scholasticns u. d. arab. Versionen d. Griech. Landwirtschaft, D. Islam 5, 174,9. EFehrle, 
Studien zu d. griech. Geoponikern (Lpz-Brl 1920i. 

") In diesem Sinne Baumstark a. a. 0. 398/400. Bedenken äußert Fehrle 38. 



172 ^'^ Literatur der monophyBitiüchen Bewegung. § 26fg 

Schaft" erblickte, von welclieiii eine Reihe auf verschiedene Vbeisetzer zuriick- 
gefühiter Eezensiunen im Ihulaufe war.') Nunmehr erweist sich dieses jedoch 
als "Wiedergabe der Tttgi yeiogyiu^ hj.oyui eines jüngeren Griechen Kassianos 
Bassos Scholastikos, und im Gegensatze zu einer aus dem Persischen über- 
setzten ist die eine von zwei erhaltenen Textgestalten desselben eine unmittelbar 
aus dem Griechischen geflossene Arbeit und der als ihr Schöpfer bezeichnete 
„Komilcr" Sergios, Sohn eines EHas (Sirgis ihn Hilija er-Kümi) mithin als ara- 
bischer, nicht als syrischer Übersetzer tätig gewesen. -j Die Beziehungen des ara- 
bischen und des syrischen AVerkes zueinander und zu den griechischen Geoponika 
der Enzyklopädie des Kaisers Konstantinos Torphyrogennetos erklären sich daraus, 
daß auch den letzteren die ixloycd des Kassianos zugrunde liegen, in denen die 
auraycoyi] des Anatolios mit den reiogyr/xi eines Didymos zusammengeschweißt war.^) 
g) Mit alcheiiiistischer Literatur *) wird der Name des S. v Ris'ainä selbst 
in arabischer Überlieferung ausdrücklich verbunden.'^) Doch handelte es sich 
dabei möglicherweise um ein pseudepigraphes Stück original arabischen Charakters.") 
Was an Texten syrisch u. zw. in jakobitischer l'berlieferung sich erhalten hat. 
verrät im Gegensatze zu bloßen Kars-Texten erst dem zweiten Jahrtausend ent- 
stammender magischer Kleinliteratur arabischer Schwarzkunst ') eine nüchterne 
Richtung wirklicher chemischer Wissenschaft und metallurgischer Technik. Es 
sind unmittelbar in mehr oder weniger tiefgreifenden Beai'beitungen des 7/9. Jhs 
vorliegende Übss nur teilweise auch im Original erhaltener griechischer Schriften, 
die mithin selbst spätestens im 6. entstanden sein können. Neben einer ursprüng- 
licheren **) steht eine stark überarbeitete Rezension der letzten Endes vielleicht 
bis ins 1. Jh n. Chr. zurückgehenden ,.Gold- und Silbermachekunst" des Ps.- 
Demokritos.®) Denselben Verfassernamen trägt weiteres Material, das einerseits, 



') So Baumstark a. a. 0. 374,8 bzw. MSteinschneider, Beihefte z. Centralblatt f. 
Bibliothekswesen 12, 14 f. ') Nach den entscheidenden Feststellungen vonRuska a.a.O. bzw. 
von Fehrle a. a. 0. 40 50. 

') Außer den beiden erhaltenen arabischen Texten des „Bs d. griech. Landwirtschaft", von 
denen der aus dem Persischen geflossene jüngere letzten Endes auf eine zwischen Kassianos 
Bassos und den Geoponika der Porphyrogennetos-Enzyklopädie liegende Stufe der literarischen 
Entwicklung in griechischer Sprache zurückweist, sind noch drei weitere bezeugt, als deren Ur- 
heber Qnstä b Lüqä. ein Enstat(h)ios und Abu Zakarj.T Jahjä b 'Adi namhaft gemacht werden. 
Es wäre wohl denkbar, daß mindestens einer derselben eine L'bs aus dem Syrischen ge- 
wesen wäre und auf diesen alsdann wieder der den syrischen Geoponika näher als den griechi- 
schen und den beiden erhaltenen arabischen stehende armenische Test der griechischen Land- 
wirtschaftslehre zurückginge. Über diesen und die Literatur zu ihm vg. AVardauian bei 
Fehrle 2f. 

*) Vg. G H f f m a n n in A L a d e n b u r g , Handwörterbuch d. Chemie (Breslau 1884) 2, öl6;30. 
MBerthelot, La chimie un moyena-ge. 2 (Pr 1893). Duval' 282f. MBerthelot, D.Chemie 
im Altertum u. im Mittelalter. Aus d. Französ. übertragen von EKalliwoda, durchgesehen, 
eingeleitet u. mit Anmkk. von FrSturz (Lpz-Wien 1909) 34 49. EdmO v Lippmann, Ent- 
stehung u. Ausbreitung d. Akhemie (Brl 1919). 

«) Fihr 354, 19: „B des S. von Ka's al-'ain an Quwairi B. v Edessa." Daneben (24 f. 28) 
ein „B des Mönches S. über die (große) Kunst" und ein „B des S. über die (große) Kunst". Ein 
„Mönch" S. erscheint übrigens auch als Verfasser eines asketischen Schreibens. Hs: CmbrAdd 
2019 (J 1452) 7». ") GHoffmann a. a. 0. 517. EdmO vLippmann 298. 355. 389. 

') Hss: BrM 1007(Egerton709. 16..Th). Or 1593 (gleichen Alters). Ag und Übs: EDuval 
bei Berthelot, La chimie usw. 2, 61/104 (141/201). ") Mit einem Anhang über den Stein 

der Weisen. Hss: BrM 1007. Or 1593. Ag und Übs: RDuval a. a. 0. 10/5 (19/30). Vg. 
vLippmann 41/3. 

») Hs: CmbrMm 6. 29 (16. Jh) 3". Bs: Duval a.a.O. 267/73. Vg. vLippmann 43 f. 



[§ 26 g 27 Syrische Geoponika. Alcheinistische Literatur. 173 

als BB 310 gezählt, eine Fortsetzung der ersteren bildet,') andererseits in einem 
kürzeren und einem 3 BB umfassenden längeren Traktat in selbständiger Über- 
lieferung vorliegt.-) Zosimos. einem anscheinend gnostischen Christen des 3. Jhs, 
wird außer einem in 12 BB gegliederten Werke über die Bearbeitung der Me- 
talle einschließlich der Gewinnung des Quecksilbers und der Herstellung ver- 
schiedener Legierungen •') ein gleich jenem an eine ,.Königin" Theosebeia ge- 
richteter „pharmazeutischer Traktat" über medizinische Anwendung der ..nütz- 
lichen Stoffe"' zugeschrieben, dessen in die Form einer Beschreibung angeblicher 
Keisen des Verfassers gekleidete Darlegungen sich als auf Dioskurides und Galenos 
beruhend erweisen.*) Die angebliche Auffindung und den Inhalt der persisch 
abgefaßten Geheimschrift eines sagenhaften Ostanes betrifft ein Briefwechsel zwi- 
schen den gleichfalls legendarischen Gestalten des Ägypters Pibechios und eines 
Persers üsrön.*) Technische Rezepte gehen ferner unter dem Namen Ezras, ,.des 
Schreibers".') Dazu gesellen sich von anonymem Gute ein Register von Metallen 
und anderen chemisch verwendeten Stoffen mit ihren Namen und astrologischen 
Zeichen.') eine größere Schrift in 2 BB *) und eine Reihe kleinerer Bruch- 
stücke.") In ihrem literarischen Charakter berühren sich schließlich mit diesem 
Schrifttum, ohne daß die in ihnen vorgetragene Geheimwissenschaft selbst gerade 
den alchemistischen Kreise angehörte, die Fragmente einer vorgeblichen Schrift 
des Babjloniers Beros'os) an seinen ,.Sohn" Theon.") 

§ 27. Die durch Männer wie den Bekennerbischof Johann an v Tellä 
vorbereitete, vor allem durch Ja'qöb(h) Bürde'änä ins Werk gesetzte ße- 
organisation des nationalsjTischen Monophysitentums severianischer Richtung war 
naturgemäß eine Sache praktischer kirchlicher Wirksamkeit, hinter welcher lite- 
rarisches Schaffen an und für sich in den Hintergrund trat. Zwei ürkunden- 
sammlungen und eine breite Schicht dogmatischer Katenen spiegeln denn 
auch durchaus die aktuellen Interessen organisatorischer Aufgaben und theologi- 
scher Meinungsstreite wieder, welche die beteiligten Kreise beherrschten. Mag es 
hier von Fall zu Fall zweifelhaft sein, wie weit die einzelnen Stücke schon von 
Hause aus- syrisch abgefaßt oder aus dem Griechischen übersetzt wurden, so ist 
eine ähnliche Unsicherheit über seine sprachliche Originalform wenigstens teil- 

') Hss: BrM 1007. Or 1593. Ag nnd Übs: Duval a. a. 0. 15/.59 (31/106). Vg. Berthelot, 
La chimie 2, IX/XU. ^) Hs: CmbrMm 6.29.4». Es: Duval a.a.O. 27393. Vg. Berthelot 
a. a. 0. XXXVf. ') Hs: CmbrMm 6. 29. 2». Bs (mit Äzz in Übs): Dnval a. a. 0. 210,66. 

Vg. Berthelot XXV.XXXV. Berthelot-Kalli woda 4.3,8. v Lippmann 88/92. 

♦) Hs: CmbrMm 6. 29. 6» Bs (ebenso): Duval a. a. 0. 297/308. Vg. Berthelot XXXVII f. 
V Lippmann 92f. ») Hs : CmbrMm 6. 29. 7». Ühs: Du val a. a. 0. 309,13. Vg. Berthelot 
XXXVIII f. V L i p p m a n n 95. 

•) Hs: CmbrMm 6. 29. 5». Bs: Duval a. a. 0. 294,'6. Vg. Berthelot XXXVL 

') Hss: BrM 1007. Or 1543. Ag nnd Übs: Duval a. a. 0. 1/10 (1/18). Vg. Berthelot 
XUI/XVL ') Hs: CmbrMm 6. 29. 1». Bs: Duval a. a. 0. 203,9. Vg. Berthelot XXV. 

*) Darunter u. a. ein Bruchstück anscheinend der 'Mty.d des Ktesias und eine interessante 
noch heidnische Beschwörung. Hs: CmbrMm 6. 29. 8°. Übs: Duval a.a.O. 313/31. Vg. Ber- 
thelot XXXIX/XLIII. 

'•) Hs: VtS 217 IIP. Ag: GLevi della Vida, EStO 3, 7/43. 611f. Das vollständige Werk 
dürfte in seiner Hauptrichtung vielmehr astrologischen Inhalts gewesen sein, wie sich aus Be- 
rahrungen der Bruchstücke mit der astrologischen Partie einer großen medizinischen Kom- 
pilation i§ 38b; nahe legt. Vg. Levi della Vida, RStO 6, 772 f. 



174 Die Literatur der mosopbyBitischen Bewegnnic:. § 27ab] 

■weise auch bezüglich dei- schriftstellerischen Betätigung zweier der frühesten PP 
des neuen ,.jak()bitischen" Kirchentums, Petros v Kallinikos und Julianos, 
nicht von der Hand zu weisen, während die dem sassanidischen Osten angehörende 
unverkennbar bedeutende Schriftstcllerpersönlichkeit eines Ahüdfhjeemmeh 
ursprünglich auf dem nestorianischen Boden erwachsen und erst nachträglich auf 
den monophysitischen übergetreten zu sein scheint. Daß es aber auch auf dem 
letzteren rund um die Mitte des 6. Jhs an einer nicht von den unmittelbaren 
Tagesfragen beherrschten literarischen Regsamkeit keineswegs fehlte, wird für das 
Gebiet der Predigt durch eine Reihe anonymer Texte, für dasjenige der Exegese 
vorzugsweise durch Daniel v Salah bezeugt. 

a) B Jöhaimäu b Kfirsös v Tellä,') örd. 519, j 9. 2. 538 im Alter von 55 JJ, 
war aus dem Heeresdienst ins Kloster eingetreten, wurde 521 von seinem Sitze 
vertrieben, besuchte 533 Konstantinopel, hielt sich später im Gebirgslande von 
Sig{h)?ir verborgen, wurde aber hier ergiüffen und über Nisibis nach Antiocheia 

•geschleppt, wo er als Blutzeuge des Monophysitismus ein gewaltsames Ende fand. 
Ein an die Klöster in der Umgebung von Tellä gerichtetes Glaubensbekenntnis,*) 
die in 48 Kanones gegliederte Beantwortung hauptsächlich auf die Eucharistie 
bezüglicher Anfragen eines Sargis,^) eine Folge von weiteren 28 teilweise nicht 
wenig liturgiegeschichtlich interessanter Kanones ,.an die Kleriker"', ein Send- 
schreiben speziell über die Amtspflichten des Diakons ^) und eine Erklärung des 
Trishagions ") bilden den gesicherten Nachlaß des unbeugsamen Bekenners severia- 
nischer Christologie.') 

b) Ja'qöb(h) Bürdg'änii (Bagaöaloc, der ,.Filzene"),^) j 30. 7. 578, dessen 
Verdienste um die Begründung der syrischen Nationalkirche severianischen Be- 
kenntnisses ihr den Namen der jakobitischen eingetragen haben, verdankt seinen 
eigenen Beinamen dem rauhen Stoffe, mit welchem er als Jünger strenger mönchi- 
scher Askese sich zu kleiden pflegte. Der Sohn eines Prs Theophilos b Ma'nü 
aus Telia, trat er nach einer vorzüglichen Erziehung in dem bei einem Dorfe 
Gümmet(h)ä im Izlä-Gebirge gelegenen Kloster Pesiltä ein, wurde um 527/8 zu- 
sammen mit einem anderen Mönche Sargis zur Vertretung monophysitischer 
Interessen nach Konstantinopel geschickt, wo es ihm gelang die Gunst der Kaiserin 



>) Biographie des Elija (§ 28a}. Ps.-Z. VIII 5. ChrM 144 {IUI Ps.-D. zu den JJ 829 und 
849. M 267. 309f. (2, 172. 244f.). B'EKg 1, 213f. BO 2, 53f. Wright 81/3. Duval' 359. 

2) Hs: BrM 556 (Add 14.549. 8,9. JhjIII». 

') Hss: Pr 62(Snppl29. 9. Jh)51<'. BrM 807 (Add 14631. fol 45/53. 9/10. Jh) 2». 286 (Add 14493. 
10.Jh)5<'b. VtB 133 11» (J 1224) 6. Ag: ThJLamy, Dissertatio de Syr. flde et disciplina in 
re Eucharistica (Löwen 1859) 62/97. 

♦) Hss : BrM 907 (Add 14826. fol 1/39 ; bald nach J 641) 14». 857 (Add 12155. J 746,7 ?) XXVIP 18. 
286. 5»c. 909(Add 14527. 11. Jh)5». CmbrAdd 2023(13. Jh) 260a. Ag: CKnberczyk, Canones 
Johannis bar Cursus, Tellae Manzlatae ep. e codd. syr. Parisino et quattnor Londinens. editi 
(Breslaner Diss. Lpz 1901). 

*) Hg eines Azs (bezüglich seines Dienstes bei der eucharistischen Feier): CmbrAdd 2023. 
26b». *) Hss: VtS 159. XIX». Ox 142 (Marsh 101)20». ') Dazu ein Az aus einer nicht näher 
bezeichneten Schrift: BrM 861 (Add 17193. J874U20». Ag: KatWright 1001. 

*) Jöhannän v Ephesos (§ 28 b) Kgesch. 3. Teil IV 14,20. 22. 33/5 ; Biographie des Ps.-Jöhannän 
(§28a); Ps.-D. 2. J 869; ChrM 323 (245); M 309 f. 323. 341. 363 f. 356 f. 362. 365. 367 (2, 245 f. 
268. 300. 319 f. 323/5. 337. 339). B'EKg 1, 216/8. 235/40; B0 2, 62,9: HGKleyn, Jacobns 
Baradaeus, de Stichter der Syrische Monophysietische Kerk (Leyden 1882); Wright 85/8. 
Du vaP 360/62. 



[§ 27 bc Jühannan b Kursus. Ja'q6b(h) Bürde'äna. Urkundensammlungeu. 175 

Theodora zu gewinnen, und blieb in der Reicbshauptstadt. bis 542,3 der Araber- 
könig Häritjhl ibu Jahballäh anläßlieb seiner eigenen Anwesenbeit in derselben 
die Entsendung zweier severianiscber Diasporabischöfe nach den östlichen Grenz- 
gebieten der römischen Macht erwirkte. Durch den verbannten Pen TheoJosios v 
Alexandreia wui'de zu diesem Zwecke ein Tbeodoros mit dem Titularsitze von 
Bostra für Palästina und Arabien und J. mit demjenigen von Edessa für Syrien 
und (Kleinlasien ordiniert. In rastlosem Wanderleben hat der Unermüdliche sich 
seitdem dem Werke einer weiteren Wiederherstellung der severianischen Hierarchie 
Syriens gewidmet, das schon 544 durch die Ordination seines alten Freundes 
Sargis als P von Antiocheia einen vorläufigen Abschluß erfuhr. Innere Streitig- 
keiten, die seit dessen schon 547 erfolgtem Tode den syrischen Monophysitisraus 
zerwühlten und bei denen die Persönlichkeit seines Nachfolgers Paulos v Bet(h) 
Ükkhme im Vordergrund stand, stellten J.vor neue und wenig erfreuliche Auf- 
gaben. Auf einer in diesem Zusammenhange unternommenen Reise .zu dem 
alesandrinischen Pen Damianos ereilte den Hochbetagten an der Grenze Ägyptens 
in dem Romanos-Kloster von Kasion der Tod. Einige Briefe von iiiui sind durch 
die erste der beiden alsbald näher zu berührenden Urkundensammlungeu erhalten 
und ursprünglich gi'iechisch abgefaßt gewesen.^) Von weiteren Stücken unter 
seinem Namen tritt eine Anaphora ziemlich selten auf,-) während eine denselben 
gewiß mit Unrecht tragende Homilie auf Maria Verkündigung nur in einem 
arabischen,") ein nicht besser zu beurteilendes Glaubensbekenntnis nur in einem 
solchen *j und einem aus ihm geflossenen äthiopischen Texte ^i erhalten ist. 

c) Von den beiden Vrknndensnninilungen. welche über die Geschichte des 
Monophysitismus im 6. Jh wertvolles Licht verbreiten, bietet die eine mit dem 
Austausch von Synodalschreiben zwischen Theodosios v Alexandreia und Severus 
V Antiocheia beginnend, mit demjenigen zwischen Paulos v Bet(h) Ükkkme und 
Theodoros v Alexandreia schließend in wesentlich chronologischer Reihenfolge 
nicht weniger als 44 Xrn,") von denen einzelne Urkunden des Theodosios v Alex- 
andreia sogar in doppelter Übs eine selbständige Nebenüberlieferung besitzen.') 



') Über die Hs Yg. Ak. 6. Sonderag: Kleyn a. a. 0. 164/94. 

2) Hss: Brl 152(Sachl51. HäJhlS». Yt 25(J148lr2Ul''. Fr 74 (Anc fonds 66. J 1515/6)50. 
76(Ancfond3 68. 16. Jh vor 1595(6)19''. 77(SQppl61. 16. JWIO». JerMkl 14(16/7. Jh) 9». Os66(Poc85. 
J1623)3».£'. DamP/k 4. CmbrAdd 2887(J1843)28''. Übs: Ben 2, 333/41. 

») Hss: VtS97(J149I,2)16<'. 424(16. Jh). Os 140(Huntl99). In dem ältesten Exemplar wird 
die nach BO 2, 66 sicher ein arabisches Original darstellende Predigt ansdrücklich als eine im 
J 1491,2 in Mosal durch den Pen Nüh (§ 53f.) gehaltene bezeichnet, dessen Autograph die Hs ist. 
Vg. BO 2, 468. KatAssemani 2, 526. FCöIu, OC 4, 35f. 

') Hss: Ox 141 (Poe 79) und die beiden die Homilie unter J.s Namen bietenden. Ag: Kleyn 
121/39 (139,63). Über die Unechtheit auch dieser, vielmehr wohl gleichfalls von Nüh herrührenden 
sog. „Cateehesis" BO 2, 66. FCüln a. a. 0. 36,9. ») Ag: KHCornill, ZDMG 30, 417/66. 

•) Hs: BrM 754iAddl4602.6,7. Jh). Bs: HGKleyn, Jacobns Baradacus, de Stichler usw. 
164/94 (Aanhangsel IVj. Agg: J-BChabot, CSCO Ser. II. 37, eines Glaubensbekenntnisses ara- 
bischer Klosterüberen daraus Lamy, Actes XI Congr. Orient. 4. Sect. 117,.^7, der Unterschriften 
mehrerer Urkunden: KatWright 704 f. 706,14. Zu dem geographischen Material dieser Unter- 
8chrift«n ThXöldeke, ZDMG 29, 419/44. 

') Eine von ihm in Konstantinopel gehaltene Ansprache chri.stologischen Inhalts und Stücke 
einer auf denselben bezüglichen Korrespondenz. Hss: BrM 699(Add 14541. fol39 49. 8,9. Jh). 857. 
XXXI° 13 bzw. (in anderer Übs) 4°!, weitere von 5 in diesem Zusammenhange erlassenen 
Kanones: Pr 62(Snppl29. 9. Jh)43<'. BrM 909(Add 14527. 11. Jh) 10». Übs: PG 86 1, 279,86 (nach 
arabischer Afternbs in Ar 101). FNan, EOG 14, 120/3. In BrM 699 werden die Texte als zu 
einem umfassenden „Buche'' des Th. gehörig eingeführt, das demjenigen des Timotheos Ailuros 



176 l'ic Literatur der monopbysitischen Bewegung. § 27 cd] 

Die andere Sammlung umfaßt in schwankendem Bestände eine kleinere Reibe der 
Zeit von 535 bis zur Jbmitte entstammender Stücke,') Ton denen das erste, die 
Beantwortung von Anfragen ostsyrischer Monophvsiten durch die in Konstantinopel 
weilenden Parteihäupter eine liturgiegescliichtliche Quelle von nicht geringer Be- 
deutung darstellt.-) Eines interessanten Einzelstückes mag daneben in diesem Zu- 
sammenhange an der Übs des von den Unterschriften der anwesenden BB gefolgten 
Textes der Ansprache gedacht werden, mit der Severus von dem antiochenischen 
Patriarchenstuhle Besitz ergriffen hatte.*) 

d) AVas an dogmaliscben Kateneu in jakobitischcn Klöstern des 8/10. Jhs 
Abschrift und gelegentliche Weiterbildung fand, erweist sich in seiner Haupt- 
masse durch mehr oder weniger ausgiebige Berücksichtigung auch syrischer Au- 
toritäten wie Ap(h)rem, Ishiu], Philoxenos, Ja'q(>b(li) v Serüg(h) und der ..Lehre 
des Addai" als unmittelbar auf aramäischem Sprachboden entstanden. Doch gibt 
selbstverständlich auch hier der Zettel von Stelleu griechischen Schrifttums, dem 
jener Einschlag eingefügt wurde, keineswegs eine Gewähr dafür, durchweg oder 
auch nur vorwiegend aus YoUübss der betreffenden Werke zu stammen. Vielmehr 
wird in weitem Umfange mit der Möglichkeit zu rechnen sein, daß die Schicht als 
Ganzes aus dem Griechischen übertragenen Florilegien übernommen wurde. Eine 
systematische Durchforschung des weitschichtigen Stoffes wäre ein dringendes Be- 
dürfnis und würde erst über die literarischen Zusammenhänge und damit über 
das genauere Alter der einzelnen Stücke die notwendige Aufklärung zu bringen 
vermögen. Daß aber mindestens die Grundlage der ganzen Literatur auch, so- 
weit es sich um solche von gemischtem Autoritätenbestande handelt, noch im G. Jh 
gelegt wurde, kann im Hinblick auf die beherrschend hervortretenden theologi- 
schen Problemstellungen schon heute keinem Zweifel unterliegen. Im einzelnen 
sind an christologischen neben einer Gruppe meist eng miteinander verwandter 
Sammlungen allgemeinen Charakters^) eine längere*) und eine kürzere gegen die 
JuUanisten gerichtete ") und eine Widerlegung der Nestorianer in ursprünglich 
9 Kapp.') hervorzuheben. Je eine weitere ist der Trinitätslehre,') der Auf- 
erstehung des Fleisches') und der „Lösung" von „Fragen" eines Tritheiten*") ge- 



entsproehen und etwa auch eine vor der Kaiserin Theodora gehaltene Kede über Mk 13. 32 ent- 
halten haben mag, von der umfangreiche Azz in der Hs BrM 860. 15" stehen. 

•) Hss: BrM8.":)7. XXVII». 286(Addl4494. 10. Jh)5»d g. 90D(Add 14527. 11. Jh)6»/ll«. Pr 62. 
34». SB^/UO«. 44«. CmbrAdd 2023(13. Jh) ab. VtB 148 :J 1576) 14". Übs: FNau, EOC 14, 39/49. 
113/24. Ag eines Briefes des Anthimos an Ja'qöb(h) Bürde'änä daraus: IgnEBahmani, StS 
3, 23/5 (66/72). 

*) Es bietet u. A. den vollständigen Text der Gebete über Katechnmenen u. BüCer vom 
Ende der Katechumeneumesse. Hss: alle außer VtB 148. Ag: IgnERahmani a. a. 0. .5,23 
(23/47): Übs: FNau a. a. 0. 39,48. 

') Hs: BrM 859(Add 14533. 89. Jh) 15». Ag: MAKngener, OC 2, 265,82. 

*) Hss: VtS 135t7 8.Jh)IX».X°.XIV». BrM 857 (Add 12155. J 746/7) IV« (in 34 Kapp.). II» (in 
84 Kapp.) wesentlich = 858(Addl4.i32.8. Jh)l» bzw. vermehrt um je ein Kap. zu Anfang und 
Ende 863(Addl4538. 10. Jh)3»a; 859 (Add 14533. 8/9. Jh) 2»/4» (== 858». 1» mit anderem SchlnßteU 
4- Schlußteil von 858. 3» + 857» I«). Bss: KatWright 927/9. 923/6 ^961,4. 1007). 968. 

'') In 100 bzw. 99 Kapp. Hss: BrM 857. V». 858. 2«. 859. 6». 863. 3»b. Bs: a. a. 0. 
929,33 bzw. 958/61. 

») Hs: BrM 857. VUI«. Bs: a. a. 0. 939,41. ') Hs der Kapp. 6,9: BrM 798 (Add 

14535. 9.Jb)l». Bs: a. a. 0. 976,8. «) Hss: BrM 859. 7», vermehrt um Stoff aus 859. 3» : 858. 3» 
= 863. 3«c. Bs: a. a. 0. 961/4. 969. 

*) Hs: BrM 858. 4»e. Bs: a. a. 0. 966 f. Die Zitate sollen ans einem offiziellen trithei- 
tischen Schriftstücke übernommen sein, durch welches die Sekte den „Jöhannän Grammatikos" 
(= Joannes Philoponos) bannte. '») Hs: BrM 859. 8». Bs: a. a. 0. 969 f. 



[§ 27 de L'rkuudensammlungen. Dogmatische Katenen. Petros v Kalliuikos. 177 

widmet. Vermischten Inhaltes sind zwei besonders umfangreiche Nrn.') Eine 
meist nur ,.dem Sinne nach", nicht wörtlich erfolgende Anführung der Texte gibt 
einer anderen ihr eigentümliches Gepräge.-) Gegen Paulos v Bet(h) Ükküme 
sind drei kürzere Nm gerichtet.*) Neben diesen patristischen stehen mehrfach 
auch ausschließlich biblische Florilegien.*) Nur für- eines der ersteren wird an 
demjenigen eines Sargis v Hüzrai(?) der Name seines Urhebers bekannt.^) 

e) Petros v Kallinikos,") 7 22. 4. 591 im Kloster Gübbä Barr^jä, war 
577/8 in einem Ananiaskloster am Rande der Wüste durch die osts\-rischen An- 
hänger des severianischen Monophysitismus im Einverständnis mit den ägyptischen 
Monophysiten als P an Stelle des Paulos erhoben worden, späterhin selbst nach 
Agj-pten gekommen, aber bald mit dem alexandrinischen Pen Damianos in einen er- 
bitterten theologischen Streit geraten, in dem ein 586,7 gemachter Aussöhnimgs- 
versucli erfolglos blieb. Der sji'ischen LitBratui-geschichte gehört er unmittelbar 
mindestens durch einen im siebensilbigen Versmaß abgefaßten Memrä über die 
Kreuzigung an.') Auch ein Schreiben an die BB des mesopotamischen Ostens*) 
ist füglich nur als ein syrisches Original denkbar, und so wird man den an und 
für sich nicht von vornherein ausgeschlossenen Gedanken an ursprünglich griechische 
Abfassung wohl doch auch für ein umfangreiches Werk gegen Damianos,") ein 
solches gegen einen Johannän Barbür und dessen Gesinnungsgenossen, einen 
Archimandriten Pr6b(h)ä und einen Sophisten Stephanos,'*) eine Abhandlung 
gegen die Tritheiten^') und ein Schreiben an die in Alexandreia weilenden SjTer 
über das Scheitern der Versöhnungsverhandlungen mit Damianos ^^) ablehnen 
müssen. Auf den Fall des Johannäu Barbür und Pr6b(h)ä,i') die, wegen 
christologischer Sonderlehren durch Damianos aus Agv'pten verwiesen, dieselben 
in Syrien zu verbreiten suchten, beziehen sich auch noch einige weitere erhaltene 
Stücke theologischer Streitschriftenliteratur: so die beiden letzten von 8 röfioi 
(oder xägiai), in denen ebensoviele von ihnen bei einer Disputation nach dem 
Tode des P. vorgelegte durch antiochenische Mönche beantwortet waren,*') 5 Kapp, 
von Schwierigkeiten, die nach jener in Antiocheia abgehaltenen Disputation von 
den Mönchen des Miironklosters in Arman:iz bei Aleppo geltend gemacht wurden,**) 
und deren Widerlegung durch einen Theodoros.**) Wenigstens ein Az liegt 
auch von einem Briefe asketischen Inhalts vor, der — nicht ohne Widerspruch 

M Hss: BrM 855(Addl7214. 7.Jh) enthaltend die Kapp. 17/53. 55. 57. 64f. 82f. 120. 129 
des betreffenden Werkes. 862 (Add 17194. J885/6). Bss: a.a.O. 913 ff. 1002 f. Ag eines Traktates 
für die Tbeotokos-Würde Marias aus 862: MKmosko, OC 2, 39 57. 

*) Hs: BrM 860(Addl2154.8 9.Jh)979f. ») Hs: BrM 958. 43». 44o. 46». 

«) Hss: BrM 860. 34» (ans dem AT geg. Juden u. „andere Ungläubige"). 861 (Add 17193. 
J 874) 100/3 (christologischer Richtung,!. 854 (Add 17195. 10. Jh)l» (vermischten Inhalts mit LXX- 
neben Pesittazitaten). ») Hs: BrM 857. VI». 

•) Ps.-D. und EbS z. J. 902. ChrS 2, 152. M 370. 371. 378f. 387 (2, 345f. 348. 360f. 372). 
BEKg 1, 249,60. Severus b Muqaffa (Ag CFSeybold. Hamburg 1912) 91 f. (bzw. PO 1, 475/7). 
BO 2, 69/82. Wrigbt 113f. DuvaP 365f. ') Hs: BrM 740(Addl4591.6.Jh)4». 

») Zitiert in der dogmatischen Katene BrM 857. IV» (KatWright 929). 

») Hss von B 1 Kap. 2,5. lOf. 14f. 84. 88: VtS 107 (7. Jh), B 2 Kap. 1,^5: BrM 700(Add 
14603. 7. Jh), B 2 Kap. 26/49: VtS 108 (Fortsetzung der vorigen), von Kap. 40/2 emes nicht an- 
gegebenen B.s: Brl 1 (Sach 201) B (7. Jb), von B 1 Kap. 15 Ende/38, B 2 Kap. 5 Ende/B 3 Kap. 15 
and B 3 von Kap. 38 an: BrM 7191 Eich (10. Jh), von B 3 Kap. 42/8: 7192 Eich (10. Jh). von Azz: 
859.31». Azz: BO 2, 378/82. ">) Vg. M 381 (2, 363). ") Hs: BrM 857. XXXIII». Bs: 

KatWright 951 f. ") Az: M 382/5 (2, 364/71). 

") Echtes Bruchstück der Kgesch. des Dionysios v TellmahrB (§ 44a). M 380/2 (2, 352/4). 
ChrAn (.Ag Cbabot) 2, 2.59. B'EKg 1, 253/7. '♦) Hss: BrM 857. X». 859. 18». Bs: KatWright 943f. 
'»; Hs: BrM 857. XVI». 1. '■>; Hs: BrM 857. XVI. 2». Bs: KatWright 945 f. 

Baumstark, Geschichte der syrischen Literatur. 12 



178 D'6 Literatur der monophysitischen Bewegung. § 27£g] 

— auf J. Barbur zurückgeführt ^\urde.') Eine P. zugeschriebene Anaphora be- 
gegnet nur vereinzelt im lö. Jh unter den Formularen jakobitischer Meßliturgie.*) 

f) P Julianos,'') ord. anscheinend unmittelbar nach dem Tode des Petrus, 
■f (vor 1. 10.) 594 nach einer Amtsführung von 3 JJ und 5 Monaten, war 
aus dem Kloster Qennesre hervorgegangen und Synkellos seines Vorgängers ge- 
wesen. Gegen eine wohl auch selbst zu literarischem Ausdruck gekommene Be- 
kämpfung durch B Sargis, den „Armenier", von Edessa und dessen Bruder 
Jühannän hat er denselben und seinen christologischen Standpunkt in einer Ver- 
teidigungsschrift in Schutz genommen, von der sich wenigstens einzelne Splitter 
erhalten haben.*! 

g) Ein Ahüd(h)eeinmeh ^) unterschrieb 554 als B von Xisibis die Be- 
schlüsse der nestorianischen Synode des K .Täusep(h). Bei der außerordenthchen 
Seltenheit des Namens wird man nicht umhin können, ihn dem Träger desselben 
gleichzusetzen, der nach jakobitischer Überlieferung durch den armenischen K 
Christophoros I. (538,9 — 544 5) als B von Bet(h) 'Arbäje ordiniert worden war. 
Dieser hat später als Vertreter monophysitischer Anschauungen in einem Keli- 
gionsgespräche vor dem persischen Großherrn sich dem nestorianischen K gegenüber 
siegreich behauptet, wurde 538/9 durch Ja'qöblh) Bürde'änä als M an die Spitze 
einer monophysitischen Missionsorganisation auf sassanidischem Gebiete gestellt 
und am 2. 8. 575 auf Befehl K(h)osraus I. enthauptet, nachdem er einen Sohn 
desselben zum Christentum bekehrt und unter dem Namen Giwargis (Georgios) ge- 
tauft hatte. Ein Eingreifen armenischer Ordinationsgewalt in die verworrenen 
Verhältnisse der ostsyrischen Christenheit, ein zeitweiliger Anschluß eines von 
Hause aus dissidenten Bs an die offizielle persische Eeichskirche und sein schließ- 
licher Übergang zu der jungen nationalkirchlichen Neubildung des Jakobitentums 
hat in der Tat für das 6. Jh nichts Befremdliches, am wenigsten, wenn man etwa 
zum Vergleiche die Leichtigkeit heranzieht, mit der bis in die Gegenwart hinein 
orientalische Prälaten ihre Stellung zur Union mit Rom wechseln. Als Schrift- 
steller scheint A. eine sehr bemerkenswerte Tätigkeit vorzugsweise in philosophi- 
scher Richtung entfaltet zu haben. Noch in späterer Zeit kannte man auf nesto- 
rianischer Seite von ihm neben nicht näher charakterisierten ..Lehren" je ein B 
gegen die Philosophen und die Magier, ein solches über die Logik, eine Samm- 
lung von Definitionen. ..Memre" über die Frage der "Willensfreiheit, (einen 
doppelten) über die Natur und ,.über die Zusammensetzung der Person", sowie 
ein B ..über den jVfenschen als Mikrokosmos".®) Die beiden letzten Nrn könnten, 
falls nicht die erstere christologischen Inhalts war und dann aus der nestoriani- 
schen Periode A.s stammte, untereinander und mit einer unvollständig erhaltenen 
Prosaabhandlung ,.über die Zusammensetzung des Menschen" aus Körper und 
Seele identisch sein, die auf aristotelischer Grundlage nicht ohne Eigenart 
weit erbaut.') 



») Hs: BrM 857. XXV». -j Hss: Jerllkl 10 A. (1427/8) 21». BrMOr 2295 (J 1481, 2). 

') M 377 f. (2, 372/4). ChrAn (Ag Chabot) 2, 258f. B'EKg 1, 259f. BO 2, 333. 

*) Hss: BrM 857. IX". 8. 859. 28". Aus ihr stammen wohl auch die anonymen Azz gegen 
Sargis und Jöhannän: 857. IX». 2. XSIV». 1. Vg. einen kurzen .anonymen Traktat gegen die 
Genannten und anonyme .Fragen und Antworten" gegen S. den Armenier. Hss: BrM 857. IX». 2 
bzw. 857. XXIV». 1." 859. 20°. 

») SynOr 109 (366). "Ai §125. Biographie (§ 28a). Jöhannän v Ephesos, Kgesch. 3. Teil 
VI, 20. M 313. 367 (2, 251. 339). B'EKg 2, 99/102. BO 2, 414. 8 1. 192 ff. Wright 97 f. 
DuvaP 364. Labourt 198.217. FNan, PO 3, 7/13. AScher, ROC 11, llf. Letzterer 
möchte den mit dem nestorianischen B identifizierten Schriftsteller von dem A. der jakobitischen 
Tradition unterscheiden. 

•) 'Ai a. a. 0. ^ Hs: BrM 800(Addl4620. 9. Jh)ll». Ag: FXan, PO 3, 97/116. 



[§ 27hi P Jnlianos. Ahüd(h)eemmeh. Original-syrische Predigt. Daniel v Salali. 179 

h) Die original-syrische Predigt wird im mouopbysitischen Schrifttum des 

6. Jhs abgesehen von den Prosapredigten Ja'qöb(h)s v Serüg(h) vor allem durch 
ein stattliches Korpus von Ansprachen eines Klosteroberen bei verschiedenen An- 
lässen des klösterlichen Gemeinschaftslebens, zu "Weihnachten und Epiphanie,') sowie 
durch eine Teste auf diese beiden Feste und über Lk 7. 36 50 enthaltende Ho- 
mihensammlung -) vertreten. Wenn auch wohl sicher ursprünglich unter bestimmten 
individuellen Verhältnissen wirkUch gehalten, sind mindestens die ersteren Stücke 
als Formulare zu beliebiger Wiederverwendung überliefert. Gleichen Charakter 
tragen diejenigen zweier weiterer Sammlungen, von welchen die eine Ansprachen 
bietet, die durch Presbyter oder Archidiakon anscheinend durchweg bei Wohl- 
tiitigkeitskollekten vorzutragen sind,^) die andere Formulare ähnlicher Art durch 
dasjenige einer für jeden Verstorbenen verwendbaren Grabrede ergänzt. EndUch 
gehören hierher zwei gleich allem dem anonym vorliegende merkwürdige Prosa- 
reden, in denen an einen an die Zuhörer gerichteten emphatischen Friedensgruß 
unvermittelt ein in der Weise der Sog(h)it(h)ä- Dichtung gehaltener Dialog 
zwischen Himmel und Erde bzw. zwischen Gnade und Gerechtigkeit sich an- 
schließt. Um ein syrisches Original, allerdings möglicherweise erst erheblich 
späterer Zeit, dürfte es sich auch bei einer Predigt über die makkabäischen 
Brüder und deren Mutter handeln, welche dieselben zu Bekennem des Glaubens 
an Christus umstenipelt.") 

i) Daniel v S a 1 a h ' ) wurde zu Unrecht mit einem erst um die Wende vom 

7. zum 8. Jh lebenden Korrespondenten Ja'qöb(h)s v Edessa verwechselt. Nach 
seinem Selbstzeugnis hat er vielmehr schon 541/2 an seinem in 3 Bände zerfallen- 
den großen Ps-Kommentare in Homilien geschrieben,*') der einem JöhannFm, Abt 
eines Eusebios-Klosters zu Kephar Bartä im Gebiete von Apameia gewidmet ist 
und eine Ergänzung mindestens noch durch einen Prd-Kommentar ") und eine 
Arbeit über die ägyptischen Plagen fand.^") Aus ungefähr der gleichen Zeit 
stammen nach Maßgabe ihres anscheinend verwandten Gesamtcharakters die auf 
die Kapp. 3 f., 6 und 8 entfallenden Bruchstücke eines anonymen Gn.- Kommen- 
tars,^^) eine Abhandlung über die Rückkehr aus dem Exil und die Jahrwochen 
Daniels/^) deren als voao/.onog im großen ^svodoxtlov zu Edessa bezeichneter Ver- 



') Hs: BrM 7:38(Addl7181. 6. Jh^P/lS«. ^} Hs: BrM 738. 18i>/21». ^) Es: BrM 873 

(Addl4636. fol 57/76. 10. Jh). *) Hs: BrM 874 (Add 14636. fol 77,82. 10. Jh). 

») Hs: BrM 744 (Add 14616. 6/7. Jh) 50b c. ") Hs: Pr 234 (Äncfonds 143. 13. Jh) 10.31». Ag 
und Übs: ELBensly- WEBarnes, The fourth book of Maccabees (Cmbr 189.5) 103/15 (XXXV/ 
XLIV). ') BO 1, 487. 495. Bickell 40 f. (ohne Kenntnis des Namens). Wright 159 f. 

(mit der irrigen Spätdatierung). Dnval' 65. IgnEEahmani, StS 1, 61. 

») Hss: inSarfah, vonBd 1 (zu Ps 1,50): BrM 708(Add 17187. lO.Jh), von Bd 2 (znPs 51/100): 
710(Add 14679. J 1102), von Bd 3 (zu Ps 101/50) in arab. Übs: Brl 250(Sach55. J1787), von Bruch- 
stücken: VtS 155 (J 151.5) 25« (zu Ps 1,68), BrM 709 (Add 14688. fol 37 ff. 9/10. Jh: zu Ps 51, 58, 62), 
eine durch GBickell von Khajjät 1869 in Rom erworbene (zn Ps 79/125), eines unvollständigen 
(bis Ps 129) Azs: BrM 175 (Add 17125. 9/10. Jh), eines jüngeren zur Zeit und im Kreise B'Eb(h)räjä3 
entstandenen: Harris Syr. 65 (J 1754). Vg. GDicttrich, Eine jakobit. Einleit. in d. Psalter in 
Verbindung mit zwei Homilien ans d. großen Pskomm. d. D. v S. zum ersten Male hgeg. (Gießen 
1912 = Beihefte zur ZAtW 5). L Lazarus, VVZKM 9, 85/108. 149/224. Agg von Textproben 
des Originahverkes: ENestle 86/90. Diettrich a. a. 0. 130/67 (Homilien 1. 2 mit Übs). 
LLazarns a. a. 0. (Homilien 83. 95. 115). IgnEEahmani, StS 1, 27 f. (26 f.) (Bruchstücke 
des einleitenden Briefwechsels zwischen J. und D. und der Homilien 83 und 160), der Einleitung 
des jüngeren Azs: Diettrich 2/127 (mit Übs). ") Zitiert in der Katene des Mönches Severus 
(§ 44j). Vg. KatWright 909. 'O) Vg. Selbstzeugnis bei Diettrich XVII. ") Hs: BrM 

865 (Add 17189. fol 17/21. 6. Jh). Ag einer Textprobe: KatWright 1016. '-) Hs eines lücken- 

haften Textes: BrM 712(Addl2172. foI55/64. 9. Jh). 

12* 



180 l^ie Literatur der monopliysitischen BewegtiDg. § 27 i 28a] 

fasser ?!em'on jedenfalls nicht mit einem erst 760/1 ordinierten {gleichnamigen B 
der Stadt identisch ist,') und ein mit zahlreichen Zitaten aus Flavius .Tosephus 
durchzogenes polemisches Sendschreiben eines vielleicht aus der Gegend von 
Emesa stammenden „Styliten" Sargis an einen Juden, das als einziges er- 
haltenes Denkmal christlich-jüdischer Streitliteratur in syrischer Sprache besondere 
Beachtung verdient.-) 

§ 28. Das Erstarken griechischen Einfhisses bekundet während des 6. Jhs 
auch in der erzählenden Prosa des monoi)hyisitischen S}Tertums eine von aramäi- 
schen Originalen ausgegangene Entwicklung. Selbständige Einzelbiographien 
stehen in dieser an der Spitze. Von ihnen führt Johann an v Ephesos über die 
Zwischenstufe der Zusammenfassung biographischer Skizzen zu einer literarischen Ein- 
heit erstmals auf die Höhe einer kirchengeschichtlichen Darstellung großen Stiles. 
Auf diese hat sich neben ihm mindestens noch ein Qurä bewegt, während an dem 
sog. Julianosroman eine dem Gebiete legendarischer Prosadichtung angehörende 
Erscheinung von der Folgezeit gutgläubig als vertrauenswürdige Geschichtsquelle 
gewertet wurde. Dem gegenüber ist griechischen Arbeiten vor allem des Zach a- 
riasvMytileneundJoannesBuphosbzw. ihres im palästinensischen Mönchs- 
tum wurzelnden Kreises eine Übersetzungstätigkeit zugute gekommen, von deren 
Trägern an Sargis b Kar ja wenigstens einer auch dem Namen nach be- 
kannt wird. 

a) Originalsyrische Einzelbiographieu hervorragender Kirchenmänner 
würden aus monophysitischen Kreisen schon des 5. Jhs erhalten sein, falls zwei 
einschlägige Texte sich mit Recht als Erzeugnisse persönlicher Schüler des Prs 
und Archimandriten Barsaumä (f 1. 2. 458) einführten, der auf der ephesinischen 
RäubersjTiode von 449 der Rehabilitierung des Eutyches zustimmte, in führender 
Rolle sich an der tätlichen Mißhandlung des Pen Flavianus v Konstantinopel be- 
teiligte und in Chalkedon zur Unterwerfung innerhalb einer Frist von 30 Tagen 
aufgefordert wurde. Aber weder die aus einer langen Reihe numerierter Wunder- 
berichte aufgebaute Lebensgeschichte B.s selbst,^) die einem Samuel, noch diejenige 
seines Lehrers, eines angeblich aus Konstantinopel stammenden Klostergi-ünders 
der Euphratesia, Abraham ,.vom hohen Berge'' (f 8. 4. 406), die einem B 
Stephanos zugeschrieben wird,*) erweckt in diesem Sinne gegründetes Vertrauen. 
Eine um so wertvollere Geschichtsquelle ist die Biographie des Jöhannän v Telia, 
die ein Elija nach der 542 erfolgten Eroberung von Kallinikos durch die 
Perser verfaßte.*) Eine bei stark rhetorischer Mache ungemein geringere Lebens- 
frische aufweisende Arbeit ") hat ein ungenannter Jünger desselben einem Archi- 



') Wie KatWright 608 vermutet. Denu der spätere B war bis zu seiner Ordination viel- 
mehr Eeklnse in einem Kloster Bet(h) Qeddänä. Vg. Ps.-D. z. J 1072. 

») Hs: BrM 715{Addl7199.8. Jh). 

ä) Hss: BrM 967 (Add 14734. fol 1/176. J 1085). 963(Addl4732. foll/227. 13.Jh)14o, nnvoUst.: 
960(Aäd 12174. J 1197)1«. Ag einer äthiop. Übs: SGrebant, ROC 13, 337/45. 14, 135/42. 264^5. 
409/13, von Azz des Originals: FNau, ROC 18, 272/76. 379/89. 19, 113,34. 278/89. Vg. BD 2, 296. 

«) Hss: BrM 960. 36», eines Azs: Pr 234(Ancfondsl43. 13. Jh)9''. Bs: FNau, EOG 19, 
414/9, Äg des Azs: Ders., PO 5, 767/73. 

0) Hss: Brl 26(Sach321. J741) 12». BrM 978 (Add 14622. 9. Jli). 960. 17». Ägg: HGKIeyn, 
Het leven vau Johannes van Telia door Elias (Leiden 1882). EWBrooks, CSCO Ser. IIL 25. 
29/94 (21/60). 6) Hs: BrM 960. 7«. Ag und Übs: FNau, ßOC 6, 97/135. 



[§ 28ab Daniel v Salsh. Originalsyrische Einzelbiographien. Jöhannän v Ephesos. 181 

mandriten Joannes, Sohn des Aphthonios, (-f 4. 11. 537) gewidmet, der um 531, 
mit seinen Mönchen aus eim?m Thomaskloster zu Seleukeia am Orontes vertrieben, 
am rechten Euphratufer gegenüber von Europos dasjenige von Qennesre gründete 
und selbst eine literarische Betätigung offenbar nur in griechischer Sprache ent- 
wickelt hat.M Einen falschen Yerfassemamen trägt an demjenigen des J. v Ephesos 
eine Lebensbeschreibung des Ja'qöb(h) Bürde'iinä an der Stirne.-) Doch mag 
auch sie noch dem ausgehenden 6. Jh entstammen. Erst zwischen 628 und dem 
Ende des Sassanidenreiches erfuhr sie dagegen eine Ergänzimg durch einen Be- 
richt über die 622 auf Veranlassung des Bs Zäkhlai v Tellä erfolgte Entführung 
seiner Gebeine durch Mönche des Klosters PesiUä,^) der durch eine Variante der 
hsHchen Überlieferung*) zu Unrecht einem Men Kmakos v Amida (ord. 577; 
f 622J3V) durch eine andere ") vielmehr einem nicht weiter bekannten B K. von 
Mardin zugeschrieben wird und in der Tat vielleicht einen B K. v Tellä zum 
Verfasser hat.') Jedenfalls nicht weniger weit wird man auch mit einer in die 
Predigtform gekleideten Lebensgeschichte des Ahüd(h)eemmeh herabzugehen haben.*) 
b) Jöhanuän v Ephesos") (od. v Asien), so genannt nach dem Hauptschau- 
platze seines späteren Wirkens und Leidens, war vielmehr zu Amida in den eisten 
JJ des 6. Jhs geboren. Im dortigen Johanneskloster 528,9 zum Diakon geweiht, 
weilte er bei Ausbruch der großen Pest 534 in Palästina, erschien im folgenden 
J in Konstantinopel und erfreute sich 30 JJ lang der höchsten Huld Justinians, 
so daß er nach dem Tode des Pen Anthimos die "Würde eines monophysitischen Bs 
der Hauptstadt und als solcher die Vermögensverwaltung für alle monophysitischen 
Gemeinden des Reiches erlangte. Nachdem er in Verbindung mit seinem Freunde 
Demetrios imter reichen Erfolgen für die Ausbreitung des Christentums im 
inneren Kleinasien gewirkt hatte, wurde er 546 sogar mit einer Liquisitionstätig- 
keit zur Aufdeckung heidnischer Konventikel in Konstantinopel und Umgebung 
betraut. Um so rücksichtsloser hat er seit 572 die ganze Schwere der Verfolgung 
des Monophysitismus durch Justinos IL zu fühlen gehabt, während deren er 
wiederholte Einkerkenmg und eine mehr als zweijährige Verbannung erfuhr und 
im übrigen sich zu einem imstäten "Wanderleben genötigt sah. Unter Maurikios 
ist er etwa 586 gestorben. Schon 566 7 ist nach Maßgabe der bis zu diesem J 
geführten abschließenden Geschichte des amidener Johannesklosters das ältere 
seiner beiden "Werke verfaßt bzw. vollendet worden, das unter dem Titel einer 



') Biographie. Ps.-D. z. J 849. BO 2, 54f. Wright 84f. Griechisch abgefaßt waren 
die Dichtungen des J.. die in das Kirchengesangbnch des Severns l§ 29e) Aafnahme fanden. Das 
Gleiche gUt naturgemäß auch von einem Kommentar zum HL der in der Sevems-Katene (§ 44 j) 
angeführt wird. Vg. KatWright 906. 

*) Hss: Brl 26. 13°. BrM 960. 47». Pr 23ö(Ancfondsl44. 13. J^SS». Agg:JPNLand, 
AnecdS 2. 864,83, eines Azs: Brockelmann 123*30*. n22*ß*. Cbs: WGvDonwen- 
JPNLand, .Johannis Ephesini Commentarii de Beat. Oriental. et bist. eccl. fragmenta (Amster- 
dam 1889) 203/15. Vg. Kleyn, Jaeobus Baradaens 105,9. 

») Hss: Brl 26. U". BrM 960. Ag: MAKugener, ROC 7, 186/217. *) Bri 26. 

») Ps.-D. z. J 889 u. 934. BO 2, 90. Kanones von ihm werden durch B'E in dessen Xomo- 
kanon angeführt. «) BrM 960. 

') Ein solcher erscheint als Verfasser spätestens vor dem 10. Jh entstandener Gebete teil- 
weise mit alphalietischer Akrostichis in den Hss: BrM 288 (Add 14.525. fol 56/75. 10. Jh) 4». 502(Add 
14517. 10, 1. Jh I.Fol 64 v° und vieUeicht 284 (Add 14494. 9/10. Jh). Fol 107 v». 

*) Hs: BrM 952 (Add 14645. J 935/6)170. Ag: FXaa, PO 3, 15/51. 

») Kgesch. 3 TeU 1 17. 41. 44. II 4/7. 41. 44. 85. UI 36f. V 1. M 377 (2, 305f.). ß'EKg 
1, 195 f. BO 2, 8SßO. JPXLand, Joannes Bisch, v. Eph., der erste syr. Eürchenhistoriker (Leiden 
1856). Bickell 41. Wright 102,7. Du val' 181,4. 362 f. AD jakonov, Johannes v. E. n. 
seine kirchenhistor. Werke (Petersburg 1S08. Russisch). FHaase. OC 6. 70,3. 



182 Die Literatur der nionoph.v8itigcbeu Bewegung. g 28 bt] 

„Geschichte der morgenliindisclieii Seligen" eine Folge in ihrer einfachen Lebens- 
wahrheit kulturgeschichtlich unschätzbarer Bilder aus der oft genug gar wunder- 
lichen "Welt mesoiiotainischen Asketenlebens bietet.*) In den schriftstellerischer 
Betätigung denkbar ungünstigsten Verhältnissen der Verfolgungszeit ist seine 
Kirchengeschichte entstanden, von deren drei Teilen zu je 6 BB der erste bei 
offenbar nur summarischer Behandlung der vorkonstantinischen Zeit ^) von Julius 
Caesar bis zur ephesinischen Synode des Js 449, der zweite von dieser bis. zum 
6. Regierungsjahre Justinos' II. führte,") während der allein in direkter Über- 
lieferung wesentlich vollständig erhaltene dritte unter vielfachem Zurückgreifen 
auf Früheres die Ereignisse der JJ 575/85 behandelt.^) 

c) Qftra (Kyros) aus Batnä schrieb als Pr in Edessa eine die Regierungs- 
zeit der beiden Kaiser Justinos II. und Tiberios II. (565,82) in 14 BB be- 
handelnde, also offenbar sehr ausführliche Kirchcngeschichte, die neben derjenigen 
des J. V EiDhesos bei M mittelbar nach\rirkt.''') Ungleich bescheidenerer Art sind 
zwei vielmehr auf antiochenischem Boden erwachsene Quellen des 6. Jhs gewesen, 
deren Nachhall in einer auch des mindesten schriftstellerischen Eigenwertes ent- 
behrenden historischen Kompilation des 8. fortlebt, die nach einem sie ab- 
schließenden Chalifenverzeichnis so unpassend, wie möglich, als „Liber chalipharum"' 
bezeichnet zu werden pflegt.") Die eine, deren letztes vom Kompilator entnom- 
menes Datum dem J 570 angehört, hat demselben vor allem anscheinend auf zeit- 
genössischen Belichten des 5. Jhs beruhende Schilderungen der beiden großen 
antiochenischen Erdbeben vom 14. 9. 456 u. 19. 6. 460 vermittelt.') Eine der anderen 
entstammende geschlossene Reihe von knappsten Daten bis zum J 529 setzt mit der 
Stuhlbesteigung des Apostelfürsten Petrus als antiochenischer B ein,*) und es 

.') Hss: BrM 945 (Ädd 14647. J 688)1». Urm 49 (18/9. Jh), einzelner Heiligenleben daraus: 
BrM 948(Addl4677.J8cO)4».6<'. 949(Add 14650. J 875) 18». 960.42». 958 (Add 14735. fol 72/173. 12. 
Jh)12».15». 959(Addl4730.folll2/64)l<'/3<'. 7190 Eich (13. Jh) 74''/76°. Pr 234. 2». 5« f. 235.33». 
Ag: Land, AneedS 2, 1/288. Übs: vDouwen-Land a. a. 0. 

^) Da M das Werk erst mit Koustantiuos d. Gr. beginnen läßt, während das tatsächliche 
Beginnen mit Julius Caesar von J. selbst 3. Teil I 3 ausdrücklieh bezeugt ist. 

') Benützt von Ps.-D. (§ 431), ohne daß allerdings dessen 3. geradezu dem 2. Teil des J. 
schlechthin sachlich gleichgesetzt werden dürfte. Hss vou Bruchstücken: BrM 945. 11». 949. 19». 
860(Add 12154. 8,9. Jh)33»c.,r. Ag der Bruchstücke: Land a.a.O. 289,'329. 385/91. Über das 
Verhältnis zu Ps.-D. vg. FNau, EOC 2, 41/68. 4.55,93. JA» 8, 346,58. FHaase a. a. 0. 74/90. 

*) Hs: BrM 920 (Add 14640. 7. Jh) bis auf 41 hier und da teilweise oder vollständig verlorene 
Kapp. Ag: W Cureton, The third part of the eccl. bist, ot John bishop of Eph. Xow first ed. 
(Oxt 1853). Übss : E P a y n e S m i t h , The third part usw. Xow first transl. (Oxf 1860). J M S c h ö n - 
f eider, D. Kirchengesch. d. Johannes v. Eph. Aus d. Syr. übs. Mit einer Abhandl. üb. d. 
Tritheiten (München 1862). Vg. JPMargoliouth. Extracts from the eccl. bist, of J. bish. of 
Eph. ed. with grammatieal, historial aud geographica! notes in Euglish and Gernian (Leiden 1909). 

^) Dionysios v TellmahrO bei M 378 (2, 358). Anonyme Notiz ebenda 377 (2, 356>. Zitate : 
357. 362 (2, 325. 332). Umfangreiche anseheinend auf eine tritheitische Quelle zurückgehende 
Partien in M.s Darstellung der Geschichte des Paulos v Bet(h) Ükkäme sind, auf das Werk 
Q.s zurückzuführen nach J Gerber, Zwei Briefe Barwahbuns. Nebst eiuer Beilage: D. Schisma 
d. Paulus V. Beth Ukkame (Diss. Halle 1911) 73/90 und ADjakonov, Khristianskoe Ctenie 1911. 
1294/1320. 1450,67. 1912, 88/117. 

") Nach dem A'organge von JPNLand, der AnecdS 1, 2/22 (103/21. Vg. 165/77) zuerst Teile 
davon veröffentlichte. Vg. § 43i. Hs: BrM 913 (Add 14643. 8. Jh). Ag: E WBrooks(-J-BChabot)_ 
ChrM 77/156 (61/119). 

') AnecdS 1, 10/3 (110/2). ChrM 139 Z. 20143, Z. 22 (108 Z. 27/111 Z. 20). 

«) AnecdS 1,17/9(116/8). ChrM 148 Z. 10/150 Z. 9(114 Z. 2,3/116 Z. 2). Übs auch: BHCowper, 
Syriac Miscellanies (Lo 1861) 86/8. 



[§ 28de Jöhannän v Ephesos. Qftra v Batna. Jalianosroman. Zacharias v Mytilene. 183 

liegt nahe, auf die offenbar wesentlich kii'cheugeschichtliche Arbeit auch die weiter- 
hin sich anschließenden ausführlicheren speziell konziliengeschichtlichen Nachrichteu 
zurückzuführen.*) Die schroffe Ablehnung, welche hier die dogmatischen Be- 
schlüsse von Chalkedon erfahren, verbürgt wie im ersteren Falle eine Datierung 
nach Severus v Antiocheia das monophysitische Bekenntnis des unbekannten Ver- 
fassers. 

d) Als Juliauosrotuan pflegt in erster Linie ein dreiteiliges Werk be- 
zeichnet zu werden, in dem angeblich ein Hofbeamter des Kaisers Jovianus 
namens Aploris oder Aplöliiris (= Apollinarios?) auf "Wunsch eines Archiman- 
driten 'Ab(h)del v SCid(h)rün(?) Mähozä die Geschichte Konstantinos' d. Gr. und 
seiner drei Sühne, der von einem römischen B Eusebios unter Julianos dem Ab- 
trünnigen ertragenen Leiden und der Schicksale des Jöb(hirujtinüs (= Jovianus) 
unter jenem und während seiner eigenen kurzen Regierung erzählt.-) Die in der 
Tat durchaus romanhafte, von Übertreibungen und freien Erfindungen strotzende 
Darstellung hat in ai'abischer Übs von at-Tabari und al-Ja'qübi angefangen auch 
auf die arabiscli-mohammedanische Geschichtsschreibung Einfluß gewonnen.'') Der 
wirkliche Verfasser, in dem nestorianische Kreise den Kirchenhistoi'iker Sokrates 
vermutet zu haben scheinen,*) dürfte ein edessenischer Mönch gewesen sein, der 
wahrscheinhch zwischen 502 imd 532 geschrieben und dann wohl entschieden auf 
monophysitischem Boden gestanden hat. Eine zweite vermutlich etwas jüngere 
und literarisch erheblich tiefer stehende romanhafte Behandlung der Geschichte 
des Julianus mag immerhin gleichfalls noch dem 6. Jh entstammen.*) 

e) Zacharias, Ehetor oder Scholastikos ") nach dem Berufe eines Sach- 
walters genannt, den er in Konstantinopel ausübte, ist späterhin B von Mytilene 
geworden. Während von seinen literai'ischen Arbeiten ein Dialog 'Aufiüviog und 
eine '^yiiggr^aig gegen die Manichäer noch im griechischen Original vorliegen, 
wird eine Keihe in syrischer Übs erhaltener durch eine in Konstantinopel abge- 
faßte Biographie des Isaias v Skete eröffnet.') Zwei entsprechende Lebensbilder 
hatte Z. ebenda noch vor ihr einem Theodoros v Antinoe und dem 488 als B von 
Maiuma bei Gaza verstorbenen Klostergründer Petros dem Iberer gewidmet, 
dessen Kreis er selbst früher in Palästina angehört hatte, und wenigstens von 
dem letzteren scheint gleichfalls ein Splitter syrisch sich gerettet zu haben.*) 
Wiederum vollständig erhalten ist dagegen die syrische Übs einer in ein dialogi- 
sches Rahmenwerk eingespannten Rechtfertigung des Vorlebens des Severus bis 
zu seiner Erhebung auf den antiochenischen Patriarchenstuhl, die mit dem intimen 
Reiz ihrer memoirenhaften Anschauhchkeit wesenhaft auf Ei'innerungen an ge- 



') AnecdS 1, 19;22 (118/21). ChM 150 Z. 10/155 Z. 28 (116 Z. 3,119 Z. 5). Übs: BHCowper 
a. a. 0. 88/92. -•) Hs: BrM 918(Addl4641. 6. Jh mit Ergänzungen des 9/10.) lOjä». Agg: JGE 

Hoft'mann, Jnlianos d. Abtrünnige. Syr. Erzählungen (Leiden 1880), von Textproben Gis- 
mondi' 140/7. CBrockelmann 47*;9*. RGottheil, A selection from the syriac Julian Ko- 
mauce ed. with a complet glossary in English and German (Leiden 1906 = Semitic study Series 
Nr 7). Vg. TbNüldeke, ZDMG 28, 26.3/92. A Asm na, Julians autobiogr. Mythus als Quelle 
d. Julianusromans, ebenda 68, 701/4. Wright 99f. 101. DuvaPlSOf. 

^1 Vg. Wright 100. *) Nach 'Ai § 28. ») Hs des allein erhaltenen Schlusses: BrM 
Add 7192 (7. Jh). Ag: Hoffmann a. o. 0. Vg. auch eine „Geschichte vom Tode des Kon- 
stentios, Sohn Konstantins d. Gr.": VtS 37 (J 16267) 13». 

•) BO 2, 54/62. Wright 107f. Dnval» 184/7. Sikorski, Jahresber. d. Schlesischen 
Gesellschaft f. vaterländ. Cnltur 1914. IV. Abteil. Philol.-archäol. Sektion 1/17. 

'l Hss: Brl 26. 7". BrM 96U. 15". Agg: JPNLand, AnecdS 3, 346/56. EWBrooks, 
OSCO Ser. III. 25, 1/16 (I/IO). Übs: K Ahrens-GKruger, D. sog. Kircbengesch. d. Z. Khetor in 
deutscher Übersetzung iLpz 1899) 263 74. Vg. MAKugener, BZ 9, 464/70. Krüger a. a. 0. 
385/7. ') Hs: Brl 26 fol lOSr». Ag: EWBrooks a. a. 0. 3 (3). 



IQi Die Literatar der monophysitischen Bewegnng. § 28efg] 

meinsam verlebte Studienjahre beruht') Endlich bildet die Ubs einer auf griechi- 
schem Boden durch Euagrios zitierten Kirchengeschichte des Z. die den JJ 436/91 
gewidmeten BB 3/6 einer kirchengesehichthchen Kompilation, deren unbekannter 
Verfasser, in "Wirklichkeit wohl ein in Amida lebender Mönch, durch die spätere 
syrische Überlieferung mit dem von ihr irrtümlich zum B von Melitene gemachten 
Z. selbst verwechselt wurde. Jenem Kerne seines "Werkes hat derselbe in den 
BB 1 f. eine zusammenhangslose Folge legendarischer Texte vorausgeschickt und 
in den BB 7/12 den Faden der Erzählung unter Einfügung verschiedener Ur- 
kunden bis 568 9 weitergeführt.-) 

f) Joannes Ruphos, Nachfolger Petros' des Iberers auf dem bischöfhchen 
Stuhle von Maiuma, hat zwischen 512 und 518 unter dem Titel iD.rQorfOQiai eine 
Sammlung von Anekdoten und "Wunderberichten zum Nachweise der Gottlosig- 
keit der chalkedonensischen Glaubensentscheidung verfaßt, die, auch im koptischen 
Sprachgebiete nicht unbekannt, im s\Tischen vollständige Erhaltung erfuhr.') 
Wenn auch nicht geradezu in seiner Person, so doch in seiner Sphäre wird ferner 
der unbekannte "Verfasser zweier weiterer syrisch erhaltener Stücke zu suchen 
sein : einer als zeitgenössisches Sittengemälde unschätzbaren Biographie seines Vor- 
gängers und Lehrmeisters Petros *) und eines nach dieser entstandenen Berichts 
über den Tod des Theodosios v Jerusalem und eines Mönchs Romanos.*) Von 
denselben dürfte die erstere gleich einer in doppelter Fassung georgisch vor- 
liegenden letzten Endes auf einer solchen beruhen, die Z. v Mytilene gleich älteren 
nach seinem Selbstzeugnis in Berytos entstandenen Lebensbeschreibungen des 
Isaias und Theodoros noch vor dem Tode Kaiser Zenons entworfen hatte.®) Mit 
Unrecht ist dagegen ein Verhältnis literarischer Abhängigkeit schon von dem 
Werke des J. bei einer Biographie des Dioskuros vermutet worden,") die viel- 
mehr von dessen Diakon Theopistos noch im letzten Viertel des 5. Jhs verfaßt 
wui'de und bei ihrer zwischen 512 und 518 erfolgten Übertragung ins Syrische 
gewisse Einschübe erfahren haben muß.') 

g) Sargis b Karja,*) der später als B von Harrän ein im Az erhaltenes 
Schreiben erheß,''') hat noch als Abt eines nicht näher bezeichneten Klosters eine 



') Brl 26. 10°. Agg: JSpannth, Z. Ehetor: D. Leben d. S. v Antiochien in syr. Übs. 
(Göttingen 1893). MAKngener, PO 2, 1/115. Übs: FNan, ROC 4, 543,71. 5, 74,98. 293/302. 

«) Hss der BB 1/10 n. 12 mit Lücken in 10 u. 12: BrM 919 (Add 17202. 6/7. Jh), von Azz: 
VtS 145 IV». BrM 860 (Add 12154. 8/9. Jh) 17». 22». 800 (Add 14620. 9. Jh) 6». Ag: Land, AnecdS 
3, 2/340. Übss: Ahrens-Krüger a. a. 0. f JHamilt on-E WBrooks, The syriac Chronicle 
knownasthatofZ. ofMitylene transl. inte Engl. (Lo 1899). Vg. MAKngener, KOC 5.201/14. 461/80. 

') Hss: BrM 949 (Add 14650. J 874/5) 11». 933 (Add 1463L fol 17/44. 10. Jh). Azz: Ps.-D. M 
203/15 (2, 69/88). Übs: FNan, EOG 3, 232,59. 337 92. Ag: Ders., PO 8, 404 608 (mit Übs. von 
Briere). Vg. Ders., Actes XI. Congr. Orient. Sect. 4, 99/112. 'ChClermont-Ganneau, La 
Palestine au commencement dn VI' siecle et les Pier, de J. Eufns ev6qne de M. (Eecneil d'archeo- 
logie Orientale 3, 223/42). 

*} Hss: Brl 26. 7». BrM 960. 3». Ag: EEaabe, Petrus d. Iberer. Ein Charakterbild 
zur Kirchen- u. Sittengesch. d. fünften Jhs (Lpz 1895). 

") Hs: BrM 960. 14». Agg: JPXLand, AnecdS 3, 341/.3. Brooks a. a. 0. 18/27 (13/19). 
Übs: Ahrens-Krüger a.a.O. 257,63. Vg. Krüger a.a.O. 384f. ^) Vg. Sikorski a.a.O. 
4/17. ■) KatAssemani 3, 497. 

») Hss: Pr 234(Ancfondsl43. 13. Jh)l».4. OxHunt 199. fol 441 75, von Bruchstücken: BrM 
972 (Add 14631. fol 116. 10. Jh)l». 963 (Add 14732. fol 1/287. 13. Jh) 16». Kars: VtS 208 fol32S. Ag: 
FXau, JA'» 1, 1/108. 241/310. Vg. FHaase, Kirchengeschichtl. Abhandlungen. Hgeg. von 
MSdralek 6, 145/62. 

») KatWright 994, Sachau 98. FXau. EOG 7, 104/8. '») Hs: BrM 861 (Add 17193. 

J 874) 59». 



[§ 28 g 29 a Zacharias v Mytilene. Joannes Ruphos. Sargis b Kaijä. P A thannsios I. 185 

vor 544 bald nach dessen Tode entstandene vollständige Biographie des Severus 
V Antiocheia übersetzt, in deren erstem Teile die einschlägige Arbeit des Z. v 
Mytilene l)enutzt ist.^) Während er selbst möglicherweise in dem gleichnamigen 
Abte näherhin eines ..Klosters der Araber" wiederzuerkennen ist, von dem ein 
gegen Paulos v Bet(h) Ükkäme und dessen Anhang gerichtetes Schriftstück (xc'cqti]) 
wiederum nur noch im Az vorliegt,'') scheint der als „Johannän Archimandrit des 
Klosters Bet(h) Ap(li)tünjä" bezeichnete Verfasser jener durch den Wunsch eines 
Mönches und späteren Bs Dometios veranlaßten Biographie einem Joannes Psaltes 
(oder Kalligi'aphos?) gleichgesetzt werden zu sollen, von dem ursprünglich griechi- 
sche Liedstrophen sich im Kirchengesangbuche des Severus finden und der hier 
ausdrücklich als Archimandrit von Qennesru eingeführt wird.*) Jedenfalls ist er 
mit dem schon kurze Zeit vor Severus verstorbenen J. Sohn des Aphthonios zu 
Unrecht identifiziei't worden.*) 

§ 29. Die erste Hälfte des 7. Jhs zeigt eine Mehrzahl hervorragender Ver- 
treter jakobitischen Geisteslebens im äußersten Westen mit literarischer Arbeit 
beschäftigt. Angeregt durch P Äthan asios L, haben auf ägyptischem Boden 
Paulos V Tellä und Thomas v Harqel sich um die Schaffung eines neuen 
möglichst eng an griechische Vorlagen sich anschließenden Bibeltextes bemüht, 
während für die etwa gleichzeitig hier entstandene medizinische Kompilation eines 
Prs Ahrön vielleicht zu Unrecht in den Kreisen arabischer Gelehrsamkeit das 
Syrische als Ursprache angenommen wurde. Auf Cypern setzte der Edessener 
Paulos die ruhmvollen Traditionen theologischer Ubersetzungsliteratur fort. 
Eine sichere Pflege syrischer Originalliteratur läßt sich daneben zunächst wenig- 
stens für die beiden Gebiete der exegetischen Prosa und der Memrä- 
Dichtung belegen, und auch auf demjenigen des erbaulichen Prosaromanes einer 
in freiem dichterischem Spiele mit ihren Gestalten schaltenden Legende dürfte 
literarische Tätigkeit jakobitischer Kreise in der letzten vorislamischen Zeit nicht 
unfruchtbar gewesen sein. 

a) P Athanasios I. mit Beinamen Gammäla,'^) ord. 594/5, f 630/1, war aus 
Samosata gebürtig und Mönch in Qennesre gewesen, während er als P in einem 
Kloster Mär(j) Zäk(h)ai bei Kallinikos zu residieren pflegte. Die Aussöhnung mit 
der monophysitischen Schwesterkirche Agjptens hat er 609/10 in Alexandi-eia 
zum Abschluß gebracht, wo er im Winter 616/7 anscheinend aufs neue weilte. 
Ergebnislos verliefen dagegen die dogmatischen Verhandlungen, welche er 621 in 
Mabbögfh) an der Spitze eines Gefolges von 12 BB mit Kaiser Herakelios pflog. 
Eine damals diesem eingereichte °) und mehrere auf die ägyptischen Unionsver- 

') Hs: Brl 26. U». Zitat bei M6sc b Küp(h)ä (§ 45c): BrM 827 (Add 14731) fol Sir» (Kat 
Wright 865). Ag: MAKngener, PO 2, 203/400. 

«) Hs: BrM 857 (Add 12155. J 746/7?) IX» 1. ') Vg. PO 7, 799, 801 und die Überschriften 
der betreffenden Nrn. MAKngener, BZ 21, 263f. bzw. über die frag-liclie Quelle unten § 29e. 40e. 

*) So durch Mose b Kep(h)ä a. a. 0. und mit irrtümlicher Umkehrung des chronologischen 
Verhältnisses durch Wright 84f. 

") Eb.S z. .J ICH. ChrS 2, 222,5. 314. M 387/9 (2, 374/7). 402 (2, 399). 409 f. (2, 412. 414). 
B'EKg 1, 262/76. ') Der Text, in welchem dies geschah, war dabei naturgemäß ein griechi- 

scher, demgegenüber der M 405/9 (II 405 8) mitgeteilte, entweder eine Übs oder noch das selbst 
zum Zweck der t'bergabe an den Kaiser übersetzte Konzept darstellt. 



186 I)i^ Literatur der monephysitiBchen Bewegnng. § 29 ab] 

handlungen bezügliche Urkunden sind — teilweise nur auszüglich — in syrischem 

Text,') eine von ihm verfaßte Biographie des Severus v Antiocheia ist neben 
Bruchstücken einer koptisclien vollstiludig in einer äthiopischen L'bs erhalten. ''J Für 
eine frühestens unter P Theodoros (649/67) verfaßte Geschichte seines eigenen 
Lebens ") und seiner angeblichen zahlreichen posthumen Wunder erscheint als 
Autor (oder Gewährsmann?) ein teils als B von Edessa, teils als solcher von 
Aleppo eingeführter Daniel, wobei, die Richtigkeit der zweiten Angabe voraus- 
gesetzt, an einen für Aleppo durch P Kyriakos (79H,817j ordinierten Träger des 
fraglichen Namens gedacht werden könnte.') 

b) B Paulos v Tellä'^) ersclieint zunächst mit Übss liturgischer Texte be- 
schäftigt, von denen bereits eine Neuübs der auf Severus v Antiocheia zurück- 
geführten Taufliturgie urkundlich für ihn bezeugt ist."j Auch ein ihm zuge- 
schriebener liturgischer Originaltext begegnet gelegentHch.') Vor allem aber 
glaubte die Gelehrsamkeit späterer Zeit*) in ihm den schlechthinigen Urheber 
einer Neuübs des ATs aus dem Griechischen erblicken zu dürfen, die auf An- 
ordnung Athanasios' I. um die JJ 615/7 in Alexandreia bzw. einem am neunten 
Meilensteine von der Stadt (h rCo imTii)) gelegenen Kloster unter Zugrunde- 
legung bester hexaplarischer Hss durchgeführt wurde.'") Doch ist diese sog. Syro- 
Hexaplaris, die mindestens in einer Auswahl aus ihren Vorlagen auch die Rand- 
notierungen hexaplarischer Varianten übernommen hat, tatsächlich wohl gewiß 
aus dem Zusammenwirken einer Mehrzahl von Mitarbeitern hervorgegangen, unter 
denen der Synkellos des Pen, ein Diakon Thomas, eine hervorragende Stellung 
eingenommen zu haben scheint, und für P. selbst urkundhch vorerst nurmehr die 
Urheberschaft an der im 2. 616 entstandenen Übs von 4(2) Kge bezeugt. Später- 
hin nur noch in Gelehrtenkreisen benützt, hatte das Werk nach Ausweis der 
Perikopennotierungen einzelner Hss ursprünglich selbst praktische Verwendung in 
der Liturgie erfahren.*') Erhalten blieb neben vielfach mehr oder weniger defekten 
Exemi^laren einzelner BB '^) der zweite Band eines Gesamtexemplai-es,") dessen 

') Eine Enzyklika an die ostsyrischen BB über den Vollzug der Union : M 400 2 (2, 394 9) ; 
ein Schreiben an B Kyriakos v Amida über den Verlauf der Verhandlungen: gegen Ende im Äz 
M 392/9 (2, 381/94); ein Schreiben an die Mönche von Mär(j) Mattai bei Mosul: im Az M 411/3 
(2, 414/7). Durchweg handelt es sich hier wohl sicher um syrische Originale. 

') Ag: EJGoodspeed, PO 4, 578/718, mit einer solchen anch der koptischen Fragmente 
durch WECrum. Die Tatsache einer Übs ins Koptische legt übrigens auch hier den Gedanken 
an ein griechisches Original nahe. 

') Hs: Brl 1C7 (Sach 315. J 1480/1) 14». Bs: KatSachau 523f. *j Vg. M (3, 452) im An- 

hang III Nr XVI 62. 'S) Bickell lOf. Wright 14,6. DuvaP 50/'2. 

«) Hss: BrM 291 (Add 14495. 10/l.Jh)l<'g. 293(Add 14499. 10/1. Jh)9». ') So in der Hs 

Pr 75 (Anc fonds 36. Vor J 1523/4) 22". «) Nach BE Vorrede zur „Scheune d. Geheimnisse": 

Kirsch-Bernstein 145. Abbeloos-Lamy Ag der Kg 1, 419f. Ak. 1. 

0) Laut Subscriptionen in den Hss BrM 49. 51. 52. 53. Pr 27. Vg. KatWright 30. 32/4. 
Middeldorpf (Vg. S. 187 Ak. 2) 66 (465 f.). Dazu die eingehende Bs einer" Hs eines zweifellos 
mit diesem jakobitischen identischen syro-hexaplarischen Textes und der Herstellung dreier weiterer 
Exemplare desselben in nestorianischen Kreisen des 8. Jhs in einem Briefe des K Timotheos I. 
(§ 34b): OC 1, 300/5. Vg. GRQregory, Theol. Lit.blatt 23, 361/6. ENestle ebenda 398f. 

'") Das alles nach der Subscriptio der Hs: Pr 27: Middeldorpf a. a. 0. 

") Über jene Perikopennotierungen ABaumstark, Nichtevangcl syr. Perikopenordnnngen 
d. ersten Jahrtausends (Liturgiegeschichtl. Forschungen 3. Münster i.VC. 1921) 88110. 

'«) BrM 48(Adai4442. foll,46. 7.Jh): Gn (lückenhaft). 49 (Add 12134. J 697): Ex. 50(Add 
14437. fol 1/46. 8. Jh): Nm (lückenhaft). 51 (Add 12133. fol 109,69. 8. Jh): Jos (lückenhaft). 52 (Add 
17103. 8. Jh): Rieht. Ruth. 53 (Add 14437. fol 47/124. 8. Jh): 3 (1) Kge. Pr 27 (Anc fonds 5) 1» (8- Jli): 
4 (2) Kge. BrM 57 (Add 17213. 9. Jh): Bruchstücke von Is (mit PöSlttä-Text in Parallelkolumnen) 



[§ 29b P Athanasioä I. Paulos v TeUä. 187 

erster Band in der zweiten Hälfte des 16. Jhs im Besitze des Andr. Masius*) 
war, dann aber verschollen ist.') Ergänzt wird die syrische Originalüberlieferung 
mindestens durch eine arabische Ubs von Pentateuch und "Wleish, die noch im 
J i486 ein Härit ihn Sinan nach dem smschen Werke des 7. Jhs fertigte.*) 
SchUeßlich wird auch für einen häufiger auftretenden syrischen Text der allen 
sjTischen EvangeUenübss von Hause aus fremden Perikope von der Ehebrecherin 
(Je 7.53 8.12)*) als Urheber ein „Abbas P." genannt, der das Stück ,.in Alexan- 



58(Addl4668.fol26i9.8.Jh): Ez von 47.23 an. 59 (.A.dd 14668. fol 4,11. 8. Jh): Os 1.1/5.15. 54(Add 
14434.foll;7.9.8. Jh). 55(Addl4434.fol80 128.8.Jh\ Pr9(Ancfoud3 3.13. Jh): Ps. BrM 56 (Add 17257. 
fol 34,94. 13. Jh I : Ps 59.2 62.7. 101.1 102.17. Pr 11 (Anc fonds 6 A) : 1 (3) Ezr und Tob 1. 1 7. 11. Dazu 
für diese beiden Stücke die Volleseinplare der Pesittä des ATs (S. 25 Ak. 2) und für das Tob- 
Stüek: VtB 118. Dazu abgesehen von Zitaten ein einzelnes Blatt mit Gn 26.2631 (9. Jh) in BrM 
7145 Bich und ein Text von Lv 26.42/6 in dem Lek-tionar BrM 224 (Add 12139. J 1000)1». 

") AmbrC 313. Fol (9. Jh): Ps, Job, Weisheitsbb, Propheten einschließlieh von Bar, Klgl. 
Brief Jer und Dn-Zusätzen. ') Der daraus Jos bearbeitete: Jos. imperatoris historia illustrata 
atqne explicata .Antwerpen 1574\ 

-) Er enthielt von Dt 15.7 die Geschiehtsbb einschließlich von Ezr, Esth, Jud und Tob 
1.1/7.11. Agg von 4 (2) Kg 9: JGHasse, Libri IV Reg. syro-hexapl. specimen (Jena 1782), von 
Jer, Ez: MXorberg, Codes syriaco-hexapl. Ambrosiano-Mediolanensis ed. et lat vers. (Lund 
1787), von Dn: CBngati, Daniel sec. ed. LXX Interpret, es Tetraplis desumpt. e Cod. syo- 
estranghelo Bibl. Ambros. Syr., ed. (Mailand 1788), der Ps: Psalmi sec. edit. LXX interpretum 
usw. (Mailand 1816, besorgt von PCighera). von 4 (2) Kge, 12 Propheten, Spr, Job, HL, Klgl und 
Pred: HMiddeldorpf, Cod. Syriaco-Hexaplaris usw. (Brl 18o5\ Eicht, Euth: Skat Eördam, 
Libri Jnd. et Euth. sec. vers. syriaco-hexapl. ex. cod. musei britannici nunc prim. el. (Kopen- 
hagen 183961), von Bar, Klgl und Brief Jer: A_ilCeriani, Mon. Sacr. et Profana es. codd. praes. 
bibl. Ambros. li (Mailand 1861), des von Gn und Es in BrM 48f. Erhaltenen; Ders. ebenda 2 
(MaUand 186.3), der Is-Fragmente: Ders. ebenda 5i (Mailand 1873), der ganzen Mailänder Hs in 
photolithogr. Wiedergabe: Ders. ebenda 7 (MaUand 1874i, der Teste von BrM 4951. 53. Pr 27. 
PdeLagarde, Vet. Test, ab Origeue recensiti fragm. ap. Syros serv. quinque (Göttingen 1880), 
derselben vermehrt um die Gn-Fragmente von BrM 48: Ders., Bibliothecae Syriacae qnae ad 
philolog. sacr. pertinent (Göttingen 1892. besorgt von AKahlfs. der eine Bearbeitung der 
Angaben des AMasins zu Jos und Dt 17/.34 beifügte) 1/256, von Bruchstücken von Lv und Dt 
ans B 'Eb(h}räj.T3 „Scheune d. Geheimnisse": GKerber, ZAtW 16, 24964, von solchen von 
1(3) Ezr, Nah ans der Katenenhs BrM 852 (Add 12168) (Vg. unter f.): ChCTorrey, A.JSL 23, 
65/74, der Fragmente Gn 26. 26,31 und Lv 26. 426 und der durch jene Katenenhs aus Ohr 
und Keh erhaltenen: JGwynn, Eemnants of the later Syr. Versions of the Bible. 2 (Lo 1909). 
Part IL 1.(75 (mit Enckübs ins Griechische und Akk.). .Vg. die Praefatio und den Kommentar 
(401/658) von Middeldorpf. FField, Otinm Norvicense (I) sive tentamen de reliqu. AquUae, 
Symmachi, Theodotionis e lin. syr. in gr. convertendis (Ox 1864). ENestle, EePTK^ 175 f. 
Duval»50,2. JGwynn a.a.O. IX XVIIL FKaule n-)GHoberg. Einleit. in d. Heil. Schrift 
d. A. u. N. Tests' 1, 187,9. 

') Mit wichtiger Vorrede. Hss des Pentatenchs: VtAr 1. 2. Ox Bodl Land A 137 (JUri, 
Catal. Bibl. Codd. mss. oriental. Pars I Xr 2. 3), der Weish: PalMedOr 18. Vg. E Nestle, ZDMG 
31, 468/471. Höchst wahrscheinlich gehören hierher auch die Bruchstücke eines arabischen Job- 
Textes in einer Hs schon des 9. Jhs BrM Ar 1475(Add26116). Ag: WGFT vBaudissin, Trans- 
lationis ant. arab. libri Jobi qnae supersunt (Lpz 1870). 

*) Hss: die harqlensischen Pr 54. 56. 59. OxNewColl 334 in Verbindung mit dem vermut- 
lich philoxenianiscben Texte der kleinen Katholischen Briefe: Dubl. Trin. Coli. B. 5. 16. Pr 60. 5 
(vg. S. 145 Ak. 8) und die Pesittä-Hs BrM 63 (Add 14470) der Evangelien, wo das Stück fol lv" 
von einer jüngeren Hand (9. Jh) beigefügt ist. Mitgeteilt wird dieser in einzelnen Hss allerdings 
nicht unerhebliche Varianten aufweisende Text auch im Evangellenkommentar des Dionysios b 
Salib(h}i (§ 48a). Kritische Ag: JGwynn, Eemnants usw. Part II 39,49. 



188 Die Literatur der inonophyBitischen Bewegung. § 29b c] 

dreia gefunden"' hätte,') und es liegt mindestens nalie genug, in demselben -P. 
V TelUi wiederzuerkennen,-) während ein B MärS v Amida (-[ um 527) nicht so- 
wolil der Urheber -einer schon älteren Übs des Abschnittes,*) als vielmehr lediglich 
der Eigentümer der griechischen Hs gewesen sein dürfte, nach welclier dieselbe 
geschaffen war.') 

c) Thomas v HarqeP) hatte in Qennesre griechischen Studien obgelegen 
und als Mönch in einem Kloster Tar'il gelebt. Zum B von Mablx'igni) erhoben, 
■war er unter Kaiser Maurikios, also vor (302 von seinem Sitze vertrieben worden, 
was seine Verwechselung mit einem 528 unter Justinos I. von dem nämlichen 
Schicksale betroffenen B Th. v Germanikeia zur Folge hatte. In Ägypten, wo 
er eine Zufluchtstätte fand, scheint ihm eine maßgebliche VeiTnittleiTolle bei den 
Unionsverhandlungen von 609/10 zugefallen zu sein, wie er sich auch bei den 
Verhandlungen mit Herakleios im Gefolge des Pen befand. In Verbindung mit 
einer Mehrzahl nicht genannter Mitarbeiter stellte er 615'6 gleichfalls in dem 
alexandrinischen Kloster tv töj irdTfo eine Rezension des syrischen NTs (die sog. 
„Heraclensis") fertig, wobei man neben dem Text der Philoxeniana für die Evan- 
gelien drei, für die Paulusbriefe zwei, für Apg und Kathohschen Briefe wenig- 
stens eine empfehlenswerte griechische Hs zugrundelegte. Obschon eine Gleich- 
setzung ihres Haupturhebers mit dessen, Synkellos durch die Verschiedenheit 
ihres Weihegrades ausgeschlossen wird, hat man gewiß auch diese Arbeit auf die 
Anregung des Pen Athanasios zurückzuführen und in ihr das bewußte Seitenstück 
zur syro-hexaplarischen Version des ATs zu erblicken. Ihre Identität mit dem 
in denselben enthaltenen, für die Evangelien vielfach zu nicht geringer liturgischer 
Bedeutung gelangten Texte wird durch zahlreiche Hss ausdrücklich bezeugt,*) 



>) In den Hss Pr 54 und 56. BiM 63. Vg. KatWright 40 f. JGwynn a. a. 0. 41 f. 

2) So WWright, Kat 1313. JGwynn, Transact. of the Roy. Ir. Academy 27. 289. 
Ders., Kemnants. Pars II, LXXIf. 

') Mitgeteilt durch Ps.-Z VIII 7 (JPNLand, ÄnecdS 249/52) und (darnach) in der Hs: 
BrM 861 (Ärtd 17193. J 874)3». ■>) Vg. Wright 83. JGwynn a. a. 0. LXXII. 

'^) Die Subsciiptionen der „Heraclensis" (am vollständigsten KatWright-Cook 7 f. 11 f. 13 f.). 
Kurze „Biographie" einer vatikanischen Hs (BO 2, 90f.). M 391 (2, 381). B'EKg 1, 267f. BO 
2,90/5. Bickell 10. Wright 16. Du vaF 65 Ak 3. 359f. 

") Hss (mindestens die mit * bezeichneten mit einem harmonistischeu Text der Leidens- 
geschichte hinter den vier Evangelien) des ganzen NTs: VtS 266 (7. .Ih?). OxNewColl .3.33 (11. Jh). 
334 (11. Jh). CmbrAdd 1700 (1169/70)*. N-Dsem 9 (13. Jli). Mos 9 1,13. Jb), der Evangelien: 
im Besitze der jakobit. bischöfl. Kirche zu Homs (J 840/1. Vg. LDelaporte, Nonv. Arch. des 
Miss, scientifiques et litteraires 18, 42/5. Ders., KB* 4, 254/8). VtS 268* (nicht Autograph, aber 
doch gewiß eine der ältesten). 267 (8. Jh). 271 (J 1482). Pr 57(Suppll4. J 1264 bzw. Abs einer 
Vorlage vom J 840/1 aus diesem J d. h. wohl sicher des Exemplars von Homs). 52(Suppl87. 
J1164/5)* 53(Ancfonds20. 12.Jh). 54(Ancfonds23. J 1192). 55 (Suppl 86. J 1202/3). 56(Änc£ondsl2. 
J1263/4). 58!Suppl77.J1480). BrM 7163 Eich (8/9. Jh. Bruchstücke:). 120 (Add 14469. J 935,6). 7164 
Eich (11/12. Jh). Or 2291(12'3.Jh mit arab. Üb.s). 65(Add 17124. J 12,33./4 mit folgendem PPsittä- 
Text des übrigen KTs). 7165 Rieh (13. Jh mit Lücken). 7166 Eich (15. .Ih. Ebenso), 7167(16. Jh. 
Bruchstücke!). Dijarb 7 (J 1052/3). Mard 3 (12. Jh). Ox 24 (CanonOr 130. 12. Jh). 28 (Bodio'r 361. 
14. Jh). Urfa 1 (J 1240). Brl 10 (DiezAOct 161. 14. Jh), des Jo allein: VtS 18 (J 1481), Evan- 
gelistare: Seert 17 (11. Jh). Pr 51 (Ancfouds22.J 11381. BrM 7171 Eich (J 1173). JerMkl 6(J 1222). 
Sarfah 11 (J 1480). mit Beimischung von PPsittä-Perikopen: Pr .59(Ancfonds37. VorJ12H56). 
Brl 33(Fol354. 13. Jh mit Ergänzungen des 17/8). BrM 7170 Eich il3. Jh). 7172 Eich (14. Jh). 
Or 4056 (J 1788), mit vorwaltendem Pciittä-Text: JerMkl 5 (J 1212). 7 (J 15601), von Bruch- 
stücken: Brl 13(Sachl4.9/10.Jh). BrMOr 4824 (11/12. Jh). Über solche eines Volltextes (7;8. Jh), 
eines reinen und eines gemischten Evangelistars im Besitze der ehemaligen Kaiserl. Archäol. 
Ges. in Moskau EWagner, ZNtW 6, 284/92. Dazu kommen die S. 144 Akk. 15f. 145 Ak. 1 



[§ 29 cd Paulos v Telia. Thomas v Harqel. Ahrön. 189 

und Abweichungen, die ihnen gegenüber masoretische Zitate des Werkes auf- 
weisen/) sind kaum belangreich genug, um ernste Zweifel an der Glaubwürdigkeit 
jenes Selbstzeugnisses zu rechtfertigen.'-) Ihr zu entstammen scheint auch der 
jüngere der beiden syrischen Texte der Apok.^j Dagegen verdient die erst seit 
dem 15. Jli auftretende Zuweisung einer Anaphora an Th. ..von Harqel" oder 
..von Germanikeia" *l um so weniger Beachtung, als eine ältere Überlieferung sie 
vielmehr unter den Xamen des Apostels Th. stellt.') 

d) Der alexandrinische Pr Ahrön ®i verfaßte unter Kaiser Herakleios (610 41) 
ein medizinisches Sammelwerk in 30 BB, das unter Hinzufügung zweier weiterer 
BB durch den syrisch redenden persischen Juden Mäsirgöjah aus dem Syrischen 
ins Arabische übersetzt wurde ') und in der damit erhaltenen Gestalt den Euf 
genoß, die beste Arbeit seiner Art aus älterer Zeit zu sein. Der syrische Text 
galt den Arabern als Original, während ein wohlunterrichteter Syrer*) sich nur 
dahin äußert, daß das Werk „bei uns syrisch existiere", was die Möglichkeit 
offen zu lassen scheint, daß schon die Vorlage des arabischen Übersetzers nur- die 
Übs eines navös/.Tr^i, Ivvzayua oder Ivvayi'jytl betitelten vielmehr griechischen 
Originals gewesen wäre. 



genannten Hss. Jedenfalls nicht hierher gehört der vielmehr Pesittä-Text enthaltende VtS 272 
(J 14878;. Vg. JLebon, EHE 12, 425 Ak. 5. Agg: JWhite, Sacr. Evangelior. versio syr. 
Philoxeniana ex. codd. mss. Ridleianis in bibl. coli. Xov. Oxon. repositis nunc pr. ed. (Ox 1778). 
Act. Ap. et Epist. tam cathol. quam pauün. vers. sj'r. Philos. ex. cod. ms. Bidleiano nunc pr. ed. 
(Bis Hebr 11. 27. — Ox 1799/803). GHBernstein, D. heil. Evangelium des Johannes syr. in 
harklens. Übs mitVocalen usw. nach einer vatican. Hs nebst krit. Aumkk. (Lpz 1853). JHHall, 
The Syrian AntUegomena Epistles (Baltimore 1^86. Photogr. Wiedergabe einer Hs vom J 1471). 
ELBensly, The Harklean Vers, of the Ep. to the Hebrews Chap. XI 28— XIII 25 (Cmbr 1889). 
Kollation von 4 Hss zu den kleinen katholischen Briefen; JGwynn, EemnUnts usw. Part II 
14653. Vg. GHBernstein. De Charklensi X. T. translatione Syr. commentatio (Brl 1837. -1854). 
AHilgenfeld, Th. v. Heraklea n. d. Apostelgeschichte ZWT 43, 401,22 bzw. die in Ak. 2 von 
S. 189 verzeichnete Literatur. 

') So z. B. in den Marginalien der Hs BrM 162(Addl2l78.9 10. Jh). Starke Varianten zu 
Apg 2. 1/11. Hebr 1. 11 auch am Eande des Hsbruchstücks CmbrAdd 2053 (12/3. Jh). Vg. Kat 
Wright-Cook 1193. 

*) Vg. PCorssen, ZNtW 2, 1/12. LDelaporte, RB« 9, 391/402 im Gegensatze zu 
HGreßmann, ZNtW 5, 248,52, nach dem die Hss den Text einer anderen, vermutlich späteren 
Übs enthielten, eine Meinung, die JLebon, EHE 12, 424/7 sich zu eigen gemacht hat, während 
OKlein, Syr.-griech. Wörterbuch zu d. vier kanon. Evangelien nebst einleitenden Untersuchungen 
(Gießen 1916) .3/8, mit Rücksicht auf die fragliche Diskrepanz in dem von White herausgegebenen 
Texte das von Th. noch nicht überarbeitete Werk des Polykarpos erblicken möchte. 

'; Hss: Verschollene früher in Florenz (J 1582). Leyden Ms.Hebr.Scaligeri 18 (16. Jh). 
Dnbl.Trin.Coll. B. 5. 16 iJ 1625\ Pr 5iSuppl79. J 1695j. Agg: L de Dien, Apocal. s. Joh. ex. 
ms. exemplari e bibl. cl. viri J. Scaligeri deprompto ed. usw. (Leiden 1627) und danach in d. 
Pariser n. Walton'schen Polyglotte und in den landläufigen Agg des syrischen XTs. Vg. JGwynn , 
The Apoc. of St. John in Syriac S. XIV fi. XCIII. Ders., Eemnants. Part II 154 f. 

*) Hss: VtB 159(?j. JerMkl lOAJ 1427/8)31». 11(15. Jh) A3''. VtS 33 (J 1467). Pr 76(Anc 
£onds68. 16.Jh)4». Übs: Ren 2, 383/88. 

») Hss: BrM 263(Add 17229. fol 1,47. J 1218). 273 (Add 14692. fol 25 99. J 1347)2°. Brll51(Sach 
185. 196. 152. J 1279 80)10'', in den beiden letzteren mit nachträgl. Korrektur d. Verfasserangabe 
auf Th. V 11. Auch Pr 76 ist die ältere Überlieferung in d. Subscr. noch erhalten. Der P Ignatios 
b Wahib f§ 51 g), auf den als tatsächlichen Verfasser hier eine Notiz hinzuweisen scheint, kann 
als solcher ans chronologischen Rücksichten nicht in Betracht kommen. *) Us 1, 109. 163. 

Q80Z. 11 f. B'E Hist. dyn. (Ag Pococke) 159 (99). 189 (127). ■) So ausdrücklich Us 1, 109. 

•) B'E, der sich als nicht nur von Q abhängig durch die nur ihm eigentümliche Zeitangabe erweist. 



J90 Die Literatur der monophysitischen Bewegung. § 29ef] 

e) B Paulos v Edessa,') ord. um 602, floh vor den Persern, als diese 619 
die Stadt eroberten, nach Cypem und übersetzte hier mit strenger "Wahrung der 
für den metrischen Charakter des Originals maßgeblichen Silbenzahl der einzelnen 
Verse, also von vornherein zu praktischem kirchenmusikalischem Gebrauche ein 
aus den liturgischen Dichtungen (äviicpiorct) des Severus v Antiocheia und anderer 
Verfasser offenbar im Thomaskloster von Qennesre zusammengestelltes Kirchen- 
gesangbuch,'-) das erst in einer sekundären Anordnung nach den 8 Kirchentönen 
die Bezeichnung als Oktoechos rechtfertigt.') I)a er im jakobitischen Heiligen- 
kalender unter dem ehrenden Beinamen eines ..Übersetzers der Bücher'' fortlebt,*) 
ist jene Arbeit keinesfalls die einzige ihrer Art aus seiner Feder gewesen und 
er mit Bestimmtheit in einem vermeintlichen Abte P. *) wiederzuerkennen, der 
624 gleichfalls auf Cypern eine bis in nestorianische Kreise hinein zu maßgeb- 
lichem Ansehen gelaugte zweibändige Neuübs der Reden des Gregorios v Nazianz 
mit Einschluß der l)eiden Schreiben an Kledonios lieferte.") 

f) Die exegetische Arbeit eines unbekannten Jakobiten aus der letzten 
vorislamischen Zeit hat sich an einem Katen enkommentar zum größten Teile 
des ATs, den Paulusbriefen und Evangelien erhalten.") Die Entstehung des 
Werkes scheint für die JJ 617/51, näherhin wohl eher schon für die zweite, als noch 
für die erste Hälfte dieses Zeitraumes durch einen an die Erklärung der ATlichen 
Geschichtsbücher angefügten Abschnitt über die Dauer der einzelnen Dynastien *) 



1) ChrM 324 (248). PO 7, 801 (Nachwort Ja*qöb(h)s v Edessa zu seiner Revision der „Ok- 
toeehos"-Übs). M 378 (2, 374). BO 2, 47 f. (unter Verwechslung mit P. v Kallinikos). Wright 
137 f. ABaumstark, Festbrevier u. Kirchenjahr d. syr. Jakobiten 45 (mit irriger Bezeichnung 
als „Abt."\ 

■■') Hss dieser Übs sind naturgemäß sämtliche in denen eine Spur der Textrevision Ja'qöb(h)3 
V Edessa (§ 40e) fehlt. Vg. EWBrooks, BZ 21, 263. In Betracht kommen rund 40 meist un- 
vollständige Exemplare des 9/14. Jhs. Vg. KatWright 339/59 und über das Kirchengesangbuch 
selbst als Litnrgiedenkmal ABaumstark a. a. 0. 45,8. Ders., Wissenschaftl. Beilage zur Germania 
1912, 129/34 bzw. D. frühchristl. Kommunioiilied d. antiochen. Patriarchats, Gottesminne 1, 2 2Ü und: 
Konstantin ,d. Apostelgleiche' u. d. Kiichengesangbuch d. S. v. A., bei FJDölger, Konstantin 
d. Gr. u. seine Zeit (FrbgB 1913) 248/54. Der Text ist der Ag der Rezension Ja'qöb(h)3 zu ent- 
nehmen, ä) Hss: BrM 448(Add 14723. fol 3/65. 13. Jh). VtS 325 (17. Jh) und teilweise VtS 94 
(11. Jh). Vg. Festbrevier u. Kirchenjahr 46. 

■") PO 10, 84. 124. Ausgeschlossen ist es natürlich, bei diesem am 23. 8. gefeierten P. mit 
JSAssemani, BO 1, 409 an den ersten edessenischen B dieses Namens zu denken, der 526 sich 
die Rückkehr aus einer Verbannung nach Euchaita durch Unterwerfung unter die Entscheidung 
von Chalkedon d. h. durch Verrat au der monophysitischen Christologie erkaufte. 

5) Titel bzw. Suhscriptio der G.-Übs (Die BO 1, 171 f. mitgeteilte ist fehlerhaft wieder- 
gegeben diejenige der von Assemani im Der es-Surjän gesehenen heutigen Hs BrM 555 und nach 
KatWright 427 f. zu verbessern!). Ein Brief des K Timotheos I (OC 2, 8f.). B"E Nomok. (BO 2, 
302). WLüdtke, OC- 3, 265/7. Das „Abbas" der Subscr. bezeichnet die bischöfliche Würde. 

«) Hss des 1. Bandes (mit 30 Reden): BrM 553 (Add 14548. J 790'. 555(Add 12153. J 844/45). 
557(Addl4547.9.Jh). 7187 Rieh (10. Jh), des 2. B.mdes (mit 17 Reden): BrM .■).-)6(Add 14549. 
8/9. Jh)P. Wenn B'E a. a. 0. zu „Band 2" auch noch 31 Briefe rechnet, so war in dem ihm vor- 
liegenden Exemplar eine Sammlung von so vielen Nrn, die sich in anderem Zusammenhange tat- 
sächlich erhalten hat, an den 2. Band der P.-Übs angeschlossen, wie hier hinter dem ausdrück- 
lichen Explicit derselben eine solche von 37 bzw. (nach Abzug von 8 Basileios-Briefen) 29 Nrn 
folgt. Vg. über die fragliche Reihe von 31 Briefen S. 77 Ak. 9. Ag der Predigt über die 
Makkabäer: RLBensly-WEBarnes, The fourth Book of Maccabees (Cmbr 1895) .55/74 
XXVII/XXXIV. 

') Hs: BrM 852(Addl21G8.8,9.Jh, jedenfalls vor 932). Bs: KatWright 904/8. Vg. JGwynn, 
Eemnants of the later syriac versions of the Bible (Lo 1909). Part II. XVH/XX. «) Fol 67 r». 



[§ 29fgh Paulos v Edessa. Exegetisches. Memrä- Dichtung. Legendarische Prosa. 191 

gesicheii zu werden, der einerseits noch vor dem Ende des letzten Sassaniden 
geschrieben, andererseits aber bereits mit dem svro-hexaplarischen Bibeltexte ver- 
traut ist. An Autoritäten sind vor allem Chrysostoraos, die Kappadokier. Kyrillos, 
Severus, Ap(,li)rem und Ishiiq ..v Antiocheia" benützt, zu denen sich noch ver- 
einzelt Proklos, für die Ps Athanasios, für Job und Prd Olympiodoros und zum 
HL Joannes, Sohn des Aphthonios, gesellen. 

g) Die Menira-Dichtnug monophysitischer Kreise der ersten Hälfte des 
7. Jhs wird mit ziemlicher Sicherheit in einem Stücke kenntlich, das als Behand- 
lung eines nicht religiösen Stoffes eine einzigartige Stellung in der gesamten er- 
haltenen Masse epischer Poesie in syrischer Sprache einnimmt. Es ist dies ein 
mit Unrecht Ja'qöb(h) v S^n'igfli) beigelegtes, tatsächlich anscheinend innerhalb 
der JJ 628,37 in vierzeiligen Strophen des zwölfsilbigen Metrums abgefaßtes 
Alexanderlied, in dem die Erinnerung an den gewaltigen Makedonen und 
seinen Indienzug von christlicher Sage umrankt erscheint.^) Anderes darf wohl 
mindestens vermutungsweise als etwa gleichaltrig in Anspruch genommen werden. 
Ein Memrä auf das Entschlafen der Gottesgebärerin ist zwischen einem B I w a n - 
nis V Birtä und einem M TimotheosvGrargar strittig.-) den eine Rand- 
notiz als Dichter eines zunächst anonym überlieferten, wieder im zwöKsilbigen Maße 
gehaltenen auf die „ägyptischen Väter" Makarios. Maximos. Dometios und Joannes 
Kolchos bezeichnet.^) Von weiteren anonymen Dichtimgen der letzteren Form 
wären eine spätestens jedenfalls vor dem 9./10. Jh entstandene über den hl. Eu- 
genios *) und eine solche auf Sallitä, den Apostel der Gordyene,^) wegen ihres 
Verhältnisses zu den nestorianischen Prosalegenden des sagenhaften Patriarchen 
des ostsyrischen Mönchtums und seines Kreises von einem eigentümlichen Inter- 
esse. Nur vermutungsweise kann für die jakobitische Literatur eine sojphe über 
die makkabäischen Brüder in Anspruch genommen werden, über deren ÜberHefe- 
rung ein merkwürdiges Dunkel hegt.") 

h) Auf dem Gebiete legeudarischer Prosa findet die bodenständig griechi- 
sche, in deutscher Kunst und Poesie durch den Pinsel EdSteinles und den 
Schwanengesang ClBrentanos verheiThchte Geschichte der hl. Marina ') an der- 



') Hss: Br3I 791(Addl4624.9.Jh)3»b. Pr 13(Ancfond3 6)30». 243(Snppl57. JlGlO^i». Brl 
169 fSach 182. 18. Jh ?1 4°. Agg : K n ö s 66 107. E A W B n d g e . ZA 6, 357/404. G i s m o n d i^ 80,93. 
CHunnius, ZDIIÜ 60, 169209. 558,89! 802/-21. Übss: AWeber, D. Mor Yakub Ged. üb. d. 
gläubigen König Aleksandrns nsw. (Brl 1852) und bei Hunnins. Vg. CHunnius, D. syr. 
Alexanderlied (Diss. Güttingen 1904). 

') Hss unter dem Xamen des ersteren: JerMkl 43 (12 3. Jh) IV 6, des letzteren: Pr 177 
(Anefonds83. J 1521/2)4" g, wohl auch = der Rede „snr rAssomption" eines angeblichen Bs T. 
V Gaugra VtB 128 (J 1720) 4°. Ag unter dem Xamen letzteren: LTh 145,59, des ersteren mit 
Übs: A Baumstark, OC 5, 100,25. Über T. v Gargar GCardahi, LTh 144,9, der als Todes- 
datam erst das J 1069 angibt. ') Es: JerMkl 43 IV 30. 

«) Hs: BrM 804 (Add 14653. 9/10. Jh) 2». In derselben Hs folgt (3») ein gleichfalls anonymer 
Memrä über den Verlorenen Sohn. 

*) Brl 176(Sachl61. 19. Jh?)B. Inhaltlich in dieselbe Sphäre gehört ein anonymer Memrä 
im siebensilbigen Metrum über den jakobitischen Klostergründer Märfj) Mattai: Brl 178(Sach83. 
J 1862) 2". Die letztere Form zeigt auch ein solcher auf einen hl. Palqid'h ä und seine zwei 
Söhne: Ox 138(,BodlOrl9. 13. Jh)l<', das zwölfsUbige Versmaß einer auf den hl. Nikolaos: JerMkl 
43 IV 26. Für eine auch nur vermutungsweise Datierung fehlt hier jede Handhabe. 

•) Ag und Übs: RLBensly-WE Barnes, The foarth book of Makkabees (Cmbr 1895) 
145/54 (XLVIIILXSII) nach drei Hss, von denen sich nach den hinterlassenen Papieren nur eine 
als mit der jungen malabarischen Ox 134 'BodlOr624) identisch feststellen ließ. 

') Syrische Texte derselben außerhalb des „Paradieses der Väter" i§ 31a): Sin 30 (J 778). 
BrM 950 (Add 14649. fol 1/179. 9. Jh) 13°. 954 (Add 12172. fol 2.5/54. 10 Jh) 3». Pr 234 (Anc fonds 143. 



1^92 ^>B Literatur der monopbysitischeu Bewegung. § 29 b] 

jenigen von Hilaria, der als Mönch Johannes in ägyptischer Klostereinsamkeit 
lebenden Tochter Kaiser Zenons,*) und von der als Abt einem Mönchsklöster 
vorstehenden Königstochter ünesima*) zwei wohl sicher original syrische Seiten- 
stücke, deren Entstehung durch die hsliche Überlieferung unmittelbar für die 
vorislamische Zeit gesichert erscheint. Allerdings sind diese Legenden auch auf 
nestorianischer Seite bekannt. Ein Gleiches gilt von der auf koptischem Boden 
zum Gegenstande dramatisch belebter Dichtung gewordenen und in Prosa arabisch 
und äthiopisch wiederkehrenden Geschichte von Archelides, der, aus der AN'elt- 
stadt liom hinter Klosterraauern Palästinas geflüchtet, lieber stirbt, als unter 
Bruch seines Gelübdes in der Person der eigenen Mutter noch einmal im Leben 
ein Weib zu sehen.") Aber mindestens für die Hilaria-Sage steht eine Ent- 
stehung auf jakobitischem Boden von vornherein außer Zweifel da nur hier eine 
Neigung bestehen konnte die Familie des Fürsten, der durch den Erlaß des 
Henotikons als Gegner der chalkedonensischen Beschlüsse in die dogmatischen 
Händel des 5. Jhs eingegriffen hatte, mit dem Glorienscheine frommer Sage 
zu umgeben. Mit den naturgemäß im äußersten Südwesten Syriens, wo nicht 
in syrischen Möuchskreisen Agj-ptens entstandenen Stücken berührt sich in 
seinem literarischen Charakter in etwas der offensichtlich dem äußersten Osten 
des jakobitischen Kirchengebietes entstammende Roman von Behnäm und Särä, 
den Kindern eines Assyrei'königs Sauhirib(h) in der Zeit des Apostaten Julianus.*) 



13.Jh) 10.18. VtS 427 (16. Jh)fol92v'>. Urm 178 (17. Jh). 103 (J 1715), einer arabischen Übs 
(nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38* (J 1732/3) 12». Agg: AMS 1, 366/71, mit Übs: FNau, 
ROC 6, 276/90. 354/78. ASmithLewis, StSin 9, 48/71 (10, 36/45). Eine verwandte Erzäbluag 
ohne Nennung des Namens der Heldin: Pr 309 (J 1869) 20°. Weitere ursprünglich griechische 
Legenden des ägyptischen Asketenkreises, die in selbständigen syrischen Testen auftreten, sind 
diejenigen von Maria Aegyptiaca, von Martiniauos und von Markus und seinem Begräbnis durch 
Serapion. Hss der ersten: BrM 950. 1». Pr 234. 1». 6, der zweiten: BrM 945 (Add 14647. J 687 8) 
IIP2. 952 (Add 14645. J 935/6) 15°. 811 (Add 14656. 10. Jh) 6°. 960(Addl2174. J1197)25''. Pr 234. 22». 
235(Ancfondsl74. 13.Jh)14». VtB 39 (16. Jh). N-Dsem 113, der dritten: BrM 959(Addl4730. 
fol 112/64. 12. Jh) 12«. 842(Addl4728.foll/75. 13.Jh)5°. 963 (Add 14732. fol 1/227. 13. Jh) 10°. Or 2732 
(18. Jh). CmbrAdd 2016 (13. Jh). JerPatr 17 (Vor J 1612) <5' . Brl 74 (Sach 9. J 1694/5) 13». 177 
(Sach60. J1895)2°. Pr 309 (J 1869) 5°, einer arabischen Übs derselben (nach Vorlage vom J1178): 
JerMkl 38* 8°. Agg der ersten: AMS 5, 342/85, der dritten: VScheil, ZA 12. 16270. 

') Hss: BrM 949 (Add 14650. 6/7. Jh) 20». 948 (Add 14651. J 850)4» h. 950.25». 954.4». 918 
(Add 14641. 10/1. Jh)4»h. 958 (Add 14735. fol 72/173. 12. Jh) 10°. 7190 Rieh (13. Jh)81». JerPatr 17 »V', 
einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38*110°. Ag und Übs: AJWensinck, 
Legends of Eastern Saints chiefly from syriac sources. 2 (Leyden 1913). Bs nach der Karsiini-Hs 
Bri 110 (Sach 7) 10°: KatSachau 381 f. ') Hss zweier verschiedener Rezensionen: BrM 949.21». 
950. 16". 9170 Rieh 77°. Sin 30. Pr 236(Snppl28. J 1193/4) 19°. 235. 25» bzw. Katalog Hiersemann 
487. Nr 255a (8/9. Jh) 21». Bri 74. 10». BrMOr 4526 (J 1726/7), ungewiß, welcher: N-Dsem 112 
(J 1885), einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38*107». Agg der ersten Re- 
zension: AMS 4, 40.5/21. ASmithLewis, StSin 9, 81/93 (10, 60/9). Bs der ersten: KatSachau 285, 
der zweiten nach der Kars.-Hs Brl 110(Sach7)3»: ebenda 378. Eine poetische Bearbeitung späterer 
Zeit in der Hs VtS 90 (J 1570/1)13°. =) Hss: BrM 950. 19». 918. 4». 957(Addl4655. ll.Jh)2». 

958. 7». 7190 Rieh 82». Pr 236. 14». 234. 1°. 17. 235. 10°. Dijarb 98. 1», einer (von der edierten 
verschiedenen) arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38*11». Ag und Übs (auch 
eines arabischen und des äthiopischen Textes): AJWensinck a. a. 0. 1 (Leyden 1911), der 
koptischen Dichtung: HJunker, OC 7, 158,75. Zu der Ag Wensincks vg. WWeyh, ZDMG 
66, 758/67, der nachdrücklich gegen die Annahme einer Übs aus dem Griechischen eintritt, zu 
einer Stelle des edierten arabischen Textes: ABaumstark ebenda 67, 126/8. 

*) Hss: BrM 960.70». 961 (Add 14733. J 1199)1°. 964(Addl7267.fol50 75. 13. Jh)3». 969(Add 
14735. fol 51/71. 13. Jh). 7200 Rieh (13. Jh) 13». Or 4404 (19. Jh) fol26ro. Pr 234. 1°. 3. 295 (J 1705) 2». 



[§ 29 h Legendarische Prosa. 5^93 

Ausmiindead in die Gründungssagen einer Mehrzahl sjiäterhia von jakobitischen 
Mönchen bewohnter Klöster Mesopotamiens, führt er zu einer Grupjje gern in 
Häufmig genauer Datierungen mit einer gekünstelten Urkundlichkeit prunkender 
Biographien legendarischer Stifter solcher Klöster hinüber, denen die durchsichtige 
Tendenz zugrunde liegt, die Entstehung tatsächlich wohl weit jüngerer Hochburgen 
monophysitischen Mönchtums im Osten bis ins 5., 4. oder gar 3. Jh hinaufzu- 
rücken. Es sind die Lebensgeschichten des Miir( j ) Mattai (y ängebl. 18. 9. 311),') dem 
das nach ihm benannte Kloster auf dem Berge Ep(h)ep(h) bei Mosul, eines Ahrön 
aus Seriig(li) (7 angebl. 28. 5. 337),-) dem ein solches auf dem ..gesegneten" Berge 
bei Melitene, sein Dasein verdanken soll, eines in die Zeit des Kaisers Valens 
verlegten ..Arztes" Dometios*) und eines ..Ägypters" Ja'q6b(h) (f angebl. 20. 9. 
421),*) der als Yerpüanzer ägyptischen Eremitentums nach Mesopotamien ein Kon- 
kuirent des hl. Eugenios nestorianischer Legende ist. Auch die Geschichte eines 
aus einem Kloster in der Xähe von Edessa hervorgegangenen Sem'on v Ke23(h)ar 
'Ab(hjdin düi-fte in diesen Kreis gehören.') Eher einen gewissen geschichtlichen 
Wert scheint dagegen diejenige eines Ahä zu besitzen,") deren Held, als Zeit- 
genosse erst des Kaisers Markianos bezeichnet, von einem älteren mesopotamischen 
Klostergi-iinder gleichen Namens zu unterscheiden ist,") mit dessen Kreise das 
Martyrium eines Pinhäs sich berührt.*) Läßt sich bei allen diesen Texten die 
hsliche Überlieferung mit Sicherheit nie bis in vorislamische Zeit hinauf verfolgen, 
so scheint doch ihre Entstehung am besten sich der Epoche siegreichen Vor- 
dringens der jakobitischen Propaganda im Sassanidenreiche einzufügen, welche 
die letzten Jahrzehnte seines Bestehens bezeichnen.") Gleichzeitig mag auch 
schon das Lebensende des Kaisers Maurikios (-j- 602) eine legendarische Aus- 
schmückung erfahren haben.'") 

326.5». VtB 91 (J 1869). Brl 75(Sach222. J1881)ll». N-Dä6m 112(J1885). 113. Um 179(19. Jh) 6«. 
Ag: AMS 2, 397/441. ') Hss: JerPatr 17x.t?-. Brl 178 (Sach 83. J 1862)1«. B3: KatSachau 575f. 
») Hs: BrJI 960. l", einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J1178): Jerilkl 38* 24». Ag: F.N'au, 
PO 5, 70149. ') Hss: BrJI 952. 12». Pr 235. 28», des Schlusses einer Predigt auf ihn: BrM. 
973(Add 17201. fol22/5. 7,8. Jh), einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38* 21». 
Ag: Alis 6, 536/56. Dazu die Geschichte eines hl. Einsiedlers und Mönches Asjä („Arzt" schlecht 
hin?;: BrM 960. 4». Bs: f Xau, ßOC 20, 17 20. *j Hss: BrM 960. 71», eines Bruchstückes 

963. 22». Bs: KatWright 1136. Vg. die Geschichten eines J. „des Wanderers" oder ,.des Lahmen" 
BrM 945 lAdd 14647. J 687 8j III» 1. 949. 13». Pr 235. 19». JerPatr 17/ bzw. eines „Reklusen J." 
BrMOr 4528 (J 1736,7) und die arabischen Übss dieser beiden Stücke (nach Vorlage vom J 1178) 
JerMkl 38* 28». 47». Bs des zweiten: FNau a. a. 0. 1/12. ^) Hss: BrM 950. 20» bzw. einer 
arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): JerMkl 38*18. Bs: FXau, ßOC 19, 420/21. 

•) Hs: VtS 37 (J 1626,7) 15». Bs: KatAssemani 2, 249. ') Vg. ChrS 1, 140, wo er 

als Schüler des hl. Eugenios erscheint. *) Da es in die Zeit Säb(h)ör3 verlegt wird. Hss: 

BrM 961. 4». JerPatr 17;'. Ag: AMS 4, 208/18. ») Dunkel bleiben die Geschichten eines 

„vollkommenen Einsiedlers" Rnb(^h)U und seiner Genossen unter Traianus und eines Mar(j) Sebhai. 
Has: BrM 950. 26». Ox 163 (Marsh 13. J1176,ü)4«. CmbrAdd 2016 (13. Jh) 18» bzw. Ox 163. 3», 
einer arabischen Übs der ersteren (nach Vorlage vom J1178): JerMkl 38* 19». Auch bei 
erst verhältnismätig spätem Einsetzen der hslichen Überlieferung mit einem erheblich 
höheren Alter derartiger Texte zu rechnen berechtigt beispielsweise die Tatsache, daß von der 
recht untergeordneten Geschichte eines angeblich im J 420/1 geborenen Kindes, das zweijährig 
von dem noch als Heide vorausgesetzten Magistraten von Byblos mit seinen Eltern getötet 
worden wäre, BrM 960. 73», ein Bruchstück schon in 984(Addl4670.6,7.Jh) vorliegt. Bs: FNau, 
BOC 20, 15 f. 1») Hss (darunter allerdüigs auch nestorianische) : CmbrAdd 2016. 16». JerPatr 
17<-. Pr 309. 16». N-Daem 113. Ag: FNau, PO 5, 773 8. 



Baamstark, Geschichte der syrischen Literatur. 13 



B. Die Literatur der islamischen Zeit. 

Im Gegensatze zur syrischen Literatur des vorislamischen Zeitalters, die der 
Tinmittelbare Ausdruck für das Geistesleben eines, wenn auch wesenhaft kirchlich- 
religiös gebundenen und in seinen Schicksalen durch theologische und kirchen- 
geschichtliche Bewegungen beherrschten Volkstums gewesen war, stellt sich die- 
jenige der islamischen Jahrhunderte von vornherein als das Schrifttum ver- 
schiedener, wenn auch in ihrer Kultus- und Gelehrtensprache übereinstimmender 
Kirchen dar. Selbst sprachlich bzw. graphisch ist dabei zwischen nestorianischer und 
jakobitischer Literatur der Unterschied gegeben, daß die erstere, für deren Ent- 
wicklung dauernd das nordöstliche, mittlere und südliche Mesopotamien und die 
Gebiete östlich des Tigris den geographischen Schauplatz bildeten, mit der sprach- 
geschichtlich älteren ostsyrischen Aussprache ein von griechischer Schrift unab- 
hängiges System der Yokalbezeichnung verband, während das mehr nach dem 
Westen hin gravitierende Jakobitentum zur Bezeichnung eines durch eine eigen- 
tümliche westsyrische Lautverscliiebung gegangenen Vokalismus sich der griechi- 
schen Vokalbuchstaben zu bedienen beliebte. Solchen Äußerlichkeiten gegenüber 
wies allerdings der innere Charakter der beiden Kirchenliteraturen keine allzu 
tiefgehenden Unterschiede auf. Insbesondere wurde auf beiden Seiten das Mönch - 
tum immer ausschließlicher wie überhaupt die führende Macht innerhalb der 
Eärche, so auch der Träger des literarischen Lebens. Auch ein Verfall dieses 
Lebens hat sich hüben wie drüben als eine unmittelbare Folge der durch die 
politischen Umwälzungen des 7. Jhs geschaffenen neuen Verhältnisse nicht geltend 
gemacht 

I. Die iiestori.inisclie Literatur bis zur J.alirtauseii(lweii(le. 

Insbesondere die nestorianische Literatur bietet rund von der Mitte des 7. 
bis gegen Ende des 10. Jhs das Bild eines ebenso reichen als wesenliaft boden- 
ständigen Lebens, in dem neben dem fortdauernden Einsclilag iranischen nunmehr 
zuweilen in vielleicht nicht zu unterschätzender Weise ein solcher arabischen Blutes 
sich geltend machte. Eine neue Welle griechischen Einflusses, die auf theologi- 
schem Gebiete eine Bewegung nach Revision des dogmatischen Standpunktes in 



[§ 30a K is6'jahb(b) IL I95 

alexandrinischem Sinne bezeichnete, ist hier über^\•uuden worden. Eine erneute 
griechisch-syrisclie Ubersetzungstätigkeit profanwissenschaftlichen Charakters, zu 
welcher die kidturellen Bedürfnisse der islamischen Umwelt im 8. und 9. Jli den 
Anstoß gaben, ist nicht über die an ihr beteiligten Gelehrtenkreise hinaus von 
Wirkung auf die allgemeine innersyrische Literatureutwickhing geworden, und so 
gehört denn nächst dem Nachlasse eines Aij(h)rahat und Äp(h)rem, der Prosa 
eines Philoxenos und der Poesie eines Ja'q6b(h) v Serüg(h) diese nestorianische 
Kirchenhteratur des früheren Mittelalters zu den am meisten den Charakter 
semitisch- orientalischer Eigenart zum Ausdruck bringenden Schichten syrischen 
Schrifttums. 

§ 30. Die Katastrophe der Uberrennung des Sassanidenreiches durch die 
siegreichen Scharen des Islams fiel für die nestorianische Kirche in die Zeit 
des K Is6'jahb(h) II., der sich selbst gleich seinen Zeitgenossen Barsaumä 
V Kark(h)ä, Kyriakos v Nisibis, Sürin und Silwiinus v Qardü schrift- 
stellerisch in den Bahnen der bisherigen gelehrten Theologenliteratur bewegte. 
Eine auch literaturgeschichthche Epoche von einschneidender Bedeutung be- 
zeichnet erst sein zweiter Nachfolger ls6'jahb(h) III. vermöge einer großzügigen 
ßedaktionstätigkeit, welche für die Gestaltung der gesamten nestorianischen Liturgie 
maßgeblich geworden ist. Im einzelnen ^\Tirden als Früchte derselben von der 
Folgezeit einerseits das Chorgesangbuch des B[üd(h)rä, andererseits eine Reihe 
von Formularen gewertet, die griechisch gesprochen als solche eines nestoriani- 
schen Euchologions zu bezeichnen sein würden. Eine alsbald einsetzende 
kommentatorische Beschäftigung mit ihren Ergebnissen hat an dem vielseitigen 
Gelehrten Gabriel v Bet(h) Qaträje einen führenden Vertreter gehabt. 

a) K isö'.jahb(h) II.') aus Ged(h)älä in Bet(h) 'Arbäje, ord. zwischen 11. 5. 
und 30. 9. 628,-) 7 zwischen 19. 11. 643 und 5. 11. 644») oder zwischen 28. 10. 
645 u. 16. 16. 646,*) hatte zu den 300 Studierenden gehört, die in Opposition gegen 
Henänä Nisibis verließen, war dann selbst in Bäläd(h) als Lelirer tätig gewesen und, 
obgleich verheiratet, dort ß geworden. Mit einem Stabe von ihm ausgewählter BB 
erschien er zu Anfang seines Pontifikats als persischer Gesandter '') vor Kaiser 
Herakleios, den er in Äleppo antraf. Durch Ablegung eines Glaubensbekenntnisses, 
das starke Zugeständnisse an die chalkedonensische Orthodoxie machte, erkaufte 
er sich hier Zulassung zur kultischen Gemeinschaft mit den Griechen, was ihm 

') ChrM 29/31 (25/7). ThM I 35. II 4. ChrS 2, 234/62. 280/305. EbS 1, 53 (30) und zu den 
JJ7und2.3H. MbS 61 f. (54f.). *Äm 52/5(30,2). M 776(3,521). B'EKg 2, 113/6. 127 f. 'Ai §71. 
B0 2,416;8. 3 1, 10.5/8. J-BChabot, JA» 8, 85f. Wright 169f. Duv8l'369f. Labonrt 2:56 46. 

*) Xämlich 7 H. nach EbS, 939 Gr nach 'Am. ») 23 H. nach EbS zu diesem J, wozu 

die 1, 53 (30) von ihm gemachte Angabe von einer 17 jährigen Begiernng (einschließUch des 
Ordinations- und Todes-.Ts) stimmt. 

*) 25 H. nach EbS 1, 53 (30), wozu die Angabe "Ams von einer 19jährigen bzw. der ChrM 
von einer 18jährigen Regierung gehören dürfte. 

") Des schon im 9. 628 verstorbenen Seröj nach ThM II 4, seiner Gemahlin und Schwester 
Börän, die nach zwei kurzen Zwischenregierungen im Frühjahre 630 die Herrschaft übernahm 
nach ChrM und -MbS. Richtig kann nur das Erstere sein, da Herakleios tatsächlich 628 in Syrien stand. 

13* 



196 Di^ uestorianische Literatur bia znr Jabrtausendwende. § SOabcdJ 

seitens der strengen Nestorianer lierljc Vorwürfe zuzog. Vor den heram-ückenden 
arabischen Heci'en zog er sich nach Kark(h)a dhß Bet(h) St'lök(h) zurück. Erst 
spätere Quellen wollen davon wissen, daß er sich durch Vermittlung eines christ- 
lichen Fürsten des Negrän und des dortigen Bs an Mohammed gewandt und von 
ihm einen Schutzbrief erlangt') oder daß er einen solchen durch Omar ausge- 
stellt bekommen habe.-J Sein literarischer Nachlaß umfaßte ") nächst einem Ps- 
Kommeutar ,.Gcschichten"' wohl hagiographischen oder mönchsgeschichtliciien In- 
halts, Memre, in denen man eher Dichtungen als prosaische ,.Reden" zu vermuten 
haben dürfte, und Briefe. Von letzteren hat sich einer an einem den nestoriani- 
schen Standpunkt folgerichtig festhaltenden dogmatischen Sendschreiben an einen 
Eabban Abraham von Bet(h) Mäd(h)ai im Original,^) das Herakleios eingereichte 
Glaubensbekenntnis hat sich in arabischer t'bs erhalten.''') Vereinzelt erscheint ferner 
imter dem Namen I.s die sonst B;ib(h)ai beigelegte Tesbohtä der Sonntags-Komplet.') 

b) B Barsatinia V Kark(h)ä d(h)e Lad(h)en') in der Susiana gehörte 
zu denjenigen, welche Js6'jahb(h) IL sein Verhalten auf der Gesandtschaftsreise zu 
Herakleios heftig voi-warfen. Zwei an denselben gerichtete Briefe haben sich in ara- 
bischer Übs erhalten.*) Ein theologisches „B der Leber", Leichenreden,*) Memre 
und „Dankgebete" wohl zum Schlüsse des eucharistischen Gottesdienstes'") bildeten 
seinen weiteren literarischen Nachlaß. Wohl von ihm zu unterscheiden ist ein nach 
Maßgabe der hslichen Überlieferung eher jakobitischer B. Hiizäjä {== ,.der Su- 
sianer"), Verfasser einer Abhandlung über die Auferstehung der Toten. ''j 

c) M Kyriakos v Nisibis^-j gehörte zu den BB, welche Bäbrh)ai um die 
Übernahme der Kirchenregierung ersuchten, und begleitete später Isö'jahb(h) II. 
auf der Gesandtschaftsreise zu Herakleios. Er wird als Verfasser einer Erklärung 
des Glaubensbekenntnisses und der Meßliturgie, zweier Festtraktate auf Weih- 
nachten und Epiphauie und eines Kommentars zu den Paulusbriefen genannt. 

d) Sfiriu") war Exeget an der Schule von Nisibis, während der Nachfolger 
Bäb(h)ais d. Gr. dem Hauptkloster des Izlä und der Nachfolger Bäb(h)ais des 
Nisibeners dem von diesem gegründeten Kloster vorstand. Ein von ihm verfaßtes 
antihäretisches Werk hatte einen eigentümlichen, anscheinend durch einen An- 
schluß an die Methode „griechischer" d. h. aristotelischer Philosophie bedingten 
Charakter. Ein Memra, den er Narsai und dessen blutsverwandten Schülern 



') ChrS. MbS. "Am. B'E. Der gewiß apokryphe Text einer doppelten einschlägigen Urkunde : 
ChrS 2, 282/90. 290/8. ^) ChrS. MbS. Der angebliche Text: ChrS 2, 300/3. *) Nach 'Ai. 

*) Hss: Seert 65 (17/8. Jh) 5°. VtB 82. 23». N-Dsem 90. Mard 50. Vg. Labourt 243. Ak. 4. 
V Am 53 f. (31). «) Hs: BrM 186(Addl4675. 13.Jh)2»ka. Vg. S. 138 Ak. 10. ') ChrS 2, 

240/58.316. B'EKg2, 115f. "Ai § 102. BO 3 1, 173, wo fälschlich als Bischofssitz B.s K. d,h)e Bfeth 
SBlök(h) angenommen und er in die Zeit des K Pet(hjjüu (d. h. die erste Hälfte des 8. Jhs) herab- 
gedrückt wird. AScher, ROC 11, 21. ») ChrS 2, 242/9. 250,6. ») ChrS. 'Ai. Die letzteren 
scheineu nach ChrS 2, 240 irgendwie in ihrer Weise bahnbrechend gewesen zu sein. Neben dem 
ersteren nennt ChrS 2, 316 das gegen Jakobiten imd Melkiten gerichtete B eines „Lehrers" Birö 
(oder Bizö?). '») 'Ai aUein. ") Hss: BrM 804 (Add 14653. 9,10. Jh). '-) ChrM 30 (26). ThM 
I 27. 11 4. ChrS 2, 262. 279. 'AI § 145. BO 3i, 215. DnvaP 381. 

'') Wörtlich : „des Glaubens und der Mysterien". Man möchte an Katechesen einschließlich 
mystagogischer, nach Art derjenigen des Kyrillos v Jerusalem, denken, wenn Katechumenat und 
Erwachsenentaufe in der nestorianischen Kirche des 7. Jhs noch eine nennenswerte Rolle sollten 
gespielt haben können. 

'*) Jäusep(h) ilazzäj.ä, B. der Fragen n. Antworten Kap. 2 (noch unediert). 'Ai § 92. ßO 
3i, 168 f., wo er unzutreffend mit demjenigen Träger des Namens gjleichgesetzt wird, der nach 
MbS 67 (59). 'Am 62 f. (36) im J 754 nach dem Tode des K Mär(j) Ab(h)S II. unter dem Drucke 
mohammedanischer Waffengewalt als dessen Nachfolger eingesetzt wurde. DnvaP 380f. 411. 
AScher, ROC 11, 22 f. Über ein S.-Zitat in späterer gelehrter Literatur: KatSachau 316. 



[§30ef is6'jahb(h) II. BarsanmayKarkili)a. KyriakosvXisibis. Siirin. Silwänös. Isö'jahbili) III. 197 

Abraham und Jöhannhn widmete, erscheint gelegentlich in die zu litiu'gischem 
Gebrauche angelegte Sammlung der Memre desselben aufgenommen,') eine Ehre, 
die ebenso demjenigen eines nicht weiter bekannten Dawid Eskoläjä aus 
Kep(h)ar'azzä auf Kreuzauffindung zuteil wird.-) 

e) B Silwiiuös v Qardü (Gordyene)*) kann über die erste Hälfte des 7. Jhs 
nicht herabgerückt werden, da er mit Eabban Hörmizd, dem späteren Gründer 
des nach ihm benannten Klosters bei Alqös zusammentraf, während dieser als 
noch junger Mönch in demjenigen des damals bereits verstorbenen Bar 'Id(li)tä 
weilte. Erhalten haben sich von ihm eine Schrift gegen die Astrologie und die 
abergläubischen Gebräuche unter den Christen und eine solche über die griechische 
Philosophie, welche den Inhalt von Etaaywyt], Karrjaolai und tisqi fouritiag so- 
wie der aus dem neuplatonischen Studieiibetrieb hervorgegangenen ngokiyöuevu zu 
den beiden ersten behandelt.*) 

f) K isö'jahb(li) III.,«) ord. 650 1 «) oder 647/8,') j 6578,«) war als Sohn 
eines begüterten Persers Bastühmhg(h) zu Küprh)länä (oder Küp(h)aljä) in der 
Adiabene geboren, Schüler Ja'qöb(Ti)s v Bet(h) 'Abilie gewesen, zu dessen treuen 
Verehrern schon sein Vater gehört hatte, und in Nisibis wissenschaftlich gebildet. 
Durch Isö'jahb(h) II. zum B von Xinive-Mosul erhoben, hatte er ihn auf seiner 
Gesandtschaftsreise begleitet und war später M von Arbela geworden. Als K 
hat er mit einer dui-ch den Men Sem'ön v Eewardäsir vertretenen traditionellen 
Unabhängigkeitsbestrebung der persischen Kirchenprovinz zu kämpfen gehabt, 
dabei den kirchlichen Frieden wiederherzustellen gewußt, indem er persönlich 
seinen Gegner aufsuchte, dagegen unter dem Drucke von Schwierigkeiten auch 
mit der neuen mohammedanischen Obrigkeit Seleukeia-Ktesiphon verlassen und 
im Kloster von Bet(h) 'Abfh)s seine Residenz aufgeschlagen. Eine theologische 
Schule, die er hier zu gründen versuchte, zwang ihn der Widerstand der in 
einseitig asketischer Richtimg wissenschaftlichen Bestrebungen abholden Mönche 
vielmehr nach seinem Heimatorte zu verlegen. Das Bild seiner Tätigkeit als 
B, M und K spiegelt sich in einer nach diesen drei Stufen seiner hier- 
archischen Laufbahn geordneten Sammlimg von Briefen.') Außer dieser hat 
sich von seineni nichtliturgischen Nachlasse an Prosaischem die Biographie 
eines Mönches Isö'sablh^ran erhalten, der im J 620 als letzter heiTorragender 
Blutzeuge des Sassanidenreiches gestorben war.'**) Von den übrigen Stücken 
desselben war ein K d(h)e hüppkk(h) hussäb h)e (,,B des Umsturzes der Mei- 

') Hss: Dijarb 70 (.11327,8) 10" und wohl auch (ohne Nennung seines Xamens): Brl 57 
(Sach 174,6) 10" bzw. Xr 6 der von Diettrich beschriebenen. Ag eines darin eingeschobenen Ab- 
schnittes über die Geschichte der Schule von Nisibis: AScher, PO 4, 400/2. ') Hss: Brl 57. 23*. 
Diettrich Xr 6. ') Biographie des K. Hörmizd von Sem'on (Ag EAWBudge) 379 (5ö/'9 = Ders., 
The Book of Govemors 1, CLVIIIf). ESachan, rccxV.tay.or zum Bnttmanstag (Brl 1899) 63 f. 

«) Hss: BrlOrqaart 871. f ol 650 r» 93 r». 620r''/50r<'. Urm 138 (J 1886) 5». 6». 

•) ThM I 24. II 4f. 7/10. ChrS 1, 85. 2, 316. EbS 54 (30). MbS 62f. (55). 'Am 56f. 
(32f.). B'EKg 2, 127 32. 'Ai § 74. BO 3i, 113,43. J-BChabot, JA» 8, 8790. Wright 169f. 
DnvaP 370. •) Xach 'Am: 962 Gr. (Snpp. Pasch. 5. 10. 3). ') Nach EbS: im 4. J Othmans. 

') Nach EbS im 3. J Alis, nachdem er nach diesem 9, nach 'Am 7 JJ und 3 Monate K 
gewesen war. 

») Hss: VtS 1.57 (8. oder 10. Jh?\ Mos 112 (J 1696. Abs der vorigen). Pr 336 (J lS9fi. 
Abs der vorigen). Mard 78 'J 1868, wohl gleichfalls Abs der Mosuler). Eine solche im Privat- 
besitze von EAWBudge. Agg: PhScott-Moncrieff, The book of consolations : or the pastoral 
epistles of Mär Isho-yabh of Euphläna in Adiabene 1 (Lo 1804', reit Übs: RDuval, CSCO 
Ser. IL 64, einzelner bzw. von Azz solcher: BO 3i, 114/36. Wenig 95,113. Ein Verzeichnis 
der Briefe : BO 3t, 140,3. '») Hss: VtS 161 (9. Jh) 36». VtB 161 (9. Jh). Ag: J-BChab' t, 
Nonvelles Archives des missions scient. et litt. 7, 485/584. 



198 I)ie nestorianische Literatur bis zur Jahrtausend wende. i^ 30fgi 

nungen") betiteltes antihäretisches Werk,') das eine Ergänzung durch weitere 
Kontroversschriften fand,'-i einem M Jöhann.-in v Bet(h) Liip(h)ht gewidmet. Eine 
Sammlung von Predigten •') entspracli anscheinend derjenigen der Briefe und hat 
vielleicht die besonders gerühmten Leichenreden*) enthalten. Eine der asketischen 
Sentenzenliteratur angehörende i^aränetische Schrift war an Norizen des Mönchs- 
lebens gerichtet.'') Dichterische Produktionen, welche im kirchlichen Tagzeiten- 
gebet einen dauernden Platz erhalten haben sollen, gehörten den Gattungen des 
Memrä und des Mad(h)rasä an,") sind also mögHcherweise zum Teil unter den 
Mad(h)rhse zu suchen, welche die Maut(h)eb(h)e (,.Sessionen") genannten Teile des 
nestorianischen Nachtoffiziums beschließen. 

g) Hüd(h)ra („Kreislauf-'),') eigentlich Penqidih)tä {Ttiva/.idiov, ,.Tafel") 
der Kanones des ganzen Jahreskreislaufes'' heißt das große Choralbuch des 
nestorianischen Eitus, das auf die Sonn- und Festtage des Kirchenjahres und die 
"Werktage des Ninivitenfastens und der vorösterHchen vierzigtägigen Fastenzeit 
die älteren wechselnden Gesangstiicke für das kirchliche Tagzeitengebet und die 
Eucharistiefeier enthält. Seine von ihm noch als M von Arbela mindestens be- 
gonnene und mit Hilfe des gelehrten Mönches 'Enknisö' (§ 31a) durchgeführte Re- 
daktion gilt allgemein als das liturgische Hauptverdienst I.s III.*) Insbesondere 
wird auf diesen die der Anordnung des Ganzen zugrunde liegende Einteilung des 
nestorianischen Kirchenjahres in die acht ,. Wochen" bzw. Wochenreihen der Ver- 
kündigung und Geburt, der Erscheinung, des Fastens, der Auferstehung, der 
Apostel, des Sommers, des Elias, des Moses und der Kirchweihe zurückgeführt. 
Den Grundstock des Inhaltes bilden die 'Onjkt(h)ä (..Responsorien.'' — Sing.: 
'Onit(h)ä) genannten, meist poetischen Texte, die unter Zusammenvrirken zweier 
Halbchöre und ihrer Vorsänger in Verbindung mit einzelnen Psalmversen bzw. der 
bestimmte Gruppen von Psalmversen abschließenden trinitarischen Doxologie zum 
Vortrage gelangen. Was hier, wie durchweg bei den liturgischen BB der Nestorianer, 
in den Exemplaren des zweiten Jahrtausends kenuthch wird, ist allerdings erst eine zu 
maßgeblicher Geltung gelangte spezielle Rezension eines bei Mosul gelegenen ,, oberen 
Klosters der hll. Gabriel und Abraham".*) -Über diese hinauf führen vielleicht 
einige aus Chinesisch-Turkestan nach Berlin gelangte Bruchstücke, deren ältestes 
und umfangreichstes dem 9 10. Jh soll angehören können.'") Eine Ergänzung 
bildet der das ungleich bescheidenere entsprechende Textmaterial für die Werk- 
tage des Jahres außerhalb der Quadragesima enthaltende Kaskul.") Über eine 
dritte in diesen Kreis gehörige Erscheinung, diejenige des Gazzä, vg. § 49 a. 

') ChrS 2, 315. 'Ai. 'Am. ') 'Ai: „Disputationen gegen (gewisse) Leute". 'Am: „B 

von Mahnung und Tadel". ') Genauer nach Am: „Homilien". 

*) 'Ai: „Trostreden, die sehr schön". ") 'AI: „Paränese an gewisse Anfänger". 'Am: 

„B der xe^äJ.ata." *) So 'Am. Nur Mad(h)räse nennt 'Ai. 

') GPBadger, The Nestorians and their rituals (Lo 1852) 2, 22. AJJIaclean, East 
Syrian daily Offices. Transl. from the Syriac. With introd. notes and indices (Lo 1894). 

") ThM 11 11. 'Ai. 'Am: Tralitat eines Berili»isö' (§ 52 d) und die verschiedenen um- 
fassenden nestorianischen Litargieerklärungen. 

») Hss: Seert 33 (angeblich des 11. Jhs). 34 (J 1611). Mard 22 (J 1287). 21 (J 1510). Urm 
194 (J 1290). 209 (18. Jh). Mos 45 (14. Jh). 46 (J 1776,7). BrM 7177 Eich : J 1484). 7179 Eich (15. Jh). 
7178 Eich (J 1545). VtS 83 (J 1539). 86 (16. Jh). VtB 85 (modern). JerPatr 3 (J 1560). CmbrAdd 
1989 (J 1607). BrlOrquart 1160 (Abs einer Vorlage vom J 1685). N-Dsem 61 (J 1704,5). 62 (J 1714/5), 
des von Ostern bis Schluß des Kirchenjahres reichenden letzten Bandes eines dreibändigen Exem- 
plars: VtS 87 (15. Jh-, fragmentarische: Brl 47(Sach354. 17. Jh). Beste Bs: KatWright-Cook 
168/84. Ag des Großteils der Te.Ue im BrCh. 

1») ESachan, SbPAW 1905, 964,78 i,mit Ag von Textproben). ABaumstark, OC« 329f. 

") GPBadger a.a.O. 22. Hss: Pr 183(Ancfonds78. 15. Jh). VtS 85 (J 1562). 84 (J 1571) 



§ 30 h K ts6'jahb(h) III. 5üd(h)rä. Nestorianisches Euchologion. 199 

h) Dem griechischen Euchologion entspricht für die nestorianische Litui'gie 
der Tak(h)sä {Td^ig) oder T. d(h)e k(h)ahne) (Priester-r«^f(;) wesentlich *) nur mit 
Bezug auf diejenigen Funktionen, deren Vollzug nicht nur dem Bischof, sondern 
auch dem einfachen Priester zusteht. Speziell sind es der außeranaphorische 
Meßordo, die drei Anaphoren „der Apostel'', des Theodoros und Nestorios, die 
Taufhturgie, die Rekonzihation der Büßer, die Riten der Wasserweihe, der „Er- 
neuerung des Fermentum"' und einer Altarweihe ohne Verwendung von Ol, die 
sich mit den vom Priester in Matutin und Vesper zu sprechenden Gebeten zu 
einem Normalbestand eines Inhaltes zusammenschUeßeii, der verschiedenartige Ei-- 
weiterung namentlich durch Sammlungen von Gebeten für mannigfache Anlässe 
erfährt. Von jenen Stücken werden Taufhturgie und Rekonziliationsritus aus- 
drücklich auf I. III. zurückgeführt.-) Doch haben selbst diese keinesfalls die 
ihnen von ihm gegebene Gestalt unverbrüchlich streng festgehalten. So erscheint 
die bislang allein näher untersuchte Taufliturgie ^) in einer Mehrzahl ver- 
schiedener Rezensionen, von denen eine gelegentUch einem K Jahb(h)all;ihä bei- 
gelegt wird.^) Daß die organisatorische Tätigkeit des großen K sich auch auf 
die eucharistische Liturgie erstreckt habe, wird von den späteren Liturgie- 
erklärern allgemein vorausgesetzt. Näherhin wird ihm einerseits die das Verbot 
eines weiteren Gebrauches sonstiger bisher übhch gewesener Formulare ein- 
schließende Kanonisierung der genannten drei Anaphoren zugeschrieben.^) Anderer- 
seits erfährt man,") daß er einen ungebührlich lang gewesenen Text einer kürzen- 
den Bearbeitung unterzogen habe, und wenn dabei die „Messe des Nestor ios)" 
genannt wird, so kann dies angesichts der breiten Ausführlichkeit gerade dieses 
Formulares nur auf einem Mißverständnis beruhen und es muß vielmehr an die 
Apostelanaphora gedacht werden, deren überlieferter Text in der Tat den Ein- 
druck starker Küi'zung macht.') Fi-eilich läßt sich auch dieser nicht uneinge- 



Mard 23 (J 1568). Jer 29 (J 1571). 16 (16. Jh). Nr 8 der von Diettrich beschriebenen (J 1659). 
Unn 15 (J 1663). N-Dsem 67 (J 1727;8). Brl 48 (Orfol 1199. J 1743). Orfol 3181 (J 1778). UnvoU- 
ständige Ag auch hier im BrCh. 

') GPBadger a.a.O. S. 24. Hss : Beert 38 (13. Jh). 50 (J 1461). 37 (16. Jh). 40 (J 1613). 
Mos 36 I J 133i;2). 40 (J 1599/1600). 41 (J 1684/5). 38 (J 1696/7). 39 (1708/9). 27 (1725/6). 42 (18. Jh). 
Dijarb 48(15. Jh). Brl 38^Sach 167. J1496). 40(Sach64.17. Jh). 39 (Orquart 804. J 1784/5). 41(0rquart 
565. J 1834). BrJl 7181 Eich (J 1570). Or 4060 (16. Jh). Mard 19 (Vor J 1573/4). 18 (J 1605). 
31 Anh. 1« (J 1753j. X-Dsem 53 (J 1577/8). 57 (17. Jh). 56 (J 1715,6). 55 (J 1850). Urm 95 (16. Jh). 
17 (J 1737/8). VtS 42 (J 160.3). JerPatr 48 (J 1645). 44 (J 1670). 13 (J 1710). Pr 283 (J 1683/4). 
CmbrAdd 2045 (J 1685/6). 1984 (J 1707). 2046 (19. Jh). Ag: LiturgiaSS Apostolorum Adaei et Maris. 
Cui acced. 2 aliae in quibnsd. festis et feriis dicendae: necnon ordo Baptisnii (Urmia 1890). 

*) Durch "Ai nnd meist auch durch hslichen Vermerk zu den Texten selbst. 

») Agg: Liturgia usw. 56/75; unzuverlässige: CodL 1,174/201. 2, 211/3. 3, 136/45. Übss: 
GPBadger, The Nestorians and their rituals2, 195 212. HDenzinger, Ritus orientalium 1,364/83; 
mit eingehender Untersuchung: GDiettricb, D. nestorian. Taufliturgie ins Deutsche übs. u. 
unter Verwendung d. neuesten hslichen Funde histor.-krit. untersucht (Gießen 1903). 

♦) Hs: Brl 40. '') ChrS 1, 85. «) M 776 (3, 521). 

') Weitere Hss der drei .\uaphoren (aulierhalb eines vollständigen Tak(h)sä (oder Pontifi- 
cale): Seert 41(J1611). 42. Dijarb 47 (J 1651). JerPatr 22 (J 1665). Urm 119 (J 1726/7). 121 (J 
1887). Pr 310 ( J 1744). Mard 20. Eine aus Jerusalem stammende in amerikanischem Privat- 
besitz (J 1710. Vg. JHHall, PAOS 1887/8. CCLXXXVI/XC), nur der Apostelliturgie in uniert- 
„chaldäischer" Überlieferung: VtS 44 (J 1691). Os 64 (Ouseley267. 18 Jh). Vg. auch S. 120 Ak. 4. 
Agg (mit Einschluß des außeranaphorischen Meßurdos) : Liturgia usw. 1 — 31. Missale iuxta ritum 
ecclesiae Syrornm Orientalium (Mosnl 1901) 5 67 bzw. in einer doppelten Missale-Ag der Lazaristen 
(Urmia 1876. *1906), einer „chaldäischen" Rezension: Missale chald. ex decreto s. congreg. de 
Propag. Fide ed. (R 1767), derjenigen der Malabarkiiste : Ordo chald. missae beator. Apost. iuxta 



200 Die nestorianisohc Literatur bis znr Jahrtansendwende. § 30h i] 

schränkt für 1. in Anspruch nehmen, da seiner nicht über das 15. Jh zurückzu- 
, verfolgender Vulgärgestalt eine noch im J3. und 14. gebräuchlich gewesene alter- 
tümlichere Form gegenübersteht.') Nur ganz ausnahmsweise begegnet im, Rahmen 
des T. das Formular einer Altarweihe auch unter Benützung heiligen Oles,^) in 
dem der allein erhaltene Hauptteil eines') gleichfalls auf 1. zurückgeführten 
Rituals der Kirchweihe, wo nicht geradezu dieses selbst, zu erblicken sein dürfte.*) 
Häufiger zeigt eine Art von Pontificale '*) jenes Stück,*) aber auch einen Rokonzi- 
liationsritus,') seltener die Altarweihe ohne Öl*) und die eucharistische Liturgie") 
mit einem Ordinationsrituale verbunden, das wiederum ganz oder doch teilweise 
für 1. in Anspruch genommen wird.'") 

i) Gabriel aus Bet(h) Qatrhje") hat als Lehrer an der theologischen 
Hochschule von Seleukeia gewirkt und hier u. Ä. den späteren K Henhnisö' L 
(§ 32 f) zu seinen Schülern gezählt. Während von ihm eine Abhandlung über die 
Vereinigung von Gottheit und Menschheit in Christus und Lösungen von Fragen 
in Sachen des Glaubens nurmehr erwähnt werden,'-) sind unter seinem Namen 
zunächst 5 BB über das feriale und sonntägliche kirchliche Offizium erhalten,*") 
die möglicherweise mit den demselben Gegenstande gewidmeten BB 1/5 einer Gesamt- 
erklärung der Litui'gie in 9 BB identisch sind, deren Anfang anonjTn überliefert ist.**) 



rit. eccl. Malabaricae (R 1774). K6t(h)äb(h) tükkäsE weqerjäne ■ a(j)k(h) tak(h)sä k(h)aldäj5 

d(h)e Malab(h)är (R 1844). Anhang. Missale chaldaico-malabaricum (R 1857. Tg. ENestle, Lit. 31). 
Übes: Ren 2, 578/92. FEßrightman, Litnrgies Eastern and Western 1, 245,305. Weitere 
verzeichnet bei Brightm an LXXVII f. 'J Hi=s: Seert 38. Brl 38. 

2) Hss: Mos 36. Brl 38. 40. 41. Ag: Liturgia nsw. 134/50. ^) Durch 'Ai. 

*) Ein vollständiges Formular der Kirchweibe liegt fragmentarisch in dem Berliner Tnrfan- 
Brnchstück des 9/10. Jhs vor. Vg. oben S. 198 Ak. 10 bzw. AB anm stark, OC' 3, 330. 

5) Hss: Seert 45 (15. Jb). 46 (J 1503/4). 47 {J 1702). Urm 18(15. Jh). 26 (J 1714). VtS 66 ( J 1529). 
45(J15.ö6). VtB 21 (16. Jh). 32 (J 1756). CmbrAdd 1988 (J 1538). Mos 55 (J 1567/8). Dijarb 59 
(J1569), von Bruchstücken: Urm SO (16. Jh). Seert 110. Anh. 1», „ehaldäisehen" Ursprungs: VtS 
43 (J 1701). 291 ( J 1766). 306/7 (18. Jli). 

«) Hss: Seert 45. 47. 2°. VtS 45. 1». Mos .ö5. 1». Dijarb 59. 1°. VtS 43. 1». 306. 1». 

') Hss: VtS 66. 2». CmbrAdd 1988. 42°. Mos 55. 37». Dijarb 59. 23°. Seert 47. 1°. VtS 
43. 16°/8°. 66. 2°. Ob hier aber überall dasselbe Stück wie in den Tak(h)sä-Hs unter dem Namen 
l.s III. vorliegt? Ag des letzteren: Liturgia 111/13. Übs: GPBadger a. a. 0. 155/60. Den- 
zinger a. a. 0. 468/71. «) Hss: VtS 45. 3». Mos 55. 2°. Dijarb 59. 1». Seert 47. 3». Ag: 

Liturgia 119/33. ») Hss: VtS 66. 22». 23°. Urm 26. VtS 43. 3». 291. 

'°) Ersteres durch 'Ai. Hslich wird I. III. neben anderen und, soweit ausdrücklich 
Namen genannt werden, jüngeren Autoren als an der Redaktion dieser Formulare beteiligt ein- 
geführt, z. B. in Cmbr.'^dd 1988. Dijarb 59. Urm 26. Speziell wird auf ihn in der ersteren 
Hs unter 3° ein solches für die Weihe blinder Diakone und Priester zurückgefühlt. Ag eines 
eklektisch aus den römischen Hss zusammengestellten Textes: CodL 13. Übss: GPBadger 
a. a. 0. 2, 322/50. HDenzinger a. a. 0. 2, 226-73. 

") Gabriel v Bäsrä (§ 37 e) in der Hs Seert 67. BB 491. 22. 'Ai 101. BO 3i, 172. wo er 
fälschlich zu einem Zeitgenossen erst des K Pet(h)jön gemacht wird. RDnval, Prooem. XVI. 
AScher, ROC 11, 17f. '2) Durch 'Ai. »') Hs: BrMOr 3336 (J 1267/8). 

") Einleitung und B 1 Kap. 1/11. Hs: Nr 2 der von GDiettrich, NGWG 1909 be- 
schriebenen fol 149/73. Vg. ebenda 174,82 (mit Ag und Übs einer Textprobe). Es handelte hier 
B 1 über das Offizium der Festtage, B 2 über die Vesper der Ferialtage, B 3 über Matutin und 
sonstige Liturgie der Ferialtage, B 4 über die Fastenlitnrgie, B 5 über Vesper und Vigilien der 
Sonntage, B 6 über die eucharistische Liturgie, B 7 über die Taufliturgie, B 8 über die Kirch- 
weihe und B 9 über das Begräbnis. Verbieteh würde sich allerdings die Identifikation des Ver- 
fassers mit G. falls nahe Beziehungen, die zwischen dem anonymen Werke und demjenigen des sog 
Giwargis v Arbela(§38c) bestehen, sich durch Abhängigkeit des ersteren von letzterem erklären sollten. 



[§ 30i 31a Nestorianisches Euchologion. Gabriel v B§t(h) Qaträje. Enänisö". 201 

"Wenn er daneben weiterhin verschiedentlich in späterer exegetischer Literatur 
angeführt wird,*) so müßte dies, auch wenn dieselbe dabei nicht ausdrücklich 
behauptet würde,-) den Gedanken seiner Identität mit einem Gr., genannt Arjä 
(..Löwe")*) nahelegen, der als Verwandtor des asketischen Schriftstellers Isliäq v 
Ninive (§ 35 d) und Verfasser eines Erklärungswerkes über ausgewählte Bibelstellen 
bezeichnet wird. Ein Landsmann G.s, der ihm wahrscheinlich auch zeitUch nahe 
stand, war ein weiterer Liturgieerklärer Abraham b Lip(h)eh.'') 

§ 31. Von der redaktionellen Tätigkeit Is6'jahb(h)s ni. auf liturgischem 
Gebiete führt der zur Mitarbeit bei derselben herangezogene 'Enänisö' zu einer 
Mönchsliteratur vorwiegend erbaulich erzählenden Inhalts hinüber, die in der 
zweiten Hälfte des 7. Jhs im Kloster Bet(h) 'Ab(h)e zwar nicht ihre einzige, aber 
doch offenbar ihre weitaus hervorragendste Pflegestätte hatte. Leben und Aus- 
sprüche der alten ägyptischen ,. Väter"' und die Geschichte der Vorbilder, welche 
der asketischen Frömmigkeit auf mesopotamisch-persischem Boden im Schöße der 
nestorianischen Kirche selbst in jüngster Vergangenheit zahlreich erstanden waren, 
bildeten die Gegenstände, an denen sie den Geist weltflüchtiger Selbstzucht sich 
stärken Ueß. Unter ihren weiteren Vertretern ist von einem gleichnamigen älteren 
..Perser"' ein Johannän aus Bet(h) Garmai zu unterscheiden, der gleich 
seinem Landsmanne Sargis, einem Isö'zekhä und dem Klostergründer 
Ap(h)nimä,ran aus Bet(h) 'Ab(h)e selbst hervorging, wo auch Sab(h)ris6' 
Rost km vorübergehend weilte. Der von ihr entwickelte Stil prosaischer Einzel- 
biographie wird in der erhaltenen Arbeit eines Sem'on unmittelbar kennthch. 
Sammlungen kürzerer Lebensbilder, die zu den zusammenfassenden einschlägigen 
"Werken späterer Zeit überleiten, haben Selemonb Gäräp(h) und ein B Dawid 
geschaffen, der gleich einem Mkr(j) At(h)qen bereits dem 8. Jh angehört. 

a) 'Enänisö'^) war zusammen mit seinem Bruder Iso'jahbfh), späterem B von 
Senna in Beth)_Rämän, Mitschüler Is6'jahblh)s III. in Nisibis gewesen und 
Mönch auf dem Izlä geworden. Von einer Pilgerfahrt nach Jeinisalem und der 
Skete- Wüste zurückgekehrt, hat er in Bet(h) 'Ab(h)e seine bleibende Heimstätte 



') In der Pentitencherklärung vielleicht des Sab(h)risO' 1) Paolos (§ 46g\ einem NT- 
Kommentar der Ha Seert 27, dem Kommentar eines Ishäq Esbadfhjnäjä zu dessen theologischem 
Lehrgedicht (§ 54b) und der Gannat h) Büssäme betitelten Perikopenerklärnng (§ .50a). Vg. 
KatWright-Cook 442f. bzw. KatSachan 316 AScher, Kat. Seert 19 bzw. Register. Ders , JÄ"> 
7, 487. J-BChabot. Oriental. Studien Nöldeke gew. 495. -) In der Gannath Bnssäme. 

') 'Ai § 81. BO 3i, 153. DuvaP72. 411. AScher, HOC 11, 17f. 

*) "Ai §129. BO 3i, 196f., wo er ohne zureichenden Grund mit A. b Däsandäd(h) (§33d) 
gleichgesetzt wird. AScher, EOG II, 9, der ihn schon in dem Festtraktate des Isai über die 
Märtyrer (g 18f.) erwähnt sehen möchte. Wright 186 Ak. 5. EAWBndge, The Book of 
Govemors 2, 380 Ak. 3. RHConnolly, CSCO Ser. II. 92 (Text) 1.59 f. Hss seiner sehr kurzen 
,.Erklärung der Offizien" : N-Dsem 93 (J 1682,3) 11». 82 (J 1894) 2» und eine (noch unkatologisierte) in 
Sdert, eines Azs: Dijarb 113^16. Jh) 17». Ag derselben: RHConnolly , CSCO Ser. IL 92, 159/80. Als 
EntstehuDgszeit scheint spätestens das 8. Jh in Betracht kommen zu können. Tg. EG raff in, 
Compte rendu da congr. scient. intemat. des catholiqaes (Pr 1891) 2" sect. 203/8. 

'■■) ThM II 11. 15. 'Ai § 75. BO 3i, 144/6. J-BChabot, JA» 8, 20f. AVright 174/6. 
DnvaP 143/5. 2.53. 295 f. .371. 



202 Cic neatorianische Literatur bis zur Jahrtausendwende. § 31a] 

gefunden. Von seinen in der Textesüberlieferung eng mit der entsprechenden 
Arbeit des Huuain ibn IsI.iikj verbundenen Lexikon konsonantisch gleichgeschriebener, 
aber in verschiedener Bedeutung mit verschiedenen Vokalen zu sprechender Worte 
(sog. aequilitterae) *) ist eine für ihn bezeugte Schrift zur Erklärung dunkler 
Worte und Wendungen in den Werken der Väter zu unterscheiden."; Eine 
Sammlung philosophischer Hqoi und öiaiQtaeig, in der Stille seiner Zelle ent- 
standen, hat er auf Veranlassung seines Bruders auch für die Öffentlichkeit be- 
arbeitet und demselben gewidmet.^) Während Is6'jahb(h) III. sich seiner Mithilfe bei 
der Redaktion des Hiid(h)i-ä bediente/) verdankte er dessen Nachfolger Giwargis 1. 
(§32e) den Anstoß zu seinem bedeutendsten Werke: einer Kodifikation mönchs- 
geschichtlicher Legende und Spruchweisheit des ägyptischen Kreises unter dem 
Titel des „Paradieses der Väter"'. ''J Sie ist in einer Mehrzahl von Rezensionen 
teils vollständig, teils nur zur Hälfte oder bruchstückweise erhalten und zerfällt 
in eine Sammlung der „Geschichten" und eine solche der „Aussprüche der Väter". 
Die erstere umfaßt als drei BB mindestens die „Historia Lausiaca", ein zweites 
gleichfalls dem Palladios beigelegtes Koi'pus von Erzählungen und die unter dem 
Namen des Hieronymus stehende „Historia monachorum". Die letztere setzte sich 
in ihrem ursprünglichen Bestände aus gleichfalls drei Schichten zusammen : einer 
Folge in 14 Kapp, sachlich geordneter Nrn in einer Gesamtzahl von 615, einer 
solchen von 430 weiteren über alle Arten von Vollkommenheiten handelnden Nm 
und einer letzten auch einer Numerierung der einzelnen Apophthegmen ent- 
behrenden Stoffmasse, in der u. A. die Chrysostomoshomilie in Matth. 8 und Azz 
aus dem Nachlasse Abrahams v Net(h)par (§ 21 b) Aufnahme gefunden hatten. 
Fraglich bleibt, ob das '^ozjjrtxoV des Pachomios, ein auf die Hist. Laus, zurück- 
gehendes Kap. über Euagrios und die Hieronymianischen Lebensbeschreibungen 
des Paulos und Malchos von vornherein zum Bestände des 2. Bs des „Geschichten"- 
Teiles gehörten.") Jedenfalls erst eine eigentümliche sekundäre Überarbeitung des 



') 'Ai an erster Stelle. Hss eiuer längeren Rezension von Azzen ans den beiden verwandten 
Schriften: Brl 69(Sach72. 16/7. Jh)XV° und eine im Besitze des Union Theol. Seminary in Xew 
York, einer kürzeren : India Office Fol 162 V (J 1712), ausclieinend einer dritten mit neusyrischer 
Übs: CmbrAdd 2015 (17. Jh), ungewiß, welcher: YtS 419 (J 1571/2). Seert 107 (16. Jh) 4°. 108 
(17. Jh) 7°. N-Dsem 139 (16. Jh) 1°. 142 (J 1078/9) 1". 140 (18. Jh) 1». JerPatr 47 (18. Jh). Urm 125 
(J 1887/8). 219 (J1893). Mos 111. 1°. Agg der ersten: EGottheil, A treatise of Syr. Gramm. 
by Mar(j) Elia of Söb(h)ä (Lpz 1886) 61*/?*, der zweiten: GH oftmann, Opasc. Nestor. 2/49, von 
Textproben der Cambridger Hs: EatWright-Cook 545 f. 

2) 'Ai an zweiter Stelle. Vg. ThM I 11. BO 3i, 146 Ak. 2. Hs: N-Dsem 138 (J 1478,9)5«. 

') ThM II 11. Vg. ABaumstark, Aristoteles bei d. Syrern 1, 212. Eine solche Doppel- 
sammlung in jakobitischer Überlieferung in der Hs BrM 860 (Ädd 12154. 8/9. Jh) 32«. Bs: Kat 
Wright 986. *) Vg. oben S. 198. 

"*) ThM II 15 mit den im Folgenden wiedergegebenen Aufschlüssen über den Aufbau des 
Werkes. 

») Hss des „Geschichten"-Teiles: Mos 94 (J 713/4) und wohl auch 95 (16. Jh. Oder sollte 
dies die von E.AWBudge gesehene Hs des ganzen Werkes sein?). 'Pr 317 (18. Jh), des Apo- 
phthegmen-Teiles in wieder zwei Teilen zu je 11 (= 1/11 der 14 sachlich geordneten) und 10 
(bzw. 9) Kapp. (=12/14 der sachlich geordneten; die noch gezählten über „alle Arten von Toll- 
kommeuheiten; Chrysostomos-Homilie; Azz aus Abraham v Net hjpar; vier weitere): BrM 928 
(Add 17174. J 929). 834(Addl4730. foU/lll. 12.Jh)l«.4«, ohne die Chrysostomos-Homilie: 929(Add 
14583. 11. Jh)l«, des Gesamtwerkes in nestorianischer Überlieferung (ohne Chrysostomos-Homilie 
und Azz aus Abraham v Net(h)par und mit schwankender Abteilung des sonstigen Stoffes hinter 
den Kapp. 1/15 des Apophthegnienteiles) : von Budge im Besitze des chaldäischen Patriarcbal- 
vikars zu Mosul gesehene (14/5. Jh?) bzw. Abs derselben (beschrieben von Budge, The Book of 
Governors 2, 193/206). N-Dsem 126/7, in jakobitischer Überlieferung (auch ohne Enagrios-Kap., 



[§ 31 bc Enanisö. Jöhanuäa der Perser. Jöhannän ans Bet(h) Garmai. 203 

"Werkes iu 177 Kapp, hat eine Bereichei-ung auch um Stoffe der mesopotamischen 
Asketengeschichte erfahren, für die neben B;ib(h)ais d. Gr. Biographie Abrahams 
V Kaskar das Werk eines Mär(j) Zakke über dessen Schüler ausdrücklich als 
Quelle namhaft gemacht wird.') 

b), Jöhannän, der Perser,-) der wohl hochbetagt noch den Regierungs- 
antritt Isö'jahb(h)s III. erlebte, war ein Schüler des seinerseits aus der Schule 
Abrahams v Kaskar hervorgegangenen Bar 'Id(h)tä (-j- 8. 1. 611), der am 24. 4. 
561 die Gründung seines Klosters bei Bet(h) Gübbäq auf dem linken Tigrisufer 
begormen hatte, und hat demselben eine Lebensbeschreibung in Prosa gewidmet, 
die einleitend auch von seinem Lehrer Abraham liandelte.^j Diese ist einerseits 
späterhin die Grundlage einer „poetischen"' Bearbeitung in siebensilbigem Metrum 
geworden, die ein Abraham v Zäb(h)e auf Anregung eines dortigen Men 
'Ab(h)disö' vielleicht im 11. Jli schuf.*) Andererseits gehen auf sie auch die 
Zitate einer „Geschichte des Rabban Bar 'Id(li)tä'',*) in der man irrtümlich ein 
umfassendes mönchsgeschichtliches "Werk jenes älteren oder eines jüngeren Bar 
'Id(h)tä erblicken wollte,") der unter K Heniiniso' L (§ 32 f) d. h. gegen Ende 
des 7. Jhs Mönch in einem Kreuzkloster bei Heg(li)lä war.") 

c) Jöhannän aus Bet(h) Garmai,*) Schüler Ja'qöb(h)s v Bet(h) 'Ab(h)e und 
von diesem zu seinem Nachfolger bestellt, entwich nach wenigen Monaten dieser 
Amtsführung in seine Heimatprovinz, wo er sich in eine Höhle südlich von 
Däq6q(a) zurückzog, imd ist in einem Kloster gestorben, das später bei derselben 
durch Hazqiel, einen Schüler des gelegentlich als Dichter mindestens einer 
Tesböhtä begegnenden ßabban K(h)üd(h)ähwi v Bet(h) Häle, eines Zeit- 



Hieronymianisches Leben des Malchos und 'AaxrjTixiiv des Paehomios in B 2 und mit Einteilung 
des als B 4 gezählten Apophthegmenstoffes in 18 Kapp.): VtS 126 (J 1223) F^TV". 372/4 (Abs der 
vorigen), anscheinend nnr der Hist. Laus, als B 1 (mit 62 gegen sonst 65 oder 68 Kapp.), des 
'Aaxr^Tixöp als B 2 (mit 21 gegen sonst 22 Kapp.) und des Apophthegmenstoffes (einschließlich der 
Chrysostomoshomilie?): ürm 193 (J 1891 nach Vorlage von 1704/51, vonAzz aus dem Apophthegmen- 
teile: BrJI 834. 3». g37(Addl7262. 12. Jh)21». CmbrAdd 2019 (J 1452) 1». Agg nach seiner Abs 
der Mosnier Vorlage (mit Übs): EAWBndge, The book of Paradise being the histories and 
sayings of the monks and ascetics of the egyptian desert by Palladins, Hieronymus and others. 
The syr. texts accord. to the recension of 'Anän-Ishö of Beth 'Abbe ed. w. engl, transl. (2 Bde. 
Lo 1904), nach denHssin Rom, Paris (Berlin) und London: PBedjan, AUS 7. Übs: EAWBndge, 
The Paradise of the holy Fathers being nsw. (2 Bde. Lo 1907). 

') Hs: Brl 175 (Sach 329. J 1826.1. Bs: KatSaehau 553/66. Agg der Kapp. 30 u. 63: a. a. 0. 
654 f. 556 f. (mit Übs) der Kapp. 30: IgnERabmani, StS 1, 35f. (34 f.), 66/8: FXau, ROC 
20,24/32.21,161,72. ^) Metrische Biographie Bar ■Id(h)tä3. ThMI4. Wright 177. Duval' 
214. 371. EAWBndge, The book of Govemors 1, LXXVII, wo unter Verwechslung mit J. 
T Betih) Garmai auf Grund einer mißverständlichen Deutung der Stelle bei ThM jenem ge- 
sonderte Biographien Abrahams und Bar 'Id'hitäs beigelegt worden. AScher, ROC 12, 12f. Ak. 3. 

') Eine in N-Dsem gewesene Hs derselben ist verschollen. Vg. AScher a. a. 0. 402. 

*) Hss: N-Dsem 104 (J li^91j, je eine solche im Besitze der Universitätsbibliothek in Straß- 
barg (J 1897), an sie durch den Verfasser 1917 verkauft, und des BrM oder im Privatbesitze von 
EAWBudge. Ag (mit Übs): EAWBndge, The Histories of Rabban Hörmizd the Persian and 
Rabban Bar 'Idta (Lo 1902j 1, 114201 (2, 161303). Bss: ABanmstark, RQs 15. 115/23. AScher, 
ROC U, 403/23. 12, 9/13. ») ThM 1 23. 34. 

") Ersteres geschah durch Wright 131 f., letzteres durch H G o n s s e n , Martyrins-Sahdona"s 
Leben n. Werke 13 Ak. 1. Beide Träger des Namens sind in diesem Zusammenhange nicht unter- 
schieden BO 3i, 458. 

^ ThM I 28. Das Mißverständnis aufgeklärt durch AScher, ROC 11, 13f. 

«) ThM I 31. "Ai § 137. BO 3i, 203f. Wright 176f. Bndge a. a. 0. LXXVI LXXXII. 
DnvaP 214. 371. unter Verwechslung mit J. dem Perser. 



204 ^>s nestorianische Literatur bis znr Jahrtausendwende. § Sldefg] 

genossen des K Giwargis 1. (§ 32 e),*) gegründet wurde. Eine Biographie dieses 
K(h)nd(h)ahwi wird neben einer Sammlung asketischer Sentenzen, einer Novizen- 
ordnung, einem ..C'hronilvon", d. h. wohl eher einer Arbeit über Kalenderkunde 
und kirchliche Zeitrechnung als einer wirklichen Chronik und nicht näher ge- 
kennzeichneten Memrc und Mad(h)räse als Teil seines beachtenswerten literarischen 
Nachlasses genannt.-) 

d) Sargis aus Bet(h) Garmai,^) in verschiedenen Schulen, besonders in 
derjenigen eines Dorfes Riistag in der Gegend von Margä gebildet und als Askete 
gleichfalls Jünger Ja'q6b(h)s v Bet( h) 'Ab(h)C', lebte schon zu dessen Lebzeiten in 
den Bet(h) 'AinJa(h)ä genannten Einsiedlerzellen der Gegend von Bet(h) Gazzä. 
Noch auf Anregung des Meisters hin hat er auch unter dem Titel eines ..Stürzers 
der Gewaltigen" ein eigentümliches asketengeschichtliches Werk geschrieben, das 
unter Nichtberücksichtigung aller Größen des kirchlichen Lebens die schUchten 
Vertreter eines in Vaterhaus und Dorfgemeinde geführten asketischen "Wandels 
behandelte, die seine Heimatprovinz hervorgebracht hatte. 

e) isözSk(h)ä,*) von dem eine historische Arbeit bezügUch der Chronologie 
des dortigen Stifters zitiert wird, war unter Isö'jahb(li) III. Mönch in Bet(h) 
'Ab(h)e und darf mit einem älteren Klostergründer gleichen Namens *) nicht ver- 
wechselt werden.*) Dagegen wird allerdings wohl an den letzteren, einen Zeit- 
genossen Ja'qöb(h)s v Bet(h) 'Ab(h)e, zu denken sein, wenn ein 1. in der Reihe 
der Tesbelikt(h)ä-Dichter erscheint.') 

f) Ap(h)nimäraii *) aus Kark(h)ä d(h)e Bet^h) Selok('h) empfing von Abt 
Qkmiso' (*}■ 652/3) in Bet(h) 'Ab(h)e das Mönchskleid und gründete nach langen 
"Wanderungen durch verschiedene Klöster und Einsiedeleien das nach ihm be- 
nannte Kloster im Gebirge von Bet(h) Nühad(h)rä, wo er als Hundertjähriger 
starb. Von seinem umfangreichen und verschiedenartigen Uterarischen Nachlaß, 
der u. A. auch Stücke liturgischer Dichtung umfaßte,") wirkt eine Reihe von 
Biographien hervorragender Asketen in der späteren einschlägigen Literatur nach: 
so eine Geschichte der Brüder Abi'aham und Jäusep(h),"') eine kurzgefaßte Lebens- 
beschreibung des Gründers von Bet(h) 'Ab(h)e ^^) und eine besonders rhetorisch 
gefärbte des Mär(j) Jalib(h),'-) der als Einsiedler zuerst in Resä im Gebirge von 
Bet(h) Nuhad(h)rä und dann mit einem Daniel zusammen im Gebirge von Ürcik(h) 
gelebt und angeblich neben zahlreichen anderen Schriften einen Brief ,.über Gott 
und seine Geschöpfe" hinterlassen hatte.'^) Mit dem über diesen Brief des 
letzteren von A. verfaßten Kommentar'*) identisch ist vielleicht ein solcher zu 
einer asketischen Sentenzensammlung, dessen Schlußteil sich erhalten hat.'*) Auch 
ein, doch wohl poetischer, Memrä A.s über Jöhannän v Bet(h) Zab(h)de, einen 
Schüler des legendarischen hl. Eugenios, wird angeführt.'") 

g) Sab(h)risö Röstäm'") aus Herem in der Adiabene war unter Narsai, dem 
Nachfolger B;ib(h)ais, Mönch auf dem Izlä und siedelte nach vorübergehendem 

') TbM 11 13. LC § 79. Hs der betreffenden Tesbeliät h)ä-Sammlnng: Seert 48. 2o. Ag 
je eines ihm oder Abraham v Net h'par bzw. ihm oder Barsaiimä zugeschriebenen Textes: 
K daqed(h)am wadih)cbät(h)ar (Urinia 1901) 91. 181. Übs: J AM aclean , East syr. daUy off. 100. 226. 

•^) Durch 'Ai a. a. 0. =) ThM I 33. BO 3r, 440. UuvaP 213. 

*) ThM I 33. ßO 3i. 216. Duval 349f. *) LC § 47. «) Wie es BO und bei 

Duval a. a. 0. geschieht. ') In der Hs Seert 48. 2». Vg. S. 112 Ak. 4. «) rs6'jahb(h) 

Brief 18 = CSCO Ser. II 64, .30 (27). LC § 94. ThM 11 .3. 'Am 57 (33). "Ai § 117. BO 3i, 
187. Duval» 214. 

") ThM redet von: „vielen Werken und Lehrschriften und 'Öniät(h';ä von allerhand Art". 
'«) ThM I 32. 1') ThM I 24. '^l ThM I 19. '») LC § 40. ThM I 18f. ChrS 2, 138f. 

■Ai § 117. BO 3i, 186f. ») Bezeugt durch ChrS. "Ai. '») Hs: Seert 29. '») ChrS 1, 139. 

") ThM II 17. BO 3i, 454f. Wright 178. Duval' 213. 



[§ 31ghij Ap(h;nimäraij. Sab(h)risö Köstäm. Ändere Vertreter der Asketengeschiehte. 205 

Aufenthalte in Bet(li) 'Ab(li)e auf Einladung der dortigen Mönche nach dem neuen 
Kloster Bet(h) Qöqä am oberen Z^bih) über, wo er noch zum persönlichen Jünger- 
kreise des unter K Giwargis I. d. h. vor 680 1 gestorbenen gleichnamigen Gründers 
gehörte, denselben aber überlebte. Noch im Izlä-Kloster verfaßte er einen Fest- 
traktat über den ,.Goldenea Freitag"' und eine antihäretische Polemik mit an- 
scheinend mystischer Spekulation verbindende Schrift. In Bet(h) Qöqä entstanden 
alsdann ein Werk in 8 BB über das Leben Jesu und die Missioustätigkeit der 
Apostel, ein solches über monastische Askese und von Asketeubiographieu neben 
solchen eines Is6'zek(h)ä aus dem Kloster Gassä, des Abtes Qkmisö' v Bet(h) 
'Ab(h)e und seines Nachfolgers Abraham,') des Abraham v Net(h)par und seines 
Schülers Ijjüb(h) endlich diejenige seines eigenen Meisters Sab(h)ris6' v Bet(h) 
Qöqä, welche als Hauptquelle einem um die Wende vom 8. zum 9. Jh ent- 
standenen Memrä des zwölfsilbigen Metrums über die Geschichte jenes Klosters 
zugrunde liegt.-) 

h) Seni'ön, Schüler eines Eabban JozkdiTi laq d. Gr. (oder „Alteren"?), der 
im 7. Jh ein Kloster im Gebirge von Qardü gründete,") hat dem mit diesem 
seinem Meister eng verbundenen Gründer desjenigen von Alqos, Rabban Hormizd, 
eine Lebensgeschichte gewidmet, die als einziges erhaltenes Beispiel der ganzen 
literarischen Gattung älterer asketengeschichtlicher Einzelbiographien in Prosa 
einen naturgemäß mehr als individuellen Wert besitzt.^) 

i) Seleinön b Gäräp(li) *) schrieb unter K Henknisö' L in rhetorischem 
Stile, dessen sprachliche Eleganz hervorgehoben wird, die Geschichte berühmter 
Asketen, die vor seiner eigenen Zeit an verschiedenen Orten gelebt hatten.") 

j) Dawid, erst Mönch in Bet(h) 'Abfh)e und später B des Kurdenstammes 
der Kartü'äje,') verfaßte schon nach der Zeit des K Henänisö' I., unter welchem 
die Asketen lebten, bezüglich deren er zitiert wird, ein zusammenfassendes möuchs- 
geschichtliches Werk unter dem Titel des ,.ldeinen Paradieses", durch welchen 
es sich offenbar als ein jüngeres, dem einheimisch mesopotamischen Mönchtum ge- 
widmetes Seitenstück zu der großen Arbeit 'Enknisö's einführte.*) Auf dasselbe dürfte 



>) Daraus Zitate TbM I 4. 11 19. 

ä) Hss: N-Dsem 107 (J 1695,6). Univ.-Bibliothet Straßburg (J 1897), derselben 1917 aus 
dem Privatbesitze des Verfassers verkauft. Bss: ABanm stark, OC 1.387/9. AS eher, EOG 11, 
182 97. Ag: AMingana, Sources syriaques 1, 171,220 (221/67). Die von Wright angenommene 
Abfassung einer Biographie auch des Brüderpaares Abraham und Jäusep(h) durch S. braucht ans 
ThM I 32 nicht mit Xotwendigkeit erschlossen zu werden, ist vielmehr sogar im höchsten Grade 
unwahrscheinlich, da nicht abzusehen ist, warum ThM, falls er eine solche gekannt hätte, sie 
II 17 nicht mit den übrigen Schriften S.s zusammen sollte erwähnt haben. 

») Bemerkung in den Hss CmbrAdd 2002. 2000. VtB 30 (KatWrightCook 491. 584. JA'» 
13, 259). Vg. LC § 9. DuvaP 207. *) Hss: VtB 39 (16. Jh). 38 (J 1700) 3». CmbrAdd 2002 
(J1669). 202 (J 1C97) 1". Urm 103 (J 1715) 1». Ag:EAWBudge, The life of Rabban Hormizd 
(Brl 1894), mit Übs: Ders., The Histories of Rabban Hürmizd the Persian and Rabban Bar Idtii 
(Lo 1902) 1, 3;I07 (2i, 1/160), eines Azs: Ders,, The Book of Governors 1, CLVIII CLXVI. 

">) ThM 1 18. BO 2, 459. DuvaP 214. ") In diesem Werke — denn eine einzige 

zusammenfassende Arbeit, nicht eine Mehrzahl von Eiuzelbiographien ist offenbar anzunehmen — 
war nach ThM I 24 u. a. auch über Ja'qoblh) v Betih) 'Ab(h)5 gehandelt. Eine Erzählung über 
Mär(j) Jahb h) und eine Jungfrau wird daraus ebenda I 19 mitgeteilt. 

') ThM H 20. 24. Vielleicht schon bei "Ai § 173 ist, wie im Anschluß an diese Stelle 
BO 3i, 254 Ak. 1 nnd Wright 183 f., mit ihm ein Jjjkobite D. de Bet(h) Eabban (= D. b Paulos) 
verwechselt. Vg. Duval' 214. Über den Jakobiten vg. § 43g. 

'J Eröffnet wurde das Werk erst durch die Biographie des Abtes Giwargis b Sagjäd(h)e v 
B6t(h) "Ibfhje eines Zeitgenossen des ßenänisö' I., der nach BO 3i, 217 mit einem G. aus Neärä 



206 Cie neatorianispbe Litcratnr bis znr Jabrtanseudwende. § 31k 32 a] 

auch die Anführung eines Bs D. in der metrischen Geschichte des Klosters Bet(h) 
Qoqä zu beziehen sein.*) 

k) Ein Mär(j) At(h)qen, Mönch im Kloster des Ap(h)nimkran, hat die Lebens- 
geschichte des mit dem K S51ib(h)azek(h)ä (714/29) gleichzeitigen Abtes .Jausep(h) von 
Bet(h) ' Ab(h)e geschrieben.- ) Er scheint in jedem Falle, von dem vielmehr als Mönch 
des „Großen Klosters"' auf dem Izla bezeichneten gleichnamigen Verfasser einer 
Kirchengeschichte unterschieden werden zu müssen, die bezüglich der um ein 
halbes Jh weiter zurückliegenden Zeit des K Giwargis I. zitiert wird.') Völlig 
ungewiß bleibt dagegen, welcher der beiden oder ob ein allenfalls von beiden zu 
unterscheidender aus Bet(h) Garmai stammender Stifter eines Klosters im Gebirge 
von BL't(h) Ni'ihad(h)rä *) ,.neben anderem" — ein Ausdruck, der ebensogut von 
der asketengeschichtlichen Biographie, als von der Kirchengeschichte verstanden 
werden könnte, — ein „Disputation eines (oder: „des"?) weisen Bruders" betiteltes 
Werk und zahlreiche Briefe über das (Mönchs)leben verfaßte.*) 

§ 32. Neben dem asketengeschichthchen hat im Eahmen einer mit der 
Mitte des 7. Jhs unverkennbar einsetzenden neuen Blüte des nestorianischen 
Schrifttums ein allgemein kirchengeschichtliches und ein juristisches Interesse 
sich geltend gemacht, ohne daß freilich andere Gebiete wie diejenigen der Exegese 
oder der asketischen Spekulation, der Philosophie und Medizin vernachlässigt 
worden wären. Schon an Zeitgenossen Is6'jahb(h)s III. erscheinen neben seinem 
Widersacher Sem'on vRewardäsir mindestens Daniel b Marjam, Mik(h)ä 
V Bet(h) Garmai und der MElijävMerw als bezeichnende Vertreter dieser 
neuen Richtung gelehrter Literatur. Noch mehr als sein unmittelbarer Nach- 
folger Giwargis I. hat sodann späterhin der K Henäniso'I. eine reiche 
literarische Tätigkeit entfaltet, worin von drei Zeitgenossen Sem'on detaib(h)üt(h)ä, 
Johann an Azraq und Johann an b Penkiije wenigstens der di-itte hinter 
ihm kaum erheblich zurückstand. Auch ein antimohammedanischer Polemiker 
Abraham v Bet(h) Hkle ist vielleicht schon hier einzuordnen. 

a) M Seni'ön v Eewardäsir") stand geraume Zeit isö'jahb(h) EU. in 
offener Auflehnung gegenüber, bis dieser ihn auf einer persönlichen Eeise __nach 
der persischen Hyparchie zur Untem^erfung vermochte. In der syrischen t'ber- 
setzung eines unbekannten Mönches aus Bet(h) Qatrhjg erhalten ist ein von ihm 



identisch wäre, nach 'Ai § 143 dem Verfasser eines „Bs des Gehorsams" in dem gleichfalls eine 
zusammenfassende asketengeschichtliche Arbeit, allerdings ebensogut aber auch eine direkt aske- 
tische Schrift zn erblicken sein könnte. ') ABanmstark, OC 1, 388f. AScher, ROC 11, 188. 

ä) ThM n 29. ^) ThM II 13. 16. 

■') LC § 120. Daß dieser aus dem Izl.^-Kloster hervorging, könnte allerdings zn Gunsten 
seiner Identität mit dem Kirchenhistoriker ins Feld geführt werden, aber auffallen müßte dann 
doch, daß ThM diesen, der wohl inzwischen bereits zum berühmten Klostergründer und Oberen 
des von ihm gegründeten Klosters geworden bzw. als solcher gestorben wäre, konstant als ein- 
fachen „Jlönch des Großen Klosters"' bezeichnete. 

^) 'Ai § 148. Ein einziger Schriftsteller Mär(j) At(h;qen wird unter Xicbtberücksichtignng 
aller Schwierigkeiten BO 3i, 216 f. und von DuvaP "204 bzw. 214 angenommen. 

") Sieben Briefe isö'jah{b)hs: AgEDuval 247,83 (179,204) bzw. EAWBudge, The Book 
of Governors 2, 154/74. MbS 62 (55). BO 3i, 704. DuvaP 170. ARücker, D. Canones d. 
Simeon von E. (Breslauer Diss. Lpz 1908) 14/21. ESachan, Syr. Rechtsbücher 3, XVII;XXn. 



[§ 32bc Marfj) At(h)qen. Sem'ön v Eewardäsir. Daniel b Marjam. Mikih;ä v B6t(h) Gannai. 207 

persisch abgefaßtes Rechtsbucli in Form eines Sendschreibens an einen Ungenannten, 
das einer Serie von 22 Entscheidungen durch den Adressaten ihm unterbreiteter 
Rille des Familien- und Erbrechtes eine allgemeine Einleitung über die Fragen 
voranschickt, weshalb Christus die kirchlichen ßechtssatzungen nicht selbst ge- 
geben habe, warum man sie nicht dem Mosaischen Gesetze und mit Reichem 
Rechte man sie der Tradition entnehme.') 

b) Dauiel b Marjam,-) als Zeitgenosse Is'yjahb(li)s III. ausdrücklich bezeugt, 
verfaßte — vielleicht neben einem Hautlbuche der Zeitrechnung oder Kalenderkunde*) 
— eine Kirchengeschichte in vier Teilen, die als Hauptquelle in der ChrS nach- 
zuwirken scheint.*) Auch auf die verschiedenartigsten anderen Gebiete hätte sich 
sein Nachlaß erstreckt, falls von ihm, was allerdings chronologischen Bedenken 
begegnet, ein D. b Tüb(h):iuit(h)ä. B-von Tähäl,*) nicht zu unterscheiden sein 
sollte,") für den neben Leichenreden, HomiUen, Dankgebeten nach der Kommunion 
und metrischen Memre etwas wie eine poetische Anthologie oder eine Glossen- 
sammlung,") eine Sammlung teilweise auf biblische Fragen gehender Rätsel, ein 
Euagrioskommentar und eine kritische Arbeit gegen den fünften Band der Schriften 
IshJiqs v Ninive (§ 35 d) bezeugt werden. Gleichfalls Zeitgenosse I.s war anderer- 
seits, wenn er etwa mit dem gleichnamigen Adressaten eines von demselben noch 
als B, d. h. vor 647 geschriebenen Briefes*) identisch ist, ein zweiter Kirchen- 
geschichtschreiber Ällähäzek(h)ä,'') aus dessen Werke Anführungen auf die 
Ereignisse des Zeitraumes zwischen den JJ 595 6 und 605/6 gehen.*") Eine etwas 
ältere historische Arbeit höheren literarischen Ranges hat endlich in einem Kloster 
wohl des südlichen Mesopotamiens ungefähr im achten Jahrzehnt des 7. .His ein 
unbekannter Mönch seinen ,. verschiedenen Erzählungen aus der Kirchen- und Welt- 
geschichte" vom Tode Hörmizds IV. bis zum Untergange des Sassanidenreiches 
zugrunde gelegt, die bei höchster schriftstellerischer Anspi-uchslosigkeit als Ge- 
schichtsquelle für den ereignisreichen Zeitraum einen nicht geringen Wert be- 
sitzen.") 

c) Ein Mik(h)ä aus Bet(h) Garmai,'"'') der als Zeitgenosse Is6'jahb(h)s III. 

') H8s: N-Dsem 90 (Vor U. Jh) P. Seert 65 (17,8. Jh) 23». Mard 50. VtB 81. 2". Ägg 
(mit Übs): S ach an a. a. 0. 203/53, des speziellen TeUes: Rück er a. a. 0. 29/66. Bs des all- 
gemeinen Teiles: Rück er 23/9. Vg. über dieses und die Rechtsbb nestorianischer KK des 
7/9. Jhs vom rechtsgeschichtlichen Standpunkte ans JPartsch. Ztschr. d. Savignystift. f. Rechts- 
gescb. Roman. Abt. 30, 355,98 bzw. dagegen VAptowitzer, Anzeigen der AWW 47, 42/7. 

«) 'Am 56 (33). 'Ai § 169. BO 2. 420. 3i, 231. Wright 180. DnvaP204. 

') 'Ai: „B der Erklärnng des Chroniken". Ein Zitat in der Litnrgieerklämng des (Ps?)- 
Giwargis v Arbela I 6 (Ag Connolly 1, 38 bzw. BO 3i, 521) über Chronologisches stammt in- 
dessen aus der Kirchengeschichte, so daü mit der Möglichkeit zu rechnen ist, daß die Angabe 
auf einem Mißverständnisse bernht. ♦)ESachan, SbPAW 1916, 963. Ausdrückliche Zitate 

1, 11. 79. 143. 197. 213. ^) LC § 125. "Ai § 105. BO 3i, 174, wo er vielmehr dem Adressaten 
der großen LiturgieerklSmng des angebliehen Giwargis v Arbela gleichgesetzt wird. Wright 
23 f. DuvaP 225. 227. ») Wie J-BChabot, RS 4, 257 annimmt. 

') „B der Blüten-' (K d(h)e habbäb(h)e) bei 'Ai. Die erstere Deutung: BO a. a. 0. Viel- 
mehr die letztere könnte der Umstand nahelegen, daß ein gewiß mit diesem identischer D. Gar- 
mäjä B von Tähäl durch Bß 3 (Prooem. XI) als eine seiner Hauptqnellen namhaft gemacht wird. 

") Ag: R Dural 60/2 (48/50). ») Wright 182 f. DnvaP 203. '«) EbS zu den 

JJ 907. 911. 912. 917 Gr. 

") Duval' 193. Hs: N-Dsem 90. Seert 65. 11». VtB 82. Mard 49 (Vg. S. 54 Äk. II). 
Agg: IgnGuidi, Actes VIII. Congr. Orient. Sect. sem. (b) 1/36, mit Übs: IgnGnidi- 
J-BChabot, ChrM 15,39 (13/32). Übs mit gelehrten Anmerkungen: ThNöldeke, SbAWW 
128 IX. Nr 1 (1893). 

")'Am56(33). ThM II 33. 'Ai § 94. B03i,169f. Dnval»346. AScher, ROC 11, 21f. 



208 Die nestorianische Literatur bis znr Jabrtausendwende. § 32 de] 

bezeugt wird, ist wohl einerseits mit dem gleichnamigen Verfasser einer') für Ereig- 
nisse der JJ 594/5 — 604/5 zitierten Kirchengeschichte, andererseits mit demjenigen 
eines Memra auf „Sab(li)risü' v Lasoni" d. h. den K S. I.-') und eines von einem 
,.Lehrcr M." auf ,.eine andere Person" gedichteten identisch, der in J'x'tfh) 'Ab(h)e 
ursprünghch am Feste des Stifters benützt wurde.''; Demgemäß wird ihm weiterhin 
zunächÄ noch eine *) neben der ersteren dieser beiden Dichtungen namhaft ge- 
machte auf einen Qantropös zuzusprechen sein, und dann auch nur ein fünfteiliges 
Werk über Scliulgründungen (oder die Bt-t(h) Maut(h)eb(h)e genannten Teile des 
ATs?) und eine Erklärung der Kge vielmehr dem älteren Iüb(hjä-Schüler M. bei- 
zulegen,'') scheint durch nichts berechtigt. 

d) M Elija V Merw*) war einer der Kirchenfürsten, die am Sterbebette 
ts6'jahb(h)s III. standen. Neben einer einbändigen Kirchengeschichte, deren Zuver- 
lässigkeit hervorgehoben wird, hatte er einen Ketteukommentar zu den vier Evan- 
gelien, weitere exegetische Arbeiten zu Gn, Ps imd allen Weisheitsbbn, Homilien, 
Grabreden, Briefe und anscheinend eine Schrift über Schulgründungen hinter- 
lassen.') Ein INI Jazdap(h)anäh v KaSkar, der neben ihm am Sterbelager 
des großen K weilte,^) ist wohl mit dem gleiclmamigeu Verfasser einer Tesbohtä 
identisch, die dieser gedichtet haben soll, ,.als er'' — man hört nicht, wofür — 
„Buße tat".") Dagegen ist er kaum zutreffend einem aus Bet(h) Qaträje 
stammenden anscheinend .nicht wenig bedeutenden Schriftsteller I s 6 'p a n tt h 
gleichgesetzt worden, der immerhin dieser Zeit angehört haben könnte.^*) Von 
dem letzteren werden im einzelnen Kommentare ,,zu den Zenturien" (des Euagrios?) 
und einem „Geistes-Philosophen", eine durch alphabetische Akrostichis zusammen- 
gehaltene Sammlung von Klagegesängen, Homilien, Leichenreden, paräuetische 
und sonstige Memre namhaft gemacht, von denen einer oder zwei sich erhalten 
zu haben scheinen. ^^) 

e) K Giwargis I.^-) (f 680/1), der Sohn reicher Eltern aus Kap(Ti)rä in dem 
zu Bet(h) Garmai gehörigen Bezirke BC't(h) Gäwäjä, hatte sich schon, als derselbe 
noch B von Ninive war, enge an Is6'jahb(h) III. angeschlossen, der ihn zu seinem 
Nachfolger als M der Adiabene machte und auf dem Totenbette auch für das 
Katholikat .empfahl Gegen die Ansprüche zweier gleichnamiger anderer MM, 
welche die Äußerung des Sterbenden auf sich bezogen, hat er sich siegreich durch- 
gesetzt und im 5. 676 auf Dirin, der gi-ößteu Insel der Bahrein-Gruppe eine 
Synode abgehalten, deren Kanones gleich einem Sendschreiben christologischen 
Inhaltes an einen persischen Priester und Chorepiskopos Minä vom J 679 80 in 
der Sammlung nestorianischer Synodalakten Aufnahme fanden.'^) Als Werke 
seiner Hand werden ferner nächst einigen nicht näher charakterisierten Memre 
die in metrischer Form gehaltenen diakonalen Proklamationen der Tage des 
Ninivitenfastens bezeugt.") Von einem seiner beiden Gegenkandidaten, dem MG. 



') Durch EbS zu den JJ 906. 907. 916 Gr. ") Bezeugt durch 'A5. *) Nach ThM. 

*) Durch 'Ai gleich den beiden folgenden Prosawerken. ^) Für den JSAssemani den 

gesamten von 'Ai erwähnten Nachlaß in Anspruch nahm. ') 'Am 56 (33). 'Ai § 79. BO 

3i, 148. Wrigbt 179 f. DuvaP 372. ') Erhalten zu haben scheinen sich nur einige 

Zitate seines exegetischen Nachlasses in der sog. Gannat(h) Büssam5.(§ 50a1. Vg. AScher, 
Kat Seert 19. ") 'Am a. a. 0. ") Hs: CmbrAdd 1981 (J 1686) 42». '»j 'Ai § 118. BO 3i, 

188, wo die angedeutete Gleichsetzung unbedenklich gewagt wird. 

■') Hs: Seert 112 (15. Jh) XII». '^) ThM II 12. 14. 16. EbS 54 (31). MbS 63 (55). 'Am 

57 (33). B'EKg 2, 131/4. LTh 71f. BO 3i, 149/53. OBrann, D. Buch d. Synhados 331/3. 
DuvaP371. 'ä) Hss : die S. 54 Ak. 11 genannten. Agg: SynodOr 215/45 (223. 229f.) bzw. Braun 
a. a. 0. 348/71. 

») Hss: die S. 112 Ak. 7 genannten. Agg: BrCh 1, 183f. 205. 223. 229f. K d(h)aqdam 
wad(h)bät(h)ar (Urmia 1901) 144f. Übs der ersten: JMSchünf eider, TQs 48, 198/200. 



fS 32defg Elija v Merw. Giwargis I. HPnänisö' I. Sem'ön d<<taibnt(li)ä. 209 

V Elara,',) ist wolil ein erheblich jüngerer gleichnamiger Amtsnachfolger zu 
unterscheiden, dem vereinzelt ein sonst dem Hauptautor desselben zugeschriebener 
Hymnus des "Wardä-Bs auf das ]^inivitenfasten beigelegt wird.-] Der andere. 
M G. V Xisibis,") ein Perser von Abstammung ist als Dichter einer Tesböhtä 
auf den (ersten) Kirchweihesonntag so vorzüglich bezeugt, daß der Einzelfall auch 
zugunsten anderer für bestimmte Textstücke nestorianischer Liturgie auftretender 
Autorenangaben nicht wenig ins Gewicht fallen muß.*) 

f) K^Henäni.sö' I. Heg(hh"rä („der Lahme").») ord. 685 ti. f 699 700 .an der 
Pest in einem Jonasidoster bei Ninive, wohin er, durch den Men Jöhannän v Xisibis 
als siegi-eichen Gegenpatriarchen gestürzt, im siebten J seiner Regierung verwiesen 
worden war, scheint ein ebenso fruchtbarer als vielseitiger Schriftsteller gewesen 
zu sein. Vollständig erhalten hat sich ein von späterer Hand zusammengestelltes 
25 (bzw. 24) Nrn starkes Korpus seiner Kechtsentscheidungen, in das an den Xrn 
1,3. 6. 16 f. auch einige Schreiben nicht juridischen Inhaltes Aufnahme fanden,*) 
während ein von ihm den Evangelien des Kirchen jalires gewidmeter Koiumentar 
wenigstens in einigen Azz noch näher kenntlicii vs-ird."; Außerdem werden 
für ihn neben je einer Sammlung von Homilien,") Leichenreden,'! Briefen'*) und 
metrischen Memre") Beantwortungen zahlreicher Fragen, ..Lehren". ..Dankgebete", 
eine Gescliichtc seines Zeitgenossen Sargis Düd(hiri. ein Kommentar zu den aristo- 
telischen Uva/ATi/M.'-] ein Werk unsicheren Titels und Inhaltes'-') bzw. ein mit 
diesem vielleicht identisches ..B der Ursadien des Existierenden"'*) bezeugt. Ein 
von ihm selbst herausgegebenes Rechtsbuch zitiert er in Xr. 9 seiner ..Entschei- 
dungen". Erhalten zu .sein scheint von dem allem nur noch ein Memrä auf den 
von ihm als Lehrer verehrten I. III,'') neben dem ihm gelegentlich auch eine 
TesbOhta beigelegt wird.'") Fraglich bleibt, ob von ihm oder erst von H. II. ein 
Werk polemischen Inhaltes gegen Heiden und Häretiker herrührte, aus dem Azz 
sich gerettet haben.'') 

g) Sem'ön <letaibüt(h)a.'^> Möncli und Arzt unter H. I.. verdankte seinen 

M MbS. '.\m a. a. 0. Vorrede des Ritnals der K- Weihe in der Hs CmbrAdd 1988 folKWr" 
(KatWrigbt-Cook 3.S7 >. --) Hs : CmbrAdd 1 9as ( .1 lö49/.Wi. ») ThM II 12 f. BO 3 1. 4.56. JA-' 3, 102. 

*) nnrch ThM. Hss wohl fast alle mit TesbeMt h)."! (S. 112 Ak. 4) nnd ein noch an- 
scheinend ans der ersten Hälfte des 8. .Jhs im Vatikan. Vg-. MUgolini. OC 2. 17986. Das 
Stück erscheint anch als S6gih)itih)ä des Donnerstags im maronitischen Ferialoflizinm nnd unter 
dem Xamen .A.p'hirem?. Agg: BrCh 3, 196t. K d(h'a(|dam wad(h)bät(h'ar löOf. Officium feriale 
inxta ord. eccl. Syrornm Maronitamm (R 18631 ,S46f. OpS Ap(h}rems 3, 532f. lals Paraen. 62). 
LTh 72. des vatikanischen Bruchstücks: Ugolini a. a. 0. Übss: JMSchönf eider, TQs 48, 194f. 
A.TMaclean, East svr. daily off. 158 f. 

») Eb!^ .05 (31) nnd zn den JJ 67. 74. 82 H. MbS 6.3/5 (55/7). 'Am 58/60 (34 f.) BKg 2. 
133 f. 139 f. 'AI g 82. BO 3i, 154. ESachau. Syr. Bechtsbücher 2. Vl/XVir. 

•1 Hss: X-Dsem 90 (Vor 14. Jh.. Soert 65 fl7/8. Jh) 17". VtB 82 (K VI 4) 31". Mard 50. 
Agg: ESachan a. a. 0. 2, 1 49, eines einzelnen Schreibens: Gismondi' 57 f. Vg. die S. 207 
Ak. 1 angeführten .\rbeiten von JPartsch und VAptowitzer. 

') Hs: Dijarb 113(16. Jh) 14°. Da-s ganze Werk liegt möglicherweise mit arabischer Obs 
in den Hss Mos 23 (17. Jh) und 24 (J 1696) vor. 

*) 'Ai a. a. 0. nnd Xorookanon VI 3. 'Am. Xach dem letzteren 40 an der Zahl. 

') Ai ebenso Am. '") '.\i. '.Km. Letzterer redet ausdrücklich von einem geschlossenen 
B derselben. ") 'Ai. 'Am ebenso. '-) Dies alles nur durch Ai bezeugt. 

'•) 'Ai: „Über den doppelten Xntzen der .'^chule- oder „Über die zwei Gründe der Erkenut- 
nisse"? ") Am. "•) Hs: CmbrAdd 2818 (18. Jh' TV». "») In der Hs Dijarb 36 (12. Jh) 12». 
") Es: Seert 109 (J 1609) XII». 

'») LC § 28 (Ag J-BChabot 17. Übs 240j. U? 1, 109. BEWg 62 (59). Kg 2. 139 f. Ai S 114. 
BO 3i, 181. Daval, Prooem XXIV. 

Baniii.«tark . Goschiohtp der syrischen Literatur. l-t 



210 Di* neBtorianische Literatur bin znr .lahrtausendwende. g 32h i| 

Beinamen dem Titel eines seiner Werke, näherliin offenbar desjenigen über die 
Heilkunde, das neben einem solchen ..über den" — wohl asketischen — „Lebens- 
wandel"' und einer ..Erklärung der Geheimnisse der (Mönchs)zelle'' namhaft ge- 
macht wird.') Mit eineni der beiden letzteren Werke dürften Sentenzen (^ines 
als Schüler eines Märij) S:ib(hjör bezeichneten S. genannt Lukas zusammenhängen,*) 
dessen Identität mit S. detaibiit( h lä ausdrücklich bezeugt ist.'j Nicht ohne Be- 
denken läßt sich dagegen einem dersell)en ein solches asketischen Inhaltes in 
7 BB zu je 100 Sentenzen gleichsetzen,*) als dessen Verfasser ein Mär(j) Sem'ön, 
geistiger Sohn rielmehr eines Rabban IstV, bezeichnet wird, der seinerseits ein 
Jünger des Rabban Ap(li)nini;iran (§ 31 f.) war.^) Sicher von dem Autor der 
medizinischen Sclirift zu unterscheiden ist ein als Verfasser von poetischen (?) Memre 
und Predigten (Türgkme) bezeugter 8. Qfirdelainä j ä,") vielleicht der Gründer 
eines Klosters bei Aennä am Tigris,') das gegen Ende des 8. Jhs bereits be- 
stand.*) Völlig dunkel bleibt vollends ein S. „der Verfolgte", dessen Namen 
ein erhaltenes Werk über die Inkarnation trägt") 

h) B Jöhaiinän Azraq oderZäröqS (..der Blaue" l von Hirtä '*) wird einer- 
seits als Zeitgenosse H.s I. bezeugt, unter dem er das von den Nestorianem an 
drei Tagen der Zeit nach Epiphanie begangene ..Fasten der Jungfrauen" erneuert 
haben soll. Andererseits ist er noch 7301. ja sogar noch 741 2 am Leben ge- 
wesen. Ein ,,B der Ermahnung", ein solches ..der Wegv\eisung" und eine Samm- 
lung von 280 Briefen, die ihm beigelegt werden,'*) scheinen verschollen zu sein. 
Dagegen tritt unter seinem Namen eine Folge von rund 80 Rätselfragen an- 
scheinend durchweg im Anschluß an biblische Stoffe beider Testamente auf.'-) 

i) Jöhannäii b Penkäje,'") nach seiner Heimat, dem Dorfe Penek("h) in Bet(h) 
Zab(h)dai benannt, lebte als Mönch in dem Kloster eines Jöhannän Kämüläjä und 
als Einsiedler in der Nähe desjenigen eines Mär(j) Bassima, um angeblich zuletzt in 
ein solches von Bet(li) Däljat(h;ä überzusiedeln. Von seinen Prosaschriften führt das 
..B der Hauptpunkte der Geschichte der Welt der Zeit", eine eigenartige, zwischen 
Weltgeschichte und theologisch orientierter Geschichtsphilosophie die Mitte 
haltende Arbeit in 15 BB, bis auf das J 686 herab.'*) Die Nachrichten über die 



') 'Ai. Das medizinisclie Werk allein auch B'EWg. Ans demselben stammen Anführungen 
bei BB 36, 25. 83, 24. 463, 12, 1168, 3. 2013, 22. 

-) Yg. S. 61 Ak. 4. '1 Durch LC. 

*) Hss der BB 3/7 mit einem Kommentar: Mos 97 [12. Jh) P. U". eines Zitates oder kurzen 
Exzerptes: CmbrAdd 2023(13. Jh) 6». ^) Angabe am Kopfe der Hs bzw. LC § 112. Vg. 

AS eher, KatMosnl 30. •) 'Äi § 157. ßO 3i, 225 f. 

■') So nach JSAssemani a. a. 0. Über jenen selbst LC g 68, wonach von ihm Ap(h)ui- 
märan das Mönchskleid erhielt. «) Nach ThM V 12. 16. ») Hs: Urm 31 (11. Jh?1. Ag 

einer Textprobe: KdP 317,9. 

'") K Jöhannän V. bei Elija öanhari: BO 2, 427,9. Notiz liturgischer Hss: KatWright- 
Cook 169 f. MbS 66 (58). Am 60 (35). BEKg 2, 1.39/42. 'Ai § 115. BO 3i, 182. ") 'Ai. 

'*) 'Ai. Hss: Di jarb 113(16. Jh) 15». 112 (18. Jh) 7". N-Dsem 142 fj 1678/91 8». 93 (J 16823)5«. 
Urm 76 (J 1793/4). BrMOr 2084 (19. Jh). Mos 110. 5°. 

") Biographie in der Berliner „Väterparadies''-Kezension in 177 Kapp. iS. 203 Ak. 1), als 
Notiz auch in Hss des J. Däljät(h)ä zu Seert und in der jakobit. Patriarchatsbibliothek zu Mardiu : 
KatSachau564f. bzw. IgnE Rahm ani, StS l,35f. (34f.). 'Ai§121. B0 3i. 189f. LTh 35. KdP 
254. DuvaP 229/30. AScher. ROC 11, 23. Rahmani a. a. 0. 65. AMingana, Sources 
syriaques 1 (Lpz 1908) I/VIII. 

") 'Ai an zweiter Stelle. Hss: Mos 26 (J 1874/5). N-Deem 25 (J 18821. Urm 218 (J 1889, 
nach Vorlage vom J 1261/2). 140 (J 1890). Der Universitätsbibliothek in Straßburg (J 1897), ihr 
vom Verfasser verkauft im J 1917. Eine von GDiettrich, NGWG 1909, 161 erwähnte (nach 
derselben Vorlage wie Urm 218). Bs: ABaumstark, RQs 15, 273/80. Agg des zweiten Teiles 



[§32ij33 Sem'ön detaibvit(h a. JöhannänAzraq. Johannan b Penka.if. Abraham v Bet{h)5äle. 211 

anderen lassen an Klarheit zu wünschen übrig. Neben Briefen und der Beant- 
wortung von Fragen ') scheinen unterschieden werden zu können : ein asketisches 
Hauptwerk in 7 Bänden, von welchen die beiden letzten nachträghch als ,.Er- 
.gänzung" angefügt wurden,-) ein ..B der sieben Handelsreden" (= „der sieben 
Augen des Herrn" ?)^) von gleichfalls monastisch-asketischem Inhalt, ein zwei- 
bändiges ,.B gegen die (nichtchristlichen oder häretischen?) Kulte"*) und ein B 
über Kindererziehung.^) Eine Schöpfung poetischer Form ist an einem Memrä 
des siebensilbigen Metrums gegen sittliche Verfallserscheinungen des Mönchtums 
oder ..über die Gottesfurcht" {= ,.über die Vollkommenheit des göttlichen "Wandels") 
wiederum erhalten.") Auf einer Verwechslung mit J. v Dälj:it(h)a {§ 35 e) beruht 
es, wenn für J. b P. auch der asketische Schriftennachlaß des sog. ..geistlichen 
Alten" in Anspruch genommen wiirde.') Gleichfalls von ihm zu unterscheiden ist 
ein J. Dailömäjä.*) -f 737 8 im Alter von angeblich 122 JJ, der aus Hed(h)attä 
gebürtig und in früher Jugend ins Kloster eingetreten, im späteren Alter von 
Räubern nach dem Lande Dailäm am Kaspischen Meer entführt wurde, wo er 
ein Syrerkloster gründete. Verfasser von „facht oder) neun Memre" wohl 
gewiß asketischen Inhaltes,") die sich nicht erhalten zu haben scheinen, begegnet 
er in hslicher Überlieferung als solcher auch einer Tesbühtä^") und dia- 
konaler Litaneiformulare,**) während seine eigene Lebensgeschichte den Gegen- 
stand eines aus imbekannter Zeit stammenden anonymen Memräs im zwölf- 
silbigen Metrum bildet.'-) 

j) Abraham v Bet(h) Häle'*) würde mit einem ,.B gegen die Araber" der 
älteste bekannte Vertreter christlicher Polemik gegen den Islam sein.'*) falls in 
ihm ein unmittelbarer Schüler des Gründers jenes Klosters, des Rabban 
K(h)üd(h)ähwi erblickt werden dürfte. Allein tatsächUch scheint die Berechtigung 
dieser Kombination nicht ei'weislich imd so lediglich an dessen rund ums J 660 
erfolgter Klostergründung ein Terminus post quem für die Blütezeit A.s gegeben 
zu sein. 

§ 33. Das 8. Jh hat einerseits die vielseitige Angeregtheit der nestorianischen 
Literatur der zweiten Hälfte des 7, übernommen, andererseits vielfach speziell 



(BB 10/15): AMingana, Sonrces syriaques 1, 1*/171* eines'.Abschuittes des ersten: KdP 295,302, 
eines Teiles des 15. Bs: Gismondi^ 148/.58. Vis des 15. Bs: Mingana a. a. 0. 172*/97*. ') 'Ai. 

•) Biographie. Bei 'Ai scheint das an fünfter Stelle genannte K dfh^essärC wad(h)esiiniläjii 
(„de vinculis et de perfectione ?") zn entsprechen, wobei der zweite Teil des Titels dann durch 
„und der Ergänzung" wiederzugeben wäre. Azz daraus sind vielleicht zwei „diseonrs snr la 
CellnJe et le Trisagion" in der Hs: Seert 123. Anh. 2°. 

") Der erstere Titel in der Biographie, der letztere an vierter Stelle bei Ai. *) Ai an 

dritter Stelle. •>) "Ai an erster Stelle. 

•) Hs3:JerPatr 40 (.11.531)-/'. 26 (J 1551) _/'. 24 (J 1049) -7'. BrMOr 2450 (J 1569/70). N-Dsem 
123 (J 1662/3). 122 Anh (J 1757,8) 2°. 116. 10». VtB 1 (J 1674) 2". CmbrAdd 2018 (J 1677) U». 
Brl Oroct 1132 (17. Jh?). Mos 100. lO». Ag: EMillos, Directorinm spiritnale (R 1868) 162/71, 
dreier Textproben : LTh 35/7. Jünger als J. b PenkäjS ist ein ihn zitierender anonymer Traktat 
christologischen Inhalts. Hs: VtS 179 (J 1703) X». 

') So in Hss in denen seine Biographie als Vorsatzstück desselben erscheint. ') ThM 

II 22/5, LC § 117. Am 60 (35). Ai § 116. BO 3i, 1825. ") Nach *Ai. '") Hss: Dijarb 
36 (12. Jh>. CmbrAdd 1981 fj 1607) 20». Seert 48 (17. Jh). 

") Hs: Mos 54 (J 1577/8). '«) Hss: CmbrAdd 2020 (J 1697) 11». VtB 39. Vg. KatWright- 
("ook 586. 

") Ai § 138. BO 3i, 205. '*) Hs: offenbar Dijarb 95 (Vor J 1697/8) 3.5": Diskussion 
eines Münches v Bet(h) ijäle mit einem Muhammedaner. 

14» 



212 ^'>6 nestorianische Literatur big zur Jahrt;ia8eudweuile. ij 3;! ab 

das Werk lsG'jalilj(li)b 111. auf dem Gebiete der Liturgie ergänzend ausgebaut. 
In letzterer Ricbtung hat sich unter den Zeitgenossen des selbst literarisch nicht 
hervorgetretenen K §elib(li)äz6k(h)ä der Reformator der nestorianischcn Kirchen- 
musik, B;ib(h)ai V Geb(h)ilt:i, auch durch Schaffung neuer Texte betätigt. 
Ein Gleiches ist von einzelnen Kirchenfürsten geschehen, deren literarische 
Produktion sich darin keinesv\'egs erschöpfte. Daneben hat das asketische 
Schrifttum an Abraham b Däsandäd(h) einen Vertreter gehabt, dem im 
Gegensatze zu seinen hervorragendsten Größen in dieser Zeit irgendwelche hetero- 
doxe Neigungen anscheinend nicht zum Vorwurfe gemacht werden konnten, und 
auch die Geschichtschreibung eine gewisse Pflege gefunden. Unter den 
KK, deren Regierungszeit voll dem Jh angehört sind anMär(j) Ab(h)ä II. und 
Henänisö' II. zwei zugleich beachtenswerte theologische Schriftsteller gewesen, 
wobei neben dem ersteren an S a h d 6 s t v T i r h ä u ein wohl ebenbürtiger, neben 
dem letzteren an 1 s 6 ' b (h) 6 k (h) t v R e w a r d ä s i r ein eher sogar noch be- 
deutenderer Zeitgenosse steht. 

a) Von Zeitgenossen des K iSelIb(h)azek(h)ii (ord. 713 4, y 727,8) wird der 
MSab(h)risö' vNisibis,*) der schon vor seiner Erhebimg zur höclisten kirch- 
lichen Würde sein Gönner gewesen war und bei derselben einen maßgeblichen 
Einfluß geltend machte, in dem Verfasser einer über das Haupt der Braut zu 
sprechenden Dichtung wiederzuerkennen sein, die im nestorianischcn Trauungs- 
ritual begegnet. -j Gabriel, Raqqöd(hia ^,. Tänzer") mit Beinamen,*) der von 
ihm zum Men von Kark(b)ä d(h)e Betih) Sel6k(li) gemacht wurde, war vorher Mönch 
in Bet(h) 'Ab(h)e gewesen, wo er durch übermäßige Bußübuugen sich derartig 
zerrüttet hatte, daß er zeitweiligem Irrsinn verfiel. Ein in der Folgezeit dort in 
der TagesHturgie des Gründers Ja'qöb^hl verwendeter poetischer Memrä auf diesen, 
war sein AVerk und sollte von ihm sogar improvisiert worden sein.*) 

b) Biib(h)ai aus Geb(h)iltä in Tirhkn,'') der Zeitgenosse Selib(h)äzek(h)as. 
der niemals hätte mit dem älteren B. b Nesibih)näje identifiziert werden sollen, 
gründete in der Adiabeue zahlreiche Idrcheumusikalische Schulen, die er von der 
ältesten derselben in Kep(h)ar Üzel aus leitete und jährlich visitierte. Im Greiseu- 
alter in seine Heimatstadt zurückgekehrt, ist er dort gestorben. Neben Memre, 
Lehrschriften, Briefen an verschiedene Adressaten ") und einem K S. gewidmeten 
B vermischter „Fragen" ') in großer Zahl hinterließ er zu liturgischer Verwendung 
bestimmte poetische Texte mannigfacher Art, bei denen die alphapetische Akrostichis 
als Bindung teils der einzehien Nrn einer Gruppe gleichartiger Stücke teils der 
Strophen längerer Einzeltexte eine hervorragende Rolle gespielt zu haben scheint. 
Von seinen 'Onjät(h)ä lassen sich dabei einzelne noch im Textematerial des kirch- 

') 'Am 60 f. (3b). 

■') Hss: VtS 89 (16. Jh). JerPatr 50(J1654). Urm 29 (J 1695). 132 (17;H. JL\ Mard 32 (17. Jli). 
VtB 151 (J 1748). 11(J1752)8°. Brl 50(0roct 251. J1761). 51 (Oroct262. J1837). 52^Petennll. 
Nachtr. 15. J 1855). Oroct 1020. Seert 44 (18. Jh). CmbrOr 11 (18. Jh). BrMOr 4440 (J 1847), un- 
vollständige: CmhrAdd 2044 (18. Jh). BrMOr 2343 (19. Jh), einer nnierten „chaldäischen" Hezen- 
sion: BrM 305 (Egerton 703. J 1683). VtS 307 (18. Jh) S"/!!". Das Vorkommen der fraglichen 
Dichtung steht zunächst für Mard 32 fest. Vg. KatScher 15. 

») ThM II 33. BO 3i, 460/2. J-BChabot. JA» 8, 92. 'j Mitteilungen daran.-* ThM I 24. 

'•) ThM III 2/4. BO 3i, 177/81. AVright 184 f. unter Verwechslung mit B. dem Nisibener. 
DuvaP379. AScher. KOC 11, 18f. «) ThM III 4. ') ThM III 2. 



[§ 33bi' Zeitgenossen des K Selibfh)äzek(h):T. Bäb(h)ai v G?b(h)iltä. A«?ban der Litnrgie. 213 

liehen Tagzeitengebetes nachweisen.') Ein Gleiches würde von ..Segnungen" viel- 
leicht für besonders umfangreiche des Bräutigams und der Braut bei genauerer 
Durchforschung desselben im Trauungsritual der Fall sein. Als eine solche von 
Türgiime wird eine Sammlung von 22 am Palmsonntag durch Knabenstimmen 
vorzutragender Texte bezeichnet, und wie hier der von Hause aus die Homilie 
bezeichnende Name erstmals auf ein sangbares Stück liturgischer Poesie über- 
tragen erscheint, so wird man auch denjenigen der Büjjii'e in diesem Zusammen- 
hange wohl eher von irgendwelchen funeralen Gesängen als. wie gewöhnlich, von 
prosaischen Leichenreden zu verstehen haben.-) 

c) Am Ausban der Liturgie beteiligt erscheinen des weiteren zwei Schrift- 
steiler, die von JSAssemani unter K Pet(h)j6n (ord. 7901, f 7401) angesetzt 
werden, ohne daß sich vorerst im zweiten Falle die Berechtigung dieser im 
ersten gut bezeugten Datierung nachprüfen lassen dürfte. Beide haben Gebets- 
formulare hinterlassen, die im kirchlichen Tagzeitengebet einen Platz zu Anfang 
des festtäglichen Morgengottesdienstes erhielten.'') Der eine ist B Paulos von 
Anbar,*) für den daneben eine Streitschrift gegen nicht ausdrückUch genannte 
Gegner, zahlreiche Briefe, sowie Leichenreden und Homilien bezeugt werden, deren 
Studium um die Mitte des 9. Jhs K Theodosios dem Klerus zur Pflicht machte. 
Der andere, B Sallitä v ßis'ainä.*) hat gleichfalls Homilien und Leichem-eden 
hinterlassen, aber sich auch mit Juristischem beschäftigt, an ..metrischen Kapiteln, 
die an den Schranken des Altarraumes gesprochen werden" und analogen ..nicht 
metrischen Kapiteln" selbst weitere liturgische Texte geschaffen und in einem 
Kommentar zu zwei 'Onjht(h)a sich als Erklärer solcher betätigt. Von Hause aus 
zu liturgischer Verwendung bestimmt war wohl auch mindestens ein Mad(h)räsä 
über Diodoros, Theodoros v Mopsuestia und Nestorios der neben einem solchen 
..über den Glauben der Kirche" und einer exegetischen Ai-beit zu den Spr einem 
J a " q 6 b (h) Q a 1' t ä j ä *) zugeschrieben ^vird, den Assemani mit einem als Zeit- 
genosse Pet(h)jöus ') ausdrücklich bezeugten J. ..dem Araber" gleichsetzt. Jünger 
war MKyprianos v Nisibis,*) ord. 740,1, i" 767, dessen Name mit dem Baue 
der ersten nestorianischen Kirche in der monophysitischen Hochburg Tag(h)rit(h) 
und einem Neubaue seiner eigenen nisibenischen Kathedrale verknüpft ist, und 
der wie als Übersetzer oder Kommentator des Gregorios v Nazianz,®) so auch 
als maßgeblich an der Redaktion des nestorianischen Ordinationsrituals beteiligt 
und zwar in besonders alten Hss desselben an führender Stelle genannt wird."*) 



') So eine anf Xestorios, lue: Bascb(h U kcne („Auf dem Pfade der Gerechten"). Hs: Cmbr 
1980 fQl229r''. Brl 43 (Fol 620. 16. Jh) A 3« (zusammen mit einer zweiten); eine solche der Toten- 
litnrgie, Inc: HS lemitfhF („Siehe, die Toten"): BrCh 214* jedes Bandes. Vg. ThM III 3. Hier 
werden femer erwähnt 22 'Onjät(h)ä, jede mit einem anderen Buchstaben des Alphabets beginnend, 
anf Ja'qöb(h) v ßet(.h) 'Äb(h,e. -) Für alles dies ThM a. a. 0. 

') Später aufgenommen in das Abu Halim-B. Vg. g 46 e. Hss: CmbrAdd 1978 (J 1785) 
nnd gewiß nicht wenige weitere der a. a. 0. genannten. Agg von Gebeten des Paulos: BrCh 2, 
3.53f. 448f. .3, 71 f. K d(hiaqdam wad(h bäthlar (Urmia ISOl) .387f., des .Sallitä: BrCh 1, 93f 198. 
369 f. 44.3. 474 f. 489 f. .504. 2. 141 f. .336. 346. 388. 439. 449. 517 f., K d'h)aqdam wadvh)bät(h;ar 
283/5. 290f. 296. 300f. 302f. 314. 3l9f. 322f. 327 f. 330f. 333f. 336 f. 340. 353f. 378f. 379f. 393f.. 
wobei im BrCh jeweils die betreffenden Stücke an der Hand von KatWright-Cook 121/40 leicht za 
identifizieren sind, während der orientalische Druck eine ausdrückliche Verfasserangabe macht. 

') Am 60 36). Ai § 100. BO 3i. 172. 

») 'Ai § 109. BO 3i. 176. •) 'Ai § 102. BO 3i, 173. 

T 'Am 60 (36). ') Eb.'^ zn den JJ 123. 141. 150 H. B'EKg 2. 1.57/«. Ai S 73. BO 

3i, 111/3. ») Ai. 

") Äi bzw. die Hss CmbrAdd 1988. Dijarb 59. Urm 26 und gewili noch zahlreiche andere. 
Vg. S. 200 Ak. .5. Weitere Hss des Ordinationsrituals außer den dort genannten: Brl .38iSach 



214 Uie nestorianiscbe Literatar bis zur Jahrtausend wende. § 'iSAtf 

d) Abraham ]> I)äsand!i(l(h),') genannt „der Lahme", aus BeUh) !i>ajjkd(h)e war 
als Kind von seiner Mutter zu B;ib(h)ai v ü6b(h)iit:i gebracht worden, damit dieser 
über den verkrüppelten bete. Als E.xeget an einer Schule zu liiisös hat er eine 
Reihe bedeutender Kirchenmännur zu seinen Schülern gezählt. Aus seiner reichen 
Bibliothek sind wertvolle Nrn in den Besitz des K Timotheos I. (§ 34b) übergegangen. 
Ein unvollständig erhaltener Kommentar zu den Schriften des Asketikers Markos '^) 
ist vielleicht der von ihm denselben gewidmete, neben dem ein ,,B der Er- 
mahnung", ein ,.B des königlichen Weges', Memre der Buße und Briefe ülier 
verschiedene Gegenstände als weitei'e Stücke seines soweit offenbar wenigstens 
vorwiegend asketisch gerichteten literarischen Nachlasses namhaft gemacht werden. •) 

e) Die Geschichtschreibung wird in der zweiten Hälfte des 8. Jhs zu- 
nächst durch die doch wohl kaum ausschließlich über das Konzil von Chalkedon 
handelnde Kirchengeschichte eines Sem'ön b Tabbkhe vertreten,*) in dem mit 
Bestimmtheit der Ibn at-Tabbah genannte und aus Kaskar stammende christliche 
Schatzmeister des Khalifen al-Mansür '') sich erkennen läßt. Durch den letzteren 
Herrscher gefangen gesetzt und nach dem Kloster Bet(h) Häle verwiesen, wo er 
3 JJ festgehalten blieb, wurde der nach weiteren 7 JJ verstorbene B Selemön v 
Hed(h)attä, für den neben einen Werke „über den Weg des Klosterlebens"' gleich- 
falls eine Beschäftigung mit geschichtlichem Stoffe bezeugt wird.*) Auch die nicht 
näher gekennzeichnete historiographische Ai'beit eines Abtes des „Großen 
Klosters", die für Ereignisse der JJ 740'3, und die Kirchengeschichte eines 
P e t (Ti) j ö n , die für solche der J J 765/69 zitiert ^\'ird,.; ) dürften wohl nicht allzu 
weit von diesen Zeitgrenzen selbst entstanden sein. Über die Kirchengeschichte 
eines Denahisö' vg. § 37 c. 

f) K Mär(,j) Ab(h)a II.,**j oder Ab(h)ä, wde er sich aus Demut zur Unter- 
scheidung von M. I nannte, der Sohn eines Berik(h)seb(h)jäneh aus Ka.skar ord. 
741,") j 751 (vor 30. 7)^"} im Alter von 110 JJ und nach einer Regierung von 
10 JJ und einem Jlonat, war B seiner Heimat gewesen. Durch einen persön- 
lichen Besuch bei demselben in al-Kufah erwarb er sich die besten Beziehungen 
zu dem sonst christenfeindlichen Emii- Ji'isuf ibn Omar at-Taqafi, wandte sich 
infolge eines Zerwürfnisses mit dem Klerus von Seleukeia-Ktesiphon miter Zurück- 
lassung zweier Vikare wieder nach Kaskar. kehrte aber, nach dem er dort ein J 
lang in dem Kloster Wäsit gelebt hatte, auf Bitten ihrer Gemeinde wieder nach 
seiner amtlichen Residenz zurück. Eine Reihe von ihm hinterlassener Schriften 
soll von seinen Schülern durch Interpolation gefälscht worden sein.*^) Ausdi-ücklich 
genannt werden ein „B der Strategen" (K d(h)esträtig{h)e ),*'-) eine „Erklärung" 

167)110. CmbrOo 1. 15 (J 1691), Oo 1. 29 P. Vg. über dasselbe: Badger, The Nestorians and 
their rituals 2, 322/36. ') ThM III 4. MbS 75 (66). 'Am 66 (38). Brief des K Timotheos 

an Sargis v Elam: OC 3, 10 f. BB 3 (Prooem XI). AI g 126. BO 3i. 194. Wright 185 f. 
Duval' 380. Ders., Prooem XV. 

*) Hs: BrM 605(Addl7270. 9. Jh). *j Ai a. a. 0. Vielmehr auf irgendwelche philologiäch 
gelehrte Arbeit köuute es zu weisen scheinen, daß BB ihn als eine seiner Hauptqnellen nennt. 

*) Ai g 146. Notiz der Hs BrM 860(Add 12154) fol 153 r°, die speziell von einem Werke, 
„über diejenigen, welche sich in Chalkedon versammelten" redet. BO 3i. 215. *) MbS 68 (60). 
'')ThMIV5/7. MbS 68 f. (60 f.") 72 (63j. Am 64 f. (37). Ai § 139. BO 3 1, 205/10. OBraiin. 
OC 1, 141. ') EbS zu den JJ 122. 123 bzw. 148. 151 H. Wright 194f. 

') EbS 1, 56f. (31f.) und zum J 123 H. BB 1063. 24. MbS 66f. (58f.). Am 62 (36). 
B'EKg 2, 153/6. 'Ai § 85. BO 2, 431. 3 1, 157 f. Wright 186f. Duval^380. 

*) Nach EbS: 123 H = 1052 Gr., nach Am 1053 Gr.. was da das genannte H-J 26. 11. 
740 begann, wohl auf 741 führen dürfte. '») Nach Am 133 H. = 1063 Gr. Richtig ist wohl 

das H-J, das nach EbS vielmehr mit dem 29. 7. 1062 Gr. (= 751) schloß. ") MbS 67 (59). 

") 'Ai. Nach Wright „perhaps a chronicle of the Muhammedan govemors of al-'lräk". 



[$33ghi Abraham b Däsandädi,h). Geschichtschreibung. Mär, j)Ab(h)ä II. Sahdöst. HGnanisö'II. 215 

der Keden des Gregorios v Xazianz,*) gedankenreiche Homilien,-) Kommentare 
zu mehreren BB des aristotelischen Organons^) imd ein wohl poetischer Memrä 
auf einen MartjTer M!U-(j) Zäkth)e.^) Erhalten hat sich ein Schreiben an die 
Studierenden der Schule von Seleukeia in der Angelegenheit seines Zenvürfnisses 
mit dem hauptstädtischen Klerus. "j 

g) B Sahdöst v Tirhän ") war einer der beiden von Mär(j) Ab(h)ä II. zurück- 
gelassenen Patriarclialvikare. Eine ..Synodalrede", Briefe mit angeschlossenen 
Kanones oder kanonistischen Inhaltes, Memre, deren Kürze hervorgehoben wird, 
und Homihen werden als Bestandteile seines literarischen Nachlasses genannt.') 
Erhalten haben sich Reste einer Schrift von ihm ..über die Fi-age, warum wii- 
von den Okzidentalen getrennt sind".*) Auf liturgiegeschichtliche Studien, deren 
literarischen Niederschlag man in weiterem Umfange gerettet wünschen möchte, 
weist es hin. wenn er als Zeuge dafür angeführt wird, daß ein bestimmtes Gesang- 
stück der Weihnachtsvesper ^ ) einen der Väter des Konzils von Nikaia zum Ver- 
fasser habe.*") 

h) Henänisö* II.,"' ^734 heimlich und ohne ^Mitwirkung des Men von Kaskai- 
ord., -f 779 '80 an Gift, das ihm der Leibchirurge des Abü-l-'Abbas at-Tüsi bei- 
gebracht hatte, war früher B von Läsom gewesen und ist zu allgemeiner Aner- 
kennung — anscheinend 775,6*-) — erst gelangt, nachdem er die dem Men von 
Kaskar bei der Wahl des K zustehenden Rechte ausdrücklich bestätigt hatte. 
Da die betreffende Urkunde die unschätzbare Sammlung der Akten und Be- 
schlüsse älterer nestorianischer Synoden beschließt, in die andererseits schon die 
Synodalkanones seines Nachfolgers keine Aufnahme mehr fanden, muß diese durch 
ihn oder doch unter seiner Regierung ihre abschließende Redaktion erfahren 
haben.**) Dagegen scheint von den Briefen, Leichem-eden und den fünf Bände 
füllenden Memre, die neben einer Beantwortung von zehn ..Fragen" als Teile 
seines literarischen Nachlasses erwähnt werden,*** nichts übrig geblieben zu sein. 

i) M lsö'b6k(h)t v Rewardäsir,**) ord. von einem K Hgnknisö', in dem 
gewiß der zweite dieses Namens zu erkennen ist, hinterließ neben einem Werke „über 
das All", von dem ein Az erhalten ist*") in erster Linie ein ursprünglich persisch 
abgefaßtes über die kirchlichen Rechtsentscheidungen, das in einer nach dem Tode 
des Verfassers auf Veranlassung des K Timotheos I. (§ 34 h) gefertigten syrischen 
Übs vorliegt und in 6 BB nach einer allgemeinen Einleitung das Ehe-, Erb- 
und ObUgationenrecht behandelt.*") Außerdem wird für ihn eine Schrift an- 
scheinend über Witterungsvorzeichen ausdrücklich bezeugt,**) während Zitate in 

') MbS. B'E. Wohl = einer „Erklärung-' schlechthin bei 'Ai. *) Ai nnd ohne den 

lobenden Znsatz auch MbS. 'J MbS. •) BB. 

') Hss: N-Dsem 90 (Vor 14. Jh). Seert 65 (17/8. Jh) 3». VtB 82 (K VI 3) 21". Mard 50. Ag 
und Übs: .J-BChabot, Actes XI. Congr. des Or. Sect. 4, 29ö;33ö. 

«) Am 66 (36). Ai § 111. ") "Ai. ') Hs: Seert 87 (J 1609) l". ») Die sog. 'Önitih)» 
d'hiaqdäm, Inc. Lfjaldä tihjPmihä (,.Das wunderbare Kind"). Ag: BrCh 1, 321. ■») ChrS 1, 70. 

'■) EbS 58 (32) nnd zum .1 1.59 H. MbS 70f. (62£.). Am 63f. (37). B'EKg 2, 163/6. Ai § 84. 
BO 3i, 165ff. B raun, D. B. d. Synh. 371/3. DuvaP381. 

") Da dieses J gegenüber dem anderen von 'Am bezeag^en durch EbS als solches seine« 
Begieruugsantritts bezeichnet wird. 

") Hss, Ag und Übss: s. S. 54 Ak. 11. Das Schreiben ß.s: SynOr 24550 (515/24). OBraun, 
D. Buch d. Synhados 373,81. ") Ai a. a. 0. 

'^) 'Ai§127. B03i,194f. Du v aPHl. 254. 280. ESachau, Syr. EechtsbücherS, VIII/XYII. 
SbPAW 1916, 977. '«; Ai. Hss: VtB 39 (16. Jh). N-Dsem 24 (J 1697/8) 3». Mos 103. 3°. 

") Ai. Hss: N-Dsem 90. Seert 65. 24». VtB 81 (K VI 3) 3». Mard 50. Ag (mit Übs): 
Sachan, Syr. Rechtsbiicher 3, 1/201. ") Durch 'Ai. 



216 ^^'B iieütorianiscbe Literatur bis zur Jahrtauseuilwende. § <i4aj 

späterer exegetischer Literatur ') für ihn eine Beschäftigung auch ujit Schrifterkläruiig 
zu erhärten scheinen und als Früchte einer solchen mit aristotelischer Logik 
Stücke über die Kategorien -j und über den Begriff der Möglichkeit "j sich er- 
halten haben. 

§ 34. J)ie Wende vom 8. zum U. .Jh bezeichnet den Augenblick der größten 
äußeren Ausbreitung des nestorianischen Christentums für die nach Osten das 
bekannte syrisch-chinesische Denkmal von S i n g a n f u das ragende Wahrzeichen 
bildet. Sie bezeichnet nicht minder in seinem inneren geistigen Leben und in 
dessen literarischem Ausdruck einen unverkennbaien Höhe- und Wendepunkt. 
Mit dem großen K Timotheos L, in dessen erstem Regierungsjahre die Er- 
richtung des chinesischen Monumentes erfolgte, schließen sich zunächst seine Zeit- 
genossen Abu N Ti 1.1 , A p (h) r e m v E 1 a m und TheodorosbKöni, sein Nach- 
folger I s 6 ' b Nun und dessen Schüler D e n h ä zu einer Gruppe vorwiegend theo- 
logischer Prosaschriftsteller zusammen, deren Bedeutung genügen würde, um die 
Zeit ihres Schaffens unmittelbai- als diejenige einer Hochblüte literarischer Be- 
tätigung erscheinen zu lassen. Das starke Hervortreten einer Beschäftigung mit 
dem Gebiete der kirchlichen Gesetzgebung, des kirchlichen oder doch durch die 
kirchliche Obrigkeit gepflegten Rechtes ist dabei einerseits, ein verschiedentlich 
sich bekundendes Interesse auch für aristotelische Philosophie andererseits des 
näheren für die Richtung dieser Theologen charakteristisch, unter deren patristischen 
Pundamentalautoritäten neben Theodoros v Mopsuestia der Kappadokier Gregorios 
V Nazianz den führenden Ehrenplatz eingenommen zu haben scheint. 

a) Das Monument von Singanfii/j das durch einen Pr und Chorepiskopos 
Jazdb6zid(h) errichtet und am 4. 2. 781 dediziert wurde, gehört der syrischen 
Literaturgeschichte nur in einem äußerst bedingten Sinne an. Einen eigentlich 
literarischen AVert kann nur der umfangreiche chinesische Teil seines inschriftlichen 
Textes beanspruchen, der an einen Abriß der christlichen Lehre eine gedrängte 
Darstellung der Geschichte der nestorianischen Mission in China seit dem Auf- 
treten eines Glaubensboten Jahb(h)alläha im J 636 anschließt und beiläufig 



') In der Gannat(h) Büssäme. Vg. J-BChabot, Oriental. Studien Nöldeke gew. 495 f. 
*) Hss: N-Dsem 52 (15. Jh) 5°. 142 (J 1678;9) 4». Mos 110. 4». CmbrAdd 2812 (J 1806) VII». 
■') Hs: Brl 88 (Peterm 9. J 1259/60) 32». 

*) AtbauKircher, Prodromus Coptus sive Aegyptiacus (R 1Ö36) 50/85. Ders., Sina iUu- 
strata (Antwerpen/Amsterdam 1667) 1/45. A Müll er, Dissertatio <le Monumento Sinico (Brl 1662). 
ERenaudot, Aue. Eelations des Indes et de la Chine de deux Voyageurs Maliometaus, qai y 
aUerent dans le neuvieme Siecle (Pr 1718) 228/71. BO 2, 255/7. Ak. 2. 3n, 482. 538/52. KFNeu- 
manu, ZDMG 4, 33/43. JHHall, AJSL 12, 118/25 bzw. PAOS 13, CXXIVf. J Hei 1er, ZKT 
9, 74/123. Ders., Verhandll. VII. Or. Kongr. Wien 1886. 5, 37 48 bzw. Wissenschaftl. Ergebnisse 
der Reise des Grafen Szecheuys in Ostasien. 2 (Budapest 1897) 435/95. H 11 a v r e t , La stele 
chretienne de Si-nganfü (Varietes sinologiques. Nr 7. 12. 20. Shanghai 1895/1902 1. F Hol in, The 
nestorian Monument (Ed. by PCarus. Chicago 1909). PYSaeki, The Nestorian Monument in 
China. With an introduct. note by Lord W. Gascoyne-Cecil and a preface by the Rev. Prof. 
AHSayce (Lu 1916i, mit Berücksichtigung auch der einschlägigen chinesischen und japanischen 
Foischongsarbeit. Einige weitere neuere Literatur verzeichnet EXestle, AUgein. Missionszeit- 
schrift 32, 205/8. 



[g 34ab Isö'bök(h)t. Das Monument von Singaufu. Timotheos I. 217 

wertvolle Erkenntnisse über den nicht geringen Umfang einer syrisch- chinesischen 
kirchUchen Übersetzungsliteratur vermittelt. Syrisch sind demgegenüber nur eine 
kürzere Dedikationsinschrift und ein Verzeichnis von 70 Mitgliedern des nestoria- 
nischeu Klerus in China einschließlich eines Bs Jöhannän.*) 

b) K Timotbeos I.,-) ord. 1. 5. 780. f 9. 1. 823 im 95. Lebensjahre, war 
nach Beendigung seiner bei Abraham dem Lahmen gemachten Studien Mönch 
in einem Georgskloster und später B von Bt''t(h) ßaggäs gewesen. Zur höchsten 
kirchlichen Würde auf einer Wahlsynode im Herbste 779 durch simonistische 
Umtriebe gelangt, vermochte er nur allmähhch allgemeine Anerkennung zu ge- 
winnen. In hoher Gunst bei den Khalifen al-Mahdi und Harun ar-Rasid stehend, 
förderte er ei'folgreich die Missionstätigkeit in Indien. Turkestan, China, Jemen 
und am Kaspischen Meere, baute die nestorianische Hierarchie durch Errichtung 
von 6 neuen Kirchenprovinzen aus, von denen wenigstens die beiden von Armenien 
und Syrien dauernden Bestand hatten, brachte die persische Hyparchie in engere 
Abhängigkeit vom Katholikat und ist auf zwei allfemeinen Synoden in den JJ 
790/1 und 804 für die Reinheit des nestorianischen Glaubensbekenntnisses ein- 
getreten.*) Von ihren den Inhalt der ..s}Tiodalen iöuol" des T. bildenden 98 bzw. 
32 Kanones*) zu unterscheiden sind ein Schreiben an den B Apih)rem mit 4 auf 
einer Partikularsynode angeblich schon des Js 786 erlassenen Kanones und ein 
Protokoll über die Rechtfertigung eines ..messahauischer" Haeresie bezichtigten 
Bs,^) die in einer Sammlung von rund 200 zum Teile hochinteressanten Briefen 
des K ") ihren Platz fanden. Von den im engeren Sinne literarischen Arbeiten 
desselben haben sich ein im J 804/5 abgefaßtes Werk über „kirchliche 
Rechtsentscheidungen und Erbteilungen" in 99 §§ ') und der Bericht über ein 
Religionsgespräch mit al-Mahdi*) erhalten. Außerdem hat er ein B über Stem- 
deutung,") zwei anscheinend konfessioneller Polemik gewidmete Reihen von Be- 
antwortungen verschiedener Fragen/") Memre auf die Herrenfeste des ganzen 
Kirchenjahres und einen Kommentar zu Gregorios v Nazianz verfaßt,") für den er 

') Agg des syrischen Textes Kirch er. Prodromus 77/85. BO 2, 255)7. 3u, 482 bzw. 
542/52. Hall AJSL a. a. 0. J He 11 er, Wissenschaftl. Ergebnisse 468/71. Saeki 260,70 (162/gO). 

^ ThMIV3. EbS 58 (32). Mb? 71/5 i63/6). Am 64/6 (37 f.). BEKg 2, 166/72. 179/82. 'Ai 
§ 86. BO 3i, 158/64. Wright 191 4. OBraun, OC 1, 138,52. WLabourt, De Tim. I. 
Nestorianor. patriarcba et Christian, or. condicione sub chaliphis Abbasidis (Pr 1904). DuvaP382. 

') Xach Ai Nomokanon IX 6. *) Ai § 86. Am 66 (38) bezeugt 88. Kanones der ersten 
Synode in Form von Frage und Antwort. Ibn at-Tajjib (AMai, Script. Vet. Xov. Coli. 4. 26, im 
ganzen 130 Kanones. Arabischer Az aus ihnen bei dem letzteren. 

*) Hss: Pr 3.32 (J 1895) 15" und diejenigen der Briefe, unter denen die beiden Stücke als 
Nm 50f. stehen. Agg: OBraun, OC 2, 283,311. J-BChabot, Syn. Or. 599 608. Das D.itnm 
der Partiknlarsynude gibt eine Kandnotiz der Pariser Hs. 

•/ Hss von 57 Briefen : X-Dsem 90 (Vor 14. Jh) 6". 8». Seert 65 (17/8. Jh) 28» (die Angabe 
37 des Kats ist sicher Druckfehler li. VtB 81 (K VI 3) 5° a/c e f. Mard .50. Vg. das Verzeichnis bei 
OBraun, OC 1, 149/51. Ag und Übs einzelner fauter den beiden schon genannten Stücken): Ders. 
ebenda 1, 299/313. 2, 1/82. 31/16. 

'l Vg. 'Ai in der Einleitung zu Xomokanon III. Hss: X-Dsem 90. Seert 65. 18". VtB 
82. 32». Mard 50. Ag und Übs ESachau, Syr. Rechtsbücher 2, 5.S/117. Vg. ebenda XVII/XXI 
ond die S. 207 Ak. 1 verzeichneten Arbeiten von JPartsch und VApto witzer. 

") 'Ai S 86. Hss: X-Dsem 96. 7". Seert P5. 27". VtB 81. 5"d. Mard 50. Ag einer ara- 
bischen Übs : L C h e i k h o , al Masriq 19, 359,74. 408 18. ») „Buch d. Sterne." ' Ai a. a. 0. MbS. B'E. 

'") 'Ai a. a. 0. Eine davon vielleicht identisch mit einer Disputation, die nach B'EKg 2, 181 f. 
der jakobitische P Georgios v Beeltan mit ihm hatte. Hs von Azz: anscheinend Seert 109 
(J 1609) XII". ") Nach AI a. a. 0. B'E. Der G.-Kommcntar wird mit Unrecht von Braun, 
OC 1, 147f. für unwahrscheinlich gehalten. 



218 U>^ nestorisnische Literatur bis zur Jahrtausendwende. t; 34c de] 

wie für aristotelische Philosophie, Bibelstudium und kirchenrcchtliche Fragen ein 
reges Interesse auch in seinen Briefen Ijekundet. 

c) Abu Null, gleichfalls Schüler Abrahams des Lahmen, war .Sekretär seines 
Mitschülers T., dessen Zensur er, was von demselben rühmend anerkannt wurde, 
seine literarischen Arbeiten unterbreitete. Als solche werden eine Widerlegung 
des Korans, ein Werk ,.gegen die Häretiker" d. h. wohl die Monophysiten und 
,,andere nützliche Schriften'' genannt,-) zu denen u. a. eine Biographie des .Töhannkn 
Dailomäjä oder ein dessen lieben mit besonderer Ausführlichkeit behandelnder 
umfassenderer Beitrag zur Mönchsgeschichte gehörte.'') 

d) M Ap(h)rem v Elam^) hatte die Wahl T." I., bei der er selbst als 
Gegenkandidat in Betracht gekommen war, zunächst nicht anerkannt, stand aber 
seit etwa 782 mit ihm in den besten Beziehungen, nachdem T. unter Anerkennung 
der seinem Stuhle bei der Bestellung des K zustehenden Ehrenrechte sich einer Art 
von Wiederordinatic)n durch ihn unterworfen hatte. Ein Werk in zwei Bänden, 
in dem er „eine rä^ig der Gebote" ,.über den Gegenstand des Glaubens" auf- 
stellte,^) war vielleicht eine den kanonistischen Sammlungen der Zeit entsprechende 
Sammlung synodaler Entscheidungen und autoritativer patristischer Aussagen auf 
dogmatischem Gebiete. Erhalten hat sich von ihm ein gegen den Empfang der 
Kommunion aus der Hand von Griechen und Jakobiten gerichteter Brief an 
Gabriel b B6k(h)tisö' (§ 36 a).*) Von dem letzteren verschieden war zweifellos ein 
Gabriel, der unter T. I. eine Neuiibs der jambischen Gedichte Gregorios des 
Nazianzeners geliefert hat.') 

e) Theodoros b Koni (oder: Kewäni = Saturninus) *) aus Kaskar wurde 
fälschlich einem Th. gleichgesetzt, den dessen Oheim K Johannhn lY. im 7. 893 
als B von Läsöm ordinierte,*) da er vielmehr im J 791/2 als einfacher ,.Lehrer" 
an seinem einem „Bruder" Jöhannän gewidmeten ,.Scholion-B" (K d(h)esk('(ljr)n) 
arbeitete,'") das in 11 Memre mit einer zetematischen Behandlung der ganzen Bibel 
einerseits diejenige logisch-grammatischen, spekulativ-theologischen und antihäre- 
sianischen Stoffes, insbesondere eine katechismusartige apologetische Darstellung 
der christlichen Lehre und eine wertvolle Übersicht über häretische Lehrmeinungen 
einschließlich des chaldäischen. griechischen und persischen Heidentums verbindet.*') 



') MbS 71 f. (63). 'Am 66 (38). 'Ai § 141 und Xomokanon IX 6. BO 3i, 212. 163 Ak. 2 
(auf 164). •') Durch 'Ai. ») Zitiert ThM II 23. 

♦) MbS 71/3 (63 f.). 'Am 64 f. (37). 'Ai § 87. BO 3i, 163f. OBraun, OC 1, 139/41. 
■■) 'Ai. »j Hss: N-Dsem 90 (Vor 14. Jh) 9». Seert 65 (17/8. Jh) 29°. Vtß 81 (K VI 3) 6». 

Mard 50. ') Brief des T. an Sargis: OC 1, 197f. Vg. J-BChabot, JA" 11, 542/6. der mit 

Unreclit iu der Übs G.8 die tatsächlich erhaltene erblickt. Gegen diese Annahme Dural' 310. 
ABaumstark, OC^ 2. 347. WLüdtke. 0C-' 3. 269 bzw. S 44b. 

«) Snbscriptio in Memrä IX. des „Scholion-Bs". 'Ai § 133. BO 2, 440. 3i, 188. Wright 222. 
KdP 129. DuvaP 204. 368f. AScher, EOG 11, 26f. ABaumstark, D. Bücher I— IX des 
KtiM.vä desköljün des Th. h K., OC 1, 173/8. BVandenhoff, ZDMG 70, 126;32. Die Korrektur 
des Vaternamens vermutet ESachau, rerf!)kiitx6r zum Buttmanstage (Brl 1899) 64. 

») 'Am 80 (47). Die zuerst von GHoffuiann. Opusc. Nestor. XXIIl angefochtene, aber 
noch von Wright 222 unbedenklich festgehaltene Gleichsetznng wird neuerdings von Vanden- 
hoff mit dem Hinweise darauf verteidigt, dalJ Th. den um die Mitte des 9. .Ihs lebenden IsiVdad(h; 
v Merw (§ 37 d) ausschreibe. Aber das Verhältnis der beiden Schriftsteller zueinander ist augen- 
scheinlich vielmehr auf Benützung einer gemeinsamen Hauptquelle zurückzuführen. 

'") Dieses bestimmte Datum in der angeführten Snbscriptio. Durchaus unzulässig ist 
auch der von Lewin (s. Ak. 11) XIV/XVI gemachte Versuch, die Lebenszeit Th.s um etwa zwei 
Jhe noch weiter hinaufzurücke». 

") Näher bekannte Hss: Seert 24 (alte auf Pergament). 23(J 1538/9). Dijarb 21 (.) 1698). N-Dsein 



(§ 34 ef Abu Nuh. Ap(h)rem v Elam. Theodoros b KOni. isö' b Nun. 219 

andererseits jeue sachliche Erklärung ausgewählter ßibelstelleu grundsätzlich für 
jedes B durch knappe Beiträge zur Worterklärung ergänzt, wie sie aus islamischer 
Zeit auch in zwei selbständigen anonymen Korpora vorliegen, von welchen das 
zweite sich ausdrücklich als ein bloßes Exzerpt zu kennzeichnen scheint.') Außer 
demselben sind für Th. noch Leichenreden und eine Kirchengeschichte bezeugt.") 
f) K isö' b Xüu,-'i ord. 6. 7. 823, y 1. 4. 828. war Mitschüler des T. bei 
Abraham^ dem Lahmen, zeitweiUg Leiter der Schule in Seleukeia, dann Mönch 
auf dem Izlä und nach einem Zerwürfnis mit der dortigen Kommunität bei einem 
reichen Grorgis Mäsojah Hauslehrer seines Sohnes gewesen, um zuletzt in einem 
Eliaskloster in Mosul eine bleibende Stätte zu finden. Von T. zum Diakon ge- 
weiht, hatte er schon zu dessen. Lebzeiten gegen ihn geschrieben. Dank der Unter- 
stützung gewisser bei Hofe als Arzte und Sekretäre einflußreicher Glaubensgenossen 
zu seinem Nachfolger erhoben, tilgte er sogar den Xamen des Vorgängers aus 
den Diptychen, bereute aber auf dem Sterbebette sein leidenschaftliches Vorgehen. 
Von seinen zahlreichen und verschiedenartigen "Werken haben sich Quästionen 
über den Bibeltext *) und der 133 §§ umfassende Kechtsspiegel seiner ..Kanones 
und Gesetze" ■*! vollständig, eine Sammlung von Leichenreden hat sich in jakobi- 
tischer t'berUeferung wenigstens zum guten Teile erhalten.") Seine Homilien las 
die Folgezeit anscheinend mit denjenigen zweier anderer Verfasser zu einer solchen 
für das ganze Kirchenjahr vereinigt, deren Studium den Priestern zur Pflicht ge- 
macht wurde.',! Eine Notiz über Beziehungen l.s zum Gebiete der liturgischen 
Poesie") entbehrt leider der wünschenswerten Klarheit. Von seinen Briefen*) 
liegen die Beantwortungen hturgischer Anfragen eines Periodcutes Ishäq v Bet(li) 

26 ij 1884). Urm 137 8 (J 1886,i. BrlOrqn 871 (Abs der vorigen, jetzt verschollen nnd durch eine 
nicLtuumerierte Abs einer Vorlage in Persien ans dem J 1912 ersetzt). Eine im Privatbesitze des 
Verfassers (Ums J 1897 in Alqös geschrieben i. nur des antihäresianisehen Memrä XI: im Besitze 
der Universitätsbibliothek StraCbarg (von Höoussen ihr verkauft), von Azzen logisch-grammatischen 
Inhaltes offenbar ans Memrä VI: CmbrAdd 2812(19. Jh;. Agg: AScher, CSCO Ser. IF. 65/G 
(Vg. ABanmstark, OC- 3. 149/51), von Azzen nach einer unbekannten Es, die nicht gleich 
allen besser bekannten eine umfangreiche Lücke vor allem in der Evangelienerkläning aufweist : 
KdP 13032. 210,21, von Abschnitten aus den Slemre 1,111 mit Übs n. Erläuterung: JlLewin. 
D. Schollen des Theodor b K. zur Patriarchen-Geschichte (Diss. Brl 190.5 . des größten Teiles von 
Memrä XI nach orientalischen Hss: HPognon. Inscriptions mandaites des coupes de Khonabii- 
(Fr 1899) 105/38, von Ergänzungen hierzu mit Übs nnd Erläuterung: ThXöldeke, Bar Chüne 
üb. Homer, Hesiod n. Orpheus, ZDMG .")3. 501,7. ChClermout G annean, Empedocle, les Mani- 
chi^ens et les Catarhes, JA' 15, 179/86. VMAKugener bei FCnmont, La Cosmogonie mani- 
cheenne d"apres Theodore b K. (Brüssel 1908). ABanmstark, Griech. Philosophen u. ihre 
Lehren in syr. Überlieferung, OC 5, 1,25. Es enthalten die Memre I/V die Erklärung des A. 
VlI/IX diejenige des XTs, VI ist logisch-grammatischen und spekulativ-theologischen Inhalts; in 
IX ist ein Abschnitt über kirchliche Gebräuche eingelegt und je ein antihäretischer gegen Mono- 
physiten und Arianer augehängt, in X (dem Katechismus) unter der Maske einer Art von .luden- 
tum vielleicht tatsächlich vielmehr der Islam bekämpft. 

') Hss: India Office Fol 162 V (J 1712). VIS 187. Ag: GHoffmann. Opnscula Xesto- 
riana (Kiel 1880) 85/122 bzw. 122,63. -) Durch 'AI. Dazu Zitat der letzteren ChrS 2, 193. 

') EbS 59 (32). MbS 75 f. (66 f.). Am 66;9 (38/40i. B EKg 2, 181,8. Ai § 89. BO 3i, 
165f. Wright2168. OBraun, OC 1, 146. Duval»3S7f. Ders . Prooem. XIX. ESachau, 
Syr. Rechtsbucher 2, XXI.XXIII. ••) "Ai. Hs: CmbrAdd 2017 (J 1706i 1». 

■■•) Ai. Hss: CmbrAdd 2023 (13. Jh) »"e. N-Dsem 90 (Vor 14. Jh). Seert 65 (17,8. Jh) 11". 
VtB 82 {K VI 4} 33°. Mard 50», vielleicht eines Brnchstückes: CmbrAdd 2022 (17. Jh'. Anh. 2». 
Ag: Sachan a. a. 0. 119/47. Vg. die S. 207 Ak. 1 angeführten Arbeiten von JPartscli und 
VAptowitzer. •) "Ai. Ha: BrM 716 (Add 17217. foll/19. 9/10. Jh). 

") 'Ai s a. 0. bzw. Xomokanon VI 3 (Konstitntion des K Theodosios). *) Bei'Ai. 'i 'Ai 



220 Die nestorianiBche Literatur bis zur Jahrtaiifendwende. 8 3*«' 35' 

Qati'Jijö ') und eines Diakons Makarios,'') sowie diejenigen von 9 Fragen eines 
Ungenannten npeziell über das kirdiliche Tagzeitengebet vor,') und die letzteren 
mögen Veranlassung dazu gegeben haben, dem Verfasser die ..Abteilung der 
Offizien" selbst d. h. wohl eine organisatorische Tätigkeit bezüglich jenes Tag- 
zeitengebetes zuzuschreiben.'') Auf ein ,.Theologie" betiteltes Werk ■■*) mögen 
Azz polemischen Inhaltes gegen Heiden und Häretiker zurückgehen.") Ein Gleiches 
kann nicht ohne weiteres von einem ..Abschnitt über Gestirne und Engel" gesagt 
werden,") dessen Verfasser als ..in der Wüste lebender Einsiedler'' bezeichnet wird 
und mithin vielleicht vielmehr mit einem wohl wesentlich jüngeren Asketen J.bN. 
identisch ist, der im Kloster des Rabban Hürmizd bei Alqois sein Noviziat durch- 
machte.*) Auch als grammatischen Schriftsteller lehrt endlich den K ein Traktat 
über die „aequilitterae"' kennen.") 

g) Ein l)euhä,'") dessen wirkliche Lebenszeit im Gegensatze zu einer irrigen 
Verlegung schon in die erste Hälfte des^ 8. Jhs ^^) sich aus der gut bezeugten '■^) 
Tatsache seines Schülerverhältnisses zu t. b N. ergibt, hinterließ neben Grabreden 
und Schriften kirchenreclitlichen Inhalts. je einen Kommentar zum Psalter, den 
Reden des Gregorios v Nazianz in der I^bs des Paulos und der aristotelischen 
Logik.'") Von diesen Werken liegt noch der auf Theodoros v Mopsue.stia be- 
ruhende Ps-Kommentar, vielleicht aber nur in späterer Bearbeitung durch einen 
Mönch Grig(h)ör v Gamre vor, den eine tberlieferungsvariante statt D.s als 
Verfasser bezeichnet.") 

§ 35. Eine besondere innerkirchliche Bedeutung verleiht der Epoche 
Tiuiotheos' I. weiterliin die endgültige lehramtliche Überwindung einer starken 
Strömung aslcetischer Literatur, in welcher noch immer der durch H^nänä auf 
nestorianischen Boden verpflanzte Geist des Origenismus fortgefahren hatte, den 
altuestorianischen Bekenntnisstand zu gefährden. S a h d ö n ä , dessen offener Abfall 
zur chalkedonensischen Lehre an Gabriel Thuret(h)ä einen anscheinend 
schriftstellerisch nicht unbedeutenden Verteidiger der antiephesinischen ( 'hi'istologie 
auf den Plan gerufen hatte, Jäusep(h) Hazzkjä, die beiden nicht zuletzt durch 
eine mannigfache tlbs ihres Nachlasses zu literarischer Fern^-irkung in monophy- 
sitischen bzw. orthodoxen Kreisen gelangten Klassiker asketischen Schrifttums 
in syrischer Sprache, Ishäq v Ninive und Johann im v Dälj ;it(lila- ein 

') Hss: N-Dsem 90 (Vor 14. Jli) 10». Seert 6ö (17/8. Jh) SO". VtB 81 (K VI 3) 7». Mard 50. 
•'} Hss: N-Dsem 93 (J 1682/3) 9». VtS 187 (J 1669) IV». 150 (J 1708/9) IX». VtB 81 (K VI S) H4». 
MardöO. Ag der Einleitung: Gismondi- ö8f. ») Hs : VtS 88 (J 1557) ö». *) Wie es Ai tut. 
■") 'At. ") Hs: Seert 109 (J 1609) XII». ') Hss: N-Dsem 24 (J 1697/8) 6». VtB 88 (K VI 12. 

J 1868) 5". Mos 108, 6». Die Herkunft aus dem ,.B der Theologie" vermutet PCersoy, ZA 9, 375. 

») Nach Johannän b Kahlim (§ 38f.): ROC 3. 17881. ») Hss: N-Dsem 138 (J 1478/9) 6«. 
Seert 108 (17. Jh) 5». Mos 109 (J 1678/9) 1». 

'») Jöhannan b Zobi: KatWright-Cook 667. 'Ai § 108 (mit der hslichen Variaute: Hib(h)5). 
BO 3r, 24. 175. W^right 218f. KdP 307,9. DnvaP388. >') Nämlich unter K Pet(h^jün: 
JSAssemani, BO 3i, 175. '-) Durch Jöhannän b Zö'bi. ") 'Ai. 

'*) Hss: Seert 29 (J 1252). Mos 20 (J 1875). Brl 79(Sach215. J1882). N-Dsem 20 (.1 1884). 
21 (.11893). Pr 351. Eine im Privatbesitze BVandenhoffs. Vg. H Delaporte, Nouv. Arch. des 
Miss. Scicnt. 17, 47. Agg des Textanfangs: KatSachau 295, der Erklärung von Ps 67 i68): KdP 
309/15, umfänglicherer Azz: BVandenhoff, Esegesis psalni. praec. messianicorum '^Rheine 
1899) 19/63 (30/58). EBaethgen, ZAtW 5, 53/101. 7, l/r;0. Davon zu unterscheiden ist wohl 
ein anonymer Ps-Kommentar in den Hss Urm 56(9/11. Jh?). N-Dsem 28 (J 1708/9). 



[g Höa isö' b Xün. Denha. Sahdona. 221 

J 6 h a n n ä n v A p a in e i a und der B N e s t o r i o s v B e t (h ) N ii h a d (h ) r a waren 
seit den Tagen IsiVjahb(hls II. im Laufe von mehr als anderthalb Jhen die teil- 
weise ganz hervorragenden Vertreter dieser Strömung. Auch die Beschäftigung 
eines Nestorianei-s Dkd (h) i s 6 ' v B c t (h) Q a t r ii j e mit dem monophysitischen 
Asketiker Isaias v Skete scheint sich dem Gesamtbilde dieser literarischen Er- 
scheinungen einzufügen. 

a) Sahdöua (Martyrios, mit einer anderen Wiedergabe dieses griechischen 
Namens auch Bar Sahde genannt) 'j stammte aus Halmöu. in Bet(h) Niihad(h)ra. 
studierte in Nisibis und wurde durch Ja'iiöb(h) v Bet(h) 'Ab(h)e in dessen junge 
klösterliche Familie aufgenommen. Die Nachrichten iilx'r seine weiteren Lebens- 
schicksale und seine Stellungnahme im Sinne der chalkedonensischen t'hristologie 
sind widersprechend und mit clu-onologischen Schwierigkeiten belastet.-) Seit 628 
bald formell von der nestorianischen Kirche getrennt, bald wieder in dieselbe auf- 
genommen, hat er zeitweilig die Würde eines chalkedonensischen Bs von Edessa 
bekleidet. Als nestorianischer B von Mähüze d(h)Arew:m in Bet(hj Garmai ist er 
unter K Maremmeh. d. h. zwischen 647 und 650, durch einen Synodalbeschluß 
abgesetzt worden, der endgültig den Bann gegen ihn aussprach.^! Einer noch- 
maligen Rehabilitierung des früher mit ihm Befreundeten hat sich als damaliger 
M von Arbela isö'jahb(h) III. entscheidend widersetzt. Als reuiger Büßer soll 
er in einer Höhle bei Edessa seine Tage beschlossen haben. Aus seinem ver- 
schiedenartigen schriftstellerischen Nachlaß werden zunächst Leichenreden hervor- 
gehoben,*) von denen im einzelnen diejenigen auf Ja'q6b(h) v Bet(h) 'Ab(h)e und 
dessen Nachfolger Jöhanniin angeführt werden.'') Von einem asketischen Haupt- 
werke über das Mönchsleben,") das er noch in Bet(h) Ab(h)e, näherhin im Alter 
von 28 JJ verfaßte,') liegen mindestens neben einem früheren Bruchstück der Schluß 
von Kap. 17 und die Kapp. 18,22 eines ersten und der 14 Kapp, umfassende 
zweite Teil vor.*» Seine schon hier") zur Schau getragene dogmatische Sonder- 
stellung hat S. späterhin noch mehrfach verfochten,'") während, im Originaltext er- 
balten, fünf umfangreiche Briefe") und der Anfang einer Folge sentenzenhafter 

') Die Briefe II 28. 30. III 5 iso'jahib)hs III. LC § 128. TUM I 34. II 4. 6. ChrS 2, 
315f. BB s. V. Mär(.i) Tnris. B'EKg 113. ß03i,453f. E A WB udge, The Book of Governor.s 1, 
LXXXVIILXXXIX. J-BChabot, JA" 8, 86 f. HGousseu, Martyrios-Sahdonas Leben ii. Werke. 
Ein Beitrag zur (iesch. d. Katholizismns unter d. Ncstorianem (Lpz 18971. DuvaP 230f. 

-'; Unglaiibwürdisf ist gegenüber der dogmatischen Stellungnahme schon des asketischen 
Hauptwerkes insbesondere die Überlieferung, daß S. schon als B an der Gesandtschaftsreise 
lsö'jahb(h)s II. im .T 628 teilgenommen nud auf derselben, in Apameia allzu leidenschaftlicli um 
die Bekehrung chalkedonensischer Mijnclie zum Nostorianismus bemüht, vitlmehr von ihnen zu 
ihrer eigenen Lehre bekehrt worden sei. 

'/ JA', wozu die Briefe l.s zu stimmen scheinen. Dagegen hätte nach ThM II 6 erst dieser 
als K den ehemaligen Freund [endgültig exkonjmuniziert. *) ThM I 34. Dazu ebenda eine 

„Geschichte unseres Meisters" d. h. wohl gleichfallsjl.s und ein umfassendes Werk über die Heroen 
des ostsyrischen Mönchtums, das I 4 für die Biographie Abrahams v Kaskar zitiert wird. 

■•, Ebenda 131. "i LC. ThM 1 .34. 'j Nach II 14. '•i Hs: der UniversitätsbibUothek 
in StraDbnrg. Agg: PBedjan. S. Martyrii, qni et Sahdona, quae supersnnt. omnia (Pr 1902) 
1/485, von 116: Goussen a.a.O. III/XIV (21,9., von 112: PBed.jan. Lib. Superiornm seu bist. 
monast. auctore Thoma Ep. Margensi usw. 673/76. Fraglich bleibt, ob diesem oder dem asketen- 
geschichtlichen Werke ein Stück über die „Leiden und Bedrängnisse" der .alten Väter" ent- 
stammt Hs: Kat. KWHiersemann 487 Nr. 255a (8/9. Jh) 1°. »j II 2. 

'") ThM II 6. Nach einem nicht erhaltenen Briefe Ls erwähnt LC speziell ein wieder zwei 
Teile umfassendes Werk gegen die nestorianische Christologie. ") Hs: in Straßburg. Agg: 

PBedjan. S. Martyrii usw. 486/600, des zweiten: Gonssen XIV XIX (30/3). 



222 D>6 nestoriauische Literatur bis zur Jahrtansendwenrte. § 35bc] 

..Ratschlag«' „über die Geisteserkenntnis'") das Bild seiner asketischen Schrift- 
stellerei ergänzen. Daneben stehen in arabischer Übs ein Brief und ein Az aus 
einem größeren Kontext.-) 

b) Oabriel mit Beinamen Taurgt(h)a („die Kuh")*) aus Sirzor (oder iSiärzör), 
auf der Schule von Nisibis gebildet und Mfinch ursprünglich auf dem tzlä, siedelte 
später nach B('t(h) 'Ab(h)e über und war hier Abt nach einem mit dem K 
Henänisö I. gleichzeitigen Bar.saumä. Sahdöna ist er, um mit ihm zu disputieren, nach 
Edessa nachgereist, während jener dort des bischöflichen Amtes waltete. Entsprechend 
hat er sich gegen die Mönche des jakobitischen Klosters Qartemin in anscheinend 
zwei Streitschriften gewandt, die gleich seiner Biographie eines gleichfalls nach 
Bet(h) 'Äb(h)e übergesiedelten ehemaligen Abtes des Izlä-Klosters Mär(jl Narsai 
verloren sein dürften.*) Erhalten haben sich dagegen sein späterhin zu Bet(h) 
'Äb(h)e am Gründonnerstag liturgisch verwendeter Memrä auf die Fußwaschung^) 
und seine Prosadarstellung der Legende der Märtyrer des Tür Beräin: der 
Fürstentochter Sfdtän Mahd(')k(h)t und ihrer Brüder Ad(h)örparw!i und Mihranarse, 
die im neunten Ilegierungsjahre Säb(h)ors U. (318) den Tod erlitten haben sollten.'') 

c) Jinisep(li), genannt Hazzäjä („der Seher"),') verdankte diesen Bei- 
namen \'ielleicht seiner eigentümlichen Lehre von einem ekstatischen Schauen 
Gottes mit leiblichen Augen, neben der die Behauptung der Präexistenz der Seele 
und diejenige, daß mündliches Gebet und Handarbeit auf der höchsten Stufe der Voll- 
kommenheit überflüssig seien, als die ihm zum Vorwurfe gemachten Häresien erscheinen. 
Perser von Abstammung und Sohn eines Magiers, war er als siebenjähriger Knabe 
bei der Eroberung seiner Vaterstadt Nemr6d(h) durch die Araber Omars in 
Kriegsgefangenschaft geraten und zuerst einem Muslim und nach dessen Tode 
einem Christen Kyriakos als Sklave verkauft und von dem letzteren nach Empfang 
der Taufe freigelassen worden. Unter einem gleichfalls K. genannten späteren B 
von Bäläd(h) begann er als Mönch im Kloster eines Abba Selib(h)ä seine asketische 
Laufbahn, war dann lange Zeit Einsiedler und weiterhin Abt des Klosters eines 
Mär(j) Bassimä im Lande Qardü, bzw. nach neuerlichem Einsiedlerleben desjenigen 
eines Rabban B5k(li)tis6', in welchem er in hohem Greisenalter starb. Der Um- 
fang seines literarischen Nachlasses wird auf nicht weniger als 1900 Textabschnitte 
angegeben.**) Ein „Paradies der Orientalen" betiteltes asketengeschichtliches Werk 
in zwei Teilen ") gab sich schon durch seinen Titel als ergänzendes Gegenstück 
zu demjenigen 'Enäniso's zu erkennen. Eine andere Arbeit scheint Überlieferungen 
gleichfalls speziell mönchsgeschichtlichen Charakters mit allgemeiner Kirchen- 
geschichte verbunden zu haben. ^'*) Von einer Reihe von Kommentaren vorwiegend 
zu älterer asketischer Literatur hat sich zunächst ein solcher über Sentenzen nicht 
nur des Euagrios in 28 Memre zu je 100 Sentenzen erhalten.' ') Darf in einem 

') Hs: ebenso. Agg: Bedjau a. a. 0. 601f. Gonssen XX |34). -) Hs: Pr 239 

(Anc fonds 145. J 1492/.3) 63». 64». ■•) ThM II 18. Budge, The Book of Governors 1, Cllf. 

BO 3i, 456/8. .J-BChabot, .JA» 8, 91f. KatSachan 289. Wright 180f. Duval^ 120. 214. 

*) Doch vg. den inderHs: VtS 457 fol 352/60 vorliegenden „über niar-Gabriclis contra 
haereticos, qui in Christo protitentur unam natnram, auctore Sabarjesu" (sie!). 

*) Hs: Dijarb 70 (J 1328) 26». 

«) Hss: BrM 960 (Add 12174. J 1197)59». Brl 75(Sach222. J1881)15». Ag: AMS 2,139. 
Übs im Äz: GHoffmann, Auszüge ans syr. Akt. pers. Märtyrer 9/16. 

") LC § 126. Abu-1-Farag ibn at-Taijib: BO 3i, lOOf. Ak. 1. 'Ai § 68 und Nomokanou IX 6. 
B0 3i, lOO/B. Wright 127/9. DuvaP227. J-BChabot , .lA'» 8, 265/7. A S eher, KStO 3. 45/63. 
') Durch Ai. ") 'Ai. „B der Geschichten des Paradieses der Orientalen, zwei TeUe." 

'») 'Ai (unmittelbar hinter dem vorigen): „ein B dem tyy.kr-nmtniy.r', beigemischt (ist)". Oder 
sollte dies eine noch zu der Notiz über das „Paradies der Orientalen" gehöriger weiterer Zusati 
sein? ") 'Ai: „Erklärung der Kapp, der Erkenntnis." Hst Seert 78 (16. Jb) 1». 



[8 35 cd Gabriel Tauretlh)a. Jänsepi'h) Hazzäja. Ishäq t Kinive. •>2'6 

anderen zu dem ..B des Kaufmanns" ') eine Erkläining der Abhandlungen des 
Isaias v Skete erkannt werden, der in der AVeit das Kaufmannsgewerbe ausgeübt 
hatte, so läge es nahe in J. den Verfasser auch eines von demjenigen des Däd(hiis6' 
verschiedenen Kommentares zu jenen zu erblicken, von dem Bruchstücke mehr- 
fach in jakobitischer Überlieferung begegnen.'-) Als weitere Gegenstände hierher 
gehöriger Arbeiten werden eine Ezechielvision, ein ..Gesicht des Mönches Gregorios" 
und die Ps-Areiopagitika namhaft gemacht.^) Wenn J. vielfach seine Lehren in 
einer Weise, die unwillkürlich an die Gepflogenheiten des Sokratischen Kreises 
erinnert, seinem Bruder 'Ab(h)disö' in den Mund gelegt haben soll/) so traf das 
mindestens bei einem wiederum in einer Mehrzahl von Exemplaren erhaltenen 
Werke in Frage- und Antwortform zu, aus dessen Inhalt eine Behandlung 
des Problems von Schicksalsschlägen und göttlichen Strafgerichten hervorgehoben 
wird."*] Von weiteren Texten, tlie neben 24 Gebeten und einem ..Gespräch unseres 
HeiTn mit dem Jünger Kleophas" *) hsUcli vorliegen, könnten angebliche „Be- 
trachtungen" über das Leben Jesu ') mit einem Zyklus von Festtraktaten.*) eine 
..Abhandlung über die göttliche Xatur, die Trinität, Schöpfung, Inkarnation 
usw." ') könnte schon weniger leicht mit einer ..über die ^eiogia und die Art 
(zu ihr zu gelangen?)" '") identifiziert werden, die man eher der Lehre von der 
Gottesschau gewidmet denken möchte und neben der schheßlich auch für J. noch 
Briefe asketischen Inhalts bezeugt werden.'') 

d) IsMq V Ninive,'-) so genannt, weil er durch K Giwargis I. in Bet(h) 
'Ab(h)g zum Inhaber jenes bischöflichen Sitzes ordiniert wurde, stammte aus 
Bet(h) Qaträje, legte nach nur fünfmonatlicher Führung des bischöflichen 
Amtes dasselbe nieder und zog sich als Einsiedler in das Eandgebirge der Susiana 
zurück. Hier lebte er später im Kloster eines Rabban Säb(h)ör, zuletzt infolge 
der Überanstrengung seiner Augen durch Lektüre und Studium erblindet. Drei 
von ihm vertretene Thesen stießen auf Widerstand, der sich zu einer literarischen 
Bekämpfung durch Daniel b Tiib(h):init(h)ä (§ 34 b) verdichtete. Sein Uterarischer 
Nachlaß wird auf 7 Bände beziffert, in denen er ,,über das geistliche Leben und 
über die göttUchen Geheimnisse und Gerichte und die Versuchung" gehandelt 
hätte. '^) Hiervon begegnen in der hslichen Überlieferung vor allem die rund 70 
asketischen Abhandlungen, Briefe und Dialoge des ersten Bandes einer Xormal- 
rezension.") Seltener scheinen neben einzelnen Gebeten'*) und Dichtungen'") unter 

') Ai. -I Hss: BrM 837 (Add 17262. 12. Jh). BrI 198iSach352. 13. Jh^SOrO/Wr«. 199 

(Sach in. Vor .J1378,9)13''. U». 205(Sach335. 18. Jhlö». ') Durch "Ai. *) Nach LC. 

*) 'Ai: „B des Schatzes, enthaltend die Lösung verborgener und über Zufälle und Züch- 
tigungen (handelnder) Fragen.-* Hes: Seert 79 (.11532). Dijarb ICO (16. Jh), von Azzen: Dijarb 
112(18. .Ih) 3». Mos 103.3". Die Identität wird dadurch gewährleistet, daß das hslieh vorliegende 
„B der Fragen und Antworten, die zum Urheber haben den Märij) 'Ab(h)disö', den Einsiedler (aller) 
Einsiedler und Seher und Gnostiker" in seinen fünf Memre u. a. auch über die Ursachen der gött- 
lichen Strafgerichte handelt. Kurze Bs : A S c h e r , KatSeert 59. JA "> 10, 403. •) Hs: Seert 78. 
2'>cb. ') Hs:Seert78. 2''a. *) Bei "Ai erwähnt. ») Ha: Seert 78. 2» d. '") 'Ai an erster Stelle unter 
den „natzlicheta" d. h. nicht wegen Häresie verurteilten Schriften. ") 'Ai an letzter Stelle. 

") LC §125. Xotiz einer Hs der jakobitischen Patriarchatsbibliothek in Mardin fJ 1471 '2j: 
StS 1, 33 (32 f.). Abu-1-Barakät fAg Riedel) 647 (676 1. Gefälschte jakobitische Biographie an 
der Spitze der arab. Übs: BO 1. 444f. Xi g 70. BO 1, 444/63. 3i, 104. GBickell, Ansgew. 
.Schriften d. syr. Kirchenväter Aphraates usw. 275/SO. J-BChahot, De S. Isaaci Xinivitae vita, 
scriptis et doctrina (Pr 1892). Wright UOf. Dnval»225f. '») 'Ai. 

") Hss (mit starken Schwankungen in Bestand und Anordnung der einzelnen Stücket: BrM 
694 (Add 146.33. 10. Jh). 695(Add 146.32. 13. Jh). Mard 46 (J 1235). Seert 76 (13. Jh). 77 (Abs der 
vorigen). VtS 124 (14. Jhi I". 125. I». BrlOroct 1258 (J 1890). Oroct 1159, emer Auswahl: BrM 
696f Add 14728. fol 208,':-18. 12 3. Jh; 2», einzelner Stücke : Kat. KWHiersemann 487 Nr 255a (8/9. Jh) 5". 



224 l^^ic nestorianiscbe Literatur bis zur Jahrtausend wende. § 36d] 

fleui Namen I.s mit jenem ersten Bande inlialtlich nicht sich deckende Teile ab- 
weichender Rezensionen seines Nachlasses') oder andere Teile der Normalrezension. '^; 
so vor allem wenigstens teilweise der von 1). angefiriffene. das "Wirken der fjöttlichen 
Vorsehung behandelnde fünfte Band") sich erhalten zu haben, wobei der Verfass<'r 
des letzteren vielleicht gelegentlich als ..I. Mönch im Kloster des Rabban 
Is (")'•' bezeichnet wird/) was mit den sonstigen Nachrichten über den Lebens- 
lauf I.s T Ninive allerdings nicht übereinstimmt. Wenn nicht in einem _I. 
von den Kellien •','") ist möglicherweise der resignierte nestorianiscbe B des 
7. Jhs ferner in einem „I. von Skate"' "j zu erkennen, da eine ungeschichtliche 
jakobitische Tradition den von ihr zum Jakobiten gestempelten B von Ninive. 
dessen Lebenszeit sie ins frühe 6. .Tb verlegt, tatsächlich in der Skete-Wüste 
seine Tage beschließen läßt. Nicht minder als verehrungswürdig gilt auf griechisch- 
orthodoxem Boden der hier zum Korresjiondenten eines Iiitioivr^g o ^avuuTovpyös 



BrM 832 (Add 14729. fol 1/115. J 1172/3) 3'\ 836(AddU732. 12. Jh)3<'. 837(Addl7262. 12. Jb)20<'. 8H9 
(Add 14729. fol 124/92. 12/3. Jh) 7». 840 (Add 14728. £0176/137)1». Brl 190(Sacb3.52. l.H..Th) Foll.'12r''. 
2CO(Sach202/3. lö.Jh)!". 7". 117". Agg: PBedjan. Mar Isaacns de perfectione religiosa i Pr 1909) 
1/581. der Xrn 43. 45. 28 bzw. 44. 34 dieser Saimnluirg: Chabot a. a. 0. im Anhang. PZingerle, 
MonS 1, 97/101. Übs der Nm 1,6. .34. 44 (bei Bedjan): GBickell a. a. 0. 291 399. 

") Hss: Kat. KWHiersemann 487 Xr 255a (8;'9. .Jh) 8». 10». BrM 207(Addl4723. £ol66/113. 
IS.JWfollllr". CmbrAdd 2012 (14. .Tb) 20°. 21°. Pr 178(Ancfonds71. J1489/90)5°ij. 180iSnppl6.3. 
J1535/6)4»a. lß(ADcfondsll.l6. Jh)12'VI4». Brll43(PetermI25.14'5.Jh)FoI98v». 200. U1»F 1.4.5. 

'*) Hss je einer solchen im zwiilfsUbigen Metrum über die göttliche Natnr: Secrt 109 (.T 
1609)11». N-Dsem 106 (Abs d. vorigen) 5°. Mos 100. .5°, über die tagcndhaften Mönche: Dijarb 
95 (J 1697/8) 1°. einer solchen im siebensilbigen Seligpreisnngen enthaltend: BrM 793'Addl4577. 
9.Jh)27°, „über die verschiedenen Bestandteile des Meuscbengebildes" : 850 lOr 1017. J 1364) 3». 
über die Hymneii des Xachtgottesdienstes der Mönche : Ox 136 (Hunt 595. 15. Jli) 9°, eines gewöhn- 
lich nnter dem Kamen Ap(h)rems gehenden Stückes (vg. S. 51 Ak. 2) : Brl 200. II 1° H 10. Übs 
des fünften Stückes: GBickell a. a. 0. 4008. Damach deutsche Nachdichtung: EKrebs. 
Heiland 3, If. 193 f. .3.03 f. bzw. Grundfragen d. kiichl. Mystik rFrbgB 1921) 75 8. Verwechselung 
mit I. .V Antiocheia" vermutet für das dritte und vierte Bickell a. a. 0. 288. Tatsächlich nm solche 
handelt es sich bei zwei KdP 15.5 67. 2517 gedruckten Stücken (^ Ag Bedjan Nr 1 und 211. 

') Hss eines langen Briefes . einer Vierzahl von Memrc zu je 100 gg nnd zahlreicher 
kürzerer Abhandlungen: von Bedjan ans Urmia bezogene, desselben Typs zn Anfang unvoll- 
ständig: Pr 298 (Vor .1 1468,9, wahrscheinlich 9. Jh). Urm 231 (19. Jh), einer Folge von 7 MGmrP 
zu je 100 §§ nnd eines Briefes: nicht näher bezeichnete in Mosul. Ag von Proben dieser Sonder- 
nberlieferung : PBedjan, S. Isaacus usw. 582,/600. 601/28. -) Hss zweier ^TeUe" zu Anfang 
und Schluß unvollständig: VtS 367 (8. Jh?), eines der Nonnalrezension des ersten Bandes fremden 
Einzelstückes: Kat. KWHiersemann 487 Nr 255b (J 882) 8°. 

'■) flss eines anscheinend hierhergehörigen Textes in zwei Teilen zu 8 bzw. 18 Kapp: 
Mos 97 (12. Jh) IIP, von ausdrücklichen Azz: Seert 109 (1609) 1°. N-Dsem 116. 1». Mos 100. 1°. 
vielleicht hierhergebörigen Stoffes : Dijarb 25(14. Jh). Ungenügend beschrieben ist die zu Anfang 
und Ende nnvollätändig „die Werke" I.s enthaltende Hs Sin 24 (10. Jh). Azz „ans dem B" I.s 
V Ninive endlich: BrM 7190 Kich (13. Jh) 71°. 3.38 (Add 14504. 9.Jh) foll64v° (von jüngerer Hand). 

*) Hss eines gegenständlich hierher gehörigen Textes unter dieser Verfasserangabe : N-Dsera 
36 (J 1884) nnd eine dem Verfasser von SGiamil zum Kaufe angeboten gewesene (J 1898). Der- 
selbe Text anonym auch in Dijarb 25. ^) Hss vereinzelter Texte mit dieser Bezeichnung des 
Verfassers: Pr 195(Suiipl74.J 1469,70)7°. Brl 200. II 13». Dieselben wollen wohl als Erbe eines 
in der asketischen Apophthegmenliteratur begegnenden I. „Presbyters der Kellien'^ ans dem 4. Jh 
betrachtet sein, ohne dann aber eine Gewähr für ihre Echtheit zn bieten. 

«) Hs zweier Gebete mit dieser Autorangabe: BrM 832 (Add 14729. fol 1.115. J 1172/3)2°. Dazu 
je ein Dialog zwischen Lehrer nnd Schüler unter dem Namen eines I. schlechthin in den Hss: 
BrM 793 (Add 14.577. 9. Jh, 6». 856(Addl4529. 7/8.Jh)7° (von jüngerer Handl 



[§ 35de Ishiiq t Ninive. Jöliaiinän v Däljät(h)a. 225 

d. h. vormeintlicli tles in der zweiton Hälfte des 6. Jlis lebenden jüngeren Styliten 
Symeon gemachte Nestoriauer, dessen asketischer Schriftennachlaß durch L'bss ins 
Arabische,*) Griechische'-) und .-äthiopische zum Gemeingut des oi-ientalischen 
Mönchtums geworden ist. 

e) JöhaiiuiiH v Dkl j ä t(h)ä •') war gebürtig aus Ardiimüt(h), einem Dürfe 
in Bet(h) Nühad(hira und empfing das Mönchskleid im Kloster eines M;ir(j) 
J6zäd(h):ui im Qardü-Gebirge. In geradlinigem Schulzusammenhange steht er 
durch dessen Schüler Stephanos. an welchen er sich alsdann anschloß, mit Jäusep(h) 
Hazziija. Als Einsiedler hat er lauge Zeit in der un^vegsamen Gebirgswildnis 
einer Bet(h) D.Mjiit(li)ä genannten ( )rtlichkeit gelebt, wo Selemön v Hed(h)attä vor 
seiner Erhebung zur bischöfUchen Würde vorübergehend die Strenge seines As- 
ketendaseins zu teilen versuchte, und erst im Greisenalter bei dem benachbarten 
Dorfe xVi-göl loder li;ig(li)fdi ein Kloster gegründet, bzw. ein schon früher von 
einem Ja'(iöb(h) gegründetes erneuert, wobei die von ihm der jungen Kommunität 
gegebenen Satzungen bezeichnenderweise mit denjenigen jakobitischeu Mönchtums 
übereingestimmt haben sollen. Auf jakobitischer Seite hat auch, was neben einer 
Schrift über die Trinitätslehre 'l und einzelnen Gebeten*) seinen literarischen Nach- 
laß bildete, dauernd das höchste Ansehen genossen. Es ist dies eine Doppel- 
sammlung viin 25 Abhandlungen und 51 Briefen über Fragen mönchischer Askese, 
mit deren Entstehung die Namen seiner beiden leiblichen Brüder Sargis und 
Theodoros verknüpft sind.") Eine arabische und eine aus dieser geflossene äthio- 
pische l'bs geben neben der originalen Textüberlieferung von der merkwürdigen 
Fernwirkung Zeugnis, die auch diesem Nestorianer jenseits der Grenzen seiner 
eigenen Konfession beschieden war.') Er selbst ist hier unter dem Namen J.s 



■) Von dem Diakun 'Abdallah ihn al-Fadl ('? Vg. § 10g), iu vier BB zu 28, zweimal je 44 
und 18 Kapp . wnvou das ganze erste nnd etwa ein Viertel des Stoffes der drei übrigen im syri- 
schen „ersten Bande" keine Deckung finden. Kar.'^-Hss: VtS 198. Bs: BO 1. 446 60 bzw. Kat 
3. 428/41. Vg. GGraf, D. christl.-arab. Literatur bis zur fränk. Zeit (FrbgB 190.5) 69. 

*) Aus dem Arabischen vüu Patrikios und Abramios. Ag: Nikepboros Theotokios, 
'Joü ooiov naroAü fj/iöiv 'laaäy. ^EniaxoTiOv Kirevl rä tbtietHvTa daxijTixd (Lpz 1770) '■'besorgt von 
Joak. Spetsieri (Athen 1895), einer einzelnen, Abhandlung [Trsnl /.oyia/uüi): PG 86, 885/8. Dazu 

sonst nicht nachgewiesene Kttj ähua Stäcfoott iyj.t/.tyiiiya rov uyiav Vtodi'i'oi' rov Xoi-oomöiinv 

(in dieser Allgemeinheit mindestens uurichtiglj liiat/ooa y.tü rrdiv wiffhun^ in denen u. a. die 
nillache benützt ist. und bslich ein Bruchstück über die Tanfe ix ir,; ntyäh;; f.T/oro/.;;-- l.s. Ag der 
erst«ren: MBessou. CtC 1, 16 60. 288/98. Aus der griecliisoheii t'bs geflossen ist ein nur etwa 
die Hälfte derselben wiedergebender lateinischer Text „De contemptu mundi", erstmals gedruckt 
Ven 1.506 und gewöhnlich irrigerweise I. „v Antiocheia" beigelegt. (Letzte) Ag: PG 86, 811/86. 

'i LC g 127. Notiz der Hs der jakobit. Patriarchatsbibliothek in Mardin: StS 1, 34 (33 f.). 
Dawid d. Phönizier (§ 53g): ebenda 40/3 (39/42). Ai S 69 und Xomokanou 1X6. Abn-l-Fnrag; 
ibn at-Tajjib: BO 3i, lOOf. Abfi-1-Barakf.t (Ag Riedel) 648 (677i. BO 1, 433 44. 3i, 102f. 
Wright i09f. Duval" 229f. IgnEKahmani. StS 1. (i.5. .J-BChabot, ,IA"' 8, 267f. 

*) Bezeugt durch die anonyme Notiz der Hs in Mardin. ') Hss: CmbrAdd 2012 (14. Jh) 23". 
Brl 200(Sacb 202 3. 15. Jh) II 1»^. 8". 

«) Hss: Seert 81 (.1 1472/3) P. CmbrAdd 1999 (.1 1573). Eine solche in Sarfah (.7 1576), mehr 
oder weniger unvollständige: BrM 832 (Add 14729. fol 1/115. J 1172/3). Cr 4074 (1.5. Jh). N-Dsem 
114 (J 1881), nur der Memrü: VtS 124 (14. Jh) II». 125 (anscheinend Vorlage der vorigen) IIP. 
Br 198 (Sach 252. 13. Jh) Fol 114/47 r», der Mnmrrl 14: Brl 200.111.')", von 13 Memre: VtS 377, des 
MemrälO: Brl 205 (Sach 3.35. 18. Jh)3''. einer umfangreichen Auswahl: BrM 697 (Add 14725. fol239/86). 
837 (Add 14729. fol 199/234) beide des 12/3. Jbs, einer weit geringfügigeren : 837 (Add 17262. 12. Jh) 16». 
Beste Bss: BO 1, 4.35/44. KatWright-Cook 445/69. Ag der Nr 6 und eines Anhangs von Nr 15 
der Memre (nach BO): PZingerle, MonS 1. 102/4. 

'} Die IIhs der erstereu verzeichnet OC- 2, 318. In grieclii.scher und aus dieser geflossener 
[iaumstark. Ocschiclite der syrischen l.itcr.itur. 15 



226 Dii^ nestorianische Literatur t)is zur Jnhrtau.teiidweiide. g oöfgh] 

„des Alten" (SJib(li}ä) oder ,,des geistliclien Alten" (Säb(hiä inhiinäja; e.s-seh cr- 
rfdi^ni) zu einer Art legendarischer Persönlichkeit geworden, über deren Zeit und 
Tiebensumstände man jedes beglauljigteu Wissens entbehrte, während er auf dem 
nestorianischen Boden das Schicksal .1. Hazzäjäs teilte, nocli im Tode seine 
Schriften der kirchlichen Zensurierung durch Tiniotheos I. verfallen zu sehen. 

f) Ein Jöhaunäa v Apameia in Mesopotamien ') scheint von dem aus der 
syiischcn Stadt gleichen Namens stammenden Panthcisten des 6. Jhs (J; 26 a) an 
einem offenbar nestorianischen Schriftsteller unterschieden werden zu müssen, 
dessen Schriften von T. I. zusammen mit denjenigen des .T;tusep(h) Hazziija und 
J. V D:iljät(h)ä verurteilt wurden und unter dessen Namen vereinzelt eine Tesbohtä 
erscheint.-) Wenn bis auf diese sein literarischer Nachlaß völlig verschollen ist, 
so dürfte dies dahin zu deuten sein, daß der Verfasser jener Verurteilung, wenn 
er sie nicht geradezu erlebte, jedenfalls zeitlich zu nahe stand, als daß er sich 
bereits gleich den beiden älteren Asketikern eines auch durch sie nicht mehr zu 
entwurzelnden Ansehens erfreut hätte. 

g) B Nestorios v Bet(h) Nühad(h)rä,^j ord. 790,1 nachdem er sich von 
dem Verdachte des Messalianismus gereinigt hatte, hat immerhin seine Zugehörig- 
keit zu einer in ihren letzten Konsequenzen schwärmerischem Sektentuni nicht 
mehr ferne stehenden Richtung durch eine Biographie des Jäusep(h) Hazziijä be- 
kunde f) 

h) Diid(h)is6' V Bet(h) Qaträje,") der als Mönch der Reihe nach in einem 
Kloster Rab(h)kennäre, einem Apostelkloster und demjenigen des Rabban Säb(h)6r 
lebte, hat vor allem einen Kommentar zu den Schriften des Isaias v Skete ") und 
einen solchen zum „Väterparadies" des 'Enänisö' ') hinterlassen. Das letztere in 
Form eines Dialoges zwischen ..Brüdern" und ihrem ..Lehrer" gehaltene Werk 
fand nicht geringe Beachtung auch auf jakobitischem Boden, wo eine gekürzte 
Bearbeitung desselben unter den Namen des Philoxenos gestellt wurde , um unter 
dieser falschen Flagge über die Zwischenstufe einer arabischen Ubs *) bis in die 
äthiopische Literatur überzugehen.") Aus selbständigen asketischen Prosaschriften 
D.s^") dürften ,.Ermahnungen" stammen, die unter seinem Namen hinter der von 
Einsiedlern in ihren Zellen zu verrichtenden Form des nestorianischen Tagzeiten- 
gebetes begegnen,*') woferne nicht an diesen Text, sondern an eine iiu Ritus der 
Einweihung solcher Eremitenzellen zur Verwendung kommende liturgische Dichtung 
bei einem „Memrä der Zellenweihe" zu denken ist, der schHeßlich neben Stücken 
elegischer Poesie noch für ihn bezeugt wird.*') Wenn sein Name vereinzelt einmal 



lateinischer Übs sind Stücke J.s versehentlich nnter das Erbe Ishäqs v Xinive geraten, so die 
Kapp. 28f. 53 „De conteiuptu mundi": PG 86, 857/9. 885f. 

')LC§124. 'Ai Nomoliauon IX 6. Abü-1-Farrag- ibn at-Tajjib: BO 3i, lOOf. J-BChabot, 
JA'" 8, 262/5. ^) Hs: Seert 48. 2». ») Brief des T. I: OBrann, OC 2, 309/11. LC § 126. 
Brann a. a. 0. 1, 144. ') Bezeugt im LC. 

*) Einleitung zu Memrä 13 und andere Steilen seines Isaias-Kommentars. Ai § 67. 
BO 3i, 98f. DnvaP232. AScher. EOG 11, 25. Ders., JA»» 7, 103/18. 

") 'Ai. Hss von 15 MemrC zu ebenso vielen Nm der Schriftensanimlung des Isaias: Seert 
74(14. Jh). N-Dsem 129 (Abs der vorigen). Bs: AScher. JA'" 7, 114/18. 

') 'AI. Hss: BrM 930 (Add 17264. 13. Jh1, wo in der Subscriptio sein und der Xame seines 
Klosters offenbar wegen seines nestorianischen Bekenntnisses ausgehissen sind bzw. in der Vor- 
lage getilgt waren, des vierten Teiles: 931 (Add 17263. 13. ,Ih), von Bruchstücken: Or 2311 (11. Jh). 
830(Add 14589. 11/2. Jh) 3", unvollständige eines Kompendiums daraus: 932(Add 17175. 10. Jh). 

*) Hs: Brl 244(Sach45. VorlS. Jh)^. ») Hier führt sie den Namen des Ft-leksejüs-Bs. 
Vg. Wright 76 Ak. 7 (von S. 75). ABaiimstark, Die christl. Literaturen d. Orients 2, 55. 

'») Einschließlich von Briefen bezeugt durch 'Ai. >') Hs: JerPatr 21 (J 15931 und gewiß 
auch noch andere gleicher Art. '^) Durch 'Ai. 



f§35h36a Jöhannän v Apameia. XestoriosvB«(h)Xühad(h)ra. Däd(h)i§ö'. Gabriel b Bök(h)tisö'. 227 

auch in exegetischer Literatur angeführt erscheint,*) so könnte es sich um Ver- 
wechslung mit einem gleichnamigen Exegeten handeln, dem Kommentare zu Kge, 
Dan und Sir beigelegt werden, ■') oder es könnte umgekehrt geradezu die Unter- 
scheidung der beiden Schriftsteller auf einem Irrtum beruhen. 

§ 36. Wie nach rückwärts durch die endgültige Übenvindung der auf Henänä 
zurückweisenden häretischen Strömungen, so zeigt die Zeit Timotheos" I. nach 
vorwärts darin einen epochalen Charakter, daß seit ihr das christliche SjTertum 
zunächst und in stärkstem Maße nestorianischen Bekenntnisses seine im Gesamt- 
rahmen menschhcher Geistesgeschichte wohl wichtigste Aufgabe zu erfüllen be- 
ginnt : der neuen mohammedanischen Kulturwelt das profanwssenschaftliche Geistes- 
erbe der griechischen Antike zu vermitteln, das von jener aus. vielfach durch 
jüdische Vermittlung, wieder das christliche Abendland befruchten sollte. Auch 
für das syrische Schrifttum blieb die Bewegung nicht bedeutungslos. Die bei 
jener Mittlerrolle maßgeblichen Kreise christUcher Arzte, zu denen unter den 
Zeitgenossen des Timotheos Gabriel, ein Sprosse der berühmten persischen 
ArztefamiUe B6k(h)tis6', hinüberführt, bedienten sich zwar in ihrer fachwissen- 
schaftlichen Originalschriftstellerei fast durchweg des Ai-abischen, und vollends die 
Erschließung gelehrter griechischer Literatur an die islamische Zivilisation mußten 
sie durch deren Übertragung ins Arabische vollziehen. Doch hat vor allem ihr 
weitaus hervorragendster Vertreter Hunain ibn Ishkq daneben nicht niu' bei selb- 
ständigem hterarischen Schaffen auch das Syrische gebraucht, sondern ganz be- 
sonders noch den Bestand griechisch-sjTischer Übsliteratur in bedeutsamer Weise 
vermehrt, und vor allem das Letztere ist auch durch andere nestorianische Ge- 
lehrte gleicher Richtung geschehen. Besondere Anregung hat sodann durch die 
Bedürfnisse einer Zeit, für welche das Syrische mehr und mehr zur toten Sprache 
würfle, iUe Lexikographie erfahren, die einerseits gleichfalls in den Arzte- 
kreisen besondere Pflege genoß, während andererseits Henkniso'bSaroswai 
le.xikographisches mit theologischem und historischem Interesse verband. 

a) Gabriel, Sohn des Bök(h)tisö' b Giwargis, f 828,'') wurde dui'ch Timotheos I. 
exkommuniziert, soll dann jedoch nach einem Unfälle vom Himmel wunderbarer 
Heilung gewürdigt worden sein. Seit 805 Hofarzt Härün ar-RaSids. ist er auch 
bei diesem mehrfach vorübergehend in Ungnade gefallen. In seinen medizinischen 
Werken hat er sich des Arabischen bedient, durch ein syrisches Lexikon aber, 
das eine der ältesten Arbeiten seiner Art dargestellt haben müßte,*) vielleicht 
sich einen Platz auch in der Geschichte des syrischen Schrifttums gesichert. 

b) Abu Zaid Hunain ibn Ishuq ibn Sulaimän ibn Ajjiib al-'Ibadi,'*) geb. 



') Zn Mt in der Gannat(hj Büssäme. Vg. J-BChabot, Oriental. Studien Nöldeke gew. 496. 
") 'Ai § 1-14. BO 3i. 214. 

') MbS 74 (65. BEWg 1.30f. 170. Hist. dyn. lAg Pococke) 23.0 (264). Q 132/46. Us 1, 
127/38. Ai §176. BO 3i, 2.58 Ak. 2. F Wüstenfeld, Geäcb. d. arab. Ärzte u. Natnrforscber 
(Göttingen 1840) 15f. DuvaP 271f. 385. 

*) Anscbeinend bezeugt durch Ai nach BO. Dagegen DuvaP 272. 

») Am 73 (42). BEKg 2, 197/200. Wg 170(173). Hist. dyn. (Ag Pococke) 263/6 (171/5). 
Fihr 294 f. Us 181,/200. Q 171 7. Ibn Hallikän (Ag Wüstenfeld) 2. 109 f. (Übs de Slane 1, 478f ), 

15* 



22H i'if nestoiiauisehe Literatur bis zur Jalirtundendwende. § 36 bj 

809,10,') Y 1. 12. 876,'-') Atzt und Diakon, war als 8olm eines Apothekers in 
Hirtä geboren und in Bagdad Scliiiler des gefeierten christlichen Mediziners Abu 
Zakarjä Jahj:i oder .fi'ihannä ihn Masöjali gewesen. Diesem durch die Unerbitt- 
lichkeit seines Wissensdranges lästig geworden, erwarl) er sich während eines zwei- 
jährigen Aufenthaltes auf byzantinischem Gebiete eine vollständige Vertrautheit 
mit dem Griechischen. Nach Bagdad zurückgekehrt, wandte er sich nunmehr 
nach Persien und nach Bäsrä. wo er in der Sciude eines Halil ibn Ahmad seine 
aral)ischen Sprachkenntnisse verfeinerte. Erst jetzt eröffnete er seilest in Bagdad 
eine medizinische Lehrtätigkeit und wurde durch den Khalifen al-Mutawakkil unter 
Aussetzung eines hohen Gehaltes zu seinem Leibarzte berufen. Unter dessen 
Sohn al-Mu'tamid "j ist er der Litrige eines Neiders Ibn at-Taifi'iri zum Opfer 
gefallen, der die Gegnerschaft H.s gegen die Bilderverehrung dazu mißbrauchte, 
ihn zu einer gröblichen Verunehrung eines ('hristusbildes zu verleiten und 
ihn dann wegen dieser beim Khalifen anzuklagen , der seinerseits die Sache 
an den K ■*) verwies. Von dem letzteren aus der Kirchengemeinscbaft ausge- 
schlossen, ist er bald darauf über Nacht an gebrochenem Herzen eines natürlichen 
Todes gestorben oder hat durch Gift seinem Leben ein Ende gemacht. Aus 
einem christlichen Araberstamme hervorgegangen, gehörte H., der „Johannicius" 
arabisch-, bzw. hebräisch-lateinischer Übsliteratur des abendländischen Mittelalters, 
wie schon sein Name lehrt, von vornherein der arabischen Sprach- und Kultur- 
welt an und hat dementsprechend in arabischer Sprache den weitaus größeren 
Teil seiner selbständigen literarischen Tätigkeit wie seiner Wirksamkeit als l'ber- 
setzer entfaltet,^) über deren staunenswerten Umfang er selbst in einer zwei BB 
umfassenden arabischen Schrift Rechenschaft ablegte. Nach beiden Richtungen 
gehört er aber auch der syrischen Literaturgeschichte an. In der letzteren hat 
er sich hier zunächst durch Verbesserung der älteren Galenosübss des Sargis v 
Ris'ainä betätigt,*) und iim entsprechende Arbeiten mag es sich teilweise auch 
bei seinen sonstigen Ubss ins Syrische gehandelt haben. Als Gegenstände solcher 
werden im einzelnen zunächst von Medizinischem der „Schwur" des Hippokrates 
mit dem Kommentare des Galenos ") und ein 70 Traktate umfassendes Werk des 
Oribasios,*) der Kommentar des letzteren zu Hippokrates rrtgl eTttöiifiuTiy B 2 
(oder 3),*) an Philosophischem die Aritotelesschriften Tttgl igfir^vfia^,^") tteq) 



al-Masudi, Mnrug atl-daliaL 9, 173f. Aln'i-l-Fidä (Äg Eeiske-Adler) 244. Ai § 88. MCasiri, 
Bibliotheca Arabico-Hispana Escnrialeusis (Madrid 1760) 1, 286/9. FWUstenf eld a. a. Ü. 26/9. 
.TGWenrioh, De auctor. graec. vers. et commeutar. syr., armen., per.siciaqne comuieutatio (Lpz 
1842)95f. Wrigbt211/3. Du val-' 272f. 386. Ders., Prooem. XVIIIf. GBergsträlier. Hiinain 
ibu Isbäq u. seine Schule. Sjirach- u. literargeschichtl. Untersuchungen zu d. arab. Hippokrates 
u. Galen-Übersetzungen (Leiden 1913). ') 194 H: nach Us 1. 190. 

-) 1188 Gr. (.,= 266 H") nach Us a. a. 0., 1184 Gr. („= 264 H") nach Am, was schon 
872 ergäbe. Die H-Gleicbung bei let7terein stimmt vielmehr nach EbS 2, 42 mit der Angabe 
des ersteren und nur diese nuter Zugrundelegung von H-JJ. mit seiner weiteren Xotiz, daß Q. 
ein Alter von 70 J.J erreicht habe. ■'] Die anelidotische Überlieferung bei B E Hist. dyu. (Ag 

Pococke) 265f. (173). Us 190 (nach Ibn (lulgul). Q 172 nennt vielmehr noch al-Mutawakkil 
(t 9/10. 12. 861), eine Angabe, bei deren Richtigkeit mehr als ein Jahrzehnt zwischen den Er- 
eignissen und dem Tode H.s verstrichen wäre. 

*) Sargis, der vom 21. 7. 8ßO bis 25. 9. 872 regierte, wie Am angibt. ") Über die erstere 
im einzelnen Fihr 294 f. Q 173 f. und erschöpfender Us 1, 198/200. ") Us 1, 204. 

') Fihr 288Z.9. Q 94Z.10. Yg. MS teinschn eider, Archiv f. patbol. Anatomie u. Phy- 
siologie u. kliu. Medizin 124, 119. ''i Selbstzeuguis in der Hs Arab. Escnr. 801: MCasiri. 
Bibliotheca Arabico-Hispana Escurial. 1, 251 f. JGWenrich, De auctor. graecov. vers. 2ö0. 
LLeclerc, Hist. de la medicine Arabe. 1 iPr 1876) 149. MSt einschneider a. a. 0. 127. 

») Fihr 292 Z. 16. Q 74 Z. 7 f. Vg. W e n r i e h 295. S t e i n s c h n e i d e r 477. '"i Fihr 249 Z. 1 



[§ 36 b Pnnaln ibii Ishiq. 229 

■/iiiaicug /.at ff&ogäg 'i unJ mgi i/'i^fi,-,-) B 2 der Physik mit dem Kommentai' des 
Alexandros v Aplirodisias ^ ) und B 11 der Metaphysik*) ruindestcns noch bekannt, 
wälirend sich an dem Werke des Xikolaos v Damaskos .reo) l-jQiOTOit'/.oig (fi).o- 
oorfiag ein im Original verlorenes in seiner Ubs wenigstens in umfangreichen Azz 
syrisch erhalten hat.") Nur teilweise hat H. auch die iVrcÄrr/z« und 'J:TodtiY.Tiy.ä 
des Aristoteles,*» drei von den 5. BB des Galenos regl Iutqiv.Cüv ovoiiäiiov'') und 
nur Bruchstücke der BB 2. 3. 4 und 9. deren er nach langem Suchen in Meso- 
potamien, Snien und Palästina endlich habhaft zu werden vermocht hatte, hat er 
von einem wiederum im Original iieute vollständig verlorenen AVerke des großen 
Arztes über das syllogistische Beweisverfahren ins Syi'ische übertragen,*) syrisch 
und arabisch den &«r);;'oo/a«-Kommentar eines Theon*) und die Schrift des 
Galenos TtiQi ägtarr^g y.araay.evr^s loC acjuarog huuv i") übersetzt. An syrischen 
Originalen werden aus seiner Feder eine wohl im Senteuzenstil des Euagrios ge- 
haltene asketische,") eine auf den Griechen Galenos und Ruphos fußende medi- 
zinische Schrift über Greisendiät,'-) eine Grammatik und ein ,.km-zgefaßtes'' Lexikon 
bezeugt.'*) Man wird den letzteren Ausdruck wohl eher airf eine lexikogi-aphische 
Arbeit zu beziehen haben, die durch den Titel einer ..Ei-klärung der giiechischen 
Nomina durch syrische" sich als eine wesenhaft der Fremdwörterkunde gewicbuete 
einführte und'*) einem erhaltenen einschlägigen Werke der Folgezeit einen 
Hauptstock seines Matei-ials geliefert hat,'''') als auf eine Schrift über die in 
ihrem Konsonantenbestande zusammenfallenden, aber mit verschiedener Vokali- 
sation zu sprechenden Worte, von der Azz sich mit solchen aus dem gleichartigen 
älteren Werke des 'Enäniäö' verbunden erhalten haben.'*) Nur vermutungsweise 
wird endlich der Name H.s mit einer großen Kompilation medizinischen und 
a.strologischen Inhaltes zusammengebracht, die sich aus mindestens drei wohl ur- 
sprünglich selbständigen Bestandteilen aufzubauen scheint:") einem aus griechischen 

(AHüller, D. griech. Phüosophen iu d. aiab. Überlieferung- (Halle 1873) 14). Q 35Z. 17 Vg. 
Wen rieh 275. MSteiii Schneider, Beihefte zum Centralblatt f. Bibliothekswesen 12, 40. 

') Fibr 251 Z.3 (Müller a. a. 0. 191 Q 40Z. 16f. Vg. Steinschneider a. a. 0. 57. 
- Fihr251Z.ll(MüIlerl9f.\ Wenrich 129. St einschneider 60. ») Fihr 250Z.ll(MUller 
17). Q35Z.17. Vg. Wenrich 126. Steinschneider 40. *) Fihr 251 Z. 29. Q42Z.3f 

Vg. Wenrich 129. Steinschneider 67. 

') Fihr 264Z.26f. ohne, B'E Hist. dyn. (Ag Pocockei 140 (88) mit Xeunung H.s als Urhebers 
der syrischen Cbs. Vg. Fiur 254 Z. 2f. (Müller 25). Q336Z.8/10. FSusemihl, Gesch. d. Griech. 
Litteratnr in d. Alexandrinerzeit (Lpz 1892) 31821. Steinschneider 101 f. Hss von Azz der 
BB 1/12, die sich auf yioizi; riynoaot.- bis rreni tc'ioi- beziehen: CmbrGg. 2. 14 (15,6. Jhi 11". 
Bs: KatWright-Cook 1017 21. 

•) Fihr249Z. 7. llf. (Müller 14f.). Q36Z.5.12. Vg. Wenrich 126. Steinschneider 
41. 4.3. ') Notiz der Leydener Es Ar. 13C0. Vg. Us 1, 100. Steinschneider, Archiv 124, 
458. -) Us 1, 100. Steinschneider a. a.O. 294. ») Fihr 248 Z. 21 (Müller 1.3). Q35Z.6. 
Vg. Müller 50. Steinschneider, Beihefte 12. 36. 

'">) Fihr 290 Z. 17. QI30Z.14. Vg. Wenrich 2,55. Steinschneider, Archiv 124. 287. 
") Durch Ai. ") Darans ein arabischer Az von Ibn al-Hammär (s. unter e). Us 1. .323. 

Steinschneider a. a. 0. 468. 

") Durch '.^1. Zitate ans der ersteren in derjenigen des K Elija I. (Ag Baethgen) 34. 
BEb(h)räjä „Scheune der Gcheünnisse" : GHoffmann, ZDMG 32, 741. 

'♦) Vg. Loew, ZDMG 40, 764. Ders., Aramäische Pflanzennamc-n (Lpz leSl) 17. Ak. 2. 
") Es entstammen dieser Qnelle nach dessen eigener Angabe die ohne Qnellenvermerk gebliebenen 
Artikel im Lejtikon des BB. '") Hss und Agg: die oben S. 202 Ak. 1 genannten. Eine nur 

teilweise mit diesem Mischtexte sich deckende Sjnonymensammlnng unter dem Namen II.s in 
der Hs: Brl 97 (Sach 130. J 1681)1 V. 

'^) Hss: N-Dsem 15:-i J188.3\ BrlOrfol 310 Eine solche im Privatbesitze von EAWBudge, 



230 Die nestorianiscbe Literatur bis zur Jabrtauseudwende. § ä6bi'i 

Quellen geflossenen original syrischen Lelirbuche der Anatomie, Pathologie und 
Therupeutik, von dem nurmohr die Kapp. 3/21 mit Lücken erhalten sind,') einer 
breiten Schicht astrologischer Gelehrsamkeit,^) einer ,.B der Landes- (d. h. der 
einheimischen) IMedikamente"' betitelten Rezepteusaramlung mit einem teilweise 
wieder in das Gebiet des Aberglaubens führenden Anhang übei- Tiere und Wurzeln 
und deren medizinische Verwertung,'') an welchen sich endlich eine alphabetisch 
geordnete Erklärung der ,.in diesem B" vorkommenden Heilmittelnamen durcli 
ihre arabischen Äquivalente anschließt.'') 

c) Von audereii Übersetzern, die in der Hauptsache vielmehr ins Arabische 
übertrugen, luvt Hunains Sohn IshJiq ihn Hunain ("(".im 12. 910 oder Oll)**) 
die von seinem Vater unvollendet gelassenen syrischen Übss der '.■/ra'liitx.ci und 
'yl7codeiY.riy.tt des Aristoteles vervollständigt ") und ihnen eine solche der J'oTciy.ü 
hinzugefügt.') Ein Ajjüb mit dem Beinamen ..der Gefleckte"**) oder ein von 
ihm verschiedener Edessener gleichen Namens") hat die Komnientare des Galenos 
zu Hippokrates megl ETtidrjuCjv B 1 und 6,'") der arabische Übersetzer der Theo- 
logie des Aristoteles" *Abd al-Masih ihn Nä'ima") gleich dem schon 
weit ins 10. .Tb hinab führenden Abu Basr Mattä ihn Jimas (y 9401)'^) 
die -offiatixo) tleyyot,^^) der letztere auch den Kommentar des Themistios zur 
(piaiY.i^ ayqöuoig^^) syrisch wiedergegeben, ohne daß natürlich durch diese zu- 
fällig erhaltenen Nachrichten die einschlägigen Verdienste dieser Männer oder 
noch weiterer Zeitgenossen erschöpft sein dürften. Nicht wenige beiläufig aus- 
drücklich zur Erft'ähnung kommende syrische Ubsarbeiten teilweise recht über- 
raschenden Gegenstandes, für die bestimmte Urheber nicht namhaft gemacht 
werden, mögen gleichfalls erst dieser mit der Hochblüte arabischer parallel gehenden 
Nachblüte syrischer profanwissenschaftlicher ITjstätigkcit ihre Entstehung verdanken. 
Hierher gehören syrische Texte mindestens einer einzelnen Schrift des Atomisten 
Demoki'itos,'^) der Poetik,'*) vielleicht der MtiHüQoloYr/.ä}') der gesamten zoologi- 



ansßheinend sämtlich Abss einer iu Alqus befindlichen des 12. Jhs, und wohl auch Urm 81 (19. Jhi, 
nur des dritten Bestandteiles: Pr 325 (19. Jh) I". Ag: EAWBudge, Syrian Änatomy. Patho- 
logy and Therapeutics or „The Book of medicines". The syr. text. ed. from a rare mannscript 
with an engl, transl. (Ox 1913). Vg. Low, ZDMG 70, 525/31. U. wird als Verfasser von 
AScher, JA'" 8, 78 vermutet und von dem Verzeichnis der Neuerwerbungen der Berliner 
Staatsbibliothek unterstellt. ') Ag: Budge 1, 1,445 (2, 1/519>. 

^) Ag Budge 1, 446 553(2, ö20,'655). Damit zu vergleichen sind eine Schrift über „Vorzeichen aus 
Sonne, Mond und Sternen nach der Anschauung der Chaldäer" und andere anonyme astrologische 
Stücke in den Hss Urm 76 (J 1793/4). 85 (19. Jb) bzw. CmbrOo. 1. 29 (17/8. Jh) IV». XVI», Azz 
aus einem astrologischen ,,B des Siegers und des Besiegten" unter dem Xamen des Aristoteles in 
Pr 76 (Anc fonds 164. J 1662/3) und ein Vorzeichenbnch unter demjenigen des Propheten Daniel iu 
BrMOr 2084 (19. Jh). ^) Ag Budge 1, 554/89 (2, 656/702) bzw. 1, 589/601 (2. 702/14). ') Ag Budge 
1, 601 11 (2, 715/26). ''] Us t 200f. Q R). Wüstenfeld, Gesch. d. Arab. .\rzte 29. 

") Vg. die S. 228 Ak 8 angeführten Belegstellen. ') Fihr 249 Z. 15 (M ü 1 1 e r 15). Q 36 Z. 12. 
Vg. Wenrich 132. Steinschneider, Beihefte 12, 44. *) Us 1, 170. 204. ») Us 1, 204. 

'») Nach dem S. 228 Ak. 8 berührten Zeugnis ßnnains. ") Vg. Us 1, 204. Vg. Wüsten- 
feld 18 und oben g 26 a. '2) Fihr 263. Q 235. Ihn HaUikSn (Ag Wüstenfeld) 8/9, 72 f. (Übs 
de tilane 4, 310). Abü-1-Fidä 2, 417. B'E Eist. dyn. (Ag"Pococke) .304 (200). Wüsteufeld 53. 

") Fihr 249 Z. 26 (Müller 16). Q 37 Z. 14. Vg. Wenrich 133. Steinschueider 47. 

■') Fihr 250 Z. 22 f. (Müller 18). Q39Z.7f. Steinschneider 54. 

"*)Q182Z.6f. nach Ibn Üulgul. Vg. B'E Hist. dyn. (Ag Pocoeke) 85 (53'. Wenrich 94. 
Steinschneider 11. "■') Fihr 250 Z. 4 (Müller 17). Q38Z.4. Vg. Wenrich 133. Stein- 
schneider 49. ") Fihr 265 Z. 9, wo der Name des Verfassers des von Ibn al-Uammär aus 
dem Syrischen ins Arabische übersetzten Werkes allerdings nicht genannt ist. Vg. Stein- 
schneider 59. 



[§ H6cd Hunaiu ibn Ishaq. Audere Übersetzer. Lexikographie. 231 

sehen Schriften des Aristoteles/) speziell der 4 BB Tteg] Conov uoqwjv mit dem 
Kommentare des Joannes Philoponos,-) an weiteren Aristoteleskommentaren der- 
jenigen des Alexandros v Aphrodisias zu den ^fe^elüQo}.oyl■/.d,^) des Themistios zu 
einer Ethik.*) des Olympiodoros und des Simplikios zu !T£qi (/;i7>ie,'^) des Joannes 
Philoponos zu ttsoI yevsatoj^ y.al (f&0QS$'^) und nicht näher bezeichneter des 
Jamblichos. ") ferner von Mexa(fvaiy.ü, MezeioQoloyi.y.ä.^) ngoßh^uara^) und viel- 
leicht der XaQa/.T^^Qts des Theophrastos '") und einer pseudoaristotelischen Schrift 
iTfp? dßfri^g.") Wie schon hier in weitem Umfange so entstanden syrische Übss 
heute verlorener gi-iechischer Originale möglicherweise erst im 9. Jh an solchen 
mindestens des 4. Bs der 0i/.6ao(fog taioqut. des 1. Bs eines Werkes ^tg) axoix^aov 
Tind einer Streitschrift anscheinend .itg) voiluarog /.ai rorjov in 7 BB des Por- 
phyrios*-) und von Kommentaren des Proklos zu den Xgvaä etti] des Pythagoras, 
dem Gorgias, Phaidon und wohl dem 10. B der ITo'/.iTda Platous.*'*! Noch er- 
heblich vermehren würde sich auf indirektem Wege die Liste syrischer übss hel- 
lenischen Geisteserbes, deren Existenz für das 10. Jh gesichert ist. wenn .mit Be- 
stimmtheit angenommen werden dürfte, daß die sämtlichen arabischen Übss des 
Jakobiten Abu Zakarjä Jahjä ibn 'Adi (f 13. 8. 974) auf syrischen Vorlagen be- 
ruhten.'*) Erhalten haben sich von hierher gehörigen Stücken eineübs der 'Arpogia^ioi 
des Hippokrates'*) und von einer solchen der iToixiia des Eukleides die Kapp. 1/23 
und 37 40 des 1. Bs.^®) An syrischen Originalen profan\\-issenschaftlichen Inhalts, 
die aus den nestorianischen Gelehrtenkreisen des 9. Jhs hervorgegangen waren, 
werden zwei zusammenfassende medizinische Werke eines Johannän b Scra- 
pion bekannt, von welchen das eine 12, das andere 7 BB umfaßte.^') 

d) Die Lexikographie war im literarischen Nachlasse der nestorianischen 
Ärzte des 9. Jhs neben der Arbeit des auch hier gi-undlegendem Hunain mindestens 

'; 19 BB. d. h. vielleicht noch mit Einordnung; von ticoI ^qicor :topeiu; zwischen Kap. 9 und 
10 des 4. Bs der „Tiergeschichte", wo das fälschlieh verselbständigte Stück nach Prantl, De 
Aristot. libror. ad histor. animal. pertinent. ordine (München 18t9j 35 seine ursprüngliche Stelle 
hatte. Fihr 251 Z. 21 (Müller 20). 264 2.25. (^41Z.17f. Vg. Steiuschneiler 64. Hs eines Azs: 
Urni 78 (J 1628). *^ Fihr 264 Z. 26. Vg. Steinschneider a. a. 0. 

h Fihr 251 Z.9f. (Müller 19). Vg. Steinschneider 12. 59. ■*) Fihr 252 Z. 3f. (Müller 
21). Vg. Wenrich 287. Steinschneider 70. =) Fihr 251 Z. 13,5 (Müller 20). Q41Z.lf. 
Vg. Steinschneider 61. ") Fihr 251 Z. 7 (Mülle r 19j. Q 40Z. 21/41. 2. Vg. Steinschneider 58. 

■) Q 60 Z. 5/7. Vg. Wenrich 293. Steinschneider 106. *) B*E Eist. dyn. (Ag 

Pococke) 94 (61). Vg. Wenrich 175. Steinschneider 92. ") Fihr 265 Z. 10. B'E Eist. 

dvn. a. a. 0. Vg. Wenrich und Steinschneider a. a. 0. 

"*) Xach denselben Zeugen. Ebensogut ließe sich allerdings an verlorene 'll&ixd denken. 
' ') Hs einer aus dem Syrischen geflossenen arabischen Übs : Brl 8S (Peterm 9. J 12.59/60) 25°. 

'-) Füir 253Z. 17f. (Müller 25). Q 257Z.6/8. Vg. Wenrich 281, der bei dem zweiten 
Titel an das anderweitig wenigstens bezeugte Werk .Ttpi äoywf denken möchte, Steinschneider 
a. a. 0. ") Fihr 252 Z. 17. 20,'2 (Müller 23). Q 89Z.12 (nur mit Bezug auf den Gorgias- 

Kommentar). Vg. Steinschneider 92 f. '*) Das in Betracht kommende zusammengestellt 

bei Steinschneider, ZDMG 50, 373, der jene Voraussetzung vertritt. 

'■■'J Hs: im Privatbesitze Pognons (J 1205). Ag: HPognon, Une version syriaque des apho- 
rismes d'Hippocrate. Texte et tradnction. 1' Partie (Lpz 1903). '*) Hs: CmbrGg. 2. 14 (15,6. Jh) III». 
Ag einer Textprobe: KatWright-Cook 1022, wo 1021 als Urheber der Übs Hunain vermutet wird. 

'•) U.S 1, 109. Vg. Wüstenfeld 49. LLeclerc, Hist. de la medecine arabe 1, 113,7. 
MSteinschneider, D. hebräischen Übss des Mittelalters (Brl 1893j 736 f. Beide Werke wurden 
mehrfach ins .\rabische übertragen. Eine lateinische Übs des kürzeren ans dem Arabischen 
lieferte Gerardus v Cremona. Ag nnter dem Titel „Practica sive Breviarium". Einen sehr um- 
fangreichen vielleicht original-syrischen Text medizinischen Inhalts bietet als Unterschrift eines 
Palimpsests eine syrisch-melkitische Paraklitiki-Hs vielleicht noch des 11. Jhs (§ 55b). 



232 ^>£ ncstorianisclie Literatur bis zur Jahrtausendwendc. $ 36de 37) 

durch diejenigen zweier weiterer gleichmäßig aus Merw stammender Verfasser ver- 
treten, die nel)('n jener in den erhaltenen beiden großen Wörterbüchern des 10. .Ths 
nachwirken. Von ihnen ist der hier ') mit seinem Taufnaraen Zgk(h)arja Genannte, 
wohl identisch mit einem A b ii .1 a h j ä .-') Arzt in Bagdad und Lehrer .des Abu Ba'^r 
Mattä ibn Janas, der in der Welt gleichzeitiger christlich-syrischer Arzte dadurch 
eine beachtenswerte Stellung einnimmt, daß er seine Schriften über Logik und 
andere Gegenstände, von denen ein Kommentar zu den './ftoder/.ti/.ä des Aristoteles 
ausdrücklich genannt wird,') syrisch abfaßte. Der andere, Namens IsöV) muß 
jedenfalls von einem aus Merw gebürtigen Arzte unterschieden werden, der um 
560 7 schop am Sassanidenhofe sich hohen Ansehens erfreute.') dürfte dagegen 
in einem 'Isä ibn Jahja wiederzuerkennen sein,") der Schüler Hunains war 
und gemeinsam mit ihm oder selbständig neben ihm das Werlc des Oribasios über- 
setzte.') Gleichen Alters mag sodann noch ein Jon an aus Gorgän gewesen sein, 
der in der lexikographischen Liter.itur speziell für Botanisches angeführt wird.*) 
e) B Heuänisö' b Saroswai v Hirtä,") bei dem gegen einen Ansatz in die 
zweite Hälfte des 9. Jhs mindestens nichts spricht, verfaßte neben seinem als 
,.Z|Oj;ff£ts,' (^ Glossen) und Erklärungen" bezeichneten Lexikon,'"; welches das- 
jenige des Hunain ergänzte, seinerseits ein Quästionenwerk über den Bibeltext 
und die göttliche Heilsökonomie.") Andererseits werden von ihm ein Enkomium 
auf den hl. Ap(h)rem'-) und für Ereignisse aus den JJ 770/1 bis 774,^5 ein chro- 
nistisches Geschichtswerk zitiert.*'') 

§ 37. Die Blütezeit einer profanwissenschaftlichen literarischen Betätigung 
der syrischen Nestoiianer vorwiegend im Dienste der neuen arabisch-moham- 
medanischen Kultur hat auch das bisher so rege Leben ihres kirchlichen Schrift- 
tums keineswegs stillgelegt gesehen. Immerhin ist bezeichnenderweise für keinen 
einzigen K des 9. Jhs eine über amtliche Erlasse hinausgehende schriftstellerische 
Tätigkeit bezeugt, und was aus demselben an Arbeiten einiger anderer Kirchen- 
fürsten sich erhalten hat oder gieifbar wird, trägt unverkennbar den Charakter 
abschließender Zusammenfassiuigen des auf bestimmten Einzelgebieten von der 
bisherigen Entwicklimg Geleisteten, wie sie beim Erlahmen fiischer literarischer 
Lebenskraft aufzutreten pflegen. Vertreter dieser mehr oder minder epigonen- 
haften Richtung sind für die Mönchsgeschichte Thomas vMargä, für jene 



•) BB 3 (Prooem XI) und häufig im Teste seines Werkes, für welches er eine Haupt- 
antoritätist. Vg. Duval»297. Ders., Prooem VIII. XX. -) Fihr 249 Z. 14 (M ü 11 e r 15> 263. U? 
1, 234f. Q43.i. Vg. Wüstenfeld 53. Steinschneider, BeUiefte 12, 43. =i Fihr 249 Z. 14. 

*) Dessen Werk eine der beiden Hauptqnellen für dasjenige B 'Alis (§ 38 i) geworden ist. 
GHoffmann, Syr.-arab. Glossen 2 (Übs : Duval, Prooem IX). BO oi. 258. 436. WGesenius, 
De B Alio et B Baliliüo (Lpz 1834) 8. Wright 215, wo vielmehr er mit Abu Jalijä gleichgesetzt 
wird, während Dural ihn mit Z. selbst identisch sein läßt, wie schon "Ai § 176 irrtümlich nur von 
einem „Merwer'' schlechthin als Lexikographen redet. *) Nach "Am 43 (25). ") Us 1. 204 f. 

') Vg. die S. 228 Ak. 8 angeführten Belege. ^) BB 702, 9. 16. 704, 14. 22. 705. 2. 755, 3. 
Duval, Prooem XX. 

") BB 3 (Prooem IX). *Ai g 178. BO 3i, 261, wo er ums J 900 angesetzt wird, weil Elija 
V Anbar (§ 38 a) in seinem großen Gedicht ihn zitiere, worüber jedoch aus den Bss desselben in 
den Katt. Sachau und Wright-Cook nichts zu entnehmen ist. Wright 238. DuvaP 298. 

'») Einer weiteren Hauptqnelle BBs. ") Hs: VtS 150 i_J 1708,9) VHP. Daraus nach 

J-BChabot, Studien Xöldeke gewidm. 494 die Zitate eines i}. za den Evangelien in der Gannath) 
Bnssäme {§ 50a). ") CbrS 1, 185f. ") Durch EbS zu den JJ 154 und 158 H. 



f§37ab Henäniäö' b Saröswai. Nestorian. KirchenhSnpter li. 9. Jhs. Thomas v Margä. 233 

und die allgemeiue Kiichengeschichte I s ö ' d e n a h v B a s r a , für die Exegese 
1 s 6 ' d ä d (h) V M e r w . für das kirchliche und bürgerliche Recht Gabriel v 
Bäsrä und der schon das 10, Jh eröffnende K Jöhannän V. Eine ihren ge- 
lehrten Kodifikationen entsprechende Erscheinung ist es endlich auch, wenn gleich- 
zeitig der Legendenkreis des sagenhaften hl. Eugenios, in dem die Folgezeit 
den Patriarchen des ostsyrischen Mönchtums verehrte, seine entscheidende lite- 
rarische Formung erfuhr. 

a) Drei nestoriauische Kircheiihäiipler des 9. Jhs sind Urheber kultur- 
geschichthch interessanter Erlasse, die sich in indirekter Überlieferung erhalten 
haben. K Sab(h)risü' II.,') ord. 6. 8. 831, f 10. 11. 835, aus Bet(h) Nfüiad(li)rä 
stammend und früher B von Hai-rän und M von Damaskus, ist von denselben der 
Verfasser eines Berichtes über eine von ihm vorgenommene Visitation der kirch- 
lichen Schulen und einer durch dieselbe veranlaßten Verfügung über deren Be- 
trieb.-) K Abraham \Ln ord. 23. 7. 837 (oder 840?). f 16. 9. 850 (oder 
852?),*) früher Mönch und Abt in Bet^h) 'Äb(h)e bzw. B von Hed(h)atta, hat in 
euier entsprechenden Konstitution die von älteren Laien jedes Standes zu pflegende 
Lektüre,*) K Theodosios,'') ord. 23. 7. 853, y 6. 11. 858, der während seiner 
kurzen Regierung S'/, JJ durch den Khalifen Mutawakkil gefangen gehalten 
wurde, in je einer die erbauliche Lektüre des Klerus, der Ai-zte und Buchschreiber 
geregelt und alle 4 JJ abzuhaltende Metropolitansyuoden vorgeschrieben.') 

b) B Thomas v Marga,**) Sohn eines Ja'qöbvh) imd Bruder des K Theodosios 
aus dem Dorfe Betih) Säroniije im inneren Teile der Diözese Seläk(hj, war als 
noch junger Mann im J 882 im Kloster Bet(h) 'Ab(h)e eingetreten, hat dem K 
Abraham II. als Sekretär gedient und wohl von ihm, also wahrscheinlich vor 850, 
allerspätestens vor 852 nicht nm- die bischöfhche, sondern auch noch die Würde 
eines M von Bet(h) Garmai erhalten.'! Noch vor Erreichung dieser letzten Stufe 
seiner hierarchischen Laufbahn verfaßte er seine ,.B der (Kloster)vorsteher" 
(K dihjSresäne) betitelte Geschichte „der hll. Männer und Mönche des Klosters 
Bet(h) 'Abfhle", von deren 6 Memre der erste einleitend bis auf die Gründung des 
Izlä-Klosters durch Abraham v Kaskar zurückgreift, während der letzte, über den 
Rahmen des bisherigen Gegenstandes hinausgreifend, der Gründungsgeschichte des 
gleichfalls in der Diözese Margä gelegenen Klosters Birtä gewidmet ist.") Em 

') EbS 60 (32). MbS 76 f. (67 f.). -Am 69 f. (40 f.). B'EKg 2, ISO. BO 3i, 505/8. '} Erhalten 
durch 'Ai, Nomokanon VI 3. Sonderagg: BO 3i, 506 f. (mit Übs). Knös 13/6. Wenig 82 f. 
') EbS 61 (33). MbS 89 f. (68t.). 'Am 70f._(41). B'EKg 2, 189/92. BO 8r, 508 f. 

*) Die ersteren Jahreszahlen gibt EbS, die abweichenden würden sich nach Am ergeben. 
Xach dem letzteren wurde A. zu Anfang seiner Regierung nicht allgemein anerkannt, was wenig- 
stens die Difierenz bezüglich der Regierungs d a u e r erklären könnte. 

') Ai, Xomokanon VI 3. Vg. BO 3i, 341f. «) EbS 61 f. (33\ MbS (e9/71). Am 71 f. 

(41 f.V B'EKg 2. 191 8. BO 3i, 509, 12. ■) "Ai, Nomokanon VI 3. VIII 19. Vg. BO 3i, 341 f. 347. 

') I 40. II .32 seines Werkes. MbS 80 iTO). BO 3 t, 463/501. EAWBudge, The Book 
of Governors 1, XVII/XLI. Wright 219f. KdP 288f. DuvaP206f. 

') Dafür, daß er tatsächlich schon als M an der Ordination seines Bruders Theodosius als 
M von üundisäbiir oder als K beteiligt gewesen sei, führt JSAssemani, BO 3i, 210 das aus- 
drückliche Zeugnis des von ihm mit 'Am verwechselten MbS an. Doch fehlen die betreffenden 
Worte im Texte der Ag Gi.smondis. 

'») Hss: Dijarb 113 fl6. Jh) 9». VtS 165 (J 1663). 381;2 (Abs der vorigen). Pr 286 (ebenso). 
X-Dsem 109(J1700/lj. 110fJ1880). BrI 77fSa(h 179. J1882). Zwei im Privatbesitze von EAW 
Budge (J 1888), unvollständige: BrMOr 2.816 (17 8. Jh), einer Erklärung schwieriger Worte daraus: 
Dijarb 118. Va. Bs: BO 3 1, 464,501. Agg: PBedjan, Lib. Snperiornm seu bist, monast. auctore 



234 D'P iiestorianische Literatnr bis zur Jahrtaosendwende. S 37cd) 

an eleu Schluß dts dritten gestellter poetischer Mfmra im zwölfsilbigen Metrum 
auf den aus Böt(h) 'Ab(h)e hervorgegangenen M Miiran'ammeh v Arbcla lehrt 
den Verfasser auch als Dichter bzw. Versifikator kennen. Ein von ihm verfaßtes 
„anderes"', offenbar prosaisches Werk, gleichfalls mönchsgeschichtlichen Inhalts 
wird nurraehr durch ein gelegentliches Selbstzeugnis ') bekannt. 

c) M Isü'di'iiah v Bäsrii ist-J der Verfasser eines Abrisses der niesopo- 
tamisch-persischen Asketengeschichte, der unter dem Titel des „Bes der Keusch- 
heit" (K d(h)enak(h)püt(h)ä) kurze Biographien vor allem von Klostergründern 
und asketischen Schriftstellern, aber auch anderer hervorragender Asketen bietet *i 
und nach 849/50 geschrieben sein muß, in welchem J eine darin berichtete T'ber- 
tragung von Reliquien stattfand.*) Nur bis zum J 95H. {=^ 7134) reichen da- 
gegen auffallenderweise die wenigen Anführungen, die aus seiner dreiteihgen 
Kirchengeschichte begegnen.*) wol'eme nicht mit ihr die für das Ende des 8. Jhs 
einmal vielmehr imter dem Namen eines Denahi.^o' zitieile"i identisch ist. Außer- 
dem werden für ihn ein Kommentar zur Logik, Homilien, Leichenreden, Mad(h)- 
rase und Memre bezeugt,") und wenigstens von seiner Memre- Dichtung hat sich 
eine Probe an der poetischen Bearbeitung der Legende eines hl. .Thunan erhalten, 
der im 4. Jh das Kloster von Anbar am Euphrat gegründet haben soll, einer 
Art von Epos in 22 durch alphabetische Akrostichis ihrer Anfänge miteinander 
verbundenen Gesängen.**) 

d) iso'dädCh) v Merw,') B von Hed(h)attä, war nach dem Tode des K 
Abraham II. für dessen Nachfolge ausersehen und hatte es der Gegnerschaft 
des am Khalifenbofe mächtigen Arztes B6k(h)tis6' zu verdanken, wenn er sie 
Theodosios überlassen mußte. Seine Kommentare zum A und zum NT,*") von 
denen der erstere in seiner eigentümlichen Gesamthaltuug wesentlich durch eine 
Abhängigkeit von Henänä beeinflußt sein dürfte, haben nicht nur eine bedeut- 
same Vermittlerrolle zwischen der älteren exegetischen Literatur und dem späteren 
Schrifttum der Nestorianer gespielt, sondern einen starken Einfluß auch nach 
jakobitischer Seite hin ausgeübt. 



Thoma, Episcopo Margensi (Pr 1901. 1/436), mit Übs: KAWBudge, The Book of goyeruors: 
beeing the Hist. Monast. of Thomas bishop of Margä A. D. 840 (2 Bände, Lo 1893), von Azzen 
B0 3i{passim:i. KnOs 8,12. Wenig 5(5,9. Budge, The book of Paradise LXILXII. KdP 289,93. 
.JE Manna, Moreeaux choisis de litterature arameenne (Mosul 1902) 55 68. 

') VI 15. — Dazu Azz asketischen Inhaltes eines Mär(j) Thomas in der Hs Brl 198(Sach 
352. 13.Jh)Foll73v<'. 199rV200v». ») Ai § 128. Wrightl95. KdP 319f. DaYaP205f. 

=) "Ai. Bss: Urm 226 (J 1891 nach Vorlage des 9/11. Jhs). Mard 83 (J 1880) 2». N-Dsem 
144 (19. Jh) 10°. Pr 333 (Abs einer Vorlage in Seert'?). Je eine in Löwen (jetzt wohl vernichtet', 
Straßburg und im Privatbesitze von J-BChabot und PBedjau. Agg: J-BChabot, Melanges 
d'archeol. et d'hist. 16, 225,91 und SOS. svr. Text (mit Übs). PBed.ian, Lib. Supcriorum 437 517. 
von Azz mit Kommentar: KdP 320/30. 

') Vg. S 47. Labourt 308. ^) Ai. Zitate bei EbS 45 (27) und zu den JJ 561 Gr. 

17. 32. 34. 36. 39. 67. 74. 76. 82. 95 H. «) Durch M 489 (3, 20), darnach BEKg 1, 333. 

•) Dnrch Ai a. a. 0. «) Hss: Seert 62 (J 1570). CmbrAdd 2042 (16. Jh)a''. Ag eines 

Azs: IgnGuidi, ZDMG 46, 757f. 

») MbS 78 (69). Am 72 (42). Ai § 140. BO 3i, 210,2. Wright 220f. Dnval'73. 

">) Hss zum AT: JerPatr 10 (J 1379). BrMOr 4524 (17/8. Jh^, zu Gn und Ex: VtS 457 und 
im Privatbesitz BV'audenhoÖ's befindliche (Abs der vorigen), eines Azs aus dem Pentateneh- 
kommentar: Dijarb 95 (1 1697/8)41°, aus dem Kommentar zu Gn und Ex: CmbrAdd 1973 (J 1687) 1». 
zum NT: Seert 26 (13. Jh). 25 (14. Jh). Brl 81 (Sach 311. 16,7. Jh mit Ergänzungen J 1883). 
CmbrAdd 1973 (J 1687J. N-Dsem 24 (J 1697/8). 23 (18. Jh). Urm 9 (J 1739 40). Harris Syr 130 
(Abs der vorigen); Mos 19 (J 1874). Im Privatbesitze von MDGibson, zu Mt teilweise: Urm 223 



[§ 37efg Isö'denal.i. Isö'diidih). Gabriel v Bäsra. Jöhannän V. 235 

e) M Gabriel v Bh sra,M der 14. 9. 884 au der Ordination des K J6hann?m III. 
teilnahm und sieben JJ später diejenige J.s IV. vollzog, schuf eine von einem 
Zusätze eigener Untersuchungen begleitete Sammlung von Synodalkanones in zwei 
Teilen. Dieselbe kann mit schlechthiniger Sicherheit in einem tatsächlich zwei- 
teiligen anonymen "Werke gleichen Inhaltes wiedererkannt werden, dessen Ver- 
fasser angibt, daß er unter K Abraham zum Diakon, durch Theodosios zum 
Priester, durch dessen Nachfolger Sargis zum B und durch den nächstfolgenden 
K Anös (Enos) zum M geweiht als solcher an der (3rdination J.s III. beteiligt 
gewesen sei. Ein von dem erwähnten K verschiedener A n o s , B von Anbar. 
Verfasser von Memre, Leichenreden und anderem, hätte als Zeitgenosse G.s zu 
gelten, wenn er mit Recht von JSAssemaui unter .). III. angesetzt wird.^) 

f) K Jöhanuäu V. b Ab(h)g;ire (oder H eg(h) Ire),*) Sohn eines Iso' aus 
Bagdad, ord. im Sommer 900. -\- Ki. 5. 905. war durch J. III., also zwischen 884 
und 891 zum B der Zabih)-Gegend erhoben worden und der erste K. der sich 
durch eine künftig von jedem Nachfolger zu vollziehende Art schriftlicher Wahl- 
kapitulation zu tadellosser Führung seines Amtes verpflichtete. Von den Kanones 
einer von ihm im 10. 900 abgehaltenen Synode' hat sich neben Zitaten des Ur- 
textes*) eine arabische Ubs,") im syrischen Original haben sich seine ..Kanones" 
oder ,. Vorkehrungen" (Ziihhäre) ..des Altardienstes" erhalten.") Von ihm erteilte 
Antworten auf ..kirchliche Fragen" *) dürften mindestens teilweise wie das 
Schreiben an einen Abü-l-'Abbäs al-Fadl ihn Sulaimän über das Ninivitenfasten 
(vom J 903i''') von vornherein arabisch abgefaßt worden sein.^") Ein für ihn be- 
zeugtes Werk über ..ßechtsentscheidungen und Erbteilungen" läßt sich mit Sicher- 
heit in jakobitischer Überlieferung wiedererkennen,") während die „kirchlichen 
Kanones" eines K Jöliannän. Nachfolgers eines Iwannis.^'^j auch schon seinen Vor- 
gänger J. IV (ord. 903, t 8. 9. 08) oder erst J. ^T^I (ord. 19. 1. 1013. f 28. 7. 
1032) zum Urheber haben könnten. 

g) Der Legendeukreis des hl. Eugeiiios, den ein ursprünglich wohl mono- 

(19. .Th), zu Apg und Briefen: Petersb 622 (J 14901, eines Azs aus dem Evangelienkommentar : Dijarb 
95. 40°. Agg (mit Übs) von Teilen des AT-Kommeutars: GDiettrich, Isö'dadhs Stellung in d. 
Auslegungsgesch. d. AU. Te.^t s an seinen Commentaren zu Hosea, Joel, Jona, Sacharja 9—14 u. 
einigen augehängten Psalmen veranschaulicht (Giellen 1902. Beih. ZAtW 6). JSchliebitz, I.s 
Kommentar zum B Hiob. I. Teil: Text u. Übs (Gießen 1907. Beih. ZAtW 11), des ganzen NT- 
Kommeutars: MDGibson, The commentaries of Isho'dad of Merv, bish. of Hadatha Tc. 850 A. D.) 
Offibr 1911/13. HorSem 57. lOi. Vg. ABaumstark. Griedi. u. hebr. Bibelzitate in d. Pentateuch- 
erkl. 1.3 v. M., OC- 1, 1 19 bzw. Besprechung von Diettrich ebenda' 2. -151-8. BVandenhoff, 
Theol. Bev. 11, 410f. 

'1 MbS 82 (73). 83 (74). Am 75 (43,i. Ai g 136. 192. B0 3i, 202f. Duval'166. ^; Hss: 
Seen 67(15.Jh), anscheinend des zweiten Teiles : VtB 78 (K VI 1)9». Vg. AS eher, KatSeert51. 

'I Ai § 150. BO 3i, 219. *) MbS 85/9 (75/9). Am 81/3 (47f.). B'EKg 2, 221/30. Ai 
§172. BO 3i, 232 54. Dnval'171f. GGraf, D. christl. arab. Lit. bis zur fränk. Zeit 39f. 

•■•j Im Nomokanon des Ai V6f. 10. 13f. 22. 24. VI 6. Vg. Ai § 172: „Kanones". 

") Durch die Kanonessammlung des Abü-l-Furajj -Abdallah ihn at-Tajib (VtAr 153. 16"). 

■) Ai: „Zühbärc-. Hss: Si-ert 67 (15. .Ih) Anh. 4». X-Dsem 97 (,1 1689/90;. VtS 150 (J 
1708/9) VII", vielleicht auch (eines anonymen Textes): Dijarb 111 (J 1513) Anh. 112 ^18. Jh) 9». 
Br.MOr 4398 J 1890). VtB 78 (K VI 1) 1". Ag (mit Übs): BO 3 1, 238/48. "J 'Ai. ») Erhalten 
durch deu Nomokanon des Elija Gauhari. Hs: VtAr 157. 18». Ag (mit Übs): BO 2. 426/9. 

'") Oder sie sind identisch mit der arabisch ebenda (19") vorliegenden Beantwortung von 
28 Fragen eines Ungenannten aus Jemeo. Bs: BO 3i. 249/54. ") Ai. Hs: CnibrAdd 2023 

(13. Ml) 2". Da;; hier einem „Patriarchen .löhannän" beigelegte Werk über ,.Erbteiliuigen nach den 
kirchlichen Kanones'' bebandelt in 107 von 121 sämtlich dem bürgerlichen Rechte gewidmeten .Vb- 
.schnitten- speziell das Eherecht. ") Hs: VtB 78(KVI1). Vg. PCersoy ZA 9, 3r.4f. 



236 !•''' nestorianische Literatur bis zur Jahrtau«euilwendp. § 37 g) 

l)hysitiscbes Kloster des Tiir 'Ab(b)diii als seinen ersten Stifter verehrte, hat zur 
naturgemäßen Voraussetzung seiner Entwicklung die anscheinend um die Wende 
vom 7. zum 8. Jh erfolgte Neubegründung des in Ruinen liegenden duich einen 
Nestoriancr Abraham aus Jle'arre, dessen erster Nachfolger durch den K Selibdija- 
zek(h)ä zum Men von Nisibis erhoben wurde.') Durch Thomas v Marga wird er noch 
nicht berücksichtigt, während Isö'denah v Bäsr;i sich bereits mit allen seinen Helden 
und deren angeblichen Lebensschicksalcn vcrti-aut zeigt. -j Er mag daher etwa 
um die Mitte des 9. Jhs seine maßgebliche Ausgestaltung erlebt haben. wa.s 
natürlich nicht ausschließt, daß einzelne Texte ihre endgültige Fonii sogar in noch 
erst erheblich späterer Zeit erhielten, fn einer Mehrzahl von Rezensionen, von 
denen eine in jakobitischer Überlieferung erhaltene sie als Werk seines Schülers 
Michael einführt, liegt zuniichst die Biogi'aphie des Mhr(j) Augen (Eugenios) selbst 
vor,'') der ihr zufolge, aus Ägypten eingewandert, in der ersten Hälfte des 5. Jhs 
das pachomianische Mönchtuni nach den westlichen Grenzgebieten des Sassanideu- 
reiches verpflanzt hätte. Ihr zur Seite tritt die angeblich von dessen ..geistigem 
ßi'uder"' Elisa' verfaßte seines Schwestersohnes Malke (Malchos) aus Klysma.*) 
Weitere Stücke des Zyklus sind einem Daniel, mit dem Beinamen ,.dcr Arzf, der 
ein Kloster zu Teil Hass gegründet hätte, und einem Sallitä gewidmet, der Vater 
des Mönchtums in Bet(h) Zabdildai geworden wäre, nachdem beide als Gefährten 
Augens ihre ägyiitische Heimat verlassen hätten.") Gleichfalls schon in Ägypten 
soll, wie selbstverständlich ein Alexandriner Järctdi)") imd ein ,.Ag}-pter" Habbib(h),') 
sein Schüler ein aus Cypern stammender Jäunän geworden sein, der legendaiische 
Patriarch des Wüstengebietes südlich von Anbar, dessen wiedenim in mindestens 
zwei verschiedenen Rezensionen vorliegende Lebeusgeschichte von einem Zäd(h)öj, 
Pr und Mönch in einem Thomaskloster des ..Landes Indien" verfaßt sein will, 
der sich noch des persönlichen Umgangs mit dem Helden seiner Erzählung er- 
freut hätte.**) Von den Biogi'aphien zweier aus Bet(h) Nühad(h)rä stammender 
Eugeniosschüler, die sich erst im Orient dem Meister angeschlossen hätten, be- 
ansprucht diejenige eines Benjamin nicht minder, von einem persönlichen Jünger 
desselben herzurühren,") während diejenige ^ eines Mik(b)a in ihrer vorliegenden 
Gestalt durch ihre Widmung an einen K Sem'on, Nachfolger eines Denhä. sich 



') Labourt 302/1.'). Vg. LC S 1071'. '-i LC § 1/7. 

^) Hss mit der fiaglicheu Verfasseraugabe : BrJI ö60(Addl2174. J1197)41». sonstige: 804 
(Add 14653. 9/10. Jh)!». Seert 59(J 1567). Vtß 16-2 (16. Jh). N-Dsem 103 iJ 1697,81. BrI 7ö(Sach 
222.11881)28", eines Bruchstückes: Urm 200(18. Jh), einer arabischen Übs (nach Vorlaee vom 
J 1178): JerMkl 37* (J 1732/3) 40«. Ag (nach BrM 960 und Brl): AMS 3, 376/480. 

^) Hss: Pr 236(Snppl28. J1193/4)7». BrM 961 (Add 14733. J 1299) 7». VtB 39(16. Jh). .ler 
Patr 17 (Vor J1612)<//. Urm 103 (J 1715) 6». X-Dsem 96 (Nach J 1887\ einer arabischen Übs 
(nach Vorlage vom JinS;: JerMkl 37*. 41". Ag: AMS ö, 421/69. 

5) Hss: Ox 163(Marshl3.J1176/7). BrM 961. 2°. Or 4404 (19. Jh) Fol 98t». Pr 235 (Aue 
fondsl44. 13.Jh). 295 fJ 170.5) 8». 309 (J 1869) 7». VtB 39. 91 (J 16891 CmbrAdd 2020 (J 1697)14"'. 
Brl 76.32' bzw. BrM 922 (Add25875. J 1709/10)10°. Urm 110 (19. Jhl Agg: AMS 3.481/510 
bzw. 1. 424/65. 

"J Hss der Biographie des angeblich im J 191/2(1), geborenen: BrM 960. 40». VtB 39. 
CmbrAdd 2020. 8», einer arabischen Übs ^nach Vorlage vom J1178): JerMkl 37*. 43». Bs: 
F\an, BOC 19, 4.^2/40. 

') Hs seiner Biographie: BrM 961. 6». 

*) Hss: VtB 39. 91. Pr 295. 3». Brl 7ö. 29» einer abweichenden nnd kürzeren Rezen>'iou 
Urm 51 (J 1693/4) oder 52 (J 1725/fi) bzw. 118 (J 1887) und Abs der betreffenden im Privatbesitze 
Bedjans, ungewiß welcher: Seert 62 (J 1570). N-Dsem 113 und zwei andere in Seert. Ag: AMS 
1, 466/525. Vg. IgnGuidi, ZDMG 46, 7.50/6. 

") Hss: BrM 961. 3». VtB 39. Ag: VScheil. ZA 1'2. 62 96. Übs: Ders., ROC -2. 245,'7Ü. 



[§ 37g 38a Legendenkreis des hl. Eugenios. Elija v Anbar. 237 

offen als ein Erzeugnis frühestens erst des 13. Jhs bekundet. ^j Schüler Augens 
soll ferner ein Hazqiel. Grründer eines Klosters bei Daqöq gewesen sein.-i Wenig- 
stens von ihrem Helden im pei'sischen Osten aufgesucht werden läßt Augen schließ- 
licli die Legende eines Isaias v Alepjio.^) Durchaus verwandten Charakters sind 
dann noch zwei außerhalb des engeren Eugenioskreises stehende Legenden an der 
Biographie eines angeblich aus Palästina nach der Gegend von ÖNIosul gekommenen 
und im J 43 12 im Alter von 122 J.I verstorbenen Asketen Zai'ä *) und an dem 
nach seinen Eingangsworten sicher erst geraume Zeit nach dem Untergange des 
Sassauidenreiches entstandenen Martyrium eines 'Abd al-Masih. des ursprünglich 
Äser genannten Sohnes eines Juden Lewi aus Sig('h)iir, dessen Tod ins J 389/90 
verlegt wird.^l Etwa gleichaltrig mit allem dem dürfte auch eine anonyme poetische 
Bearbeitung der Geschichte eines persisclien Märtyrers Bassos sein.") 

§ 38. Im Laufe des 10. Jhs ist die Bedeutung des Arabischen als wirklich 
lebender Sprache der nestorianischen Christenheit naturgemäß unauflialtsam ge- 
wachsen. Gleichwohl hat auch dieses keineswegs einen raschen oder gar voll- 
ständigen Vei-fall des angestammten syrischen Schrifttums gebracht. Im Gegen- 
teil zeitigte es an der Lehrdichtung eines Elija v Anbar und Emmanuel 
(as-Sahhär?) sogar- noch einmal eine neue Erscheinung, der vom Standpunkte des 
mittelalterlichen Syrers, wenn auch nicht von demjenigen moderner Ästhetik aus eine 
eigentümliche Größe nicht abgesprochen werden kann. Daneben stehen als Ver- 
treter einer prosaischen Theologenliteratur teils gelehrter, teils litiu'gischer, teils 
praktisch-rhetorischer Ali Giwargis v Arbela und der K 'Ab(h)dis6' I. 
im hohen Klerus nicht allein. Die asketische Prosa hat durch Johannkn b 
K a 1 d i'i u und 'A b ( h) d m e s i h ä v H i r t ä ihre letzte bedeutsame Pflege erfahren. 
Auch ein Historiker Ahron kann wenigstens mit hoher Wahrscheinhchkeit für 
die nestorianisehe Literatur dieses Jhs in Anspruch genommen werden, die Ab- 
schließendes endlich auf dem Gebiete der Lexikographie hervorgebracht hat. 

a) B Elija v Anbar,^} dem sassanidischen Perözsäbfh)6r. der im J 310 H 
(1. .0. 922'19. 4. 923) vor dem K Abraham 111. die bisher von ihm vertretene 
Lehre, daß Christus beim Abendmahle selbst von der Eucharistie nicht genossen 
hal)e, als irrig abschwor, verfaßte ^i in Prosa (jrabreden, Briefe. Homilien und 
eine Apologie d. h. wohl eine auch litei-arische Zurücknahme der bei-ührten tlieo- 
logischen Sondermeinung. Erhalten hat sich unter dem wenig bezeichnenden 
Titel eines ,.Bes des Studiums" (K d(h)ed(h)firräsä) oder ,.der Zenturien" ein von 



') Hss: ßrl 75. 30". X-Dsi-m 112 (J 1885). BrMOr 4404 (19. Jh) Fol 46 V». Trin 179 (19. Jli). 
Asr: AMS 3. 510/32. 

') Hs seiner Biographie: X-Däi-m 128 (J 1887) Anh. l". ') Hss: BrM 960. 39». Pr 234 

(Anc fi.nds 143. 13. Jh) 1»;-. VtB 39. Brl 7.5. 33", einer arabischen Übs (nach Vorlage vom J 1178): 
JerMkl 37*. 42». Ag: AMS 3, 534/71. *) Hss: VtS 303 (,J 1608,9). Tmi 103 (J 1715) 5». 152 

(J 1882). 46 (19. Jb). 102 (19. Jh). Ag: AMS 1, 398/423. 

'') Hss: BrM 960.54». 964(Addl7267.fol50 75. 13. Jh)2». Agg: AMS 1. 173/201 und (mit Übs): 
JCorlny, AB 5. 9,52. «) Hs: Pr 27ü (Anc fonrts 164. J 1652/3) 7". Agg: J-BChabot, La 

legende de Mar Bassus, martyr persan, snivie de l'bistoire de la fondation de son couvent ä 
Apamee. Texte syr. trad. et annot. (Pr 1893). AMS 4, 471/99. 

'i EbS zum J 310 H. 'Ai § 177. BO 3i, 258/60. LTh 72/G mit sicher viel zu später An- 
gabe des Todesjahres auf 1020. Wright 230. KdP 257. Duval' 39.3. ') Nach 'Ai. 



238 Die nestorianische Literatur bis zur Jahrtauaendwendc. § 38a b] 

ihm noch iils Diakon verfaßtes Korpus tlieologischer Lehrdichtunf^ von künstlichem 
Aufbaue und einem Umfange von 40000 gereimten Versen des siebensilbigen 
Metrums.') Inlialtlich von kurzer Sentenz bis zu ausführlicher gelehrter Dar- 
stellung fortschreitend, zerfällt dasselbe in drei Teile, von welchen jeder der beiden 
ersten drei, der letzte vier Memre umfaßt, wobei in den einzelnen Memre der Reihe 
nach die Zahl in ihnen enthaltener Zenturien von Strophen von 10 bis 1 sinkt 
und umgekehrt der Umfang der einzelnen Strophe von 1 bis zu 10 Vierzeilern 
steigt. Ein Epilog von 5 Strophen des gi'ößten Umfanges bildet den Schluß des 
Ganzen. Eine Erklärung schwieriger AVorte im ..Paradiese"' des 'Enänisö' und ein 
Bericht ül)er ein lleligionsgespräch zwischen einem Xestorianer und einem Jako- 
biten, die vielleicht durchweg in der hslichen Überlieferung sich an Teil I an- 
schließen, dürften mit dem Dichter ebensowenig zu tun haben als 5 ihnen hier 
unmittelbar vorangehende apokryphe Psalmen.-) 

b) Ein Eniinanuel as-Sahhar,^) der 963 an der Erhebung des K 'Äb(hjdiM')' I. 
beteiligt war und dessen arabischer Beiname als Wiedergabe eines syrischen ..b Sah- 
häre" zu fassen wäre, pflegt einem E. gleichgesetzt zu werden, den die Hss seines 
Hauptwerkes als Exegeten an der Schule des ..Oberen Klosters"' bezeichnen. Jenes 
Werk ist eine Dichtung in 28 Memre teils des sieben-, teils des zwölfsilbigen Me- 
trums, die unter dem Titel eines ,.Bes des Sechstagewerkes"' nach einer Einleitung über 
Jo 1. 1 (M. 1) eine Behandlung des biblischen Schöpfungsberichtes (MM. 212i 
einschließlich des Sündenfalles (MM. 13 f.) und der Sabbatruhe Gottes (MM. 15 f.) 
durch eine solche der gesamten Heilsökonomie (MM. 17i'25) bis zu den letzten 
Dingen (MM. 26 '8 1 ergänzt.^) Hslich wird es gelegentlich als ..vierter Band" 
wohl der Gesamtausgabe eines mithin noch erheblich umfangreicheren poetischen 
Nachlasses des Dichters eingeführt,") dessen Namen in der Tat auch ein Menirä 
des siebensilbigen Metrums über die Taufe,") eine Tesböhtä ') und ein in Hüd(h)- 
r.ähss *) auftretender Marienhymnus an der Stirne tragen, während an Prosaischem 
für ihn noch „Lehren"' ungewiß welches literarischen Charakters und Kommentire 
bezeugt werden.") Als Bruder E.s ist man gewohnt trotz der phonetischen bzw. 
orthographischen Schwierigkeit einen 'Ab (h) diso' b Sa^ärah'") zu betrachten, 
der als Mönch in dem gleichfalls in der Nähe von Mosul gelegenen Kloster eines 
angeblichen Eugeniosschülers Michael lebte und denselben in einer poetischen Be- 
arbeitung seiner Legende verherrlichte.*') Doch scheint diese, der Gattung der 

1) Hss: Mos 74. IIP (J 1520/1). 75. JerPatr 8 (J 1554). N-Dsem 152 (16. Jh). Seert 1'20 
(J 1605). Dijarb 101 (J 16981. BrMOr 4077 (17. Jh). 4419 {.T 1882). CmbrAdd 1995 (Ende des 
17. Jhs). VtS 18.3 (J 170.3). Brl 60 (Sach 13-2. J 1880). Orfol 3120. Urni 222 (J 1894), von Azz: 
N-Dsem 138 (J 1478,9) 12». Seert 109 (J 1609) '20». Bss: BO 3i a. a. 0. KatSachan 205/10. Wright- 
Oook 40.5/23. Agg von Textproben: BO 3i, 260. Wenig 162 f. LTh a. a. 0. KatSachau 206/7.